Die Araber

 

 

Araber treten seit ca. 3000 Jahren als Volk auf. Was die Schweiz betrifft, so scheint es heute.laut Urs Köppel, Uni Luzern, unbestritten, dass das Wallis im 10-/11. JH. unter arabischer Herrschaft stund. s. Islam in der Schweiz)

Wer ist ein Araber?

Natürlich ist der Islam arabisch geprägt, denn der Prophet war Araber, die Sprache des Koran ist arabisch und die Araber waren die Ersten, die die Botschaft empfingen und verbreiteten. Trotzdem darf man Araber nicht mit Muslim verwechseln - und umgekehrt, denn erstens  ist nur ein Fünftel der Muslime Araber, die grösste Anzahl der Muslime findet sich auf Indonesien. Zweitens gibt es unter den Arabern bedeutende Minderheiten von Christen, Juden, Alawiten, "Heiden", Zoroastrier ...

Araber sind also, laut dem Orientalisten Maxim Rodinson, diejenigen die arabisch sprechen und es als ihre eigene Sprache betrachten, die in der arabischen Geschichte und Kultur ihren geistigen Ursprung sehen und eine arabische Einheit, wie ein arabisches Bewusstsein, beanspruchen.

Kurz gefasst, von Sati Husri: Arabe est celui qui parle arabe, qui se veut arabe et qui se dit arabe. (Araber ist, wer arabisch redet, Araber sein will und dazu steht..)

Urheimat der Nord-Araber ist die Wüste zwischen Jordanien und  Irak, diejenige der Südaraber (Minäer und Nabatäer) Saba, Ma'in, Qataban und Hadramaut ist der Jemen.

La pensée arabe se répète comme l'eau jaillissante;

de même que la musique arabe est mélodique et non harmonique;

de mème que le temps est comme une spirale et non comme une trajectoire.

Badawi, isl. Mystiker 13 JH

Der Reichtum der arabischen Sprache, die dem Aramäischen, also der Sprache Jesu und dem Hebräischen, nahe verwandt ist und über sumerische Keilschrift, aegyptische Hyeroglyphen und dann vor allem das aramäische Alphabet Grundlage bildete für den grössten Teil der Schriften der Welt, zeigt z.B. auch, dass dieses Volk keineswegs nur aus kriegerischen und räuberischen Beduinen bestand. Für das Wort Mensch  gibt es im arabischen gleich 4 Bezeichnungen:

  • bachar: der von Gott geschaffene Mensch
  • mar: der sterbliche, vergängliche Mensch
  • rajul: der Mann (apropos: französisch homme hat schliesslich die selbe Doppelbedeutung von Mann und Mensch - dies zur Vorwegnahme feministischer Kritik)
  • insan: das soziale Wesen Mensch, die Menschheit

Ein gewichtiger Unterschied wird von Hamit Duran ( www.barmherzigkeit.ch/Leseproben/muslime_in_der_ch.html  ) hervorgehoben, es ist dies die Lebensphilosophie. Obwohl sich die Schweiz christlich nennt und nach wie vor einige Parteien dies als Emblem vor sich her tragen, ist die Nächstenlieben weit in den Hintergrund - Kapitalismus, Egoismus und Säkularismus in den Vordergrund getreten. Während für Muslime die Familie und Verwandtschaft im Zentrum ihres Interesses steht, sie also nur so viel Zeit für die Arbeit aufwenden, wie sie zum Leben brauchen, und den Rest für Familie und Verwandtschaft investieren - wird die Familie in unserer Wirtschaftsform zum Stör- und Kostenfaktor. Man könnte es, etwas plakativ, aber doch nicht ganz falsch, so formulieren: Die Araber arbeiten um zu leben - wir leben (nach 500jähriger Indoktrination durch Calvin & Co) um zu arbeiten. Warum sonst wäre wohl Arbeitslosigkeit schlimmer als Krankheit oder Scheidung? (mehr dazu ...)

Der arabische Markt hat viel mehr Funktionen, als bloss Güter zum richtigen Preis am richtigen Ort anzubieten und den Umsatz zu fördern. Ausgezeichnet beschrieben ist das bei Weinrich: Markttag in Afrika. Solche Märkte dienen in erster Linie der Begegnung und dem Austausch von Neuigkeiten. Sie ersetzen der ländlichen Bevölkerung, bei der immer noch ein hoher Anteil des Lesens und Schreibens unkundig ist, nicht nur die Zeitung, sondern auch den Fernsehapparat, dem entweder der Strom fehlt, oder dessen Programme von Morgens früh bis Abends spät den Präsidenten und dessen Entourage zeigen. Märkte sind auch wichtige Orte für die Schlichtung von Stammes- und privaten Fehden. Es herrscht dort Waffenruhe. Märkte sind die Knotenpunkte von Netzwerken, die oft mehr dem Nachrichten- als dem Güteraustausch dienen. Diese Überlegenheit persönlicher Beziehungen über rein neutrale Marktbeziehungen hat natürlich nicht nur Vorteile. Duran erwähnt genau so wie der Autor, dass hier etwas weniger Arbeit mehr Lebensqualität wäre, dort etwas mehr Arbeit zum selben Ziel führen würde.

Arabic newspapers

Forschung

  • Schweizerische Gesellschaft Mittlerer Osten und Islamische Kulturen. Die Gesellschaft hat zur Zeit ca. 200 Mitglieder. Diese sind an Schulen und Universitäten, in Redaktionen, Verlagen, Museen, in der öffentlichen Verwaltung, in internationalen sowie wohltätigen Institutionen und in der Privatwirtschaft tätig. Gemeinsam ist ihnen ein berufliches Interesse an Mittelöstlichem und an der islamischen Kultur in ihren verschiedensten Ausprägungen.
  • Wissenschaftliche Institute http://www.cx.unibe.ch/islam/links/universitaeten.html  (Falls Sie bei diesen mal auf Forschungsanstrengungen stossen, die mit aktuellen Problemen zu tun haben, wäre ich dankbar für einen Hinweis an > hewww@brainworker.ch )

 

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