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Definition Foren und Kontext Foren und Wissen Vorteile elektronischer Kommunikationsforen |
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Diese Site ist Bestandteil der Präsentationen und Dienstleistungen von www.brainworker.ch. Es geht also um Foren die dasjenige Wissen schaffen sollen welches für Handlung nötig ist - und das den Unterschied zwischen Theorie und Praxis ausmacht. Es soll vor allem Platz geboten werden für Diskussionen zum Umgang mit "Gemeinschaftsbesitz" bis hin zum "service public", wie Wald, Landschaft/Landwirtschaft, Bildung, Gesundheit, Infrastruktur u.a.
Es soll auch anhand von Beispielen gezeigt werden, welche zusätzlichen Möglichkeiten sich Websites durch eine Datenbankanbindung eröffnet: Von beliebigem Computer mit Internetanschluss bearbeitbare Agenda, Notizbuch oder gar Internetzeitschrift .. - mit Passwortschutz natürlich, aufladbaren Bildern; nach Stichworten durchsuchbare Datenbanken wie z.B. Bibliographien, Dokumentenlisten, Bilder - Was immer Sie mit Ihren Access-Datenbanken verwalten lässt sich per asp auch über das Internet bewerkstelligen. Unverbindl. Anfrage / Kontakt
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Forum - vom lateinischen fora - heisst Treffpunkte und ist:
Forum ist also gleichbedeutend mit Agora (gr.) |
Das
Bild von Rom (bitte anklicken für Vollansicht), aus der Zeit da der Parmigiano
noch Sbrinz hiess, zeigt bereits, dass nur einen Teil der Beschlüsse welche
die Öffentlichkeit betreffen in öffentlichen Foren fielen und fallen. Die grössere
Anzahl - und vermutlich die wichtigeren - fielen und fallen hinter den Mauern
eindrücklicher, oft festungsähnlicher Gebäude. Immer jedoch mussten und müssen
die Herren (Damen waren damals noch seltener dabei als heute) damit rechnen,
auf den öffentlichen Platz gezerrt und zur Rede gestellt zu werden.
Wissen ist die Summe
der bisherigen (begründbaren) individuellen oder kollektiven Erfahrungen, Erkenntnisse
und Einsichten. Wissen kann begründet werden durch Erfahrung, Logik oder Kommunikation.
Wissen besteht nicht nur in individuellen Köpfen, sondern auch in
Gruppen, Organisationen,
Kulturen, ja der gesamten Menschheit. Foren sind also auch der Ort, an dem Wissen
öffentlich, praktisch und gesellschaftlich relevant wird, denn Wissen ist nur
äusserst selten absolut gültig, sondern abhängig von verschiedensten Rahmenbedingungen,
dem Kontext. (s. auch
Probleme der textbasierten Diskussion
& Chancen des Internets)
Informationen dürfen nicht mit Wissen verwechselt werden, denn zu Informationen gehört das ganze Spektrum zwischen wahren Aussagen, gesicherten Aussagen, empirisch evidenten Aussagen, plausiblen Aussagen, Annahmen, Vermutungen, Meinungen – wie auch falschen Aussagen. Information hat nichts mit dem Wahrheitswert von Wissen zu tun!!!
Traditionell beruhte das Vertrauen auf die Verlässlichkeit von Informationen auf Autorität und Respekt: renommierte Verlage und Herausgeber; Bibliotheken, Fachinformationszentren, referierte Zeitschriften (speziell wissenschaftliche), zertifizierte Datenbanken …). Vertrauensbildende Institutionen sind insbesondere die Wissenschaft.
Im Internet ist diese Sicherheit nicht vorhanden. Wissenschaftliche Sicherheit wird aber auch nicht in erster Linie gesucht, sondern eher Handlungsrelevanz:wie funktioniert ...- wie mache ich ... Die Validität kann aber auch unter dieser Umgebung durch Referenzierung auf Autoritäten - oder Diskurs - begründet werden. Begründung durch Diskurs bedeutet die Aufgabe der Referenz auf Autoritäten. DIE gegenwärtigen Plattformen für Diskurse sind elektronische Kommunikationsformen, damit auch ausgezeichnete Medien des Wissensmanagements.
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Foren sind höchst selten Selbstläufer. Die Moderation soll:
Bereits diese Anforderungen bedingen einen beträchtlichen Aufwand. Einige davon können das Forum sabotieren. Insbesondere: Qualität der Beiträge sichern: Wer macht das? Auf Grund welcher Kriterien? Denn mit der Aufteilung in gute und schlechte Beiträge sind sie die Teilnehmer los, deren Beiträge sie in die zweite Kategorie klassiert haben. Abgesehen davon, dass man vor Ausgang des Gesprächs eigentlich ja nicht weiss, was das Resultat sein wird - wohl aber, welches Resultat man sich wünscht. Durch Auswahl kann das Forum also in diese Richtung gelenkt werden, was für den freien Meinungsaustausch aber ehr als Problem denn als Lösung zu betrachten ist. Die Klassierung muss also von den Teilnehmern verändert werden können.
Übersicht schaffen dürfte der wichtigste Punkt sein. Ohne periodische Zusammenfassung der wichtigsten Ergebnisse sind die meisten Foren schlicht ungeniessbar. Übersicht schaffen bedingte eigentlich zwei Massnahmen:
Foren sind schwieriger durchzuführen als auf dem Server zu installieren ... was was heissen will. Das Problem ist, dass sich nicht bloss verschiedene Argumentationsstränge kreuz und quer überschneiden, sondern insbesondere, dass Dialog nicht bloss aus dem Austausch von Informationen besteht, sondern eigentlich zwischenmenschliche Begegnung bedeutet. Wie im Gespräch müssen also in Foren zuerst die Teilnehmer begrüsst werden, dann sollte man hinsehen, was denn schon gesagt wurde (zum x-ten mal die selbe Frage reizt den grössten Forenfan zum Zorn oder zur Aufgabe). Dann sollte man sein Anliegen oder seinen Beitrag klar und verständlich mitteilen, was um so schwerer fällt, je mehr sich eine(r) in eine Thematik vertieft hat. Und dann müssen Sie mit Widerspruch rechnen, nicht bloss mit Zustimmung. Die Teilnehmer müssen also nicht nur sich selbst klar ausdrücken, sondern auch hinhören und akzeptieren, dass es unterschiedliche Meinungen gibt die sich aus unterschiedlichen Positionen und Perspektiven absolut gleichwertig rational verteidigen lassen. Hier ist Optimierung gesucht, nicht Durchsetzung der eigenen Meinung.
Hier handelt es sich oft um eigentlich Lernprozesse, was die Sache zusätzlich erschwert. Die Teilnehmer wissen gegenseitig kaum, was die andern wissen. Auch dieses Hintergrundswissen gälte es erst zu ergründen und zu geteiltem Wissen zu machen.
Persönliche Identität und Reputation: In Foren vermischt sich die sachliche Argumentationsebene mit der persönlichen Begegnung (socialising). Auf letzteres spezialisiert sind die Chatrooms, die praktisch nichts anderes betreiben. In einem Forum jedoch, wo die Mehrheit möglichst rasch an sachliche Informationen kommen will, wirkt der soziale Austausch zwischen Diskutierenden, egal ob freundlich (Wie geht's? ... Ich war grad in xy in den Ferien. ... Kennst Du den ...) oder gehässig (flaming: Nein so ein Blödsinn. Sie leben wohl hinter dem Mond! ...) wie Spam. Es ist eine riesige Masse an sozialen Infos, die sachliche Information zudeckt. Ebenso ist die Sache mit der Reputation zwiespältig. Hohe Reputation einzelner Teilnehmer verschafft deren Argumenten eine höhere Anerkennung ... trägt so aber das Risiko, die Argumente und Reputation anderer Teilnehmer bloss als zweitrangig deklassiert wird, was die Deklassierten vermutlich mit Ausstieg aus der Diskussion quittieren.
Gruppenidentität: Ein weiteres soziales Problem ist die Demokratie, d.h. Mehrheitsbildung durch Bildung von Meinungsgruppen und -Clans. Wenn es einzelnen Wortführern gelingt, Mehrheiten hinter sich zu scharen, so haben es Minderheiten in elektronischen Foren genau so schwer, wie in der Realität.
In Anbetracht der Komplexität zwischenmenschlicher Kommunikation wundert es also wenig, dass Foren die über den Austausch rel. einfachen technischen Wissens hinaus gehen, meist entweder leer bleiben, im Streit oder in Blabla enden.
Beim e-teaching, also dem
Einsatz von Foren und andern elektronischen Kommunikationsmitteln zur
Vermittlung von Wissen, erhalten Moderatoren zusätzlich noch inhaltliche und
didaktisch-vermittelnde Rollen. Diese, wie das hier deutlich lehrerhaft
aufscheindende Kontrollverhalten, lässt sich an offenen Foren aber kaum in der
Form durchsetzen. Da wäre eine etwas unterschwelligere Motivation nötig.
Eine beim kooperativen Lernen gerne verwendete Methode ist etwa das Gruppenpuzzle
e-teaching@university, Bett/Gaiser:
Moderation
| Organisation/Forum | Thema/Zielgruppe | Angemeldete Mitglieder | |
| MySpace | Allgemein / SOCIAL NETWORK | 106752491 | generelles blabla, soziale Kontakte in Kleinstgruppen - it's a small world. |
| Hi5 | Lateinamerika, Mittlerer Osten, Indien, Karibik, Europa und Nordamerika | 40000000 | |
| Windows Live Spaces | Blogger | 30000000 | Selbstdarstellungen |
| Friendster | Allgemein | 29100000 | |
| Reunion.com | Schulfreunde | 25000000 | Schule |
| orkut | 24359314 | ||
| Bebo | Schulen und Universitäten | 22000000 | |
| BlackPlanet.com | Afroamerikaner | 18000000 | nationale oder ethnische Gruppen |
| Cyworld | Südkorea | 15000000 | |
| LiveJournal | Blogging | 10921263 | |
| Piczo | Teenager | 10000000 | Jugend |
| Studenten | 7700000 | ||
| Faceparty | Britische Teenager und 20-jährige | 5900000 | |
| Mixi | Japan | 5000000 | |
| Gaia Online | Allgemein | 4548824 | |
| Bolt | Musik und Video | 4000000 | Musik |
| Passado | business | 4000000 | business |
| MiGente.com | Latinos | 3600000 | |
| Multiplay | Allgemein | 3000000 | |
| Flicker | Photo-community | 2500000 | |
| Tagged.com | Teenager | 2000000 | |
| Yahoo 360° | 2000000 | ||
| TagWorld | Tagging | 1850692 | Internet, Indexierung - also das, was ich hier grad mit den Foren mach |
| Hyves | Niederlande | 1800000 | |
| CarDomain | Autofreunde | 1600000 | Autos |
| Rediff Connexions | Allgemein | 1400000 | |
| LunarStorm | Schweden | 1200000 | |
| Stumbleupon | Web-Surfing Community | 1200000 | |
| iWiW | Ungarn | 1000000 | |
| openBC | business | 1000000 | |
| Xuga | Studenten | 1000000 | |
| myYearbook | Allgemein | 950000 | |
| Nexopia | Kanada | 855000 | |
| Grono.net | Polen | 830000 | |
| The Student Center | Teenager und Studenten | 800000 | |
| Draugiern.lv | Lettland | 680000 | |
| MyMatrimony.com | Allgemein | 650000 | |
| Neurona | Business | 570000 | |
| OKCupid | Flirt-Portal | 500000 | |
| Sconex | US-Amerikanische Schulen | 500000 | |
| IRC-Galleria | Finnland | 350000 | |
| Tribe | Foren, Bewertungen, Kleinanzeigen | 300000 | |
| 43 Things | Tagging | 250000 | |
| Ryze | Business | 250000 | |
| Lostcherry.com | Allgemein | 200000 | |
| TakingITGlobal | Soziales Engagement | 116000 | Forum, das sich für Soziales engagiert |
| ProfileHeaven | Britische Teenager | 100000 | |
| aSmallWorld | Europäisches Jet-Set und soziale Elite | 76000 | |
| Godmic | HipHop | 58000 | |
| Connect.ee | Estland | 39000 | |
| Music Forte | Musik | 37000 | |
| Studybreakers | Schüler | 34000 | |
| Neighorwork.com | Allgemein | 27000 | |
| GolfBuzz | Golfspieler und Golfplätze | 16000 | Sport |
| Zaadz | Soziales Netzwerk | 14856 | |
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Frühstückstreff |
Allgemein | 10189 | |
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http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_bekannten_Sozialen_Netzwerke |
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Die Analyse der grössten Foren der Welt gibt einige Hinweise auf die vielen Fragen ohne Antworten die in Net-Wiki gestellt wurden (s.u.).
Bei den Zahlen rechts handelt es sich um eingetragene Mitglieder. Die Besucherzahlen sind natürlich um einiges höher und betragen bei MySpace z.B. schätzungsweise 1.4 bis 2.8 Millionen Besucher ... pro Tag, bei 28 Milliarden Pageviews pro Monat. Google ist das 300 Millionen $ pro Jahr wert, für Werbezwecke.
Warum ich die Dinger blabla-Foren nenne, können Sie z.B. anhand
der Something
Awful Forums beurteilen Da sie unter dem Header "social
networks" laufen, wäre
Palaver-Foren also angebrachter, denn das Palaver über
Banalitäten ist die
Grundlage des sozialen Zusammenhaltes, blabla nicht unbedingt.
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Fragen: http://www.net-wiki.de/index.php?title=Themenfeld:_Internet-Foren |
Spezifik
Kommunikationsdynamik und soziale Dynamik
Einsatzfelder und Nutzung
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Antworten: http://www.net-wiki.de/index.php?title=Forum |
Vom blabla-Forum zum kollektiven Lernen
Net-wiki hat einen umfangreichen Katalog an Fragen (s. Feld rechts) zu Foren aufgestellt. Die ersten 5 lassen sich sehr leicht beantworten. Blogs im eigentlichen Sinne sind ja Tagebücher. Da erzählt also ein Mensch oder eine Gruppe oder eine Firma so Tag für Tag was sie selbst so für wichtig hält (ähnlich wie Zeitungsredaktoren ... aber mit weniger Hintergrund und Verknüpfungen). In Foren steht ein Thema/Topos im Zentrum, um das sich die Diskussion drehen sollte. Foren haben keine Kalenderstruktur. Da sich aber eigentlich nur die Blogs durchsetzen, die Mitsprache/Kommentare erlauben, wurden Foren heute schon weitgehend durch Blogs ersetzt. Der Blogger gibt den Ablauf vor - die Besucher machen Kommentare .. aber auch das hat sich bereits weitgehend verwischt mit den Foren. Der Unterschied zu Online Communities dürfte ebenfalls minimal sein, da sich auch in den meisten Blogs immer wieder die selben Leute treffen.
Email ist da effizienter als Kommunikationsmittel. Man kann präzise die "alten" Beiträge noch mitschleppen, die noch von Belang sind, überflüssige aber ohne Sorge löschen, da die alten Mails ja eh noch da sind. Per Mail lässt sich ein Dialog führen ... der aber auch ausarten kann, wie manchmal Dialoge in Foren. Mails dürften dennoch noch etwas privater sein, vor allem weil die Meisten das Risiko ignorieren, ihr Mail plötzlich in einem Forum zu finden. Im Maildialog lassen sich einzelne Dialogpartner auslesen oder ausschliessen, falls man mal lieber nur mit Befürwortern redet, oder einzelne Gegner persönlich ansprechen muss.
Auch die hier aufgelisteten Riesenforen haben nicht Millionen von Menschen die miteinander kommunizieren, sondern Millionen von Kleinstgrüppchen, die meist ihr eigenes Süppchen kochen.
Auf Grund der sehr beschränkten Teilnehmerzahlen und der meist minimalen Verlinkung mit der Aussenwelt ist die Wirkung sehr beschränkt. Eine gute Website an prominenter Stelle bei Google dürfte da weitaus mehr Wirkung zeigen. Hier liegt die Krux: Selbstdarstellung führt zu einem Maximum an Nutzern und Besuchern - aber, wie das in Zeitungen meist süffisant formuliert wird: Es gibt mehr Blogger als solche, die Blogs lesen! Die Werbung auf den Blogträgern spricht also vor allem die Blogger selbst an.
IM und SMS, meist auch Chats, sind im Vergleich dazu ein Witz und gehen ja kaum über Hallo ... allenfalls love you ... kurze Terminabstimmungen und andere Banalitäten hinaus. (s. sms-Kommunikation). Sie sind dem entsprechend geeignet für relativ kurze und einfache Fragen und Botschaften. Mit der Wirksamkeit von Foren ist es also in etwa das Selbe wie mit der Wirksamkeit normaler Gespräche zwischen Menschen: Fühlt man sich bestätigt, fühlt man sich wohl. Fühlt man sich kritisiert oder gar angegriffen, zieht man sich zurück oder "täubelet". Da sich die Menschen in der Gesellschaft mehr und mehr vereinzeln, bieten Foren, Mails, sms etc. einen gewissen Ausgleich, der allerdings eben recht virtuell ist. Eine echte Begegnung ist eben doch was anderes (hoi Heidle ... Du bisch gmaint). Und genau wie in privaten Gesprächen, gibt es Menschen, die sich sehr offen mitteilen (aber vermutlich meist sehr bewusst darüber, was sie mitteilen, während andere zögerlicher sind, und sich erst nach und nach öffnen. Da lässt das Internet alle Möglichkeiten offen.
Der Informationsgehalt der meisten Foren ist eher katastrophal, da es sich primär um Selbstdarstellungen handelt, sekundär um Begrüssungsrituale. Es dominiert das gegenseitige Abtasten - und sich Behaupten, also die strategische Ebene der Kommunikation. Aus dem Grund ist es, nicht nur für Journalisten, extrem schwierig, in Foren brauchbare Informationen zu finden, von Fakten ganz zu schweigen. Denn die Argumentation in Foren ist logischerweise kaum besser als die in Zeitungen, die selbst zum grossen Teil auf Argumente verzichten und einfach postulieren, was Sache ist. Der Wahrheitsgehalt oder Sinngehalt ist heute relativ leicht zu kontrollieren über das Internet, wenn man sich nicht grad mit der Massenmeinung zufrieden gibt, sondern auch ein paar kritische zur Kenntnis nimmt. Also bei Google nicht nur suchen nach Wettbewerb (Wirtschaft, Sport ...), sondern auch nach "kritik wettbewerb". "lob wettbewerb", "definition wettbewerb". Wenn Sie bei allen Anfragen auf die selben Artikel stossen, hat sich halt jemand intensiv damit befasst ... Systematisch als Informationsquellen benutzt werden vermutlich nur fachspezifische Foren, in denen sich die Fachleute unterhalten, die also für Aussenstehende meist eher mühsam sind (... und aus denen sie, falls sie nicht schweigen, oft auch einfach rausgekippt werden.).
Wenn ich wüsste, wie ein erfolgreiches Forum entsteht, hätt' ich längst jede Menge davon .... Warum sonst hiesse diese Website Diskussionsforen? Aber ich arbeite grad dran ... (6.9.06) In Bälde mehr.
... d.h., definiert man "erfolgreich" als möglichst viele Nutzer, dann hätten wir's schon, denn da sind die erfolgreichsten Foren diejenigen, die die Leute einfach reden lassen, ohne sie durch Wissen oder Widersprüche anderer in die Enge zu treiben. Deshalb sind diese "Foren" auch nicht eigentlich offen, sondern nur den angemeldeten Mitgliedern zugänglich. Am obern Ende hat dies die SP mal versucht mit dem Denknetz und ist kläglich versandet, am untern Ende startet grad SFDRS einen Versuch mit mitreden.ch
Wie die Darstellung von
Gilly Salmon deutlich macht, müssen Foren einige Widerstände überwinden (man
muss bildlich mehrere Treppen hoch steigen) bis sie zum erwünschten Effekt
führen, also der Bereitstellung von Informationen durch Austausch (auch das
erfolgt erst auf Stufe 3!!!), oder gar dem Schaffen neuen Wissens (Stufe
4), oder bis der Gipfel erreicht wäre, also das, was ich mir persönlich als
Zweck von Internet Foren vorstelle, der Anwendung von Wissen zur Entwicklung von
Gesellschaft, Wirtschaft, Politik und Geist. Für diese beiden Stufen werden
heute auch meist groupware/kollaborative
Software/soziale
Software oder gar Videokonferenzssysteme eingesetzt, bei denen die Technik
zwar äusserst präsent ist, aber eigentlich nichts zu melden hat.
Salmons Stufen des Lernens, als Stufen der Entwicklung eines Forums:
Mitmachen: Sich selbst mitteilen [s. Stage 1 - Access & Motivation]
gemeinsamer Fokus: andere wahrnehmen, sich auf Thema einigen im Gespräch [Stage 2 - Socialisation]
substantielle Kommentare /Argumente einbringen in die Diskussion (kommt vom griechischen "zerbrechen", weil eben die eine oder andere Meinung beim Zusammenprall mit der Wahrheit (oder oft auch bloss der Mehrheit) zu Bruch geht. Lässt sich also nicht ganz friedlich durchführen und bedarf der Frustrations-Toleranz. [Stage 3 - Information Exchange]
Wissen schaffen: Denken - Synthetisieren - Lernen [Stage 4 - Knowledge Construction]
Handlung: Wissen anwenden zur gesellschaftlichen, wirtschaftlichen, politischen und geistigen Entwicklung: Publizieren, Propagieren, Organisieren ... [Stage 5 - Development]
Sie sehen anhand der obigen Tabelle, dass die Teilnehmerzahlen, also die Werbeeinnahmen, um so geringer sind, je höher der Anspruch des Forums. Wir haben auch hier das Urproblem des Journalismus: Schreiben für die Wahrheit - oder Umsatz und Gewinn? Meine Antwort ist heute leider nicht die, die Sie vermutlich von mir erwarten, denn ich hab nun 12 Jahre für die Wahrheit geschrieben ... und bin total pleite. Also muss ich nun dringend was Rentables aufstellen.
Das grösste Problem, Foren zu Entwicklungsforen zu machen (ein Ziel das ich seit 1996 verfolge ...) ist also, dass dazu nicht bloss Dialog mit andern Menschen, sondern auch frustrierende und anstrengende Tätigkeiten nötig sind wie Diskussionen - Denken - Lernen - Handeln (Wissen praktisch ein- und umsetzen).
An excellent introduction into cooperative learning:
How do I get started using cooperative and collaborative groups?
What are the most effective small groups I can use for different learning
objectives?
What are some challenges I might face?
How do I assess students' progress?
How can small-group projects involve parents and the community?
How can technology be used with cooperative and collaborative learning?
Zudem handelt es sich beim Internet-Lernen um eine Form des selbst-Lernens, und das ist für die meisten schwieriger als sich in eine Klasse zu setzen und den Anweisungen einer Lehrkraft zu folgen. Allerdings geht es hier ja nicht um selbst-Lernen im stillen Kämmerlein, sondern im Kontakt oder sogar Verbund mit anderen. Diese Form des Lernens wurde bereits Mitte der 80er von Dr. Charles Findley als Collaborative Networked Learning (CNL) beschrieben. Die meisten Arbeiten im Informationszeitalter finden in Teams, Ketten, Ringen oder andern Netzwerkstrukturen statt. Die Beteiligten müssen also ihr Wissen mindestens so weit mitteilen und austauschen, dass Einigung über geteilte Probleme möglich ist. Auch hier ein Lernprozess. Das kollaborative Lernen im Netzwerk, nicht irgend welche Migros- oder sonstigen Kurse, wird also die Basis des lebenslangen Lernens für die meisten. Dieses Wissen ist meist schwer zu fassen, was einerseits den Firmen einen Vorsprung im Wettbewerb verschafft - andererseits aber eine diffuse, also problematische und teure Mischung von Wissenspeicher und Wissensgeheimhaltung im betriebseigenen knowledge-management nötig macht.
Da man am besten durch Handeln lernt, beim Handeln aber meist Fehler begangen werden, erfordert das kollaborative Lernen einige Toleranz von Seiten des Managements (das seinerseits allerdings nach den selben Prinzipien lernt). Den Mitarbeitern muss es möglich sein, Dinge aus unterschiedlichen Perspektiven zu sehen, Hypothesen zu testen, Sinn neu zu definieren, kurzum, kreativ zu sein, auch neue Ansichten zu entwickeln - und sich darüber mit den KollegInnen auszutauschen . (Vermutlich stammt die Empfehlung aus der Managementliteratur ... die niemand liest, denn in Betrieben können Sie da lange suchen, bis Sie solche Bedingungen finden. Das Denken ist da nach wie vor recht meist eng-stirnig. [Keine Behauptung aus dem leeren Bauch. Ich schreib grad wieder mal eine Serie Bewerbungen, und da macht man so seine Erfahrungen ... komm zur Zeit aus dem Grinsen nicht heraus.).
Zum Prozess des kollaborativen Lernens s. Collaborative learning-work & http://en.wikipedia.org/wiki/Computer_Supported_Collaborative_Learning
Prozesse kollaborativen Lernens in Betrieben werden zwar durch Hierarchie und Machtansprüche einzelner wie von Gruppen stark gestört, da jedoch ein sachlicher Fokus vorhanden ist (Produktion muss laufen ... bis mehr Effizienz), können sie sich nicht völlig im Statuswettbewerb jeder gegen jeden auflösen. Tun sie's trotzdem, dürfte das der Anfang vom Ende für den Betrieb sein. Kollaboratives Lernen als höchste Form von Foren löst sich jedoch bis heute meist rasch auf, eben gerade weil hier einzelne oder Gruppen primär "ihre Meinung", "ihr vermeintliches Wissen", also auf jeden Fall ihre Interessen vertreten. Das gilt nicht bloss für "minderbemittelte" mit geringer Intelligenz, sondern vor allem eigentlich für die professionellen Kommunikatoren, die Firmensprecher, Kommunikationsverantwortlichen, PR, corporate communication(s) manager, Parteisprecher, Regierungssprecher etc. Ich hab mich grad mal wieder für so eine Stelle beworben, mach aber immer wieder den selben Fehler: Ein angestellter Kommunikator hat absolut nichts zu melden, was er für richtig oder wichtig oder interessant hält. Er hat die Meinung des Chefs, allenfalls des Teams, auf jeden Fall der Firma oder Organisation zu vertreten. Ob diese stimmt oder nicht, interessant ist oder nicht, ist egal. War die Meldung trotzdem totaler Stuss, ist es natürlich trotzdem der Kommunikationsverantwortliche, der falsch kommuniziert hat. Der Arbeitgeber muss also die volle Gewähr haben, dass so kommuniziert wird, wie es der Auftrag erfordert - und Punkt.
All diese Meldungen sind derart von strategischen Interessen durchtränkt, dass man nie darauf vertrauen sollte, dass der erste Anschein die wahre Absicht wieder gibt. (s. Kommunikationsanalyse).
Eigentlich wäre das Web2.0 dafür prädestiniert, aber leider fehlt da noch eine ganze Menge
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Die gesamte Website www.diskussionsforen.ch war ja im Juli 2002 angelegt worden, um Diskussionsforen zum Thema neue Waldpolitik einen Platz zu bieten, da www.brainworker.ch damals noch keine Möglichkeiten zum Programmieren in asp oder php bot, Interaktivität sich also auf Mails beschränkte.
Ich hab dann ein Forum in asp-javascript selbst programmiert. Die wichtigsten Diskussionspunkte des Waldprogramms wurden dabei in http://www.brainworker.ch/WAP/Wald-Produkte.pdf (oder http://www.brainworker.ch/WAP/s3.htm 5 Gruppen organisiert http://www.brainworker.ch/WAP/Forum.htm:
- mit jeweils einem Diskussionsfeld für Schlüsse/Zusammenfassung und einem zentralen Feld für gemeinsame Diskussion.
Da niemand auf diese etwas komplexe und unübliche Anordnung ansprach, hab ich dann ein Snitz-Forum mit allem Drum und Dran installiert [Überbleibsel davon s. http://www.brainworker.ch/forum/ ]. Auch dieses wurde nicht benutzt. D könnten Sie nun den Einwand bringen: Ja, wer will denn mit dem da (me) was zu tun haben! Da können Sie http://www.forest.ch/foren/ ansehen, hochoffiziell, hochkonservativ. Selbes Schicksal. Dann hab ich ein ganzes fullxml-Portal mit sämtlichen Möglichkeiten des Editierens eingerichtet. Kosten für Nutzer und Forstverein gleich Null, Nutzung ebenso. Forumssoftware gibt's wie Sand am Meer, gratis. Das ist nicht das Problem. Das Problem ist, dass zwar jeder schreiben kann, technisch gesehen, aber die wenigsten dies tun. Insbesondere wegen:
Es ist eine von Forumsliebhabern weit herum geteilte Illusion, dass elektronische Foren die Chance bieten, sich mit minimalem Zeitaufwand an relevanten gesellschaftspolitischen Diskussionen zu beteiligen und damit Wirkung zu erzielen. [Zitat Benno Luthiger: Das Projekt eines freien Think Tanks]. Es ist eine Illusion, weil es einen beträchtlichen Zeitaufwand braucht, sich mit einem Thema auseinander zu setzen. Insbesondere ist jedoch die Wirkung der Beiträge immer fraglich.
Verbunden mit dem Zeitaufwand ist das Problem der Komplexität, denn diese ist bei Problemen der Waldwirtschaft äusserst hoch, damit auch die geistige Anstrengung, die so die wenigsten unternehmen, falls sie nicht mit Spass oder Geld verbunden ist. Die Anlage unter http://www.brainworker.ch/WAP/Forum.htm aber ganz offensichtlich viel zu anspruchsvoll. Dann hab ich einzelne kleine Felder eingefügt in den Text, in denen die Besucher Ihre Kommentare und Meinungen hätten eingeben können. Wurde nicht benutzt. Auch eine Software, die selbst direkt strukturierte Diskussionsführung anbietet wird Probleme haben, da solche Strukturen von den Nutzern erst erkannt, begriffen und akzeptiert werden müssen, was dann vielen bald zu kompliziert wird. Sie wollen einfach sagen wie's ist. Widerspruch dulden sie nicht. An Auseinandersetzungen und kooperativem Lernen sind die Wenigsten interessiert. Dazu kommt, dass insbesondere Schweizer einige Mühe haben, ihre Gedanken auf Hauchdeutsch klar zu formulieren und zu begründen. [s. http://www.brainworker.ch/komplexe_argumentation.htm und http://www.brainworker.ch/Dialog/argumentation.htm].
Vor allem bei der Diskussion von kontroversen und komplexen Themen erweisen sich die Diskussionsforen auf dem Internet oft als zu unstrukturiert und zu offen. Statt dass gezielt eine Problematik aufbereitet wird, statt dass konzentriert um ein gemeinsames Verständnis gerungen wird, verkommen die Online-Foren zu Chroniken von billigen Meinungsabsonderungen und plumpen Anschuldigungen. (Leuf und Cunningham 2001, laut Luthiger). Ähnliche Erfahrungen hab ich da beim Wissensnetz der DEZA gemacht s. [ http://www.bellanet.org/sdc/sdc-knowledge/index.cfm?fuseaction=info]. Der Erfolg = 0. Hört keiner hin, da das Ziel derer die Mitmachen ist, bei der DEZA einen möglichst guten Eindruck zu hinterlassen. In den dort enthaltenen Beiträgen meinerseits stecken mehrere Arbeitstage, unbezahlte Arbeitstage. Deshalb ein neuer Anlauf unter Entwicklungszusammenarbeit, Wissen und Wissensvermittlung oder: Wie könnten wir selbst aus den Erfahrungen der Entwicklungszusammenarbeit mehr lernen? http://www.brainworker.ch/Wissen/entwicklungszusammenarbeit.htm , der den Teppichetagen der EZ doch mal die Denkanstösse in konzentrierterer Form vermitteln dürfte.
Foren werden gerne benutzt, um:
Beide Chancen sind bei politischen Foren relativ gering. Insbesondere bieten diese eigentlich meist mehr Chancen sich zu blamieren, als sich zu profilieren, da meist nur kurze und wenig begründete Aussagen gemacht werden, die sich rhetorisch leicht abschiessen lassen. Aber auch ganz ohne rhetorisch begabte, "böswillige" Teilnehmer besteht hier das Problem jeglicher Publikation persönlicher Aussagen: Aussagen werden von andern anders interpretiert als von einem selbst. Man müsste also gewillt sein, seine Meinung nicht als fest gefasste zu begreifen, sondern als formbare. Man müsste mit Widerspruch rechnen, eventuell gar Ablehnung. Man müsste sich mit andern Argumenten und andern Perspektiven auseinander setzen. Man müsste also sich und seine Meinung relativieren ... und wer will das schon?
In einem offenen Forum haben die Leute ein viel zu grosses Risiko, flach rauszukommen, insbesondere wenn Gesellen wie ich sich beteiligen, auch absolut ohne jeglichen Verstoss gegen Regeln des Anstands und ähnliches. Eine sachliche Blamage trifft eh härter als eine persönliche Anschuldigung!
Offen Foren bieten also das Risiko, viel Aufwand zu betreiben ohne Geld ... ohne Einfluss ... und sich dafür einigen Ärger mit Vorgesetzten oder Geschäftspartnern einzuhandeln. Viele Angestellte der Forstdienste, vor allem die untern, schätzen meine Beiträge und nutzen sei intensiv, trauen sich aber nicht, selbst eine Meinung zu äussern, da der Forstdienst natürlich immer noch sehr hierarchisch und top down organisiert ist.
Foren werden häufig mehr beachtet als genutzt. Es gibt viele lurkers, Beobachter die auf der Lauer liegen ..., und zu wenige Kontribuenten. Insbesondere bei politischen Foren. Hier wie in der Politik finden eigentlich Stellvertreterkriege statt. Keiner will sich persönlich blamieren, also überlässt er/sie die Show den Politexperten. Meine Funktion hier war allerdings nicht die des Experten in Forstpolitik, sondern quasi stellvertretend für alle, die sich nicht äussern dürfen, eine Show zu bieten. Und zumindest dies ist geglückt. Es fragt sich auch, ob die Präsenz renommierter Teilnehmer die Situation verbessern könnte. Vermutlich nähme dadurch bloss der Anteil an Botschaften der Zustimmung und der "Reviermarkierung" zu: Ich war auch hier .. Ich hätte möglicherweise, unter Umständen, auch etwas zu sagen, aber nur, wenn mir keiner Widerspricht ... Dazu ist die politische Wirkung von Botschaften in solchen Foren nicht vorhersagbar, dafür das Risiko, sich unsterblich zu blamieren, um so greifbarer. Dieses dürfte eine der grössten Hemmschwellen bilden. Durch die Angst vor Kritik und Blamage wird aber eine Chance zu lernen verpasst.
Das diejenigen Foren funktionieren, in denen es um technische Fragen geht, während wirtschafts-, sozial-, umwelt- und andere -politische Foren versanden, liegt daran, dass Politik eben Krieg ist, Wortkrieg. Und da werden nicht nur Stellvertreter vorgeschoben, da werden nicht nur vorgefasste Meinungen ad libidum (undiblibdumm) wiederholt, da wird ein Wortkrieg geführt, der zu Verlusten führt, zumindest zu Verlusten an Beteiligten. Da wirken nicht nur die Sozialisationsdialoge bemühend, da werden auch Polemik und Eristik eingesetzt, da kommen Argumente, die entweder aus einer sehr beschränkten Perspektive stammen, weil beim Vortragenden keine andere da ist - oder weil es sich um einen populistischen Ansatz handelt. Die Wahrheit, das Resultat, kann also, falls überhaupt, nur über enorme Umwege erreicht werden, auf denen die meisten Beteiligten sich eben eher früher als später verirren.
Daraus wird sofort klar, warum die Suche nach Wahrheit über Denken - als Argumentation mit sich selbst - weitaus einfacher ist als über Dialog oder gar Forum. Das Forum wäre die höchste Form der Wahrheitssuche, aber um dazu dienen zu können, müssten Foren erlauben, Argumente wirklich zu entwickeln und die Teilnehmer müssten ihr eigenes Wissen nach treffenden Argumenten umstrukturieren. Aber präzise dies ist ein Lernprozess und dafür sind die Bedingungen in einem Medienevent wie z.B. Arena wohl kaum gegeben. Reden, zuhören, ausreden lassen, denken, nachfragen, Schlüsse ziehen, umdenken ... viel zu langweilig als Event...
Von Vertretern bestimmter Parteien wird ein bestimmtes Verhalten erwartet (das stimmt für alle Parteien mehr oder minder zu, nicht nur für bestimmte). Kandidaten werden bei den nächsten Wahlen danach beurteilt, wie gut sie diesen Forderungen gerecht werden. Dadurch wird die Auswahl an möglichen Lösungen bereits stark begrenzt.
Politiker und Abstimmungen werden oft nach äusserst simplen und meist propagandistisch ziemlich verschobenen Parteipräferenzen (s. Freiheit) gewählt. Macht bestimmt die Politik weitaus mehr als die Suche nach systemisch optimaler Problemlösung.
Die in http://www.brainworker.ch/Dialog/argumentation.htm formulierte Idee: Politik als Wettstreit um die bessere Lösung, scheint unter diesen Aspekten recht idealistisch. In der Realität handelt es sich bei Politik wohl weitaus mehr um einen Stellvertreterkrieg. Man wählt den oder (seltener die, sonst wären 51% der Politiker Politikerinnen) VertreterIn, mit der/m man sich am besten identifizieren kann, der/ie am besten die eigenen Interessen vertritt. Vermutlich deshalb sind Blocher&Co so erfolgreich: Kopf runter und hinein in die Wand. Dies ist das Urbild Schweizerischer Politik seit Winkelried und Sempach: Ich will euch eine Gasse bahnen, sorget für mein Weib und meine Kinder! Da wir zur genüge wissen, wie inkonsequent diese Partei eh ist, brauchen wir uns auch nicht zu wundern, dass sie in diesem Falle das völlige Fehlen von Eigenverantwortung nicht kritisiert. Unser Nationalheld Winkelried überlässt die Folgen seines Handelns ohne Bedenken dem Staat Er konnte das auch noch, denn damals gab's die SVP noch nicht ...).
Da Politiker an ihrer Parteitreue gemessen werden, erschwert das Parteiwesen eine Politik als Optimierung ungemein. Parteivertreter haben in erster Linie die Parteipolitik zu stützen - nicht nach optimalen Lösungen zu suchen, insbesondere dann nicht, wenn die von einer anderen Partei stammt.
In der politischen Arena, nicht bloss der Fernseharena, zählt die Show mehr als die Suche nach Lösungen, die Macht mehr als Optimierung und rationales Aushandeln der besten Lösung. Darum sind in Foren gefundene Lösung, auch wenn es sich um die beste Lösung der Welt handelt, für die Politik nur eine Randnotiz, genau wie ein Zeitungsartikel. Der politische Entscheidungsprozess findet in den Strukturen, den Wahlgremien, statt, nicht in den Foren. Diskussionen in Webforen sind unverbindlich, sie haben nichts zur Folge, vor allem keine neuen Gesetze.
Luthigers Frage: Wie werden die Normen der kollektiven Wissensproduktion durchgesetzt? beinhaltet also eine weitere Illusion, denn Foren setzen meist gar nichts durch, da Entscheide erst und nur durch extrem langwierige politische Prozesse fallen. Genau daran ist die Agenda 21 mehr oder minder gescheitert [s. Agenda 21 Rheinfelden]: Sie übersah die etablierten Strukturen der Macht und konnte sie nicht unterlaufen.
Na. Total frustriert? Hab ich Sie davon überzeugt, dass Foren wirkungslose Zeitverschwendung ist? Dann ist es Zeit zu zeigen, was Foren trotz allen Vorbehalten leisten können und warum meine Empfehlung in Think Tanks: Wie kommt Wissen in die Politik? Wer macht die Diagnose? Wer den Design? so stehen bleibt:
Friedliche, aber offen und hart argumentierende, Bürger-Foren wären die demokratischen Medien der Gestaltung -
nicht militaristische Thinktanks, die Brainwashing betreiben.
Wenn Sie ein aktuelles "Breitbandforum" beobachten wollen, können Sie z.B. http://www.ignoranz.ch/ (blöder Titel für einen eigentlich vernünftigen Ansatz, was die Ermächtigung zur öffentlichen Mitteilung betrifft ...) - Magazin gegen Ignoranz im Alltag - besuchen. Sie finden dort Meinungen zu allen Problemen und politischen Personen von A-Z - aber keine sachlichen Grundlagen und strukturierten Diskussionen, also keine Resultate, auf die man sich irgendwie stützen könnte.
Weniger zu empfehlen, da zwar Empfehlungen gemacht werden, diese aber auf völlig unkritischer Verbreitung wirtschaftlichen Standardwissens und eben so unkritisch als "Wahrheit" hingenommene Resultate von Internetbefragungen beruhen, ist http://www.vernunft-schweiz.ch/ Tja, mit der Vernunft ist das halt so eine Sache ...
Foren die hier kritisiert sind, sind vielleicht nicht optimal, aber es kann noch werden. Wären sie hoffnungslos, würde ich mich an meine eigenen Empfehlungen halten: Schweigen
Dieser Typ Foren versucht nicht das, was ich hier als Ziel eines Forums hingestellt habe zu erreichen, sondern bloss eine Menge Leute auf einer Website zu vereinen. Da wird über Sport, über Film, über Sternchen, Gott und die Welt referiert und gelästert, aber eigentlich ziellos. Es handelt sich also um Geschwätz, um die moderne Form des Stammtisches. Nichtsdestoweniger (oder gerade darum?) können solche Foren zum Teil enorme Besucherzahlen generieren. http://www.myspace.com/, http://forum.phono.nl/index.php und http://www.ascaron-forum.de/ubbthreads.php bringen mir z.B. oft mehr Besucher als Google ... Diesen Effekt nutzen gerissene Webdesigner längst, um ihre (meist mickerigen) Websites bei Google nach vorne zu bringen. Das funktioniert auch - aber zeitlich doch recht beschränkt, denn Schaum schwimmt zwar oben - löst sich aber nach und nach auf oder wird vom Winde verweht ....
Das weltweit wohl gigantischste Forum, der gigantischste Internet-Stammtisch der Welt, ist myspace.com mit über 1 Milliarde Besucher pro Monat. Dieses erhält nun von Google in den nächsten 3 Jahren mindestens 300 Millionen $ pro Jahr. Das ist kein gutes Omen für die Förderung freier Foren und des Internetjournalismus, denn all die Einkünfte der Einzelforen, auch der linksten, kommen in die Tasche des grössten rechtskonservativen Medienimperiums von Rupert Murdoch. Während die Einzelforen zwar ganz "demokratisch" die Redefreiheit pflegen können, so bleibt der Einzige der so seine bereits heute weltumspannende Reichweite seiner Propaganda nochmals verstärkt, Rupert Murdoch.
In der Zwischenzeit muss ich sagen, trotz des Absturzes im Juni 06 der mich 2/3 der Besucher gekostet hat (zum Thema Sex-Cartoons ...), dass "intellektuell anspruchvolle Foren" dennoch eine Chance haben. Bereits Mitte August setzt nämlich eine neue Welle ein, welche bereits die Hälfte der Verlust wieder wett macht. Diesmal auf http://www.brainworker.ch/Arbeit/lohn_des_kapitals.htm und http://www.brainworker.ch/Wirtschaft/die_groessten.htm, also Themen, die eigentlich eher meine sind. Die Besucher kommen von grossen "Palaverforen", deren Teilnehmer sich aber eben doch ab und zu Argumente suchen. Wer diese verständlich, kurz und träf liefern kann, kann so auch von Grosspalaverforen profitieren.
Die Foren wurden im Juli 02 durch die Bemerkung begleitet: Sollten Sie sich 2007, oder wann immer sie den Stimmzettel zum neuen Waldgesetz in der Hand haben, darüber aufregen, dass sie nur noch ja und amen (oder nein) sagen können, aber hier steht immer noch der selbe dümmliche Spruch drauf, dann war das Problem auf keinen Fall die fehlende Möglichkeit der Beteiligung.
Wir haben zwar erst 2004, aber trotz einer, auch vom Buwal, breit angelegten Partizipation und Diskussion, sind die Resultate offenbar so einseitig und unbefriedigend, dass die Initiative Rettet den Schweizer Wald lieber den Status quo erhalten will, also etwas zu reaktionären Gegenpol setzt und damit die positiven Aspekte des Prozesses auch gleich zu beerdigen droht, denn das Problem des Waldes ist ein wirtschaftliches, und das wird durch konservierende Gesetze kaum gelöst. Der Autor wie der Forstverein und die meisten Umweltverbände sind jedoch der Meinung, dass die Initiative vielleicht die notwendige Diskussion doch noch auslösen kann.
- dessen Möglichkeiten zum
Schaffen und
Vermitteln von Wissen
noch nicht mal am Rande ausgeschöpft sind. Obwohl vier Versuche meinerseits,
eine Diskussion zum neuen Waldprogramm zu starten, gescheitert sind, da das
Angebot nicht benutzt wurde, haben die Versuche eine Menge an neuem Wissen
geschaffen und/oder öffentlich zugänglich gemacht. Obwohl das eigentlich nie
Ziel des Aufwands war, sind viele diese Beiträge nun bei den Suchmaschinen auf
prominenter Stelle gelandet und tragen bei zur Meinungsbildung. Wer sich
darüber nervt und findet, der Herzog habe doch eh keine Ahnung (oder die
falsche), dem steht es frei, bessere, verständlichere, neuere, richtigere und
wichtigere Beiträge zu liefern, dann verschwinden meine ganz von selbst aus dem
Netz. Das missglückte Forum könnte so zumindest als Anstoss zu einer besseren
Informationspolitik von Hochschule und Verwaltung dienen.
(got it? no? read it again!)
Martin Herzog, Dipl. Forsting. ETH,
(Gilles Deleuze: Schizophrenie und Gesellschaft. Texte und Gespräche von 1975 bis 1995. Hrsg: Daniel Lapoujade. Uebers: Eva Moldenhauer. Suhrkamp 2003.S. 361).
These
Der Philosoph diskutiert nicht. Seine schöpferische Tätigkeit kann nur eine isolierte sein.
Antwort:
Es ist schon schwer genug zu verstehen, was jemand sagt. Diskutieren ist eine narzisstische Übung, bei der sich jeder zur Schau stellt: sehr schnell weiss man nicht mehr, wovon überhaupt geredet wird. Vor allem ist es schwierig, das Problem zu bestimmen, auf das dieser oder jener Satz antwortet. Und wenn man das von jemand gestellte Problem versteht, hat man keine Lust, mit ihm zu diskutieren. Entweder man stellt das selbe Problem, oder man stellt ein anderes und möchte lieber damit vorankommen. Wie diskutieren, wenn man keinen gemeinsamen Fundus an Problemen hat, und wozu diskutieren, wenn man einen hat? Man hat immer die Lösungen, die man gemäss den Problemen die man stellt, verdient. Diskussionen bedeuten eine Menge mit unbestimmten Problemen vergeudete Zeit.
Gespräche sind etwas anderes. ... Das Gespräch ist eine von langen Pausen unterbrochene Erholung, es kann einen auf Ideen bringen. Die Diskussion dagegen gehört in keiner Weise zur philosophischen Arbeit.
Nicht, dass ich die Meinung per se teilen würde (s. Argumentation & komplexe Argumentation), aber sie macht die Probleme politischer, wissenschaftlicher und anderer "Diskussionen" verständlich. Dis-kussion heisst ja auch "Zerschlagen", ist also ein kriegerischer Akt. Vielleicht sollte man davon etwas abkommen und eher argumentative Gespräche pflegen.
Aus der Analyse der Denkvorgänge lässt sich das Problem ebenfalls leicht erklären, denn das Denken, insbesondere wenn es öffentlich wird, unterliegt:
strukturellen Unterschieden (geordnetes, zielgerichtetes gegen intuitives, offenes Denken)
persönlichen Strategien, Rollenspielen
institutionelle (Stammes-, Partei-, Wirtschafts-, Gruppen-) Strategien, List und Taktik der Aussage, die auf ein bestimmtes Ziel hin wirken will.
Für einen klareren Dialog zwischen den Menschen reichen also die bis anhin von mir favorisierte Argumentation nicht. Jeder sachlich-wahrheitsorientierte Dialog muss unter diesen Gegebenheiten dreigleisig beobachtet werden [s. Kommunikationsanalyse]:
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Die sachliche (objektive) Ebene |
Die persönliche (subjektive) Ebene |
Die zielorientierte (strategische) Ebene |
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D) Das Internet ist auch ein Kiosk