Deprecated: Assigning the return value of new by reference is deprecated in /home/httpd/vhosts/brainworker.ch/httpdocs/FORUM/wp-includes/cache.php on line 36

Deprecated: Assigning the return value of new by reference is deprecated in /home/httpd/vhosts/brainworker.ch/httpdocs/FORUM/wp-includes/query.php on line 21

Deprecated: Assigning the return value of new by reference is deprecated in /home/httpd/vhosts/brainworker.ch/httpdocs/FORUM/wp-includes/theme.php on line 508
Brainworker-Blog

Brainworker-Blog

February 22, 2011

Kommt jetzt die demokratische Weltrevolution?

Die Unruhen in Nordafrika und im Nahen Osten (bis hin nach China) wären eigentlich hier zu besprechen. Da aber das Thema bereits am 9.2 im Wissenscafe Basel besprochen wurde, werde ich die Diskussion auch dort weiter führen und neues Material dort anhängen:

Hier nur kurz eine Zusammenfassung des Fazits:

Hier kommt  einiges auf Europa zu: Ihr habt Geld, wir nicht. Wir kommen zu Euch, arbeiten … oder so. Der Ruf nach Demokratie ist ja zur Zeit eher ein Ruf nach einem menschenwürdigen Leben, ja Ueberleben, also nach Arbeit, anständigen Beschäftigungsbedingungen und Löhnen, zahlbaren Mieten - und vor allem zahlbaren Lebensmitteln. Last not least - nach einem sinnvollen Leben. Es sind also keine Beschäftigungsprogramme gefragt, sondern eine ganz andere Gestaltung der Wirtschaft. Beschäftigt waren alle Araber, immer. Der erste Selbstmord in Tunesien (Mohamed Bouazizi) betraf ja einen armen Gemüsehändler, dem sein armseliger Erwerb von Polizei und Bürokratie zum Sisyphoswerk gemacht wurde. Der Ruf nach Demokratie in der praktisch ganzen arabischen Welt heute ist ein Ruf nach einem besseren Leben.

Es ist also auch an der Zeit zu überlegen, wie gut sich ein wirtschaftliches Modell das auf Leistung setzt, die zugleich erlaubt, andere von notwendiger Leistung zwecks Ueberlebens auszuschliessen, als Grundlage des Zusammenlebens eignet. Der reine Preis-Mengen-Automatismus der Marktes tut’s ganz offensichtlich nicht mehr. Eine massive Unterstützung der Entwicklung der angrenzenden Räume - und damit eine deutliche Absage an beide Lieblingsfeindbilder der Europäer und Amerikaner: Sozialismus und Islam.

Eine Weltrevolution hin zur Demokratie scheint sich anzubahnen. Erfreulich … erfreulich? Sicher, aber das gibt Kosten, mit denen verglichen die “Integration” Ostdeutschlands in Westdeutschland ein Klacks war. Vor allem wenn man sich die Unterschiede überlegt. Die Ostdeutschen waren und sind mehr oder minder die selben Deutschen wie die Westdeutschen. Sie haben bis 1945 den selben historischen und wirtschaftlichen Hintergrund. Die nun wie Dominosteine kippenden arabischen Länder jedoch, sind sich untereinander sehr ähnlich - haben jedoch schon immer auf Distanz zum “ungläubigen” und total kommerzialisierten Westen geachtet - was von der Gegenseite durch ein entsprechendes Misstrauen, beruhend auf totalem Unverständnis, gegenüber allem Islamischen und Arabischen verstärkt wurde.

Europa (und damit auch die Schweiz, hier zieht die Sache mit dem Sonderfall nicht) ist nun im Süden und Osten quasi umzingelt von Nachbarn, die ökonomisch auf dem Zahnfleisch gehen und politisch als “failed states” (gescheiterte Staaten) betrachtet werden können, müssten, sollten, dürften. Da es sich im Osten um ca. 200 Millionen handelt, im Süden ebenfalls, total also eben so viele Menschen wie in Europa, dürfte die Siegerposte: Wir haben’s ja schon immer gesagt! nur noch unerfreulichere Resulate erzeugen. Es ist nun vordringlich, gemeinsam nach Lösungen zu suchen die eine aufbauende Entwicklung ermöglichen. Sich suhlen in den “guten alten Zeiten” dürfte keiner Seite viel bringen.

December 3, 2010

Warum Assange und Blatter eigentlich recht haben

Filed under: gesellschaftliche Entwicklung, Politik, Editor — admin @ 11:25 am

Kleinkarrierte Politik 

Assange macht Geheimdokumente publik und blamiert damit die sonst so noble Gilde der Diplomaten. Unerfreulich für die Gilde der Verschwiegenen, Gediegenen, die sich sonst nur um zwei Ecken herum deutlich ausdrücken - erfreulich aber, weil gerade durch diese Aeusserungen klar wird, dass auch die USA die Weltpolitik eigentlich recht realistisch ansieht und nicht bloss aus der Wolke “Weltherrschaft der Freiheit (des Marktes)” für die sie sonst bekannt und berüchtigt sind. Dass Berlusconi und Sarkozy Clowns sind, ist der Gilde der Diplomaten offenbar auch in den USA genau so klar, wie die Tatsache, dass die Schweizer Demokratie extrem mühsam und oft zufällig ist, also eigentlich bloss deswegen gelobt werden kann, weil sie trotzdem funktioniert, sicher nicht wegen ihrer grandiosen Entscheide.

Anstatt sich über die Blamage zu ärgern, sollte man sich eigentlich darüber freuen, dass Diplomaten offenbar doch noch fähig sind, die Dinge so zu sehen, wie sie halt sind.

Weltoffener Fussball

Dafür ist auch Blatter zu gratulieren. Er agiert nicht als Vertreter der überlegenen Projekte (und Interessen) der Europäer und Amerikaner, sondern macht seine Spiele (so doppeldeutig gemeint wie es tönt) in einem internationalen Netzwerk, in dem die Gewichte heute eben deutlich anders liegen.  Ich finde es erfreulich, dass Russland und Qatar eine Chance geboten wird, sich zu präsentieren, denn dass England den Fussball quasi erfunden hat, das weiss man ja inzwischen. Auf der Weltbühne, besonders der politischen, werden jedoch Russland und die Araber genau so zu Negern gemacht, wie die Afrikaner, egal ob schwarz, dunkel- oder hellbraun.  Blatter und die FIFA wollen den Fussball entwickeln - und da müssen sie eben dahin, wo sich noch was entwickelt, nicht dahin, wo man eh schon alles hat und sich am grössten findet. Die Idee des Fussballs soll verbreitet, nicht alte “Helden” immer und immer wieder aufs Podest gehoben werden.

Die Erkenntnis, dass “die Musik” längst nicht mehr in Europa, oder gar der Schweiz gemacht wird, geht leider dem Stimmvolk hier noch ziemlich ab. Nach wie vor wird der Glaube erfolgreich gefördert, man brauche bloss draufzuhauen, und die Ordnung sei wieder hergestellt: Alles was nicht erwünscht ist, wird verboten: Armut genau so wie Umverteilung. Das Resultat ist, wie nicht anders zu erwarten: Chaos.

Eine kleinbürgerliche Geistesverfassung verursacht beträchtliche Probleme in einer globalisierten Welt

Als kleines Warnzeichen gegen die Ueberschätzung der Qualität des Besonderen, Eigenen, Kleinen, der unübertreffbaren eigenen Werte, kann etwa die Aufgabe des Microsoft Labors in Zürich dienen.  Hier wurde die Internettelefonie mit PC (- Office Communication Server für Konferenzen, Austausch von Dokumenten, Daten, Mails, Chats etc. weiter entwickelt, z.B. auch durch den Zukauf von Media Streams. Da aber die Schweiz zu klein ist, zu wenig Informatiker liefert, qualifizierte gleich abgeworben werden, liesse sich so was nur betreiben, bei einem relativ offenen Arbeitsmarkt - auch für Zuzüger - der allerdings gleich konterkarriert wird, vor allem in Zürich, durch die enormen Kosten für den Lebensunterhalt, vor allem Miete.

Auch - oder gerade - Spitzentechnologie lässt sich nicht in einem Land betreiben, das von geistigen Gartenzwergen geformt wird, das sich immer noch am wohlsten fühlt, hinter den sieben Bergen …. Drum ein Lob für Blatter. Filzlaus oder nicht ist hier nicht wirklich das Problem - denn der Entscheid war “weltpolitisch/weltsportpolitisch” richtig.

October 29, 2010

was seit July hier lief

Filed under: Editor — admin @ 10:14 am

Wenn hier auf dem Forum nix neues aufscheint, heisst das noch lange nicht, dass gar nix läuft auf Brainworker. Sehen Sie sich jeweils die Liste der neusten Beiträge an.

Seit Juli z.B:

  1. Strukturen des Wissens / Strukturen der Gesellschaft / Strukturen der Wissenschaft: Von disziplinärem Partikularismus zu systemischer Co-Disziplinarität - Vom einstämmigen Wissens- und Entscheidungsbaum zum vielstämmigen Entscheidungswald mit multiplen Perspektiven, die aus unterschiedlichen Wurzeln spriessen.Ein Thema, das auch in verschiedenen Diskussionsabenden (Mi, 10-21 Uhr. Wissenscafe. Statthelfer. Basel) vertieft wurde.
  2. Eine umfassende Analyse der Möglichkeiten der Schweiz, in der EU mitzumischen: Die Schweiz in der EU? Basisdemokratie in der EU? Uebersicht
  3. 2000 Jahre Wirtschaftsgeschichte der Welt
    1. Wachstum III: Das Ende des Wachstums
  4. Probleme der Medien in der Schweiz. Zu diesem Bereich gehört auch derBeitrag, der gerade in Bearbeitung ist: Internetjournalismus II: Internetjournalismus hat Erfolg, aber vor allem anderswo, insbesondere in Südamerika.

Grösser war allerdings der Aufwand, von dem noch nichts sichtbar ist: Das Erlernen von Autodesc 3ds und Autocad 2000 - für eine mehrdimensionale Darstellungen der bei Brainworker meist gegeben komplexen Sachverhalte. Zusätzlich zum Lernaufwand war auch noch materieller Aufwand zu leisten. So vermelden diese Programme, wie Adobe Suite CS5, ganz einfach: “Hey man, unter solchen Bedingungen (32 bit statt 64, keine open GL-fähige Graphikkarte) arbeiten wir nicht! No discussion. Ich musste mir dafür also auch noch einen neuen Hochleistungscomputer zulegen und den per Datenserver mit dem alten vernetzen, da ich auf beiden parallel arbeite. Auf dem alten weiterhin Texte, für die ein Bildschirm von 30 auf 40 cm (1024×768 pixel) weitaus ausreicht, auf dem HDTV-fähigen Flatscreen-Fernsehbildschirm, 2. Arbeitsplatz, die 3-d-Graphiken und Filme.
Da ich überraschenderweise mal wieder zu etwas Barem gekommen bin, hab ich einiges davon auch in Büchern angelegt, von Mathematik und Logik, über Topologie, Nietzsche, Kapitalismus und seine Kritik Bauern im Mittelalter, die Siebenbürger Sachsen, und, last not least, cad-cam-Fertigung von Massivholzmöbeln, aber das natürlich nicht im Internet - ausser der Werbung. Sobald Sie also Holzmöbel unter Brainworker finden: Das wäre dann meine eigene Produktionslinie.

July 7, 2010

War Griechenland geplant?

Filed under: Aktuelles, Wirtschaft, Politik, Editor — admin @ 5:14 pm

Griechenland ist zwar im Moment nicht grad im Zentrum der Interessen. Da stehen grad noch Deutschland, Spanien, Uruguai und die Niederlande. Die Schweiz kommt ins Schwitzen, nicht nur weil die Temperaturen wieder über 30° gehen (was es früher auch nicht gab, in den guten alten Zeiten …), sondern weil der Export in die EU sich für diese extrem verteuert, seitdem der Euro eben so abschmiert wie vorher der Dollar. Was war es für ein Riesengeschrei, von wegen Auflösung des Euroraums etc, Rauswurf von Griechenland - sieht man sich jedoch die Entwicklung der Wechselkurse einiger Schwergewichtswährungen an, könnte man so ein bisschen den Eindruck kriegen, dass die Entwicklung vielleicht nicht mal ungewollt ist:

Der japanische Yen wie der Euro entwickelten sich praktisch parallel, mit dem Dollar, zu Schwachwährungen - während dem der starke Franken zwar Importe verbilligte, Exporte aber zunehmend erschwert. Inzwischen ist der Euro wieder deutlich näher bei Dollar und Yen, die europäische, also vor allem Deutsche Exportindustrie also wieder konkurrenzfähig auf dem Weltmarkt. Ursache für den Verfall des Euro ist das bisher grösste finanzielle Stabilisierungspaket aller Zeiten, mehr als die bisher 10 grössten zusammen genommen:

 [Bilanz 10, 2010. S. 63]

Die Hilfe an Griechenland beträgt das 2.5-fache des jährlichen Bruttoinlandproduktes:

Eine harte Währung ist günstig für ein Land, wenn es Investitionen, generell Geld anziehen will, da es sich empfiehlt als Stätte der Werterhaltung. Ein starker Franken war immer Anliegen und Vorteil des swiss banking. Auch heute kann es davon profitieren. Ob all die Angriffe auf genau dieses Banksystem nicht vielleicht doch etwas mit den neuen Chancen zu tun haben, als mit den altbekannten (Steuer-)Problemen? Zumal der französische Drachentöter in Sachen clean banking, Monsieur Woerth, in Koalition mit Liliane Bettencourt, sich zur Zeit auch nicht grad mit Ruhm bekleckert.

Chancen für das Private Banking in der Schweiz

Mit einsetzendem Beschuss erst von Seiten der USA, dann von fast allen Nachbarn, unterstützt durch Datenklau (), konnte man annehmen, die Sache mit dem Bankgeheimnis, und ev. der Stärke der Schweizer Banken sei gelaufen. Dem ist nicht so, denn, obwohl sich die Anlagen stark verringert haben, beträgt die Verringerung der offshore-Einlagen genau gleich viel wie die Verringerung der Inlandseinlagen, ist also eine Folge der Wertverluste, die doch 2007-08 um 35-40% betrugen:

[Swiss Private Banking Guide 2010]

Von den 60 Milliarden Euro welche Italienische Anleger anlässlich der letzten Steueramnestie legalisiert haben, blieben 45 in der Schweiz - auch ohne Geheimnis. Auch die CS konnte 2/3 der Gelder halten, was daf’ür spricht, dass Schweizer Banken, auch  ohne “Steuervergünstigungen”, einen qualitativen Vorsprung haben in der Anlageberatung betuchter Kunden.  Es wird sogar angenommen, dass mit steigenden Staatschulden der solide Währungsplatz Schweiz sogar noch mehr Gelder anziehen kann, a) weil hier kein Staatsbankrott droht, b) weil der Franken eine starke Währung bleibt, also nicht mit Kursverlusten zu rechnen ist wie eben gerade bei Euro, Yen und Dollar.

Was das Bankgeheimnis betrifft, so vertritt die Schweiz mit Anerkennung des OECD-Standards nun eigentlich nur noch den Standard, den sich Europa selbst gesetzt hat, und kann auf die Haarspalterei mit Steuerhinterziehung und Steuerbetrug verzichten.

Die CS, in den letzten Jahren nicht immer gelobt, aber dank der massiven Probleme der UBS selten im Rampenlicht, erhielt sogar von Euromoney den Preis für das beste Private- Banking, die UBS den von myprivatebanking.com für die beste Private-Banking-Website - während dem die ZKB, laut Global Finance Magazine, die sicherste Universalbank der Welt sei.

Nichtsdestoweniger wird für die nächsten 5 Jahre mit dem Verschwinden von etwa 1/5 der Vermögensverwalter gerechnet, dies auf Grund des Margendrucks, der Regulierungskosten und der verschlechterten Wachstumsperspektiven für kleine Banken ohne internationale Ausrichtung. Was die andern betrifft, die grossen, so ist das Problem des “too big to fail” bei weitem nicht entschärft, im Gegenteil, sie werden noch grösser. Vor der Krise hielten die 25 grössten Banken der USA 56% aller Vermögenswerte. Heute sind es 59%.

Die Schweiz sollte sich also nicht all zu schlecht machen (immerhin sind “wir” bald, sofern Spanien gewinnt, Superweltmeister, denn immerhin haben wir ja die Spanier geschlagen …).  Scherz beiseite. Trotz all der Beleidigungen in letzter Zeit, nicht bloss durch “Ghadaffi den Bekloppten”, ist die Schweiz ein bevorzugter Standort für manch internationale Firma. 269 haben sich alleine seit 2003 hier niedergelassen, und, wie’s scheint, nicht mal des Bankgeheimnisses wegen, auch nicht der Steuern wegen, sondern auf Grund der politischen Stabilität, der Rechtssicherheit, Lebensqualität und harmonischem sozialem Klima, guter Infrastruktur, guter Ausbildung der Arbeitskräfte und liberalem Arbeitsrecht. Steuervorteile kommen erst auf Platz 11 der ADL-Studie.

July 1, 2010

economiesuisse produziert Bockmist: “Volksschule - Fokus auf das Wesentliche.”

Filed under: gesellschaftliche Entwicklung, Aktuelles, Editor — admin @ 5:03 pm

Volksschule - Fokus auf das Wesentliche

+ Auswertung der Vernehmlassung ‘Grundlagen für den Lehrplan 21

Ein Vorschlag von economiesuisse, der äusserst klar macht, welche Werthaltung hier in Schulen trainiert werden soll - und wie schwierig es ist, sich hier strategisch zu einigen.

economiesuisse schliesst - aus einer selbst veranstalteten Umfrage - dass die wichtigsten Elemente der Bildung an der Volksschule die Erstsprache (also für diejenigen die das hier lesen vermutlich deutsch) und Mathematik sei. Kompetenzen in andern Fächern wie Naturwissenschaften, Englisch, weitere Fremdsprache folgen in beträchlichem Abstand, und/oder gewinnen erst an Bedeutung mit höherem Leistungsniveau.

Diskussion: Diese “Bewertung” führt nun zu einer ganzen Serie von “Seltsamkeiten”:

  1. Die hohen Anforderungen die selbst an die Mathematikkenntnisse bei der tiefsten Leistungsstufe gestellt werden, führen schlichtweg dazu, dass hier ein grosser Teil der Schüler ausgeschlossen wird - womit sich die Wirtschaft allenfalls den Vorwurf erspart, selbst für die Arbeitslosigkeit bei schulisch weniger Begabten schuld zu sein. Hier liegt das Hauptproblem des economiesuisse-Konzepts:
  2. Mathematik ist die abstrakte Denkweise per se. Hier entscheidet sich bereits zu einem grossen Teil, wie gut heute jemand in der Schule abschneidet, denn hier ist praktisch jede Schulprüfung ein Intelligenztest - solange nicht bloss auswendig Gelerntes abgefragt wird. Dummerweise ist nun aber die Welt so eingerichtet, dass 50% der Bürger irgendeines Landes, auch der Schweiz, einen IQ von unter 100, die anderen 50% einen von über 100 haben. So wurde die Standardverteilung nämlich definiert. Mit über 115 (plus/minus 10% je nach Fleiss und Unterstützung von Aussen) ist jemand fähig, eine Matur zu absolvieren. Für ein Studium reicht das heute meist auch (bei Fleissigen), früher wurden 120 gefordert. Bereits mit 140 kriegt man allerdings Probleme mit der Gesellschaft, weil man praktisch immer anders denkt als die Mehrheit. Umgekehrt allerdings auch. Ein IQ von unter 80 bezeichnet bereits eine Person mit Debilität, also deutlicher Lernbehinderung. Kinder mit einem IQ zwischen 50 und 74 können bei guter Unterstützung das Leistungsniveau der 3. bis 6. Klasse erreichen, mehr nicht. 5-15% bleiben hier also jetzt bereits chancenlos. Verschärfen wir nun selbst in der “Doddelischule” das Niveau durch Verstärkung des Mathematikunterrichts - statt diejenigen Begabungen zu fördern, die die Betroffenen vielleicht eben statt der abstrakten Erkenntnis haben, also insbesondere die kinetische Intelligenz, die soziale Intelligenz (s. Problem Kindergärtnerinnen mit Matur) oder andere Intelligenzformen, dann verunmöglichen wir einem immer höheren Anteil der Bevölkerung jegliche Chance auf ein eigenständiges Leben, basierend auf Erwerbstätigkeit. Es ist hier nicht die Schule, welche die Ausbildung ändern muss - es ist die Wirtschaft, die gerade für solche Menschen auch Arbeitsplätze bereitstellen muss, in denen die Menschen eine ihnen gemässe Leistung erbringen können. Es ist abartig diese erst als unwert zu erklären (Invalide bedeutet nichts anderes) - und dann als Scheininvalide zu diskriminieren.

  3. Dass ausgerechnet economiesuisse einen derartigen Bockmist produziert erstaunt (nicht wirklich, aber) vor allem deswegen, weil es doch präzise die selben Leute sind, die andauernd den Hochschulen zu viel Theorielastigkeit und zu wenig Praxisbezug vorwerfen. Nun kommen sie und wollen alle zu Invaliden machen, die gewissen Probleme haben mit Theorien und Abstraktionen. Offensichtlich hatten da ein paar Leute auch nicht all zu viel Mathematikunterricht, zumindest bei der Logik scheint es massiv zu hapern.

Besonders widerlich sind die erwünschten nicht kognitiven “Kompetenzen”:

  • Disziplin/Leistung
  • Achtung/Respekt
  • Motivation
  • Flexibilität
  • Verantwortung
  • Zuverlässigkeit
  • Engagement

Sieht man sich die Befragung rechts an, so fällt auf, dass die armen Schüler den hohen Ansprüchen der Lehrherren offenbar überhaupt nie genügen, nicht mal bei der höchsten Leistungsstufe (Ausnahme Flexibilität bei den dümmeren (Denen bleibt nix, als sich anzupassen und zu rennen), Verantwortung bei der mittleren Leistungsklasse (die wollen eben noch Chef werden) und Achtung/Respekt bei den Intelligentesten (denn erfahrungsgemäss hat man wenig Chancen auf ein Weiterkommen, wenn man seinem Chef sagt, was man von ihm hält).

  • Disziplin und Leistung sind den Betriebsherren offenbar das Grösste - und bei den Schulabgängern offenbar nur mangelhaft vorhanden. Nun soll die Schule das richten. … Eigentlich wäre das ja Sache des Lohnsystems und der Führung, und zwar an dem Ort wo die Disziplin gefordert wird, nicht an einem Ort ausserhalb, also der Schule. Liebe Chefs, das ist euer Job. Krieg ihr das nicht hin, so dürfte das Problem vielleicht doch eher bei Euch als bei den armen Würstchen liegen, die sich nicht ausreichend biegen lassen.
  • Für Achtung und Respekt gilt eigentlich das selbe. Achtung und Respekt muss man sich verdienen (allenfalls kaufen …), aber mit Befehlen oder an der Schule trainieren ist das so eine Sache …
  • Bei Motivation und Engagement wird die Angelegenheit zum Horror. Offensichtlich ist bloss knapp 1/3 der Schulabgänger motiviert, 10% engagiert für die Arbeit die sie neu aufnehmen … falls ihnen das nach hunderten von abgelehnten Bewerbungen gelingt. Vielleicht ist das ganz einfach der Preis, den man für diese “Flexibilität” bezahlen muss, denn man kann ja wirklich nicht ernsthaft verlangen, dass sich Lehrlinge für jeden Sch… interessieren müssen, einfach weil jetzt zufällig mal wieder jemand einen Lehrling sucht, und dazu auf einem Gebiet das weit weg ist vom erwünschten (z.B. Informatik).

All diese Probleme sind aber markt- und betriebsbedingt. Sie auch noch der Schule in die Schuhe schieben zu wollen ist ein Witz. Bereits sie als “Kompetenzen” zu bezeichnen ist ein Witz … ausser man sehe diese Kompetenz, zynisch wie es ist, als Begabung des So-tun-als-ob.

Gott sei dank entscheidet aber nicht die economiesuisse über die Lehrpläne der Schweizer Schulen, sondern Bürger und Fachleute, die doch einen etwas breiteren Horizont haben. s. In: Auswertung der Vernehmlassung ‘Grundlagen für den Lehrplan 21′:

personale Kompetenzen: soziale Kompetenzen:
Arbeitsverhalten (BE).
Ausdauer (AG, BE, UR, ZG, LCH, BASPO, EVP, SVP CH, SVP ZH).
– Bedürfnisse (eigene) erkennen, formulieren und Hilfe annehemen können (BE, SKG, KIFS).
– Beharrlichkeit und Lernbereitschaft (AG, VSG).
– Eigenverantwortlichkeit, denn Aufträge und Befehle dürfen nicht ohne ethische und rechtliche Haltbarkeit unhinterfragt ausgeführt werden (vpod, SP AR).
Einstellungen – siehe PISA 2003 (AG).
Entscheidungsfähigkeit (BE, FR, FD-TTG, SGL, Schweiz. Rat der Religionen).
– Flexibilität (BASPO).
– Kreativität (OW, BASPO, SGL AG Religionspädagogik, DOK, ARE, BAFU, BAG, SBF, DEZA).
– Leistungsbereitschaft (SZ, BASPO, S&E).
– Motivation und Interesse (AG, LCH, BASPO, VSG).
Ordnung (SVP CH, SVP ZH).
Pünktlichkeit (ZG, SVP CH, SVP ZH).
– Selbstvertrauen und Selbstkonzept (AG, LCH).
– Sorgfalt und solides Arbeitsverhalten (ZG, EVP).
– Umgang mit eigenen Grenzen (Schweiz. Rat der Religionen).
Urteilsfähigkeit (LU).
– Sorgfalt (UR).
– Bereitschaft zur Verantwortungsübernahme (LCH).
– Wahrnehmungsfähigkeit (tps).
– Zuverlässigkeit (UR, ZG, BASPO, SVP ZH, SVP CH).
Lebenssinn erkennen (Erdcharta / CH).
  • Beziehungsfähigkeit, umbenannt in Beziehungs- und Gemeinschaftsfähigkeit
  • Konfliktfähigkeit (also vielleicht: Umgang mit Einfalt - im Gegensatz zum Folgenden:)

Anerkennung unterschiedlicher Rollen (BfU).
– Aufgreifen der Idee der Emotionalen Intelligenz (SO, BASPO).
Empathie und Solidarität (BASPO, ARE, BAFU, BAG, SBF, DEZA).
Erkennen von Handlungsalternativen (BfU).
Ethische Kompetenzen (SGL AG Rhythmik).
Gender- und Gleichstellungsthematik (BE, vpod, LCH).
– Generationenfragen (BE).
Hilfsbereitschaft im Umgang mit anderen Menschen (FVS).
– Integrationsfähigkeit (BASPO).
Interkulturelle Kompetenzen (BE, FR, NW EDK-AG Migration, KBM D-KoGS, Erdcharta).
Menschenrechtliche Handlungskompetenzen zwecks Kenntnis und Verteidigung eigener Rechte und Anerkennung und Verteidigung der Rechte anderer (vpod, SP AR).
Respekt und Fairness gegenüber Mitmenschen, Verantwortungsbewusstsein und die Fähigkeit des Zuhörenkönnens (EVP, Erdcharta).
– Selbstsicheres Auftreten (BS).
– Sexuelle Orientierung (BE).
– Soziolinguistische – interkulturelle Kompetenzen (GS EDK).
Unterschiedliche Lebensformen und -entwürfe (BE).
– Verantwortungsbewusstsein (AG, BE, SGL AG Religionspädagogik, Schweiz. Rat der Religionen, FVS, BfU).
Wertebewusstsein, Wertvorstellungen erkennen und ausbilden (Schweiz. Rat der Religionen).
– Zusätzlich wird die Bereitschaft zur Übernahme von Freiwilligenarbeit für das Gemeinwohl postuliert. (LCH).

Methodische Kompetenzen Zusätzlich geforderte Themen:
  • Sprachfähigkeit: Umbenennen in Kommunikationsfähigkeit (OW, SZ), Ausdrucksfähigkeit (OW, VS, tps, astej), wortsprachliche und bildsprachliche Fähigkeiten (FR, vpod, LCH, HKB), verbale und visuelle Literalität (FR), Sprach- und - Symbolfähigkeit (Schweiz. Rat der Religionen)
  • Ergänzen um: Non-verbale Ausdrucksfähigkeiten;
  • Informationen nutzen, Umgang mit Informationen und Medien
  • Aufgaben, Probleme lösen
  • Handlungsfähigkeit (LU).
  • Lernreflexion (OW).
  • Umgang mit Ästhetik (VS).
Kulturelle Bildung
– Ästhetische Bildung
Lebensgestaltung:
Alltags- und lebenspraktische Fragen:
Fächerübergreifendes Arbeiten:
– Friedensförderung
– Genderbewusstsein;
– Integration (BE, VS, Schweiz. Rat der Religionen)
– Menschenrechtsbildung:
Interkulturalität: Umgang mit Multikulturalität, Heterogenität, Globalisierung und Migration ist möglicherweise in anderen Themen wie Nachhaltige Entwicklung integrierbar
Globales Lernen:
– Mehrsprachigkeit
Technikverständnis:
Life Science:
Sicherheit: Unfallprävention in Strassenverkehr, Sport, Haushalt und Freizeit basiert auf der Übernahme von Verantwortung gegenüber sich selbst und anderen zur Erhaltung und zum Schutz der körperlichen Unversehrtheit und des psychischen Wohlbefindens.
Umweltbildung

Vergleichen wir nun diese Tabellen mit obigen Erhebungen, bei denen die Schulabsolventen offensichltich bloss unfähig und desinteressiert sind, also Deutsch und Mathematik zu lernen haben, um dann in den Betrieben richtig verwendet werden zu können, sehen die Pädagogen doch andere Probleme wie Chancen:

  1. Nicht unbedingt die Sprache ist das primäre Problem, sondern die Kommunikationsfähigkeit, die aber weniger von Grammatik als von Wahrnehmungsfähigkeit, Ausdrucksfähigkeit, Geschick im Umgang mit Medien, Beziehungsfähigkeit und vor allem Konfliktfähigkeit abhängt.
  2. Nicht unbedingt die Mathematik ist das primäre Problem, sondern (wieder) Wahrnehmungsfähigkeit, Lernfähigkeit, Symbolfähigkeit, Technikverständnis, Urteilsfähigkeit, Entscheidungsfähigkeit
  3. Nicht mangelnde Unterwerfung unter Disziplin und Leistungsforderungen, nicht Achtung und Respekt basierend auf Status sind das primären Problem, sondern der fehlende Sinn des Ganzen, der fehlende Lebenssinn, Sinn der Tätigkeit, der Produkte, fehlende Werte, fehlender Respekt gegenüber den Untergebenen, also ein bekacktes Rollenbewusstsein - an dem aber nur andere Arbeitsformen was ändern könnten, nicht Dressur in der Schule. Dies ist zugleich Ursache von fehlender Motivation und Engagement.

Bei den ersten beiden Problemgruppen mag Schulbildung abhelfen, bei der 3. müssen sich die Betroffenen politisch engagieren, da hilft ihnen niemand. (Mit “Betroffenen” mein ich hier die Lehrlinge, nicht die armen Lehrmeister).

So weit, so gut (oder eher: so schlecht). Vergleichen wir doch mal mit den Anforderungen, welche die Wirtschaft heute wirklich stellt, an ihre Führungskräfte. Die folgende Graphik ((BCG Organisationssurvey “Organisation 2015) ist eindeutig veraltet, aber hier bereits sehen wir, dass die vielgelobte Mathematik eine recht unbedeutende Position einnimmt. Weitaus wichtiger ist das Verständnis für Strukturen und Funktionen, das Wissen um die Methoden, wie diese treffend erfasst werden können (Statistik z.B., womit Mathematik natürlich auf recht hohem Niveau wieder im Spiel ist).  Eben so wichtig die Sprache, aber vor allem die Sprachwirkung, also Rhetorik, Präsentation, Wirkung der Sprache, verstärkt durch entsprechende Kenntnisse der Psychologie.

Heute sind die Bedingungen noch härter:

Moderne Organisationsabteilungen bestehen aus Change-Managern und IT-Managern.

  • Reine Betriebsorganisation ist nur noch selbstverständliches Grundlagenwissen
  • Strukturierungswissen wird als selbstverständlich angenommen
  • Prozessoptimierungswissen ist selbstverständlich
  • IT-Wissen ist selbstverständlich
  • Wissen über das Verhalten in Organisationen
  • Kommunikationsgestaltung
  • Insbesondere Kommunikationsgestaltung in Projekten organisatorischen Wandel.

Bei all dem Wissen, das hier als “selbstverständlich” vorausgesetzt wird, wundert es wenig, dass mancher Manager leicht den Uberblick verliert und sich lieber etwas verbirgt. Es wundert so auch  wenig(er), warum von Schulabsolventen derart viel verlangt wird. Das Problem allerdings bleibt bestehen, nämlich dass die Auffassungsgabe unterschiedlich  verteilt - und eigentlich bei allen doch eher beschränkt ist.

June 9, 2010

Geld sparen mit Cablecom 2. Teil: System EasyJet: Kleinvieh macht auch Mist

Filed under: Wirtschaft, Editor — admin @ 2:40 pm

Das geht etwa so: Nachdem ich jahrelang die Vertreter von Cablecom abgewehrt habe, a) aus der Erfahrung heraus, dass billiger meist teurer kommt, b) dass einfacher Umstieg meist viel Arbeit bedeutet, c) dass das bestehende, das funktioniert, eigentlich nicht ersetzt werden sollte (if it ain’t broke - don’t fix it), liess ich mich von einem sympathischen arabischen Vertreter eben doch über den Tisch ziehen:

> Schnellere Leitung, keine höheren Kosten (allerdings auch keine tieferen ….), unabhängig vom zunehmend be- und überlasteten Telefonsystem, dazu bezahle ich per Miete eh 20.- für den Kabelanschluss - für den Fernseher. Dazu der erste Monat gratis, + Modem und das ganze Karsumpel.

Das Karsumpel hat mich doch + 58.- gekostet an Leitungen, von denen ich allerdings noch eine falsche gekauft habe, für 40.-, die ausgepackt aber nicht zurückzugeben war. Dann kam der Mechaniker Mitte November, installierte alles, erklärte mir auch noch, dass ich die Kündigung bei Bluewin einreichen müsse um den Abzug zu erhalten, was ich sehr seltsam fand, also vergass (wie Gott-sei-Dank das Meiste, was mir seltsam vorkommt). Dann kam im März oder so die erste Rechnung, ab Mitte November, ohne irgend einen Abzug, weder von Monat noch von Barem. Hälfte November und Dezember hatte ich also 2 Internetanschlüsse - allerdings mit doppelten Kosten + 90.-. (Cablecom lässt sich ein Formular unterschreiben, laut dem alle Kosten der Kündigung oder Nichteinhaltung von Kündigungsfristen zu lasten des Abonnenten gehen, ist also auch nicht unbedingt zu empfehlen.) Diese Rechnung hab ich eingeschrieben zurückgeschickt - keine Antwort, dafür bald die 1. Mahnung (+ 25.-). Telefon: Ja ich müsse halt die Kündigung einschicken, es sei zwar zu spät, aber man drücke jetzt ein Auge zu. Nächste Rechnung, abzüglich 75.- und all der Details, die keine Sau versteht die zugeschlagen und abgezogen werden. Da ich immer noch auf den Abzug der versprochenen 100.- wartete, liess ich die liegen, bis eine weitere Mahnung kam (Nochmals Abzug von 25.-). Dann hab ich die Rechnung einbezahlt - abzüglich 100.-, per Internetbanking, was von cablecom mit einer weiteren Mahnung bedacht wurde, mit der Drohung, die Leitung zu sperren Aufschaltkosten 40.-, Dauer bis zu 3 Tagen, ausser man zahle nochmals 40.-, dann geht’s in 1 Tag.

Im Juni hatte ich dann eine ganz normale Rechnung: 73.80 für Mai, 68.10 unbezahlt von Vorperiode, Zahlungstermin 16.6.2010. Eigentlich kein Problem … aber am Samstag den 5. Juni um 7-45 wurde das Netz und das Telefon abgestellt … weil man mich schon im Vormonat gewarnt habe. Nett. Eine Dame der Auskunft meint, ich müsse erst die alte Rechnung von 129.- bezahlen, und dann noch die von 141.90. Ein Herr meint, das alles sei wohl ein Versehen, da auf der Mairechnung weder eine Mahnung noch die Androhung einer Sperrung steht. Eine andere, sehr resolute Dame meint, die kämen alle nicht draus, die erste Dame, weil sie das System mit den Gutschriften und Abzügen nicht verstünde (genau so wenig wie ich, d.h. in dem Falle wurden aus 141.90 129.-, weil ich, der Sperrung wegen, die Dienstleistung ja gar nicht benutzen kann. Der Nervenschonendste Fall wäre also, cablecom monatlich 58.- zu überweisen … und auf die Dienstleistung zu verzichten … oder generell darauf zu verzichten), der Herr von der Technik, weil das gar nicht seine Sache sei, und er den Ueberblick nicht habe. Ja mei, wenn das eigene Personal, das dem Kunden Auskunft geben soll, entweder keine Ahnung oder keinen Ueberblick hat, wie soll sich da der Kunde denn auskennen. Vermutlich müsste man erst einen cablecom-Kunden-Kurs absolvieren - oder ganz einfach alles sofort bezahlen, ohne zu fragen, was einem ja dauernd nahe gelegt wird.

Am 7. Juni hab ich die Rechnung also bezahlt, obwohl mir das Ganze dubios vorkommt, am 8. wart’ ich auf das Internet …

Die aufgelaufenen Zusatzkosten für mich betragen also: 238.- + 5.- für ein nie beantwortetes Einschreiben, 5.- für die Einsendung der Kündigungsbestätigung, jede Menge Nerven und Telefone (kleiner Trost: Die kosten cablecom mehr als mich ….). Also rund 250.- Extrakosten für den Wechsel - und bereits 5.5 “internetfreie” Tage in bloss einem halben Jahr. Unerfreulich, insbesondere für einen Webredaktor. Ich glaub, ich sollte noch ein paar Mal telefonieren … na ja, die 100.- muss ich ja davon noch abziehen, also 150.- hab ich die Leute schon gekostet an Nerven und Zeit. Man kann Geld allerdings auch unterhaltsamer verwenden …. Halten Sie sich also besser an die gute alte Regel der Amis (nicht alles ist Bush was von dort kommt): If it ain’t broke - don’t fix it!

Apropos Karsumpel: Da wäre noch der gratis abgegebene wireless lan. Definitiv nicht zu gebrauchen, denn der wird so heiss, dass man Eier darauf braten könnte, was vermutlich auch nicht ganz ohne Energieverbrauch geht - und in einer papierreichen Büroumgebung vielleicht doch nicht ganz ungefährlich ist.

May 20, 2010

Volksvertrauen - Volksprobleme

Filed under: gesellschaftliche Entwicklung, Aktuelles, Politik, Editor — admin @ 5:34 pm

Volk wie Führung fehlt das Vertrauen in die politische Führung. Weder direkte Demokratie, noch der Föderalismus, oder bewaffnete Neutralität/Armee werden allerdings mehrheitlich in Frage gestellt.

Eine langjährigere Präsidentschaft im Bundesrat würde begrüsst, eine Volkswahl der Bundesräte aber mehrheitlich abgelehnt, allerdings im Volk weitaus weniger stark als bei der Führungselite.

Aber nicht nur das Vertrauen in die Regierung ist erschüttert, sondern genau so dasjenige in die Banken, denen vornehmlich Führungselite Unterstützung gewährt hätte, weniger aber das Volk. Das Bankgeheimnis ist für beide disponibel, das Glück der Schweiz scheint also davon nicht abzuhängen.

Starke Unterschiede gibt es natürlich bei der Bewertung von Managerlöhnen, da diese sich solcher eigentlich schon für wert erachten.

Etwas scheps dürfte das Volk dort liegen, wo es die dominanten Probleme sieht, denn eine Wirtschaftsform einzurichten die allen Beteiligung erlaubt - ohne die Natur und auch ohne die Gesellschaft zu gefährden, also einfach soziale Ausgrenzung zu betreiben, “Unproduktive” aus dem Erwerbsleben auszuschliessen und auf Zwangssparkurs zu setzen, ist nicht bloss ein, sondern höchstvermutlich DAS drängendste Problem unserer Zeit. Die Antwort darauf ist nicht einfach. Das zeigt sich bereits anhand des Problems Krankenkassen: Gedeihen Pharma und Gesundheitsindustrie - kranken die kranken Kassen.  Kranken allerdings auch noch Pharma und Gesundheitsindustrie, dann bleiben nicht viele Branchen, die überhaupt noch wachsen. Sie dürfen also ruhig jeden Schnellschuss von Links (Grundlohn) wie Rechts (mehr arbeiten, härter arbeiten, länger arbeiten ….) zurückweisen. Hier ist noch massiv Denk- und Gestaltungsarbeit notwendig.

Sehen wir uns an, wem die SchweizerInnen überhaupt noch trauen, wird die Sache zwar noch dusterer - aber dennoch einige weitere Probleme sichtbarer.

Bundesrat und Parlament kommen grad noch auf 50%, was nicht erhebend ist - gerade etwa im Vergleich zu Nationalbank oder KMUs. Konsumentenorganisationen haben bei Führern wie Fussvolk eine gute Vertrauensbasis (man darf dabei aber nicht vergessen, dass sie sich nur um Konsum sorgen machen, und das reicht eben nicht so ganz).  Geradezu “klassisch” die Situation der Gewerkschaften, die beim Volk über hohes Ansehen verfügen, auf die die Führer aber lieber verzichten würden (na ja, verständlich).

NGOs haben berechtigterweise bei beiden ein hohes Ansehen, bei den Führern vermutlich deshalb etwas weniger, weil sie halt ab und zu halt doch etwas Aerger verursachen - was aber präzise ihr Job ist. (s. Neuinterpretation der “unsichtbaren Hand“, die an Stelle der Politik den Markt in Ordnung hält).

Bedenklich ist die Situation der Firmen. Immerhin verbringen die meisten Menschen den grössten Teil ihres Lebens dort. Dieses doch nur mässig vorhandene Vertrauen scheint mir auch den Umfragen ewas zu widersprechen, dass die meisten SchweizerInnen an ihrem Arbeitsplatz eigentlich total glücklich und zufrieden sind. Sind die Schweizer Angestellen einfach Stoiker? Motto: Na ja, eigentlich Sch….,, aber es gibt halt nix anderes. 

Oberpeinlich, und aus meiner Sicht ein echtes Problem, das extrem schlechte Abschneiden der Medien, denn woher bezieht das Volk seine Informationen? Bei der Ausgangslage kann das Resultat ja eigentlich bloss noch Gewurschtel sein, denn, nicht vergessen, in einer Demokratie ist das Volk der Souverän. Ein desinformierter Souverän taugt aber einer Demokratie genau so wenig wie einer präsidialen Republik oder einem Königreich.

Das fehlende Vertrauen dürfte nicht mal an einer per se schlechten Qualität der Zeitungen liegen (zumal nicht aller, 20 Minuten oder Blick betrachte ich nicht als Zeitung sondern als Packpapier), aber an der Ausrichtung auf Verkauf, also Mehrheitsinteressen + permanente Aktualität. So gehen Zusammenhänge völlig unter. An einem Tag ist dieses wichtig, am nächsten das Gegenteil. Dem Journal fehlt der rote Faden - was an seiner Natur liegt, eben der Tagesaktualität. Und wer liesst überhaupt noch Zeitungen, also richtige Zeitungen? Und wer liesst zusätzlich zu Tageszeitungen noch Wochen oder Monatsblätter - oder gar Bücher? Tja …. also, trotz Informationszeitalter herrscht totale Desinformation.

Die Wahl des Intellektuellen de Weck als “Fernsehpräsidenten” ist so vielleicht doch ein Zeichen der Besserung, der Anerkennung, dass der öffentliche Auftrag “Information” heisst, nicht gemütlicher Konsum von Sportanlässen auf dem Sofa, Verhinderung der Langeweile bei Couch-Potatoes,  und weder die möglichst rapide Verbreitung des frischesten Unsinns den irgend eine bekannte Persönlichkeit grad verzapft, noch das Einlullen der Bürger in eine Retrospektive längst vergangener, wenn überhaupt mal vorhandener “natürlicher Einfachheit” und unterwürfiger Glückseligkeit der “guten alten Zeiten”.

25.8.2010: Ein übles Ergebnis des selben Rückfalls ins Mittelalter (Auge um Auge …) ist das grad anlaufende Initiative für Todesstrafe im Falle sexueller Uebergriffe die zum Tode des Opfers führen. Der Aufstand war laut - aber offenbar ist die Initiative bereits wieder eingestellt worden. Der Ursprung war die persönliche Betroffenheit einer kleinen Gruppe, die verständlich ist und offenbar breit ankam. Enttäuschend ist, wie rasch sich solche “Betroffenheit” über alle historische Erfahrung und  Vernunft hinweg setzt. Die Forderung nach einer besseren und vor allem früheren Ueberprüfung von Volksinitiativen auf Uebereinstimmung mit Gesetzen und Menschenrechten, also übergeordneten Gesetzen, erhält somit noch mehr Gewicht. Die SVP hat hier nur insofern recht, als das Volk alles wollen und fordern kann. Aber es darf nicht alles kriegen was es will. Lynchjustiz  gehört in Wildwestgeschichten, der Mob der Hexen, Juden oder andere grad halt verdächtige Mitmenschen verbrennt ins Mittelalter, aber nicht in eine moderne Demokratie.

May 9, 2010

Der Wettbewerb ist am Ende, wenn er nach Solidarität ruft

Filed under: Aktuelles, Wirtschaft, Politik, Editor — admin @ 10:25 am

Dass der Wettbewerb offensichtlich in eine Phase kommt, in der er nichts mehr bringt ausser Kosten, Kosten, die dann der Konsument zu bezahlen hat, lässt sich heute leich erkennen. Der grösste Teil der sog. “Innovationen” beschränkt sich auf neue Verpackung - und professionellere Werbung. Die Grenzen und Probleme des Wettbewerbs zeigen sich zur Zeit besonders deutlich im Kampf von Swisscom, Orange und Sunrise um Marktanteile. Obwohl Swisscom einen Marktanteil von 62% hat, Sunrise 21% und Orange 17% , kombiniert also immer noch nur 38%, verbot die WEKO die Fusion der beiden kleinen, die also einen noch grösseren Abstand von Swisscom haben in Sachen economy of scale. Das heisst, dass sie alleine von der Grösse her preislich gar nicht konkurrieren können. Das führt dann zu so seltsamen Strategien wie etwa bei der noch kleineren Cablecom (Partner von Sunrise), die per Fernsehkomiker anbieten: Do chan i spare wie no nie! Oder, neuster Fernsehgag(g) mit dem Gepard: Gut wenn man weiss, dass man eh der schnellste ist.  Allerdings ist a) die Sache mit dem Sparen ein Witz, denn die Gebühren werden fällig, sobald ein Installateur zufälligerweise mal Zeit hat, und das alte Abo noch läuft (vorzeitige Kündigung auf eigene Kosten, lässt sich Cablecom per Unterschrift hier garantieren.) Die Geschwindigkeit stimmt generell gesprochen, allerdings muss man sich auch per Cablecom kaum am Abend zwischen19 und 21 Uhr Internetfilme ansehen wollen.Dann kann es auch vorkommen, dass der ganze Dienst, samt Telefon, Fernseher und Internet, mal für einen Tag weg ist, wenn wo was zusammenklappte, und der Hauswart nicht informiert ist, dass er die Sicherung wieder einwerfen sollte. Da Cablecom ein Kleiner ist, müsste man als Kunde also eigentlich solidarisch sein, den Aerger auf sich nehmen, denn rein marktwirtschaftlich kann der Preiskampf ja für die Firma gar nicht aufgehen.

Noch teurer, für alle, nicht bloss Abonnenten, wird die Solidarität im wirtschaftlichen Wettbewerb, wenn plötzlich die Verlierer des Wettbewerbs bankrott gehen. Entweder landen sie als Private beim Sozialamt, oder, als Staat, beim IWF und irgendwelcher “internationaler Solidarität” (der EU z.B.), womit dann der Steuerzahler die Kosten des Wettbewerbs übernimmt, für die “Einsparungen” wie für riskante Verkaufsstrategien (Hausverkauf an Zahlungsunfähige in den USA vor 2 Jahren, freie Kreditvergabe und Gingernillisverkauf en masse an eigentlich zahlungsunfähige Griechen in Europa) auf Betriebsniveau zahlt.

Es ist “seltsam”, dass die selben Leute, die als Neoliberale jegliche Quersubvention, ja jegliche Subvention von Regionen oder Gütern, die im internationalen Markt aus gewissen Gründen nicht konkurrenzfähig sind ablehnen, dann offenbar rein gar nichts dagegen einzuwenden haben, wenn ihre Schuldner von der Gemeinschaft unterstützt werden, also ihre Güter vom Steuerzahler subventioniert werden - in aller Anonymität.

Oft spielt hier allerdings falsch verstandener Idealismus eine üblere Rolle als üble Ideologien. So war sicher mancher für die Unterstützung Griechenlands aus “Solidarität”, während dem ein “übler Kapitalist” wie der Finanzexperte Mike Bär die Meinung vertritt: Man hätte Griechenland nicht retten sollen. Besser wäre ein geordnetes Konkursverfahren gewesen, verbunden mit einer Umschuldung. Die Gläubiger - vor allem französische und deutsche Bankinstitute- hätten auf den Staatsanleihen Abschreibungen vornehmen und die Verluste selbst tragen müssen.  [Handelszeitung Nr 19, 12-18 Mai 2010. S. 28] Eben. Wer kam denn da auf die Idee, das liege in der Verantwortung (oder gar “Solidarität”) der Steuerzahler? Offenbar könnte knallharte Marktwirtschaft manchmal gerechter sein als birnenweiche Solidarität … mit den falschen. Jetzt liefert der deutsche Steuerzahler Geld an deutsche Banken - während umgekehrt das doch nur sehr ungern und selten, bei massiver Beteiligung an den Risiken, geschieht.

  • s. Sahra Wagenknecht, DIE LINKE, die eigentlich keine Lust hat, Banken zu retten: »Sie sind zu feige, sich mit den Wirtschaftsmächtigen anzulegen«
  • Peter V. Kunz, Uni St. Gallen, der ein Konzept erstellt hat, wie sich too-big-to-fail-Banken im Krisenfall per Knopfdruck aufteilen und die nicht-systemrelevanten Teile in Konkurs gehen lassen, also das Standortsland, das nur noch für die Rettung des systemrelavanten Kerns aufkommen muss, nicht gleich mit in den Abgrund reissen. Das Konzept dürfte allerdings in den Ländern mit verschuldeten nicht-systemrelevanten Teilen genau so viel Freude auslösen, wie etwa Island, das die Kredite für Bankrettung eigener Banken durch fremde Staaten nicht honoriert, denn irgendwer wird immer bezahlen müssen.

April 23, 2010

Februar: Rechtordnung / März-April: Adam Smith

Filed under: gesellschaftliche Entwicklung, Aktuelles, Wirtschaft, Editor — admin @ 3:44 pm

Es ist mal wieder Zeit für einen Ueberblick über die hier nicht sichtbaren Publikationen der letzten 3 Monate. Hier kam nix Neues, weil ich mich im Februar intensiv mit dem befasst habe, was unsere “gute Ordnung” darstellt, nämlich das Rechtssyste: Rechtsordnung und Methodik des Rechts / Rechtsphilosophie: Wie lässt sich Recht begründen? und Rechtssoziologie: Was lässt sich mit dem Recht wirklich bewirken?

Gerade weil das Recht, also auch die Politik, deren fast einziges Kind sie ja ist, aber nicht das Glück der grösstmöglichen Zahl schaffen kann, sondern bloss dem Unglück wehrt, galt es danach mal sich mit dem Urvater der freien Marktwirtschaft zu beschäftigen, mit Adam Smith: Biographie, Theorie der ethischen Gefühle und  das bekannteste, Der Reichtum der Nationen. 2000 Seiten an Rohmaterial, zu lesen und zu verarbeiten. War aber den Aufwand wert, denn Smith ist ja derjenige, der heute am meisten propagandistisch verquantet wird von der Wirtschaft. Und das meiste was von diesen Kreisen behauptet wird: Smith hat gesagt, der Markt verlangt, etc. ist schlichtweg nicht wahr, wurde von Smith nie gesagt, oder er war sogar gegenteiliger Meinung zu dem, was ihm heute untergejubelt wird. Hier nur einige prägnante Beispiele, gesamtüberblick bitte unter den oben angegebenen Links ansehen:

  1. Das Lustprinzip: Die Grundidee von Smith war nach Epikur eben so richtig wie sie es nach dem heutigen Stand der Hirnforschung und Psychologie ist: Der Mensch reagiert auf Reize, wird durch positive und negative Empfindungen quasi dressiert, formiert, bis zu einem gewissen Grad sogar programmiert.
  2. Fundament der Wirtschaft ist der Nutzen: Dieser wurde und wird enorm gefördert durch Arbeitsteilung, Interessenharmonie, Unabhängigkeit von persönlichen Gefühlen für oder gegen “Kunden” - dies der Hauptgrund, warum Smith den Markt eigentlich als höchst soziale Organisationsform ansieht.
  3. Der grösste Schwindel liegt heute bei der Verlagerung der sog. <unsichtbaren Hand> - die den Markt von alleine, ohne menschliches Zutun, ohne staatliche Regeln, in Ordnung bringt - in die Transzendenz, ins Nirwana. Bei Smith war diese Hand so unsichtbar nämlich nicht, denn meist bezeichnet er diejenigen Kräfte, die eben trotz individuellem hemmungslosem Streben nach persönlichen Vorteilen für Ordnung sorgen als <den neutralen Beobachter>. Smith und die Unternehmer/Händler des 18. Jahrhunderts waren noch viel stärker in die Gesellschaft eingebunden, als unsere globalen Vagabunden heute. Lob und Tadel der Gesellschaft entschied über Ansehen oder Ausschluss, ev. Untergang. Genau diese korrektive Funktion wird ja heute gerne von NGOs übernommen. Die neoliberale Kritik an solcher Kritik ist verlogen, denn genau das war und ist das System, das - gmäss Smith - doch noch für Ordnung zu sorgen vermag.
  4. Der Kern des Problemes, das uns Smith mit seiner Idee des freien Marktes hinterlässt:

In die Stärke, Feinheit und Vollkommenheit des herrschenden Prinzipes wurde von Plato die wichtige Tugend der Klugheit gesetzt, die seiner Ansicht nach in einer richtigen und klaren, auf allgemeine und wissenschaftliche Vorstellungen gegründete Erkenntnis der Zwecke besteht, welche schicklicherweise angestrebt werden sollten, und in der Erkenntnis der Mittel, die zur Erreichung dieser Zwecke die schicklichen und richtigen sind. [S. 452]

Heute (seit dem Positivismus und Max Weber [Werturteilsstreit] ist es weder Sache der Wissenschaft, heute nicht mal mehr der Kirche, Werte zu begründen, also besetzte die Wirtschaft dieses Loch - mit materiellen Werten und Preisen.

Die Wirtschaft, so unabhängig von jeglicher Bewertung ausserhalb der buchalteerischen, postulierte Geldvermehrung als einziges Ziel der Klugheit.

Weisheit adee. Mässigkeit, die zur Harmonie der Seele führt, Gerechtigkeit, die zur Harmonie der Gesellschaft führt, wurden von den Wirtschaftspäpsten exkommuniziert.

Und den Zustand, wursteln ohne Wertorientierung, nenn’ ich <das Schnöselprinzip> (alias Leistungsschwindel). Die wichtigste Erkenntnis daraus: Auch die Leistungsgesellschaft ist ein Betrug, denn Leistung bedeutet Produktivität, also Wertvermehrung pro Zeiteinheit - nicht bloss Arbeit pro Zeiteinheit. Die produktivsten Arbeitsplätze sind aber nur per Schnöselprinzip zugänglich, der und die normale Angestellt hat da wenig Einfluss darauf, in welcher Produktivitätszone (Branche) sie oder er landet.

January 31, 2010

Wer sich für “Verantwortung” bezahlen lässt - soll sie auch tragen.

Filed under: gesellschaftliche Entwicklung, Aktuelles, Wirtschaft — admin @ 11:22 am

Im Liberalismus wurde der Bürger frei, frei, die Politik so zu gestalten, wie sie nach seiner Ansicht richtig war, frei, sein Leben, also auch die Wirtschaft, so zu gestalten, wie es ihm richtig erschien.
Ein Teil des Machtproblems wurde gelöst, vor allem durch die Gewaltenteilung (Legislative - Exekutive - Judikative) in der Politik. Die Macht des Geldes/Kapitals jedoch nahm zu, droht heute die politische Macht nicht nur zu unterwandern, sondern gar zu ersetzen. Für immer mehr Menschen auf der Verliererseite könnte eine Alternative wieder so aussehen, dass der Staat das Geld dort holt wo es ist - und dessen Macht übernimmt - während dem für die Neoliberalen ads Geld herrschen - und der Staat diese Herrschaft schützen soll . Beides ist der Freiheit abträglich. Bei Staat wie bei Kapital müssen sich Freiheit und Verantwortung/Verpflichtung ergänzen. Man kann weder nur mit Freiheit, noch bloss mit Pflicht argumentieren. Diese sind zwei Schalen am selben Waagebalken: Des einen Recht - des andern Pflicht. 
Exorbitante Löhne, überrissen im Vergleich mit Otto Normalverdiener, werden falsch gewichtet durch diesen Vergleich, denn Manager verstehen das Geschäft der Kapitalvermehrung heute meist besser als die Eigentümer, holen sich also bloss den ihnen zustehenden Anteil an der “Beute”. Richtig und wichtig wäre eine genauere Betrachtung und Kritik der Sachlage, wie diese Vermehrung erfolgte, ob sie verdient ist, durch Geschick, Innovation, Leistung erzeugt - oder durch Gerissenheit die Kosten auf andere (Arbeitnehmer und Staat) verlagert hat. Diese Kritik ist berechtigt. Geschickter aber als nun die neuen Heerführer des Wirtschaftskrieges zu schlagen, wäre es, wenn man sich überlegt, ob man diesen Krieg überhaupt will, ob “die Beute” den Preis lohnt (der immer, wenn auch am liebsten von andern bezahlt werden muss). Wenn ja, dann wäre dennoch die vordringlichste Frage, was denn eigentlich erobert werden soll - denn da hapert es. Wachstum, Fortschritt, Wohlstand bringen schon längst kein höheres Glück für die meisten mehr. Im Gegenteil. s.

Die Lohnhöhe sollte also am Massstab Verantwortung gemessen werden: Kann der betreffende Verantwortung im selben Masse auf sich nehmen, in dem er “Lohn” abholt? Könnte er auch einen eben so hohen Schaden ersetzen, falls er durch seine Tätigkeit den anrichtet? Oder, da dies nur selten der Fall ist, konnte er den Betriebswert - durch eigene Leistung - wirklich um so viel steigern, dass das, was ihm bezahlt wurde als gerecht erscheint?

Von den Banken hängt es zum grossen Teil ab, wohin Geld geht, also wo investiert wird. Davon wiederum hängt aber nicht nur das abstrakte Bruttosozialprodukt und der sog. “Wohlstand” ab, sondern das Schicksal der Arbeitnehmer - oft auch der Standorte. Wird über solche Investitionen nur auf Grund des Gewinns entschieden, den sie der Bank und insbesondere ihren Chefs bringen - läuft logischerweise einiges schief, für alle die bei den Entscheidungen nichts zu melden haben, also für eine grosse Mehrheit - die dann aber, aus Gründen der Systemstabilität, dennoch die Absicherung dieser Institutionen vornehmen, also für Fehlspekulationen bezahlen soll.

Das Fazit ist verbal relativ einfach, wird aber praktisch noch einiges zu diskutieren geben:
Wer sich für “Verantwortung” bezahlen lässt - soll sie auch tragen.

Next Page »

Powered by WordPress