MUSLIME IN DER SCHWEIZ

 

Sarazenen, von griechisch sarakenoi, lat. saraceni: die unter dem Zelt leben.

906 überquerten die Muslime die Alpen und errichteten am Grossen St. Bernhard einen festen Stützpunkt. 936 plünderten sie das Bistum Chur. Einige Gruppen stiessen bis nach St. Gallen vor. Im Westen erreichten sie um 940 St. Maurice und kamen im Waadtland bis zum Schloss Chillon.  Im Wallis,  haben sich einzelne Bauern, Kaufleute und Handwerker niedergelassen. Als lokale Namen verweisen auf diese Zeit noch: Das Allalinhorn (al 'ain: die Quelle),  Almagel (al mahall, der Wohnort, der Weiler), Bisse de Sarazins ob Siders und Pontresina, der pont des sarazins, der 1139 zum ersten Mal als Name auftaucht.

[Wollen wir auch. die Bank Sarasin dazu zählen, die zwar keine Zinsfreien, aber doch ökologisch motivierte Kredite anbietet? Oder lässt sich die verbale Streitlust einiger prominenter Walliser Diplomaten darauf zurückführen? Denn die arabische Welt kultiviert das Mündliche, die Improvisation, Wortgefechte und den gemeinsamen Gesang!]

Sheikh Ibrahim,   ist kein Sarazene, sondern Basler, aber er dürfte den Arabern bekannter sein als den Schweizern. Johann Ludwig Burckhardt bereiste von 1809 bis 1816 Syrien, in dessen Süden er Petra entdeckte, Arabien (sogar Mekka), Ägypten und Nubien.

HEUTE

Jahr Muslime total Schweizer Jugoslavien (Kosovo) Türkei Osteuropa Nordafrika Afrika N&M-Ost Asien
1970 16'353 456              
1980 56625 2941              
1990 152'217 7735 55'500 65'000          
2000- 250'000 40'000 190'000 80'000 3'000 13'000 10'000 4000 30'000
2000 364'000                

2000- sind Schätzungen von U. Köppel in www.unilu.ch/3259_9179.htm.

In etwa dürften zumindest die Verhältnisse stimmen, denn die Zählung http://www.ecopop.ch/A4BEVOELKSCHWEIZ/volkgezaehlt.htm ergab, dass 24% der Ausländer aus Jugoslavien, 21% aus Italien,10% aus Portugal , 8% aus Deutschland und  6% aus der Türkei stammen. Der Schweizer Islam ist also vor allem durch den jugoslavisch-kosovarischen und türkischen Islam geprägt.

Der Röschtigraben trennt auch zwischen Muslimen in der deutschen, und denen in der welschen Schweiz. Während es Türken und Jugoslawen, meist aus sprachlichen Gründen, eher in die Deutschschweiz zieht, finden sich die Magrebiner vorwiegend in der Romandie.

Islamische Organisationen in der Schweiz

In der Schweiz werden ca. 100 Räumlichkeiten als Moscheen genutzt. Da sich die Muslime durch Herkunft und Kultur vielfach unterscheiden, finden sie sich in eben so vielen Vereinen und Gruppen wieder, die leider nicht viel Kontakt zueinander pflegen. 1989 wurde, um diese Situation zu bessern, die Gesellschaft der islamischen Organisationen in der Schweiz (GIOS)  gegründet. 1994 entstand unabhängig davon die MMS: Muslime und Musliminnen der Schweiz [http://www.islam.ch]. In Zürich, der grössten islamischen Gemeinde der Schweiz, findet sich zudem der Dachverband der islamischen Gemeinden in Zürich.

Unabhängig von den Moscheen gibt es in der Schweiz zwei islamische Zeitschriften:

  • Die Barmherzigkeit, seit 1990 eine Plattform für deutschsprachige Mosleme http://www.barmherzigkeit.ch/ und
  • Die Oase al waha - für Kinder. Jedes Jahr werden Wochenendlager für muslimische Familien organisiert.
  •  

Aktuelle Verzeichnisse Islamischer Organisationen:

  • http://www.wsg.ch/islam/adressen.htm ]
  • http://www.islam.ch/ bietet umfangreiche Listen mit Moscheen, Vereinen, Organisationen und Infos.
  • http://www.inforel.ch/index.php?id=i21 Umfangreiche Liste von Links und Informationen zu den unterschiedlichen Gruppierungen und Gemeinschaften die in der Schweiz vorhanden sind.
  • www.vioz.ch Die Vereinigung Islamischer Organisationen in Zürich: In Zürich leben gem. letzter Volkszählung 21'000 Muslime, 3000 davon mit Schweizer Pass.

    Die VIOZ verabschiedete am 27. März 2005 eine Grundsatzerklärung mit 10 Punkten, in denen z.B. die Verfassung über den Koran gestellt wird und Muslime generell dazu angehalten werden, sich an die hier geltende Rechtsordnung zu halten. [Punkt 1]. VIOZ setzt sich ein für friedliche Konfliktlösung [2], gegen die Gewalt [3], sieht also keinerlei Berechtigung für irgend einen Dschihad,  es sei denn, den grossen, d.h. den Kampf gegen den inneren Schlendrian. VIOZ steht ein für Menschenrechte [4], Gleichberechtigung [5], Integration [6], interreligiösen Dialog [7] - da wären sie sogar dem Papst noch voraus ... aber natürlich auch für den Islam [8-9] und dessen öffentlich-rechtliche Anerkennung [10].

Koran

Arabische Literatur

Martin Herzog, webdesign, Basel

 

Aktuelles Dezember 09:

Kommentare zum bekackten Minarettverbot

Die Webseite hier stammt ja von 2002-3, und wurde damals eingerichtet, da die Hetze der USA gegen den Islam und vor allem gegen den Irak auch in die Schweiz überzuschwappen drohten. 2006, anlässlich des, nun mal von der anderen Seite übertriebenen Theaters um die Karikaturen in Dänemark, erfolgten einige Ergänzungen. Irgendwie ist es aber heute ein grosser Vorteil, dass diese Notizen nicht wie bei Zeitungen in irgend einem Archiv verschwunden sind, dass keine Sau mehr interessiert, sondern noch da sind, sichtbar, denn sie zeigen, woher die Probleme der Schweiz mit dem Islam stammen - und wie sie begründet wurden:

Und, dschabäng, hat man eben einen cabaretreifen Entscheid wie den mit den Minaretten.

[Ende des 1. Aktes...]

Es hat keine 24 Stunden gedauert, bis ich des eventuellen Vorwurfs der Frauenfeindlichkeit befreit wurde, da, auf der Jagd nach Stimmanteilen, Christoph Darbellay nicht rasch genug beweisen konnte, dass es bei der Jagd nach Stimmanteilen nichts gibt, das zu blöd wäre, also auch, dass es in der Politik nicht nur dumme Kühe, sondern auch ausgeprägt blöde Ochsen gibt. Damit wäre der 2. Akt dieses lächerlichen Trauerspiels eingeläutet: Dummheit regiert.

Darbellay, Freisinn, verlangt bereits

  1. das Verbot von Burkas (die in der Schweiz vielleicht ab und zu von Saudischen Extremreichtouristinnnen getragen wird, sonst aber in der Form kaum vorkommt),
  2. das Verbot des Kopftuchs (ausser für christliche Nonnen ...), und
  3. das Verbot von Sonderfriedhöfen, insbesondere mit importierter Heimaterde. Im letzten Punkt gerät er nun aber prompt ins Schussfeld der zionistischen Liga, denn die Juden waren ja die ersten die Sonderfriedhöfe bauen durften, mit importierter Erde aus Israel. Was nun? Wie beim Kopftuch: Importierte Juden gehören, als religiöse Erzfeinde, Mörder Jesu', zu unserer Kultur - Muslime nicht. Oder schmeisst man beide in einen Topf und wird nun umfänglich antisemitisch?

Ich hätte da noch ein paar Ideen für ähnliche Volksbegehren:

Ein vollständiges Verbot für Kebabstände, denn eine noch fiesere Unterwanderung Schweizerischer Ess-Kultur gibt es wohl kaum. Wir essen Chlöpfer und Bratwurst, vom Schwein! Wenn's sein muss allenfalls ein Saucisson, auch vom Schwein. Und Röschti, nicht Reis - und schon gar nicht solche Schwulitäten wie Reis mit Mandeln und Rosenwasser - sondern mit leckerem Schweineschmalz, Schweinegrieben, Schweinskottelett! Wem das nicht passt, der soll nach Moskau, äh, pardon, Mekka!! Wer das Schwei-N nicht würdigt - ist der Schwei-Z nicht würdig! Wie der Umriss unserer Landeskarte zeigt, ist das Schwein eindeutig unser Totemtier. Es behütet uns, es nähret uns, es kläret uns geistig durch die einfache und präzise Sprache, die absolut Vorbildlich ist für klare und verständliche Volksinitiativen:

  • das fragende Grunz: äh ?
  • das bestätigende Rülps: ähä.
  • der ablehnende Furz: ä'ä'! (Da Schweine sehr viel fressen und alles fressen, furzen sie halt auch oft, was dann nicht immer ein Nein bedeutet. Aber ihr liebster Ausdruck ist es schon, was sie uns, zumindest gewissen Gruppen unter uns, um so ähnlicher macht.)

Vorbild für unseren Staat, Muster für unsere Arbeiter, ist insbesondere die Rasse "Eier-legende-Wollmilchsau". Gleich ihr soll der Staat bloss Dreck fressen - aber vielfach nützlich sein, also für die Schäden aufkommen, die die Wirtschaft verursacht, Infrastruktur einrichten, Bürger bilden und ruhig halten, falls auf ihnen rumgetreten wird - aber nie die Ernte verzehren, also Steuern einziehen. Gleich der Eier-legenden-Wollmilchsau soll der Mitarbeiter über beste Qualifikationen verfügen, aber weder einen entsprechenden Lohn verlangen, noch dem Chef reinreden, denn der weiss per se immer alles besser, denn sonst wäre er ja nicht Chef. Er soll auch eigenverantwortlich handeln, wenn er ohne eigenes Zutung entlassen wird, oder gar seine ganze Branche untergeht oder im Fernen Osten landet, er also seine Existenz völlig neu ordnen muss. Er soll sich dauernd weiter bilden, auch ohne Unterstützung durch den Betrieb, und ohne Aussicht auf mehr Lohn, ja ohne Aussicht auf eine Stelle. Dieses Tier ist das Fundament der Schweiz. Ohne es können wir nicht bestehen. Jeder Diskriminierung, auch religiöser, der Wollmilchsau muss also mit äusserster Härte begegnet werden!

Kebabstände sind in ihrer eindeutigen Ablehnung des Schweins eindeutig Zeichen des Islamischen Kulturimperialismus und Ausdruck der Verachtung unserer Schwein/zheit!

Na, damit wären die Probleme der SchweizerInnen mit den Muslimen wohl geklärt. Ach ja, und was sogar von Schwarzenbach damals vergessen wurde:

Ein Verbot von Pizzerias und Spaghetti (mit oder ohne h), denn auch dieses weiche, südländische fremde Fotzelzeugs untergräbt die Widerstandskraft und Härte der Schweizer Männer. (Frauen? Ach ja, eh unbedeutend. Eigentlich sollte man ja das Frauenstimmrecht abschaffen, aber solange Frauen darüber abstimmen dürfen, ist das ein bisschen schwierig ...) Erst durch diese verweichlichende Mammanahrung sind wir vermutlich so degeneriert, dass wir es zulassen konnte, dass heute unsere heilige Schwein/zheit bedroht ist vom kulturellen Untergang.

 

Na ja, ich dachte der Beitrag sei ausgefallen genug, dass man merkt, dass es sich um Zynismus handelt. Die SVP allerdings bringt es fertig, das noch zu überbieten. Sie fordert nun ein Verbot der Einbürgerung von Ausländern. Damit hat sie sich endgültig als national- (nein nicht sozial*, denn von irgend was mit "sozial" hat sie definitiv keine Ahnung), aber nationalfaschistisch. UNSERE Religion, UNSER Glaube, UNSERE Werte (mit Eigentumsgarantie?): Menschlichkeit, Ehrlichkeit, Gerechtigkeit. Immerhin ist die christliche Religion die Religion der Liebe. Wer kritisiert, soll das Land verlassen. Wer uns nicht liebt, nicht Christ ist (sich nicht in allem und jedem anpasst), soll eingesperrt, des Landes verwiesen, geschlagen, erschlagen werden. [Es handelt sich nur um direkte Rede, deshalb als Zitat markiert, nicht um ein Zitat aus reell existierender Propaganda. Wenn's allerdings so weiter geht mit SVP & Co, geht's nicht lange bis das ein Zitat ist.]

Man beruft sich auf die Unverletzlichkeit, ja Heiligkeit der Volksmeinung, die unumstösslich sei. Man vergisst, dass sie eben darum Meinung heisst und nicht Wissen, weil man etwas meint, glaubt, für richtig hält - nicht weil man etwas weiss, sondern weil die Voraussetzungen leicht diffus sind. (s. Wie liesse sich Politik auf Volkswissen statt auf Volksmeinung basieren?)

In diesem Falle hat das Schweizer Volk abgestimmt über etwas, von dem es keine Ahnung hat, über den Islam, den es allenfalls vom Strand in der Türkei oder Tunesien "kennt", vor allem aber über die unflätige Diffamation seitens der SVP und Weltwoche .... - statt über ein Baurechtsgesetz, das eigentlich Sache von Kantonen und Gemeinden wäre, wo aber Minarette eigentlich hingehören. Der sog. säkulare Staat hat darüber abgestimmt, dass man eine Religion (nicht die Türmchen, das geht aus allen Diskussionen klar hervor) ablehne. Man muss heute sagen, dass diese Abstimmung nicht vor das Volk hätte gelangen sollen, was natürlich die SVP wieder als antidemokratisch bezeichnet hätte. Demokratur, die absolute Herrschaft einer medial und stammtischmässig über den Tisch gezogenen Mehrheit, ist aber eben so antidemokratisch. In der Form die sich zur Zeit abzeichnet dürfte man sie wohl sogar als faschistoid bezeichnen - ohne Wenn und Aber ...

Ein solcher Volksentscheid kann und darf nicht "ernst" genommen werden (ernst im Sinne von an-genommen, nicht in dem Sinne, dass er kein ernsthaftes Problem darstellt), denn sonst müsste man annehmen, das Volk sei der Demokratie unfähig und unwürdig, also schlichtweg zu blöd. DARUM macht mir der Entscheid Sorgen, nicht wegen der Türmchen. Wegen fehlender Türmchen geht der Islam nicht unter, in dem Falle würde ich sogar sagen: im Gegenteil.

 

Umfragen in Frankreich haben bereits festgestellt, dass auch dort ein Minarettverbot bei Volksabstimmung durchkäme (46% pro Verbot, 43% dagegen). Die Front National sieht die rosenfingrige Aurora am Horizont sich erheben. Wird die Geschichte mal diese Abstimmung als Auslöser eines neuen, nationalistisch kleinkarierten Europa hervorheben? Eines Europa der Stämme, ein jeder mit seinem eigenen Gesetz, fest gemauert in der Erden, ohne Rücksicht auf andere, auf Minderheiten? Wohl kaum - aber dennoch ist Achtsamkeit geboten, mehr Achtsamkeit als das letzte Mal, denn ähnliche Probleme und Situationen gab es bereits vor 100 Jahren mal. Damals hat der Nationalstolz übertrieben und die Völker in die Scheisse geritten - diesmal hat der Drang von Geld und Kapital sich zu vermehren sämtliche Grenzen aufgelöst und die Menschen heimatlos gemacht, die sich nun ihre Identität durch Abgrenzung von "anderen" suchen: So sind wir aber nicht, so wollen wir nicht sein, wie die. Einer Identität die sich aber primär als "Anders Sein" definiert, fehlen die Wurzeln (s. Identität I). Eine organisch gewachsene Identität als Entfaltung des eigenen Kerns (s. Identität II) ist eben schwieriger, denn sie erfordert die Anerkennung anderer Kernidentitäten - als Grundlage des Pluralismus, der durch solch populistische Banalitäten wie Kulturverbote bei der heutigen Bevölkerungsdichte und wirtschaftlichen Vernetzung eben nicht mehr abgeschaft werden kann. Man mag dem nachtrauern - nutzt aber nix. Also: Identitätsfindung durch rassistische Aufwiegelung? Ist doch ein Witz, aber kein guter.

Der Ursprung des Problems der Entfremdung, des Identitätsverlustes, des nationalen Kontrollverlustes

Wenn Politiker einen Mückenfurz von einem Problemchen auf's Podest heben und aufbauschen, dann steckt meist ein ernsthaftes Problem dahinter, das verborgen werden soll.

Sind die Muslime, oder andere Einwanderer, oder gar wieder mal die Juden schuld daran, dass sich die Schweizer bei sich nicht mehr zu Hause fühlen? Bockmist. Es ist die Globalisierung welche die nationalen Grenzen obsolet gemacht hat, welche alles dem freien Handels-Wert unterwirft. Geld ist frei, weltweit zu zirkulieren. Geld ist frei, sich dort zu engagieren wo es will, für welche Zwecke es will. Geld ist frei, sich umgehend zurückzuziehen, sobald ein Problem auftaucht. All dies darf das Kapital - egal welche Schäden es damit an lokalen Kulturen und Märkten anrichtet.

Umgekehrt jedoch, die Menschen die dem Geld nachziehen, die versuchen, ihre Kenntnisse und Begabungen dort einzusetzen, wo auch sie diese "kapitalisieren" können, sie sind nicht "Investoren" ihres Potentials, sondern Wirtschaftsflüchtlinge, also Schädlinge. Eine glatte Verkehrung der realen Verhältnisse.

Interessanterweise ist aber genau die Partei, die Minarette als Gefahr für die eigene Kultur sieht, die selbe Partei, die rein gar nichts von Globalisierungskritik wissen will - denn wir leben ja davon. DAS Problem, das hinter Globalisierung steckt, ist nicht der Drang des Islam nach Weltherrschaft, sondern der Drang des Geldes nach Herrschaft. In seinem unablässigen und unersättlichen Drang nach mehr ("nachhaltiges Wachstum genannt), unterwirft es sich alles. Der Mensch soll ihm dienen, soll keinen anderen Gott neben ihm haben. Diese Religion ist die in der Schweiz vorherrschende, die monetarische.

Der ökonomische Kalkül als einzig vernünftige rationale Haltung drängt das Geld dazu, dort Nistplätze anzulegen, wo die Produktionskosten am tiefsten sind. Investoren gehen also dorthin produzieren, wo die Löhne am tiefsten sind. Da diese Löhne kaum ausreichen, um eben diese Güter zu kaufen, werden die Güter dort verkauft, wo noch ausreichend Geld vorhanden ist. Der Kreislauf Produktion - Lohn - Konsum wird gebrochen. Produktionsleistung deckt immer weniger den Konsumaufwand, der sich zu immer grösseren Teilen als Zwangskonsum darbietet (Krankenkasse z.B.), das frei verfügbare Einkommen für fast die Hälfte der Schweizer also ein Träumchen darstellt. So werden sie in der Pflicht gehalten, alles zu tun, um monat für Monat ausreichend Geld zu haben - unabhängig von ihren persönlich ev. auch noch so geringen Ansprüchen. (s. dazu auch Penn- und Balasa-Samuelson-Effekt, der diesen Zwang antreibt).

Ein weiteres "marktwirtschaftliches Element" das, obwohl, eben, extrem rein marktwirtschaftlich, den Markt zur Sau macht, ist die Begünstigung der Grösse. Grosse Einkäufe sind günstiger als kleine, grosse Produktionsmengen lassen günstiger produzieren als kleine. Man nennt das economy of scale (Skalenökonomie). Diese zwingt zur Grösse, insbesondere seit dem nicht mehr Nationen DEN Markt darstellen, sondern die Welt. Verbunden mit obigem Prinzip der maximalen Ausnutzung tiefer Löhne, ist das Resultat entweder die global city, als die Städte, in denen die Steuerzentralen global agierender Konzerne sitzen und herrschen - allerdings ohne zu produzieren, also mit einer minimalen Anzahl an Angestellten, gut bezahlten Angestellten natürlich. Nicht immer sitzen diese Verwaltungsgesellschaften in grossen Städten, sie lassen sich auch gerne auf steuergünstigem Boden in entsprechenden Kantonen oder Gemeinden nieder. s. die grössten Betriebe der Schweiz, Europas, der Welt.

Denkt man sich das System des globalen Wirtschaftens systematisch durch, häuft sich das Kapital bei den Produzenten ... denen allerdings irgend wann die Konsumenten abhanden kommen, global. Dann bleibt ihnen nichts, als mit anderen Produzenten zu tauschen. In dem Zustand sind wir längst, denn das ist die Börse, die Kapitalmärkte, die einzigen Märkte an denen in den letzten 15 Jahren überhaupt noch wirklich was zu verdienen war; die Märkte, die von Greenspan mit massiven Geldmengen gefüttert wurden, ohne wirklich etwas zur Vermehrung des allgemeinen Wohlstandes beizutragen. Die Finanzkrise 08 hat aber auch hier die Grenzen gezeigt. Wenn die Kunden nicht kaufen, wenn die Häuslekäufer ihre Hypothekarzinsen nicht mehr bezahlen können, wenn die Kreditnehmer ihre Zinsen und Amortisationen nicht mehr bezahlen können - dann ist Sense mit dem Modell ewiger Geldvermehrung.

Der Monetismus (eine eigene Wortbildung aus Moneten und eben -ismen, wie Protestantismus, Katholizismus, Islamismus etc.. Brauchen Sie also nicht bei Google zu suchen) hat die Probleme verursacht, die grosse Teile des Volkes erdrücken, nicht der Islamismus. Letzterer dient bloss als Tarnkappe, genau wie früher die Horrorgeschichten über Kinderfresser als Vorwand für ein Pogrom.

Frauenfeindlichkeit als Diskussionsblocker:

Bringt ein Mann einen Mann um, kriegt er 20 Jahre Haft. Vergewaltigt er eine Frau, soll er lebenslänglich verwahrt werden - und am besten gleich noch kastriert. Schneidet eine Frau einem Mann den Schwanz ab, kriegt sie 3 Jahre - und Lob von allen Frauen. (Auch kein Witz, da war präzise so ein Fall in den 80ern). Vermutlich ist das der den Frauen angeborene und hormonell bedingte Erziehungs- und Dressurtrieb. Da pro Frau nur noch 1.2 Kinder geboren werden, das 0.2-Kind aber recht unansehnlich und kaum lebensfähig wäre, heisst das, dass einige 2 oder drei oder noch mehr Kinder haben, andere aber häufig gar keines, worauf sie ihre Erziehungs- und Herrschaftstriebe eben an Männern ablassen (denn andere Frauen versuchen sich ja zu emanzipieren, denken also nicht im Traum daran, sich nun zur Abwechslung von andern Frauen drangsalieren zu lassen). (Ich schreib das zugegebenermassen mit einem Grinsen auf den Stockzähnen, also leicht zynisch, aber wirklich nur leicht, denn gar so abwegig ist die Theorie nicht: s. Männliches und weibliches Denken).

Dieser Herrschaftstrieb, der gerade jetzt so ausschliesslich Männern, vor allem Männern mit islamischer Religion zugeschrieben wird, dürfte aber ziemlich gleichmässig zwischen den Geschlechtern verteilt sein. Die Behauptung, islamische Frauen seien unterdrückt, kann eh nur jemand so generell formulieren, der nie in einem islamischen Land gelebt hat. Die Frau darf das Haus nicht verlassen, alleine ... Sie darf nicht von fremden Männern gesehen werden ... Wie übel, wie tragisch, welche Unterdrückung! Haben Sie aber mal erlebt, was das für die Männer heisst? Der Mann arbeitet, gut, nicht so viel wie hier, 6 Stunden. Dann kommt er nach Hause, möchte was essen - und seine Ruhe. An der Türe schiebt im aber die Frau eine Plastiktüte durch einen Spalt: 3 Salatköpfe, 2 kg Fleisch, 3 Kg Mehl, Salz, Rosinen, Kuchen - und das Gas ist auch alle. - und der Mann muss dann erst noch die Einkäufe machen. Bringt er Freunde mit und die Frau hat grad eine Sitzung mit den Nachbarinnen, wird er ins Teehaus geschickt mit seinem Gast. etcetc. Also nicht übertreiben, nicht zu einseitig formulieren. Auch diese Geschichte hat mindestens zwei Seiten.

Islamischer Herrschaftanspruch - eine historische Reminiszenz - und die Symbolik von Minarett und Moschee:

Welcher Guguus hier verzapft wird zeigt sich bereits grammatisch. Minarett dürfte auf Deutsch nie mit t geschrieben werden, nicht mal mit einem, denn das arabische Wort manarah hat zwar ein stummes t am Ende, das aber an allen weiblichen Nomina anhängt. Das französische minaret nimmt das auf, da auch hier das t nicht ausgesprochen wird. Das spanische Alminar ist noch präziser (al ist der jeweils vorangestellte, verbundene, bestimmte Artikel). Der deutsche Ausdruck ist so schlicht und einfach falsch transkribiert.

Von der Bedeutung her heisst manarah: Leuchtturm. Es soll also eine Leuchte des Glaubens sein, ein Turm der auf den rechten Pfad - zur Erleuchtung - leitet. Auf fielen Minarets war früher auch ein Feuer angezündet, das Reisenden in der Nacht den Weg wies. Herrschaftsanspruch? Na ja ... Wie wär das dann mit all unseren Leuchtreklamen und der plärrenden Werbung? Dass allerdings einige davon ganz deutlich eine Aehnlichkeit mit einem männlichen Organ haben, das auch ab und zu mehr oder minder mächtig steht, kann wohl kaum bestritten werden. (Ich hab noch einen architektonischen Forschungsbericht aus dem 19. JH, Irak, der das so ausgeprägt zeigt, dass ich die Präsentation lieber unterlasse ...)

Man könnte nun argumentieren, dass sich im allgemeinen die Form der Minarette beträchtlich abstrahiert hat, der europäischen Aversion gegen Phalli also längst nicht mehr so förderlich sein kann. Wäre aber ein Fehler, denn objektiv betrachtet ist die Sache noch weitaus harmloser als sie hier rechts grad aussieht, denn ein Minarett ist ja immer, wirklich immer, nicht quasi immer, von einer Moschee begleitet, und Moscheen überspannen relativ grosse Räume, und grosse Räume liessen sich, vor der Erfindung des Eisenbetons, eben am besten mit Kuppeln überbrücken. Was steht da also in der Landschaft, wenn eine Moschee dasteht mit Minarett(en)? Na? Muss ich nachhelfen? Kuppel und Minaret sind Fruchtbarkeitssymbole, uralte Fruchtbarkeitssymbole, die den Islam genau so begleiten wie der Osterhas' die Christen.

Die Interpretation von Gstrein, der in Minaretten Symbole vergleichbar dem Hakenkreuz oder Hammer und Sichel sieht, zeigt also zweierlei:

  1. Der Interpretierende hat entweder einen ausgeprägten freudschen Kastrationskomplex (Sichel: abschneiden; Hammer: zerdeppern; Hakenkreuz: ein Knick im Schniebel)
  2. oder Tomaten auf den Augen, und offenbar gleich 2, nicht bloss 1, was seinen Titel als Orientalist betrifft. Der sieht ja effektiv nix.

Die Kenntnisse des Stimmvolkes über den Islam beschränken sich zudem offensichtlich auf das, was ihnen Weltwoche & Co, also Propagandaorgane der SVP über Jahre eingebläut haben:

Abgesehen davon hätte ein Minarettverbot allenfalls in die Bauordnung gehört, wäre also Sache der Kantone oder Gemeinden, und ganz sicher nicht der Verfassung - wenn es nicht um das Verbot eines Symbols ging, was es aber in einem säkularen Staat eigentlich nicht gehen darf. Also irgendwie sind wir hier langsam aber sicher genau so fundamentalistisch, allerdings nicht was Säkularismus betrifft, sondern was die Ablehnung des Fremden angeht. Propmpt folgt ja auch von der SVP ein Einbürgerungsverbot, also nationalfaschistische Demokratur pur. HEIL Dir, Helvetius.

Volksverdummung, Standardpolitik der SVP

Köppel vertritt mit seiner Weltwoche seit mindestens 2005 mit rücksichtsloser Perfidie einerseits die Interessen der SVP, andererseits eben so fieses wie falsches "Wissen" über Islam und Muslime. So betrachtet fährt die SVP heute eigentlich nur die Ernte ein für 4 Jahre perfider Mismacherei und Förderung der Angst vor dem Islam. Es gibt keine Islamisierung der Schweiz, es gibt nur immer mehr Geschwätz darüber. Was allerdings offensichtlich erfolgreich war, ist die totale Verdummung des Stimmvolkes. Hier hat die SVP nun den selben Grad an Erfolg erreicht wie damals Bush mit den Massenvernichtungswaffen, die der Irak habe, und der Gefahr, die er für die Welt darstelle.

Die SVP behauptet die einzige Partei zu sein, die sich der Ängste der Bevölkerung annimmt. Sie nimmt sich aber genau der Ängste an, die sie selbst über Jahre erst erzeugt hat. Tolle Leistung. Im übrigen die selbe Methode, die die NSDAP vor 80 Jahren verwendet hat.

Die Sendung "Ziischtigsclub" vom 1.12.09 mit Heinz Gstrein, der sich Orientalist und Theologe nennt , hat deutlich gezeigt, wer hier Terror betreibt. Gstrein verglich, ohne Witz, Minarette als Symbole mit dem Hakenkreuz wie Hammer und Sichel. Die Bedrohung durch den Islam belegt er durch die Sarazenen ... und Karl Martell, was immerhin 1300 Jahre her ist. [Nach der Veranstaltung hat sich allerdings die Uni versität Wien ebenso vehement dagegen gewehrt, dass er Professor sei (er hat dort bloss mal einen Kurs gegeben) wie die NZZ, wo er bloss mal als freier Mittarbeiter, nie aber als Korrespondent gearbeitet hat. Theologie hat er auch bloss ein paar Semester belegt, aber nie abgeschlossen. Ein Titelschwindler also, präzise das geeignete Stratum für SVP-Strategien). Und Schlüer ... na ja, Schlüer ist SVP pur, und den Lachverein kann ich nicht ernst nehmen (was allerdings eben das selbe Problem war damals mit der NSDAP), lachen drüber allerdings auch nicht. Julia Onken, ihres Zeichens "Psychologin", ist ein weiteres Musterexemplar. Sie will die Islamischen Frauen befreien von Schleier, Heiratszwang und Religion - denn die islamischen Frauen sind natürlich unterdrückt und zu dumm, für ihre eigenen Interessen zu sprechen. Sie soll sich doch mal mit meiner Ex, Fatima, unterhalten (ich vermittle Ihnen gerne den Kontakt); oder mit irgend einer halbwegs intelligenten islamischen Frau, von denen es viele gibt. Da wird sie in 5 Minuten durchgekaut und ausgespuckt. Ihr "frauenbefreiendes Ansinnen" kommt derart von oben herab, ist so beleidigend für die ganze islamische Kultur, dass sie kaum Freunde finden wird, gerade nicht unter islamischen Frauen.

Kein Lob der Schweiz:

Gerade was die Rechte der armen unterdrückten Frauen im Islam betrifft, so ist die Schweiz in etwa das hinterletzte Land, dass hier das Maul aufreissen sollte. Im ach so hinterwälderischen Jemen haben die Frauen das Stimmrecht seit 1962, also immerhin 9 Jahre vor den Schweizerinnen (1971).

  1. Albanien 1920
  2. Tadschikistan 1924
  3. Turkmenistan 1927
  4. Türkei 1930 (obwohl das Türkische Zivilgesetzbuch nach Vorbild des Schweizerischen verfasst war! Das heisst, auch Dummheiten die Verfassungsstatus haben, müssen nicht geheiligt werden) 1993 wird Tansu Chiller erste Premierministerin. Wenn also mal eine Türkin hinter ihrem Mann durch ein Einkaufszentrum schlurft, hat das vielleicht doch andere Gründe glaubensbedingte Rechtlosigkeit oder Unterwürfigkeit. Heute ist das Verständnis für eine klar säkulare Staatsorganisation, also die Notwendigkeit der Trennung von Staat und Religion in der muslimischen Türkei weitaus besser als in der monetarischen Schweiz (monetarisch? Der Glaube an das allein seelig machende Geld, und nichts als das Geld, ohne Nebengötter). Genau deshalb ist die Türkei die ideale Vermittlerin zwischen Islamischen Ländern und Europa - und ganz sicher nicht die Schweiz.
  5. Usbekistan 1938
  6. Indonesien 1945 - mit 242 Millionen Einwohnern, 90% davon Muslime, der grösste islamische Staat. 2001 wird Megawati Sukarnoputri die erste weibliche Staatspräsidentin.
  7. Pakistan 1947. 1988 wird eine Frau, Benazir Bhutto, Staatspräsidentin
  8. Irak 1948
  9. Syrien 1949
  10. Libanon (der immerin zur Hälfte christlich ist ....) 1952
  11. Ägypten 1956
  12. Tunesien 1959
  13. Mauretanien 1961
  14. Jemen 1962
  15. Algerien 1962
  16. Iran 1963
  17. Marokko 1963
  18. Libyen 1964
  19. SCHWEIZ 1971

Länger als die Schweiz gebraucht haben unter den Islamischen Ländern bloss

  1. Bangladesh 1972. Khaleda Zia, Premierminsterin 1991, 2001. Sheikh Hasina Wajed, Premierminsterin 1996.
  2. Qatar 1997
  3. Bahrain 2002
  4. Oman 2003
  5. Kuwait 2005
  6. Emirate 2006.

Wobei man auch nicht vergessen sollte, dass der renitenteste Kanton, Appenzell-Innerrhoden, erst 1990 durch Beschluss des Bundesgerichts dazu gezwungen werden konnte, den Frauen das Stimmrecht zu geben. Also bitte nicht das Maul aufreissen von wegen älterster Demokratie und ähnlichem propagandistischem Scheiss.

Genau wie vor einigen Jahren in Dänemark steckt hier sachlich rein gar nichts dahinter. Es handelt sich um nichts als rassistische Aufwiegelung. Der Volksbeschluss ist zu kassieren wegen jahrelanger notorischer Fehlinformation der Bevölkerung. Wenn schon dämliche Volksinitiativen, dann doch bitte als nächste eine die die Weltwoche als Volksverdummungsorgan verbietet, wenn's geht auch noch gleich die SVP, die die selbe Funktion erfüllt. Die Information über Islam in der Schweiz ist grossenteils verlogener Bockmist. Logischerweise muss eine Abstimmung so in die Binsen gehen.

Trottelige Volksentscheide gibt es per se nicht? (Wie ausgerechnet die Partei vehement behauptet, die solche selbst provoziert). Oh doch, wenn es bisher keinen gegeben hat, dann ist der hier halt das erste Beispiel dafür - und ein klares Zeichen, dass es nicht reicht, wenn die ETH Spitzenleistungen vollbringt und das Maximum an Knobelpreisen und Patenten herausholt, sondern dass der Volksbildung mehr Gewicht beigemessen werden sollte. (s. Wie liesse sich Politik auf Volkswissen statt auf Volksmeinung basieren?)

Aktuelles Februar 06:

A. Dänisches Käseblatt macht Weltpolitik durch rassistische Aufwiegelung

Einen schönen Kaktus haben uns da die "lieben" Dänen gesetzt. Vermutlich ist es zu kalt in Dänemark, da spielt man etwas mit dem Feuer. Natürlich stehen weder Rede- noch Pressefreiheit zur Disposition - aber die Wirkung dieser versch... Cartoons/Karikaturen ** gibt doch zu denken, und man kommt beim Denken eben doch auf ein paar kritische Schlüsse:

  1. Die Erd' ist gross und überall
    voll schöner Gottes Güter,
    Und alle Menschen, Jud' und Türk und Christ, sind unsre Brüder.

    Rudolf Zacharias Becker:  Noth- und Hülfsbüchlein 1788

    Rede- und Pressefreiheit ist ein intellektuelles Konzept, das vor allem den Gestaltern der Politik Sicherheit vor Übergriffen bieten soll. Will man Politik machen, kann und darf man dem Volk nicht immer nach dem Mund reden.
  2. Neben diesen Intellektuellen gibt es aber auch das sog. "einfache Volk", das darauf vertraut, dass es einfache Tatsachen und Wahrheiten gibt, und das insbesondere die ewigen Wahrheiten zu diesen gehören.
  3. Genau diesen einfachen Volkes bedient sich nun aber jegliche Propaganda, Volksverführung, Volksverdummung - und jeder Populismus.
  4. Das hinterlistige an dieser Form des Populismus ist nun, dass er sich nicht eigentlich an das eigenen Volk richtet, sondern Die Andern, die Fremden, in dem Falle die Muslime, vorführt.
  5. Eigentlich handelt es sich bei den Cartoons um Rassismus, da sie die Vorbilder von über einer Milliarde Menschen verhöhnen.

    Laut Strafrechtler Alexander Niggli, Freiburg, gibt es aber noch eine ältere Norm als das Verbot des Rassismus von 1995 (Art 261 bis), nämlich Artikel 261: Störung der Glaubens- und Kultusfreiheit, nach der bestraft werden kann, wer öffentlich und in gemeiner Weise die Überzeugung anderer in Glaubenssachen beschimpft oder verspottet.

  6. Es ist richtig, dass die Pressefreiheit zwar Meinungsfreiheit erlaubt, nicht aber Verhöhnung von Volksteilen, nicht aber Aufwiegelung und Unruhestiftung. In dem Fall ist die Sache noch hinterlistiger, da die Unruhestiftung nicht im Land stattfindet, in dem diese Presse druckt, sondern im Ausland. Die Verhöhnung fremder Länder und Völker war aber meist der Beginn eines Krieges. Die Presse spielt hier also ein gefährliches Spiel, da sie nicht frei informiert - sondern populistische Aussenpolitik mit "denen Aussen" betreibt.

Die Beschreibung des Chefredaktors Carsten Juste der Jyllands Posten, die eben diese Cartoons publiziert hat, zeigt, dass dem eigentlich so ist. Mit viel Geld wurde das Lokalblatt zur grössten Zeitung des Landes gemacht, die konsequent gegen Linke und Ausländer hetzt. Obwohl Dänemark mit einem Ausländeranteil von 6.2% (2002) noch beinahe als "reinrassig" bezeichnet werden kann, wird darum ein beträchtlicher Aufstand gemacht. Diese Zeitung schlug etwa vor, die unerwünschten Ausländer, "unproduktive Sozialhilfeempfänger", als Perker (Kanaken) zu bezeichnen, was eindeutig als Rassismus qualifiziert.

Bereits vor Jahren hat Juste gewarnt: Zwischen dem Westen und dem Islam gibt es unüberwindbare Gräben. Nun hat er endlich einen gefunden und will nicht nur Dänemark hinein schieben, sondern gleich den ganzen Westen.

Zudem wurde die Zeitung vor der Publikation ausreichend gewarnt: Von 24 angefragten Blättern hatte die Hälfte die Publikation verweigert - dies sogar im zur Zeit extrem nationalistischen Dänemark. Auch der Religionshistoriker Tim Jensen hatte gewarnt, keine Neuauflage von Rushdie zu starten. Nachdem die Jylland Post also erfolgreich Dänemark zum Hort der Reinrassigen gemacht hat, verlegt sich dieses konservative Käseblatt nun auf Weltpolitik - mit den zu erwartenden Resultaten.

(Bruno Kaufmann, Tagesanzeiger 8.2.06. S. 9: Der Scharfmacher aus der dänischen Provinz)

Apropos Dänemark: In Kopenhagen finden Krawalle statt, die so ziemlich an Zürich 1980 erinnern: Ursache ist ein fehlendes Jugendhaus, weil das bestehende von der Stadt verkauft wurde (In Zürich waren's die Subventionen für das grosse Theater, während dem alternativen Bereich nicht mal ein Jugendhaus zur Verfügung stand.) In beiden Fällen fehlt den meisten Kommentatoren hinter den Gewalttaten irgendwie der Sinn, das Ziel. Aber vielleicht sollte man diese eben gerade darum als warnenden Ausdruck von Ohnmacht sehen. Während dem sich das Kapital als kultiviert gebärdet, auf Gewaltlosigkeit pocht, schwindet die strukturelle und institutionelle Gewalt, verbale, psychische, soziale, monetäre Gewalt, also die Gewalttätigkeit des Geldes, aus den Augen - aber die Täter werden für geringfügige physische Gewalt, meist gegen Autos, belangt. (s. Die gegenwärtige Ordnung der Welt)

Das Beste:

Präzise die selbe Zeitung hat 2003 die Publikation einiger Cartoons über Jesus abgelehnt mit der Begründung:

"Ich glaube nicht, dass die Zeichnungen den Lesern von 'Jyllands-Posten' gefallen werden. Ich denke, sie werden für einen Aufschrei sorgen. Darum werde ich sie nicht verwenden."

http://service.spiegel.de/cache/international/0,1518,399840,00.html

Ein grosses Hurrah dieser Art von "Pressefreiheit" ...

Man muss  und kann den vorsichtigen Umgang mit solchen Äusserungen und Karikaturen also nicht unbedingt als Einschränkung irgend einer Freiheit betrachten, sondern eher als Verletzung der Souveränität und Ehre anderer Kulturen, als trottelig-populistische Aussenpolitik, als Aufwiegelung von Massen - im Ausland, als öffentliche Unruhestörung - im Ausland. Dann sieht die Sache doch schon etwas anders aus. Nicht? Ebenfalls kann man die Reaktion nicht auf einen kriegslüsternen Islam abschieben, denn auch als Martin Scorceses Letzte Versuchung Christi in den Kinos lief, wurde eines davon in Paris zerbombt, wofür nun vermutlich doch nicht die Muslime verantwortlich zu machen sind.

Im übrigen ist auch bei uns nicht alles erlaubt was sich als "lustig" oder als "Kunst" gibt. So verbietet heute noch § 90 der Deutschen Verfassung die Verunglimpfung des Bundespräsidenten: (1) Wer öffentlich, in einer Versammlung oder durch Verbreiten von Schriften 11 Abs. 3) den Bundespräsidenten verunglimpft, wird mit Freiheitsstrafe von drei Monaten bis zu fünf Jahren bestraft. Da stellt sich doch die Frage, steht der Deutsche Bundespräsident, mit 82 Millionen "Anhängern", höher als der Prophet, dem immerhin 1.2 Milliarden Muslime treu folgen?

Einerseits ...

Andererseits haben alle Islamischen Länder ein Problem mit dem autoritären Islamismus. Meist geht es dabei nicht um das Wort Gottes und wirklich religiöse Belange, sondern Fundamentalisten usurpieren die Autorität des Korans (wie andere der Bibel) um sich selber unantastbar zu machen. Es ist eine Tatsache, dass religiöse Texte, die ja nicht gerade in der Sprache und dem Verständnis der Gegenwart verfasst sind, einige Interpretationsschwierigkeiten bieten. Und da ist es nichts als anmassende Behauptung, wenn einige wenige "Auserwählte" behaupten, den Willen Gottes so genau zu kennen, dass sie im Recht seien, andere danach zu richten. Und präzise diese Kritikfähigkeit gegenüber religiösen Normen, die sich auch der Westen erst mit und nach der Reformation erobert hat, die fehlt im Islam nahezu vollständig. Da wäre den Muslimen, trotz Verständnis für ihren Ärger, zu raten, Allahu akbar, Gott ist der Grösste, ernster zu nehmen. Gott hat auch das Lachen erschaffen (und das Schnabeltier, die Goldstumpfnase (Bild rechts oben), das Armadillo (rechts unten)  ... und den Menschen und und und) - also das Risiko auf sich genommen, dass man ab und zu auch über ihn lacht. Er wird deswegen nicht vor Ärger zerplatzen. Dass man sich darüber aber lange nicht so ganz sicher war, zeigt Umberto Eccos Roman Der Name der Rose, der sich präzise diesem Thema widmet.

Sorry liebe Comuslime, aber die 12 Cartoons sind wirklich nicht so tragisch wie die Aufstände glauben machen. Einerseits ... andererseits ist aber auch ihre Bedeutung für Freiheit und Kultur etwa soooooo gross wie die der Satanischen Verse von Rushdi, d.h. die "kulturelle Verarmung" ohne diese Beiträge liesse sich schmerzlos verkraften.

Hier übertreiben offensichtlich die Fundamentalisten * der Meinungsfreiheit genau so wie die religiösen Achtungshüter.

Martin Herzog (Amir al Khabat), Basel, 5.2.06

Das Französische Satiremagazin Charlie Hebdo hat die dänische Fackel übernommen und trägt sie weiter. Angesichts des hohen Anteils islamischer Bevölkerung in Frankreich nicht so die intelligenteste Reaktion, auch wenn sich die Auflage dadurch verdreifacht hat. Dänemark hat innert kürzester Zeit gemerkt, dass es einen hohen Preis bezahlt für diesen schlechten Scherz. Arla, die grösste genossenschaftliche Molkerei Europas, musste bereits die Tore dicht machen, da seit Freitag die Lieferungen in arabische Länder gestoppt sind. Dänische Pulvermilch, Butter, Büchsenkäse, Kekse etc. sind (oder waren)  in den meisten kleinen arabischen Läden vorhanden. Das Zeugs schmeckte zwar nach nichts, war aber billig. In wenigen Tagen wurde Aufbauarbeit von 40 Jahren zerstört. Weitere potentiell betroffene sind Lego, Bang Olufson und die Reederei A.P. Moller_Marsk.

Fazit, den sich auch in der Schweiz einige zu Herzen nehmen sollten:

Man kann nicht fremdenfeindlich agieren - und dennoch voll auf Export setzen.

Der Iran startet eine Gegenoffensive, ganz im Sinne des alttestamentarischen wie islamischen "Auge um Auge, Zahn um Zahn. Anhand von Cartoons zum Thema Juden/Holocaust soll geprüft werden, wie ernst es der Westen wirklich meint mit der Meinungsfreiheit. Natürlich ist der Ansatz genau so primitiv und unter der Gürtellinie wie der aus Dänemark, aber eben nur "genau so". Er zeigt, auf welchem Niveau hier Meinungs- und Pressefreiheit agieren. Bevor oder falls Sie sich über die Iranische Absicht oder die lausigen Cartoons aufregen, prüfen Sie mal per Google was man so unter "cartoons iran" findet. Was der Westen da über den Iran los läst, zeugt eben so wenig von Kultur, ja nicht mal von Humor sondern ist schlichtweg widerlich.

Der Kulturschef von Jyllands Post wurde übrigens bereits am 9. Februar entlassen ... nicht auf Grund der Proteste der Muslime, sondern weil er die Publikation der von Iran vorgeschlagenen Holocaust-Karikaturen angekündigt hat ... Damit hat Iran sein Ziel eigentlich bereits erreicht, das primär war, zu belegen, dass es eben "Meinungsfreiheit und "Meinungsfreiheit" gibt. Müssen die Muslime erst belegen, dass die Europäische (und Israelische) Kolonisation und Wirtschafts-Politik auch unter ihnen 3 Millionen Opfer gefordert hat, bevor sie so respektiert werden, wie sie halt nun mal sind?

Die Weltmärkte beherrschen, aber den Menschen weniger Freiheit zugestehen als dem Geld, ist allerdings auch für die Schweiz typisch. s. Abstimmung Ausländergesetz

B. Die "jahrhundertelange" Tradition von Freiheit und Demokratie in Europa

... ging an dessen Kolonien wohl vorbei

Im übrigen sollte man sich im heute offenbar ach so freiheitsliebenden Europa vielleicht mal wieder bewusst machen, dass die Sache mit der Freiheitsliebe, insbesondere aus der Perspektive islamischer Länder, nun einfach wirklich ganz anders aussieht. Die meisten islamischen Länder waren nämlich über 100 bis 200 Jahren als europäische Kolonien ausgebeutet worden. Die Befreiung erfolgte nicht auf Grund der hehren Europäischen Einstellung betr. Menschenrechte, sondern durch blutigen Freiheitskampf, der sich über das ganze 20 JH: hinzog. Die letzte Kolonie ging erst 1984 in die Freiheit, die erste Neugründung erfolgte kaum 20 Jahre später im Irak, ebenfalls durch ein Produkt europäischer Kolonisation, die USA.

 

Kolonisator Land Jahr der Befreiung
GB
  "
Frankreich
Italien-GV
GB
Niederlande
Italien
Frankreich
GB
Frankreich
GB
 "
 "
Spanien
GB
Afghanistan
Irak
Libanon
Aethiopien-Somalia
Palästina/Israel
Indonesien
Libyen
Algerien
Sudan
Tunesien/Marokko
Kuwait
Südjemen
Bahrain, Qatar, Oman, Golfstaaten
Westsahara
Brunei
1919
1932/58
1941/43
1936/48/56
1948
1949
1951
1948
1956
1956
1961
1967
1971
1976
1984

http://en.wikipedia.org/wiki/Decolonization

1900 (Tabelle rechts) waren ganz Polynesien und Australien, 90% von Afrika, über die Hälfte von Asien und gut ein Viertel der beiden Amerikas von Europäern oder deren Nachkommen beherrscht. Verglichen mit dem was europäische Kolonisatoren angerichtet haben, waren die Mongolen die reinsten Sonntagsschüler. 1939 (Tabelle links) herrschte Grossbritannien, mit selbst bloss 45 Millionen Einwohnern, über eine halbe Milliarde Kolonisierter. Mehr dazu unter "Völkerwanderungen".

In den meisten dieser Länder wurden Grenzen gezogen, die nicht trennen sollten, was nicht zusammen passt und zusammen fügen, was zusammen gehört. Nein, im Gegenteil: Divide et impera war das Motiv: Irak: Abtrennung des ölreichen Kuwait durch Grossbritannien vom Osmanischen Reich vor dem 1. Weltkrieg / Aufspaltung des Nahen und Mittleren Osten in die konfliktreiche Bestandteile Syrien und Irak, auf Grund französischer und Englischer Interessen. Die ebenfalls starken Deutschen Interessen, die sich bis dahin in der Region aber konstruktiv ausgewirkt hatten (Bagdad Bahn), waren längst von "Lorenz of Arabia", und vor dem 2. Weltkrieg vorn Freja Stark, beides Archäologen und gleichzeitig Spione im Dienst der britischen Krone, erkundet worden, gingen mit dem Kaiserreich zum 1. Mal, mit dem 1000-jährigen Reich ein zweites Mal unter. Der Irak wurde bewusst mit seinen 3 konfliktreichen Teilen angelegt, um ihn schwach zu halten, nach dem selben Prinzip wie im Protektorat Südjemen agiert wurde. Ein ähnliches Prinzip wurde in Afghanistan und Pakistan mit der Durand-Linie (Artikel / Karte) verfolgt, in Nord-Afrika, Indien-Pakistan (Problemherd Kashmir)/Bangladesh (Ostpakistan) etc. etc. Da braucht man sich nicht zu wundern, wenn unruhige Regionen entstehen ... wenn man's ja gleich drauf anlegt.

Diese Geschichte ist wohl allen Muslimen noch recht frisch in Erinnerung. Nicht nur aus historischen Dokumenten. Viele Menschen aus diesen Ländern haben europäische Besatzungen erlebt. Viele leiden noch heute unter der Trennung von Familien, Dörfern, kulturellen Gemeinschaften - und den daraus entstandenen Konflikten. Da kann man dann nicht einfach ein paar Jahre später kommen und was von Demokratie und Freiheit faseln, und die Erinnerung ist weggeblasen: Och, die bösen sudanesischen Araber (die's gar nicht gibt, die bezeichnen sich zwar als Muslime, nicht aber als Araber), die den Darfour besetzen. Menschenrechte, Menschenrecht ... Firlefanz! Gemessen an dem was ihre Lehrer da vorher geboten haben, ist das alles recht "human" und das selbstgerechte Gejammer des Westens reine Geschichtsklitterung.

**** Great Britain France Belgium Netherlands Germany (1914)
Area in Square Miles 94,000 212,600 11,800 13,200 210,000
Population 45,500,100 42,000,000 8,300,000 8.500,000 67,500,000
Area of Colonies 13,100,000 4,300,000 940,000 790,000 1,100,000
Population of Colonies 470,000,000 65,000,000 13,000,000 66,000,000 13,000,000
Region Percentage Controlled
Africa 90.4%
Polynesia 98.9%
Asia 56.5%
Australia 100.0%
Americas 27.2%

 

 

 

 

http://www.mtholyoke.edu/acad/intrel/pol116/colonies.htm

Die Kolonialisierung des Kongo

Die katastrophalen Zustände Afrikas müssen vermutlich auch heute noch zum Teil auf die äusserst negativen Erfahrungen mit den Kolonialisten zurückgeführt werden. Der seit 1996 andauernde Krieg im Kongo, wo es eben so grausam zugeht wie in Ruanda 1994, wir auch heute noch auf ein dominierendes Interesse am Rohstoffreichtum dieses Landes zurückgeführt: Tantal (Coltan), Diamanten, Gold. Die Grausamkeit, die wir gerne einer unzivilisierten tierischen Natur der Zentralafrikaner zuschreiben, ist aber nur ein schwacher Widerschein dessen, was eine höchst zivilisierte Nation dort vor 150 Jahren bot. König Leopold II. beauftragte 1879 den berühmten Afrikaforscher Henry Morton Stanley, der den verschollen geglaubten Forscher David Livingstone am Tanganyika See gefunden hatte, mit der Eroberung des Kongobeckens. 5 Jahre später war der Auftrag erfüllt. Richard Burton, ein britischer Forschungsreisender schrieb, dass Stanley "Neger schiesse, als wären es Affen". Leopold begründete die Kolonialisierung, wie es damals üblich war, mit der Notwendigkeit, den Kongo zu christianisieren, und den arabischen Sklavenhändlern das Handwerk zu legen. Mit Geisselnahmen und der Peitsche aus Nilpferdhaut wurden die Häuptlinge zu Zwangsabgaben und die Menschen zu Zwangsarbeit gezwungen, vor allem bei der Ernte des lukrativen Kautschuk. Joseph Conrad, ein Dampfbootkapitän auf dem Kongo, schilderte als erster die Verhältnisse in seinem Buch: Herz der Finsternis. Der darin fungierende, an Vlad Tepesch, den Pfähler, alias Dracula erinnernden Mr. Kurtz, der seinen Zaun mit aufgespiessten Köpfen dekorierte, war leider keine Ausgeburt eines Tropenfiebers. Edmund Dene Morel, Angestellter einer Liverpooler Schifffahrtsgesellschaft, entdeckte im Hafen von Antwerpen Beunruhigendes. Die Schiffe aus dem Kongo waren beladen mit Elfenbein und Kautschuk, die Schiffe die in den Kongo fuhren, mit Soldaten und Waffen. Der Brite Edmund Morel begründete die erste Menschenrechtsbewegung des 20. Jahrhunderts, die Congo Reform Association.

Als die Angelegenheit von den Medien "thematisiert" wurde, wurde es für den belgischen König heiss. Er versuchte es also mit Gegenpropaganda und sandte eine Kommission, die dummerweise äusserst erschüttert aus dem Kongo zurückkam und alles bestätigte. 1908 wurde Leopold zum Rücktritt gezwungen, und verstarb ein Jahr später. In dieser recht kurzen Zeit haben die Besatzer die Bevölkerung durch Mord, Hunger, Erschöpfung, Krankheit und eine drastisch gefallene Geburtenrate (was normalerweise nur bei äusserst harten und lange dauernden Kriegen auftritt! .... Moment mal, das selbe Problem haben wir doch hier zur Zeit auch ...) auf die Hälfte reduziert, was schätzungweise 10 Millionen Opfern entspricht. Zum Vergleich: In Ruanda waren es "nur" 800'000, allerdings in bloss 10 Tagen, und ein drittel davon mit Keulen erschlagen.

 Kongo wechselte aber 1908 bloss vom Privatbesitz des Königs zum Status einer Kolonie Belgiens. Von Belgien in die Freiheit entlassen wurde der Kongo erst 1960! Im ganzen Land gab es 1960 weniger als 30 Kongolesen mit Hochschulabschluss ... Da die Kongolesen bis 1958 von aller politischen Verantwortung total ausgeschlossen waren, fehlten die entsprechende Erfahrung und Wissen auch der mittleren Kader bei der "Uebernahme" des Staates. Dazu kam eine hohe tribale Heterogenität. An den Parlamentswahlen beteiligten sich 59 Parteien, die allerdings zumeist Regionen und/oder Stämme vertraten - also präzise wie in den letzten Jahren im Irak (230 Parteien in 21 Koalitionen bei den ersten Wahlen). Ein ähnliches Problem wie im Irak das Erdöl, stellt im Kongo die rohstoffreiche Provinz Katanga dar, die alleine 50% der Staatseinnahmen lieferte und über relativ moderne Strukturen verfügte. Prompt trennte sie sich natürlich vom Kongo. Des weitern war der Staat zwar auf dem Papier unabhängig, die Belgier aber noch da (auch hier die selbe Situation im Irak). Bereits wenige Tage nach der Unabhängigkeit folgte der erste Aufstand, als sich der belgische Kommandeur weigerte, Kongolesen in die Offiziersränge aufzunehmen.

[Silvia Höner: Die düstere Privatkolonie eines habgierigen Königs. Tagesanzeiger 7. Juli 2003. S. 10]

Da der erste demokratisch gewählte Präsident, Patrice Lumumba, nicht im Traume daran dachte, den gnädigen Herren in Belgien weiterhin zu dienen, sondern die Kolonialherrschaft, bereits am Tag der Übergabe, scharf kritisierte, wurde er bereits ein halbes Jahr später gemeuchelt - im Beisein belgischer Offiziere. 1965 riss Mobutu Sese Seko die Mach an sich  und benahm sich wie sein Vorbild König Leopold II, und das bis 1997. Der Westen liess ihn gewähren, da er ein treuer Vasall war, mit keinerlei Neigungen zum Kommunismus. Nach dem Ende des kalten Krieges half im das dann eben nicht mehr. 1997-2001: Laurent-Désiré Kabila (Wiki:  Improvisation und Dilettantismus, Chaos, galoppierende Inflation, Auflösung des Staates, Korruption, illegale Bereicherung, Nepotismus und willkürliche Verhaftungen von Oppositionellen sind die Bilanz der über dreijährigen Regierungszeit Präsident Kabilas. s. The second Congo War 1998-2002)) , 2001 sein Sohn, Joseph Kabila. Im Bürgerkrieg sind seit 1997 2 bis 4 Millionen Menschen (von ) umgekommen, woran schuld sind:

Die Geschichte der Demokratischen Republik Kongo

 

Kolonialisierung ist damit, bloss eine Generation später, noch lange kein "historischer Prozess", sondern nach wie vor voll im Gange. Heute wird sie allerdings nicht mehr (Ausnahme USA) von Staaten durchgeführt, sondern primär von Betrieben, die im Rahmen der Globalisierung völlige Freiheit dafür verlangen.

 

C. Warum sollte sich die islamische Kultur - ohne Renaissance und Moderne - direkt in das postmoderne Abenteuer stürzen (lassen)?

Ist die Mehrheit der Menschen in einem Staat katholisch, dann muss der Staat ebenfalls katholisch sein. Für die Bekenner eines anderen Glaubens gibt es kein Recht, diesen Glauben öffentlich zu bekennen. Der Staat kann und muss unter Umständen aber wegen des Gemeinwohls ihr Bekenntnis tolerieren.

Ist die Mehrheit der Menschen in einem Staat nicht katholisch, dann hat er sowohl den einzelnen Katholiken als auch der Kirche alle Freiheiten zu lassen.

 Karl Rahner: Enzyklika Dignitatis Humanae. 1965

Eine weitere kritische Perspektive wäre die der Postmoderne. Der Westen befindet sich ja seit bald einem Jahrhundert auf dem Weg in die Postmoderne, was zwar immer noch die wenigsten gemerkt haben, aber die meisten beklagen - wobei es genau die selben sind, die nun die Muslime auch gleich in die postmoderne Unsicherheit stürzen wollen. Die Postmoderne baut auf der Grundlage, die so "leider" stimmt, dass sich die Reaktion komplexer Systeme kaum voraussagen lässt (s. Wetterbericht). Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, Bildung, Kultur etc. sind aber heute alle extrem komplexe Systeme, sogar wenn man ausser Acht lässt, dass es verschiedene Gesellschaften, Politiken und Kulturen gibt. Nun haben wir aber das Problem, dass die Islamische Gesellschaft nicht im Traum daran denkt, ja denken kann, sich vom Westen in die Postmoderne stürzen zu lassen, denn sie sollte erst die Moderne bewältigen. Als kulturelleres Ganzes hat die Islamische Welt die Renaissance mit ihrem Umbruch zum eigenständigen kritischen Denken noch vor sich. Dass man Gottes Botschaft interpretieren und kritisieren (zumindest die Auslegungen davon) kann und darf *, war auch bei uns nicht so von Anbeginn. Das hat nach Luther noch 300 Jahre gebraucht, bis das wirklich von breiten Kreisen akzeptiert war. Und wenn Sie das Zitat rechts lesen, dann sehen Sie leicht, dass die "Logik" der Katholiken noch vor 40 Jahren durch die heutiger muslimischer Fundamentalisten wohl kaum "übertroffen" werden kann. Warum sonst haben die Juden 1492 Spanien verlassen? Weil der Islam auch religiöse Minderheiten (solange sie an den einen Gott glaubten) immer toleriert hat (und auch nie Hexen verbrannte!) - das Christentum, in all seinen Prägungen, jedoch immer wieder Phasen extremer Intoleranz durchlief.

Die Postmoderne löste dann solche  Botschaften, nicht nur die heilige, auch wissenschaftliche, künstlerische, philosophische, derart auf, dass nicht bloss nichts mehr heilig ist, sondern generell keine absoluten Werte mehr gelten, wir also frei schwebend die Welt bewältigen müssen. Aus dem Grund ist das leider oben zwischen Klammern, denn nur wenn sich die Zukunft nicht vorherbestimmen lässt, bleibt sie auch offen und frei - verbunden mit dem Risiko, dass sie sich eben anders entwickelt als man es sich wünscht. Für den normalen, einfachen Muslim - nicht bloss den Fundamentalisten! - ist die Botschaft des Korans, genau so wie Gott und der Prophet, undiskutable Realität und Wahrheit, an die sie sich halten können. Ein postmoderner Ansatz, der alles in Frage stellt, ist von der historischen Entwicklung her gesehen, extrem verfrüht. Er ist ja auch bei uns erst bei den wenigsten angekommen und stösst auf eher mässige Begeisterung - ausser bei der Wirtschaft, die nun frei nach dem Motto arbeiten kann: Egal was und wie wir produzieren und verkaufen, Hauptsache es kommt Geld rein, immer mehr Geld, mindestens 3% jedes Jahr!

Der Kern des Karikaturen-Problems steckt im Begriff "Heiligkeit". Uns im Westen ist, im wahrsten Sinne des Wortes, nichts mehr Heilig ... was auch seine Vorteile hat. Der Islam hat aber noch kaum in einem Land den Grad der Zersetzung erreicht, dem das Christentum im Westen seit 50 bis 100 Jahren unterworfen ist. Es gibt also noch Personen und Dinge die heilig sind, also weder diskutiert, noch kritisiert - und vor allem nicht beschmutzt werden dürfen. Diejenigen, die Sorge um die Meinungsfreiheit haben, müssten sich also bloss vorstellen, diese Texte oder Cartoons hätten z.B. Jesus gegolten, oder Maria wäre als Hure karikiert worden - und das wäre in der Zeit unserer Urgrossväter (womit ich diejenigen meine, die noch im 19. Jahrhundert geboren wurden) publiziert worden, als es noch einen kleinen Rest an Heiligkeit bei uns gab - und sie müssten den Sch... dann dem Urgrossvater erklären.

* apropos Kritik *: In dieser Beziehung ist einige Befreiung nötig in den meisten islamischen Ländern (s. Der Aufbau einer arabischen Wissensgesellschaft). Nicht unbedingt weil die Islamische Botschaft oder Kultur der Kritik bedarf, aber auf jeden Fall, weil Religion, Gott und Koran als erstklassiges Herrschaftsinstrument missbraucht werden. Da die Botschaft nicht kritisierbar ist, münzen manche ihrer Träger jede Kritik an sich selbst um in Kritik an der Botschaft, was somit für Kritiker lebensgefährlich werden kann. Es wäre denkbar und wünschbar gewesen, dass ein solcher Denkanstoss durch Cartoons erfolgt. Diese Cartoons gingen mit ihrer Kritik aber an die Wurzeln des Islam statt an die paar faulen Äpfel, und damit massiv daneben.

**

Definition Karikatur:

Eine Karikatur verzerrt, überspitzt, miss-interpretiert - mit dem Ziel auf amüsante Art zu kritisieren. Karikaturen sind also eine Art künstlerischer Zynismus. Das Wort stammt vom lateinischen Wort carrus, welches wiederum seinen Ursprung im gallischen karro hat. Das Wort ist noch heute in ähnlicher Form in der deutschen Sprache vorhanden: Karren. (Wer's also mit zwei r schreibt wie ich im ersten Anlauf, hat eigentlich recht ...). Dieser "Karren" steht natürlich nicht für sich selbst, sondern für das, was er trägt.

http://www.answers.com/topic/caricature

apropos Karikaturen (engl. [political] cartoons, der Ausdruck caricature existiert zwar, wird im Englischen nur selten benutzt]): Eine gute Karikatur piekst therapeutisch-feinziseliert, so dass sie ein Lachen hervorkitzelt ... und, wenn sie wirklich gut ist, zum Denken anregt. Die von Jyllands Posten verbreiteten Cartoons schlagen aber mit dem Holzhammer zu, und dies nicht einem "Gegenüber" da präsent ist und zurückschlagen kann, sondern einer fremden Kultur, die sich selbst so weit weg wähnt, dass sie denkt, sie müsse als Antwort schreien, um gehört zu werden ...

Auch wenn wir nebenstehende Definition zur Grundlage der Kritik nehmen, also nach dem suchen, was die Kar(r)ikatur transportiert, so sind das im Falle der dänischen Karikaturen nichts als religiöse und rassistische Vorurteile. Man muss kein muslimischer Extremist sein um hier fragen zu dürfen, ob nun die "künstlerische" Freiheit, die Freiheit der Meinungsäusserung höher zu Werten ist, oder die Tatsache, dass mit einem, als Kunst verkleideten Karren, Dreck verteilt wird. Aus diesem Grund ist der Ansatz des Irans, auf Beleidigung mit Beleidigung antworten, auch aus funktioneller Hinsicht dümmlich, da wirkungslos. Karikaturen über den Holocaust sind per Definitionem nicht lustig und dürften höchstens Holocaustleugner zum Lachen reizen. Damit wird das Problem, das über Karikaturen, gerade in der Situation, sehr gut hätte angegangen werden können, verstärkt statt gelöst. Israel und viele Juden verbieten sich jegliche Kritik, da diese sofort als antisemitisch apostrophiert wird. Sie benutzen dazu das Unrecht das ihnen getan wurde auch noch ein halbes Jahrhundert danach als Schutzschirm, dem SDI vergleichbar. Nach den unverhältnismässigen Übergriffen die sich Israel im Juli 06 im Libanon leistet, insbesondere Qana, dürfte es damit allerdings vorbei sein. Man darf Israel der Kriegsverbrechen bezichtigen, ohne gleich als Antisemit an den Pranger gestellt zu werden. ... Also mindestens etwas Positives hatte der Krieg in dem Falle.

Pro-Isrealitische Propagandaorganisation:

Mathias Hagemann, Herausgeber der Basler Zeitung, publiziert dazu am 2. August auf Seite 6 etwas noch seltsameres. Bei der BAZ nehmen die kritischen Leserbriefe jeweils flutartig zu, wenn Israel mal wieder in einen Fettnapf getreten ist und unter Beschuss gerät. Es handle sich um ideologisch aufgeladene Pro-Israel-Argumentation einer kleinen Gruppe, die sogar Tachles und ihren jüdischen Chefredaktor Ives Kugelmann jeweils erklärt, was er über Israel zu denken und zu publizieren habe. So weit so gut, würde es sich um eine jüdische Gruppe handeln, denn die sind mindestens so streitsüchtig wie die Irakis. Der Chef der Organisation ist aber, als Neutestamentler, also christlicher Theologe der Uni Basel ... womit klar ist, dass es sich bloss um Prof. Dr. Ekkehard W. Stegemann handeln kann. Präsident der Christlich-Jüdischen Arbeitsgemeinschaft Basel (CJA), Präsident des Jüdischen Medienforums Schweiz. Seiner Ansicht nach muss die CJA «für Gerechtigkeit und Verständnis für Israel werben». Der «tägliche Horror», dem Israels Bevölkerung durch palästinensische Selbstmordattentäter ausgesetzt sei, werde von den Medien weitgehend ausgeblendet, sagt er. «Dies zu vermitteln, ist Aufgabe der CJA.» [NZZ 7.7. 2002 http://www.kirchen.ch/pressespiegel/nzz/2002070713.pdf]. Der Tagesanzeiger stand ebenfalls schon unter Beschuss, weil er am 22. April 04 ein Inserat mit folgendem Titel publiziert hatte: «Europa Partei der Schweiz und kriminelles Israel». Hagemann stellt klar, dass seine Zeitung, eigentlich jede Zeitung, wahrheitsgetreu und so vollständig wie möglich berichten sollte - und sich nie für einseitige Darstellungen hergeben sollte, sei es durch Druck von Aussen (oder von Innen. Eigener Zusatz mit Seitenblick auf Weltwoche). Da es den Palästinensern in Israel auch nicht besser geht als den Israelis, haben sie mindestens den selben Anspruch auf Gerechtigkeit und Verständnis.

Diese relativ seltsame Erscheinung, dass sich rechte plötzlich für Israel engagieren, die zumeist noch vor kurzem ganz klar antisemitisch waren, liegt vor allem am neuen Trend des Antiislamismus und nackten Araberhasses, die den Antikommunismus ersetzen müssen, da der populistisch nicht mehr viel hergibt. So reitet heute auch der belgische Vlaams-Block auf der Welle. Ähnlich wie früher von der Seite Südafrika als Bollwerk christlich-westlicher Kultur gegen die Kaffern angesehen wurde, so ist Israel heute das Bollwerk (kapitalistischen Energiehungers) gegen die muslimische Bedrohung. Na ja, Populismus hat ha nie behauptet, er basiere auf Intelligenz ...

Dass die Juden, wenn es um Rache geht, massiv übertreiben können, wäre eigentlich schon seit 1944 bekannt (um nicht auf die Bibel zurückgreifen zu müssen). An Stelle des Marshall-Plans, der durch den Einsatz von 13 Milliarden Dollar (heutiger Wert ca. 100 Milliarden $ - was immer noch ein Bruchteil ist der Kosten des Irak-Krieges) half, Europa nach dem 2. Weltkrieg wieder aufzubauen, hatte der US Finanzminister Henry Morgenthau einen eigenen Entwurf vorgelegt. Dieser setzte die totale Desindustrialisierung Deutschlands zum Ziel. Das Land sollte demilitarisiert, aufgeteilt und in einen reinen Agrarstaat verwandelt werden. Man rechnete damit, dass 40% der Bevölkerung so verhungert wären. Auge um Auge - Zahn um Zahn. Die Zustimmung der Briten wäre nur für einen Kredit über 6 Milliarden Dollar zu kriegen gewesen ... (Politik ist doch was sooooo Soziales, nicht?) Entscheidender für die Bevorzugung des Marshall Plans war aber vermutlich die Truman Doktrin. Nach dem Motto: Der Feind meines Feindes ist mein Freund - wurde Deutschland zum Bollwerk gegen den Kommunismus. (s. auch Griechenland und die "US-Hilfe").

______________________________________________________________________________

Iran begeht hier also präzise den selben Fehler wie die Jyllands Posten, er betreibt Satire auf einer Basis die zu Nutzen der Respekt verbietet - und die in dem Falle auch wenig Anlass zum Lachen bietet. Der Staat Israel, seine Politiker, die jüdische Intelligenzija böten ausreichend Motive für träfe Satire, ohne den notwendigen Respekt vor einer anderen Kultur völlig zu missachten.

Zur Zeit grassiert die (für den Westen) beruhigende Hypothese, hinter den Aufständen im Iran und andern islamischen Ländern stünde eigentlich (sowieso) kein sachliches, eben so wenig ein primär religiöses Problem, sondern der ganze Aufstand sei nur inszeniert, um von internen Problemen abzulenken. Nun wohl, wenn diese Theorie was an sich hätte, dann müsste man doch mit eben dem selben Recht fragen: Was will oder muss Dänemark hinter dem akuten nationalistisch-freiheitlichen Theater verbergen? Handelt es sich um eine späte Rache für die Niederlage der Westgoten gegen die Araber, die diesen Wirtschaftsflüchtlingen Dänischer Provenienz Spanien im Jahr 711 entrissen? [Nur so ein Versuch, eine absurde Argumentation durch noch absurdere Argumente ad absurdum zu führen ...]

It's something rotten in the state of Denmark!

Hamlet

Im übrigen sollte man heute auch nicht grad alle Dänen in Bausch und Bogen verdammen. Auch wenn dieser lästerlich-kleinkarrierte Nationalismus zur Zeit eine politische Mehrheit hat - ein Volk das so was delikates wie den dänischen Blauschimmelkäse erfunden hat, kann nicht prinzipiell schlecht sein. In der Zwischenzeit haben offenbar 60'000 Dänen eine Petition "Versöhnung jetzt" unterschrieben, in der sie eine bessere Zusammenarbeit mit den Muslimen und eine Lösung des Konfliktes fordern.

Ein paar Jahre später sieht es in Dänemark allerdings gar nicht mehr so freiheitlich und demokratisch aus. 8 Jahre rechtliberal-konservativer Regierung haben zu Fremdenfeindlichkeit, Isolationismus, Stimmabstinenz, Intoleranz und einer beträchtlichen Polarisierung der Bürger geführt.

Im Iran ist die Situation allerdings auch nicht besser ... aber nur auf den ersten Blick: Eine islamische Regierung die betrügt und lügt hat zwar die schiitisch interpretierte Scharia hinter sich, nach der einem Herrscher auch dann gehorcht werden muss, wenn sein Kopf nicht grösser ist als eine verschrumpelte Weintraube, da es sich um eine von Gott auferlegte Prüfung handelt. In der Praxis kann sich allerdings eine verlogene Regierung nur noch auf Gewalt, nicht mehr auf die Autorität der Religion stützen, womit sie vermutlich früher oder später "das Zeitliche segnet". Die Bürger, offenbar vor allem die Bürgerinnen, haben gemerkt, dass Demokratie eben auch heisst, nein zu sagen, wenn dem Willen des Volkes nicht entsprochen wird, sogar wenn eine schein-heilige Regierung mit göttlicher Unterstützung sich als unfähig erweist. Es handelt sich hier um eine recht beträchtliche Aenderung schiitischer Gebräuche.

Im übrigen zeigt die Initiative von Edmund Stoiber, der Blasphemie wieder unter Strafe stellen will, mit Haft bis zu 3 Jahren!, dass "Freiheit" auch hier nicht gar so hoch geschrieben wird, wie's tönt ... wenn's um die Freiheit des Kapitals geht. Erzürnt hat sich Stoiber offenbar an Popetown, einem amüsanten Cartoon (Satire, also das Selbe wie kurz zuvor in Dänemark, bloss in der Qualität besser ...), der den Papismus veräppelt, und neuerdings an der Selbstkreuzigung von Mathieu Carriere, der damit auf die Probleme geschiedener Väter, vor allem die einseitige Gesetzgebung, die Kinder fast immer den Frauen überlässt, aufmerksam machen wollte. Hier passiert in einem hoch zivilisierten Land wie Bayern (ähum ...) genau das selbe wie im "unterentwickelten" Iran: Auf eine dämliche Aktion folgt eine noch dämlichere Reaktion ... dabei wäre MTV vermutlich das grössere Problem als Popetown, mit dem sich der Sender bloss unverdiente Aufmerksamkeit verschafft.

Apropos Antisemismus: Semiten sind mythologisch die Abkömmlinge Sems, Hamiten die Abkömmlinge Hams, beide Söhne von Noah. Als "semitisch" werden die Völker und Sprachen von Mesopotamien, Syrien, der arabischen Halbinsel (ohne Südjemen und Teile Omans), Israel, Ägypten und Teile Äthiopiens bezeichnet. Hamiten sind die Nordafrikaner von Libyen, Tunesien, Marokko etc. Ende des 19. und insbesondere im 20. JH: wurde Antisemitismus zum Synonym für Judenhass. Dass aber mit dem Ausdruck Semiten auch die Araber gemeint sind, wird gerne vergessen. Diese haben und hatten weniger unter Pogromen und dergleichen zu leiden, weil sie sich nicht in dem selben Masse weltweit verbreitet haben wie die Juden, aber man begegnet ihnen mit der selben Abneigung. Wer also von Antisemitismus redet, sollte sich bewusst machen, dass Araber, wenn sie "antisemitisch" agieren, eigentlich Bruderhass beginnen, wir aber, wenn wir Antisemitismus ablehnen wollen, nicht nur den Juden, sondern auch den Arabern, mit mehr Respekt begegnen sollten.

Gerade anhand der Postmoderne sehen wir leicht, wie lange es braucht in einer Gesellschaft die grundlegende Denkhaltung zu ändern. Diese Änderungen müssen sich innerhalb der Gesellschaft erst nach und nach entwickeln - und können von aussen allenfalls angestossen, nie aber aufgezwungen werden. Nehmen wir die "Demokratie" im Irak. Da hat der Bush getrötet (na ja, er tut's immer noch ..), er bringe dem Irak Freiheit und Demokratie, und er behauptet immer noch, das Resultat sei die bisher ausgegebenen 250 Milliarden $, zu erwartenden totalen Kosten von §1.3 Billionen $, die Toten und das Chaos im Irak wert - während der Britische Verteidigungsminister bereits meint: Auch nach dem Abzug der alliierten Truppen wird Gewalt und Korruption andauern. 1.3 Billionen Dollar hätten der ganzen Bevölkerung der USA sanierte Sozialwerke für die nächsten 75 Jahre garantiert - vermochten aber nicht, eine auf politisch-wirtschaftliche Abwege geratene Landeskultur zielgerichtet zu korrigieren. Und da meinen nun ein paar zweitklassige Cartoonisten, sie könnten die Islamische Kultur, mit 1.2 Milliarden Anhängern, in ein paar Monaten umkrempeln oder, wie's eher aussieht, gar niedermachen?

Man sollte, zumal als Zeitung, Meinungsfreiheit nicht mit Dämlichkeitsfreiheit verwechseln ...

Dies tut weiterhin ungehemmt der neoliberal-globale Dummschwätzer vom Amt, Roger Köppel, der zum Karikaturenstreit Woche um Woche ein paar Scheite aufs Feuer wirft:

Derartiges bietet Köppel Woche für Woche in der ansonsten äusserst lesenswerten und informativen Handelszeitung. Sein dämlicher Beitrag in der Kolumne vom 1. Februar 06 wurde von einem weiteren regelmässigen Leser der Handelszeitung ähnlich quittiert wie von mir bereits vor einem Jahr: Wenn nämlich dieser in boulevardesk  verdrehter Weise über seinen (eigenen) Krieg der Welten räsoniert und in der infantilen Schlussfolgerung gipfelt, der Zusammenprall der Zivilisationen sei in vollem Gang, stellt sich zwangsläufig die Frage, ob solcherlei undurchdachtes Geschreibsel dem Lesenden weiterhin zugemutet werden soll. ...  Wer die Kolumne von Roger Köppel zu "Krieg der Welten" gelesen hat, kann auf weitere verzichten und wünscht sich, dass die Handelszeitung eines Tages einen Kommentator zu Wort kommen lässt, der diese Bezeichnung auch wirklich verdient. [Daniel Stalder, Zürich. selbe Ausgabe S. 14]

Es war Köppel der die Weltwoche auf "Erfolgskurs" gebracht hat, indem er sie zum rechtspopulistischen Kampfblatt machte. Schade drum. Natürlich war die Weltwoche nie eine Linke Zeitung, aber sie hat es, trotz "rechter" Haltung verstanden, mit einer gewissen Hinterlist (zweimal auf Links eindreschen, dann einmal Rechts pieksen) auch für eher Linke lesbar und informativ zu bleiben. Durch Köppel und Co wurde sie für unsereiner, nach fast 30 Jahren treuer Leserschaft, absolut ungeniessbar. Auf derartige "Redaktoren" kann die Welt eigentlich verzichten ... und "DIE Welt" brauch' ich bei DEM Chefredaktor schon gar nicht zu lesen  ... Welche Zeitersparnis. Alhamdulillah!


Aktuelles Juli 05: Zurückgebliebener "Kalter Krieger" aus der Schweiz verunglimpft Muslime

Waren zu Zeiten des Kommunismus die Roten Brigaden DIE Terroristen und der Kommunismus DAS Unheil, so sind heute DIE Islamisten DIE Terroristen und DER Islam das Unheil. Trotz jahrzehntelanger Aufklärungsarbeit wird hier von "Grossen Publizisten" nach wie vor unheimlicher Stuss verzapft:

Roger Köppel: Kranker Amok-Krieg [Handels-Zeitung Nr. 28. 13. Juli 2005. S. 5]:

Ein terroristisches Attentat, dessen Urheber in der islamischen Bevölkerung erst vermutet werden, deren Hintergrund zudem vermutlich eher die soziale Benachteiligung als der Glaube ist, gibt absolut keine Berechtigung zur Diffamierung einer ganzen Religionsgemeinschaft. Dies um so weniger, als die muslimische Bevölkerung von Bagdad tagtäglich unter Angriffen leidet, wie sie nun ein einziges Mal in London stattgefunden haben.

Der polemische Artikel von Köppel ist um so trotteliger, als die seit längerem ansässigen und integrierten Muslime vermutlich das beste Potential darstellen, extremistische Auswüchse zu erkennen und, inschallah, unter Kontrolle zu bringen.

Die HandelsZeitung ist ein seriöses Blatt das in jeder Nummer wertvolle Informationen bietet. Es ist verwunderlich, dass sie einem derartig unbedarften Schwätzer Woche für Woche Platz bietet, seine höchst überflüssigen Kommentare zu verbreiten. Reicht es nicht, dass er die Weltwoche unlesbar gemacht hat? Muss er nun die Handelszeitung auch noch extremisieren und in eine ähnlich "gloriose" wirtschaftliche Lage bringen wie die Weltwoche?

Martin Herzog (= Amir al Khabat), Basel, 13. Juli 2005

Eine weitaus intelligentere Analyse liefert Astrid Frevel im Tagesanzeiger vom 18. Juli 2005, S. 5. Sie sieht drei Grundlagen für den gegenwärtigen islamischen Terrorismus:

  1. Das eigene Regime wird nicht als religiös betrachtet, ist also ein Feind. Das war die Situation in den 80ern in Ägypten, danach in Algerien und heute in Saudi Arabien.

  2. Das (eigene) Land ist von Nichtmuslimen regiert oder besetzt (Afghanistan, Tschetschenien, Kaschmir, Palästina, Irak). Die selbe Konstellation herrscht auf christlichem Territorium in Ir(r)land.

    1. Das eigenen Land untersteht starken unislamischen oder gar antiislamischen Einflüssen - was überall dort gegeben ist, wo sich die USA breit machen, nicht mal nur über Militärbasen, sondern auch und vor allem durch ihren Lebensstil. Nach dem Motto: Der Freund meines Feindes ist mein Feind, kommen da die Alliierten ebenfalls in Bedrängnis.

      Was den Punkt betrifft, der sich als Kulturimperialismus beschreiben liesse, ein Imperialismus, der auch Europa nicht fremd ist, eignet sich als Einstieg, um mehr Verständnis zu erlangen, eine Beobachtung der Querelen und Unterschiede zwischen Frankreich und den USA. Es geht dabei nicht nur um die Subventionierung der Landwirtschaft (von der ich selbst gerne profitiere, obwohl ich die Schweizer Bauern schätze und gerne unterstütze ... aber Entrecôte für 13 Euro das Kilo ... eieiei). Es geht um eine Kluft, die sich bereits im 19 JH auftat zwischen einem kulturell eingebundenen und einem freien Kapitalismus, der sich in der Zwischenzeit, dank der kritiklosen Übernahme des Konkurrenzsystems in Sachen Effizienz und Produktivität, als dominierender Ordnungsmacht  in eine Produktions- und Konsumdiktatur gewandelt hat.

So berechtigt Widerstand gegen fremde Besetzung und Imperialismus ist, so inadäquat, ineffizient, unmenschlich und sogar strategisch betrachtet, dümmlich, ist die Methode des Terrorismus zur Erreichung einer raschen Änderung (meist als Revolution, Umsturz, bezeichnet). Dies belegt ein knappes Jahrhundert anarchistischer Gewalt * (1850-1933), eine Generation RAF-Sympathisanten, IRA seit 1969 ... Im übrigen ist die Sache mit dem Terrorismus eine höchst relative, denn in vielen Staaten ist es die Staatsmacht selbst, die Terror betreibt. Krieg ist Terror. Eine imperialistische Machtpolitik, wie sie die USA unter Bush betreiben, ist ebenfalls Terror. Fazit: Mit Krieg, also Terror, lässt sich Terror eh nicht bekämpfen - sehr wohl aber, wenn man ihm den Teppich unter den Füssen wegzieht. Die Al Qaida scheint nun auf einem Wölkchen zäsarischen Grössenwahns zu schweben, hat also den Boden unter den Füssen bereits verloren. Je mehr ihr Terror die Leute trifft, deren Interesse er zu verteidigen vorgibt, desto hohler wird die Ideologie. Und hier hat die Al Qaida längst die Grenzen überschritten. Eine Terrorbewegung die sich selbst ihr Fundament, eine ausreichend grosse Anzahl an Sympathisanten im Volk, entzieht, muss untergehen. Deutlicher: Wer nur noch Spinner zu Freunden hat ist kaum Mehrheitsfähig.

Der köppelsche Ansatz macht aber in einem Rundumschlag grad alle Muslime zu gewalttätigen Spinnern, ist also höchst kontraproduktiv. Wenn wir anhand einiger weniger bekannter Mitglieder- und Anhängerzahlen terroristischer Gruppen abschätzen, wie viele Muslime als Terroristen in Frage kämen, dann kommen wir so ca. auf ein Prozent eines Promilles. Wegen 1 unter 100'000 aber die ganze Gesellschaft unter Generalverdacht zu stellen, ist provokativ und könnte leicht dazu führen, dass sich die Sympathien für, statt gegen, den Terrorismus vertiefen. Das spezifische gewalttätige Spinnerstratum der Al Qaida muss identifiziert, isoliert und ausgegrenzt werden - aber, grosses ABER, die berechtigten Vorwürfe, derer sich die Al Qaida bedient um Gefolgschaft anzuziehen, also Machtanmassung, Korruption, Kulturimperialismus, Ausgrenzung ganzer Bevölkerungsschichten vom "Wohlstand" etc. müssen ernst genommen und, wenn auch mit weniger Gewaltanwendung, eben doch gelöst werden. Ein Krieg gegen den Terrorismus tut dies nicht.

Dazu kommt, dass sich Gott nicht in der Bank,
auch nicht in der Stadt,
wohl aber in der Wüste
finden lässt.

Dazu kommt,

  1. dass der Begriff Terrorismus aus dem französischen stammt, wo er die gewalttätigen Massnahmen der neuen Regierung nach der Revolution bezeichnete. Im Ursprung allen Terrorismus stand also der Staat.

  2. dass dieser Terrorismus wirklich einer totalitären religiösen Ideologie entspringt - aber, bekanntlich, wer im Glashaus sitzt, nicht mit Steinen werfen sollte. Immerhin stammt der Ausdruck Fundamentalismus * nicht aus dem Islam, sondern aus den USA, wo die wiedertäuferischen Protestanten ihn bereits im 19. Jahrhundert pflegten - und deren jetziger Präsident, im Namen Gottes, Krieg führt.

  3. dass Protestanten die Bibel, genau wie fundamentalistische Muslime den Koran, als direktes und verlässliches Wort Gottes betrachten, das keiner Interpretation bedarf (was hüben wie drüben lautstarken Rednern Tür und Tor öffnet, dem Volk ihre eigene Lesart aufzudrängen.

  4. dass zwar ultraspinnerte islamische Organisationen hinter der Mehrheit gewalttätiger Anschläge der letzten Zeit stehen ...  sieht man aber genauer hin, so hat eben dieser Protestantismus ein weitaus grösseres und wirksameres Gewaltpotential entfesselt, als es im Islam je möglich war. Calvin und Zwingli traten mit Luther gegen einen Katholizismus an, der das Seelenheil verkaufte (Ablass) und dem kirchliche Pracht weitaus mehr bedeutete als die Sorge ums Seelenwohl. Seltsamerweise gingen sie aber in der Verkehrung geistiger in materielle Werte bald noch weiter als es die Katholiken taten. Wohlstand und Erfolg wurde als Zeichen Gottes Wohlgefallen auf Erden gewertet - womit die Anbetung des goldenen Kalbes zum herrschenden Kult wurde. Details s. auch schwäbischer Pietismus & Geigy: die Gründung der Basler Chemie aus dem Geiste des Pietismus - und insbesondere, der eigentlich eher soziale als wettbewerbs- und kriegsorientierte Charakter der Araber *... due zwar auch das Gegenseitige "sich über die Ohren hauen" erfunden und perfektioniert haben.

  5. last not least - dass es nicht die "atavistischen Bomben-Krieger" des Islam waren, welche sich 3/4 der Welt unterworfen, dabei Millionen von Menschen umgebracht und ganze Kulturen vernichtet haben, sondern die Europäer und ihre Metastase, die USA, die mit ihren Eroberungen noch die Mongolen in den Schatten stellen. Nöö? s.o.

GOOD NEWS:

Köppel übernimmt die Weltwoche wieder als Chefredaktor - und gleichzeitig als Eigentümer. Die Weltwoche macht  heute also den selben Schritt, wie bereits manches Unternehmen, und erteilt der Gewalten-Trennung von wirtschaftlicher (strategischer) und sachlicher (ausführender) Leitung eine Absage. Damit vermischen sich die Interessen des Kapitals mit denen des Journalismus unauflöslich und die journalistische Unabhängigkeit ist total dahin. Es fragt sich, wer unter dieser Leitung als Journalist arbeiten will, denn ein fragender und aufklärender Journalismus ist da nicht mehr möglich, bloss ein propagandistischer, zum Wohle eines neokonservativen Neoliberalismus, zum Wohle der SVP..

Was daran gut sein soll? Das wird die Weltwoche als Zeitung die Informationen verkaufen will, nicht lange überleben. Dann haben wir Ruhe vor dem Propagandablatt.

Die letzten Meldungen (Tagesanzeiger 21.10.06. S. 27) unterstützen diese Hypothese. Offensichtlich hat die Weltwoche nun weitere 10 Abgänge von RessorleiterInnen, JournalistInnen, und KorrespondentInnen zu verkraften. Schade um das Blatt, also nicht DAS Blatt, so wie es sich in den letzten Jahren entwickelt hat, sondern um die alte "unrentable" Weltwoche, denn die Linke braucht Kritik, aber substantielle Kritik, nicht platte Gegenpropaganda von rechts aussen. Na ja ... das hat man davon, wenn man den Journalismus Yuppies überlässt.

Köppel unterstützt diese "Befürchtungen/Hoffnungen" gleich in seinen ersten Interviews: Köppel verfolgt zwei Ziele: Erstens will er eine "hervorragende Zeitung" machen und zweitens "wirtschaftlichen Erfolg" haben. Letzteres sei prioritär. "Ich bin nicht bekannt dafür, zu meinen, dass es Defizite braucht, um guten Journalismus zu machen."

Der Wert der Weltwoche wird auf 30 Millionen Fr. geschätzt. Der Mehrheits-Anteil Köppels beträgt heute 60%, also 18 Millionen. Diese erspart sich auch ein Chefredaktor nicht in ein paar Jährchen. Dahinter stecken also andere Kräfte, vor allem vermutlich Tito Tettamanti, Baulöwe, Raider und "Finanzier", sowie Blocher selbst. (Zum Vergleich die Aktionärsstruktur von Jean Frey 2002 / 1998 - als auch die Basler noch mitmischten). Die WOZ berichtet allerdings am 22. November, dass Köppel seinen Anteil als Schnäppchen für 1.2 Millionen erhalten habe, womit der Gesamtwert der Weltwoche, dank Köppel und Nachfolger, von 25 Millionen 2001 auf 2 Millionen gefallen wäre. Dieser Preis wäre doch für viele Wohlhabende, die nicht ganz so bekloppt sind, ein Taschengeld. Es fragt sich also, warum sie als Propagandaorgan für Wirtschaft-rechts-aussen-vor enden muss. Sie hätte besseres verdient, denn, wie der Fall zeigt, ist eine Zeitung weitaus schneller ruiniert als aufgebaut.

Im Dezember hat er auch noch den Rest gekauft. Die Weltwoche ist nun also das Privatblatt Köppels. Sei's drum. Man sollte sich einfach erinnern, dass Meinungsfreiheit zwar solches erlaubt - aber auch, auf die Meinung solcher Propagandisten einfach zu pfeifen. Besorgen Sie sich also eine andere Zeitung, falls Sie immer noch zu den unentwegten gehören, die auf eine Verbesserung gewartet haben..

Ein kleines logisches Problem hab ich da allerdings bei den Diskussionen um die "Insider-Vergehen" der Swissfirst: Dies brauchte eine Menge eigener Aktien um eine Fusion mit Bellevue zu ermöglichen - eine Fusion, welche den Wert der Aktien erhöhen wird. Soll sie nun also den angefragten potentiellen Verkäufern gleich raten: schlagt doch mal gleich 30 bis 50% drauf auf den Preis! ? - Ach neee, geht ja nicht, das Abgeben wie Annehmen von Tipps ist ja ebenfalls strafbar. Also was soll der ganze Kokolores?

Constantin Seibt trägt im Tagi vom 18.8.06, S. 3, noch einiges zur Klärung bei. Die treibenden Kräfte sind offenbar Tito Tettamanti und Gerhard Isler (Ex Verleger('s Sohn) Finanz und Wirtschaft). Unterstützt wurde der Deal von der Swissfirst Bank, die sich grad nicht mit Ruhm bekleckert hat, sondern wegen Insider Geschäften vor dem Kadi steht. Ein bedeutender Filzwerker ist in dem Falle auch der Basler Anwalt Martin Wagner [VR-Präsident Jean Frey/Hausanwalt Jean Frey/Präsident Weltwoche-Verlag/Vizepräsident der Swissfirst Bank/Stiftungsrat der Gemeinschaftsstiftung Fundamenta - der Pensionskasse der Swissfirst!] der bereits 2002 bei der Weltwoche einstieg, nach dem von ihm geleiteten Verkauf von Jean Frey an Swissfirst. Aus dem Grund berichten weder Weltwoche noch Bilanz über die Vorgänge bei Swissfirst

Zudem hat seine Richtung der Weltwoche wirtschaftlich geschadet, nicht genutzt. Die Abonnentenzahlen brachen beträchtlich ein, die denkenden Journalisten verliessen das sinkende Schiff. [s. NZZ 2005: Weltwoche stürzte unter Köppel ab.] Weniger aus Überzeugung, aber weil sie das schlechte Image fürchteten, ebenso die Inserenten. Zudem verlor die Weltwoche jede Möglichkeit halbwegs seriösen Journalismus zu betreiben, als die Vorgaben vom Eigentümer sich in der Redaktion immer massiver und direkter durchsetzten.

Eben so wenig Eindruck hat Köppel in Deutschland gemacht. Dort scheint, verständlicherweise, niemand seinen Abgang zu beklagen. In den letzten 2 Jahren hat Filippo Leutenegger versucht, den Kurs wieder ein bisschen Richtung Mitte zu ändern. Leutenegger ist ja deutlich rechts vom Freisinn, ein bisschen  links von der SVP, aber offenbar bereits zu links für die "Finanziosos". Man sollte die "Neue Weltwoche" also auf keinen Fall als "Mitte rechts" bezeichnen, sondern eher als "Mist ganz rechts". Der Hauptgrund dafür, warum denkende Schweizer ihr Abonnement längst abbestellt haben.

Verwunderlich ist, dass Köppel immer wieder als blitzgescheit bezeichnet wird. Wer bloss einen einzigen Artikel von Köppel gelesen hat muss doch sagen: Ein halbwegs intelligenter Mensch würde keinen derartigen Stuss zusammenschreiben. Hier wird Intelligenz ganz klar mit Gerissenheit verwechselt. (s. Kommentare zur Leugnung der globalen Erwärmung durch die Weltwoche. Die Weltwoche könnte damit zur  idealen Plattform für Atomkraftwerk-Werbung werden.) Ich soll das belegen? Bitte sehr, nichts leichter als das. Der Typ schiesst sich doch in die eigenen Haxen sobald er das Maul aufmacht: 1. Köppelei des 26.7.06 / ...

Nehmen wir mal die 13 Standesgrundsätze des Journalismus als Anhaltspunkt für eine Beurteilung der Situation des Journalismus bei der Weltwoche:

  1. Verantwortungsbewusstsein bei der Erfüllung seiner öffentlichen Aufgaben im Dienste der Allgemeinheit
  2. Wahrung der journalistischen Unabhängigkeit gegen innen und aussen
  3. Achtung vor der Wahrheit
  4. korrekte Beschaffung und sorgfältige Wiedergabe von Informationen
  5. Richtigstellung unzutreffender Mitteilungen
  6. Wahrung der Vertraulichkeit, des Berufsgeheimnisses und des Zeugnisverweigerungsrechts
  7. Respektierung des Privatlebens und der Intimsphäre
  8. Eintreten für Menschenrechte und Frieden
  9. keine Verherrlichung von Gewalt, Brutalität und Unmoral
  10. keine Veröffentlichungen in Wort und Bild, die das sittliche oder religiöse Empfinden verletzen könnten.
  11. keine Diskriminierung ethnischer, religiöser oder nationaler Gruppen
  12. Zurückhaltung in ermittelnden oder schwebenden Gerichtsverfahren (keine Vorverurteilung durch die Presse)
  13. Unvereinbarkeit des journalistischen Berufes mit Geschenkannahme oder Gewährung von Vorteilen.
  • Punkt 2 ist heute bei der Weltwoche von Beginn an verletzt. Journalistische Unabhängigkeit strukturell und finanziell absolut unmöglich.
  • Punkt 1 kümmert Köppel einen alten Hut, er will a) Geld verdienen, b) neo(rost)konservativliberale Propaganda verbreiten. Die ganze Zeitung ist also von Anbeginn auf Thesenjournalismus festgelegt - womit Punkt 3, 4, 5 ebenfalls den Bach runter sind.
  • Köppel belegt seit Jahren, dass er sich einen Deut um das religiöse Empfinden der Muslime scheuert, deren Denkweise und Kultur auf lästerlichste Art und Weise dauernd in den Schmutz zieht.
  • Blocher hat grad Schwein, dass er diplomatische Immunität geniesst, sonst müsste er sich vor Gericht dafür verantworten, dass er albanische Asylanten als Schwerverbrecher bezeichnet hat, ohne irgend einen Beleg oder gerichtliches Urteil.
  • Punkt 13 würde vermutlich auch bedeuten, dass sich der Chefredaktor keine Zeitung von einflussreichen Kreisen "schenken" lassen darf.

Fazit:

Mindestens 10 von 13 ethischen Forderungen an den Journalismus werden durch die aktuelle Struktur der Weltwoche verletzt.
Grosse Kacka ...

Journalisten als Gatekeeper:

Die Weltwoche ist nun in ihrer Auswahl recht seltsam gestrickt. Ihre Lieblingsthemen sind:

gegen den Staat
gegen den Islam
gegen Einwanderer
gegen Umverteilung
gegen global warming
gegen Alternativmedizin
gegen den sörvis püblick
gegen alles was kostet - wie die Umwelt
gegen persönliche Freiheiten, insbesondere "die Anspruchshaltung"
gegen gegen gegen ... alles was die Freiheit des Kapitals einschränkt

für die SVP
für Atomkraftwerke
für den Abbau des Sozialstaates
für mehr Reichtum bei den Reichen
für die Veräppelung aller anders Denkenden
für Privatisierung und die alleinige Herrschaft der Wirtschaft
...

Die Weltwoche öffnet also Türen zu Aborten und Lügensümpfen. Man könnte also die journalistische Funktion die Roger Köppel ausübt als die eines "Gatekeepers of hell" bezeichnen.

Der 12.12.07 und die Weltwoche: Blocher raus aus der Regierung - Widmer-Schlumpf  als 3. Frau in den Bundesrat gewählt.

Nun hat Köppel mit seiner Weltwoche seit Monaten <VERSCHWÖRUNG!> geschrieen ... und offensichtlich nix gemerkt, als diese, angezettelt von der SP, wirklich lief. Das sagt alles über die Qualität der Zeitung und ihres Chefs. Punkt.

Better News (12.3.09):

2.5 Jahre später haben die meisten "schreibfähigen" Redaktoren bei Köppel gekündigt, oder sind gegangen worden: Wer nörgelt (besonders am Kurs der SVP), muss weg. Geduldet wird also nur eine klare neokonservative Linie, kompromisslos. Und damit will Köppel nun eine Zeitung für Inlands- und Wirtschaftsthemen machen ... basierend auf eine Ideologie. Das war aber der Journalismus nicht mal des letzten, sondern des vorletzten Jahrhunderts. Es wird spekuliert, dass auch diese Zeitung eher früher als später auch noch an Springer geht, der bereits die Handelszeitung, Bilanz, Beobachter, Stocks, ib new management und eine Serie Fernseh- und Fachzeitschriften besitzt. Man erinnere sich: Die 68er Revolte in Deutschland ging los, weil Springer in Deutschland bereits damals die Presselandschaft dominierte!


Alte Traditionen leben länger ...

Wie beklagen doch die armen Juden ihre Diskriminierung durch die Muslime, da sie ihre Häuser nie höher bauen durften, als die Häuser der Muslime ... wobei sie verschweigen, dass in solch alten Quartieren auch die Muslime nicht höher bauen durften, als das eben im entsprechenden Quartier üblich war. Der Grund dafür ist absolut einsichtig, denn überall in diesen heissen Gefilden schläft man im Sommer auf den Dächern - und möchte dies  natürlich nicht unter den Augen der Nachbarn tun. Präzise das selbe "Unrecht" erlitten die armen Christen im Irak ...

Nun zeigt sich sogar bei Sakralbauten, dass die Positionen hier klar bleiben sollen, welche Kirche die grösste ist - und dies obwohl die im Quartier Ehrenfels von Köln geplante Moschee eigentlich einen Kompromiss anbietet, indem sie kleiner ist als katholische, evangelische und jüdische Symbole ... dafür etwas breiter und mit Minaret.

Apropos Minarett: Ich vermisse hier den Ruf des Muezzin. Muss ja nicht gleich morgens um 4 beginnen (was sogar eingefleischten - aber nicht schein-heiligen Muslimen auf den Geist geht, wenn sie in der Nähe einer Moschee wohnen, ein Vergnügen das ich 4 Jahre lang hatte ...), aber mindestens 1 Mal pro Woche, also am Freitag, dem Tag der Versammlung, sollten die Moscheen das Recht haben, das gleiche Recht wie die Kirchen zum Bammeln, den Ruf zum Gebet über die Dächer erschallen zu lassen.

 

Anti-Islamismus-Test

Ein kleiner Test, ob Sie eher dem islamischen oder christlichen Rassismus zuneigen oder sich tolerant nennen dürfen:

A) Lesen Sie die Aussagen mal durch. Wie viele der 16 Aussagen schätzen Sie, stammen tendenziell aus dem Islam (Koran und Shari'a)?

B) Testen Sie, ob Sie die einzelnen Aussagen der Urheberkultur richtig zuordnen.

  1. Und nehmt von euren Leuten zwei zu Zeugen. Sind nicht zwei Männer da, dann sei es ein Mann und zwei Frauen, die auch als Zeugen passend erscheinen, so dass, wenn eine der beiden irrt, die andere sie erinnern kann.  check richtige Antwort

  2. Ihr naht Männern in Begierde anstatt Frauen. Ja, ihr seid ein ausschweifendes Volk. check richtige Antwort

  3. Und sieben Frauen werden zu der Zeit einen Mann ergreifen und sprechen: Wir wollen uns selbst ernähren und kleiden, laß uns nur nach deinem Namen heißen, daß unsre Schmach von uns genommen werde ... check richtige Antwort

  4. Ihr Frauen, ordnet euch euren Männern unter wie dem Herrn. check richtige Antwort

  5. Den Männern gebührt ein Anteil von dem, was Eltern und nahe Anverwandte hinterlassen; und den Frauen gebührt ein Anteil von dem, was Eltern und nahe Anverwandte hinterlassen, ob es wenig sei oder viel - ein bestimmter Anteil. check richtige Antwort

  6. Die Weisheit der Frauen baut ihr Haus; aber ihre Torheit reißt's nieder mit eigenen Händen. check richtige Antwort

  7. O die ihr glaubt! lasset nicht ein Volk über das andere spotten, vielleicht sind diese besser als jene; noch Frauen (eines Volkes) über Frauen (eines andern Volkes), vielleicht sind diese besser als jene. Und verleumdet einander nicht und gebet einander nicht Schimpfnamen. Schlimm ist das Wort: Ungehorsam nach dem Glauben; und wer nicht abläßt, das sind die Frevler.  check richtige Antwort

  8. ...  sollen (a) die Frauen schweigen in der Gemeindeversammlung; denn es ist ihnen nicht gestattet zu reden, ... check richtige Antwort

  9. Die gläubigen Männer und die gläubigen Frauen sind einer des andern Freund. check richtige Antwort

  10. Die Männer sollen ihren Anteil erhalten nach ihrem Verdienst, und die Frauen sollen ihren Anteil erhalten nach ihrem Verdienst. check richtige Antwort

  11. So tötet nun alles, was männlich ist unter den Kindern, und alle Frauen, die nicht mehr Jungfrauen sind. check richtige Antwort

  12. Schlechte Frauen sind für schlechte Männer, und schlechte Männer sind für schlechte Frauen. Und gute Frauen sind für gute Männer , und gute Männer sind für gute Frauen; check richtige Antwort

  13. Diejenigen, welche züchtige, ahnungslose, gläubige Frauen verleumden, sind verflucht hienieden und im Jenseits. Ihrer harrt schwere Strafe. check richtige Antwort

  14. Die Kinder lesen Holz, die Väter zünden das Feuer an, und die Frauen kneten den Teig, check richtige Antwort

  15. Die Männer stehen den Frauen in Verantwortung vor check richtige Antwort

  16. Die Welt ist nur ein Übergang zum Ewigen Leben, und die beste Voraussetzung dazu ist eine gütige Frau. check richtige Antwort

George W. Bush und Tony Blair treffen sich zum Essen mit Gästen im Weißen Haus. Fragt einer der Gäste: "Mister Präsident, worüber unterhalten Sie sich denn den ganzen Tag?" - "Wir planen gerade den 3.Weltkrieg." "Und wie sieht der aus?" - Bush: "Wir töten 40 Millionen Moslems und einen Zahnarzt ..." Der Gast schaut etwas verwirrt: "Wieso einen Zahnarzt?"  Tony Blair klopft Bush auf die Schulter und meint: "Was habe ich dir gesagt, George. Keiner wird nach den Moslems fragen ."

C) Sehen Sie:  Fazit

Quellen:


Der Papst als Kritiker des Islam ... da muss ich sagen bei dem Trara, das die Medien unisono mit dem "Islam der Strassen" gleich wieder machen: Moment mal! Bei allem Respekt vor dem Islam und dem Propheten - aber wenn der Papst kritisiert, dass der Islam den Glauben mit dem Schwert verbreiten will, dann hat er das Recht dazu. Nicht bloss, weil es historisch gesehen stimmt (allerdings auch für die ach so friedliebenden Christen ihrerseits), aber vor allem, weil er der Chef der Katholiken und ihr PR-Manager in göttlichem Auftrag ist. Vom Papst zu verlangen, er solle sich der Kritik am Islam enthalten und nicht ab und zu ein bisschen übertreiben dürfen, wäre etwa so, wie wenn Pfitzer von Vasella erwarten würden, ein Lob auf ihre Firma zu singen ... oder von der Al Azhar ein Lob der Christen. Das dürfte auch jedem Muslim klar sein. Anders zu bewerten sind ähnliche Aussagen durch Zeitungen und andere Medien, die einen Informations, keinen PR-Auftrag haben! Die Unruhen dürften also eher dem Ansehen des Islam als dem des Papstes schaden:

  1. denn man schreit ja dann, wenn's weh tut

  2. denn Toleranz braucht es ja nicht dort, wo man gelobt wird, sondern dort, wo man auf Opposition stösst.

Ein wichtiges Element der Toleranz ist auch eine gewisse Gelassenheit gegenüber Kritik, insbesondere wenn die ja gar nicht zutreffen soll ...

p.s: Wenn Mozarts Idomeneo nicht mehr aufgeführt werden darf weil da mit Mohammed relativ unfreundlich umgegangen wird, dann geht das aber doch etwas zu weit in Sachen "political correctnes". Man kann's auch übertreiben. Einerseits. Andererseits spielt diese Oper eigentlich zur Zeit kurz nach dem Trojanischen Krieg, und da gab es noch keinen Jesus, keinen Mohammed und auch keinen Buddha  - deren Köpfe nebst dem von Neptun auch abgeschlagen werden. Na ja, vielleicht einfach eine dämliche Inszenierung ...

 

Der Papst als Kritiker anderer, nichtkatholischer Christen:

Tja ... das ist eben das Problem, wenn man als einziger einen direkten Draht hat zum lieben Gott .... Dann gibt es eben für diese Einzelanfertigung keinen Störungsdienst, der ihn reparieren könnte, falls defekt, wie zur Zeit ganz offensichtlich der Fall.

Und das Neuste: Teddy Mohammed:

Lehrerin Gilian Gibbons wurde im Sudan zu 60 Peitschenhieben und 6 Monaten Gefängnis verurteilt - wegen Verunglimpfung des Propheten - auf Grund des internationalen Aufruhrs aber gleich begnadigt. Derartiges wäre a) auch im Sudan kaum möglich, wenn nicht ein paar Spinner jeden Furz zu einem Riesenbalohn aufblasen würden - primär um sich selbst als "rechgläubig" darzustellen. Andererseits ist allerdings auch zu sagen: In Europa, wo heute niemand wegen Gotteslästerung eingesperrt oder gar ausgepeitscht wird, ist mir noch nie ein Teddy Nahmens <Jesus> vorgekommen. So ein klein bisschen Grips sollte also auch eine Lehrerin haben.

* Die mit * markierten Links sind seit dem 23.01.08 nicht mehr am Netz, weil der Provider von www.diskussionsforen.ch, Genotec, Zensur ausübt - in eigener Regie. Er ist kein Moslem, sondern Basellandschäftler.