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  1. Definition & Grundlagen
  2. Methode
  3. Vom Denken zum Handeln: Homo sapiens & Homo faber
  4. Topik - das wirksame Argument
  5. Kritik - die Suche nach Wahrheit
  6. Masse und Medien
  7. Komplexe Argumentation
 

2 Methodik

 Der Prozess der Texterstellung:

  1. Auffinden des Stoffes, der Argumente und Beweise (inventio)
  2. sprachlich-stilistische Verarbeitung (elocutio)
  3. wirkungsvolle Gliederung der Gedanken und des oratorischen Textes (dispositio)
  4. Memorieren
  5. Vortragen

 Punkt 4 und 5 entfallen bei der Web-Rhetorik, es sei denn, man nehme Bild und Ton als Elemente des Web-Vortrags.

Der Anfang der Rede entscheidet oft schon über den Erfolg und dient zugleich als Einführung in das Thema wie der Gewinnung des Publikums. Die Kunst der Übergänge (transgressio, transitus) verhindert  das Auseinanderfallen in selbständige Teile.

Gliederung

  1. Einleitung (exordium): Aufmerksamkeit, Wissbegierde oder Wohlwollen erwecken
  2. Erzählung, Darlegung des Sachverhalts (narratio):
  3. Argumentation (argumentatio): Den Anfang der Beweisführung macht of die Aufzählung der Redeziele (partitio): Die Darlegung der eigenen Argumente (probatio) und die Widerlegung der gegenerischen Gründe (refutatio) durch Urkunden, Zeugenaussagen, Vorentscheidungen. Auch sinnlich wahrnehmbare Zeichen und Indizien (signa) vermögen die Argumentation zu stützen, das Beispiel (exemplum) als eine Art induktiv aus der Empirie gewonnenes Argument hat vor allem in der Neuzeit an Bedeutung gewonnen.

Während der Redner die für seinen eigenen Standpunkt sprechenden Redegegenstände vergrössert und erhöht (amplificatio), schwächt er die generische Sache so weit wie möglich ab (minutio).

  1. Redeschluss (perorartio): Der Schluss der Rede fasst die wichtigsten Tatsachen und Gesichtspunkte zusammen, und gibt darüber hinaus direkt oder indirekt meist eine Entscheidungs- oder Handlungsanweisung. Dieser Redeteil ist auch deshalb so bedeutend, weil er die letzte Gelegenheit bietet, die eigene Angelegenheit und Sicht überzeugungskräftig zu formulieren und die Adressaten auf die eigene Linie einzuschwören. Daher die oft höchst pathetischen, beschwörenden Redeausgänge, die Konzentration aller rhetorischen Mittel zum Schluss oder gar der direkte Aufruf zur Tat.

Der ideale Redner des Aristoteles ist ein Dialektiker, der weiss, wie man Schlüsse ziehen und topisch argumentieren kann, der darüber hinaus aber auch der menschlichen Natur Rechnung zu tragen versteht, das heisst, sich … bewusst ist, dass nämlich Empfindung zur Erkenntnis führen kann und die Affekte sogar das ethische Handeln bestimmen.

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