2 Methodik
Der Prozess der Texterstellung:
- Auffinden des Stoffes, der Argumente
und Beweise (inventio)
- sprachlich-stilistische Verarbeitung
(elocutio)
- wirkungsvolle Gliederung der Gedanken
und des oratorischen Textes (dispositio)
- Memorieren
- Vortragen
Punkt 4 und 5 entfallen bei der
Web-Rhetorik, es sei denn, man nehme Bild und Ton als Elemente des Web-Vortrags.
Der Anfang der Rede entscheidet oft
schon über den Erfolg und dient zugleich als Einführung in das Thema wie der
Gewinnung des Publikums. Die Kunst der Übergänge (transgressio, transitus)
verhindert das Auseinanderfallen in selbständige Teile.
Gliederung
- Einleitung
(exordium): Aufmerksamkeit, Wissbegierde oder Wohlwollen erwecken
- Erzählung,
Darlegung des Sachverhalts (narratio):
- Argumentation
(argumentatio): Den Anfang der Beweisführung macht
of die Aufzählung der Redeziele (partitio): Die Darlegung der eigenen
Argumente (probatio) und die Widerlegung der gegenerischen Gründe (refutatio)
durch Urkunden, Zeugenaussagen, Vorentscheidungen. Auch sinnlich wahrnehmbare
Zeichen und Indizien (signa) vermögen die Argumentation zu stützen, das
Beispiel (exemplum) als eine Art induktiv aus der Empirie gewonnenes Argument
hat vor allem in der Neuzeit an Bedeutung gewonnen.
Während der
Redner die für seinen eigenen Standpunkt sprechenden Redegegenstände vergrössert
und erhöht (amplificatio), schwächt er die generische Sache so weit wie
möglich ab (minutio).
- Redeschluss
(perorartio): Der Schluss der Rede fasst die wichtigsten Tatsachen und
Gesichtspunkte zusammen, und gibt darüber hinaus direkt oder indirekt meist
eine Entscheidungs- oder Handlungsanweisung. Dieser Redeteil ist auch deshalb
so bedeutend, weil er die letzte Gelegenheit bietet, die eigene Angelegenheit
und Sicht überzeugungskräftig zu formulieren und die Adressaten auf die eigene
Linie einzuschwören. Daher die oft höchst pathetischen, beschwörenden
Redeausgänge, die Konzentration aller rhetorischen Mittel zum Schluss oder
gar der direkte Aufruf zur Tat.
Der ideale Redner des Aristoteles ist
ein Dialektiker, der weiss, wie man Schlüsse ziehen und topisch argumentieren
kann, der darüber hinaus aber auch der menschlichen Natur Rechnung zu tragen
versteht, das heisst, sich … bewusst ist, dass nämlich Empfindung zur Erkenntnis
führen kann und die Affekte sogar das ethische Handeln bestimmen.
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