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Die aktuelle Finanzkrise und einige Schlüsse die daraus zu ziehen sind:

Privatisierung der Gewinne - Verstaatlichung der Kosten und Verluste

1 Facts

29.9.08 - Crash-Day in Europa: 5 Banken an einem Tag, Schulden von total fast 100 Milliarden Euro mussten vom Staat übernommen werden um die Konkurse abzuwenden:

  1. Bradford & Bingley, GB: 50 Milliarden €, von der Regierung überommen (2. nach Northern Rock, 2007 von der Regierung, Halifax Bank of Scotland (HBOS) vom Konkurrenten Lloyds übernommen). Am 13.10. werden 4 weitere Banken (Royal Bank of Scotland, HBOS (nun eben doch noch, und zwar in letzter Minute. Nach wenigen Minuten hätte die Bank ihren Betrieb einstellen müssen, hätte ihr die Regierung nicht mti 61.6 Milliarden Pfund geholfen), Lloyds TSB (der Uebernehmer wird übernommen) und Barclays teilverstaatlicht, für 75 Milliarden £.
  2. Hypo-Real Estate, Deutschland: 35 Milliarden €. Als diese gesprochen sind, kommt ans Licht, dass vermutlich eher 50 sofort, und bis zu nochmals 50 in ein bis zwei Jahren fällig werden könnten. Dass sogar diese Annahmen nur Brosamen sind, zeigen die 400 Millarden € die Deutschland nun in die Finanzwelt investieren will. (Zum Vergleich: HartzIV kostet den Deutschen Staat jährlich ca. 25 Milliarden €). Eine Erhöhung von derzeit 351 Euro auf 420 Euro im Monat würde die Steuerzahler jährlich gut zehn Milliarden Euro kosten. Vielleicht aber würde die so erhöhte Kaufkraft und das verstärkte Potential in sich selbst, seine persönliche Entwicklung zu investieren, andere Formen des Wirtschaftens fördern. Vielleicht sollte man nicht den Finanzmarkt, also das Geldregime des Hauses (Oekonomie = Ordnung des Hauses) fördern, sondern dessen Bewohner - und eine andere Hausordnung.
  3. Fortis, Belgien/Niederlande: 11.2 Milliarden €, teilweise verstaatlicht. Ein grosser Frust für die Belgier, denn Fortis war DIE Bank des Landes, und ihr Untergang erinnert an weitere Verluste wie Sabena; aber auch Verluste durch Verkauf ans Ausland wie bei der Société Générale de Belgique, Petrofina, Electrabel, die ebenfalls für den wirtschaftlichen Ausverkauf des Landes stehen.
  4. Roskilde, Dänemark: 750 Millionen €. Verstaatlicht
  5. Glitnir, Island: 600 Millionen €. [Am 9. Oktober folgte die grösste Bank Islands, Kauphting. Verstaatlicht. In der Zwischenzeit steht nun allerdings der Isländische Staat selbst kurz vor dem Bankrott, denn die Bilanzsumme von Glitnir betrug, ähnlich wie das Verhältnis bei der UBS und der Schweiz (9:1, s.u.), etwa das 10-fache des Isländischen BIP. Es wundert also wenig, dass diese Art von "Lösung" des Problems selbst Finanzmärkte nicht zu begeistern vermag, nicht bloss die Steuerzahler. Island hat die völlige Kontrolle über das Bankwesen übernommen - beantragt nun aber Kredite in Russland ... und will sich ev. gar der EU anschliessen. Vielleicht löst sich so auch mal die Frage, wann den die Schweiz ... Eben, wenn die UBS untergeht und auch wir einen Kredit von Kommunisten brauchen (von andern Fundamentalisten nehmen wir die ja eh schon lange und gerne). Mit der riesigen Verschuldung welche Island hier übernahm, verlor die Isländische Krone, damit die Isländische Wirtschaft wie das Volk, über die Hälfte der Kaufkraft. Island hat einige Jahre erfolgreich am internationalen Finanzmarkt spekuliert, zahlt jetzt aber für diese Spiele teuer. GB etwa nimmt die Verluste seiner Bürger sehr national, und bearbeitet Island inzwischen politisch ziemlich hart, um Rückerstattung zu garantieren. Experten schätzen das Risiko für Schweizer Anleger, unter den Turbulenzen zu leiden, als relativ gering ein, da die Kaupthing Bank über eine Schweizer Bankenlizenz verfügt. Spareinlagen bis 30000 Fr. sind deshalb durch den Einlageschutz gedeckt. (s. Handelszeitung). Was allerdings über die 30'000 geht wird auch hier gelten: Wo nix is, is nix zu holen (Betrifft allerdings weniger als 10% der Einleger). Die Isländische Börse (ICEX15) musste den Handel am 9. Oktober für 3 Tage einstellen und ist heute mit ca. 650 Punkten ziemlich am A...

Massenproteste haben zum Rücktritt der Regierung geführt. Wirtschaftsminister und Bankenaufsicht mussten bereits abtreten. Neuwahlen 9. Mai 09.

Seither hat Island eine neue Regierung ... die allerdings auch kein Geld hat und die Situation so kaum verbessern kann. Island ist heute unter der Fuchtel des IWF, also ein Stück 3. Welt am Rande Europas. Die Schulden sind gewaltig. 40 Milliarden $ - bei einer Bevölkerung von 300'000 (zum Vergleich: Kanton Zürich: 21 Milliarden Fr, bei 1.3 Millionen Einwohnern), also will sich Island der EU anschliessen. Die Arbeitslosigkeit ist enorm (na ja, für Isländische Verhältnisse). Alleine im Oktober stieg sie von 1.3 auf 2.4%, im Dezember betrug sie 5.4%, bis im Januar wird mit 7% gerechnet. Viele suchen Arbeit in Norwegen und Dänemark, müssen also auswandern. Noch "enormer" allerdings ist die Inflation (7%). Die Krone hat innert eines Jahres 3/4 des Wertes im Vergleich zum Euro verloren (vermutlich ein noch stärkerer Trieb hin zur EU). Die Inflation stieg auf horrende 18%, und konnte nur dank extremer "austerity" auf knapp 8% gedämpft werden.

> Ein deutlicher Beleg dafür, dass die Inflation auch dann zuschlägt, wenn übermässige Geldmengen nicht im Konsum verbraucht, sondern in spekulativen "Investitionen" aufgeblasen werden.

1/3 der Bevölkerung trägt sich mit Auswanderungsgedanken. Island macht nun die selbe Erfahrung wie die Schweiz in den 90ern machen musste, nachdem sie Arbeitslosigkeit nicht mehr mit den Fremdarbeitern exportieren konnte.

Island Arbeitslosigkeit

Inflation Island

6.1.10: Jetzt weigert sichStaatspräsident Olafur Ragnar Grimson ein im Parlament nur knapp zustande gekommenes Rückzahlungsgesetze zu unterzeichnen. Die Welt tobt, die Medien drohen: Kein Anschluss an Europa, keine Unterstützung mehr durch den Währungsfonds etc. Einerseits ist das verständlich, denn es waren Grossbritannien und die Niederlande die Island 5 Milliarden Fr. zur verfügung stellten, um die beim Zusammenbruch der isländischen Banken geschädigten Kontenbesitzer zu entschädigen. Nach der Logik des Liberalismus, der keine Einmischung des Staates in die Wirtschaft will, der immer weniger Steuern zahlen will, der eigentlich keinen Staat will, ausser dem, der ihm das Eigentum garantiert und erbosste Arbeitslose vom Hals hält, hätte der Isländische Staat keinerlei Verpflichtung gehabt, irgendwelche Konteninhaber zu entschädigen. Auf Grund der Bankstabilität etc. hat er das übernehmen wollen ... überlässt aber nun die Schulden den Holl- und Engländern. Tja ... Bärenkacke. Irgendwelche Steuerzahler irgendwo werden's bezahlen - kaum aber diejenigen, die's verursacht haben.

30.8: Dexia, Belgien, Frankreich, Luxemburg. 6.4 Milliarden

Des weiteren:

Crashjahr 2008 in den USA:

  1. Bear Stearns (März 08) Uebernommen von J.P. Morgan > hedge funds
  2. Priority First
  3. Indymac: Der größte unabhängige börsennotierte Hypothekenfinanzier der USA. Nun gehört das Unternehmen dem staatlichen Einlagensicherungsfonds der US-Banken (FDIC), der einen Käufer für das Institut oder seine Teile sucht.
  4. Metropolitan Savings Bank Bankrott
  5. Netbank Bankrott
  6. Miami Valley Bank Bankrott
  7. First National Bank of Nevada
  8. First Heritage Bank of California
  9. Douglass National Bank Bankrott
  10. Hume Bank Bankrott
  11. ANB Financial Bankrott
  12. First Integrity Bankrott
  13. FDIC, die 11. Bank im Jahr 2008 die in den USA zugrunde ging.
  14. Fannie Mae & Freddie Mac sind für die Hälfte der ausstehenden Hypotheken verantwortlich. Der Staat kaufte ihnen für ca. 100 Milliarden $ marode Aktien ab - und kontrolliert sie eigentlich heute, also ebenfalls verstaatlicht. Ein grundlegendes Problem war der Interessenkonflikt, da sie als börsenkotierte Unternehmen Gewinne abwerfen, als quasi staatliche Institutionen aber den gemeinnützigen Wohungsbau fördern sollten. Auch hier verschärft sich die Lage Mitte November, da immer mehr Bürger zahlungsunfähig werden.
  15. AIG: 85 Milliarden $. Verstaatlicht. Mitte November sind die 85 Milliarden bereits verbraten und weitere 150 müssen gesprochen werden. Ursache ein falsches Vertrauen auf Computer, die allerdings nicht darauf programmiert waren, die enormen Verbindlichkeiten abzuwägen, die sich bei negativer Marktentwicklung im Bereich der CDS (credit default swaps) entwickeln können.
  16. Merrill Lynch (s. Bericht Tagesanzeiger): Abschreiber > 40 Milliarden $. Geht für 50 Milliarden $ an die Bank of America. Diese, zweitälteste und grösste Bank der USA, muss vom Staat im Januar weitere 20 Milliarden erbetteln, um die Schulden von Merrrill Lynch bezahlen zu können. Des weitern übernimmt der Staat die Garantie für 118 Milliarden Einlagen.
  17. Lehman Brothers: Bankrott
  18. Wachovia, sollte übernommen werden von Citigroup, obwohl letztere mit 45 Milliarden $ Abschreibungen der grösste Verlierer ist und bereits 16'000 Mitarbeiter entlassen musste. Am 10. Oktober trat Citigroup zurück von dem Deal, der nun vermutlich von Wells Fargo getätigt wird.
    Citigroup selbst wird zum grössten Sanierungsfall: 300 Milliarden $ muss der Staat einschiessen, um faule Kredite zu decken. (24. Nov. 08) Die Bank muss nur noch für 29 Milliarden Verluste einstehen, die andern 90% gehen zu Lasten der Steuerzahler. Zusätzlich übernahm der Staat die Garantie für 250 Milliarden $ an faulen Krediten. Auch hier ein typischer Fall von "too big to fail": Vertretungen, als "Universalanbieter", in über 100 Ländern, 400'000 Angestellte zu besten Zeiten (wovon nun 75'000 abgebaut werden müssen. Citygroup ist ebenfalls ein typisches Produkt der Fusionitis. 10 Banken wurden hier von Sandy Weill zusammen gelegt. Auch hier müssen die Folgen des Aufbaus von Milliardenvermögen bei wenigen von den Vielen getragen werden. Die Börsenkurse machten mit beinahe 10% einen der gewaltigsten Tagessprünge nach oben, was nichs anderes heisst, als dass die 300 Milliarden, für die das Volk erst noch bluten muss, nun bereits in den Händen der Aktionäre sind.
  19. Fifth Third kurz vor Bankrott am 30.9.08
  20. November: Freedom Bank Florida, Community Bank Loganville, Franklin Bank SSB Houston, Security Pacific Bank Los Angeles,
  21. Januar 09 - Weitere Abschreiber: Goldman Sachs rechnet mit 2000 Milliarden total. Erst die Hälfte sei bisher abgeschrieben worden. In Deutschland soll es sich um 300 Milliarden handeln, in GB um 220 Milliarden Euro. Der grösste Brocken war bisher die Royal Bank of Scotland mit geschätzten 28 Milliarden Euro. Noch 2007 hatte sie die holländische Bank ABN Amro für 70 Milliarden übernommen. Der britische Staat begann im Herbst die Bank zu unterstützen, mit 15 Milliarden Pfund und hält damit bereits 58% der Bank. Mit der demnächstens zu leistenden weiteren Unterstützung wird die Bank zu ca. 70% staatlich ... und der Staat, obwohl etwas grösser als Island, diskutiert schon mal über den Bankrott.
  22. ...

Die Schweiz hat mit ihrem Riesen UBS die Stürme bisher zwar mit gewaltigen Verlusten gemeistert. Der bisherige Vorteil einer ausgedehnten Finanzindustrie von globaler Grösse kann sich bei einer Krise aber auch in gewaltigen Zer-störungen äussern:

Mit den Problemen in den USA und den hohen Verlusten im US-Immobilien-Scheinmarkt, hat die UBS auch beträchtlich an Marktanteil verloren - zu Gunsten vor allem der Kantonalbanken und von Pictet. [Tagesanzeiger 2.3.09, S. 25.
Am Montag dem 13. Oktober 2008 sprachen sich die meisten europäischen Regierungen für eine Unterstützung des Bankensystems aus. Die Börse reagierte mit einem fulminanten Fest ... das noch kaum in dem Ausmass dagewesen - die Verluste des selben Jahres aber nur zu 1/3 bis 1/4 gutmachte. Der Dow Jones hat sogar bloss einen Viertel der Verluste der Vorwoche gut gemacht:

1.2 Milliarden für die armen Länder ... von der Weltbank
  Total über 1700 Milliarden Euro

CASH daily 199/2008

Die meisten Länder verlangen dafür nun allerdings Mitsprache der Politik, zum Teil, speziell in Frankreich, recht weitgehende Mitsprache, die bis zur Bestimmung der höhe der Gehälter und Entschädigungen geht. Positiv daran ist, dass dank der Länderstruktur Europas (ähnlich der Kantonsstruktur der Schweiz) recht unterschiedliche Massnahmen angewandt werden, was später auf Grund der Folgen eine bessere Auswahl der "richtigen" Reaktion ermöglicht. Klar ist leider aber auch den meisten (blöder Satz ...), dass diese Hilfe eigentlich eben so eine Scheinwelt darstellt, wie die Finanzmärkte bisher, denn das Geld, dass eben den Markt, der kein Geld mehr her gibt, stützen soll, ist ja ebenfalls nicht vorhanden, sondern muss ausgeliehen werden ... Es wird dabei mit wenig Problemen gerechnet, da Staatsanleihen eine sichere Anlage sind ... Na ja, wenn aber dadurch Staaten bankrott gehen ... so muss das vielleicht demnächst mal überdacht werden. Tatsache ist, dass eben diese Unterstützung dann gleich bloss ein weiterer Schritt ist, den letzten Resten Geld aus dem System rauszupressen und "dem Markt" zur Verfügung zu stellen.
 

16.10.08: Obwohl gestern und heute die UBS in der Presse über alle Massen gelobt wurde: Die Schweizer Banken brauchen keine Staatshilfe, sie lösen ihre Probleme selbst. Bei Kunden wird das in der Zukunft ein Pluspunkt sein - also obwohl "unsere" Banken das offenbar nicht nötig haben, "offeriert" die Nationalbank, der UBS nicht (mehr) verkaufbare Wert(los)papiere für 60 Milliarden Fr. abzukaufen. Diese greift logischerweise zu. Den Steuerzahlern sollen dadurch keine Kosten entstehen .... (Sonntagszeitung, NZZ).

Andererseits gibt es auch kein Land, dessen Bürger sooooo viel verlieren könnten (nicht alle, aber einige: s. Vermögensverteilung)

[EVD (SECO): Konjunkturtendenzen Sommer 2008. S. 52]

19.10: Südkorea unterstützt seine Banken mit 130 Milliarden $

Ungarn (20 Milliarden Euro von IWF, EU und Weltbank), Lettland, Weissrussland, die Ukraine (16.5 Milliarden Dollar), Pakistan (droht Staatsbankrot), Rumänien, die Türkei (ruft IWF um Hilfe an) und Argentinien (am Rand des Zahlungsausfalls) sind die nächsten Kunden, ja sogar Dänemark hat 12 Milliarden erhalten.

Lettland ist in eine Staatskrise geraten. In den Boomjahren rissen sich, ähnlich wie in Russland zuvor, eine Handvoll mächtiger Clans Wirtschaft, Politik und Verwaltung unter den Nagel. Im Januar kam es zu Grossdemonstrationen und Verwüstungen in Riga. Wegen der eingebrochenen Exporte fürchten viele Bauern um ihre Existenz. Auch hier wurde die Finankrise, wie in Island, bereits zur Staatskrise.

Japan hat zwar auch 15 Milliarden fauler Kredite, das ist aber, bezogen auf den Umfang seiner Wirtschaft, echt bloss Peanuts (1/4 dessen was die UBS privat bewältigen konnte, bevor der Staat ihr doch noch was nachwarf). Japan kommt hier also relativ gut raus.

Inzwischen hat's sogar die gepackt, die kurz zuvor noch so viel Geld bunkern konnten wie selten zuvor, die Oelstaaten. Trotz beträchtlicher Diversifizierung und geschichten Investitionen sind die meisten immer noch abhängig vom Oel - und vom Oelpreis. Generell brauchen sie einen Oelpreis von mindestens 47 Dollar um Budgetdefizite zu vermeiden (Bahrein 75 $, Saudi-Arabien 49 $, Kuwait, das am besten Diversifiziert hat, sogar nur 33 $ pro Barrel.)


 Sogar Dubai, der goldene (nahe) Osten, gerät in die Bredouille, ebenso Nigeria. Dubai muss am 26. Nov. 09, kurz vor den grossen islamischen Fessttagen, die Rückzahlung von Schulden für ein halbes Jahr einstellen, verlangt also Gläubigerschutz, ist also eigentlich bankrott. Dubai World hat einen Schuldenberg von 60 Milliarden $, Dubai selbst 80 Milliarden. Aber auch hier sind die Immobilienpreise um 50% gesunken. Mieter können ihre Hypotheken nicht mehr bedienen. (Abgesehen davon, dass sich offenbar bisher noch niemand gefragt hat, ob das wirklich eine gute Idee ist, im Zeichen des Global Warming und eines steigenden Meerespiegels, untergehender Pazifikinseln, zig Milliarden in ein Inselprojekt zu investieren ...). 12'000 Arbeiter werden entlassen.

Wachovia und AIG, die die grössten Verluste erlitten haben, haben dies nicht überlebt. Ebensowenig wie Merril Lynch und Washington Mutual. Citigroup hat 2008 bereits 23'000 Stellen gestrichen - und streicht weitere 10'000. (Wusste gar nicht, dass die auch im Malereigewerbe tätig sind).  UBS Chefs üben sich noch im Fressen von Kreide ... Eine Woche später: Citigroup streicht nicht bloss weitere 10'000, sondern weitere 50'000 Stellen.

Die US-Finanzindustrie wird damit bis Ende Jahr um die 200'000 Stellen abgebaut haben. Die Autoindustrie bisher ebenfalls 80'000, macht sich aber dank des drohenden GM-Crashes daran, den Rekord von 2005 mit 110'000 verlorenene Stellen zu überholen.

Dezember 08: Als reiche dies nicht, noch einer der grössten betrügerischen Crashes des Hedege Fonds von Bernard Madoff, der 50 Milliarden $ in den Sand setzt. Aehnlich wie Behring oder der Kings Club in der Schweiz funktionierte das System als Schneeball- oder engl. Ponzi-System *: Die "Gewinne" werden durch immer neue Mitgliederbeiträge finanziert, nicht aber wirklich erwirtschaftet. Wenn nun einzelne Mitglieder grössere Beträge abziehen müssen oder wollen, klappt das ganze System zusammen. Hier blieb nichts als ein paar hundert Millionen, also Vollschaden. Da solche Crashes die Gesamtwirtschaft, also auch Staat und Gesellschaft in Mitleiden- (durch Zwangsmitzahl-)schaft ziehen, dürften sich in der Zukunft stärkere Kontrollen aufdrängen. Gerade im Falle Madoffs hatte das SEC schon früh Hinweise, denen es 2005 wie 2007 nachging ... aber nichts fand. Auch hier weinen einige "gemeinnnützige" Organisationen Krokodilstränen. Wer allerdings auf überhöhte und Gewinne aus undurchsichtigen Strukturen setzt, sollte sich nicht ernsthaft über Geldgier bei andern beklagen sondern vielleicht mal vor der eigenen Tür kehren. Immerhin könnte man ja auch sagen: Nomen est omen: Madoff - he's mad, and will run off.

Da die Schweiz grosse Privatvermögen verwaltet, ist sie hier mit betroffen. 3 bis 6 Promille der in Genf verwalteten Privatvermögen, also bis zu fast 10 Milliarden Franken (5-15, Finanzwirtschaft ist eben keine präzise Wissenschaft), waren bei Madoff investiert, sind also dahin gegangen. Betroffene: Benedict Hentsch 56 Millionen, Union Bancaire Privée 1.65 Milliarden, Benbassat 1.08 Milliarden, Dach-Hedge-Fund Reichmuth Matterhorn 385 Millionen, Hyposwiss Genf 175 Millionen und viele mehr..

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2009 geht es im selben Stil weiter. Die meisten Zahlen zeigen zwar, dass die Talsohle entweder erreicht oder nicht mehr weit ist, was aber eben bedeutet, dass wir in einem Tief stecken, und Erholung noch auf sich warten lässt:

Logischerweise kommen jetzt die Staaten dran, mit Bankrottmachen. Island ging vorweg, von Kalifornien, Irland, England redet keine Sau mehr, Griechenland folgt, und Zarkozy macht vorsichtigerweise auch schon mal ausreichend Schulden

2010: In den USA stehen immer noch 16% der Konsumkredite und 12% der Hypothekenkredite auf der Kippe. 2008 mussten nur 25 Banken schliessen, 2009 deren 140. 2010 wurden bereits im Januar und Februar 22 Banken geschlossen. Weitere 702 sind bedroht.

Irland, eine übersehene Warnung:

In Irland wurde der Boom hochgeredet, der vor allem auf dem Einsatz importierten Wissens (Irland ist der Grösste Lizenznehmer in den USA ...) wie von Fachkräften beruhte. (Noch schlimmer dran, mit der selben Ausgangslage, sind bloss Estland und Littauen, mit ähnlicher, wenn auch einiges komplexerer Ausgangslage, die USA. Wie so meist, wurde der Boom linear extrapoliert, in Erwartung immer weiteren Wachstums und Profite. Nun besteht ein Ueberschuss an Infrastruktur - wie an Personal. Untenstehende Graphik zeigt deutlich, was vermutlich auch in den USA zum Absturz geführt hat: Zwar stieg die Konjunktur, und die Einkommen - aber bei weitem nicht so stark wie die Kosten der Immobilien. Resultat: Mieter zahlungsunfähig. Resultat des Resultats: Crash, d.h. eigentlich nur: Anpassung spekulativer Wertwerwartung an die reelle Leistungsfähigkeit von Bürgern und Wirtschaft.

Nun hat Irland, nicht eben eine finanzielle Weltmacht, seinen Banken eine Garantie von 400 Milliarden gegebem --- also eben so viel wie Deutschland den seinigen.


Deutsche Bank Research: Immobilienpreise und Geldpolitik

Bereits 2005 hielt der IMF die Hauspreise in Irland für mehr als 30% überteuert. Am extremsten zeigt sich die Entwicklung anhand der Häuserpreise in Dublin.

 Die Korrektur setzte dann 2007 ein, also lange vor derjenigen in den USA, was Kennern und Beobachtern der Märkte eigentlich hätte Warnung sein dürfen. Und die Korrektur war massiv. 30 % gingen bereits verloren vor der gegenwärtigen Krise, mit dieser dann nochmals 10%, also total ca. 40%. Und das ist dann doch eingermassen massiv ... auch wenn man vorher nicht viel dazu getan hat, den Wert auf diese Höhe zu bringen. (s.o.)


 

Auch in der Schweiz wurde das Preispotential etwas überschätzt, vor allem in und um die Städte. Hier ist bis 2010 mit Korrekturen von bis zu 25% zu rechnen:

Einerseits, andererseits zeigen die Reserven an Bauland, dass eben dort das selbe fehlt und kaum mehr vermehrt werden kann, ohne massive Verluste an Lebensqualität (was insbesondere für Basel-Stadt gilt:

Rendite der Immobilienaktien

Galten die Schweizerischen Immobilienaktien beim weltweiten grandiosen Aufschwung s006-2008 eher als langweilig, so haben sie danach allerdings auch nicht 40 (USA) bis 50% (GB) an Wert verloren, sondern über diese 5 Jahre eine solide Rendite von 6.2% erzielt.

Ahnliches gilt für die eigentlich immer als unterlegen betrachteten Staatsanaleihen. In den letzten 10 Jahren haben diese eine Indexrendite von 4.2% erziehlt (Aktien -1.8%- während dem Aktien nur während eines kurzen Zeitraums 2000 und 2006/7 eine etwas höhere Rendite aufwiesen:
Staatsanleihen sind zusehends genau so unerfreulich. Dort, wo eine Rendite geboten wird, ist die Chance gut, dass der Renditeträger hops geht (Griechenland). Dort, wo Staaten über sicher Finanzen verfügen, kriegen sie das Geld fast gratis: Japan, Schweiz, was aber eben auch zeigt, dass man damit kaum noch "Geld" machen kann.

 

2 Systemische Ab-Spaltungen in der Oekonomie die immer mehr Probleme verursachen

1. Spaltung: Die zunehmende Loslösung der Oekonomie von der Ethik seit Adam Smith, der noch Ethikprofessor war, Bentham, J.St. Mill, die noch Philosophen waren.

2. Spaltung/Spezialisierung: Die Trennung in Betriebswirtschaft und Volkswirtschaft. Erstere dominiert heute in Theorie und an praktischem Einfluss.

3. Spaltung/Spezialisierung: Beinahe totale Abtrennung der Finanzmarktaktivitäte vom realen Markt, Entwicklung des Kasinokapitalismus. Finanzmärkte beanspruchen seit langem ein vielfaches der Geldmenge, die im realen Markt nötig, ja erträglich ist. Durch die bisherige Disziplin der Anleger (die ganz einfach entstand, weil man hier mehr verdienen konnte ...), die virtuelle Gelder zum grossen Teil im virtuellen Markt beliessen, gelang es a) Greenspan die Wirtschaft der USA mit tiefen Zinsen und reichlich Geld zu füttern - ohne Inflation anzuheizen, geriet nun b) aber der reelle Markt völlig ausser Rand und Band, je mehr sich das virtuelle Geld wieder reale Anlagen sucht, in diesem Falle Immobilien. Zum selben Problembereich gehören jedoch auch die kürzlichen Preissteigerungen bei Erdöl, Nahrungsmitteln, Rohstoffen etc.

3 Probleme mit den Finanzmärkten generell

Niklas Luhmanns Systemtheorie sieht in der Produktion von Realgütern absolut nichts anderes als ein Mittel zum Zweck der Erhaltung und Steigerung der Zahlungsfähigkeit der Unternehmen.

Der harmlos scheinende Begriff der <Zahlungsfähigkeit> hat es in sich: Wer zahlungsfähig ist kann handeln, hat die Macht, Dinge zu tun, die andere nur gegen Ent-Geld erlauben, wer zahlungsunfähig ist, ist ohn-mächtig. Wird bei den kleinen Ohnmächtigen, den Arbeitslosen, Sozialfällen, Armen gerne die Eigenverantwortung als Hilfe geboten, so ist es den ehemals mächtigen Ohnmächtigen klar, dass sie ohne das Potential von viel Geld nicht aus dem Sumpf rauskommen.

Analysieren wir die Geschehnisse der letzten 20 Jahre mit dieser Definition von Wirtschaft, stossen wir auf ein paar üble Uebergriffe in andere Systeme. Während dem sich das Wirtschaftssystem gegen alle Eingriffe von Seiten der Politik und Gesellschaft wehrt, weil diese "den Markt verfälschen", kennt es offenbar keine Hemmungen, seine Kosten so weit wie möglich auszulagern. Umweltzerstörung, wirtschaftlicher und sozialer Ausschluss, Orientierungsverlust bei Bildung und Beruf, Anomie, etcetc. Nicht bloss dass die Wirtschaft unternehmerisches Risiko und Kosten per Flexibilisierung, Restrukturierungen, Entlassungen, Einsatz auf Zeit etcetc.  zunehmend auf Private und Staat überwälzt, nun soll dieser auch noch die Kosten tragen für missglückte Spekulationen. Gewinne den privaten Eigentümern - Verluste den Steuerzahlern, Sparen an Angestellten. Patente Wirtschaft, woll. Wer möcht da nicht mitmachen.

Die seltsamen Instrumente der Finanzmärkte dienten zumeist eigentlich der Absicherung gegen Verluste, Verluste durch Währungen, Preisänderungen bei wichtigen Gütern wie Rohstoffe, etc - haben aber nun selbst extreme Verluste geschaffen. Theoretisch sollten sich Verluste und Gewinne bei einigermassen normal verteilten Schätzungsfehlern ausgleichen, es sollte also niemand verdienen - aber auch niemand verlieren. Irgend was war also schon immer getürkt in dem Geschäft, das nun ganz massiv zurückgeschlagen hat.

Die heilige Dreifaltigkeit der Vertrauensbildung an Finanzmärkten lautet:

Immer höhere Versicherungsprämien
- immer weniger Lust auf Risiko -
das ist es, was die Finanzmärkte zeigen.
Abgeschoben wird das Problem aber auf
"Regulierungswut des Staates"

Da die wichtigste Aufgabe der Finanzmärkte wäre, die Liquidität zu sichern, was aber nur den Tausch von Papieren mit unterschiedlichen Vertragsdauer bedeutet, da seine meist ungenannt bleibende Funktion die ist, das Kapital gegen Verluste abzusichern, vor allem gegen entgangene Gewinne, diese aber, bei professioneller Prognose um 0 schwanken müssten, kann dies, solange mehr als die Handelsmarge herausschaut, nur heissen, dass die Prognosen bis heute nicht mal annähernd professionell sind. Die einzigen die bei dem Spiel sicher gewinnen, sind die Veranstalter, genau wie bei andern zufallsabhängigen Glücksspielen. 

There are two ways to conquer and enslave a nation. One is by sword, the other is by debt. 

John Adams

Versichert werden nicht gemeinschaftliche, sondern private Werte. Profite aus besserer Einschätzung der Entwicklung (= Spekulation) kommen nicht der Gemeinschaft, sondern privaten zugute. Wird allerdings das ganze Kasino zahlungsunfähig, soll dann doch wieder der Staat helfen, d.h. die Schulden sollen verteilt werden. Es gibt kaum wirtschaftspolitische Entscheidungen mehr, bei der die Regierung nicht auf die Reaktion der globalen Finanzmärkte Rücksicht nehmen muss. Der Staat schafft hier nun also selbst ein Ponzi-System das nicht auf Einkünften beruht, sondern aus Versprechungen von zukünftigen Einkünften, ersetzt also einen privaten Ponzi durch einen gesamtsellschaftlichen - so der Kommentar von Wegelin (Handelszeitung Nr. 6, 4.-10. Februar 2009. S. 28).

Die aktuelle Krise ist auch beileibe weder die erste noch die einzige, die durch Spekulationen an den Finanzmärkten entstand:

> Eine Bildserie der Börsencrashes und Bankenkrisen ab 1907

 

3.1 Die Kosten der angestrebten "Rettung" der Finanzmärkte

Ein Retttungspaket von 700 Milliarden $ wurde zwar abgelehnt am 30.09.08, was zu extremen Kurstürzen bei den meisten Banken führte. Seither nimmt die Hoffnung aber wieder zu, dass den Spekulanten ihre Schuld vergeben werde ... wenn nur ein geschickteres Paket geknüpft würde. Ein Problem dabei ist, dass aus der Perspektive des Staates und seiner Bürger diese Schrottpapiere (remember: Junk Bonds ...) so günstig wie möglich gekauft - und später so teuer wie möglich verkauft werden sollten - was allerdings die betroffenen Banken genau umgekehrt sehen. Problematisch werden hier auch Position und Macht des Finanzministers Hank PaulsonAus der Sicht der Bürger und Steuerzahler wäre es auch eher angebracht den Hausbesitzern zu helfen, als den Lotterieveranstaltern.

Vergleichszahlen:

Dazu kommen die Kosten, die entstehen, wenn Geld gedruckt wird - ohne dass Gegenwert vorhanden ist, also Inflationskosten. Die Zentralbanken wurden ja gegründet, und vom Staat unabhängig gemacht, um zu vermeiden, dass der Staat, falls er mal wieder einen Krieg führen will, oder der König eine neue Residenz wünscht, einfach Geld druckt. Na ja, heute sind wir so weit, dass "der Staat", über seine unabhängige Stelle, die Nationalbank, Geld druckt, weil die Finanzmärkte es nötig haben. Das Resultat wird aber das Selbe sein.

 

 

4 Probleme bei Rettung wie Nichtrettung des Finanzsystems

Nicht-Rettung:

Vertrauensverlust > Banken geben weder sich noch andern Kredite - brauchten aber wegen der zusätzlichen Abschreibungen dringend mehr Kapital > Banken verlieren an Wert, niemand will Bankaktien > Investitionen müssen unterbleiben & Konsum wird eingeschränkt > Produktion wird reduziert > Stellen abgebaut > Rezession und viele Bankrotte, nicht bloss bei Banken, sondern auch beim Gewerbe, das keine Kredite mehr erhält.

Es könnte dem Westen das Selbe passieren, wie 1997 Südostasien (Asienkrise). Ueberbewertete Währungen und ein Bauboom (Immobilienkrise auch hier) führten zu einer überbewerteten Währung - die dann von Spekulanten (Soros, der heute selbst nicht mehr an die Selbstregulierung der Märkte glaubt) nach unten korrigiert wurde, und zwar so drastisch, dass für all diese eigentlich gesunden und boomenden Länder eine jahrelange Rezession daraus entwuchs. Die Börse in Bankok verlor 75%. Der IWF verlangte dort, ganz anders als heute von den USA z.B., eine wirtschaftliche Rosskur, sparen, Sanierung der Staatskassen, Hochzinspolitik, die Einstellung von Nahrungs- und Treibstoffsubventionen, Restrukturierungen, Entlassungen - also das ganze Austrity-Paket in all seiner Härte. Millionen von Menschen stürzten wieder in Armut. Getroffen wurden vor allem diejenigen Länder, die ihre Finanzmärkte dem Westen geöffnet hatten, nicht jedoch China, Vietnam und Taiwan, die ihr Finanzsystem abgeschirmt hatten.

Rettung:

11 Billionen (deutscher Sprachgebrauch, nicht amerikanisch, also eine 11 mit 12 Nullen) Franken Steuergelder hat bisher die Finanzkrise gekostet (Stand 26. Februar 2009). Zum Vergleich: 2. Weltkrieg total: 1.5 Billionen.

Enormes Wachstum der Geldmenge, was Inflation fördert. Dass dies bei Geldzuflüssen in die Finanzmärkte, insbesondere den reichlichen, die Greenspan den US-"Investoren" ermöglicht hat, nicht der Fall sei, wird durch die Entwicklungen bei Rohstoffen wie nun auch Immobilien klar widerlegt. Für die Finanzmärkte sind die Kapitalanlagen die gehandelten Güter. Steigen die Werte derselben, also die Preise, steigen auch die Preise der erzeugten Güter früher oder später, da die Besitzer ja nach einer "gerechten" Shareholderbeteiligung schreien.

Abwertung des Dollars: Je mehr Schulden ein Land hat - desto weniger ist die Währung wert. (Das könnte allerdings eher ein Problem für Europa werden, wie für Ostasien und die Oelstaaten, die über enorme Dollarreserven verfügen, hier also die Spesen zahlen.) Die Kosten für Europäische Exporte sind, in Dollars um 20% gestiegen in den letzten 5 Monaten.

Es finden praktisch keine IPOs mehr statt, d.h. innovative, neue Betriebe finden kein Kapital.

Ein unerwünschter Nebeneffekt: Banken mit neuem staatlichem Kapital ausgestattet, kaufen kleine Banken auf.

Die Kosten dieser Rettung schlagen also auf den Konsum - was man dann "Rezession" nennt, und weshalb die Börsenkurse bereits wenige Tage nach der "Rettung" schon wieder taumeln. Man kann Schulden eben nicht wirklich mit noch mehr Schulden bezahlen ....

In der Realität trägt nun eben ein auf Konkurrenz basierender Kapitalismus dazu bei, dass bei den einen die Zahlungsfähigkeit erhöht - bei den andern aber vernichtet wird, zur Zeit mit tatkräftiger Unterstützung des Staates, denn die Kosten für marode Banken bezahlen nun auch die Bürger, genau wie vor 100 Jahren (s. Gottfried Keller's Martin Salander). Auch wo dies nicht direkt der Fall ist, so doch wieder über die Inflation bei lebenswichtigen Gütern wie Nahrungsmittel, Energie, Wohung, bei denen die Preise ebenfalls steigen, weil das im Börsenkasino nun überflüssige Geld sich reellere Anlagen sucht. (s. Rohstoffpreise).

Weitere Probleme: Kleinkredite, Studentendarlehen, Auto-Leasing ....

Hier wird dem Markt substantiell Kapital entzogen, das für Konsum oder Investitionen fehlen wird. Man muss sich also schon fragen: Ist also Umverteilung der Verluste gut, jedoch Umverteilung der Gewinne schlecht?  Dieses Geld wird dem reellen Markt fehlen - zu Gunsten eines irre gelaufenene virtuellen. Die Kosten werden also so oder so vom Volk bezahlt, vom einen oder vom andern ...

Auch die Sozialisierung von Kosten und Verlusten ist eine Art der Umverteilung

Eine der übelsten Folgen für die USA, vorerst, ist die Verdoppelung der Arbeitslosigkeit auf europäisches Niveau. "Vorerst", weil die USA ein minimales Absicherungssystem für Arbeitslose haben, viele also in der Sozialhilfe enden dürften -womit vielleicht eine Diskussion in Gang kommt, wie weit wirtschaftlich aktive Gewinner Verlierer schaffen dürfen - durch Einsparungen.

3.1.1 Die Profiteure der Rettung

Interessant, wie hier die Reaktionen auf den Vorschlag von Joseph Stieglitz ausfallen, der die Refinanzierung so gestalten will, dass die Steuerzahler (um mal nicht Staat zu sagen) dann auch profitieren, wenn wieder Gewinne gemacht werden.

In der derzeitigen Konstellation werden nämlich die ganzen Abermilliarden, vom Staat "investiert", vom Volk bezahlt, ganz einfach von den Aktionären abgeholt.In dem Moment, in dem eine Regierung Milliarden verspricht, steigen die Börsenkurse - und die Aktien holen so ziemlich den Betrag gleich ab, der zur Verfügung gestellt wird. Die Aktionäre holen sich also Geld rein, für das nachher die ganze Bevölkerung gerade zu stehen hat. Sie stellen aber, im Gegensatz zu den Zahlenden, nur eine kleine Minderheit der Bevölkerung dar:

Besitzer von Aktien- und Fondsanteilen 2004 11.8%, runter von 12.9% 1999:

 

Lediglich 7 Prozent der Bevölkerung besassen 2006 Aktien (hier ohne Fondsanteile). Viel höher liege der Anteil beispielsweise in Schweden, wo 35,3 Prozent der Bevölkerung im Besitz von Anteilsscheinen der Unternehmen seien. In Japan sind es demzufolge 27,7 Prozent, in den USA 25,4 Prozent. Auch die Schweiz (20,4 Prozent) und Frankreich (14,8 Prozent) liegen vor der Bundesrepublik.

 

Wie viel Aktienbesitz mit Reichtum zu tun hat zeigt die Tatsache, dass die Schweiz hier führend ist, noch vor den USA (Dass Japan hier so weit unten liegt, liegt vermutlich an irgend einer speziellen Beteiligungsform, die hier nicht berechnet wurde (vielleicht die "Famlienaktien" (Zaibatsu > Keiretsu):

Die folgende Graphik zeigt allerdings (immerhin von einer sog. Bundeszentrale für politische Bildung), dass man offensichtlich nicht so recht weiss, wo die Aktien sind und wer welche hat, oder dass vielleicht einige Länder bereits dazu übergegangen sind, den Erwerb von Lotterielosen auch als Aktienbesitz zu werten:

Da Deutschland eine Bevölkerung von 82 Millionen aufweist, heisst das bei 4 Millionen Aktionären ca. 5%, bei nun knapp 12 Millionen Fondsbesitzern 15%, total also knapp 20%. Die Zahlen auf vorhergehender Graphik sind also ziemlich dubios, die Datenlage also eher versch..., woran vor allem die Unklarheit über den Charakter der verschiedenen Anlagen, also ihre Zugehörigkeit zur Kategorie "Aktie", "Fonds", "Derivative", Lotterie oder dergleichen schuld sein dürfte. [Die für die Graphik verwendeten stammen vom Deutschen Aktieninstitut und scheinen verlässlicher: http://www.dai.de/internet/dai/dai-2-0.nsf/dai_statistiken.htm]

Wie stark die Schätzungen schwanken können, zeigt folgende Graphik:

In der Schweiz ist Aktienbesitz doch weitaus breiter gestreut, aber immer noch klar eine Angelegenheit einer Minderheit. Deutlich hier die Abhängigkeit vom Einkommen.Interessant zu untersuchen wäre hier, warum bei den höchsten Einkommen der Anteil an Aktionären wieder sinkt. Könnte ganz einfach daran liegen, dass einige doch lieber Eigentümer sind:

Deutlicher die Anteile nach Vermögen. Die 11% und 9% beziehen sich bloss auf Aktionäre, der effektive Anteil derjenigen, die mehr als eine halbe Million an Vermögen besitzen beträgt bloss etwa 7% der Gesamtpopulation:

Auch in der Schweiz, ohne die Spiele der deutschen Telecom, ist den Volksaktionären die Beteiligung nach 2000 zunehmend verleidet, nach 2008 vermutlich noch mehr. [Detaillierte Analyse und Vergleich CH/D: Equity Ownership in Switzerland 2006. Teodoro D. Cocca, Rudolf Volkart, Stefan Schmid. Uni Zürich.

Es hat ziemlich gedauert, bis die neuen Zwangsanleger (die steuerzahlenden Bürger) gemerkt haben, wohin das Geld "zur Unterstützung der Finanzmärkte" eigentlich geht. Während dem Kritik an Boni und überhohen Löhnen der Manager noch recht schnell kamen, hat es doch fast einen Monat gedauert, bis auch klar wurde, dass diese staatlichen Unterstützungen dort gleich wieder ausbezahlt werden, wenn nicht als Boni, so als Dividenden der Aktienbesitzer. Ganz nach dem Motto Greenspans: Hauptsache liquide - wer das Geld hat ist dem Markt ziemlich wurscht, solange es da ist. Flüssiger allerdings bleibt es, wenn es dort landet, wo eh schon zu viel davon ist.

4.1 Vermoegensverluste

Der Widerstand der Republikaner ist also nicht einfach böswillig oder dumm, denn sie merken instinktiv, dass hier etwas grundsätzlich schief läuft: Wenn am Schluss der Staat, also die Gemeinschaft für Risiken einstehen muss, dann muss ihm auch eine Risikoentschädigung zukommen, also ein entsprechender Anteil an den Gewinnen - und dagegen hat man sich ja permanent gewehrt. (Aehnlicher Fall: Atomkraftwerke, wo der Staat den grössten Teil des Schadensrisikos deckt.)

4.2 Folgen für die Renten: VERMOEGENSVERLUSTE

600 Milliarden Fr. Zwangsersparnisse liegen bei den Schweizer Pensionskassen. 80-100 Milliarden sind beim Debakel 08 verloren gegangen, obwohl hier eigentlich konservatîve, sichere, werterhaltende Anlagestrategien Vorschrift sind. Viele Kassen werden allerdings ganz und gar nicht profimässig gemanagt (na ja, und viele Profis haben ebenfallss Milliarden versenkt ....). Der "gute Rat" der daraus folgt (Sven Ebeling: Pensionskassenberater bei Mercer): Die Renten auf ein realistisches Mass reduzieren. Tja ... hätten die professionellen Rentenjäger der Banken sich daran gehalten, müsste dieser Rat nun nicht dem Volk um die Ohren gehauen werden.

Der Mindestzinssatz sank von 4% (bis 2003) auf 3.2, dann 2.2, um wieder leicht zu steigen auf 2.8 - und heute bei 2% zu liegen. So "toll" die Folgen von Zins und Zinseszins sind, so lästig sind sie im Falle fallender Zinsen. Das geht ins Tuch - und wird dann RENTENKLAU genannt (wobei man beim Verteilen der Sympathien etwas vorsichtig sein sollte, denn wer vom Zins lebt, lebt immer von der Arbeit anderer, die Unterscheidung zwischen "guten Rentnern" und "bösen Finanziers und Spekulanten" wird da etwas dubios .... [Der Umwandlungszinssatz ist der Anteil des angesparten Kapitals, der jährlich ausbezahlt wird nach der Pensionierung. Dass der immer sinkt, liegt auch an der Erhöhung der Lebenserwartung, nicht bloss an den Vermehrungsproblemen der Prozente.

5 Ist nach dem totalen und mehrfachen Versagen der Finanzmärkte eine bessere Kooperation zwischen Ethik, Politik und Wirtschaft möglich?

Keine andere Branche der Wirtschaft hat ihre Verluste in gleichem Masse sozialisieren können wie die Finanzmärkte - und auf keinem Markt wurde so viel verdient von so wenigen.

Mit einem Titel wie: Die Stunde der Dilettanten kritisiert M. Kilian im Tagesanzeiger (1.10.08, S. 1: Kommentar) die Hilflosigkeit der Politiker, deren Versagen: Statt zu führen wurden sie überfahren. Richtig - aber das war ja schon lange angelegt im neokonservativen wie im neoliberalen Programm: Mehr Freiheit den wirtschaftlich Erfolgreichen, weniger Staat, weniger Ausgleich, weniger Gerechtigkeit, weniger Einfluss von Verbänden etcetc. DIE Herrscher der Welt, DIE Abenteurer und Pioniere waren die Investoren. Sie wussten alles besser. Sie wussten wie es um die Welt steht, wohin sie sich entwickeln wird, was gut ist, d.h., was rentiert. Die Politik sollte sich raushalten aus dem Machen, allenfalls ein paar schmerzlose Rahmenbedingungen stecken um Aufstände und Unruhen zu verhindern, also das Eigentum zu sichern. Nun kommen die selben Helden jammernd und zähneklappernd zu Pappa Staat und verlangen, dass dieser ihnen ihre Schulden erlässt. Ja mei - nach 20 Jahren "alles Geld den Investoren - alle Kosten dem Staat", bleiben wirklich nur Liebhaber (Dilettanten) übrig, die sich an dem bisschen Macht aufgeilen, das sie in der Politik noch erlangen können. Dass diese nun aber Probleme lösen sollen und können, von denen sie über Jahrzehnte ferngehalten wurden, als es sich rentierte sich damit abzugeben, ist dann schon eine etwas seltsame Erwartung.

Es ist höchste Zeit, beim Lob (ja Lobhudeleien, wie Das Ende der Geschichte) des Kapitalismus auch die Schäden in betracht zu ziehen, die er verursacht. Die grösste Schwäche, meist als Stärke (Spezialisierung) verkauft, ist die Beschränktung auf eine bloss sektorielle Steigerung der Zahlungsfähigkeit. Es handelt sich folglich um eine Systemschwäche, die nicht durch blosse Korrekturen beim Finanzsystem selbst korrigiert werden kann. Ein gutes Beispiel dazu liefern gerade die "bösen" Spekulanten, die "short" verkaufen, also auf tiefere Preise bei Wertpapieren setzen, die sie noch gar nicht besitzen. Hier sollen Verbote nun das Risiko kurrieren, Wetten auf fallende Kurse verboten (short selling) verboten werden. Auch hier eine verkehrte Ideologie, denn der Glaube an immer steigende Preise, wegen Knappheit des Bodens, führte ja zu eben den heutigen Problemen. Knappheit ist eben nicht beschränkt auf den Boden, sondern auch vorhanden, was die Finanzen der Häuschenbauer betrifft, die ja zumeist Lohnarbeiter sind. Preise und Kapital/Finanz-Werte können eben nicht bloss steigen, sondern auch fallen.

"Systemtechnisch" entstand das Problem ja eigentlich ganz einfach darum, weil sich ein Teilsystem, die Finanzwirtschaft, zu weit von der Realwirtschaft entfernt hat, ja diese dominieren wollte. Durch die sachlich nicht gerechtfertigten enormen Gewinnchancen in der Branche entstand eine enorme Inflation im Wertebereich. Dieser wurde aufgebläht, weil sich a) Geld verdienen liess, b) sogar von Greenspan, weil dort die Käufe keine Inflation an normalen Märkten verursachten.
Drum können auch dies Finanzspritzen nicht wirken. Ist wie auf einem überdüngten Boden - dem noch mehr Dünger beigegeben wird, wenn die Pflanzen zu serbeln beginnen.

Die Preise werden eben nicht bloss durch Knappheit bestimmt, sondern auch durch Zahlbarkeit. Finanzmärkte verliessen sich immer darauf, dass irgendwo schon noch "Flüssiges" ist, das sie aktivieren können, setzten aber immer auf die Kapitalseite - nie auf die Einkommensseite. Deshalb sofort Katastrophen, wenn dieses Kapital in die Realwirtschaft überschwappt und dort Weizen, Stahl, Metalle .... irgend was wirklich kauft. DANN schlägt die über mehr als 15 Jahre geförderte Wert(handels)einflation voll als "normale" Inflation durch und das Volk geht bankrott, also ein, weil kein Brot mehr da oder vielmehr zahlbar ist. Wirtschaft funktioniert aber nur dort, wo produziert und verdient wird auf der einen - verbraucht und konsumiert auf der andern Seite. Finanzwirtschaft ist aber eine Art immerwährender Produktion (≡ Wirtschaft ohne Verbrauch, Wirtschaft der Anhäufung) ... also Stuss. Das wird noch kräftige Korrekturen geben - aber warum nicht? Was falsch konstruiert ist muss umstrukturiert werden, geht auch den Ingenieuren so. Das ist keine Endzeit, das ist eine Zeit des Umbaus. Nutzen wir den dazu, die Elemente wieder zu integrieren, die beim derzeit bröckelnden Modell fehlen:

Die "Unvereinbarkeit" von Ethik und Wirtschaft ist erst zu beklagen, wenn die Wirtschaft der Ethik das die Mitsprache oder gar das Existenzrecht abspricht. Wirtschaft und Ehik schaffen beide Werte, aber substantiell unterschiedliche Werte. Gleich daran ist, dass sich der Mensch an Werten orientiert, problematisch daran ist, dass der Geldwert längst dominiert, sich zum exklusiven Wert erhoben hat. Gerade die gegenwärtigen Ereignisse zeigen sehr deutlich, dass sich hier ein Subsystem zu viele Freiheiten herausgenommen hat, sich <autopoietisch> zu weit vom Ganzen entfernt hat, also nicht mehr im Takt schlägt mit dem Organismus, der Gesellschaft.

Die primäre Aufgabe der Ethik wäre also, das gesunde Mass zu erhalten, d.h. Weisheit zu fördern

... weshalb sie ja eben praktische Philosophie genannt wird. Ethik muss Spielräume des Dialogs eröffnen und Räume der Begegnung schaffen, Räume in denen sich verhandeln lässt, welche "Werte" nun welche Geltung haben sollen.

Wichtiges Teilgebeit dieser Begegnungsräume ist die Unternehmensethik. Sie ist reflexive Begleitung des Prozesses der Selbstorganisation des Zusammenspiels von Individuen und Unternehmen, Wirtschaft und Gesellschaft. In diesen Prozess der Selbstorganisation sind sowohl die betriebs- und volkswirtschaftlichen Ordnungen als auch die Moralen der Individuen und das Ethos der Gesellschaft einbezogen.

Es wäre also angebracht, die Situation nicht bloss mit Geld, sehr viel Geld, zu lösen, sondern sich Gedanken zu machen über all die anderen Werte, die hier immer mehr begraben werden.

Wenn dies so ist, kann die Aufgabe der Ethik nicht mehr darin bestehen, ein höchstes moralisches Ziel begründen zu wollen, auf das hin die Gesellschaft zu steuern wäre. Sie hätte vielmehr darauf zu achten, dass sich keine der Perspektive von den übrigen isoliert. sich über sie erhebt und zu diktieren beginnt, welche Informationen relevant sind und welche nicht.

 Die Ethik erhält in diesem letzteren Sinne die Aufgabe, die Kommunikation und Verständigung zwischen den Perspektiven zu gewährleisten.

Michael Wörz

Es wird die meisten Leser seltsam anmuten, einen Artikel zum Thema Finanzkrise mit "moralischen Bedenken" zu beenden. Es geht hier aber nicht um Moralisieren, um irgend ein Verhalten als gut zu loben oder als böse zu rügen, sondern um der Ethik wieder einen Platz zu schaffen, eine dringend notwendige Position in der Ausrichtung unserer komplexen Systeme, die nur von wenigen durchschaubar - und gerade deswegen ausnutzbar sind. Wo das Volk zahlen soll - soll es auch mitbestimmen dürfen.

p.s: Die dämlichste Sammlung von Empfehlungen zum Umgang mit der aktuellen Situation finden Sie bei den Weltuntergangsschauern von "Krisenvorsorge", denn, je mehr Bürger diese Empfehlungen befolgen, um so sicherer kommt der totale Crash. Sie haben's also in der Hand ...

Aber offenbar wollen viele den totalen Crash (wie anno dazumals, als einer fragte: Wollt ihr den totalen Krieg?). Konten werden geplündert und das Geld in Schliessfächern deponiert (die moderne Matratze). Gold wird gekauft - was sich bereits als Irrtum erwies (s. Goldpreis)

Diese Aussage vom 1.10. wurde am 24.10 belegt: Weltweit erlitten die Börsen Kurseinstürze von 2-4%, in Russland und Südamerika sogar bis zu15%. Die Ursache davon: Die Erwartung der Elektronikgiganten in Japan, dass die Konsumenten weniger Geld in ihre Produkte investieren, was gerade bei aufkommender Weihnachtszeit extrem ins Geld geht. Diese Erwartung wurde dann im Tagesverlauf weltweit übernommen.

FAZIT:

Rezessionsängste produzieren Rezession

Einerseits ... anderseits folgt eine Rezession auf einen Boom eben so zwingend wie die Nacht auf den Tag, was das dauernde Gelaber über drohende und herrschende Rezession eben so lästig macht wie die Lobhudeleien über erfolgreiches Wachstum in der Boomphase. Sieht man sich den Nationalen Einkaufsmanagerindex der USA an (das Ding, anhand dessen Grünspan seine Geldmengenentwicklung orientiert hat), so wird sofort klar, dass die USA eigentlich seit 2004 in einer Abschwungsphase sitzen, die sich nun, termingerecht (Juglar-Zyklus 8-10 Jahre kombiniert mit Kuznets Zyklus von 20 Jahren) wie schulbuchmässig:

 Der mittelfristige Juglar-Zyklus entsteht durch den selben Prozess bei Ueber-Investitionen in Kapitalgüter, der Kuznets-Zyklus durch zeitweiligen Ueberschwang bei der Produktion von  Infrastruktur, also Häusern und Firmen.

zur Rezession ausartet - dummerweise wieder mal die ganze Welt mitreisst. Mit der gelobten Unabhängigkeit is also nix, weder in der Schweiz noch sonst wo, wo Nationalisten diese beschwören. Auch die Haltung derer, die gerne die USA in die Pfanne hauten, taugt wenig, denn, wie der Volksmund so schön sagt: Mitgegangen - Mitgehangen, wer beim Boom mit tafeln will, muss nacher auch die Spesen mitbezahlen:

Im übrigen sollte man deswegen auch nicht zu viel Theater machen, als (Ende Nov. 08)
die Talsohle so +- erreicht ist,
der SFr. wieder an Wert verliert, was den Exporten hilft, und
die Zinsen noch selten so tief waren.

Martin Herzog, Basel, 1.10.08

p.s: Wer zahlt, befiehlt. Bisher galt das für Banken und andere Kreditgeber. Gilt das nun auch für die Politik? Nach dem alten Modell war die Schweiz eine Weltherrschaft, eine Kolonialmacht sozusagen:

[Graphik aus: Corinne Amacher, H.R. Rohrer: Kleine Weltmeister. Bilanz, 14/2008/S. 63]

Wird sie unter den neuen Bedingungen zum eben so gigantischen schwarzen Peter - also einer Figur im Kartenspiel? Und wer sind die Spieler?

Oder könnte die Schweiz mal selbst zum schwarzen Schaf werden unter diesen Konstellationen?

Wie gehen wir mit solchen Klumpenrisiken um?

Auch RISIKO dürfte das falsche Wort sein, das, insbesondere seitdem es "wissenschaftliche" Risikofolgenabschätzung gibt, für berechenbar, also managebar (handhabbar) gehalten wird. Dummerweise liegt aber auch hier die Sache nicht so einfach (wenn man Spieltheorie als einfach betrachtet). Eine wichtige Komponente wird gerne unterdrückt: Wettbewerbswirtschaft, die als Ueberflusswirtschaft nie ohne die zerstörerische Kraft der Kriege ausgekommen ist, ist die moderne Form des Krieges. Insbesondere in Phasen der Rezession ist Erntezeit, da werden fremde Reiche überfallen, geplündert, übernommen, zerlegt, verdaut und wieder ausgespuckt oder gesch... Da sind Raubtiere (raiders), Aasfresser (Konkursverwalter), Käfer und andere Insekten, Pilze und Bakterien am Werk, die Wirtschaftsköper zerlegen, welche unter Alterschwäche, Krankheit, mangelnder Fitness (besonders der Finanzreserven) etc. leiden, oft aber auch ganz gesunde, einfach des Wettbewerbs wegen (Positions- und Machkämpfe, Rangordnung, Marktbeherrschung, Hegemonie ...). Invasion gehört zur kapitalistischen Wirtschaft wie das Geld.

Da Wirtschaft Krieg ist, bedient sie sich auch nicht primär des immer lobend erwähnten Mittels der Vernunft, sondern der List, der Spionage, der Geheimdienste und geheimer Vereinbarungen, der Handelshemmnisse und Patente (s. Wirtschaftskrieg). Dies lässt sich sogar bereits an einer Hochschule studieren, nämlich der Ecole de Guerre Economique, 1, rue Bougainville, 75007 Paris, France:

La genèse

L'EGE est le fruit d'un cheminement intellectuel qui remonte au milieu des années 1980 afin de pallier les blocages récurrents de la société française : refus de former les élites à la stratégie, refus de mettre en oeuvre des politiques offensives au détriment d'une pensée strictement défensive, incapacité des autorités à formaliser une vision du combat par l'information et la connaissance. La culture du combat qui caractérise l'Ecole de Guerre Economique et constitue son identité s'est forgée ces vingts dernieres années avec les idées directrices évoquées suivantes.  

Auch hier steht am Anfang die Klage darüber, dass Strategie und List kein Fach ist, das Unterrichtet wird, noch weniger Kampf. Dahinter steht natürlich das Wissen, dass diese Künste sehr wohl unterrichtet werden, aber informell. Offziell gibt man sich konstruktiv, neutral, rein rational.

fusion des méthodologies militaires et civiles,
• gestion des sources ouvertes et renseignement,
• définition des stratégies d'influence,
• enjeux de la guerre de l'information.

Was den ersten Punkt betrifft, war das so erfolgreich, dass heute das Militär von der Wirtschaft abhängt, nicht mehr umgekehrt. In der Schweiz zeigt sich das am besten am Verhalten der SVP, die früher von Militaristen durchsetzt war, heute aber die Interessen des Grosskapitals den immer noch militaritischen (zumindest extrem autoritätsgläubigen) Kleinstbürgern als dessen eigene verkauft. Die Einflüsse der Wirtschaft nehmen wir eh längst gar nicht mehr war: Interessen der Wirtschaft sind unsere Interessen, Punktum, weshalb Hintergründe der Strategien gar nicht mehr analysiert werden. Der Informationskrieg wurde gewonnen durch Massendesinformation: Wissen und Kritik wird zugemüllt von mit überflüssigen Informationen.

 

Empfehlungen meinerseits, basierend auf dem vergeblichen Versuch auf Dauer exponentiell zu Wachsen:

Diese Empfehlungen werden den meisten ziemlich daneben bis abstrus erscheinen, gemessen an den "reellen" Problemen der Finanzmärkte zur Zeit, der Notwendigkeit diese dringend und sofort zu beheben etc. Allerdings zeigt der Verlauf der Börsenwerte und -Crashs deutlich, dass hier der spielerische Umgang immer mehr Wellen wirft, diese aber in der Realität immer mehr Betroffenen das Wasser bis an die Kehle stehen lässt, wenn nicht gar über den Kopf.

Also so sieht man nicht viel. Sieht, oberflächlich betrachtet, immer noch grandios aus: Wachstum, Fortschritt, alles geht nach oben, nichts hängt wirklich durch, die Wirtschaft kommt ohne Viagra aus. Kam ohne Viagra aus. Inzwischen ist sie selbst Opfer der Lifestyle-Pharmazie.

Zwischen 1948 und 1968 fand das Wirtschaftswunder statt und der DJI tendierte gegen 3000, stagnierte dann aber bis 1982 bei ca. 1000. Dann  setzte ein erster Börsenboom ein, der bis ca 1995 auf einen Wert von ca. 7500 hinstrebte, ab da bis zum Crash von 2000 allerdings gegen ... na ja, praktisch unendliche Kapitalvermehrung *, die um 2000 rapid zusammenbrach. 3 Jahre später hatten sich die Gemüter von der Erkenntnis erholt, dass nix in den Himmel wächst, und wiederum streben die Börsenwerte gegen Undendlich **, um dann 2007/8 wieder auf den Boden zu kommen. Seit 10 Jahren schwankt der DJI also, mit rapiden Ausschlägen, um die 9500 bis 10'000.

Zu erwarten ist bei den heutigen prächtigen Gaben der Staatsbanken an die Börse, dass mit all dem Geld bloss ein weiterer Versucht gestartet wird, den Geldhimmel zu stürmen, was zwar auch nicht den Weltuntergang bedeutet - aber eine gewaltige Verschuldung des Volkes und der Staaten - zu Gunsten von Spekulanten, zu Gunsten eines Wirtschaftssystems, das längst nicht mehr Ordnung im Haus schaffen will, sondern mit babylonischen Geldtürmen den Himmel zu stürmen versucht.

WARNUNG:

NICHTS, ABSOLUT NICHTS, WÄCHST AUF DAUER EXPONENTIELL!

DAS nun dürfen Sie einem Forstingenieur ruhig glauben. ...

einerseits ... andererseits stellt der DJI eben industrielle Werte dar, und die hatten ja ihre grösste Zeit längst hinter sich, in der sie Werte schufen. Heute müssten die Werte - wie die Stellen!!! - im 3. Sektor geschaffen werden. Leider sieht es da nicht viel besser aus, denn präzise dieser Sektor, Sparte Internet, war für den Absturz der Börsen 2000 verantwortlich, und der selbe, eine andere Sparte, nämlich Banken, für den gegenwärtigen Absturz. Graphik rechts: Beschäftigungswachstum.


Der Beitrag des Finanzsektors zur Wirtschaft

 

Die Graphik macht vor allem eines klar, nämlich dass die "produktive Leistung" der Finanzindustrie gar nicht soooo gewaltig ist, wie diese selbst sie gerne darstellt. Am grössten ist sie jeweils, ja, wen wundert's, vor einem Absturz. Die Finanzindustrie ist allerdings, was sich eben daran zeigt, Treibstoff und Schmiermittel der "normalen" Wirtschaft, weshalb sie diese massiv in die Sch... reiten kann. Hieraus ergibt sich eine relativ einfache Erkenntnis: Die Finanzwirtschaft erbringt nicht dann die grösste Leistung, wenn sie selbst die grössten Erträge schafft, sondern wenn die Geldkreisläufe so geschmiert laufen, dass die Gesamtwirtschaft (in ihrer regionalen Gliederung auch Volkswirtschaft genannt) optimal funktioniert. Reitet sie diese in die Sch..., müsste sie, d.h. ihre Exponenten, also abgestraft werden, im Exremfall z.B. mit einer Entschädigung auf HartzIV-Niveau, damit sie mal wissen, wie man da so lebt damit. Funktioniert sie gut, verdienen sie einen gerechten Anteil am so geschaffenen Mehrwert, den sie über Aktien und andere Verbriefungen ja in der Hand haben, diesen also problemlos realisieren können.

So gesehen ist die gegenwärtige Krise vielleicht nicht mal schlecht, sie gibt genug Anlass zu und Berechtigung für notwendige Korrekturen des Wirkens der Finanzmärkte. Es ist ja auch nicht so, dass diese Gottgegeben sind oder so einfach in der Natur vorkommen wie Pfifferlinge. Sie sind eine Kreation der Menschen, DER Menschen, die in und mit Märkten arbeiten und über das Kapital verfügen, mit dem diese Märkte bedient und gestaltet werden.

Der Beitrag der Finanzwirtschaft zu Abstürzen

Dow Jones Industrial 1992-2008 Dow Jones Industrial Nov. 2007 bis Okt 2008
Stand am 13.10.08, nach Boomtag: 9388 (+ 11.08%)

Bei genauerer Betrachtung der letzten 15 Jahre sieht die Sache etwas kritischer aus. Zwar ist immer noch ein substantieller Zuwachs da, aber der unterliegt gewaltigen Schwankungen, einem nie gekannten Rauf und Runter, das Wirtschaft, Gesellschaft und Politik gleich mit durchschüttelt. Nach jedem Durchschütteln sollte eine neue Ordnung (oder Unordnung) herrschen - und genau hierin liegt die Chance, auch für die Durchschüttelten.

Noch deutlicher wird die Sache, wenn wir die Darstellung des Tagesanzeigers (13.10.08, S. 21, zu Britisches Modell soll Finanzwelt retten.) hinzu ziehen und etwas interpretieren. Am 28.2.09 sieht es auch noch nicht danach aus, als sei die Talsohle erreicht. Damit dürfte die Dauer die grosse Depression erreichen, vielleicht auch das Ausmass des Absturzes, der allenfalls durch massive Staatsinvestitionen, Volksverschuldung und Inflation "besser" verteilt, dafür um so länger nachwirken dürfte - s. Japan - womit man sich eigentlich auf ein jahrelanges dahindümpeln der Volkswirtschaft einrichten, und die Lügenbarone alias Wachstumspropheten mit Gelächter bestrafen sollte:

                      

Vom Schwarzen Freitag (oder Donnerstag) bis zum 2. Weltkrieg hatte die Wirtschaft - und die Menschen - zwar ebenfalls nur 8 Jahre Zeit sich zu erholen. Die nächste Krise kam dann aber erst 1972, also ganze 30 Jahre später. Nun fallen die Krisen mit steigender Kadenz über Mensch und Gesellschaft her:

Trotz allem muss man sagen, dass es den meisten heute (noch) besser geht als den Betroffenen der Grossen Depression, aber damals kamen die echten Probleme auch erst hinterher ...

Fazit Finanzkrise:

Es wäre also die rechte Zeit, auch mal an ein anderes, nicht (nur) von Geld beherrschtes Ordnungssystem zu denken - denn Oekonomie meint ja nichts anderes als "Die Ordnung im Haus" - bemisst diese allerdings recht einseitig an effizienter Produktion und Distribution, vor allem aber ausschliesslich an Geld. Bedürfnisse die sich nicht in Geld ausdrücken lassen, gehen unter. Kultur geht unter, oder versumpft zur Finanzanlage. Ideen werden bloss als "realistisch" betrachtet, wenn sie zu was führen, das sich kaufen und verkaufen lässt.

Die Hauptkritik ist, dass keiner der Herren (und wenigen Damen) die dieses Spiel spielen und die Gewinne einsacken solange es gut geht, auch nur einen Bruchteil der Kosten bezahlen könnten, die verursacht werden, wenn der Absturz kommt - und die Kosten schön solidarisch auf alle verteilt werden. Arbeitslose und Sozialhilfeabhängige jedoch dürfen weiterhin als Schmarotzer bezeichnet werden, obwohl sie die sichtbarsten Opfer dieser Art "Organisation" sind.

18.11.08: Wir leben in interessanten Zeiten (was allerdings nicht ganz so erfreulich ist wie es tönt, denn ein chinesisches Sprichwort lautet: Glücklich die Menschen, die in langweiligen Zeiten leben (also generell in so was wie der Schweiz ...)). Der erste Satz des Fazits kommt langsam zur Anwendung. Mit dem faktischen Bankrott von GM, das früher aufgekaufte "Partner" wie Saab und Opel mit in den Strudel zu reissen droht (wie Ford Volvo), wendet sich das heute "amerikanische" Opelwerk an die deutsche Regierung mit der Bitte um Garantien für die mehreren Milliarden die von GM-USA noch ausstehen. Die Amerikaner wundern sich .. aber hier geschieht eigentlich nichts anderes, als dass man sich überlegt, ob nun wirtschaftliche Macht (bis hin zum Grössenwahn, vor allem aber bedingt durch die economy of scale) wirklich das Entscheidende ist - oder ob es vielleicht doch die 25'000 Arbeitsplätze bei Opel + die 90'000 Beschäftigten bei den Zulieferbetrieben (die sich auch in der Schweiz befinden!) sind. Man muss nun nicht gleich Verstaatlichung befürchten - oder von (marktwirtschaftlich gemanagtem,segolene-royalistischem) Neosozialismus träumen, aber es handelt sich doch um Ueberlegungen zu einer Reorganisation der Herrschaft des Geldes, dem die Alleinherrschaft (Plutokratie) durch die Politik entzogen werden kann und soll. Zu vermeiden ist dabei vor allem, dass nun die Macht der Politik und die Macht des Geldes in die gleichen Hände geraten, eine Bedrohung die für viele Verschwörungstheoretiker besonders von der US-Zentralbank und ähnlichen Institutionen ausgeht. (s. auch Bilderberger. s. bloss mit dem Vorbehalt, dass ich die Angelegenheit für Stuss halte.)

Die Bankenkrise hat 10'500 Milliarden (13 laut Krugman) $ verbraten. Die Folge: 6 Millionen zusätzliche Arbeitslose alleine in den USA

Die Entwicklungshilfe sämtlicher Staatend der Welt betrug 2008: 1.8 Milliarden $

Die Boni der Wallstreetbanker betrugen im selben Jahr: 18 Milliarden $

Die Empfehlung Krugmans:

  1. Anerkennen, dass Märkte, insbesondere Finanzmärkte nicht einfach von sich aus perfekte Lösungen schaffen, sondern Massentrends erliegen.
  2. Keyens ist besser, um mit Rezessionen und Depressionen umzugehen.
  3. Die Finanzwirtschaft muss sich in die Makroökonomie integrieren. Zu Deutsch: Teilbereichsökonomien, die sich eher an betriebswirtschaftlichen Konzepten und Theorien orientieren, müssen sich in die Gesamtwirtschaft, also die sog. Volkswirtschaft (= Makroökonomie) integrieren.

[Global+, Frühling 2009. S. 7¨]

Das Grössenproblem, hier pointiert herausgearbeitet seit 2002 unter dem Titel "economy of scale", hat endlich Eingang gefunden in die Diskussion, nun unter dem Titel: too big to fail. Während dem zu normalen, noch mehr zu Boomzeiten, Finanzdienstleister nicht gross genug werden konnten, wurde in der Finanzkrise 08 plötzlich bewusst, wer den anfallenden Schaden am Ende bezahlt, oder oft eben bloss bezahlen sollte, weil er oft so gross ist, dass das Standortsland gewisser Finanzunternehmen nicht die Mittel (ganz abgesehen von der Lust) hat, für dessen Schulden aufzukommen. Nebst einer höheren Eigenfinanzierung wurden damals (es war einmal ...) sogar Massnahmen ins Auge gefasst, die riskanten Investmentbanken von den Instituten die sich vor allem um Zahlungsverkehr, Einlagen von Kleinsparern, Kreditvergabe an die Wirtschaft etc, also mit abschätzbarem Risiko, zu trennen. Da Versicherungen aber über gewaltige Geldmengen verfügen, und immer mehr in Anlagenotstand geraten, gerade wenn sie dennoch eine Rendite erzielen wollen, scheint das Problem zur Zeit gleich wieder unter den Tisch gewischt zu werden. Die Finanzierung ohne Rücksicht auf Risiken, also die Finanzierung riskanter Investitionen mit Anlagen, die der Sicherung des Alters dienen, ist zwar günstig - aber ganz und gar nicht im Sinne der Anleger (solange grosse Renditen aufscheinen schon, aber sobald das Geld weg ist, gar nicht). Die Absichten welche die UBS kürzlich publiziert hat, gehen ebenfalls in die Richtung, riskante Investitionen mit Anlagen zu decken, die eigentlich auf Sicherheit bauen. Die Börse hat solche Absichten darum gar nicht goutiert.

Die Agentur Bloomberg hat eruiert, dass 38 der 100 grössten Banken Europas derzeit über höhere Bilanzsummen (also auch Risiken) verfügen als zu Jahresbeginn. Bei 15 Banken übersteigt die Bilanzsumme die jährliche Wirtschaftsleistung (BIP) ihres Standortslandes. Vor 3 Jahren waren es noch deren 10. Das financial stability board hat unlängst eine Liste mit 30 systemrelevanten Finanzkonzernen erarbeitet (wozu auch CS, UBS, Zurich und Swiss Re gehören), und diese ersucht, ein "Testament" zu verfassen, in dem geregelt wäre, was bei Zahlungsunfähigkeit geschehen soll, d.h. welche Teile untergehen dürfen. Ohne Erfolg. Die Jagd nach dem schnellen Geld geht also weiter wie zuvor. Après nous le déluge, wie schon Madame Pompadour unter Louis XIV sagte.

Als nächste Welle sehen einige Auguren nun verlorene Firmenkredite und Wertschriften in der Höhe von 1.5 Billion $ in den USA und der Hälfte diesen Betrags in Europa.

Entweder - oder: Eine Zunahme eigentlich bankrotter Staaten wie Griechenland, Irland, Grossbritannien, Island, Kalifornien, Arizona, Florida, Illinois, Michigan, Nevada, New Jersey, Oregon, Rhode Island and Wisconsin; Dubai, Ukraine, Pakistan, Lettland, Island oder Ungarn.