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Die Raubritter -

Zeitzeugen von Anomie, zeitgemässem Terrorismus - oder dem jedem Ordnungssystem innewohnenden Potential des Machtmissbrauchs?

[Niklas Frank: Raubritter. Das erschröckliche und geheime Leben der Heckenreiter und Wegelagerer. marixverlag. München 2005. Kommentar zum Buch]

Der Begriff Raubritter ist eine späte Schöpfung, er tauchte erstmals auf 1810 in der Einleitung von Gottschalcks romantisierendem Sammelwerk: Die Ritterburgen und Bergschlösser Deutschlands.  Oder, laut Wikipedia, 1798 - in der Ankündigung des Ritterromans: Der Raubritter mit dem Stahlarme, oder der Sternenkranz. Eine Geistergeschichte in der Wiener Zeitung vom 29. September 1798, der dann im folgenden Jahr 1799 tatsächlich in Wien erschien. "Der Ritter mit dem Stahlarm", besser bekannt als "der Ritter mit der eisernen Hand", ist wohl der berühmteste Raubritter. Es handelt sich um Götz von Berlichingen, dessen deftige Sprache (Er soll mich am ..) durch Zitieren von Goethe quasi salonfähig wurde.

Raubritter sind damit eigentlich kein Thema der Geschichte, denn bereits der Ausdruck kam erst auf, als die Erscheinung selbst bereits hunderte von Jahren zurück lag. Dennoch waren (und sind!) sie eine Tatsache, allerdings war ihr Geschäft, das Rauben und die Fehde, vor dem Aufkommen der Idee des Landfriedens, eigentlich eben das normale "Business" jeden Ritters. Wie die heutigen CEOs und Juppies und dergleichen Ges... konnten ja auch die Ritter den holden Frauen nicht huldigen, wenn sie nicht präsentabel waren, also gediegen präsentieren konnten. Und was ist eben die Arbeit eines Ritters für die er bezahlt wird, wenn nicht Krieg führen?

Die traditionelle Gesellschaftsordnung basierte in China, Japan, Indien, bei den Arabern, Griechen wie im Mittelalter meist aus 4 elementaren Gesellschaftsgruppen, von denen die letzte, unterste, meist nicht mal der Erwähnung für Wert befunden wurde: Lehrstand, Wehrstand, Nährstand - Diener, Untertanen, Sklaven, eroberte Völker, Aussätzige, Ausgestossene ...

  1. Erkenntnis,

  2. Wille

  3. Begehrlichkeit

sind die drei Grundtriebe des Menschen.

Daraus ergeben sich drei Lebensmuster:

  • das weisheitsliebende: Philosophen und Dichter

  • das streitliebende: König und Tyrann

  • das gewinnliebende: Haushalter, Handwerker, Bauer

Die 4. Kolonne: Die (vom Markt) ausgestossenen oder zumindest ausgenutzten ... die so ab und zu zur 5. Kolonne werden:

übermässige Fügsamkeit - oder Mangel derselben, oder fehlende "An-Passung", oder  fehlende Macht der Gruppe, des Netzwerkes, oder ... einfach Pech ... temporärer Dienstleister, Praktikant, Arbeitsloser, Sozialfall, "Scheininvalider", "Sozialschmarotzer" - die Ausgenutzten und Ausgestossenen

Unser heutiges Ordnungsmodell scheint nur noch das gewinn liebende Lebensmuster als würdig zu betrachten, das auf der alten Sünde der Begehrlichkeit fusst. Tja ... die Marktideologie, d.h. präziser die Marktideologen hätten das gerne, aber durch Normierung alle auf den sog. homo oeconomicus, dem dämlichsten aller Avatare, verschwinden die andern Leidenschaften natürlich nicht einfach so. Erkenntnis als Urtrieb überlebt immer noch bei einigen unentwegten (Sie sind grad bei einem Musterexemplar gelandet ...), aber auch der Wille und die Streitlust sind nicht verschwunden. Sie finden sich heute vor allem bei denen, die ich als Neo-Raubritter I und II bezeichnet habe.

Die Ritterfehde war zuvor ein konstituierendes und unumstrittenes Element der mittelalterlichen Verfassung. Fehden gehörten zum Rittertum wie die Pfründe zum Pfaffen, das "Handgeld" zum Politiker und der Zins zum Kapital. Die Fehde war das Geschäft, die Selbsthilfe, die Wahrnehmung der Eigenverantwortung.

Altes Federecht: Die so genannte "nahme" (Wegnahme) unmittelbar nach Überwindung des Gegners oder nach Eroberung einer Burg oder Stadt bewirkte rechtmässig erworbenes Gut, das bei späteren "Einigungen", Friedensschlüssen, nicht wieder zurückgegeben werden musste.

Lebensstil prägt die Rolle die jemand spielt - und die Rolle die jemand spielen muss oder will - prägt umgekehrt seinen Lebensstil.

Dieser Zwiespalt zwischen dem Ich, der Persönlichkeit, entstand aber nicht erst in der Post-Moderne sondern wurzelt bereits in der mittelalterlichen Herkunft des Wortes Person, also auch der Persönlichkeit. Ganz im Gegensatz zu unserem heutigen Verständnis war die Person eben NICHT eine individualistische, eigenständige, sondern der Begriff "Person" stammt aus dem Theater, und bezeichnet eine Rolle. Ritter und Mönche mussten ihr Verhalten streng nach den überlieferten Normen richten. Der Einzelmensch wird erst zu einem, indem er eine Rolle übernimmt, die er nicht selbst geschrieben hat, und sie sich zu eigen macht. Erst dadurch tritt er in die Gesellschaft ein und unterscheidet sich vom "wilden Mann" der nur für sich lebt, und vom Mitläufer, der nur auf andere sieht. (nach Arno Borst: Lebensformen im Mittelalter).

Interessant ist hier, dass Ritterlichkeit und höfisches Benehmen, von dem sich ja heute die Höflichkeit ableitet, derart hoch geschätzt wird, obwohl sie eigentlich nicht ist als gespielt, also quasi eine systemimmanente Schizophrenie. Ritter waren gedungene professionelle Mörder, wie jede Miliz. Sie verdienten ihr Geld und ihren Rum mit Töten, nicht mit höflichem Getue. Höflichkeit ist und war nichts als Rollenspiel, also das Schafsfell des Wolfes. Es liegt nahe, die Erfindung der sozialen Rolle also gleich den Rittern zuzuschreiben, was aber falsch wäre, denn diese wurde bereits viel früher von den Priestern gemacht. Schon immer haben diese Gottes Gebot gepredigt, sich aber vor allem die göttliche Macht angeeignet - und meist zu ihrem höchst persönlichen Wohle ausgenutzt. Die Raubritter waren also nichts anderes als Ritter, die diese höfische Rolle nicht spielten sondern einfach so, also eigentlich ehrlich, ihrem Job nachgingen, ihrer Mordlust frönten und Gewalt, ohne jegliche kulturelle Verbrämung, als solche zu ihrem Zwecken einsetzten - und einsetzen.

Immer problematischer wurde dieses Verhalten allerdings dann, als die offizielle Herrschaft sich nicht mehr der Gewalt, sondern eher der Verträge bediente und Rechtssprechung ein immer einträglicheres Geschäft, das seine eigenen Vertreter im Adel schuf, die Grafen und Vögte (von Advocaten). Wer von nun an richtig und ungestraft rauben wollte, brauchte also einen Juristen als Beistand.

Im übrigen waren die damals aufkommenden Ordnungsmächte, also vor allem die Städte, auch nicht viel besser. Dies anhand eines Beispiels aus Basel, bei der die Stadt zwar einem geplünderten Händler half, dem Raubritter die gestohlenen 8 Zentner Safran wieder abzunehmen, durch  eine Belagerung von 14 Wochen ... deren Kosten allerdings dann durch Beschlagnahmung des Safrans gedeckt wurden. ... was in etwa vergleichbar ist mit dem Vorgehen der USA in Kuwait, dessen Besetzung man erst zuliess ... dessen Befreiung man sich dann aber teuer bezahlen liess.

Dass des öftern eben auch andere als die Raubritter von den Überfällen profitierten scheint belegt:

Plötzlich entdeckte er eine schnell daherschwimmende gewölbte Masse auf dem Rhein. Ein totes Pferd? Dieser riesige Bauch? Oder ist er's am Ende, sein Herr? Fagger steht auf, legt die Hände über die Augen, um das Sonnenlicht abzudecken und schärfer schauen zu können. Tatsächlich, es ist seines Herrn Bauch.

"Tolle Etikette, was, Pertramer?" murmelte er. In der Mitte des Stroms trieb schaukelnd tatsächlich Petramers in Fett umgesetztes Wohlleben an ihm vorbei. In seiner Brust stak ein hölzernes, gut ein Meter hohes Kreuz mit einem kleinen Kranz dran. Das Gesicht war blutverschmiert, die Ohren abgeschnitten und auf die Stirn genagelt. Petramer schwamm, weil er ringsum von aufgepumpten, bleichen Schweinsblasen hochgehalten wurde.

Der Raubritter mochte solche Scherze mit fetten Kaufleuten. Er soll Tränen gelacht haben. Der Rhein leider auch. ... Auch Fagger war's zufrieden, änderte raffiniert seinen Namen in Fugger und war der eigentliche, von Fuggers Erben bisher glaubhaft geleugnete Gründer der reichsten Kaufmannsdynastie. Mit Petramers Geld, sozusagen als Gründungsdarlehen.

Vater Rheins liebster Raubritter: Philipp von Hohenfels.

Die sog. Raubritter sind oft eigentlich nicht viel mehr oder weniger als entlassene Söldner, wie heute Söldner in Bürgerkriegen, die sich nach der Entlassung selbständig machen. Einige meiner Einsätze im Ausland waren darin begründet, für solche entlassenen Milizen Arbeitsplätze zu schaffen (Aethiopien/Somaliland), wie auch Rohmaterial zu produzieren für die Widerherstellung der zerstörten Häuser  (Tadschikistan). Im Irak dürfte ein grosser Teil der heutigen Unruhen vermutlich auf den dämlichsten Entscheid der US-Verwaltung zurückzuführen sein, nämlich eine Million Soldaten in die Arbeitslosigkeit zu schicken, womit ein Total von 4 - 6 Millionen Irakis brotlos wurde.

In Europa war Deutschland allerdings das einzige Land in dem das Phänomen "Raubritter" gegen Ende des Mittelalters (s. Vers von 1478)  derart grassierte, dass es quasi zum Normalzustand wurde:

Rauben und Morden,
Das ist keine Schand,
Das tun die Besten
Im ganzen Land

"Die Besten", das waren die von Adel, die Fürsten und Könige, die Aebte und Erzbischöfe, vor allem aber jene Ritter, die auf ihren für lange Zeit uneinnehmbaren Burgen sassen und letztlich niemanden ausser Gott über sich anerkennen wollten. Ihre Taten waren dennoch sehr von dieser Welt, so gar nicht auf jenseitiges Heil ausgerichtet. Deswegen nannte das Volk sie damals auch viel treffender "Ritter vom Kuhmist", oder "Mordbuben", "Placker" oder "Schnapphähne", "Staudenhechte", "Heckenreiter", "Stegreifreiter" und "Strassenglucker" - Raubritter eben.

Mühsam hatten sie sich gesellschaftlich hochgearbeitet. Noch zu Beginn des 12. Jahrhunderts waren Ritter teilweise den Bauern gleichgestellt, mussten manchmal gar wie diese sechs Tage im Jahr Frondienst leisten. ... Die gewaltsam nach oben drängenden ritterlichen Ministeriale zeichnen sich bei vielen Aktionen durch eine besondere Wildheit und Entschlossenheit aus.  Meist wurden die Söhne im Knabenalter von sechs bis acht Jahren auf eine andere Burg gegeben, woselbst sie als Pagen langsam in die Pflichten und Rechte des Ritterstands eingeführt wurden. Selbstverständlich nahmen sie als Azubis an Kriegszügen oder Fehden ihres Herrn teil. Viele verloren dadurch schon früh ihr Leben oder wurden verkrüppelt. [S. 405]

Teilweise hatte die Raubritterei solche Ausmasse angenommen, dass im 15. und 16. JH Reisen zu einem haarsträubenden und lebensgefährlichen Unternehmen wurde. Dies beschränkte sich aber hauptsächlich aufs Heilige Römische Reich Deutscher Nation, der es nicht gelang, eine Zentralmacht herauszubilden. Die Launenhaftigkeit und Geldgier der deutschen Fürsten schuf über Jahrhunderte hinweg Frei(raub)räume für jene, die wir heute als "warlords" bezeichnen würden.

Es war eine wilde Zeit, dieses 16. Jahrhundert. Die Menschen glaubten an Hexen und Teufel. Gleichzeitig wurden sie durch die neue Lehre Martin Luthers aufgerüttelt und durch die Macht der neuen Waffen durcheinander gewirbelt. Der Kaiser kämpfte mal gegen Frankreich, mal gegen die Türken oder die Ungarn. Luther weigerte sich, politisch tätig zu sein, und so entstanden viele kleine Gewaltpotentaten. Die Zeitgenossen plünderten, mordeten - und hofften inbrünstig auf einen von Gott gesandten Frieden?

Wo war Gott?

Gott hat sich damals für diese Probleme genau so interessiert wie heute ... Geldgier, Langeweile, Streitlust und Mordsucht sind ja nicht sein Feld, sondern das seines Gegenspielers. Interessanterweise scheint ein grosser Teil der Raubritter vom selben Urtrieb gestossen, wie heute die Geldgeier ... nein, nicht vom Leistungswillen, sondern von der Langeweile:

"Die Feinde hatten eine vorteilhafte Stellung an einem Graben eingenommen, und ich hätte gern einen Speer mit ihrer einem gebrochen." Götz hatte gut gefrühstückt und wie sich unsereins zum Fussballplatz begibt, suchte er als Ablenkung ein kleines Kämpfchen, den eigenen Tod oder schwerste Verwundung einkalkulierend. Beneidenswert erfüllt vom Glauben ans Leben, ans Ueberleben!

Götz versuchte, bräsig auf seinem Pferd sitzend, immer näher an den feindlichen Graben heranzukommen, um irgendjemanden herauszulocken. Dass er deshalb die Landshuter mit garstigen Schmähreden aufzustacheln trachtete, verschwieg er.

Vor allem aber war es der Trieb des Geldes, man wollte Beute machen. Präzise wie die Beduinen im Osten des Jemen, im Westen des Irak, die Milizen in vielen afrikanischen und südamerikanischen Staaten, ging es um die direkte Aneignung fremder Güter - oder die Erpressung von Lösegeld (= Neoraubritter I. s. II). Und präzise wie im Irak heute, konnte sich die Mehrheit der Geiseln durch Zahlung befreien, was die Angst in Grenzen hielt:

Dem jungen Heymen war das Geschrei zu laut. Angst hatte er nicht, zu viele Geschichten von Raubritterüberfällen hatte er in seiner Jugend gehört. Damit wuchs ein Kaufmann auf, meistens gingen die Geiselnahmen friedlich aus, man zahlte eben sein Lösegeld, lernte interessante Menschen aus adligen Kreisen kennen, konnte sogar günstige Geschäftsverbindungen anbahnen, wie er von manch reichem Kölner Kaufmann gehört hatte. Also gab man sich drein. [S. 211]

Da bereits damals einige Schweizer weit über die Grenzen ihres Landes hinaus geschäfteten und reichlich Geld hatten, kamen auch sie des öftern in die Fänge der Raubritter

Der Schweizer musste sich arg zusammennehmen, um nicht einen grossen Zorn zu zeigen. Er hat von Anfang an unter stärkster Verwendung von Rachenlauten darauf gepocht, dass er ein Schweizer sei, der in Augsburg nur seinen Handelssitz habe. Für nix und wieder nix die Todesängste, die endlosen Ritte, das kalte Verliess.

Aber Bartholomäus Strecken liess die Wut in sich stecken. Dieses Raubgesindel konnte jährzornig werden. Vielleicht freute er sich aber auch über die wundervolle Erfahrung, die jahrhundertelang in seinem Volk weiterleben sollte: Die Sicherheit des Schweizer Passes.

Den Schweizern ist es nach eigenem Bekunden nie gut gegangen. Ihr stetes Lamentieren nervt die Welt seit Jahrhunderten. Zumal sie neben dem Alphorn zur kulturellen Entwicklung des Homo sapiens nichts beigetragen haben. Jakob Grübel aus St. Gallen war aus anderem Holz.

Ihn hatte Philipp Truchsess von Usleben, auch ein edler Name in Raubritterkreisen, bei Tann gefangen genommen. Es half kein Grübelsches Geschrei, dass er Schweizer sei, das könne man an seinen Rachelauten hören, und er habe mit Nürnbergern nichts zu schaffen.

Freilich, sagte der von Usleben, du handelst mit ihnen!

Die Rachenlaute des Schweizers verstummten prompt. [S. 267]

Grübel, von Schweizer Erziehung her geizig wie das Matterhorn, seufzte tief auf und entleerte sich seiner irdischen Güter.

....

Wo allerdings ein erträglich Mass überschritten wurde, sah sich "der Staat" (die Regierung, die Herrschaft whatsoever ...) zum Eingreifen gezwungen:

Voll Lebenslust pochte selbst die rechte Hand, die er schon acht Jahre zuvor verloren hatte. 55 Kaufleute in seiner Gewalt. Götz genoss es, geniesst es in der Rückschau im hohen Alter. Sei es ihm gegönnt. Alle 55 Kaufleute kamen frei, zunächst in einzelnen Gruppen all jene, die nicht nürnbergisch waren. Das waren 25. Kleiner Nachteil für sie: Ihre Waren und Preziosen, ihre Leipziger Geldgewinne bekamen sie nicht zurück.

Mit den 30 verbliebenen Kaufleuten ritt er wie der Teufel, stoppte zwischendurch stundenlang, weil es ihm nicht gelang, seine adligen Freunde zu bewegen, ihre Burgen und Kerker für so viele Geiseln zu öffnen. Geld ja, Menschen nein.

Der Grund war klar: Das heilige Römische Reich Deutscher Nation stand Kopf. Der Überfall sprengte das normale Mass an Gewalt auf den Strassen. Wer unter den Kaufleuten nicht sicher im Reiten war, der lernte es jetzt. Bis zu vierzig Stunden sassen sie ohne Essen und Trinken im Sattel, manchmal mit verbundenen Augen und manchmal, wenn wieder eine Burg die Aufnahme verweigerte, hörten sie Götz fluchen: Da hab ich Hühner und kann keinen Korb dafür bekommen. [S. 232]

Dies um so mehr als es unter den Raubrittern auch echt Wahnsinnige gab, denen Gewalt und Quälereinen spass machten. Apropos Raubritter ... das beschränkte sich nicht auf Männer. Es gab offenbar auch eine beträchtliche Zahl an Frauen, ja sogar Frauenklöster, die hier nicht hintan stunden:

Nur zwei gewaltige Sätze sind von Margarete von Eberstein übermittelt, stolz, unerbittlich, rückwärts weisend, gesprochen bei Tisch zu den Rittern ihrer Tafelrunde und in Anwesenheit seiner Geisel. Wann euch ein Kaufmann nit halt, was er euch zusagt, so haut ihm Händ' und Füss' ab und lasst ihn liegen." Mit diesen Worten knallte sie Knödel mit Pfeffer  auf die Teller - weshalb der Satz als Knödelsatz bekannt ist.

So wird von den adeligen Nonnen von Kloster Mariensee bei Hannover berichtet, dass kein Wanderer oder Kaufmann unverzupft oder ungepoppt von ihren Klostermauern rannte.

Aber, wie heute im Irak, gab es auch jede Menge absolut sinnloser Grausamkeiten:

Wolf Strauss, geschwächt vom Blutverlust durch den Schwertschlag über den Kopf, geschwächt von der rausgeschrieenen Verzweiflung, gibt nicht auf, er reisst die Rechte, Veit Scharpf ist stärker, zieht die Hand des Opfers wieder auf den Stumpf und hackt einen ersten Hieb ins Handgelenk.

Wolf Strauss schreit auf. Ein zweiter Hieb lässt ihn schier ohnmächtig werden, das Blut spritzt ihm ins Gesicht. Veit Scharpf flucht über den Dissacken, stumpf sei er wie ein Eselsschwanz, haut zum dritten Mal in die klaffende Wunde, trifft nicht die Knorpel des Gelenks, sondern in den Knochen, gelbes Knochenmark rinnt aus, Strauss schreit. Die Reiter verhöhnen Veit Scharpf, ein Anfänger sei er. Thomas von Absberg schaut schweigend zu. [S. 15]

Thomas von Absberg, der Handabhacker

Die Haftpfeile suchten wie Magneten (Rosshaar zu Rosshaar) ihr Ziel, verfingen sich im pommerschen Rosshaar und setzten die Pferde von hinten her in Brand, sodass sie in schmerzhaft wildem Galopp mit ihren Reitern zum Kühlen in die rings um Strausberg liegenden Seen sprangen.

Leider entflammten die Quitzowschen Brandpfeile auch manchmal statt des Pferdeschweifs das Schamhaar der pommerschen Ritter, sodass nicht nur manches Ross gepeinigt aufwieherte, sondern auch sein Reiter, weil aus dem Schoss kokelnd.

Dass Dietrich von Quitzow mit diesem Effekt gerechnet hat, beweist sein überlieferter Satz: <Ich wullt ire swanze prennen sen, beim dübel!

Seht ihr das Flämmchen hier in meiner Hand?
Passt auf, bald wird daraus ein grosser Brand.
Ich hoff', er wird euch wohl ergötzen
Und euch belehren, dass die Kunst,
Zu legen eine Feuersbrunst,
Nicht jedem Trottel ist gegeben.
Dazu braucht es ein Ritterleben!
Nur dann erkennt er, was die Welt
Im Innersten zusammenhält,
Wenn sie verbrennt im Dunst, im blauen,
Wie jetzt das liebe Städtchen Nauen.

Die Quitzows - Raubritter, die unfreiwillig Preussen schufen

Die Geiselhaft war hier allerdings vermutlich oft um einiges scheusslicher als das, was Geisseln heute im Irak oder Jemen erleben. Insbesondere im Jemen handelt es sich quasi um eine uralte Tradition der Auseinandersetzung der Stämme mit der Zentralregierung, die meist recht formell und ohne Tote und Verletzte abgeht. Anders steht es um die modernen Raubritter, aus der Armee entlassene Söldnern, die mit den selben Mitteln wie in der Armee (Vierradwagen und Kalaschnikow)  sich dann halt durch Ueberfälle auf Zivilisten, zumeist Jemeniten, ihr Überleben sichern:

Warten auf Lösegeld im Turm

Unten lässt er den Kaufmann los, der fällt ins stinkende Stroh, in den stinkenden Kot, de Atem verschlägt es ihm ob der Pestilenz, die ihm die Kehle abschnürt.

Dort liegt der Augsburger, gewöhnt sich an den Gestank, schichtet das etwas trockenere Stroh über das feuchte, faulige, sammelt Halm um Halm vom trockenen für seine eigene Lagerstatt, rutscht auf allen vieren im Kreis, prüft mit den Händen, wo es am wenigsten platscht, um dort seine "Lagerstatt" aufzubauen, überwindet sich und hebt mit den blosse Händen für seine Notdurft ein tiefes Loch aus.

Vergeblich versucht er, den Spezialknoten seiner hanfenen Fussfesseln zu lösen. Manchmal hat er Erstickungsanfälle. Manchmal ist er so verzweifelt, dass er anfängt, mit den Fingernägeln seine Pulsadern zu überprüfen, ob er sie sich aufreissen soll. Diese Qual wird nie ein Ende haben. Wo bleibt Santwerffer? Nach seiner letzten Zahlung ist er im vierten Monat Gefangener.

Bisweilen wird er vom Gestank ohnmächtig. Aus seinem Dämmerzustand zwischen Ersticken, Furcht und Verzweiflung holt ihn der fahle Lichtkegel. Das Loch ist oben offen. Die Strickleiter wird herabgeworfen. Ein Knecht klettert behände herab. Hat Essen bei sich. Beinahe wirft er es Baumgartner vor die Füsse, um möglichst schnell wieder aus diesem Gestank wegzukommen. [S. 74-5]

Der Stock

Die mittelalterliche Erfindung des Stocks ist eine viehische. Der Delinquent sass unbequem, die Beine waren vor ihm ausgestreckt, die Füsse in enge Löcher gesperrt, sodass kaum Blut durchkam. Darüber geschah es mit den Handgelenken in der gleichen Manier, sodass der arme Mensch mit zwangsweise krumm gespanntem Rücken sass, was nach ein oder zwei Stunden spätestens zu immer stärker werdenden Schmerzen im Rücken führte.

Der Körper beginnt sich zu verspannen, Atemnot setzt ein, Zittern befällt den Gepeinigten, Füsse und Hände schwellen an, sterben langsam ab. Die Beine werden von wilden Krämpfen gepeinigt, mit einem Wort: Jakob Grübel musste all das abbüssen, was seine stolzen Landsleute gut zwanzig Jahre zuvor den Ritterheeren des Deutschen Reiches in ihrem Kampf um die Unabhängigkeit angetan hatten. [S. 273]

Wurden die Raubritter gefasst, vergalt man ihnen ihre Taten allerdings mit präzise der selben Münze:

Der Henker, diese Sekunden liebte er besonders, suchte, als ob er's nicht schon längst wüsste, im Sortiment seiner blitzenden Messer, prüfte ein erstes, ein zweites, griff zu einem grossen, türkisch gebogenen Dolch mit feiner Spitze, hob ihn hoch ins Morgenlicht, liess langsam den Arm wieder nieder, er war Linkshänder, was kein gutes Omen ist (Grumbach allerdings auch von einem Rechtshänder nichts Gutes zu erwarten gehabt hätte), das Messer, mit der Spitze auf dem Brustkorb des Raubritters, ging mit sanftem Druck in die Haut, zog eine rote Blutbahn, als es den Brustkorb entlang abwärts zur Bauchhöhle vordrang. Ein scharfer, tiefer Schnitt, Blut spritzt raus, Gedärme quellen, die rechte Hand des Henkers fährt in die geöffnete Bauchdecke, nach oben, in den Brustkorb, ein gewaltiger Riss, ein Blutschwall, des Henkers Arm kommt wieder heraus und hält hoch über seinen Kopf zur Menge hin das blutige Herz Grumbachs, zwei Aortenstücke hängen herab, man meint das Herz zucken zu sehen. Grumbach ist tot.

Die letzte Arbeit ist die härteste, sie ist nicht elegant, deswegen lässt er sie die Knechte machen: das Zersägen des aufgebrochenen Rumpfes. Die Lunge wird herausgerissen, die Rippen zur Seite hin aufgebrochen, das Rückgrat entlang der Wirbelsäule entzweigehackt, die Wirbelsplitter fliegen weitum vom Schafott, begehrte kleine Reliquien, die später in manch katholischem Schrein fälschlich dem heiligen Nepomuk zugeordnet werden.

Grumbach wird in handliche Portionen zerteilt. ... Sie blieben an den Pfählen, bis sie verfault waren.

Apropos Buch: Das Buch von Niklas Frank ist grauenhaft. Ich wollte es schon mehrfach wegschmeissen, hab aber was gegen das Wegschmeissen von Büchern (weshalb "Umziehen" jeweils eine recht belastende Angelegenheit ist)... Ich hab schon mal, ganz gegen meine Überzeugung, einige Zitate betr. des Gestanks der alten Burgen ohne Zitat angeführt, da ich nicht darauf aufmerksam machen wollte - und später die Herkunft per Urquelle angegeben. Ich möchte das Buch also auf keinen Fall zum Lesen oder Kauf empfehlen, denn es ist nicht bloss grauenhaft, sondern auch eher literarisch als historisch-wissenschaftlich ... aber: Es gab mir z.B. nun dennoch einen Anlass zum Nachdenken über diese Raubritter, zum Fragen, wie die zu einem derart grauenhaften Verhalten kommen konnten. Und die Resultate sind doch recht interessant wie mich dünkt.

 

Der Landfriede als Ausweg aus Anomie, Terrorismus und pervertierter Ordnung

Meine erste These, die der Anomie, der Störung durch Auflösung überbrachter Normen, geht bachab, denn die Erscheinung des Raubrittertums gab es offenbar bereits im 13. und 14. JH; also zur Blütezeit des feudalen Rittersystems: 1378 liess König Leopold in Erfurt an einem einzigen Tag gleich 26 Raubritter enthaupten. 100 Jahr zuvor hatte König Rudolf 29 "burgsässige" Räuber gefangen, verurteilt und enthauptet ... was eigentlich darauf deutet, dass diese Erscheinung das Feudalsystem seit seinem Entstehen begleitete.

Die Ritter hatten allerdings mit dem Ende des Mittelalters ihre Akzeptanz als wichtigste Ordnungsmacht verloren. Armee wie dezentrale Städte wurden zu den Pfeilern der Herrschaft. Die Ritterfehde wurde also gefehmt,  und im Landfrieden 1512/55 schliesslich kriminalisiert. Die Raubritter waren also die letzten, die sich handgreiflich gegen die Zivilisierung als Verstädterung und Vermarktlichung wehrten - abgesehen von Bauern, Sekten, und neuerdings Linken, Islamisten, Terroristen.

Man könnte die Raubritter also, ohne viel Widersprüche, als mittelalterlicher Vorläufer des Terrorismus betrachten, als Terroristen ihrer Zeit (s. Terrorismus). Die Verbindung mit dem Fundamentalismus funktioniert da allerdings kaum, da damals die Fundamentalisten damals noch relativ fest auf den Herrschaftsstühlen der Kirche sassen. 

Die Herrschaft wechselte nach und nach Wechsel von Bodenherrschaft und persönlicher Herrschaft (Feudalismus) zur Geldherrschaft. Während die religiösen Führer, in jeder Gesellschaft die leitende oberste Schicht, ihren Platz sichern konnten, auch, vielleicht auch dank, der Aufspaltung des Glaubens in Protestanten und Katholiken, verlor die Kriegerkaste viel an Glanz. Von nun an war es Gold das glänzte und gefochten wurde mehr mit spitzer Zunge und Papier als mit Degen und Rapier.

Die Einschätzung der Raubritter als Barbaren hat sich bis ins 20. JH gehalten, bis die Forschung zeigte, dass sich der niedere Adel (die untere Oberschicht) einfach geschickt auf die neue Zeit eingestellt hatte und durch Raubritterei sein Vermögen mehrte. Die meisten Ritter allerdings begaben sich in städtische oder fürstliche Stellungen, wodurch sie allerdings über das normale Lehensverhältnis hinaus abhängig wurden!!! [S. 406]

Damit wurde die Vorherrschaft des Adels, die über Geburt vererbt wurde, abgelöst durch "Leistung" ... zu der allerdings präzise die selben bevorzugt Zugang fanden und finden, die viel zu Erben haben, also nicht bloss Finanzkapital, sondern auch kulturelles Kapital, das den Zugang zu den Netzwerken der Herrschaft erleichtert.

In dieser gebildeten Zeit, die allerdings mit Religionskriegen über das ganze 16. JH hinweg bis zum 30-jährigen Krieg im 17. JH keine wirklich friedliche Zeit war, setzte sich nach und nach die Idee des Landfriedens durch.

Der Landfriede, eigentlicher Gegenpol des Raubrittertums, entstand in Grundzügen bereits zur Zeit der Karolinger. Es ging dabei vor allem um den Schutz von Kirchen, Klerikern, Frauen, Kaufleuten und Juden (hört, hört ... es gab also nicht bloss Antisemitismus). Er sollte auf der Basis eines Netzwerkes von Eidverpflichtungen erlassen werden und durch Beschreitung des Rechtsweges erzwungen werden. Zahlreiche schwere Strafen wie Rädern, Enthaupten, Verstümmeln sollten Gesetzesbrecher abhalten ... was damals wie heute offenbar kaum funktioniert hat.

Erst der Ewige Reichslandfriede von 1495 sollte das Fehderecht im ganzen Reich ein für alle Mal beenden. Wie bekannt änderte sich aber damit nur, dass sich in der Folge religiöse Überzeugungen, später vor allem Nationen bekriegten. Hier fasste langsam die Überzeugung Fuss, dass nur der König Truppen aufstellen und Kriege führen sollte. Die reichlich vorhandenen Söldnerheere zeigen allerdings, dass dieses Privileg weitgehend "privatisiert" wurde. Die Idee der Blutrache wurde nach und nach um die der Gnade ergänzt. Übeltäter sollten sich auch wieder rehabilitieren, u.U. in den Landfrieden einkaufen können.

Die Einführung des Landfriedens, und damit des Gewaltmonopols des Staates, war vermutlich die wichtigste Entwicklung dieser Zeit, vermutlich eben so wichtig wie Protestantismus und Renaissance.

Am demokratischsten scheint damals Dänemark gewesen zu sein, denn dort wurde dieser Vertrag als Rechtsgemeinschaft zwischen Volk und König aufgefasst, die eng zusammen arbeiten sollten, um Recht und Friede zu erhalten. [dtv-Lexikon des Mittelalters: Landfriede]

In der Folge wurde also das Gewaltmonopol des Staates mittels Gesetzgebung, Verwaltung und Gerichten gefestigt - und neue Normen entstanden, die dann mit der französischen Revolution und dem Liberalismus wieder gestürzt wurden: Weg mit dem Staat - alle Freiheit den Bürgern (also denen, die Geld haben natürlich ...).

FAZIT:

Die Geschichte lehrt uns, dass jede Norm, jede Ordnung ausgenutzt werden kann und ausgenutzt wird, sobald sie formuliert und installiert ist:

  1. Das zeigt sich seit (beinahe) Urzeiten anhand der Usurpation der Macht durch Religionsführer, die sich die göttliche Macht anmassen, zum eigenen Vorteil ausnutzen.
  2. Das zeigt sich bei den politischen Führern, denen es sehr oft viel mehr um das eigenen Wohl als das des Volkes ging und geht
  3. Das zeigt sich bei den Wirtschaftsführern, die sich Rücksicht aufs Gemeinwohl bereits von vornherein verbieten.
  4. Dies zeigt sich aber auch bei Naturalisten, die möchten dass die Natur regiert - was wir ja hatten, all die hunderttausende von Jahren der Entwicklung des Menschen bis sich Technik und Kultur entwickelten.

Die Gewalt äusserst sich dann meist nicht mehr so brachialisch wie bei den Raubrittern, sondern als versteckte, strukturelle Gewalt.

 

Die historischen Wellen von Ordnung - Überordnung - Sauordnung

Wurde die brutale Faustmacht der 3 Urzeiten durch die eben so brutale, aber religiös-rechtlich verbrämte Macht der Armeen des Königs ersetzt, der im Gilgamesch-Epos als Geschenk Gottes angesehen wird, so bringt in Deutschland erst der Ewige Landfriede die Macht (vorübergehend) endgültig in die Hände einer Zentralregierung. Die Macht wandelte so vorm stählernen Arm in die Amtsstuben, die Pagen lernten nun nicht mehr Pferde aufzäumen und mit Speer und Schwert zu kämpfen, sondern mit Wort, Gesetzbuch und Buch-Haltung.

Mit dem neuen Glauben kamen nicht nur neue religiöse Strukturen und Normen, sondern auch politische und wirtschaftliche. Klöster - Bischoftümer - das Papsttum als absolute kirchliche Herrschaft, schufen Eigentumsrecht an Boden, das es unter den Kelten nicht gegeben hatte, womit sie die Bauern in die Versklavung, zumindest Schuldensklaverei trieben. Und an präzise diesen Normen entzündeten sich die Widerstände. Die ersten Häretiker, also die erste Sekte, waren die Katharer, die den Ketzern ihren Namen gaben. Sie verlangten von der Kirche, dass sie Armut hochhalte, arm sei und armen helfe. Die Kirche wollte aber reich sein und Reichtum horten. Ähnliche Anliegen wurden von Bettlerorden wie den Dominikanern, Franziskanern, Augustinern und Karmelitern vertreten, deren Vertreter dann oft im Feuer endeten.

Mit dem Protestantismus entstand ein individualistischeres Modell des Hortens fürs Jenseits. Reichtum wurde zum Zeichen Gottes Wohlgefallen. Die Armen waren nun zwar nicht mehr gehalten, zum Reichtum der Kirche beizusteuern, aber dazu, sich friedlich durch "gottgegeben" Reiche ausnehmen zu lassen. Die Kirche hat also immer wieder für viele erst eigentlich die Hölle auf Erden eingerichtet, um sie um so besser mit dem Himmelreich am Ende des Lebens zu vertrösten.

Die erste Überordnung der Katholischen Wirtschaft: Alles Geld der Kirche, wurde durch die Reformation gestürzt. Die zweite Überordnung der protestantischen Kirche: Alles Geld den Auserwählten ... lebt leider noch. Die dritte: Alles Geld allen, der Kommunismus, wurde mit dem Marktbbann der Irrationalität belegt, so dass man nicht mal daran denken darf ...

Dies war die Zeit der Stammesverbände, die durch Kleinstaaten und Städteherrschaften abgelöst wurde, die allerdings weiterhin unter der Fuchtel des Adels standen, der bloss zum Teil, vor allem in den Städten, die Macht mit dem neuen Geldadel teilen musste. Die Terroristen die sich diesem Struktur- und Wertewandel am tatkräftigsten und grausamsten widersetzten waren die Hunnen und Mongolen, die gleich die Strukturen wegputzten, also ganze Städte. Die Raubritter nutzten bloss ihre erlernten Fähigkeiten um sich ihren Anteil an Macht und Geld auch im neuen System zu sichern.

Die Gegenwart: Von tätlicher Gewalt zu struktureller Gewalt:

War die Macht bei den Clans und Stämmen gebunden an Akzeptanz, die sich die Führer nicht allein durch Gewalt sichern konnten, sondern sich über Freigebigkeit zum grossen Teil erkaufen mussten und müssen, änderte sich dies mit Burgen und später Kanonen ins Gegenteil. Macht konnte nun privatisiert, also alleine durch Dominanz ausgeübt werden. Zwar nicht nachhaltig, aber dafür um so grausamer. Das selbe gilt heute für die neoliberale Grundhaltung und ihrer Herrschaftsform, der

Hier drängt sich ein Rückblick auf eine (gottseidank) erledigte Phase der deutschen Geschichte auf, den linksextremen Terrorismus der RAF. Mit der Entlassung von Ulrike Mohnhaupt, die als nicht rückfallgefährdet angesehen wird und sich gleich nach ihrer Entlassung gutbürgerlich, d.h. mit Arbeit in Anstellung integriert hat, sind leider die Probleme die zum Entstehen der RAF geführt haben - also eben die strukturelle Gewalt - längst nicht gelöst. Im Gegenteil. Während die RAF darauf setzte, den Staat durch ihren Terrorismus so zu reizen, dass er überreagiert, zur Sicherheitsdiktatur oder gar - Faschismus wird, also Überordnung produziert, was automatisch zu Widerstand seitens der Bevölkerung führen muss, die diesen Staat dann wegputzt (ein einigermassen absurdes Konzept, dass logischerweise keinen Erfolg hatte) - hat sich die strukturelle Gewalt gefestigt. Heute können Sie, dank populistisch-dämlicher Propaganda, per Volksabstimmung schon fast jedes Gesetz durchbringen, dass nach mehr Härte im Umgang mit solchen verlangt, die sich den Sachzwängen des Marktes verweigern, gewollt oder dadurch, dass der Zwang sie zwar drängt, ihnen aber gar keine Möglichkeit offen steht, ihm auszuweichen (Bildungsschwäche, zu tiefer IQ, nicht bestehende Arbeitsplätze etcetc).

Motto:

Wer sich seinen Lebensunterhalt nicht selbst verdient, ist ein Schmarotzer und gehört gerädert  ... oder zumindest in Zwangsarbeit.

Ein Motto, das den "long tail" des Wettbewerbs, nämlich die Verdrängung, das aktive Schaffen von Verlierern, ganz einfach übersieht.

Umgesetzt in politische Vertretung von Interessen (s. Die politische Landschaft der Schweiz) ist das heutige Bild ziemlich absurd. Obiges Motto, also eigentlich das Motto der goldenen Horde, der Elite, der Strukturbauer und Profiteure wird am intensivsten durch die SVP vertreten. Die Übervertretung der Bauern liegt daran, dass sie ursprünglich mal Bauern- und Gewerbepartei hiess ... und a) die Bauern nicht gemerkt haben, dass diese Partei inzwischen längst die Interessen der Herrschaft vertritt .... oder selbst noch denken sie seien die Herren im Lande, b) weil sonst eh niemand die berechtigten Interessen der Bauern vertritt, die bei der SVP definitiv schlecht vertreten sind.

Interessant ist auch die treue Gefolgschaft der Arbeiter, insbesondere der weniger qualifzierten, die in erster Linie auf den Autoritarismus abfahren, ein altes Problem, und, da eben nicht zu den Gebildetsten gehörig, den Sermon hinnehmen, dass erst der Herr verdienen muss, bevor er die Knechte bezahlen kann.

Lästig ist, dass die SP heute offenbar weitaus weniger die Arbeiter und die Gesellschaft vertreten, als die Sozialarbeiter und Gesellschaftstheoretiker - die von Staatsaufträgen leben. Unter den Gegebenheiten sind, wie auch sichtbar, kaum wirklich neue Ansätze zur Gestaltung einer gerechteren Gesellschaft zu erwarten. Wer dafür bezahlt wird umzuverteilen, stützt ein System, das Verteilerpotential begünstigt, nicht aber Selbständigkeit.

Unerfreulich ... und somit keine Bedrohung für die Neoraubritter:

Da man als Raubritter generell jemanden bezeichnen könnte, der eine Ordnung ausnutzt zum eigenen Vorteil, diesen mit Gewalt durchsetzt, ohne Rücksicht auf Verluste, Schäden, Schmerzen, wären also z.B.

Moderne Raubritter (Neoraubritter II, die allerdings im Gegensatz zu den Neoraubrittern I -  nur noch Firmen und Arbeitsplätze abmurksen):

Fazit:

Das wichtigste was man aus dem Phänomen der Raubritterei lernen kann und muss, ist, dass "gute Ordnung" kein absoluter, quasi wissenschaftlich bestimmbarer Zustand ist. Jede Ordnung kann ausgenutzt werden und wird ausgenutzt, von denen die die richtigen Schaltstellen im Netzwerk besetzen können. Der Zugang zu solchen Schaltstellen läuft offiziell über Wettbewerb, Qualität, Leistung ... aber eben nur offiziell. In der Realität geht das mehrheitlich über Beziehungen - die wiederum sehr stark mit der richtigen Herkunft, der richtigen Klasse, dem rechten Rollenverständnis verbunden sind.

Soziale Klassierung beruht nicht nur auf Geld, noch weniger auf Wissen, aber auf Status. Viele Menschen orientieren sich also am "höheren" Status, wer den höheren Status hat, versucht diesen zu halten, früher durch Geburt (Geburtsadel), seit dem späten Mittelalter durch Bildung (s. Sozialer Aufstieg durch Bildung - und das Aufkommen des akademischen Prekariats - am Ende des Mittelalters / Die Erhaltung der Ungleichheit durch Bildung)

Diejenigen, die Strukturen schaffen, legen diese immer so an, dass sie sie unter Kontrolle halten können, dass sie im Zentrum sitzen und die Peripherie aus-nutzen können. Die Re_Strukturierer bestimmen über die Strukturen gleich mit, wer wo wie profitieren kann ... und wer, oft von einem Tag auf den andern, als überflüssig erklärt wird.

Die Elite setzt also eine Spitzen-Norm, die für Normalsterbliche nicht erreichbar ist, und garantiert sich durch diesen seltsamen "Status-Wettbewerb" - heute meist über teure bildungs-Kurse - die Erhaltung ihrer Position. Eher früher als später erkennen die Ausgeschlossenen, dass sie in dem Wettbewerb eh die Besch... sind und gründen eine Gegennorm, ohne allgemeine Akzeptanz, ohne Auftrag, ohne die hehren Ziele der Elite - aber gemäss den Interessen der Ausgeschlossenen. Ein ähnliches Phänomen ist aus der Psychologie bekannt als Enantiodromie (C.G. Jung): Weder der eine noch der andere Pol sollte zu stark betont werden, denn wenn ein Pol zu stark betont wird, so steigt die Attraktivität des entgegen gesetzten Pols. Meine Formulierung und Darstellung des Phänomens: Werte sind wie Leuchttürme. Das Schiff des Lebens benötigt sie, um sich in Küstennähe orientieren zu können, darf aber nie direkt auf einen von ihnen zuhalten, wenn es nicht stranden will. (s. Wertekompass)

Dazwischen stünde dann noch die Mehrheits-Norm, die man auch als Sachzwang bezeichnen könnte. Da Normen nie Freiheit bedeuten, sondern Festlegung, muss man darauf achten, dass die Raubritter eingesperrt werden die das Chaos verursachen - und nicht die Gesellschaft in Norm-Haft genommen wird.

Die Raubritter haben sich gegen eine solche Umstrukturierung zu Gunsten der Städte gewehrt. Heut tun dies die ländlichen Regionen als ganzes, nicht nur die Bauern. Und prompt wird ihnen vorgeworfen, sie seien Schmarotzer zu lasten der hart arbeitenden Städte. Ihnen wird also die Rolle der Raubritter zugeschrieben - obwohl die Sache eigentlich grad umgekehrt liegt. Die grössten Raubritter sitzen heute mit Krawatte und Anzug in den Büros der Städte, kontrollieren Geldflüsse ... und zwacken sich ihr Scherflein davon ab ... oft ohne dass die Betroffenen dies überhaupt noch wahr nehmen (überzogene Bankgebühren, Zinsen, Belastungen für alles möglich an Papieren etcetc - vor allem aber durch immer höhere Anteile der Kapitalgewinne an der Produktion..) Die heute primär geschmähten CEOs mit ihren Supertopspitzenlöhnen erfüllen, gleich wie die Raubritter, eigentlich bloss ihre Funktion:

Raubritter waren, übrigens genau wie die Ritter, eigentlich nichts anderes als professionelle Mörder, die jene schonten, denen sie Loyalität geschworen hatten ... bis sie ihre Meinung änderten:

Raubritter sind und waren nie Freiheitshelden, nicht mal Kämpfer für die Freiheit, also keine Vorbilder - aber sie zeigen, exemplarisch, die Perversität von Herrschaftssystemen auf. Sie sind asozial, hinterhältig, mehr listig als geistig, lieben, ja geniessen Gewalt und Gewalttätigkeit. Diese ist ihr Lebensunterhalt. Sie zeigen die Insuffizienz von Ordnungssystemen, die auf Gewalt bauen.

Raubritter sind nicht bloss Zyniker, sondern Extremisten des Sarkasmus der Macht.

Seit Jahrhunderten sind also technisch beträchtliche, sozial allerdings eher geringe Fortschritte zu verzeichnen ... Jede Norm und Ordnung, sogar die beste, best-gemeinte, trägt die Saat Satans in sich. Kein komplexer Organismus, keine komplexe Organisation, kann ohne ausreichende Freiheit überleben.    Dies der Hauptgrund, weshalb Fundamentalismus nie akzeptabel sein kann.  Je komplexer eine Gesellschaft, desto mehr muss sich Politik der Aufgabe multifaktorieller Optimierung widmen. Banale Gebote und Verbote sind hier als Steuerinstrumente oft so nützlich wie ein ein ins Wasser gehaltenes Paddel auf einem Ozeanriesen.

Willkes Meinung ist (Theorie komplexer Systeme): Durch die Gleichsetzung von Systemen mit „deren“ Organisationen wird es möglich, Systeme als handlungs- und verhandlungsfähig zu begreifen - eine notwendige Bedingung für die Möglichkeit „intersystemischer Steuerung“. Hier also ein erster Schritt von der banalen und unwirksamen Idee: Staat > Gesetz > Durchsetzung > Problem gelöst zur Systemsteuerung, durch systemisch orientiertes Wirken. Dafür muss aber erst das System erkannt werden. System als solches ist zu abstrakt, zu theoretisch. Über Systemänderung können wir noch 1000 Jahre diskutieren ... reden wir aber von Organisation, wird die Sache sofort reeller (auch wenn eine Mehrheit links bloss neue Jobs, eine Mehrheit rechts bloss neue Kosten und Vorschriften sieht, besonders wenn es um staatliche Organisationen geht. Gehen wir noch einen Schritt weiter und sehen uns an, was eine Organisation ausmacht, so sind dies vor allem Strukturen und Funktionen, was zu zwei politisch recht unterschiedlichen Ansätzen führen könnte. (s. Strukturpolitik ist durch funktionsorientierte Politik zu ergänzen.)

Strukturen dienen nicht nur der Produktion - sondern auch der Orientierung. Strukturen bestimmen, was "normal" ist. (Immerhin hat Claude Levi-Strauss das, den Strukturalismus (allerdings auf formeller, linguistischer Basis), zur Grundlage der Ethnologie für eine ganze Generation gemacht). Restrukturierung zerstört nicht bloss Arbeitsplätze, sondern auch Normen und damit Orientierungen. (Die Behauptung, dass soziale Härte bei Restrukturierung nötig sei, um eine bessere Zukunft zu sichern, also mehr Umsatz, mehr Wohlstand, mehr Wachstum etc ist genau so glaubhaft wie damals die Behauptung der katholischen Kirche, dass jeder der einen Ablass erwerbe, also sein Geld an die Kirche abgebe, das Himmelreich erwerbe.) Werden Strukturen geändert, muss den Betroffenen ausreichend Zeit zur Verfügung stehen, sich umzuorientieren. Umorientierung kostet Zeit und Geld und das Problem ist durch "lebenslanges Lernen" nicht gelöst, denn auch das Lebenslange Lernen braucht eine verlässliche Orientierung, was denn zu lernen wäre, um sich die eigene Existenz sichern zu können. Die Helden der Restrukturierung dürfen also nicht selbst bestimmen, an welchem Massstab sie gemessen werden, d.h. wie viel mehr die Restrukturierte Firma verdient, sondern daran, wie viel Kosten an Umorientierung und Unordnung (Anomie) sie verursachen - und wer dafür bezahlt. Den Staat als Verhinderer von Innovation hinzustellen, ihm aber die Kosten dafür aufzubürden, ist ein ziemlich fauler Zauber. Ordnung als Unterordnung zu definieren, ist ein so fauler Zauber, dass er schon stinkt. Wer restrukturiert soll darlegen, wie die neuen Strukturen aussehen - und wie hoch die Umbaukosten sind, auch für diejenigen, deren sich die neuen Strukturen entledigen.

Diskutierte meine Generation, also die kritischen darunter, noch primär über "das System" und glaubte zum Teil an einen Systemwechsel, hat sich in der Zwischenzeit eben doch erwiesen, dass das alternative System Kommunismus/Sozialismus genau so diktatorisch und faschistisch betrieben werden kann wie der Kapitalismus, also doch nicht die Lösung per se ist.

Gegenwärtig werden die Probleme wieder mal moralisiert, also personalisiert. Die Empfehlung, die heutigen Raubritter einzusperren ist also eben so dämlich wie die, die Verlierer für das Schlamassel verantwortlich zu machen. Heute müssen wir die unheilige Dreifaltigkeit des Marktes etwas mehr im Detail ansehen:

System / Organisation - Strukturen / Prozesse  - Personen / Funktionen

Machen wir bloss Personen nieder, die ja nichts tun als die Funktion zu erfüllen, die "das System" von ihnen erwartet, lösen wir kein Problem - denn die Probleme sind vor allem die strukturellen und funktionellen Löcher dieses Netzwerksystems.

Regeln eines "ökonomischen", d.h. besser eines ganzheitlichen Landfriedens:

Alle sind unentbehrlich für den Markt!

Nicht die Starken, die Aktionäre, sind in erster Linie zu schützen, sondern die Schwachen, diejenigen, die an den Rand gedrängt oder gar ausgeschlossen werden.

Das bedingt auch einen Ordnungs-, d.h. Normenpluralismus:

Natur, Mensch, Wirtschaft, Geist - alle Bereiche müssen sich entfalten können.

Wer andere Bereiche in der Entfaltung stört, soll gevierteilt werden.

Sorry, bin immer noch in den echt brutalen Texten von Frank drin. Da alle Bereiche von Bedeutung sind, darf keiner auch nur einen der andern unterdrücken oder gar eliminieren, was nach einer äusserst komplexen politischen Steuerung verlangte, deren wir mit den heute gegebenen Mitteln aber noch nicht fähig sind. [Lösungsansatz s. Wie lässt sich Politik betreiben, wenn sich komplexe Systeme nicht lenken lassen?] Da das Problem sich aber zuspitzt zwischen den Rechten des Kapitals auf ungebremste Vermehrung auf der einen, den abnehmenden Rechten auf Anteil am Wohlstand auf der andern Seite, braucht es vermutlich erst eine Relativierung des dominierenden Eigentumsrechts. Man muss da nicht mal gleich wieder Richtung Kommunismus & Co gehen. Eine den Kapitalinteressen gleichwertige Existenz-Berechtigung und Freiheitsrecht des Bürgers, ein Recht auf Sein, das nicht durch das Haben anderer beeinträchtigt wird, würd's auch tun ... Hatten wir ja auch mal: Eigentum verpflichtet. Scheint aber inzwischen eine alte Kamelle als moralische Norm ... Um so wichtiger ist es, dass Einzelne wie Organisationen (s. Liberale Ablehnung des Korporatismus - ein rhetorischer Betrug) ihre Interessen, insbesondere solcher nicht monetärer Natur, weiterhin einbringen können. Insbesondere ethische Anliegen haben eigentlich nur eine Chance sich durchzusetzen, wenn sie als "Interessen" formuliert werden, was nicht nur den "ethischen Unternehmer", sondern damit auch die "ethische Korporation" bedingen würde, die quasi als als "Lobbyist für das Gute" auf sozialökonomischer Basis argumentiert. (Kurzdefinition: Oekonomie=Ordnung im Haus / Nationalökonomie=Ordnung im Haus des Staates (nicht unbedingt im Staatshaushalt, das wäre dann bloss der Staatshaushalt), Sozialökonomie=Ordnung im Haus der Gesellschaft. Zukunftsmusik: Geoökonomie: Ordnung im Welt-Haus, dem Haushalt der Gäa.)

Martin Herzog, Dipl. Ing. ETH, 26.3.07

p.s: Apropos Landfrieden und Landfriedensbruch: Der Landfriede sollte genau diese Ziele verfolgen und nur dem Staat, und auch dem nur im Interesse der Allgemeinheit, die Anwendung von Gewalt erlauben. Will die politisch Rechte im Namen der Wirtschaft also den Staat abschaffen, will sie dessen Gewaltmonopol brechen, die Gewalt selbst in die Hände nehmen ... wie sie das ohnehin seit längerem tut. Sie bricht also eigentlich den Landfrieden ... SIE bricht also eigentlich den Landfrieden, und nicht die paar Krawallanten die ab und zu im Namen der Freiheit des Individuums vor der Globalen Geldherrschaft ein paar Schaufenster einschlagen.

StGB Art. 2581

Schreckung der Bevölkerung

Wer die Bevölkerung durch Androhen oder Vorspiegeln einer Gefahr für Leib, Leben oder Eigentum in Schrecken versetzt, wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe bestraft.

Ja mei, warum laufen denn all die Angstmacher von der SVP, von den Versicherungen, Krankenkassen, etc. noch alle frei rum? In Schrecken versetzen heisst auch "terrorisieren". Die alten wie die neuen Raubritter sind also eben so Terroristen wie jene, die ihren Glauben ein bisschen zu ernst nehmen und aus lauter Furcht vor der Hölle als Training gleich mal das Leben auf Erden zur Hölle machen.