1. Kommunikation - Konsens - Dialog - Handlung
  2. Entwicklungsprozesse
  3. Modelle: Zyklen - Evolution - Revolution
  4. Warum wächst die Wirtschaft der Schweiz nicht mehr?
  5. Ganzheitlichkeit: Weltanschauung und Weltbild
  6. Wissen: Der Zyklus von Handeln und Lernen
  7. Situation: Vom Denken zum Handeln
  8. Soziale Forstwirtschaft als aktive Entwicklung gesellschaftlicher Strukturen.

Vom Werden und Vergehen:

Urknall - Erdgeschichte - Mensch- und Völkerwanderungen

 Kosmosgeschichte - Urknall

Speziell, um nicht zu sagen "orientalisch", scheint der Umgang mit Zeit in Amsterdam. abgesehen davon, dass die Hälfte der Uhren steht oder falsch geht, hat diese hier am Bahnhof nur einen Zeiger, der dauernd rumpendelt, manchmal sich ganz dreht. ... Es handelt sich eben um einen Windrichtungsmesser ....

Das Universum beginnt mit einem Zustand, bei dessen Beschreibung die bekannten physikalischen Gesetze versagen. Aus sehr elementaren Überlegungen folgt jedoch, dass die Dichte zu Beginn etwa 1094 g/cm3 und die Temperatur etwa 1032 K betragen haben muss. Der Begriff "Zu Beginn" ist allerdings unbrauchbar, da es die Dimension der Zeit a) gar nicht gab und b) die Zeit zu Beginn, auf Grund der hohen Gravitation, doch so langsam lief, dass sie eigentlich  inexistent - aber unendlich war. Die Frage nach dem "Vorher" existiert also nicht, da es ohne Zeit kein Vorher gibt. Vorher herrschte DAS NICHTS.

Da zu dieser "Zeit" diese, also die Zeit, gar nicht existierte, gab es also auch kein Geld, denn Geld ist gespeicherte Zeit. Das schwarze Loch enthält also das Paradies.

Mit dem Urknall, vor 13.7 Milliarden Jahren, entstanden also nicht bloss unsere 3 bekannten Dimensionen, sondern auch die Zeit.

Im Alter von 10-36 s ist die Temperatur auf etwa 1027 K Der Bereich, der dem heute sichtbaren Universum entspricht, expandiert dabei von einem Durchmesser, der den eines Protons weit unterschreitet, auf etwa 10 cm.

Quark-Ära: Nach 10-33 s ist die Temperatur auf 1025 K abgesunken. Es bilden sich Quarks und Anti-Quarks, die Bausteine der heutigen schweren Teilchen. Die Temperatur ist aber so hoch und die Zeiten zwischen zwei Teilchenstößen so kurz, dass sich noch keine stabilen Protonen oder Neutronen bilden, sondern ein so genanntes Quark-Gluonen-Plasma aus annährend freien Teilchen entsteht. Schwerere Teilchen, wie die X-Bosonen, sterben aus, da sie instabil sind, und die Temperatur für eine erneute Entstehung aus Strahlung nicht mehr ausreicht.

Beginn der Hadronen-Ära: Nach 10-6 s liegt eine Temperatur von 1013 K vor. Quarks können nicht mehr als freie Teilchen existieren, sondern vereinigen sich zu Hadronen. Mit abnehmender Temperatur zerfallen die schwereren Hadronen, und es bleiben schließlich Protonen und Neutronen sowie ihre Antiteilchen übrig. Durch ständige Umwandlungen von Protonen in Neutronen und umgekehrt entsteht auch eine große Zahl von Neutrinos.
 

In der Anfangsphase stand die Strahlung in permanenter Wechselwirkung mit den freien Ladungen. Das Universum war daher undurchsichtig. Nach ca. 380.000 Jahren ist die Temperatur auf etwa 3.000 K gefallen. Bei diesem Wert bilden Atomkerne und Elektronen stabile Atome. Die Wechselwirkung von Photonen mit neutralen Atomen ist gering, so dass Licht sich nun weitgehend ungehindert ausbreiten kann. Das Universum wird durchsichtig. Im Verlauf der weiteren Expansion nimmt die Wellenlänge der abgekoppelten Hintergrundstrahlung durch Rotverschiebung zu. Sie ist heute als Strahlung messbar, die einer Temperatur von 2,73 K entspricht, der so genannten 3-Kelvin-Strahlung.

Durch die Entkopplung der Strahlung gerät die Materie nun stärker unter den Einfluss der Gravitation. Ausgehend von räumlichen Dichteschwankungen, die möglicherweise bereits in der inflationären Phase durch Quantenfluktuationen entstanden sind, bilden sich nach 1 Million Jahren großräumige Strukturen im Kosmos. Dabei beginnt die Materie in den Raumgebieten mit höherer Massedichte als Folge gravitativer Instabilität zu kollabieren und die Massenansammlungen zu bilden, aus denen später die Galaxien und Galaxien-Cluster entstehen.

Dieser gedachte Ursprung (es handelt sich um fiktive Theorien, die nur über x Umwege zu kontrollieren sind) entspricht einer Singularität, d.h. einer (schier) unendlichen Masse die auf einen Punkt, der bekannter weise keine Ausdehnung hat, verdichtet ist.  Die Dichte der Materie, oder vermutlich besser: des Masse-Energie-Breis, wird also unendlich. Alles in allem ist die Sache bis anhin aber nicht bloss für Nichtphysiker unverständlich. Da in dem Zustand weder Zeit, noch Raum existieren, sondern nur eine enorme Masse und Gravitation, ist eigentlich gar nichts da, sonder nur noch ein extrem gekrümmter Raum. Hier werden die Verhältnisse allerdings so extrem, dass auch Einsteins Gleichungen der Relativitätstheorie nicht mehr stimmen. Also gibt es eine Physik nach Einstein und über Einstein hinaus. Unser Verständnis der Gravitation ist ohnehin, im Vergleich zu dem, was wir über Elektrizität und Magnetismus wissen, minim.

Dies zeigt auch die Tatsache, dass offensichtlich nur 4% des Universums aus Materie besteht, wie sie uns bekannt ist. 25 % sind dunkle Materie, über die wir so viel wissen, wie das Mittelalter über den Aether, nämlich nichts. Und der grösste Teil, 70%, besteht aus Energie, von deren Eigenschaften wir ebenfalls keinen blassen Dunst haben, und sie sinngemäss dunkle Energie nennen. Sie besteht seit 9 Milliarden Jahren und ihre Antigravitations-Wirkung scheint zuzunehmen, denn während dem sich das Universum bis vor 5 Milliarden Jahren gleichmässig ausdehnte - und es sich nach den Gesetzen der Gravitation, also irgend wann mal wieder zusammen ziehen müsste - beschleunigt sich seither die Ausdehnung, was eben dieser unbekannten dunklen Energie zugeschrieben wird. Einstein tat seine kosmische Konstante, die das erklärt, selbst noch als Eselei ab ...  Wenn es diese dunkle Energie war, die durch ihre Antigravitationswirkung den Urknall verursacht hat, dann ist sie vielleicht Gott ... (reine, leicht zynische Spekulation meinerseits ... zeigt aber, dass wir viel weniger wissen als wir denken, und noch weniger denken als wir könnten).

Die String-Theorie, wie die 10-dimensionale Supergravitationstheorie oder die 11-dimensionale Supergravitation versucht diese Absurditäten zu erklären, indem sie Energie und/oder Masse in andern, weitern (bis zu total 11) Dimensionen verschwinden lässt oder an den Wänden "aufgerollter Dimensionen" (ein zweidimensionales Papier gerollt erscheint es linienförmig, also eindimensional), anklebt, also sog. Branen (D-Brane), die durch die t-Dualität gefordert werden. Diese Theorien sind wiederum Grenzfäll der M-Theorie. Sie erklären, warum zwar Kräfte (Gravitation z.B.) da sind - aber sonst eigentlich nix, eben, weil sich da so ein paar seltsame Gesellen in andern Dimensionen verstecken ...) Das einst unteilbare Atom lässt sich heute nicht mehr bloss in Protonen, Neutronen und Elektronen, sondern in eine Unzahl Teilchen-und-Wellen-Zwitter zerlegen wie Bosonen (Higgs Bosonen), Gravitonen (theoretisches Eichboson), Gauginos (Superpartner bosonischer Eichfelder), Fermionen, Gluonen, Neutrinos, Leptonen, Mesonen, Myonen, Baryonen, Hadronen, ,  Quarks (- die die ihnen zugedachte Eigenschaft als wirklich unteilbare Bausteine des Atoms eben auch nicht erfüllt haben, was aber eigentlich logisch ist, seitdem bekannt, dass sich Materie und Energie nur zwei Erscheinungsformen sind. Gerade weil bei diesen Umwandlungen oft äusserst seltsame neue Teile entstehen, wie etwa das Top-Quark, das 200 mal so schwer ist wie ein Proton - also in einem "anständigen" Atom und "normaler" Materie wirklich nichts zu suchen hat ...  genau so wie die seltsamen Teilchen der Supersymmetrie, s. auch supersymmetrisches Standardmodell).  
All diese Theorien scheinen noch vorwiegend heuristischer Art, sind aber die Ursache für den Bau immer grösserer Teilchenbeschleuniger. Der grösste zur Zeit in Bau befindliche ist der Large Hadron Collider, LHC, des CERN bei Genf. (Hadronen)

String theorists don't make predictions, they make excuses.
(Stringtheoretiker machen keine Voraussagen, sie erfinden Ausreden.)

Richard Feynman

Ein seltsamer Aspekt ist etwa auch, dass die Kaluza-Klein -Theorie zwar als erledigt gilt, da sie sich nicht quantisieren lässt - aber die dabei vorhergesagten Kaluza-Klein-Massen (für einige, z.B. Lisa Randall) doch als Beleg für die Stringtheorie gelten sollen.

Die Schleifen-Quanten-Gravitation ist ein anderer Versuch, diese Zustände und Entwicklungen im Kleinsten zu erklären. Es handelt sich dabei um die am weitesten entwickelte Alternative zur String-Theorie. Sie verbindet die Quantentheorie mit der Relativititätstheorie, ein altes Anliegen der Suche nach der "Weltformel" (s. auch die Quantengravitation und die grand unification theory (GUT)). Die Zeit wird hier als Gitter angenommen, in dem Energie und Masse nicht beliebig konzentriert werden können. Ist das Zeitgitter voll, wird Energie abgegeben, die Gravitation also umgekehrt. Damit liesse sich ein unendliches Pulsieren von Energie und Raum abstrakt erklären - aber vermutlich doch nicht wirklich begreiflich machen. Nö, ernsthaft, wirklich nicht, denn Begreifen kommt von Greifen, und damit is hier wirklich nix.

Ein Wort das hier im Dutzend vorkommt, das wir aber immer noch nicht mal am Rande erklären können, ist die Masse und ihre Anziehungskraft, also die Gravitation. Diese soll stark von den Wechselwirkungen der Higgs-Teilchen abhängen, aber nicht bloss. Starke Wechselwirkungen zwischen den Quarks sollen den grössten Teil dazu beitragen. Erforschen, d.h. erzeugen, wird sich das Higgs-Teilchen (inschallah ... so Gott will) erstmals am LHC (large hadron collider) des Cern, der inzwischen fertig gestellt ist und 2008 in Betrieb geht.

Schwarze Löcher

Kleine Brüder dieser Ur-Entität sind die schwarzen Löcher. Sie heissen so, weil ihre Anziehungskraft (Gravitation) so hoch ist, dass nicht einmal mehr Licht, ein Zwitter von Materie und Welle, sie überwinden kann.

Ein Zwischenstadium zwischen einem "normalen" Stern und einem Schwarzen Loch nehmen die Weissen Zwerge ein, die Neutronensterne.  Der Radius eines Neutronensterns beträgt etwa 10 km, ist also noch viel zu wenig dicht, um Licht zurückhalten zu können. Der Gravitationskollaps schreitet bis zu einer Dichte von etwa 1017 kg/m3 fort. Dies entspricht der Dichte von Atomkernen. Der Stern besteht dann aus dicht gepackten Neutronen, deren Druck den Zusammenfall zum Stillstand bringt (Neutronenstern). weisse Zwerge.Der Radius, ab dem die Masse ausreichend verdichtet ist, um Licht mindestens um eben diesen Betrag krümmen zu können, ist der Schwarzschild-Radius. Dies tritt ein wenn ein Stern mit einer Masse von mehr als 10 Sonnenmassen (M>10 MS) kollabiert, womit die Gravitation ausreicht, den Radius des Sterns unter den von Schwarzschild angegebenen Gravitations-Radius ("Schwarzschild-Radius") zu drücken.

RS = 2 G M / c2,

Ein Schwarzes Loch mit der Masse von 10 Sonnen hat den Schwarzschild-Radius R = 29 km.

http://www.jgiesen.de/astro/stars/schwarzesLoch.htm

Der Schwarzschildradius für ein Schwarzes Loch von einer Sonnenmasse beträgt 3 km, für ein Objekt der Erdmasse 9 Millimeter. Um ein Schwarzes Loch dieser Größe zu erzeugen, müsste also die gesamte Masse der Erde auf einen so kleinen Raum komprimiert werden.

Eine der gewaltigsten Strukturen, das rotierende Doppel-Schwarzloch No 0402+379, wurde von Cristina Rodriguez, Universität von New Mexiko, entdeckt. Es handelt sich um die "verschmolzenen" Überreste" zweier Galaxien, die noch heute im Abstand von nur 24 Lichtjahren umeinander kreisen. Sie sind 470 Millionen Lichtjahre von der Erde entfernt und weisen eine totale Masse von 150 Millionen Sonnen auf.

Auf dieser preisgekrönten Website können Sie (virtuell) mit 10-milliardenfacher Lichtgeschwindigkeit durch's All reisen (virtuell, damit Sie noch zu Lebzeiten dort ankommen), sich z.B. in ein Schwarzes Loch fallen lassen und vieles mehr. http://hubblesite.org/discoveries/black_holes/home.html Die Enzyklopädie beantwortet Ihnen alle Fragen zu Schwarzen Löchern.

 

Die Entstehung der Elemente

Bereits beim Urknall entstanden die leichten Elemente Wasserstoff (ca. 75%) und Helium (ca. 25%), zusammen mit geringen Mengen Lithium und Beryllium.

Schwerere Elemente entstehen im Universum durch Kernreaktionen in den Sternen (meist durch Kernfusion). Am Anfang steht der Wasserstoff mit einem Atomgewicht von ca. 1.0 (ein Proton). In Hauptreihen-Sternen, wie auch unserer Sonne, verschmilzt unter hoher Temperatur (mehrere Millionen C°) und hohem Druck Wasserstoff zu Helium. (Atomgewicht ca. 4.0) Dabei verschmelzen 4 Wasserstoffatomkerne über mehrere Zwischenstufen zu einem Heliumatomkern.

Die Fusion geht auf diese Art (Atome mit geringerer Protonenzahl und Atomgewicht verschmelzen zu höheren unter Abgabe von Energie) in den meisten Sternen bis zum Kohlenstoff, in massereichen bis zum Eisen weiter. Die Energieausbeute wird dabei immer geringer. Eisen ist der am dichtesten gepackte Atomkern, bei Fusionsreaktionen darüber hinaus wird Energie verbraucht anstatt freigesetzt. Sterne sind auf Energiegewinnung aus Kernfusion angewiesen um ihren Gravitationskollaps aufzuhalten, daher können derartige Reaktionen nicht in nennenswertem Umfang stattfinden.

Elemente schwerer als Eisen entstehen in Sternen am Ende ihrer Lebensdauer. Dabei fangen Atomkerne Neutronen ein und werden so in Elemente höherer Ordnungszahl umgewandelt. Dies geschieht im so genannten s-Prozess (bei massearmen Sternen) oder im r-Prozess (bei massereichen Sternen während einer Supernova).

Ein Stern verliert am Ende seiner Lebensdauer große Mengen Material (kontinuierlich durch Sonnenwind oder explosiv in einer Supernova), dadurch gelangen die entstandenen Elemente zurück in das interstellare Medium. Jüngere Sternensysteme enthalten daher bereits von Anfang an auch geringe Mengen schwererer Elemente, die z.B. Planeten wie in unserem Sonnensystem bilden können.

 Entstehung der Planetensysteme

Weil es vor dem Urknall weder Zeit noch Raum gab, können wir also vor einer Zeit vor dem Urknall sinnvollerweise gar nicht reden. Wenn Sie also Gott als Anstoss zum Urknall bemühen wollen, kann Ihnen kein Wissenschaftler widersprechen.

Sternenzyklen: Der Zyklus der Sternentwicklung beginnt mit einem Gasnebel. Durch Gravitation können sich die Gase verdichten, oft so stark, dass bereits durch die Kompression Licht entsteht. Wird das Gleichgewicht zwischen Gravitation und Dichte erreicht, beginnt die Kernfusion. Sterne die zu wenig Masse haben um ausreichend Druck und Hitze für einen Fusionsprozess zu erzeugen, kühlen ab und werden zu braunen Zwergen. Sterne mit einer Masse wie etwa die Sonne können so lange in einem Gleichgewicht bestehen, bis dass der Wasserstoff zu Helium fusioniert ist. (Für die Sonne rechnet man mit 10 bis 15 Milliarden Jahren.

Im späten Stadium verdichtet sich der Kern aus Helium weiter, bis dessen Fusion zu Kohlenstoff einsetzt. Gleichzeitig wird die Hülle stark aufgeheizt und vergrössert sich enorm. Man nennt den Stern in diesem Stadium, das allerdings nur ein paar Millionen Jahre dauert, einen Roten Riesen. Die Sonne wird sich in dem Stadium über die Umlaufbahn der Erde hinaus ausdehnen. Während dem sich die Hülle weiter ausdehnt, konzentriert sich der Kern, bis er zu einem Weissen Zwerg, einem Neutronenstern, wird (rechts, anklickbar, den Krebsnebel, das Überbleibsel einer Supernovaexplosion im Jahr 1054. Der Stern wurde so hell, dass er über 2 Jahre auch tagsüber sichtbar war. Der sehr schnell rotierende Neutronenstern im Zentrum liefert die Energie für das blaue Licht.) Ist die Masse der Sonne zu klein, wird er zum Roten Supergiganten und die Gase verpuffen ins Weltall. Bei grossen Supergiganten (1.4 x Sonnenmasse) kann die Fusion im Kern so weit gehen, dass Eisen erzeugt wird. Ist dieser Prozess abgeschlossen, explodiert er und wird zur Supernova. Ähnliches passiert, wenn weisse Zwerge zusätzliches interstellares Material einfangen oder kollidieren.

Die Sonne wird den Zustand des Weissen Zwerges in ca. 5-6 Milliarden Jahren erreicht haben. Sie hat also mehr als die Hälfte ihres "Lebens" bereits hinter sich.

Der Abfall kollabiert in ein Schwarzes Loch (das aber auch durch andere Ursachen entstehen kann). Die Wirbelform der meisten Galaxien zeigt rein phänomenologisch doch eine enorme Ähnlichkeit mit Tornados. Es ist anzunehmen, dass die Sterne der Galaxien um ein Schwarzes Loch im Zentrum kreisen, in dem sie früher oder später versinken werden. Allerdings kommt es auch vor, dass ganze Galaxien zusammenstossen: http://www.spacetelescope.org/news/html/heic0810.html

Mit gelben Birnen hänget
Und voll mit wilden Rosen
Das Land in den See,
Ihr holden Schwäne,
Und trunken von Küssen
Tunkt ihr das Haupt
Ins heilignüchterne Wasser.

Weh mir, wo nehm' ich, wenn
Es Winter ist, die Blumen, und wo
Den Sonnenschein,
Und Schatten der Erde?
Die Mauern stehn
Sprachlos und kalt, im Winde
Klirren die Fahnen.

Hölderlin

Schwarze Löcher befinden sich auch in den Zentren der Galaxien. "Unseres", von geringerem Umfang als die Erdumlaufbahn, aber von grösserer Masse als 4 Millionen Sonnen, befindet sich im Zentrum der Milchstrasse, 26'000 Lichtjahre von der Erde entfernt, im Sternzeichen Schütze. In ihm werden wir irgend wann wieder im Nichts verschwinden. Dann wird das Weltall zwar immer noch als Zeit und Raum existieren, aber ohne Inhalt, dafür mit Löchern. Es gibt Theorien die aussagen, dass dann wieder ein Schrumpfungsprozess einsetzt, sich das Weltall kontrahiert, die schwarzen Löcher zusammenstossen, bis wieder der Urzustand der Singularität entsteht - die dann vielleicht eines Tages (na ja, bildlich gesprochen, denn, wie gesagt, Zeit, also Tage, gibt es in dem Zustand gar nicht) wieder explodiert.

Nach 9,2 Milliarden Jahren kollabiert am Rande unserer Galaxis eine Wolke aus Gas und Staub, die auch Material aus Supernovaexplosionen enthält, und bildet unser Sonnensystem mit seinen Planeten und Monden Das Sonnensystem, und damit die Erde ist 5.5682 Milliarden Jahre alt, also etwas mer als bisher für den Erdmond mit 4.527 Milliarden Jahren geschätzt wurde. Diese Daten wurden anhand des Meteoriten NWA 2364 aufgrund des Isotopengehaltes von Blei bestimmt.

4,5 Milliarden Jahre später entsteht der Mensch.

Planetensysteme vergehen aber auch, da die Sonnen "ausbrennen", zu roten Riesen werden, und ihre Trabanten verschlucken. Auch ganze Galaxien vergehen, wenn sie mit anderen zusammenstossen. Eindrucksvolle Bilder dazu liefert Hubble. Die Erde gibt's dann aber eh nicht mehr, denn in 5-7 Milliarden Jahren hat sich die Sonne zu einem Roten Riesen entwickelt und die Erdkruste wieder aufgeschmolzen. Zu heiss zum Leben wird's allerdings bereits in 500 Millionen Jahren. Das heisst, wir befinden uns "in der Mitte des Lebens". Die "Hölle" wird also erst für ein paar Dutzend Milliarden Jahre höllisch heiss - bevor alle Energie verbraucht ist und die Sonne samt Trabanten zu einem Schwarzen Zwerg zusammenfällt und erkaltet auf -273.15°C, womit dann Dante doch noch recht hat. > s. Die Entwicklung der Sonne.

Sieht man sich so eine Galaxie mal aus der Ferne an (31 Millionen Lichtjahre), hier die Spiralgalaxie M51, auch "whirlpool Galaxie" genannt, so könnte man doch auf die Idee kommen, dass diese Galaxien, genau so mysteriös wie sie entstanden sind, aus dem Nichts, wieder in das Selbe hinein geschlürft werden, genau wie das Wasser aus einem Bad.


 

 Erdgeschichte: 4.5 Milliarden Jahre (1, 2)

Mio. Jahre

Erdzeitalter

Periode

Epoche

Vertreter/Ereignisse

0,01

Neozoikum / Känozoikum

63 Mio: völliges Aussterben der Dinosaurier, fast vollständiges Aussterben aller Arten, (Ausnahme die Vorfahren der Vögel), vermutlich durch Einschlag eines Meteoriten im Golf von Mexiko.

Der gigantische Vulkan in Kolorado (USA) der ebenfalls einen grossteil des Lebens in Nordamerika zestört haben soll, ist nicht unbedingt Fiktion - aber gemessen an der Tatsache, dass der gesamte Mittlere Westen und Osten Nordamerikas damals erst wieder aus dem Meer auftauchte, vermutlich doch nicht so dramatisch zu werten. Eben diese gewaltigen tektonischen Hebungsvorgänge dürften damals zu einigem Vulkanismus geführt haben. (s. Entstehung der Bergketten der westlichen USA)

Quintär: ? Insektenzeit?

Quartär Jungzeit - Menschenzeit

Entwicklung des Menschen

Anthropozän

Moderner Mensch (Homo sapiens, Verbreitung, 2. Mungo Man, 2, 3, Homo floresiensis, Dali)

Holozän

1,8

Pleistozän / Eiszeit

 

Entwicklung des Menschen (z.B. Neandertaler, Homo erectus, 2)

5

5 Mio: Abspaltung des Menschen von Schimpansen und Zwergschimpansen (Bonobos)
7 Mio: Abspaltung von Gorillas
14 Mio: Orang Utans
18 Mio: Gibbons
25 Mio: Altweltaffen
40 Mio: Neuweltaffen
58 Mio: Koboldmakis
63 Mio: Lemuren, Buschbabies

Tertiär Neuzeit, 62-2 Millionen Jahre: Entwicklung der Säugetiere

70 Mio: Spitzhörnchen und Riesengleitflieger
75 Mio: Nagetiere und Kaninchenartige (mehr als 40% der Säugetiere gehören heute noch zu den Nagetieren.)
85 Mio: Laurasiatheren: Schuppentiere, Fleischfresser (inkl. des vegetarischen Riesenpandas), Paarhufer, Unpaarhufer, Fledermäuse, Insektenfresser. Die Herrschaft der Grösse führte zu Geschlechtsdimorphismus, also bei Robben zur Erscheinung, dass Männchen bis zu 8 mal schwerer waren als Weibchen.
95 Mio: Nebengelenktiere: Gürteltier, Faultier, Ameisenbär etc.
105 Mio: Afrotheren (Elefanten, Schliefer, Erdferke. Tenreks, Rüsselspringer ....)
140 Mio: Beuteltiere

Pliozän

Entstehung der Vormenschen

23

Miozän

Entwicklung der Primaten (z.B. Pliopithecus)

37

Oligozän

Blütezeit der Huftiere (z.B. Protoceras)

54

Eozän

Entstehung der Urhufer (z.B. Uintatherium)

65

Paläozän

Blütezeit der Säugetiere,

142

 

 

 

Mesozoikum Mittelzeit

◄fast völliges Absterben aller Arten

Kreide

180 Mio: Kloaktentiere (Schnabeltier, Ameisenigel)

.

erste Blütenpflanzen (Angiospermen)

208

Jura, 213-244 Millionen Jahre: Afrika stösst an Europa, Indien an Asien, die Auffaltung des Himalaja, der Alpen und der Kordilleren beginnt und setzt sich durch die Kreidezeit (144-64 Millionen Jahre) hindurch fort. Die vollständige Entfaltung wird erst im Jungtertiär erreicht, setzt sich aber heute noch fort. Die Angiospermen (Bedecktsamer), heute der häufigste Pflanzentyp, beginnen sich zu verbreiten.

.

Nacktsamer weiter dominant, Dinosaurier dominant, erste Vögel (z.B. Archaeopteryx)

245

Trias, vor 220 Millionen Jahren bricht Pangäa auseinander. Nordamerika trennt sich von Europa und driftet westwärts.

.

Nacktsamer dominant (Gymnospermen), erste Dinosaurier und Säugetiere

286

Paläozoikum Altzeit

◄fast völliges Absterben aller Arten (95%)

Ende des Kambriums, vor 500 Millionen Jahren,  (3/4 der Trilobiten). Danach erste Besiedelung des Landes durch Pflanzen und Tiere.

fast vollständige Zerstörung allen Lebens auf der Erde

Perm , vor 250 Millionen Jahren sterben 60-85% aller Lebewesen, insbesondere in den Meeren (Trilobiten werden diesmal völlig ausgelöscht. Die Asseln sind nur ein kümmerliches Überbleibsel der Zeit)

Pangäa trocknet aus. Fast alle Arten sterben. Als theoretische Ursache werden nach wie vor Meteoriten, Vulkanausbrüche, Methanfreisetzungen u.a. geboten.

310 Mio: Sauropsiden (Vögel, Reptilien): Noch heute 3 x so viele Arten wie Säugetiere.
340 Mio: Amphibien

.

Blütezeit der Reptlilien (z.B. Dimetrodon), Entstehung der meisten Insektenordnungen.

Bereits damals dominierte EINE SPEZIES die Welt: Lystrosaurus (Bilder), frühe Riesenreptilien mit der Grösse eines Schweines bis eines Rhinos, stellten 50% der Populationsmasse aller Tiere..

360

Karbon

.

vorwiegend Amphibien, erste Reptilien (z.B. Edaphosaurus)

408

Devon

417 Mio: Lungenfische

.

Ausbildung von Knochenfischen (z.B. Eusthenopteron); erste Amphibien und Insekten

438

Silur, vor ca. 420 Millionen Jahren: Afrika kollidiert mit Europa

425 Mio: Quastenflosser
440 Mio: Strahlenflosser
460 Mio: Knorpelfische

.

Vielfalt kieferloser Wirbeltiere; erste Landpflanzen

510

Ordovizium

530 Mio: Neunauge / Inger
Lanzettfischen
Seescheiden
Ambulacraria (Seesterne, Seeigel, Schlangensterne, Seegurken)

Protostomier

.

Erste Wirbeltiere: kieferlose Fische (Agnathen), marine Algen häufig

550

Kambrium

620-590 Mio: Plattwürmer (Bilder)
Nesseltiere
Schwämme

.

Die ersten Tiere mit Hartteilen (z.B. erste Trilobiten)

700

Präkambrium Urzeit

900-1200 Mio: Kragengeisseltierchen
Drips
Pilze
Amoeben

Eukaryoten
Archaea
Eubakterien


Proterozoikum

.

Entstehung der ältesten Tiere (z.B. Würmer, Quallen, Algen, ) s. Edicara

1500

.

Eukaryonten

2500

3.5 Milliarden: Blaualgen

Archaikum

.

Anreicherung von Sauerstoff in der Atmosphäre

3500

.

älteste Mikroorganismen (z.B. Bakterien), Die Entstehung des Lebens, timeline of evolution (1, 2, 3, 4), erste Zellen, Prokaryoten, Cyanobakterien, Archaea

4600

.

geschätzte Entstehung der Erde

Erweitert nach

Die Trennung der Rassen ist allerdings nicht ganz so vollständig wie wir uns das gerne vorstellen. So sind z.B. Kreuzungen entstanden zwischen Delphin und Killerwal: wholfin:

Pferd und Zebra: zorse Tiger und Löwe: liger

Und auch der nicht eben als Intelligenzbolzen bekannte Neanderthaler scheint sich mit dem Homo saspiens doch so oft vereinigt zu haben, dass 1 bis 4% der Erbmasse der Europäer und Asiaten, nicht aber der Afrikaner, von ihm stammen. Vielleicht hat die Härte der Eiszeiten jene Gene geschaffen, die für ein rücksichtsloses Wirtschaften nötig sind - und die den Afrikanern heute offensichtlich fehlen.

 Menschheitsgeschichte [s. auch: zur genetischen Differenzierung von Rassen]

2.5 Mio Jahre Homo rudolfensis Homo rudolfensis ist der älteste Humanoide und gilt heute als Vorfahre des Homo ergaster, und dieser als Vorfahre des Homo erectus, aus dem sich später der Homo sapiens entwickelte. Homo habilis ist damit ein ausgestorbener Seitenzweig, der sich lange den selben Lebensraum teilte.
2-3 Mio [Homo habilis] / Homo ergaster
"        Homo erectus Neuere Funde in Spanien (Atapuerca) zeigen, dass der Mensch (Homo antecessor) - steht zwischen Homo erectus und Homo heidelbergensis) offenbar viel früher als bisher angenommen nach Europa einwanderte, nämlich bereits vor 1.2 Millionen Jahren, über die Meerenge von Gibraltar (nicht zu Fuss, denn das war nur vor 6 Millionen Jahren möglich, aber bei 14 km an der engsten Stelle dürfte das auch damals kein unüberwindbares Problem gewesen sein), und nicht erst vor 500-800'000 Jahren wie bisher angenommen über den Bosporus.
130'0000 Homo neanderthalensis (der Neanderthaler entwickelt sich aus dem Homo heidelbergensis, Er verbreitet sich in Europa und im Mittleren Osten, betreibt Magie, bestattet die Toten und kümmert sich um Kranke. Seit 60'000, (belegt durch entspr. Knochenfunde  in der Kebara cave, Israel, ist er der menschlichen Sprache fähig - von denen es heute ca. 6000 lebende gibt. Er benutzte den Speer, vermutlich aber bloss um zu erstechen, nicht zu werfen. FOXP2, das Gen das mit der Entwicklung der Sprache assoziiert wird, taucht auf.

Was ist der Mensch? Ein heruntergekommener Baumbewohner.

(Alexander Eilers)
 

100'000

Der erste anatomisch moderne Mensch (Homo sapiens) taucht in Afrika auf, der sich bis nach Südafrika verbreitet, und, über das Rote Meer und/oder Sinai nach Südeuropa. (s.: human evolution). Mutationen verursachen unterschiedliche Hautfärbungen als Anpassung an die zu ertragende Dosis von UV je nach Breitengrad. Hier der Ursprung der Rassenbildung. Die Menschenpopulationen Afrikas bleiben genetisch weitaus variabler als auf dem Rest der Welt, da sich nur eine relativ kleine Gruppe auf die Wanderung gemacht hat. DNS-Analysen zeigen, dass ein Mensch mit englischen Vorfahren genetisch den Japanern weitaus näher steht als den Afrikanern.

Erst ab hier kann der Mensch, schon rein anatomisch, sprechen.

74 '000 Der Ausbruch des Supervulkans auf Toba, Sumatra, Indonesia reduziert die überlebende Population des Homo sapien auf 2,000. Es folgen 6 Jahre "nuklearen" Winters und 1000 Jahre Eiszeit. Die Vulkanasche türmt sich in Indien und Pakistan 5m hoch.

fast vollständiges Aussterben des Menschen

50'000

Der moderne Mensch breitet sich von Asien weiter aus nach Australien (Vorfahren der heutigen Arborigines) und Europa. Die Ausbreitung erfolgt jeweils rascher den Küsten entlang als durch das Inland. In GB lebt noch das wollige Nashorn (Coelodonta antiquus).

Die Ameisen erfinden die Landwirtschaft

40'000 Die Höhlenmalereien von Cro-Magnon, Frankreich. Der Mensch hat bereits überragende Erkenntnisfähigkeit, kann Werkzeuge benutzen und das grösste Tier der Zeit jagen, das Mammut.  Er rottet dieses aus wie weitere Grosssäuger, auch auf Australien. Die relative Rückständigkeit der dortigen Urbevölkerung wird darauf zurückgeführt, dass keine geeigneten Tiere mehr zur Domestizierung zur Verfügung standen, womit ein bedeutender Kulturschritt unterbleiben musste, der Schritt von Jagd zu Agri-Kultur.

Das 40. J10T v.Chr. war also das "Jahrzehntausend" in dem die Kultur entstand, und in der vermutlich auch die meisten Sprachen entstanden, von denen man allerdings rein gar nichts weiss.

32'000 Die ersten Skulpturen werden in Vogelherd, Deutschland, gefunden. Die ersten Knochenflöten in Frankreich. Steinwerkzeuge in Kota Tampan, Malaysia.
30'000 Der moderne Mensch betritt Nordamerika von Sibirien. Mehrere Wanderungswellen überqueren die damals noch gefrorene Beringsee. Auch eine Besiedelung, ähnlich der des Pazifik, von Insel zu Insel, wird nicht ausgeschlossen. Mehrere der Einwanderungswellen hinterliessen keine genetischen Spuren in der Gesellschaft, die im 16. JH. von den Europäern genau so überrannt wurde, wie Europa einstmals von den Hunnen. Die Menschen erreichten die Salomon-Inseln und Japan. Pfeil und Bogen waren bekannt. und in Moravia (Tschechei) entstanden die ersten keramischen Modelle von Tieren. s. Luzia
28'000 Die ältesten Gemälde Afrikas: Apollo 11 Rock Shelter in Namibia. In der "Hohler Fels Höhle" bei Ulm,  Deutschland, wird der erste in Stein gehauene Penis gefunden [1]
27'000 Der Neanderthaler stirbt aus und macht Platz für den Homo sapiens und den Homo floresiensis, als einzige verbleibende Arten der Gattung Homo. In der Tschechei werden gebrannten Tonwaren textile Muster aufgeprägt vor dem Brennen.
25'000 Wurfstöcke aus Mammutzähnen in Polen.
23'000 Venus of Willendorf, eine kleine, weibliche Statue, gefunden bei Willendorf, Oesterreich.
18'000 Der Homo floresiensis existiert noch in der Liang Bua Kalkhöhle auf Flores, einer abgelegenen Indonesischen Insel.
15'000 Eine Gruppe Menschen auf dem Fruchtbaren Halbmond im Mittleren Osten (Israel, Syrien, Türkei, Irak) entwickelt die Landwirtschaft, feste Siedlungen, Städte und Bewässerung. Insbesondere die Tierzucht ermöglichte eine starke Erhöhung der menschlichen Populationsdichte. Aus dieser Zeit stammen die Höhlenmalereien von Lascaux und Altamira.
11'000 Die menschliche Bevölkerung erreicht 5 Millionen (heute ca. 7 Milliarden). Das Mammut wird ausgestorben, der Hund domestiziert.
10'000 Japanische Jäger und Sammler, die Jomon-Kultur) schaffen die ersten Töpfereien. [Was mit den Angaben aus der Tschechei nicht so ganz übereinstimmt: 27'000 BC] Der Mensch erreicht Feuerland und den letzten Kontinent, die Antarktis.
4'000

Die Geschichte beginnt, d.h. das Aufschreiben von Dingen, die für Menschen wichtig erscheinen, die Dokumentation.

0 Die menschliche Bevölkerung beträgt ca. 150 Millionen.
1835 Die menschliche Bevölkerung erreicht 1 Milliarde
 

Die erstaunlichste Eroberung der vorgeschichtlichen Menschen: Die Eroberung des Pazifik

Die moderne Geschichtsschreibung betrachtet zumeist die Welt aus der Perspektive der Europäer und Amerikaner, verzerrt die Sache also meist auf eine recht einseitige Perspektive. Einer der grössten Anmassungen ist die heroische Schilderung der Entdeckungen. Als die Spanier und Portugiesen etwa in Sansibar ankamen, trieben die Chinesen dort schon längst Handel, mit Schiffen ganz anderer Qualität und Ausmassen als den Nusschalen, die da aus Europa kamen.

Eine der erstaunlichsten Erschliessungsleistungen der Menschengeschichte wird aber hier im Westen kaum irgendwo gewürdigt: Es ist die Eroberung der unendlichen Weiten des Pazifik durch die Menschen der Vorzeit, mit ihren Flossen und Kleinbooten, ohne Kompass und Navigation, d.h. mit einer sehr naturnahen und risikobewussten Navigation auf der Basis des Vogelflugs und vorzugsweise gegen den Wind, so dass der Rückzug bei Scheitern auch nach dem Aufbrauchen der letzten Kräfte noch gewährt war.

Anthropologen nehmen heute an, dass das nahe Ozeanien (Papua-Neu Guinea, Salomon Inseln, Bismark Archipel, die grösser sind und näher beieinander liegen als der Rest der Inseln, bereits vor 50-25'000 Jahren besiedelt wurden. Man muss dabei bedenken, dass die Menschen keine Ahnung hatten, wenn sie lossegelten, wie weit weg und wie gross die Inseln waren.

Die Besiedelungsgeschichte lässt sich teilweise rekonstruieren durch die Analyse der Steinäxte, da die Herkunft des dafür verwendete Basaltes sich durch Spurenelemente und Isotope recht genau bestimmen lässt. (s. Collerson/Weisler). Einer der Funde zeigt sogar, dass ein Stein aus Hawai 4000 km weit gereist war. Die Polynesier haben also den ganzen Pazifik bereist - und auch das erste Huhn nach Chile gebracht.

Eine zweite Welle, die Austronesier, verliessen Taiwan ca. 2000 (-1200) BC und eroberten die Inselwelt des Pazifik nach und nach. Bis zum Jahr 1500, als langsam die Europäer auftraten, hatte sich eine spezifische Kultur der Lapita herausgebildet.

The Pacific Ocean, showing Remote Oceania The direction and timing of settlement


 
Frühe kulturelle Trends in Europa: Die Indogermanen

Die älteste Menschensprache dürfte vor ca. 100'000 Jahren entstanden sein - obwohl der Unterschied zwischen Grunzen, Rülpsen und Sprache auch heute noch bei vielen Menschen äusserst gering ist.  Ein kultureller Urknall für Europa war die Verbreitung der indoeuropäischen Sprache. Wurde diese ursprünglich in Zenralasien angesiedelt, scheint heute die Herkunft aus Kleinasien wahrscheinlicher (was sich auch leichter mit der Verbreitung des kaukasischen Menschentyps vereinbaren lässt.)

Die alte Theorie der Besiedelung Europas durch die Indogermanen sah ihren Ursprung im gebiet der Wolga, nördlich des schwarzen Meers. Sie verwendeten als erste Kriegswagen und Geräte aus Bronze, womit sie militärisch damals den meisten Gegnern haushoch überlegen waren. Charakteristisch für die Kultur sind die Erdgrabhügel (‘Kurgan’). Zzu datieren ist diese Völkerwanderung auf 3.500-2.500 v.Chr. Demnach wären die ersten sich abspaltenden Gruppen der indo-europäischen Sprachfamilie nicht älter als 5.500 Jahre.

Diesen wissenschaftlichen Konsens hat die Anatolien-Theorie in Frage gestellt. Renfrew (1987) wies darauf hin, daß Wanderungsbewegungen durch Bevölkerungswachstum veranlaßt sind, wozu besonders Fortschritte im Ackerbau beigetragen haben, z.B. jenen im Zweistromland (Mesopotamien). Die ersten Indogermanen könnten sich nordwärts gewandt  haben bis an die Hänge des Kaukasus, u.a. ins Gebiet des heutigen Anatolien. Demzufolge wären sie vielleicht 9.000 Jahre alt.

Auf der Grundlage einer vergleichenden Analyse von Blutdaten und genetischen Daten haben Cavalli-Sforza u.a. (1994) vorgeschlagen, die Vorstellungen der Kurgan-Theorie und der Anatolien-Theorie zu vereinigen. Die Proto-Indo-Europäisch (PIE) kann sich als Sprache im anatolischen Raum gebildet haben. Davon können sich Hethitisch, Tocharisch, Armenisch und möglicherweise auch Griechisch und Albanisch sehr früh (vor 7.800 bis 9.800 Jahren) abgespalten haben, während eine andere Gruppe nach Norden gewandert ist und dort die Kurgan-Kultur entwickelt hat; von dort aus haben sich dann vor 5.500 - 5.000 Jahren die Kelten, Germanen-Italier und Balto-Slaven abgespalten.

Nach der überzeugendsten Modellrechung darf man nun sagen, daß das Hethitische 8.700 Jahre alt ist, daß Tocharische 7.900 Jahre alt, das Griechisch-Armenische 7.300 Jahre alt, das Albanisch-Persisch-Indische 6.900 Jahre alt, und allenfalls danach beginnt die Möglichkeit einer eigenständigen Kurgan-Periode, mit einer Abspaltung des Balto-Slavischen vor 6.500 Jahren, des Keltischen vor 6.100 Jahren und schließlich eine Aufspaltung in das Italische und Germanische vor 5.500 Jahren

http://user.phil-fak.uni-duesseldorf.de/~wdl/Urheimat%20Indogermanen.PDF

Als einziges nicht-indogermanisches Überbleibsel alter Sprachen verblieb in Europa das Baskische (s. auch Basken - also eindeutig das beharrlichste und sturste Volk Europas, noch nicht mal durch die Schweizer zu schlagen). Ebenfalls nicht-indoeuropäisch sind das Ungarisch-Finnische, die sich gegenseitig verwandt sind, aber von Wandervölkern aus dem westlichen Sibirien mitgebracht wurden. Die ebenfalls oft in Diskussion stehende Albanische Sprache ist ein Nachkömmling des Illyrieschen, damit aber eindeutig Indoeuropäisch.

Als nichtindoeuropäische Volksgruppe allerdings auch die Grönländer (Dänemark), die vor ca. 6000 Jahren über den Norden Kanadas, Alaska, die Aleuten, aus Asien einwanderten. Sie sind weder mit den Amerikanischen Ureinwohnern, noch mit den Inuit verwandt.

Die grossen Völkerwanderungen

Die Verteilung der Weltbevölkerung im Jahre 1

http://www.sasi.group.shef.ac.uk/worldmapper/index.html

Eine erste grosse Wanderung ist uns aus der Bibel bekannt, sie brachte um 12'00 bC die Seevölker, bei denen es sich um einen Ausläufer der Indogermanischen Wanderungen handelt, bei der von Illyrien (Vorfahren der Albaner), teilweise ev. bis Südtirol, Griechenland, Zypern aus, die Südostecke des Mittelmeeres besiedelt wurde, wo sie fortan als Philister beschimpft, als Urväter des Begriffs Palästina gelten dürfen.

Phönizier, Perser, Griechen und Römer waren weniger wanderungsaktiv. Sie versuchten eher Gebiete über Handel und Herrschaft unter Kontrolle zu bringen. Anders die Cimbern und Teutonen, denen es ca 120 BC auf der dänischen Halbinsel zu eng, zu nass und zu kalt wurde, worauf sie sich in Massen Richtung Süden (Teutoburger Wald) auf den Weg machten. 102 und 101 BC wurden sie, trotz verschiedener eigener Siege (107 BC z.B., mit Unterstützung der helvetischen Tiguriner), von den Römern vernichtend geschlagen.

Die Goten, ein germanischer Stamm, beginnen ihre Wanderung aus dem Raume des heutigen Ostpreusen-Polen, der Weichselmündung, Richtung Südosten um 150 n. Chr, langten in der ersten Hälfte des 3. JHs BC. nordwestlich des Schwarzen Meeres an, worauf sie sich in zwei Gruppen spalten. [Karte]

Die Ostgoten wollen östlich des Schwarzen Meeres weiterziehen, werden aber 375 von den ebenfalls wandernden Hunnen daran gehindert. Ihre Siedlungen werden zerstört. , woraus sie gegen Rom ziehen, sich aber unterwegs, im oströmischen Pannonien (Westungarn, Burgenland, Slowenien und Kroatien zwischen Drau und Save) niederlassen. 493, nach fünfjähriger Schlacht um Ravenna und einem hinterlistigen Mord an Odoaker, dem Sohn eines hunnischen Fürsten, eroberte Theoderich Rom und machte sich zum Herrscher. Nach seinem Tode zerfiel das Reich. 552, mit der Schlacht am Milchberg, ging Italien wieder an Ostrom

Die Westgoten ziehen erst gegen Konstantinopel, siedeln sich dann aber, gegen Ende des 3. JH,  in Dakien (dem heutigen Rumänien) an. 376 überquerten sie die Donau und siedelten auch in Thrakien, was Rom Sorgen bereitete. 378 verloren aber die Römer bei der Schlacht 2/3 ihrer Armee und mussten sich von da an mit diesen Germanen gütlich einigen. Als 391 die Hunnen in grossen Verbänden über die Donau setzen, verlassen die Goten ihre Wohnsitze und ziehen unter Alarich I. plündernd über den Balkan bis nach Byzanz und den Peloponnes. 401 gingen die Goten erneut auf Wanderschaft und zogen kreuz und quer durch das Ostreich (Balkan) und Italien, um sich schließlich 408 vor Rom festzusetzen. 410 nahmen die Westgoten Rom ein und plünderten es.

Die Völker, die vor 200 Jahren gemeinsam aus dem Norden gezogen waren, trafen sich 451 bei der Schlacht auf den Katalaunischen Feldern als Gegner.  Die Ostgoten standen nun auf der Seite der Hunnen, Gepiden und verschiedene andere Germanenstämme; die Westgoten auf der Seite der Römer, Gallier - und ebenfalls einiger Germanenstämme. Die Schlacht endete unentschieden, aber dennoch war so der Ruf Attilas als Unbesiegbarer dahin.

Den Westgoten gelang es, In Frankreich und insbesondere Spanien die ehemalige Position Roms einzunehmen. Das dauerte allerdings bis 620. Zwischen 711 und 732 (Tours und Poitiers) eroberten allerdings die Araber grosse Teile Spaniens.

Wandalen: Die Vandalen (alternative, ebenfalls gültige Schreibweise) siedelten östlich der Elbe und südlich der Burgunder. Im 4. JH zogen sie mit den Alanen, ein skythisch-sarmatischer Stammesverband und den Sueben gemeinsam Richtung Gallien. 406 überschritten sie den Rhein. Sie flohen aber offenbar weder vor den Hunnen noch vor dem Klima, sondern suchte wirtschaftliche Alternativen in den Städten Roms, waren also Vorläufer der heutigen "Wirtschaftsflüchlinge". Geiserich führte 20-80'000 Vandalen sogar durch Marokko und Algerien bis nach Tunesien, wo sie 439 Karthago eroberten. 455 plünderten auch sie auch Rom (wo sie sinngemäss beträchtlichen Vandalismus betrieben) und eroberten mit ihrer Flotte Sardinien, Korsika und die Balearen. 533/34 eroberte Ostrom diese Landschaften zurück und das Vandalenreich verschwand. Allerdings erinnert der Name Andalusien nach wie vor an sie.

Die Burgunder (richtiger Burgunden) gehören ebenfalls zu den Ostgermanen, sesshaft in Brandenburg-Lausitz. Nach einer Niederlage 278 gegen die Römer, setzten sie sich von den Goten ab und fielen mit den Alemannen, Herulern und Chaibonen in Gallien ein. Im vierten Jahrhundert änderten sie aber ihre Loyalität und unterstützten die Römer gegen die Alemannen. Ein Versuch, Belgien einzunehmen, wurde 435 von den Römern abgewehrt. [Diese uralten Geschichten wurden im Nibelungenepos tradiert.] Sie wurden dann nach römischem Recht in die Westschweiz und Savoyen übersiedelt, wobei sie ganz offensichtlich, anders als die Alemannen, die lokale Sprache annahmen. Das Reich umfaßte außer der Westschweiz und dem heutigen Burgund auch die Deutschschweiz um Basel und Solothurn bis zur Reuss, das Wallis, Aosta, Savoyen, die Dauphiné und das Rhônetal bis hinunter nach Avignon.

Die Langobarden waren ein Teilstamm der Sueben, der Schwaben. Die im Südwesten dieses Verbandes lebenden Stämme wurden als Alemannen bekannt. Diese verschoben sich insgesamt tendenziell nach Süden, die südlichsten davon, also die Alemannen, folgerichtig in die Schweiz. Die Langobarden siedelten in Norditalien, was die letzte germanische Gründung der Spätantike war. [Ein historischer Grund warum die Politik dort oft recht teutonisch ist - obwohl die Teutonen eigentlich aus Jüt- und nicht Schwaben-land stammen]. Letztere, die Jüten,  drängen im Jahr 450 mit den Angeln und Sachsen auf die britische Insel - wo sie 1066 vom Normannen (Wikingern aus Skandinavien) Wilhelm dem Eroberer selbst geschlagen werden.

Es war also zu dieser Zeit einiges in Bewegung, auch ohne diejenigen, denen die ganze Unruhe meist in die Schuhe geschoben wird, nämlich die Hunnen. Goten, Vandalen, Alanen, Langobarden, Alemannen - alle hatten sich in Bewegung gesetzt Richtung Süden, wo sie ja auch heute noch hinstreben, allerdings meist nur noch in den Ferien.

Die Hunnen kamen aus dem Gebiet zwischen Ulanbaabar (Mongolei) und dem Issyk Kul, dem grössten See Kirgistans. Zwischen 200 BC und 200 aD beherrschten sie weite Teile Zenral- und Ostasiens (s. Karte rechts).Im Jahre 350 setzten die asiatischen Hunnen zum Angriff gegen die Sasaniden (Perser) an.

Die europäischen oder schwarzen Hunnen, von Ostrom bald Tataren genannt (die aus dem Tartarus, der Hölle kamen), bestanden zumeist aus Turkvölkern (s.u.). Sie vertrieben die Ostgoten 394 aus dem Schwarzmeergebiet. Dank Steigbügel und Sattel waren ihre Reiter den Feinden, die diese Technik nicht kannten, weitaus überlegen.

Unter Attila eroberten  436 das Reich der Burgunder, siedelten Mitte des 5. Jahrhunderts in der Theissebene (Ungarn), verwüsteten 441-47 den gesamten Balkanraum und legte die Städte Belgrad und Sofia in Schutt und Asche - bis die Siegeszüge bei der Schlacht auf den katalaunischen Feldern 451 ein Ende fanden. Danach siedelten Attilas verwundete und versprengte Hunnen in Frankreich (Champagne) nahe dem Schlachtfeld in einigen Dörfern (s. Hüningen). Attila zog weiter nach Italien und verwüstete mehrere Städte, musste sich dann aber in die Ungarische Tiefebene zurückziehen:

Die Ungarn, speziell in der englischen Form "hungaria", haben dennoch mit den Hunnen eigentlich nichts zu tun, ausser dass diese ebenfalls Reitervölker waren. Selbst bezeichnen sie sich auch als Magyaren und stammen aus dem östlichen Ural, also dem sibirischen Westasien. Trotzdem haben sie im 5.-6. JH starke Beziehungen zu den Onoguren, also den 10 Stämmen der Hunnen, gepflegt, was an ihnen hängen blieb.

Nach seinem Tod 453 verfiel das Reich rasch und die Hunnen wurden assimiliert.
Trotz dieser Wanderungen zeigt die eben veröffentlichte Genkarte Europas, dass sich die Völker sehr stark mit ihren Nachbarn mischen - und die Trennung, oder gar der Krieg der Kulturen und Rassen ein Wunschtraum von ziemlich belämmerten Rassenhygienikern und Kulturimperialisten ist. Dass die Idee vor allem von einem öesterreichischen Emigranten verbreitet wurde wundert dagegen wenig, denn dort scheint die Abrenzung gegen Nachbarn, vermutlich dank der Berge, doch am stärksten. Einerseits. Andererseits ist die Schweiz, in der viele sehr viel von der Schweizer Kultur und Eigenständigkeit halten, so durchmischt wie kaum ein anderes Land in Europa - was bei diesem Verkehrsknotenpunkt allerdings wenig wundert. Die starke Zuneigung zu Galliern und Belgiern ist schliesslich bereits in den Memoiren von Asterix dokumentiert. Interessant gewesen wären noch die Basken, ein sehr altertümliches und isoliertes Volk. Allerdings zeigt sich an den Ungarn (Eingewandert vor ca. 1200 Jahren aus den Steppen des südlichen Ural), dass sich diese inzwischen genetisch völlig vermischt und eingepasst haben zwischen ihren Nachbarn - mit Ausnahme der Rumänen, die sich offenbar eher mit den Bulgaren, Makedonen, Yugoslawen und Serben verbandelt haben.

Interessant ist hier auch Cypern, das doch stark von römisch-italienischer Besiedelung geprägt scheint, während die Türken, aus Zentralasien stammend, ihre "genetische Differenz" zu Europa doch noch bis zu einem gewissen Grad erhalten zu haben scheinen. Noch verwunderlicher allerdings die offenbar nahe Verwandtschaft der Slovaken mit den Italienern ...


 

Die Mongolen   Dschingis Khan (1162-1227) [Karten]

Fast eine Wiederholung dieser Geschichte bot 1000 Jahre später Tschingis Khan, der wiederum die Mongolen einte und trotz Mauer bald grosse Teile Chinas nebst ganz Zentralasien eroberte. Peking fiel 1215, Korea 1219, West-Turkestans 1219 bis 1223, Vordringen von einzelnen Stosstruppen bereits bis in die Ukraine.

1220 gründete er Karakorum als Hauptstadt der Mongolei. Hier schuf er all die Künste und Kultur, die seine Truppen sonst auf ihren Zügen vernichteten, denn er war sich der Bedeutung und kulturellen Leistungen einer Hauptstadt bewusst. Die Wut der Mongolen auf Städte entstammt vielleicht erst eigentlich diesem Bewusstsein, dass Städte ein ganz anderes Leben schaffen (s. Rousseau), aber irgendwie, irgendwann auch jegliches Leben aufsaugen und vernichten (s. Hong Kong).

1236-42 wird Russland erobert, 1240-1502 erobert die goldene Horde grosse Teile Osteuropas. (Die postmoderne Goldene Horde).

1278 war ganz China in mongolischer Hand - während die Angriffe auf Japan weiterhin scheitern.

1368 endet die Mongolische Herrschaft in China. 1493 baute die Ming Dynastie die seit der 1. Hälfte des 5. JH. BC in Teilen bestehende Chinesische Mauer wieder auf. 1634-44 beginnen die Mantschu  die Macht vom Nord-Osten her zu übernehmen.

1756 unterwerfen sich die Quiraten, denen sich 1691 die Mongolen unterworfen hatten, ebenfalls den Mantschu.

Der westliche Teil, heute die Gebiete Usbekistans, Kirgistans und Tadschikistans, wurde von 1226 bis 1571 zum Khanat Tschagatai. Der Name des Khanates stammt selbst von Dschingis Khans zweitem Sohn Tschagatai ab. Es bestand als eigenständiges Reich innerhalb des nur noch formal bestehenden Mongolenreiches.
 

1243 erobern die Seldschuken Bagdad.

Die Seldschuken waren ein türkischer Stamm, der sich aber bis zur Ausrufung des Türkischen als Amtssprache des Altpersischen bedienten. Bereits 1055 hatten sie Persien und den Irak übernommen und waren damit Schutzmacht über die Abbasiden in Bagdad, also die damalige arabische Weltmacht, deren Reich ganz Nordafrika umfasste und bis an die Pyrenäen reichte. Thronkämpfe hatten aber bereits 1118 zur Trennung in Transoxanien und Iran/Irak geführt. Die Rum-Seldschuken, die sich in der Türkei niedergelassen hatten, wurden im 14. Jahrhundert von den Osmanen abgelöst.
 

1258. Timur Lenk (Tamerlan. 1336-1405)

Die Mongolen unter Hulagu erobern Bagdad und vernichten das Kalifat der Abbasiden in Bagdad. An seine Stelle tritt das mongolische Ilchanreich. In der Folge Anlehnung an die persisch-islamische Kultur. Ihr Vormarsch Richtung südliches Mittelmeer wird erst 1260 von den ägyptischen Mameluken bei Ain Djalut (Palästina) aufgehalten. Sein Reich zerfiel nach seinem Tod eben so rasch, wie es gegründet worden war.

 Osmanisches Reich - die Türken - Türkenkriege [Karten]: Der Namensgeber Osman I. war zu Anfang des 14. Jahrhunderts der Herrscher über einen nomadischen Stamm im nordwestlichen Anatolien, der von turkmenischer Herkunft und islamischen Glaubens war. Osman starb 1326. Sein Machtgebiet wuchs durch Heirat und ein Pfründensystem, ähnlich dem des Feudalismus - aber ohne Leibeigenschaft (mit Ausnahme christlicher oder anderer "ungläubiger" Gefangener). 1389 Schlacht auf dem Amselfeld, die verloren ging, und die Serben zu Märtyrern des christlichen Europas machte. 1453 fiel Konstantinopel unter dem Angriff von Mehmed dem Eroberer. Das Römische Ostreich war damit am Ende. Bis 1517 wurde Syrien, Persien und die Mameluken in Aegypten geschlagen, womit die Osmanen zu Herrschern über das Islamische Reich und seine heiligen Städten wurden.

1521 eroberten sie in nur 3 Wochen Belgrad, die damals stärkste Festung auf dem Balkan., bis 1540 den östlichen und mittleren Teil Ungarns ...

Die Geschichte wendete sich erst langsam zu Ungunsten der Türken, als Russland erstarkte und 1770 die Osmanische Flotte (die allerdings vor Anker lag) vernichtete. Die Krim-Tataren fielen so unter Russische Herrschaft. Bessarabien ging nach dem Krimkrieg mit dem Frieden von Paris 1856 wieder ans Fürstentum Moldau. Die Griechen mussten 1830 in die Unabhängigkeit entlassen werden. Das Osmanische Reich zerfiel nach dem 1. Weltkrieg total - d.h. präziser, es wurde von den Siegermächten nach deren Interesse aufgeteilt (s. Sikes-Picot-Vertrag, dem die Landschaft die oft seltsamen Grenzen, das Palästina-Problem und eigentlich auch den 1. Golfkrieg um Kuwait verdankt. s. Karte der kolonialen Ansprüche).

Türken und Mongolen werden oft verwechselt oder fast als das selbe Volk betrachtet. Dies war allerdings schon vor über 1000 Jahren, bei den Oghusen, so. Allerdings unterscheiden sich ihre Nachfolger, die Usbeken und Uiguren sprachlich und im Aussehen doch recht deutlich von den Mongolen. Einerseits ... andererseits gehören Türkisch, Mongolisch und die Mandschu-Tungusischen Sprachen zur selben Sprachfamilie der Altaisprachen. Also sind die Unterschiede vermutlich doch nicht so gross, wie die vielen Kriege vermuten liessen.

Fazit: Mit dem Beitritt der Türkei zu Europa reicht dessen Kulturraum also von Grönland (DK) bis nach Kamtschatka (tungusische Sprache), umfasst also 3/4 der nördlichen Hemisphäre: -70 - +190 Längengrad (= 260 von 360), 35 - 90 von 90 Breitengrad.

Der Schwerpunkt der Kultur und Sprache der "Westtürken" liegt in Zentralasien. (s. Karte unten und Link, zur "Eroberung" Zentralasiens durch die Russen).

Die Besiedelung Nord- (USA) und Südamerikas

Begonnen hat diese Völkerwanderung allerdings in Zentral- und Südamerika:

Die Verteilung der Weltbevölkerung um 1500

Die Bevölkerung der Amerikas kann 80 Millionen oder mehr betragen haben, verglichen mit der Bevölkerung Europas von 60 Millionen, von der die Spanische und Portugiesische Bevölkerung nicht mehr als 8 Millionen darstellten. Die Spanischen und Portugiesischen Eroberer waren gering an Anzahl, aber überlegen in militärischem Geschick und Feuerkraft. Zudem wurden die einheimischen Bevölkerungen der Azteken (Zentralamerika), Maya (Mexiko, Mittelamerika, Belize, Guatemala, Honduras) und Inca (Anden, von Ekuador bis Chile) bald durch, zum Teil absichtlich verbreitete, Epidemien dezimiert. Die vielleicht 15% die überlebten wurden zu Sklaven in Pflanzungen und Minen der Iberer.

http://www.lasc.ie/countries/LA-history.html

Die Ureinwohner Südamerikas schätzen, dass zwischen 1503 und 1660 insgesamt 185'000 kg Gold und 16 Millionen kg Silber von Lateinamerika nach Europa gebracht wurden. Wirtschaftlich war dies aber auch für die Plünderer nur ein beschränktes Glück, denn durch diesen Wirtschaftstyp wurden Investitionen in Forschung und Entwicklung der eigenen Wirtschaft verpasst, weshalb Spanien mit dem Aufkommen der Industrialisierung recht bald ins Hintertreffen kam.

Für Südamerika wird die Zahl der importierten Sklaven auf 2 Millionen geschätzt. Zum Vergleich: Im Zeitraum von 1820-1924 wanderten geschätzte 6 Millionen Europäer - mehr oder weniger freiwillig - nach Südamerika aus. Afro-Lateinamerikaner

> Die präkolumbianischen Kulturen Amerikas ausserhalb der Anden sind offenbar nach wie vor weitgehend unbekannt?

Die ersten amerikanischen "Einwanderer" vor mehr als 20.000 Jahren waren interkontinentale Wanderer: Jäger und ihre Familien, die den Herden von Asien nach Amerika folgten als noch eine Landbrücke existierte dort wo heute die Beringstraße die beiden Kontinente trennt. Als Christoph Kolumbus 1492 die Neue Welt entdeckte, lebten ungefähr 1,5 Millionen Indianer auf dem heutigen Gebiet der kontinentalen Vereinigten Staaten, obwohl die Schätzungen über diese Zahl weit auseinander gehen.

Zur Zeit des Unabhängigkeitskrieges lebten etwa zwei Millionen Weiße und 500.000 versklavte Schwarze in den ursprünglichen 13 Kolonien. Jenseits der Appalachen erstreckte sich bis zum Mississippi-Fluß ein weiteres, großes Gebiet, das etwa zehn Millionen Ureinwohner („Indianer“) bewohnten.

Durch die Territorialkriege sowie durch Krankheiten, die aus der alten Welt eingeschleppt wurden und gegen die die Indianer nicht immun waren, wurde ihre Zahl 1920 auf den niedrigsten Stand der Geschichte, nämlich 350.000, dezimiert. Die USA hätten da also auch ein Genozid zu bewältigen.

Als 1790 die erste Volkszählung stattfand, bestand die Nation aus weniger als vier Millionen Bürgern, die fast alle an der Ostküste lebten. Heute zählt die Bevölkerung 293 Millionen

Die Verteilung der Weltbevölkerung um 1900
Die Verteilung der Weltbevölkerung um 1960

Obwohl die Einfuhr von weiteren Sklaven aus Übersee 1808 verboten wurde, hatte sich die Zahl der Sklaven bis 1860 auf etwa vier Millionen erhöht. 500.000 von ihnen wurden zwischen 1619 und 1808 als Sklaven ins Land gebracht Heute machen schwarze Amerikaner 12,7 % der Gesamtbevölkerung aus.

 

Zwischen 1840 und 1860 erreichte die erste Einwanderungswelle die Vereinigten Staaten. Fast 4,5 Millionen Einwanderer kamen ins Land.

Wiederholte landesweite Wirtschaftskrisen führten zu einem Sinken der Industrielöhne und hoher Arbeitslosigkeit. Zeitgleich führten die technischen Verbesserungen, die mitverantwortlich waren für die Produktivität der Nation, zu einer sinkenden Nachfrage nach qualifizierten Arbeitern. Die Zahl der ungelernten Arbeitskräfte stieg jedoch beständig. Eine bisher nie erreichte Anzahl Einwanderer -- 18 Millionen zwischen 1880 und 1910 -- kam ins Land. In den rasch wachsenden Städten konnte die Bevölkerung nicht adäquat untergebracht oder versorgt werden.

Die 20er Jahren waren goldene Jahre für Big Business, doch der oberflächliche Wohlstand übertünchte tiefgreifende Probleme. Die 1920er waren auch eine Zeit der Prohibition und Intoleranz, der Kriminellen und des Verbrechens. Fast 19 Millionen Menschen wanderten zwischen 1890 und 1921 (6 Millionen pro Jahr) in die Vereinigten Staaten ein. 1921 verabschiedete der Kongress erstmals eine restriktive Einwanderungsgesetzgebung. Der Grossteil der Einwanderer stammte aus Italien, Russland, Polen, Griechenland und dem Balkan. Es kamen aber auch Menschen von außerhalb Europas: Von Japan, Kanada und Mexiko.

http://www.usa-westen.info/geschichte.htm

Diese Auswanderungswelle war in erster Linie das Resultat einer rücksichtslosen liberalen Wirtschaft, die "überflüssige" Arbeitskräfte zwar durch die Mechanisierung schuf, ihnen aber die Existenzberechtigung nur zugestand, falls sie auswanderten: Lord Dufferin erklärte, Irland sei immer noch übervölkert und der Strom der Emigranten fliesse stets noch zu träg. Um vollends glücklich zu sein, müsse Irland wenigstens noch 1/3 Million Arbeitsmenschen ablassen. [Karl Marx: Das Kapital. 1.1. S. 861] Das Restrukturierungsproblem des 19. JH wurde also durch Auswanderung gelöst, eine Möglichkeit die heute alle Einwanderungskandidaten deutlich ablehnen.

1950 kamen weniger als 4 Millionen US-Bürger aus spanischsprachigen Ländern. Heute sind es mehr als 27 Millionen.

Heute sind "Asian Americans" eine der am schnellsten wachsenden Bevölkerungsgruppen im Land. Mehr als 11 Millionen Amerikaner asiatischer Abstammung leben in den USA. Chinesen stellen die größte asiatische Gruppe in den Vereinigten Staaten Amerikaner chinesischer Abstammung stellen mehr als 20 Prozent der 11,9 Millionen Menschen, die sich selbst laut Volkszählung 2000 als Asiaten bezeichnen

http://de.wikipedia.org/wiki/USA

Die europäischen Eroberer besiedelten also im Laufe der Zeit die Landschaften von der Kamtschatka am Nordostrand Asiens, bis nach Alaska (links herum gemeint), von Sibirien bis nach Neuseeland und Australien (wo diese Neueinheimischen gerade gewaltige und gewalttätige Aufstände verursachen gegen Neueinwanderer) - Südafrika (die Apartheid war eine Europäische "Kultur") und Südamerika.

In Bolivien wurde im Dezember 2005, nach 500 Jahren Europäischer Kolonialisierung, der erste einheimische Präsident gewählt. Aus der Perspektive betrachtet, sollten die Europäer gegenüber Muslimen, Chinesen und andern "Nichtsokulturvölkern" vielleicht doch nicht so das Maul aufreissen, was die "Menschenrechte" betrifft. Die wirtschaftliche Vorherrschaft spricht auch heute noch Englisch, aber das könnte sich rasch ändern. Obwohl, wie Sie anhand der Tabelle rechts sehen, sind die Europäischen Sprachen, dank jahrhundertelanger Kolonialisierung, immer noch vor dem Chinesischen vorherrschend.


 

Mobilität war einst entscheidend in Kriegen - heute immer noch, im generellen Wirtschaftskrieg

Wirtschaftsbedingte Wanderungen gab es schon immer. Die Jäger mussten dem Wild nachziehen, sie Sammler je nach Jahreszeit den Ernteplätzen, die Hirten mit ihren Herden dem Gras, und die Händler mit ihrer Ware dem Bedarf. Seitdem sich Städte entwickeln, bilden diese Anziehungspunkte für grosse Teile der Bevölkerung, da der Bedarf nicht nur konzentriert auftritt, sondern sich in der Stadt auch auf ein vielfaches steigert. Damit wuchsen die Verdienstmöglichkeiten in der Stadt. Dies und das angenehmere, geschütztere und gepflegtere Leben (der Ausdruck Zivilisation stammt von Civis, dem Stadt-Bürger). Da auf relativ wenig Städter auch meist sehr viele Bauern traten, waren die Städte meist in der Lage, die Preise tief zu halten, und damit ebenso den Lebensstandard der Bauern. Das führte und führt weltweit zur Landflucht.

In postmoderner Zeit kehrt sich das Verhältnis (immer wieder) um. Wer es vermag zieht aus der engen, überfüllten, lärmigen, stinkigen und verrauchten Stadt auf's Land, am liebsten in Stadtnähe, den sog. Speckgürtel. Je nach Gewohnheiten kann Nähe allerdings eine Fahrzeit von 15 Minuten oder von einer, oder gar zwei Stunden (USA) bedeuten. Billige Autos, breite Strassen, günstiges Benzin förderten das Vorstadtmodell, insbesondere in den USA - das allerdings von der Verfügbarkeit günstiger Treibstoffe abhängt. 5.2% der New Yorker haben einen Arbeitsweg (einfach) von mehr als 90 Minuten, das selbe betrifft New Jersey (4.6%), West Vancouver (4%) und viele mehr [s. http://www.usatoday.com/educate/college/careers/hottopic30.htm ] Apropos übel ... wenn Sie in der Schweiz arbeitslos werden, findet die Versicherung einen Arbeitsweg (einfach) zumutbar von bis zu 2 Stunden, also 4 Stunden pro Tag!

Definition Pendler, Statistik Mobilität Schweiz, Grenzgänger Basel

Heute finden Völkerwanderungen tagtäglich statt, und dabei legen viele jeden Tag grössere Distanzen zurück, als während der grossen Völkerwanderungen pro Jahr (50-100km).

Mobilität wird vor allem den Beduinen zugeschrieben, deren wichtigsten Kennzeichen das Zelt ist, also die mangelnden Immobilien, die an Boden und Gemeinschaft binden. Aus der Perspektive sind die Schweizer zu 2/3 Wirtschaftsbeduinen, denn nur 1/3 besitzt Wohneigentum. Auch für den Menschen hat sich die Käfighaltung als weitaus wirtschaftlicher erwiesen als Bodenhaltung (Reihenhäuser) oder gar Freilauf (Kleinhäuser). Allerdings zeigt sie die selben Probleme wie bei andern Viechern, nämlich eine enorme Reduktion der Fruchtbarkeit.

Unterstützt wird diese Denaturierung durch einen weiteren Anspruch der Wirtschaft, der nebst Mobilität fast eben so oft genannten Flexibilität, d.h. der Biegsamkeit und Verformbarkeit. In Verbindung mit Mobilität könnte man geradezu von tiefer Viskosität reden, also Flüssigkeit, die allerdings sehr oft und sehr rasch in Über-Flüssigkeit endet. Es zeigt sich an dieser etwas bildhaften Darstellung auch deutlich, dass für die Massen und die Führer offenbar andere Regeln gelten, denn von den Führern wird nach wie vor erwartet, dass sie karrierebewusst, zielstrebig und durchsetzungsfähig sind, also scharf und spitz (was ruhig in seiner Doppeldeutigkeit als Karrieregeil verstanden werden darf), und damit das Gegenteil von flüssig.

Migration weltweit

Für 2005 schätzt die UN ca. 192 Millionen Migranten weltweit: [Costs and Benefits of International Migration. [World Migration 2005. IOM Genf.] Illegale, Papierlose gibt es 8.8 Millionen in Asien, 4.9 Millionen in Europa, 4.2 Millionen in Afrika, 1.1 Millionen in Nordamerika, 765'000 in Südamerika und 81'000 auf Ozeanien.  Die illegale Migration nach Europa stieg von 2 Millionen 1991 auf 3 Millionen 1998.

Die Aussage der Graphik rechts ist eindeutig: Seit 1970 nimmt die Immigration in die Industriestaaten linear immer weiter zu. Ihre Anzahl verdoppelt sich jeweils in etwa 25 Jahren.

1970 hatte Asien mit 35% am meisten Migranten, 2000 stellten Asiens Migranten aber nur noch 25% des Totals - obwohl die Anzahl von  2 Millionen 1970 auf 9.8 Millionen 2000 anstieg. Besonders in den Golfstaaten stieg die Anzahl Wanderarbeiter von 1 Million 1970 auf 4 Millionen 1980 und 9.6 Millionen 2000 - die Hälfte davon in Saudi Arabien.

Hier zeigt sich auch gleich der Hauptgrund für Migration: Stark unterschiedliche Löhne. Bei einem Unterschied von 1/4 oder 1/5 bleiben die Menschen eher zu Hause, bei grösseren sehen sie ein El Dorado und wandern. 1945 waren die Einkommen der reichsten Länder 45 mal so hoch wie die der ärmsten und 8 mal so hoch wie die der Länder mittleren Einkommens. Bis 2000 haben sich diese Unterschiede auf das 66- respektive das 14-fache erhöht. Interessant an dieser Tatsache ist vor allem, dass sie von Seiten der Wirtschaft begrüsst wird - solange es darum geht, oben hohe Gehälter zu begründen, dass sie begrüsst wird, wenn es darum geht, zu billigen Arbeitskräften zu kommen - dass aber gleichzeitig praktisch jeder Wanderarbeiter der nicht höchstqualifiziert ist, als Wirtschaftsflüchtling deklassiert und oft in die Illegalität gedrückt wird - womit sein Lohn sich noch tiefer drücken lässt als er eh schon ist.

Von Völkerwanderungen hört man zwar meist dort, wo sich Staaten von solchen Bewegungen bedroht fühlen, weil sie sie nicht bestellt haben: Die Mexikanischen Einwanderer der USA, die Afrikaner, die über Ceuta, ,Melilla, Lampedusa etc. nach Europa drängen, oder die Asiaten die das meist auf dem Landweg durch die Türkei, die Russischen Föderationen und Polen tun.

Bisher hat allerdings Europa selbst die Welt mit seinen Emigranten gesegnet (s.o.). Zwischen 1876 und 1976 reisten 26 Millionen Italiener in die USA, nach Australien und in andere Europäische Länder. Selbst zwischen 1960 und 1979 sandte Spanien 2 Millionen MigrantInnen nach Europa.

Saudi-Arabien und die Golfstaaten

Zogen Auswanderer im 19. JH in die USA um Geld und Gold zu suchen, so zogen sie in der 2. Hälfte des 20. JH dem Schwarzen Gold nach. Für kurze Zeit, 1980-81 folgte ich selbst diesem Weg, arbeitete in Saudi-Arabien als Landvermesser und im Irak als Leitender Ingenieur (in einer Industrie (Al Bakr, Latifija), die längst von selbst explodiert ist oder zerbombt wurde). Ich musste bereits damals erkennen, dass Schweizer Firmen zwar gerne von Qualität reden - sie aber 1. viel langsamer liefern als etwa Jugoslawen und Koreaner ... und 2.: wenn überhaupt. Die Aufträge waren oft ganz einfach viel zu gross für Kleinfirmen. Es wurde damals eine Menge Schwindel betrieben, nicht nur von den Arabern ... Der Chef der Firma mit der ich in Saudi-Arabien an einem der Paläste von Prinz Abdulla, dem gegenwärtigen Chef des Landes, arbeitet, erklärte mir etwa voll Inbrunst, was für Volltrottel die Amerikaner seien, die für alle Pflanzungen Entwässerungen vorgesehen hätten. Entwässerungen! In Saudi Arabien!! Man habe dem Prinzen eine Menge Geld gespart, durch die Elimination dieses Unsinns. Das Problem ist allerdings, dass in einem derart heissen und trockenen Klima wie in Saudi-Arabien, Wasser sehr rasch verdunstet, und die darin immer enthaltenen gelösten Salze zurücklässt. Deshalb braucht auch Landwirtschaftsland von Zeit zu Zeit eine "Waschung", um dieses überschüssige Salz zu entfernen. Darum die Entwässerung. Dies nur so ein kleines Beispiel, welche Art von "Experten" man in solchen Ländern und Situationen trifft. Da ich mich sprachlich schon immer bemüht habe, klare Aussagen zu machen, war ich extrem schnell, d.h. innert 3 Wochen, wieder aus der Firma wieder raus ....  Das war mein erster Job nach dem Studium, ein gewisser "Wellengang" der Karriere also bereits angeleiert.

Der grösste Anziehungspunkt für arbeitsbedingte Migration war in den letzten 30 Jahren Saudi Arabien und der Golf. Auch heute, nachdem die Infrastruktur weitgehend aufgebaut ist, leben im Nahen Osten 14 Millionen Migranten und 6 Millionen Flüchtlinge (vor allem Sudanesen in Aegypten). Die grössten Immigrantengruppen stammen, nebst dem Sudan, aus Indien, Pakistan und von den Philippinen. In Dubai etwa waren 2002 nur 17% der Arbeitskräfte Bürger von Dubai! Die wirtschaftlichen Probleme, die sogar Dubai hat, zeigen sich aber darin, dass es 1998 sogar erst 12% waren. Dafür stieg der Anteil ausländischer Arbeitskräfte in Jordanien, dass mit Reichtümern nicht übermässig gesegnet ist, von 30% 2001 auf 44% 2003 zugenommen. Jordanien betrachtet sich eigentlich sonst eher als Exporteur qualifizierter Arbeitskräfte, bisher vor allem in den Irak. Mit 23% des BSP erhält Jordanien selbst die grössten Geldüberweisungen von seinen ausgewanderten Arbeitskräften, gefolgt von Jemen mit 16%, Libanon 14% und Marokko 10%.

Palästinensische Flüchtlinge leben vor allem in Jordanien (1'7 Millionen), Ghaza (900'000), Westbank (655'000), Syrien (410'000) und Libanon (392'000). Im Irak waren vor dem Krieg ebenfalls eine ganze Menge, seither sind aber zwischen 2 und 4 Millionen Irakis selbst auf der Flucht: Jordanien (400'000).

Generelles Problem:

Mit 15% hat der arabische Mittlere Osten hat dieser die höchste Arbeitslosenrate aller Regionen weltweit!

Sogar die beträchtlichen Wachstumsraten Mitte der 80er bis 1990 waren nicht auf der selben Höhe wie der Bevölkerungszuwachs. Nahm die Produktivität 1980-97 in China um 15%, in Korea und Indien um 6% zu, so erzielten die besten unter den arabischen Ländern ca. 4% in Oman und Aegypten, 2-3 % in Tunesien, Marokko und Mauretanien, 1-2% in Jordanien und Algerien, und weniger als 1% in den Emiraten und Saudi-Arabien. (Letztere dürften allerdings beim momentanen Ölpreis wieder beträchtlich aufgeholt haben ...).

Zugenommen hat der Anteil an Frauen, da heute mehr "Dienstleistungen" gefragt sind in Hausarbeit, Hotels und dem "Unterhaltungsgewerbe". 67% der Arbeitskräfte aus Sri Lanka sind heute Frauen. Meist werden sie allerdings zu Niedrigstlöhnen angestellt und oft mit Arbeitszeiten weit über dem gesetzlichen Maximum. In Jordanien etwa verdienen 90% der Migrantinnen weniger als den gesetzlichen Minimallohn von 120$ pro Monat.

Die ausländische Bevölkerung macht 2004  38% aus Bahrein, 49% in Kuwait, 26% in Oman, 70% in Qatar, 24% in Saudi Arabien und 68% in den Vereinigten Emiraten. Bis 1970 stammten sie vor allem aus den umliegenden arabischen Ländern, insbesondere Jemen. Dann folgten Bangladeschis, Inder und Pakistanis und bald Koreaner, Philippinos, Thailänder, Sri Lankesen und Indonesier. Ein grosser Teil davon wollte oder musste (Jemeniten) die Region verlassen nach der Besetzung Kuwaits durch den Irak.

 

USA, Indien ... Europa

2002 gelangten über 1 Million legale Einwanderer in die USA. Vor allem von Mexiko (219'000), Indien (71'000), China (61'000), Philippinen (51'000), Vietnam (34'000) - was bereits 40% ausmacht. Einwanderung seit dem 11.9. und dem Patriotic Act enorm erschwert.

1964 wanderten 40'000 Mexikaner in die USA ein, 1990 139'000, + 2 Millionen Illegaler. Es wird geschätzt, dass etwa die Hälfte der 4.8 Millionen Mexikaner in den USA sich ohne legale Papiere dort aufhalten.

20 Millionen Lateinamerikaner leben ausserhalb ihres Heimatlandes.

Indien produziert mit 20 Millionen, nach China und GB ( Irland hat zur Zeit die am raschesten wachsende Emigrantenpopulation Europas!) das grösste Kontingent von Emigranten. 75%  davon arbeiten im Nahen und Mittleren Osten. Obwohl die Zahl gewaltig aussieht, waren es 2002 noch 37 Millionen und 1993 gar 44 Millionen!

In Asien ist die hohe Rate interner Migration beeindruckend: Indonesien 1.3 Millionen, Myanmar 1-2 Millionen, Philippinen 400'000 (3/4 davon bereits zurückgekehrt), Sri Lanka 380'000,  Kashmir 250'000, Nepal, Afghanistan, Bangladesh - wo jedes Jahr 64'000 ihr Heim verlieren alleine durch die natürliche Verlagerung der Flüsse.

3 Millionen Iraner leben ausserhalb ihres Heimatlandes.

Afrika hat eine Bevölkerung von 680 Millionen, von der die Hälfte unter der Armutsgrenze lebt. Im Vergleich dazu sind die Anzahl der Emigranten relativ tief: 274'000 in Frankreich, 250'000 in Grossbritannien, 157'000 in Deutschland, 138'000 in Italien und 900'000 in den USA. Die Urbanisierung Afrikas ist noch in Entwicklung begriffen. Die Verstädterung wird von 38% 2002 auf 54% 2030 steigen.

In Deutschland kommen auf drei Immigranten zwei Emigranten - während das Verhältnis in der Schweiz gerade umgekehrt ist, also auf jeden Emigranten dem es zuhause verleidet ist zwei Immigranten kommen.

Im Jahr 2000 arbeiteten über 3 Millionen Türken in Europa (d.h. vor allem in Deutschland), 110'000 in arabischen Ländern, 40'000 in den CIS-Ländern. Umgekehrt beherbergt die Türkei ca. 300'000 Migranten aus dem Irak (24%), Moldavien (10%), Afghanistan (8%), Pakistan (7%), Iran (5%), Rumänien (4%), der Ukraine (4%) und der Russischen Föderation (3%), Georgien (3%), Bangladesh (3%)

Die höchsten Bestände an ausländischen Studenten werden in den USA (583'000, 2001-2), dem UK (583'000), Deutschland (219'000), Frankreich (147'000) und Australien (121'000) gemessen.

In 15 Jahren sollen jährlich 2 Milliarden Touristen unterwegs sein. 2004 waren es 760 Millionen. Bereits heute sind in jedem Augenblick (da die Nacht hier anderswo Tag ist)  rund 400'000 Menschen per Flugzeug unterwegs.

Wir die Migration auf Grund der Vorspiegelung falscher Tatsachen erschlichen, oder Personen gar zu Wanderung gezwungen, spricht man von Trafficking, also: Menschenhandel. Betroffen sind davon, nebst Kindern die für Adoptionen sehr gefragt sind, und Armen, die als Organersatzteillager (vor allen Nieren) genutzt werden, vor allem unverheiratete, geschiedene, verwitwete, unglücklich verheiratete.... was schon eine Mehrheit ansprechen könnte ... 3/4 der VermittlerInnen sind dabei heute Frauen (Zuhälterei wurde also von Frauen übernommen - und kann so nicht mehr den Männern als Erbschuld in die Schuhe geschoben werden). Das Phänomen des Frauenhandels wird vor allem in China zum Problem, das durch die 1-Kind-Politik und die Bevorzugung männlicher Nachkommen (also oft der "Elimination weiblicher) einen Mangel an Frauen hat. Dem Sextourismus aus der Region wie aus dem Westen kommt die Landflucht entgegen, die junge Frauen in die Städte zieht, vor allem nach Hong Kong, wo aber auch 20'000 Frauen aus andern Asiatischen Ländern ihre speziellen Dienste anbieten. Das Problem lässt sich allerdings auch gleich vor der Haustür studieren.

 

Geldtransfer

 

Kosten-Nutzen-Rechnung

Die Philippinos die Auswandern werden als Helden gerühmt, da sie hart arbeiten, und unter Bedingungen, die sich von der Heimat nicht nur stark unterscheiden, sondern oft echt unter aller Kanon sind (eigene Beobachtungen in Saudi-Arabien, Kuwait, Irak, Jemen ...). Diese Arbeit wird aber als notwendiges Opfer zu Gunsten der Familie betrachtet. Die Ausbildung wird dabei allerdings oft entwertet. So gibt es offenbar viele philippinische Mediziner die eine Zusatzschulung als Krankenpfleger absolvieren, weil sie auf dem Markt eher gefragt sind - und damit im Ausland mehr verdienen als zuhause als Arzt

Im UK tragen die Migranten über Steuerzahlungen 4 Milliarden US-Dollar mehr bei als sie kosten, d.h. 10% mehr als sie an Unterstützungsleistungen beanspruchten. Zudem müssten viele öffentliche Dienste, spez. die Gesundheitsdienste, ohne ihre Beiträge gekürzt werden. Das Selbe gilt für Deutschland, dessen Sozialsystem ohne ausländische Zuwanderung längst kollabiert hätte.

Die Million Inder die in den USA leben entsprechen einem Promille der indischen Bevölkerung - verdienen aber 10% des indischen BSP. Die 50 Millionen Chinesen (inklusive Taiwan mit 23 Millionen) verdienen pro Jahr zwei Drittel von Chinas BSP.

Jedes Jahr wandern 23'000 Krankenschwestern und Ärzte aus Afrika in die Industrie- und Golfstaaten aus, womit Afrika Investitionen im Wert von 1.2 Milliarden verliert. Alleine in Chicago praktizieren mehr äthiopische Ärzte als in ganz Äthiopien. und von den 600 in Sambia seit der Unabhängigkeit ausgebildeten blieben nur 50 im Land. Das liegt nicht an Geldgier, denn viele der Akademiker finden nur Arbeit als Taxifahrer oder Händler, Tätigkeiten mit denen ihre Ausbildung rasch entwertet wird. Ausbildung alleine reicht also nicht, es braucht auch die entsprechenden Strukturen um Wissen zielgerichtet einsetzen zu können.

China ermutigt die Studenten zur Rückkehr. In der Periode von 1978 bis 2003 kehrten 173'000 von 700'000 zurück, oft in leitende Positionen, insbesondere an den Forschungsinstituten, aber auch der Regierung. Aber von denjenigen die nicht zurückkehren profitiert China, denn über 70% der vom Ausland finanzierten Unternehmen, über 60% des ausländischen Kapitals, kommt von Auslandchinesen. Obwohl für ihren Geiz berüchtigt, sandten 2003 auch die Auslandchinesen über 10 Milliarden Dollar nach Hause - also mehr als sich die USA ihre staatliche Entwicklungshilfe weltweit kosten lassen.

3 Milliarden Menschen, 43% der Weltbevölkerung, arbeiten in der Landwirtschaft. Problematisch ist die Situation der Bauern, die, genau wie früher in Europa, eine industrielle Reservearmee darstellen, allerdings mit einem Umfang von rund 150 Millionen Menschen und Arbeitskräften. Diese Ströme zu lenken ist gegenwärtig eine der schwierigsten Aufgaben Chinas.

Niedrige Landwirtschaftseinkommen fördern die Migration Stadt-Land. Nach der ökonomischen Theorie bringt es Migranten und Arbeitgebern nur Vorteile, wenn erstere sich an den Ort höherer Löhne begeben (damit wurde ja intensivst geworben anlässlich der Abstimmung zur Personenfreizügigkeit für die neuen, bevölkerungsreichen Mitgliedsländer der EU. spez. Polen. Die Wanderung führt allerdings dazu, dass die Löhne in den Einwanderungsländern sinken oder zumindest stagnieren. (Tönt wie bei Blocher ... aber manchmal hat er eben auch recht ...).

Brain-Drain

Die Verteilung der Weltbevölkerung um 2050
Die Verteilung der Weltbevölkerung um 2300

Zunahme nur noch in Afrika, das heute eigentlich unterbevölkert ist - was allerdings nur dann gilt, wenn man eine industrialisierte Gesellschaft mit einem starken, monetarisierten Dienstleistungsanteil als Grundlage annimmt. Unter den gegenwärtigen Bedingungen landwirtschaftlicher Subsistenz, eher sozialer, als gewinnorientierter Märkte (s. Markttag in Afrika), werden insbesondere Wald und Weide (do Somaliland) bereits heute stark übernutzt, d.h. zerstört.

Stufe 1: Bangladesh: Nur Auswanderung qualifizierter Kräfte

Stufe 2: China erreichte diese Stufe Mitte der 90er, insbesondere aber seit dem Beitritt zur WTO. Vietnam: Erste Ansätze zur Rückkehr/Einwanderung. Seit den späten 90ern versuchen immer mehr ausgewanderte Vietnamesen im eigenen Land eine Existenz aufzubauen, werden aber durch wirtschaftliche Krisen und politisch zögerliche Veränderungen oft entmutigt.

Stufe 3: Taiwan erreichte Stufe 2 bereits in den 80ern, und gelangte 1990 sogar auf Stufe 3, auf der sich Ein- und Auswanderung qualifizierter Arbeitskräfte in etwa die Waage halten. Indien hat diese Stufe noch nicht erreicht, da 1. der Lebensstandard doch recht tief ist, und 2. die Geschäftstätigkeit in Indien ... äh ... hum ... recht schwierig ist (- obwohl, auf dem Korruptionsindex steht Indien bloss auf Platz 88, während Irak, mein "Partnerland" Platz 137 belegt, das bestbekannte Pakistan Platz 144 - von 158 (Schweiz Platz 7).

Die Auswanderung der Männer, auch temporär, legt mehr Verantwortung in die Hände der Frauen, die so zumindest eine temporäre Erfahrung mit gemildertem Patriarchat machen können. In vielen Fällen, meist solchen, bei denen der Mann sein Geld in der Ferne verdient, entsteht eine endlose Schlaufe absurder Kommunikation: Warum kümmerst Du dich so sehr um den Beruf und nicht um mich? ... Wir brauchen mehr Geld .... Wenn Du weniger verdienst, wovon bitte sollen wir leben? Gerade wo es um Geld und Wettbewerb geht, sind nicht immer die Männer die treibenden Faktoren. Oft dürften die Tritte, die Männer zuhause kriegen wegen vergleichbar tieferer Einkommen als der Nachbar, wirksamer sein für das Streben nach mehr, als der eigene Antrieb.

Integrationsmodelle

  1. Assimilation: Einwanderer erhalten leicht die vollen Bürgerrechte - teilen aber die gleichen Werte wie die einheimische Gesellschaft. Die Migranten nehmen hier die Sprache, Kultur und Verhaltensnormen des aufnehmenden Landes an.

  2. Segregation: Besteht normalerweise bei temporärer Einwanderung. Für diese Zeit bleiben die Einwanderer unter sich, je nach Herkunft und Stand in Ghettos (Philippinos und Koreaner in Saudi Arabien) oder Luxusghettos (Europäer und Amerikaner in Saudi-Arabien), saisonale Arbeitskräfte in der Schweiz, spez. zu den Boomzeiten um 1970, die häufig in der Schweiz in jämmerlichsten Absteigen hausten - um sich zu Hause ein Landgut, ein Haus/Villa kaufen zu können - oder ein eigenes Geschäft aufzumachen.

  3. Integration: Gegenseitige Anpassung zwischen Einwanderern und Ansässigen. Dieser Prozess hat sich in der Zwischenzeit zwischen Italienern und Schweizern recht gut vollzogen, da beide vom Gegenüber einiges angenommen haben - ohne ihre eigene Kultur aufzugeben.

  4. Multikulti: Kultureller Pluralismus, in dem unterschiedliche Kulturen nebeneinander bestehen. Die Migranten behalten ihre kulturelle Identität, Sprache und Verhalten - ohne dadurch die nationale Identität der Gastgeber in Frage zu stellen oder zu bedrohen. Dies braucht beiderseits beträchtliches Verständnis wie Toleranz. [Kommentar: Ein Nebeneinander von Kulturen kann weder wirtschaftlich noch Kulturell fruchtbar werden. Die Befruchtung geschieht erst durch Begegnung. So betrachtet wird Multikulti von Links etwas überschätzt - und das Wort Integration von Rechts leider zu sehr in die Nähe von Assimilation gerückt, denn Integration als gegenseitige Anpassung wäre eigentlich das Ideale.]

Fazit:

Sonne und Erde haben sich 9.2 Milliarden Jahre Zeit genommen, um in ihrer Urform zu entstehen, weitere 4.6 Milliarden, um zu dem zu werden, was sie heute sind. Nach 500 Millionen Jahren war sie so weit abgekühlt, dass die ersten Eiweisse entstehen konnten, die in der Lage waren, sich selbst vervielfältigen. Ob sich diese selbst zu vermehrungsfähigen Organismen zusammen gefunden haben, oder eine Art "Startervirus" per Meteorit (oder durch Gottes Hand) dieser Ursuppe beigegeben wurde, ist nicht bekannt, da die Dokumentation solch bedeutender Ereignisse erst vor ca. 5000 Jahren einsetzte. Vor 3.5 Milliarden Jahren existierten Bakterien, die noch ohne Sauerstoff Metalle und andere Stoffe zur Energiegewinnung verarbeiteten, und das Material für einige der heutigen Lagerstätten aus der Umgebung akkumulierten. Vor 3 Milliarden Jahren wieder ein entscheidender Schritt: Die Bakterien begannen über Photosynthese Sauerstoff zu produzieren. Diese Bakterien nahmen sich weitere 2 Milliarden Jahre lang Zeit, die Einzelzelle zu optimieren. [Elisabeth Sahtouris baut daraus eine ganze evolutive Theorie der Selbstorganisation für die menschliche Gesellschaft: Earthdance, Tentative Models for a Living Universe 1, 2] Erst dann, vor ca. 1 Milliarde Jahren, entstanden die ersten Mehrzeller. Auch damals war offenbar das Potential für mehr Wachstum durch mehr Wettbewerb ausgeschöpft, und die Einzeller begannen zu kooperieren. Nach weiteren 998 Millionen Jahren tauchte der Mensch auf, und hält sich seither für das Grösste, unentbehrlich und unersetzbar - obwohl die Natur (Gott?) bereits 3 x fast die gesamte Schöpfung vernichtet - und neu geschaffen hat, dies, obwohl jederzeit ein Megavulkan oder Eismethanausbruch oder Meteorit oder ... auch der Mensch selbst, das wieder tun kann. Also ein guter Rat:

A) Zumindest ein bisschen "Inschallah" gehört zum Leben, denn dieses ist keine Administration, weder staatlich noch privatwirtschaftlich. Das Leben ist immer bis zu einem gewissen Grad ein Abenteuer und damit auch ein Risiko. [Die Vogelgrippe zähle ich hier nicht dazu, denn dieser Virus ist seit über 100 Jahren bekannt und hat ein paar dutzend oder ein paar hundert Menschen getötet. Vogelgrippe ist primär ein Problem für Vögel - und Geflügelzüchter. Man sollte vielleicht mal prüfen, wer das ganze Medientheater angerissen und gefördert hat ... Die Medien sind derart geil auf noch grösser, noch schlimmer, noch schneller, noch tödlicher - dass sie gar nicht mehr merken, wie noch schneller sie noch blöder werden und Krisen erst verursachen, die sie behaupten aufgedeckt zu haben. Wann haben Sie das letzte Mal von SARS gehört? Welch ein Theater 2002-03. Die Welt sah sich bedroht. Verursacht hat es effektiv 8098 Erkrankungen, davon waren 774 tödlich. Zum Vergleich: Selbstmorde Schweiz ca. 1400 pro Jahr, Erdbeben Pakistan 53'000, Tsunami 135'000].

B) Schneller, mehr, höher, weiter bringt nur etwas, wenn man weiss, wohin man so schnell will und warum. Genau dieses Wissen ist aber ob all der Hetze total abhanden gekommen, die menschliche "Ursuppe" längst versalzen.

C) ... denk mal ...

Martin Herzog, Basel, 18. Oktober 2005

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