Basel: Strukturen, Funktionen und Entwicklung der Stadt

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Die Wahrheit liegt meist am Rande, nicht in der Mitte.

(Henry Miller, amerikan. Schriftsteller, 1891-1980)

0: Geschichte der Stadt Basel bis zur Reformation - seit der Reformation

0.1 Geschichte der chemischen Industrie von Basel

1: Die Strukturen der Stadt, photographisch erkundet, vom Rande her:

Für einen Überblick von "innen" her s. Basler Zeitung onlinewww.onlinereports.ch & webjournal, das I-Portal für die Region

1- Dreiländereck, Klybeck, Wiese, Inselstrasse, 1b: Lange Erlen- Riehen, 2: Kleinhüningen, 2.1 Das "Abfallproblem" Kleinhüningens,  3: St. Johann-St. Louis, 4: St. Louis Grenze bis Allschwil, 5: Bachletten 6: Bruderholz, 7: Brüglingen-Breite. 8:  Wettsteinbrücke-Hörnli-Bettingen //  Wie sich das Hochhaus in die Stadt schlich.

1b: Der Ring (besser Thorus oder Doughnut) zwischen Zentrum und Peripherie:

1b1: Rosenthal, das Messequartier - Deutscher Bahnhof - Hirzbrunnen, das grüne Basel. 1b2 Matthäus

[noch zu bearbeiten: Wettstein, Clara, Ring, Vorstädte, Gundeldingen, St. Alban. Die Bedeutung von Chemie und Pharma für Basels Entwicklung heute (da kriegt man allerdings kaum klare Zahlen ...) // 1c: Das Zentrum, die Altstadt. Allschwil, Binningen, Bottmingen, Muttenz, Birsfelden, Grenzach-Wyhlen, Lörrach, Weil am Rhein]

Stadtplan

1- Dreiländereck, Klybeck, Wiese, Inselstrasse

Das Dreiländereck: Im Hintergrund Deutschland, mit Rebbergen Hüningen, je nach historischer Lage Deutsch oder Französisch, war stark befestigt. Da Kleinhüningen immer wieder in den Bombenhagel zwischen den Fronten geriet, wurde die Festung 1815 von den Baslern, gemeinsam mit Erzherzog Johann von Österreich, geschleift.

 

 

 

 

 




 

Die Grenze zu Frankreich wird durch Novartis gebildet und eine Reihe weiterer Industrien: Bell, KVA, ...

Kleinhüningen, Hafenmole 1, der Zugang der Schweiz zur grossen weiten Welt.

 

 

 

 

                   ... die Auenlandschaft musste allerdings weichen.

 

Die Verbindung zwischen Kleinhüningen und Klybeck über die Wiese dürfte eine der verbrücktesten Gegenden der Schweiz sein.

   18 Brücken liegen innerhalb des alten Gemeindebannes.
 


 


 


 


 

"Amüsant" ist der Grenzübergang Deutschland-Schweiz bei Friedlingen. Während Deutschland seine zahlungskräftigen Kunden aus der Schweiz mit einem Megagigakonsumparadies mit entsprechendem Parking, Zahnarztkliniken etc empfängt, verbirgt sich die Schweiz hinter Öltanks: Wir haben! Uns kann keiner ...  (Der Armee im Gottardreduit hätten die vermutlich viel genützt.)
 

 

Von diesem Verkehrsknoten bis nach Riehen - und zurück ans Hörnli ist der Rand Basels (und damit der Schweiz) ein natürlicher, ein Wald-Rand.

Die Langen Erlen, der Auenwald entlang der Wiese, mit Tierpark, sind das wichtigste grüne Erholungsgebiet von Baselstadt.
 

Die Wiese, das von Hebel besungene Flüsschen aus dem Dinkelberg (im schwäbischen Ausland - allerdings bloss für die Schweizer, die dort sind beleidigt, wenn man sie als Schwaben bezeichnet, denn sie sind Badenser, d.h. auch nur für Fremde, denn eigentlich möchten sie gerne als Badener angesprochen werden, sonst risikiert man Sprüche wie: :Es gibt Badische und Unsymbadische.

Apropos badische, also badende in dem Fall. Diese Ufer hier sind im Sommer das beliebteste Naherholung der Basler und ziemlich voller Menschen ... wie hier, also Gott sei dank noch nicht mit den Kanarischen vergleichbar.


 

Da allerdings auch die Wiese, wie der Rhein und andere Gewässer, der Entsorgung von Abwässern dient .....
 

Bäume sind echt gut geeignet, Industrie zu verstecken. Darum werden Sie nicht zu euphorisch - auf Bildern sieht diese Gegend Basels um einiges grüner aus als in der Realität.
 

Der Horburg-Park, die einzige öffentlich Grünfläche Klybecks.
 

Das Tor zum Hades *... Wohn- und Arbeitsort von Sisyphus.

Die Tramlinie 1/14 wird im Norden gesäumt durch Chemiebauten. Will man in die dahinter liegenden Quartiere, wie Kleinhüningen und oberes Klybeck, muss man quasi durch dieses Industrieareal Dreirosen-Ciba-Novartis u.a. durch. Ich ging von 1971 bis 1975 in Basel ins Gymnasium, besuchte auch von Rheinfelden aus Basel jede Woche - aber dieses Tor hatte so etwas abweisendes, dass ich es zuvor nie durchschritten habe.

* Apropos Hades ... im Vergleich zu den Fotos von Sebastiao Salgado, die den reellen Goldsucherhades aus der Serra Pelada zeigen, ist dies natürlich, wie manches, leicht übertrieben.

... allerdings könnte man auch sagen:

 

 

Was sind schon drei Tage am Kreuz, gegen ein Leben in der Fabrik.

 

 

Die Grossmutter von Franz Hohler


 
Die historische Ansicht von Klybeck (1894) zeigt allerdings, dass die Chemische Industrie Basel dereinst ausserhalb der Stadt angelegt worden war.

Der Vergleich des Photos mit der entsprechenden Karte zeigt Ihnen, was hier in 111 Jahren passiert ist ... und dass es wenig Möglichkeiten gibt, nochmals 111 Jahre so weiter zu fahren.

Das selbe Resultat zeigen 5 Stadtpläne von 1829-1958.

Wohnsilos am Wiesenplatz, unteres Kleinbasel, Klybeck.
 

Tramdepot Wiesenplatz. Ein Tramdepot macht mitten in der Nacht wie morgen früh einen Lärm wie eine Autobahneinfahrt. 50 m weiter hinten, Haltestelle CIBA (Chemische Industrie Basel) ist dazu gleich die nächste. Öffentlicher Verkehr ist toll, Trämlis sind toll, allerdings nicht wenn man schlafen will, denn da machen sie genau so viel Lärm wie der Privatverkehr, und das ab 5 Uhr Morgens.

Zur Geschichte dieser Tramstrecke s. http://www.tramclub-basel.ch/rb/bvb_blt/htmlsite/strecke_kleinhueningen_01.html
 

Inselstrasse 60, Teil eines Giga-Wohnsilokomplexes - allerdings mit Platz und guter Innenaustattung, leider schlecht isolierten Fenstern (... was im November 06 geändert wurde. Mit neuen Fenstern ist der Coop kaum zu hören (wenn sie geschlossen sind) und die Energieeinsparungen betragen mindestens 15%, vermutlich deutlich mehr), und mit Coop und Migros und vielen balkanischen, türkischen und tamilischen Kleinläden, deren Obst und Gemüse oft schmackhafter ist als das der Grossverteiler. Ein mittlerer Coop (natürlich gilt das auch für Migros, Denner und andere ...) macht so viel Lärm wie eine mittlere Baustelle - und das zwischen 6 und 7 Uhr morgens - 6 Tage pro Woche.

Sonntagsverkauf: Nein Danke!

Wenn die um 6-00 hier so einen Lärm (das, was Sie grad im Hintergrund hören) veranstalten beim Entladen, dann veranstalten sie 1 bis 2 Stunden früher den selben Lärm, beim Beladen. Und auch dort wohnen vermutlich Menschen, denen mindestens einen ruhiger Tag pro Woche zu gönnen ist.

Lärm in der Nacht verrät Nervosität.
Furcht macht ruhelos,
so dass die Männer nachts laut rufen,
um nicht den Mut zu verlieren.

Sun Tsi (Sunzi): Die Kunst des Krieges:  Die Armee auf dem Marsch.

Die Abstimmungsresultate vom 26./27. November kann man in dieser Hinsicht nur als toll, super, unübertrefflich bezeichnen. Mit noch mehr Präzision (50.6% Ja) hätten die Stimmbürger kaum formulieren können, worum es ihnen  geht: Akzeptanz des Status quo - Sonntagsverkauf in Zentren, an Verkehrsknotenpunkten ist ok - aber keine Schlachtung des Sonntags, weder zum Wohle des Konsums noch der Arbeit, denn der Mensch lebt von beidem nicht allein. Die grösste Zustimmung, mit 65 bis zu über 70%, kam sinnigerweise nicht aus den Städten selbst, sondern aus den Schlafstädten in ihrem näheren Umfeld. Ganz offensichtlich fehlen dort am Sonntag Unterhaltungsangebote mit dem Unterhaltungswert und geistigen Anspruchsniveau von "Einkaufen".

Offensichtlich ergibt sich diese Korrektur des "Rund-um-die-Uhr-Einkauffimmels offenbar von selbst. Abendverkauf bis 2200 floppt in Deutschland. Ein halbes Jahr nach Freigabe der Ladenschlusszeit, schliessen die meisten wieder zwischen18 und 19 Uhr - wegen gähnender Leere. Zum Teil werden allerdings die Tarifverträge verantwortlich gemacht, weil diese Stunden besser bezahlt werden müssen. Eine seltsame Argumentation, denn tiefere Löhne beim Verkaufspersonal bringt auch nicht mehr Kunden ... Ich warte nun bloss noch drauf, dass den Angestellten nahe gelegt wird, zum Wohle des Grossen Ganzen (des Betriebes und seiner Eigentümer), doch um Himmels willen günstiger zu arbeiten, oder noch besser freiwillig und gratis.

Inselstrasse 62: Illusion: Mittlerer Block, weniger Lärm von Gärtnerstrasse und Kleinhüningerstrasse, beide mit Tram. Übersehen: Coop Laderampe im Zwischenhof - die den Lärm liefert, den Sie im Hintergrund hören. Die quietschenden Trams umrunden das Depot. Die ersten tönen so um 5 Uhr morgens, wenn sie dasselbe verlassen..

Auch was Rauch betrifft, kann man sich von hier aus nur Wundern über das Gezeter, das Rauchen in Restaurants, öffentlichen Verkehrsmitteln oder sogar öffentlichen Orten auslöst. Während der kalten Jahreszeit, also von Mitte September bis Ende April sitz ich hier bei jedem Nordwind und bei jeder Inversionslage (Smog. Kalte Luft unten statt oben) sitz ich hier direkt in der Abluft eines 50m entfernten Kamins auf selber Höhe, werde geräuchert wie ein Würstchen. Es stinkt nach Diesel, es tränen die Augen - und wie viel Feinstaub meine Lungen da aus der Luft filtern möchte ich schon gar nicht wissen .... Tagelang. Über 7 Monate hinweg Vielen Städtern dürfte es genau so gehen. Also im Vergleich dazu ist das Theater das um die doch eher sporadische Exposition in etwas Zigarettenrauch gemacht wird, doch schon fast ein bisschen übertrieben. Also mir ist der Geruch von Havannas, Brisagos oder Holz lieber als der nach vermottetem Diesel.

Zwischendurch (2.8.06 zwischen 22 und 23 Uhr z.B.) ziehen auch die selben Düfte durch, wie früher durch die Gärten Rheinfeldens. Nein, nicht der Duft von Holzkohle und Grill, der Duft von verbranntem Abfall. Da hier Gärten selten sind, wird der ab und zu offenbar einfach in der Heizung verkokelt.

21.7.07: Heizung und Kamin wurden offenbar repariert. Die Gerüche sind schon lange nicht mehr rüber gekommen.

Die Liftrenovation, die immerhin einen Monat gedauert hat, war eher potemkinscher Art: Der Liftkasten wurde neu verkleidet und mit einer neuen Steuerung versehen, ein paar Rollen ausgewechselt. Mal sehen, ob das wieder als Grund für eine Mieterhöhung herhalten soll.
D.h. also bei genauerer Betrachtung verfügt der Lift allerdings über zwei neue, absolut topmoderne Steuerungsmodule:

  1. Das Fitness-Modul: So alle 5 Tage reagiert er weder auf Knopfdruck in, noch ausserhalb der Kabine, was die Bewohner dazu anhält, ihre Beinmuskulatur im Treppenhaus zu trainieren und dadurch gleichzeitig etwas für den Kreislauf zu tun.
  2. Das Zen-Modul: Vor sich die Tür öffnet, gibt einem der Lift ausreichend Zeit, noch zwei, drei Mal tief durchzuatmen, sich zu fassen bevor man sich entweder auf den Hundekackundpissmarathon draussen begibt oder in die Ruhe des Heimes (sofern nicht die Kinder, der Coop, ein bohrwütiger Nachbar, ein Nachbar mit entweder Dauerverzehr von Kottelettes oder einer privaten Schuhmacherei oder gewaltigen Basslautsprechern, deren Erschütterungen vom massiven Beton auf das ganze Gebäude übertragen werden etc grad andere Prioritäten haben).
  3. Das Grammatik-Trainings-Modul allerdings wird abwechselnd von Bauunternehmen, Mechanikern oder der Verwaltung geliefert. Gegenwärtiger Schwierigkeitsgrad der Mitteilungen: 1 Fehler pro Satz, gut verteilt auf die verschiedenen grammatischen Kategorien wie Gross-Kleinschreibung, Fall, Rechtschreibung, Interpunktion. Die öffentlichen Kommentare dazu (Plastikmäppli können diese "partizipative Grammatik" nicht verhindern ... wozu wurde sonst der wasserfeste Stift erfunden ...) dürften vermutlich bei den Kindern mehr bewirken als manche Schulstunde ..

 

Der heilige Rasen:

Betreten kann zur Kündigung führen!

Die Kinder haben hier ja sooooo viel Platz zum Spielen, da brauchen sie dieses edle Grün wirklich nicht auch noch zu zertreten.

Motto:

Früh gewöhne sich an dauernden Aufenthalt  in "geschlossenen Räumen",
wer später guter Untergebener werden will.



Der Hauptzweck des Rasens vor dem Tore: Scheissrasen sozusagen ...

Der Rasen ist hier allerdings nicht das Einzige, das einem zum Rasen bringen könnte. Ein Antrag auf eine Mieterversammlung wurde wie folgt beantwortet: Da wir keine personellen Entscheide mit der Mieterschaft diskutieren und unser Entscheid feststeht, gehen wir auf dieses Schreiben nicht weiter ein. Diejenigen Mieter, welche gegensätzliche Schreiben mitunterzeichnet haben, bitten wir hiermit, sich künftig genauer zu überlegen, was sie unterschreiben.

Im zweiten Satz geht es um die Entlassung einer Abwartin, die von einigen Mietern gerügt worden war, weil sie z.B. nur um im Gang abgestellte Kinderwagen herum putzt, nicht aber darunter (wobei das Abstellen von Kinderwagen auf den Gängen eigentlich verboten wäre, eine "ordentliche Abwartin" also von eben den Mietern verlangen wird, die Kinderwagen in die Wohnung zu verfrachten. Na ja, Logik ist Glückssache .... Anyhow. Ich hab den Abwart auch schon kritisiert ... aber ist Entlassung das einzige worauf sich eine Verwaltung noch versteht? Obwohl die Neubesetzung Monate wenn nicht Jahre braucht, bis sie sich zurecht findet?

70% der Schweizer sind Mieter. Müssen sich Mieter das gefallen lassen, in dem Kasernenton angeraunzt zu werden? Reicht die Dressur am Arbeitsplatz nicht. Kommt jetzt noch die Dressur der Mieter ... durch Verwaltungsangestellte (Varioserv, die ebenfalls Liebrüti in Kaiseraugst managen, eine der grössten Ex-Chemie-Wohnkasernen der Region)? Müssen sich die Mieter nun von Verwaltungsangestellten an- und beherrschen lassen, die selbst nicht mal die Grammatik (und die grundsätzlichsten Regeln sozialen Umgangs) beherrschen?

Vermutlich liegt hier eine etwas einseitige Interpretation des Firmennamens vor: Varioserv, zu Deutsch in etwa "Diener/Sklave vieler Herrschaften" ... worunter Varioserv offensichtlich aber bloss die Eigentümer, also die Aktionäre versteht .

Tja ... eindeutig die Mehrheitsmeinung im Block (die ich logischerweise auch wieder nicht teile) wäre die, dass die Mieter die Auftraggeber der Verwaltung sind, weil deren Löhne ja über unsere Mieten bezahlt werden.

Meiner Meinung können wir uns ruhig darauf beschränken, Kunden zu sein, da wir für eine Dienstleistung bezahlen: die Unterkunft. Aber wo bitte dürfen Kunden zu Hanswursten gemacht werden - ohne Recht auf Widerspruch?

Ich kann's Ihnen sagen: Ueberall dort, wo Angst regiert, wo sie sich nicht trauen, sich zu wehren, ihre Meinung zu sagen, was hier bei den meisten der Fall ist, wie mehrere gescheiterte Unterschriftensammlungen seitens Mietern zeigen, die bereits sehr lange hier wohnen (unter wechselnder, anderer Verwaltung). Präzise darum gibt es aber das Mietrecht und den Mieterschutz, dass dieser Zwangskonsum nicht erpresserisch ausgenutzt werden kann. Art. 271a OR schützt Mieters von Verstössen gegen Treu und Glauben. Hauptsächlich geht es bei dem Paragraphen eben präzise darum, dass Mieter ihre berechtigten Interessen, Einwände, Kritik formulieren dürfen, ohne Furcht vor einer Kündigung haben zu müssen.

Schliesslich wird mit Art. 271a OR der weitere Grundsatz konkretisiert,
dass eine Kündigung nicht zu Rachezwecken eingesetzt werden darf
.

Mieten und Vermieten ohne Streit

Es ist also an der Zeit, dass in der Inselstrasse 6x ein bisschen Mieterdemokratie einkehrt ... Dass z.B. der Raum mit den Containern für Abfallsäcke einfach geschlossen wird, die Mieter also, jeder einzeln seinen Sack auf die Strasse stellen soll, ist weder im Interesse der Mieter noch der Abfuhr, die sie dann einzeln einsammeln muss. Eine absolute Frechheit der Verwaltung. Da der Raum auch Lager für Alpapier und Karton war, sollen diese vermutlich auch in den (nicht all zu grossen) Wohnungen aufbewahrt werden ... bis man den Abfuhrtermin verpasst. All dies über die Köpfe der Mieter hinweg ...

Mein Vorschlag: Auf der Westseite (Bild oben) dürfen Kinder am Nachmittag spielen, auf der Ostseite am Abend. Wenn der Rasen zertreten ist, wie jetzt, organisieren die Mieter ein "Blockfest", mit Bänken und Tischen von der Stattverwaltung, das gleichzeitig als informelle Mieterversammlung dienen kann. Die Bewohnerschaft bietet Grill- und andere Spezialitäten aus den vielen unterschiedlichen Nationen an, gegen Entgelt natürlich. ... (Nichts ist der Kommunikation förderlicher als ein gemeinsames Mahl. (s. Kant)) Und dann wird der Rasen eben wieder angesäht ... womit den Ruhebedürftigen auch gleich gedient ist, denn für die Zeit, bis er wieder steht, dürfte er dann wirklich nicht betreten werden ...

Feierabendstimmung an der Inselstrasse, aus der Perspektive der genossenschaftlichen Capri-Bar.

Das Quartier Klybeck, südlich der Wiese (das wäre in dem Falle ein Flüsschen) an das Hafenquartier Kleinhüningen anschliessend, bietet nur Öltankern und Lagern freie Sicht auf den Rhein.

Der Blick auf die Insel .... [Dort wo heute die Inselstrasse sich zieht, lag früher ein Steg über einen Nebenarm des Rheines, der um die Jahrhundertwende zwecks Landgewinnung für die Industrie zugeschüttet wurde. s. o.]


 

Die älteren Wohnsilos an der Gärtner- und der Kleinhüninger-Strasse (hier von der Rastatter Strasse aus gesehen), sehen etwas weniger nach Plattenbau aus - und verfügen alle über recht grosse Innenhöfe. Die meisten der Höfe werden allerdings gewerblich genutzt (Baugeschäfte, Schreinerei, unten ein Kindergarten), sind also, zumindest tagsüber, vermutlich auch nicht grad Inseln der Ruhe - aber immerhin grün.
 


 

Auszug aus Zonenplan Kleinhünignen/Klybeck & Legende

Sämtliche Zonenpläne der Stadt Basel und weiterer Orte der Umgebung lassen sich abrufen unter http://www.geo-bs.ch/stadtplan_zonenplan_karte.cfm?Type=zonen&Zoom=250


Dort lassen sich auch die Lärmpegel einsehen. Die Inselstrasse liegt mit < 60 db etwas unter der Kleinhüninger und etwas stärker unter der Gärtnerstrasse (< 69 db) - was ich ehrlich gesagt bezweifle. Zwischen den Blöcken kommt der Lärm voll durch und schlägt als Echo im Pingpong zwischen den Hochhäusern hoch. Wenn hier, 6 Stockwerke weiter unten, jemand mit dem Handi vor der Garageneinfahrt telefoniert, kann man voll zuhören. Die Glas-Betonwände reflektieren enorm, auch die Hitze. Steht man im Sommer im Schatten an einer Nordwand, knallt einem die Hitze ins Gesicht -von der Gegenseite reflektiert. Der Unterschied zu direkter Sonnenexposition ist gering.

60 Dezibel stören bereits tagsüber 1/4 der Betroffenen beträchtlich. 70 Dezibel ist doppelt so laut und wird als Alarmwert betrachtet, ab dem Schutzmassnahmen nötig werden.

70-75 db werden in Basel gemessen an der Feldbergstrasse, Elisabethenstrasse, Nauenstrasse, Grosspeter - aber auch im Zentrum von Riehen, an der Baselstrasse.

Weitere Vergleiche

Der Bus übrigens, der Tangentenbus, der Sie dem gesamten Stadtrand entlang fährt, von Kleinhüningen bis zum Kannenfeldplatz oder umgekehrt, ist die Nummer 36.


Martin Herzog, Dipl. Ing. ETH, Online-Redaktor-Webdesign, Inselstrasse 62, 4057 Basel. 1. Mai 2005

p.s: Warum "Basel vom Rande her"?

  1. Weil ich kein echter Basler bin, was man auch nie wird, wenn man von "Auswärts" kommt, sondern eben vom Rande her zugezogen bin, von Rheinfelden. Basel ist mir also seit Urzeiten bekannt, da ich hier das Gymnasium absolviert habe (MNG), und auch 2 Jahre hier gearbeitet habe (1983-85), im Möbelverkauf und Naturschutz.
  2. Weil ich am Rande wohne. Diese Zonen wurden Anfang des 19. JH von der Chemischen Industrie Basel (CIBA) erschlossen und zur Produktion genutzt. Nach und nach haben sich auch Arbeiter und Läden angesiedelt, später Wohnblocks, die vermutlich häufig den Pensionskassen der selben Firmen gehören - das Geld  das sie für Löhne auszahlen, also gleich wieder auf der andern Seite reinholen.
  3. Weil Kleinhüningen, Klybeck, weitere Teile Kleinbasels und auch St. Johann auf der andern Seite des Rheines eher Unterschichtquartiere sind. Hier wohnen nicht die Leute des Zentrums, die Lenker und Führer, sondern eben diejenigen, die an den Rand gedrängt werden.

Haben in den letzten Tagen die einheimischen Wirtschaftsriesen wieder mal gigantische Umsatz wie Gewinnzahlen bekannt gegeben, sammelt sich hier eher der "Über- und Ausschuss", der zum Erreichen solcher Profitabilität ausgemerzt werden muss. Während im Zentrum wieder die Bonis fliessen, steht hier Mitte Monat der Postman (selten Postfrau) in der Eingangshalle, mit einer Kiste voller Einschreibebriefe, in denen die Verwaltung mahnt, man solle doch bitte die Miete überweisen, + 25.- Fr. für die Mahnung.

Während die Gewinner der Zentren gelobt werden für "ihre Leistung", werden die am Rande dafür noch verantwortlich gemacht, dass sie eben im Wettbewerb nicht aufs Podest kamen - obwohl genau dies das ganz normale Resultat jeglichen Wettbewerbs ist, nämlich dass er viel mehr Verlierer als Gewinner produziert.

  1. Am Rande, weil man von hier aus billiger und schneller in Deutschland oder Frankreich einkauft. Coop hat im Januar 06 seine Frischfleischabteilung geschlossen, womit es im Quartier keine Metzgerei mehr gibt. Nicht zu unrecht, denn sie wurde sehr wenig besucht - was nicht an einer Häufung von Vegetariern liegen dürfte, sondern schlichtwegs daran, dass man sich hier Fleisch zu Schweizer Preisen einfach nicht leisten kann. [Also seither gibt's immerhin wieder verpacktes Frischfleisch. hm ... Mal testen ob das wohl nutzt, wenn man hier was publik macht: Vor Jahren gab's überall, nicht nur in den Delikatessabteilungen, Salsa Verde. Es handelt sich dabei nicht bloss um in Oel eingelegte Petersilie, sondern eine pesto-ähnliche Mischung aus Petersilie, Basilikum, Minze, Kapern, Senf, Knoblauch, Zwiebeln, Zitronensaft und Sardellen.   Heute findet man zwar Petersilienpaste in allen Varianten, aber nicht mehr in dieser. Warum? Ist wirklich eine Delikatesse!] Immerhin leben im Quartier rund 7000 Personen, zum grössten Teil (90%) in der Chemie tätig. Das selbe Phänomen findet sich offenbar auch in der Breite, die sogar 8000 Personen beherbergt, aus den Branchen Bau (42%), Elektrotechnik, Feinmechanik, Optik (47%). Von den grandiosen wirtschaftlichen Leistungen der Chemie bröselt also nur sehr wenig vom Tisch runter in die Bevölkerung. Anders ausgedrückt, was vom Tisch der Reichen fällt sind wirklich nur Brosamen, nicht aber Fleischbrocken ... So viel zum "trickle-down-Effekt" der heutzutage sooo geschätzten Angebotstheorie.