Beiträge zum Thema Ausbildung und zukünftiger Entwicklung s. unter Welche Aufgaben haben Waldexperten in den nächsten 10 bis 20 Jahren zu bewältigen - welche Ausbildung ist dazu nötig. |
Martin Herzog, 1995
Dies ist eine zusammenfassende Präsentation von Ergebnisse aus 6 Jahren forstlicher Forschung und Entwicklung im Jemen. Die praktischen Resultate finden Sie im Jemen-Report": Ansätze sozialer Forstwirtschaft zur Pflege und Erhaltung der Restwälder Jemens am Beispiel des Jebel Bura'. Die vollständige Darstellung von Methodik und Resultaten und die Bibliographie finden sich in: Shrubland Management in Tribal Islamic Yemen. Social Forestry as Development of a Local and Sustainable (Sylvi-)Culture. An Essay in Practical Philosophy. February 1998. Bei dem Beitrag handelt es sich übrigens um meine Dissertation, die allerdings bereits als Entwurf 1991 von der Professur für Waldbau, Institut für Forstwissenschaften, ETH, Prof. Schütz, abgelehnt wurde, mit der Begründung: Herr Herzog, Sie arbeiten ja mehr mit Menschen als mit Bäumen. Wir hier betreiben aber Waldbau. Abgelehnt 1992 von der Professur für Forstpolitik, Schmithüsen, mit der Begründung: Wenn ich eine Dissertation sehe, dann riecht das nach Diss, sieht aus wie eine Diss, fühlt sich an wie eine Diss. Das hier aber ist nicht akademisch. Abgelehnt 1993 vom Geographischen Institut Zürich: Das ist eigentlich genau das was wir machen ... aber man hätte halt von Anfang an dabei sein müssen. Abgelehnt 1994 von der Professur für Humanökologie, Prof. Steiner: Das ist äusserst interessant, unsere Arbeitsweise und genau das was wir machen. Aber als Forstingenieur passen Sie halt nicht ins Team. Wir sind Geographen. Sie verstehen also mit Leichtigkeit, warum ich auf Dissertationen scheisse, äxgüsee, warum ich Dissertationen nur für einen äusserst schwachbrüstigen Beweis der Befähigung zu wissenschaftlichem Arbeiten, und schon gar nicht für einen Beleg für die Fähigkeit zu selbständiger Forschung, halte.
Der schweizerischen Forstwirtschaft reicht der betriebswirtschaftliche Ertrag immer noch (beinahe) aus zur Finanzierung notwendiger Pflegemassnahmen. Bei weiterer Abnahme der Wirtschaftlichkeit durch das Auseinanderklaffen von Kosten und Ertrag stellt sich aber auch für die schweizer Forstwirtschaft die selbe Frage wie im Jemen: Wie kann Nachhaltigkeit gefördert werden wenn sie kurz und mittelfristig nicht rentiert? [Der Text wurde 1995 geschrieben. 2002 handelt es sich damit um ein immer akuter werdendes Problem.] Immerhin kann die Schweiz hier aufbauend auf ein zwar wechselhaftes, aber doch einigermassen verlässliches Umweltbewusstsein.
Was den Jemen betrifft, so haben wir bereits bei der Rentabilität eine ganz andere Ausgangslage. Der Titel des Buches drückt es aus. Die Wälder des Jemen sind Shrublands, also Gebüsche und lichte Gehölze. Die disperse Verteilung der rund zwei Millionen ha über eine Landesfläche von einer halben Million Quadratkilometer ist verbunden mit einer sehr lichten Bestockung (~ 200 Stk/ha), niedrigem Wuchs (~ 3m) und Vorrat (~8 m3/ha). Dies zeigt bereits deutlich, dass sich hier eine Bewirtschaftung kaum rentieren kann. Trotzdem ist das Holz lebensnotwendig für die Mehrzahl (80%) der Jemeniten, die in einem der 6500 abgelegenen ländlichen Weiler, mit weniger als 500 Einwohnern, leben. Es ist also dringend notwendig, eine Form des Managements zu finden, welche eine Erhaltung dieser Ressourcen ermöglicht. Unter den gegebenen Umständen fasst unser traditionelles Verfahren bei der Erstellung von Wirtschaftsplänen zu kurz. Masseninventare sind extrem zeitaufwendig, das heisst finanziell wie auch personell nicht durchführbar. Ebensowenig lässt sich die Ernte quantitativ kontrollieren. Derartige Umstände zwingen dazu, das Problem und seine möglichen Lösungen von Grund auf zu untersuchen.
Für die Auswertung der Inventare am Jebel Loos wurden die ökologischen Faktoren wie Bodentiefe, Hangneigung, Wasserverfügbarkeit, Exposition) zu Dummy-Variablen zusammengefasst. Als abhängige Variable wurde hier (s. Graphik links) die Baumhöhe dieser äusserst langsam wüchsigen Baumart verwendet. Die multiple Regression zeigte deutlich, dass der Einfluss des Menschen und seiner Haustiere über alle anderen ökologischen Faktoren dominiert!
Dies wird für den Nahen und Mittleren Osten auch durch Zohary belegt. Es stellt sich also ernsthaft die heuristische Frage: Warum beschäftigt sich die forstliche Forschung mit Inventaren, Pflanzensoziologie, Ertragspotentialen und dergleichen - und nicht mit der eigentlichen Ursache des Problems - dem handelnden Menschen?
Institutioneller Aufbau einer forstlicher Bewirtschaftung unter fremdartigen Bedingungen bedarf grösstenteils nicht wissenschaftlichen, disziplinär beschränkten Wissens, sondern eines Wissens um die reell vorhandenen Strukturen, Abläufe, Motive und Ziele.
Das für Jebel Bura' gewählte Untersuchungsmodell dient zwei Zielen. Erstens sollte herausgefunden werden, welches die Bedeutung von Holz und Wald für die lokalen Bauern ist. Zweitens sollten diejenigen Steuerungsfaktoren und Kanäle bestimmt werden, die am besten geeignet sind, die Waldnutzung in Richtung Nachhaltigkeit zu lenken. Da eine solche Lenkung kontextabhängig ist, sollte sie nicht einfach aus dem luftleeren Raum, auf dem Papier entstehen. Die Situation muss genauestens verstanden und beschrieben werden. Wissenschaftlich besteht hier ein massives Problem, da gleichzeitig Wissen der verschiedensten Disziplinen gefragt ist:
| Strukturfelder / Teilsysteme | dominanter Faktor |
| Physikalische und biologische Natur | Wasser-Mangel |
| Sozio-Ökonomie | Überleben |
| Kultur / Lebenswelt | Sinn |
| Tradition, Politik & Religion | Recht |
Doch damit nicht genug der Komplexität. Die entscheidenden Faktoren werden wiederum durch sehr eigenen Bedingungen und Strukturen bestimmt, die es erst zu erkennen, zu verstehen und zu beschreiben gilt.
Die tribale Organisation der Gesellschaft hat entscheidende Einflüsse auf die Art und Form der Lenkung. Tribale (stammesmässige) Entscheidungsfindung erfolgt durch Konsens. Zwang, Macht, Dekret, Gesetze von Aussen, vom "Staat" zeigen hier kaum Wirkung.
Ebenso ist die Ökonomie der Stämme fundamental verschieden von dem was Ökonomie für uns bedeutet. Sie steht der kapitalistischen Akkumulations- und Wachstumsorientierung diametral entgegen. Stammesökonomie ist Subsistenzwirtschaft, denn nur so werden Autonomie und (theoretisch zumindest...) Gleichheit gewahrt. Akkumuliertes Kapital wird traditionell zerstört. Was der Potlach für südamerikanische Stämme, ist die Qat-Sitzung für die Jemeniten. Dazu kommt eine Umverteilung von Kapital durch die Verpflichtung zur Grosszügigkeit, zu Geschenken, zur Unterstützung der Schwächeren. Einer der wichtigsten ökonomischen Unterschiede dürfte im Bodenrecht liegen. Boden ist Gemeinschaftseigentum. Das Besitzrecht beschränkt sich auf das Nutzungsrecht und entspricht nicht unserem umfänglichen Verfügungsrecht. Traditionell darf Boden nicht an Stammesfremde abgegeben werden. Er ist also kein handelbares Gut, kein Eigentum, sondern Besitz mit Nutzungsrecht..
Aber nicht nur die Ökonomie, sondern ebenso das Recht stehen auf einer Grundlage die für die meisten Europäer nur schwer zu verstehen und zu akzeptieren ist. Die wichtigste Orientierung findet sich nämlich nicht in staatlichen Gesetzen einerseits und privater Moral andererseits. Koran und Shari'a, die Islamische Wahrheit, legen beides verbindlich fest.
Das grösste Problem allerdings besteht darin, dass Waldpflege keinerlei traditionellen Hintergrund hat. Für die meisten Jemeniten gilt: El ghabat ma fish faidhe (Wald ist sinnlos, hat keinen Zweck). Es stellte sich also bereits früh die Grundfrage: Warum ist diese Meinung so weit verbreitet - und wie können wir dies ändern? Wie Cernea in "Putting People First" formuliert hat: Die soziale Forstwirtschaft muss eine enorme Verhaltensänderung in gigantischem Rahmen auslösen, nämlich den Wechsel vom Holzsammeln zum Baumpflanzen - und dies obwohl Holzsammeln den fünfzehnfachen Ertrag bringt von Brennholz-, den fünffachen von Nutzholzpflanzungen.
Die soziale Forstwirtschaft sieht ihre Aufgabe in der Bildung sozialer Gruppen mit einer klaren Beziehung zwischen Gruppe und Wald. Im Urtext von Cernea wird die Methode als "social engineering" bezeichnet - was ein gewisses Unwohlsein auslöst. Es stellt sich nämlich die Frage: Können soziale Gruppen auf Bestellung, durch Projekte, erschaffen werden? (Ausweg: s. social marketing)
Nach einer ersten Phase der Entwicklungszusammenarbeit (EZ) bei der es primär um den Transfer kausalen und technischen Wissens (samt der zugehörigen Technologie) ging, folgte eine Phase mit mehr Zielorientierung (ZOP) und Partizipation. In Anbetracht der eher zunehmenden Probleme der EZ und des in den letzten Jahren zunehmenden Wissens über selbstorganisierte Systeme, ist offenbar ein weiterer Schritt notwendig. Anstatt Ziele und Wege zu planen, d.h. zu operationalisieren, muss offenbar mehr therapeutisch vorgegangen werden. Entwicklung kann durch Experten nur angeregt, nicht aber gezielt gesteuert werden. Sie muss innerhalb des Systems eigengesetzlich, basierend auf der eigenen Geschichtlichkeit und den eigenen Strukturen, stattfinden.
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Voraussetzungen für die Unterstützung der "Selbstentwicklung":
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| On two occasions I have been asked [by
the members of parliament], pray, Mr Babbage, if you put into the machine
wrong numbers, will the right answer come out? Charles Babbage |
Das wichtigste in einem fremden Umfeld, bei neuartigen Problemen ist die Heuristik, die Kunst die rechte Frage auf die rechte Art zu stellen. Heuristik wird leider zumeist massiv vernachlässigt. Das liegt hauptsächlich daran, dass bei der Eingabe eine Forschungs- wie auch Entwicklungs-Projektes nicht nur die Methode, sonder beinahe schon die Resultate bekannt sein sollten. Es besteht also kein Freiraum, zuerst überhaupt einmal reflexiv und iterativ die "richtige" Frage zu suchen. Zudem wird von den meisten etablierten Wissenschaftern Heuristik bloss als diskriminierendes Kriterium (= "unwissenschaftlich") gegenüber Konkurrenten verwendet. Zu Unrecht, wie eine Islamische Definition zeigt: Wissenschaft besteht aus zwei sich ergänzenden Teilen, sagt Amr, Sohn des Osman al Mekki, als da wären: die Frage und die Antwort. Heuristik ist die Kunst der Erfindung, des Aufstellens von Hypothesen und Modellen und eine systematische Anwendung des gesunden Menschenverstandes (common sense). Gerade was hochkomplexe Systeme betrifft, kommen wir ohne eine gewisse Vorstellung darüber, was eigentlich ist, gar nicht an das zu untersuchende Objekt heran: "Wir können aber nichthierarchische Systeme, verzweigte Heterarchien, überhaupt nicht wahrnehmen, geschweige denn beschreiben und verstehen, wenn wir nicht vorgängig eine Vorstellung von der "Realität", d.h. der Funktions- und Operationsweise dieser Systemformen entwickelt - und das meint: erfunden - haben. (Willke 1998 S. 74) Es wird hier deutlich, dass die Wahl der Methode die Resultate zum Teil bereits bestimmt. Die Methode sollte aber primär an den zu untersuchenden Gegenstand angepasst sein - nicht an die untersuchende Institution. Die Untersuchung komplexer Systeme ist in der Beziehung besonders anspruchsvoll.
Einerseits verhindert das systemische Denken den häufigsten Fehler disziplinär-wissenschaftlicher Ansätze, nämlich dass ein Teil für das Ganze genommen wird. Es vereinfacht Beobachtung und Beschreibung, denn die Anzahl der Beziehungen innerhalb des Systems sollten grösser sein als Beziehungen zwischen System und Umwelt. Zudem sollten die Schnittstellen zwischen Umwelt und System wenige und einfache sein.
Andererseits ist die Abgrenzung des Systems, die Grenze zwischen System und Umwelt, subjektiv - auch in der Wissenschaft. Je nach Perspektive erscheinen verschiedene "Realitäten".
Jede Auslegung, jede Interpretation von Fakten und Ideen ist abhängig vom Kon-Text. Dieser wiederum ist spezifisch für jede lokale Gesellschaft. Damit ergibt sich für ein handlungsorientiertes Projekt das Startproblem:
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Die Art und Weise wie wir handeln hängt davon ab, wie wir die Welt sehen. |
Diese Art und Weise "die Welt zu sehen" kondensiert sich in Weltanschauungen, Weltbildern, Werten, Normen und Rollen. In der Soziologie setzt sich dafür nach und nach der Begriff Lebenswelt durch. Nach Luhmann ist das tägliche Leben nur möglich, wenn es in einem logisch geschlossenen, ganzheitlichen Rahmen abläuft. Die Lebenswelt definiert Sinn, sinnvolles Handeln und Vernunft. Das Weltbild beinhaltet das integrales Wissen der Lebenswelt. Es ist ein Katalog der Selektionskriterien dafür, was für die Erkenntnis in Frage kommt und was als Handlung sinnvoll erscheint.
Menschen orientieren sich am Sinngehalt. Sinn ist das Kriterium für Einbezug in oder Ausschluss aus psychischen und sozialen Systemen. Während psychische Systeme Sinn in Form von Gedanken und Vorstellungen verarbeiten, tun dies soziale Systeme in Form sprachlich-symbolisch übermittelter Kommunikation (Luhmann). Sinn wird geschaffen und verhandelt in Beziehungen. Es ist dies der wichtigste Begriff in einem Entwicklungsprojekt wie dem hier beschriebenen, denn als Motiv für Handlung ist Sinn oft wichtiger als das Leben, was fast jeder Krieg zeigt. Sinn ist jedoch für jedes System spezifisch.
Um Sinn zu studieren und zu verstehen gibt es verschiedene Methoden, wie etwa Ethnologie, qualitative Soziologie oder Topik. Alle drei liefern einen gewichtigen Beitrag. Das wichtigste was wir aus der Ethnologie mitnehmen müssen, ist die Reduktion von Ethnozentrismus und semantischem Akzent. Dies geschieht, wie in der Beratung, durch fortwährenden Vergleich der Sicht des Beschreibenden mit der Selbst-Beschreibung des Beschriebenen.
Die qualitative Soziologie stellt die Frage WARUM - nicht WIE VIEL. Sie beschreibt Stukturen und Kategorien des Denkens, wobei sie mit ihrem Gründer Vico in der hermeneutischen Tradition des Text-Verstehens steht. Qualitative Forschung entwickelt die Methode am konkreten Objekt und in Beziehung zum Objekt - ohne Anwendung vorfabrizierter Instrumente. Kategorien werden aufgedeckt in einem schrittweisen Ansatz, aus den Daten heraus. Sie werden nicht bereits vor Beginn der Forschung festgelegt. Die Datenanalyse muss also zyklisch erfolgen, parallel zur Forschungstätigkeit.
Da sich unter den gegebenen sozio-kulturellen Bedingungen eine politische Lenkung nur über konsensorientiertes Überzeugen, also Argumente, erreichen lässt, müssen wir erst mal wissen, wie die Leute denken, welche Argumente und Werte (!!!) denn lokal akzeptabel sind. Die Denkmuster, die Kategorien des Denkens im "common sense", im alltäglichen Denken, die Idole - die unser Handeln dominant beeinflussen (auch bei uns!) sollen erfasst werden.
Die Topik beschreibt "den Ort der Gedanken" (Stand-Punkt, common-place, common-sense) und damit die Regeln die das Handeln anleiten. Sie sucht im lokalen Kontext gültige, d.h. akzeptable Argumente. Sie sucht nach Wahrheit in Gebieten die von der modernen Wissenschaft diskriminiert werden, wie Religion, Geschichte, Kunst und Philosophie. Wie bei der qualitativen Soziologie und bei den selbstorganisierenden Systemen kann sie keine sicheren Voraussagen, sondern allenfalls Wahrscheinlichkeiten und mögliche Entwicklungen liefern.
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Wenn Menschen Situationen als reell definieren, dann sind ihre Konsequenzen reell. (Thomas-Theorem) |
Obwohl dies recht banale tönt, ist es die axiomatische Grundlage für alle Wissenschaften die sich mit Wirtschaft und Management befassen. Denn dort gilt:
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Richtiges Denken ist situatives Denken. |
Der Gesellschaft als Kontext für Beobachtung und Verstehen wird aber von Entwicklungsprojekten oft nur ungenügend Beachtung geschenkt. Hier setzte die Kritik von Cernea und die Entwicklung der sozialen Forstwirtschaft an: Techniker, Ökonomen, Manager - die Entwicklungsprogramme beschliessen, beschliessen damit ebenfalls über ein Projekt des "social engineering" - oft ohne die Hintergründe zu kennen, oft ohne die Folgen abzuwägen. Er weiss auch aus Erfahrung, dass die Verbindung zwischen denen welche die Policy erstellen, und denen, welche sie anzuwenden hätten, nicht funktioniert (Cernea S. 305). Hier mit ein Ausgangspunkt dieser Arbeit der auch zeigt, dass "Partizipation" als Teilnahme einiger Auserwählter an der Projektierung nicht ausreicht. Noch schärfer formuliert Willke seine Kritik: Jede Intervention, sei dies nun Therapie, Erziehung, Organisationsentwicklung oder Politik, spielt sich im Rahmen bestimmter, historisch gewachsener und permanent sich verändernder gesellschaftlicher Verhältnisse ab. Normalerweise kümmern sich Experten für Intervention nicht gerade intensiv um die Gesellschaft, in welcher sie ihrem Interventionsgeschäft nachgehen. (Willke 1996 S. 39). Dies ist ein Vorwurf den wir äusserst ernst nehmen sollten! Da das lokale Weltbild bestimmend ist dafür, was lokal verstanden werden kann, und was lokal sinnvoll ist, ist es die Grundlage des lokal Machbaren. Es stellt sich hier ebenfalls die Machtfrage. Ist es nicht eine Anmassung wenn kulturfremde Projekte und Berater ihre Einsicht und Lösung als die Bessere darstellen, die es nun mit Wille und Macht durchzusetzen gilt? Die soziale Forstwirtschaft war da bereits einen Schritt weiter, da sie erkannte, dass sich "social engineering" nicht nach einer Blaupause durchführen lässt, sondern situationsabhängig ist. Die Erkenntnisse über selbstorganisierende Systeme verlangt aber einen zusätzlichen Schritt. Experten und Lokale müssen anerkennen, dass weder der eine noch der andere das bessere Wissen hat. Sie haben nur unterschiedliche Perspektiven, deren Differenz produktiv dazu verwendet werden sollte, festgefahrene Denkstrukturen zu ändern und Alternativen zu ermöglichen.
Der Pädagoge Nohl sagte:
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Es gibt nur zwei Wege die Menschen zu Bilden: Politik und Pädagogik. |
Wie die islamischen Schulen sah er als wichtigste Funktion der Bildung das Schaffen von Konsens, des Zusammenhalts der Gesellschaft. Pädagogik ist ebenso schwierig und komplex wie Entwicklungswissenschaft, da sie zeitlich alle Dimensionen umfasst, von der Vergangenheit bis in die Zukunft, sachlich-wissenschaftlich von der Mathematik bis hin zu Ökonomie und Theologie. Sie darf, wie die EZ, nicht konditionieren, sondern muss zur Freiheit erziehen. Sie ist, wie EZ, zugleich Technik, Kunst und Therapie. Allerdings sind auch hier einige Missverständnisse entstanden. Sobald gelernt wird entsteht Scholastik, treten Lehrer auf "die es wissen" und die traditionelle top-down Entwicklung weiterführen. Es gibt aber in derartigen Situationen keinen der über ein besseres Wissen verfügt.
Die Aktionsforschung ist ein ganzheitlicher Ansatz die Wirksamkeit eines Projektes zu prüfen. Sie hat ein doppeltes Ziel, da sie gleichzeitig Hypothesen testen und Änderung bewirken soll. Fremde und lokale Experten lernen mit:
1 Neue Erkenntnisse, Einsichten, Verständnis, Möglichkeiten und eine bessere Erklärung der eigenen Situation
2 Das Lernen lernen
3 Alternativen, neue Chancen erkennen, verkrustete Strukturen aufbrechen. Wirkungslose, oft zerstörerische Prozesse erkennen und abbauen.
Besonders Punkt 2 ist hier entscheidend. Fehlende Lernfähigkeit blockiert alle Entwicklungsprozesse. Die Bereitschaft sich auf teilweise widersprüchliche Informationen einzulassen und eventuell auch Interpretationsmuster, Werte und Motive zu ändern muss vorhanden sein - bei den lokalen und fremden Experten (und ihren HQ) genau so wie bei den am Projekt direkt Beteiligten. Da jedes Entwicklungsprojekt ein soziales Experiment ist, lernt der Experte nämlich selbst erst während des Prozesses die richtigen Fragen zu stellen. Selbstreferenzielle Systeme können nur verstanden werden, indem man diese über eine Intervention anstösst und die Abläufe genau beobachtet und interpretiert.
Die selbstreferenzielle Spirale des Lernens zeigt die semantischen Quantensprünge zwischen informellem, intuitivem Handlungs-Lernen und formellem Lernen in Projekt und Institutionen. Beobachten, Denken, Verstehen - wie auch Planen und Evaluieren bedingen Kommunikation. Also unterliegen alle einer doppelten oder noch komplexeren Semantik (Zyklen Analyse-Planung-Handlung-Evaluation-Lernen finden statt bei Geldgebern, ausführenden Organisationen, im Feld, bei der lokalen Regierung, der ländlichen Führungsschicht, der ländlichen Bevölkerung und eventuell noch weiteren Beteiligten.
Wir haben also semantische Quantensprünge aufgrund unterschiedlicher Kontexte, Ziele, Werte, Motive und Erwartungen zwischen Donoren und ausführenden Organisationen, den Büros der ausführenden Organisationen und ihren Leuten im Feld, den Leuten im Feld und den verschiedenen Ansprechpartnern vor Ort. All diese Bedingungen sind eher unterschwellig, es besteht kein verlässliches Wissen dazu. Das schwierigste Problem das sich hier stellt, ist, dass ein Um-Lernen vor Ort auch zu einem Neu-Lernen bei der Verwaltung und eventuell bei den Donoren führen muss. Dafür wäre aber in erster Linie ein vollständiges und ehrliches System von Erhebungen und Berichten notwendig, das weder beschönigt noch Probleme auf die berühmten "externen Faktoren" abwälzt. Die Differenz zwischen politisch orientiertem Management im Feld und verwaltungsorientierter Ausführung an HQ führt oft zu Krisen. Das verwaltende, wissende Denken lässt das für selbstorganisierende Systeme ideale Geschehen, nämlich das Geschehen-Lassen gar nicht zu!
In der Arbeit über den Jemen wurde die übereilige und zu detaillierte Operationalisierung von Entwicklungsprojekten (sehr zur Unzufriedenheit mancher Entwicklungsorganisation) scharf kritisiert. Im Lichte der Bedingungen der Entwicklung selbstreferenzieller Systeme hingegen wäre diese intuitiv-anarchische Aversion gegen operationell präzis formulierte Projekte "die straff durchgezogen werden sollen" noch schärfer zu formulieren:
Je besser, präziser und strenger ein Entwicklungsprojekt formuliert ist, je mehr HQ darauf bestehen, dass ihre Vertreter im Feld sich präzise an das Projektdokument halten und dessen Vorgaben vollziehen - desto grösser sind die Chancen - dass es nicht funktioniert.
Die Grundbedingung für Beratung wie Therapie ist, dass das angepeilte System eine Veränderung selbst wollen und suchen muss. Entwicklungsexperten können die Selbständerung nur unterstützen: "Die Kunst der Therapeutin besteht dann allerdings darin, die blosse Gewalt des Dissenses produktiv zu wenden. Dies erfordert vor allem den Perspektivenwechsel zwischen Fremdbeschreibung und Selbstbeschreibung (oder: zwischen Diagnose und Selbstbild) zu stützen und zu fördern. (Willke S. 175:)
In dem Sinne sind die wichtigsten Qualifikationen von "Therapeuten":
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Das besondere Geschick von Beratungsexpertinnen besteht wohl zu einem guten Teil darin, ihre Diagnose tatsächlich als präsumptive Konstruktion zu behandeln und auf bestimmte Anzeichen hin zu revidieren - und dies so lange, bis sich jene besondere Qualität einer wechselseitig akzeptablen und brauchbaren Systemdiagnose herauskristallisiert, welche die Eigen-Operationen dieses Systems bezeichnet und generiert.
| Beratung als Therapie ist so abwegig nicht, denn Caudwell
bezeichnet sogar die ganze Wissenschaft wie die Kunst als Therapie,
da sie zwischen selbst geschaffener Scheinwelt und Realität
vermitteln, helfen, die reale Welt zu verändern (Wissenschaft) oder
die Menschen (Kunst): [Christopher Caudwell, ursprünglich Christopher St. John Spring: Bürgerliche Illusion und Wirklichkeit. Beiträge zur materialistischen Aesthetik. Ullstein. Buch 3144. Franfurt, Berlin, Wien. 1971.] Der Traum ist weder gerichtetes Denken noch gerichtetes Fühlen, er ist freie - das heisst nicht gesellschaftliche - Assoziation. Deshalb sind die Assoziationen des Traumes persönlicher Art und können nur im Zusammenhang mit dem persönlichen Leben des Träumenden verstanden werden. Das Geheime Gesetz der Struktur des Traumes ist die Traumarbeit. Dem Beobachter erscheint der Manisch-Depressive ein Mensch voll wilder Leidenschaft zu sein, der die äussere Wirklichkeit vergessen hat. Aber er selber sieht sich nicht so, weil sein Ich unbewusst und primitiv geworden ist und sich damit seinem Bewusstseinsbereich entzogen hat. Natürlich wird damit die äussere Wirklichkeit in seinem Bewusstseinsbereich in Unordnung gebracht, so dass sie immer vor unbekannten Kräften verzerrt wird. Der Schizophrene jedoch zeigt eine emotionale Konsistenz und Integration, die der Orientierung des Manisch-Depressiven auf die Wirklichkeit gleicht. Das klassische klinische Zeichen der Schizophrenie besteht nach McCurdy darin, dass der Patient eine dem Reiz nicht entsprechende Reaktion zeigt. Zum Beispiel erklärt er, Leute flüstern zu hören, sie wollten ihn ermorden, aber er zeigt keine Furcht. Im Laufe der Zeit ermangelt er völlig der Orientierung, er ist sogar unfähig, sich zu ernähren, und geht schliesslich in eine private Welt der Wirklichkeit über. Als ein Introvertierter, der dem Subjekt am meisten Wert beimisst, hat er seinen Konflikt durch die Entgesellschaftung der äusseren Wirklichkeit gelöst, so dass er in einer Traum- und Privatwelt lebt. Diese jedoch, weil die Traumwelt eine ungehinderte Widerspiegelung der Bewegung des bewussten Ichs ist, nicht besonders evident erscheint. Der Beobachter, ein Teil der negierten äusseren Wirklichkeit, hat keine Fühlung mit dem Ich des Schizophrenen. Das bewusste Ich des Schizophrenen erhebt sich nicht nur zur Leidenschaft oder zur Emotion, weil es von der Umwelt nicht dazu angespornt, sondern "konformiert" wird. Daher das Gewissen und der starke gesellschaftliche Inhalt der geistigen Welt des Schizophrenen; natürlich bleibt das alles ohne Auswirkung auf sein Verhalten, wel (wie bei der Paranoia) die Aussenwelt immer "im Irrtum" ist. Seine geistige Welt befriedigt seine Wünsche, indem sie sich so verändert, dass sie ihnen entspricht. Das ist der Grund, weshalb Freud den Paranoiker narzistisch nennt; und das erklärt auch dessen Unheilbarkeit und Unberührbarkeit. Der Unterschied besteht eben darin, dass Wissenschaft und Kunst einen gesellschaftlichen Inhalt haben. Die Wirklichkeit, um die der extravertierte Hysterische oder Zyklothyme seine verzerrte Theorie bildet, ist eine Privatwirklichkeit, eine Wirklichkeit in seinem Bewusstsein, die der gesellschaftlichen Theorie von der Wirklichkeit widerspricht. [S. 229] Der Hysteriker spricht eine Organsprache, der Neurotiker eine Gefühlssprache. Die richtige Reaktion dieses Typs ist die wissenschaftliche, das Ergebnis ist die Veränderung der Umwelt und das Eindringen eines grösseren Masses an Umweltwirklichkeit in das Bewusstsein. Der erste Weg ist der Weg der Illusion, des Wahnsinns, eines nicht gesellschaftlichen, nicht bewussten Ichs; er führt zu einer falschen bewussten Wahrnehmung der Umwelt und damit zu einem destruktiven Auftreten; der zweite ist der Weg der Wissenschaft, der Wirklichkeit, der Behandlung des Ichs, um eine wahre, bewusste Wahrnehmung der Umwelt und damit ein nützlicheres Verhalten zu schaffen. Beide Fälle beziehen eine Entwicklung der Extraversion und der Introversion ein. Aber hier gilt die Maxime "Arzt, heile dich selbst" nicht. Der Beitrag des Wissenschaftlers für die Gesellschaft, das Ergebnis seiner Spannung ist ein tieferes Bewusstsein von der Umweltwirklichkeit, und was er von der Gesellschaft brauche, um seine eigene Einseitigkeit zu heilen, ist eben das, was nicht er, sondern der Künstler geben kann - subjektives Bewusstsein und innere Wirklichkeit. In gleicher Weise wie beim fühlenden oder empfindenden Introvertierten nimmt ein Konflikt zwischen Bewusstsein und Wirklichkeit infolge der Uebervertretung des Ichs notwendig die Form einer Verzerrung der bewussten Wahrnehmung an. Das führt dahin, dass der psychoasthenische Neurotiker eine grössere Bewustheit der Emotion und eine fiktive Unabhängigkeit von seiner Umwelt besitzt, die wegen der Verleugnung der objektiven Bedingungen zur Sklaverei gegenüber der Umwelt in Form von "schwierigen Umständen" führt. Die Natur, nicht sein Ich, wird primitiv und unbeherrschbar, weil sie unbewusst wird. Dieser Typ des Introvertierten wird zur künstlerischen Produktion getrieben - um sich selbst zu ändern, aber nicht durch Herabminderung seines Bewusstseins von der äusseren Wirklichkeit, sondern durch Einfliessen der Erfahrung seines Ichs in das gesellschaftliche Bewusstsein. Doch seine schöpferische Aufgabe gegenüber der Gesellschaft kann zu einer Einseitigkeit der Persönlichkeit führen, die nur durch das von der Wissenschaft bezogene heilende Bewusstsein von der äusseren Wirklichkeit korrigiert werden kann.
So beweisen sich beide in eigener Person, dass Freiheit das Bewusstsein von der Notwendigkeit ist. In der Theorie verleugnen sie das Ich oder die Welt, doch in der Praxis erleben sie beides wild und barbarisch, und ihr Wahnsinn besteht eben in der Spaltung von Theorie und Praxis in ihrem Innern. So zeigt die Kunst den Weg zur Heilung des Hysterikers, die Wissenschaft den zur Heilung des Neurotikers. Wissenschaft und Kunst sind therapeutisch in ihrer Beziehung zum Bewusstsein - die Wissenschaft für den Introvertierten, die Kunst für den Extravertierten. Sie haben eine wirklichkeitsverändernde Beziehung zum praktischen Leben; die Wissenschaft verändert die Welt und die Kunst den Menschen. [S. 243] Wissenschaft und Kunst sind nichts, wenn sie nicht uns allen eine unmittelbare Anleitung für unser persönliches Leben in jeder Hinsicht - moralisch und intellektuell - geben. Sie müssen Impuls sein und nicht lediglich ein algemeines Instrument; sie müssen jeden von uns in jeder konkreten Beziehung leiten, Kompass sein für jede Handlung, wodurch wir die Natur und uns selbst verändern. Wir leben falsch, wenn diese Theorie, die jede unserer Handlungen leitet und vorwärtstreibt, nicht aus jeder Handlung neue Theorie schöpft und als etwas Lebendes wächst. Die menschliche Tätigkeit ist Tätigkeit durch Objekte. Wissenschaft und Kunst von der "praktischen, kritisch-revolutionären Tätigkeit" trennen heisst sie vom Leben trennen. Und gerade das ist es, wozu die moderne Zivilisation in zunehmendem Masse tendiert. |
Um einigen Irrtümern vorzugreifen, die durch die grassierende Verwechslung von Kommunikationstechnologie mit Kommunikation entstehen: Daten als solche haben keine Bedeutung, diese wird ihnen erst durch die Interpretation zugeschrieben. Mit-Teilen, Teilen von Informationen ist noch kein Dialog. Die Entwicklungsexperten haben nicht primär die Funktion Informationen zu verteilen, sondern Informationen zu vermitteln, sie an die lokale Denkweise anzupassen. Informationen die nicht an die systemeigene Sprache angepasst sind, bleiben wirkungslos. Entwicklungsexperten sind also "kulturelle Übersetzer".
Der Mensch kann mit dem Mitmenschen in Dialog treten, seine Gedanken, Gefühle und Absichten ergründen. Hier liegt auch Hardin's Irrtum, dessen Nutzer der Allmend aufgrund negativer Erwartungen der Handlungen ihrer Mitbenutzer die Allmend lieber selber übernutzen - statt mit den Mitbenutzern zu Kommunizieren, im Wissen darüber, dass die Übernutzung für alle schlecht ist, und ein Abkommen (Genossenschaftsbildung) über die optimalste gemeinsame Nutzung derselben zu treffen. Sogar das Islamische Recht, nach dem Wald, Weide und Wasser Allgemeingüter sind, lässt Nutzungsbeschränkungen die der Erhaltung dienen zu.
So betrachtet, dürften sich auf der Allmend Bewirtschaftungsvorschriften vielleicht sogar einfacher durchsetzen lassen als auf dem Privatland, wo Nutzungsbeschränkungen massive Entschädigungsforderungen produzieren. Aus dieser Perspektive ist Privatisierung offenbar nicht die beste Lösung für Wald und Weide, sondern vielleicht doch ein langfristiges verlässliches Nutzungsrecht unter öffentlicher Kontrolle, das Investitionen in Pflege zuträglich ist.
Ähnlich stellte und löste sich das Problem der Bewirtschaftung der Gehölze des Jemen. Da für eine flächendeckende staatliche Verwaltung mit hoheitlicher Steuerung über Gesetze Akzeptanz und Geld fehlen, da es also prioritär notwendig ist zu Überzeugen - liegt es nahe, neben den Rednern der Stämme (Sheikh, Aqil und Mamuun) auch und vor allem die traditionellen gesellschaftlichen Lenker einzusetzen, die religiöse Institution. Das Auqaf ist zudem der grösste Landbesitzer und betreut neben den Moscheen auch die Schulen, die in jedem Dorf vorhanden sind. Ihre Arbeit ist ausgerichtet auf die Verbesserung der Lebensbedingungen hienieden (nicht nur für die Ewigkeit). Sie wirkt gemeinschaftsbildend und handlungsanleitend. Zudem verfügt das Auqaf über ein ausgebautes Beziehungsnetz von Lehrern, Rednern, Predigern - kurz, von "Orientierungsschöpfern".
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Selbstreferenzielle Systeme:
Entwicklungsprojekte sind provisorische Konstruktionen, die immer mit Zufälligkeiten behaftet sind. Für die Überlebensfähigkeit komplexer Systeme ist Kontingenz (Alternativen, Wahlmöglichkeiten) notwendig. Da des weiteren Freiheit auch Will-Kür (= willentliche Wahl) bedeutet, kann die effektive Wirkung so nicht vorhergesagt werden. Notwendig ist deshalb nebst einer detaillierten Analyse des Systems mit seinen Subsystemen, Semantiken -und seiner Umwelt, dass es als Experiment angelegt - und samt seinen Folgen beobachtet und ehrlich beschrieben und analysiert wird. Entwicklungsprojekte sind des weiteren:
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Literaturhinweise (die 3 Autoren aus 25 Seiten Bibliographie welche die Arbeit am stärksten geprägt haben):
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