Generell zum Thema Armut:
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nach: Tarek E.-Guindi, Hazem Al Mahdi, John McHarris. : The extent and geographic
distribution of chronic poverty in Iraq's Center/South Region. UN World Food
Programme. May 2003 http://www.wfp.org/newsroom/in_depth/Middle_East/Iraq/0306_Poverty_Survey.pdf
Viele Haushalte im Irak sind extrem anfällig auf äussere Schockwirkungen, wie
auch ungeplante Veränderungen im Sanktionssystem (food for oil). Die
Studie schätzt, dass ca. 21% der Bevölkerung des Irak unter chronischer Armut
leiden. 72% davon, also 3.3 Millionen, finden sich in 20 Distrikten (rot auf
folgender Karte).

Obige Karte zeigt allerdings "nur", wo das Problem zahlenmässig am stärksten
ausgeprägt ist, also logischerweise die Distrikte mit den grossen Städten, also
Baghdad, Babil, Qadisya und Basra.
Ein besseres Mass ist die relative Armut, die zeigt, dass dieses Problem vor
allem die Grenzgebiete zum Iran betrifft.

Die meisten dieser Armen hängen und hingen von der Abgabe vergünstigter
Nahrungsmittel ab (pds: public distribution system). Die Datenbank dazu
sollte folgende Informationen liefern:
- Wer sind die pds-Abhängigen: sozioökonomische Charakteristik, Demographie,
Lebensstil
- Warum ist ihre Abhängigkeit hoch und welcher Art sind die Einschränkungen,
die ihre Selbständigkeit verhindern? Was sind die wichtigsten Einschränkungen
betreffend Einkommen, Zugang zu Nahrungsmitteln und weitere Grundbedürfnisse?
- Welche Art von Unterstützung (Realien, Subventionen, Geld ....) wäre am
effizientesten?
- Welche Sektoren und sektorspezifischen Aktivitäten wären am besten
geeignet für Unterstützung?
- Welche Ministerien und Institutionen sind am besten für die Ausführung
eines derartigen Sicherheitsnetzes geeignet?
- Wo liegen die Engpässe bei den institutionellen Kapazitäten und
Fähigkeiten in der Administration und Ausführung von Hilfeleistungen - und
falls dem so ist, welche Unterstützung wäre nötig, diese Kapazitäten zu
verbessern?
Als sehr anfällig für Armut wurden diejenigen Haushalte ermittelt
- die vom Einkommen weiblicher Haushaltsvorsteher abhängen
- mit mehr als 5 Kindern
- in denen der verdienende kürzlich verstorben ist (Kriegswitwen)
- kleine Landwirtschaftsbetriebe mit weniger als 2 ha
- mit behinderten Familienmitgliedern (Kriegsversehrte)
- die von Viehzucht abhängen, aber weniger als 20 Schafe besitzen
Die wichtigsten Probleme sind:
- Der Mangel an Arbeitsplätzen
- fehlendes Wissen über Ernährung, was Mangelerscheinungen zur Folge hat
(spez. Vitamin B)
- Mangel an vermarktbaren beruflichen Fähigkeiten
- hohe Kosten für Trinkwasser
- hohe Kosten für Gesundheitsdienste
- hohe Kosten für Treibstoff und als Folge davon, für Transporte
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