Obige Beiträge entstanden aus der jahrelangen Beschäftigung mit partizipativer Entwicklung, vor allem im Ausland (s. qualitative action research). Zu dieser Studie (6 Jahre Feldarbeit + 3 Jahre "hirnen") wurde ein breites Set partizipativer Methoden der qualitativen Soziologie, wie partizipative Beobachtung, semi-strukturierter Interviews, narrativer Gruppeninterviews, sekundärer Datenanalyse und partizipativen lernens und Handelns eingesetzt. Diese Art der Situationsanalyse ergibt ein gutes Verständnis einer fremden Kultur, deren Werten und Handeln durch Entwicklungszusammenarbeit beeinflusst werden soll. Da auch die Arbeit des Ingenieurs die Gesellschaft direkt verändert, handelt es sich beim Ingenieur nicht um reine Wissenschaft, sondern um ein dialektisches Spiel zwischen Wissen und Praxis (s. System der Wissenschaften - Was heisst wissenschaftlich?).
Partizipatives Lernen dürfte der wichtigste Aspekt gesellschaftlicher Entwicklung sein. Partizipatives Lernen hat vielleicht ganz am Rande was mit Bewusstseinsbildung, Training, Bildung und Beratung zu tun, darf damit aber nicht verwechselt werden. Es handelt sich um echten Dialog, um Zweiwegkommunikation, um die Bildung neuer Themen und die Schaffung eines neuen Konsenses.
| Diotima machte die Erfahrung, dass sich auch die
berühmtesten Gäste an ihren Abenden immer paarweise unterhielten, weil ein
Mensch schon damals höchstens noch mit einem zweiten Menschen sachlich und
vernünftig sprechen konnte, und sie konnte es eigentlich mit keinem. Damit
hatte Diotima aber an sich das bekannte Leiden des zeitgenössischen Menschen
entdeckt, das man Zivilisation nennt. Es ist ein hinderlicher Zustand, voll
von Seife, drahtlosen Wellen, der anmassenden Zeichensprache mathematischer
und chemischer Formeln, Nationalökonomie, experimentelle Forschung und der
Unfähigkeit zu einem einfachen, aber gehobenen Beisammensein der Menschen. Zivilisation war demnach alles, was ihr Geist nicht beherrschen konnte. Und darum war es seit langem und vor allem auch ihr Mann. Robert Musil: Der Mann ohne Eigenschaften. S. 103: |
Definition Dialog (gr. Unterredung, Gegenrede, Zwiegespräch, Wechselrede) Gespräch zur Darstellung von Problemen mittels der Dialektik. Das Problem wird durch Rede und Gegenrede anschaulich und interessant gemacht, also nach heutigem Sprachgebrauch: thematisiert. Wurde von Platon und Sokrates perfektioniert und war durch das ganze Altertum und Mittelalter hindurch auch die bevorzugte Lehrmethode. Damit erweist sich, dass das Altertum wie das geschmähte Mittelalter eigentlich einen demokratischeren Umgang mit Wissenschaften kannte.
Platonischer Dialog: "Der platonische Dialog ist ein einzigartiger Glücksfall, ein einmalig gelungenes Wandeln auf einem Grat. ... "Er bindet das Denken in einen Prozess von Zweifel und Überzeugung innerhalb einer prinzipiell falliblen Handlungs- und Dialoggemeinschaft ein. Der Konsens über Handlungsregeln soll eine Handlungssicherheit wiederherstellen, die sich nicht auf untrügerische erste geistige oder sinnliche Gegebenheiten stützen lässt (s. Popper)."
Bloch, Ernst: Vorlesungen zur Philosophie der Renaissance. stw 252. Frankfurt a.M 1972. [p 26:]
An Stelle trockener, wissenschaftlich-philosophischer Erklärungen, lassen wir den Meister des Dialoges sprechen, Martin Buber [Lambert Schneider, Heidelberg 1979.:]
"Die Welt als Erfahrung gehört dem Grundwort Ich-Es zu. Das Grundwort Ich-Du stiftet die Welt der Beziehung."
Drei sind die Sphären, in denen sich die Welt der Beziehung errichtet.
Die erste: das Leben mit der Natur. Da ist die Beziehung im Dunkel schwingend und untersprachlich. Die Kreaturen regen sich uns gegenüber, aber sie vermögen nicht zu uns zu kommen, und unser Du-Sagen zu ihnen haftet an der Schwelle der Sprache.
Die zweite: das Leben mit den Menschen. Da ist die Beziehung offenbar und sprachgestaltig. Wir können das Du geben und empfangen.
Die dritte: das Leben mit den geistigen Wesenheiten. Da ist die Beziehung in Wolke gehüllt, aber sich offenbarend, sprachlos, aber spracherzeugend. Wir vernehmen kein Du und fühlen uns doch angerufen, wir antworten - bildend, denkend, handelnd: wir sprechen mit unserm Wesen das Grundwort, ohne mit unserm Munde Du sagen zu können. ..."
|
Ich betrachte einen Baum. Ich kann ihn als Bild aufnehmen: starrender Pfeiler im Anprall des Lichts, oder das spritzende Gegrün von der Sanftmut des blauen Grundsilbers durchflossen. Ich kann ihn als Bewegung verspüren: das flutende Geäder am haftenden und strebenden Kern, Saugen der Wurzeln, Atmen der Blätter, und endlicher Verkehr mit Erde und Luft - und das dunkle Wachsen selber. Ich kann ihn einer Gattung einreihen und als Exemplar beobachten, auf Bau und Lebensweise. Ich kann seine Diesmaligkeit und Geformtheit so hart überwinden, das ich ihn nur noch als Ausdruck des Gesetzes erkenne - der Gesetze, nach denen ein stetes Gegeneinander von Kräften sich stetig schlichtet, oder der Gesetze, nach denen die Stoffe sich mischen und entmischen. Ich kann ihn zur Zahl, zum reinen Zahlenverhältnis verflüchtigen und verewigen. In all dem bleibt der Baum mein Gegenstand und hat seinen Platz und seine Frist, seine Art und Beschaffenheit. Es kann aber auch geschehen, aus Willen und Gnade in einem, dass ich, den Baum betrachtend, in die Beziehung zu ihm eingefasst werde, und nun ist er kein Es mehr. Die Macht der Ausschliesslichkeit hat mich ergriffen. Das tut nicht not, dass ich auf irgendeine Weise meiner Betrachtung verzichte. Es gibt nichts, wovon ich absehen müsste, um zu sehen, und kein Wissen, das ich zu vergessen hätte. Vielmehr ist alles, Bild und Bewegung, Gattung und Exemplar, Gesetz und Zahl, mit darin, ununterscheidbar vereinigt. Alles, was dem Baum zugehört, ist mit darin, seine Form und seine Mechanik, seine Farbe und seine Chemie, seine Unterredung mit den Elementen und seine Unterredung mit den Gestirnen, und alles in seiner Ganzheit. Kein Eindruck ist der Baum, kein Spiel meiner Vorstellung, kein Stimmungswert, sondern er leibt mir gegenüber und hat mit mir zu schaffen, wie ich mit ihm - nur anders. Man suche den Sinn der Beziehung nicht zu entkräften: Beziehung ist Gegenseitigkeit. So hätte er denn ein Bewustsein, der Baum, dem unsern ähnlich? Ich erfahre es nicht. Aber wollt ihr wieder, weil es euch an euch geglückt scheint, das Unzerlegbare zerlegen? Mir begegnet keine Seele des Baumes und keine Dryade, sondern er selber. |
| Jedes Problem erlaubt zwei Standpunkte: unseren
eigenen und den falschen. (Channing Pollock, amerikan. Dramatiker, 1880-1937) |
Definition Dialektik (gr. techne dialektike - die Kunst der Unterredung), ebenso Kunst der Beweisführung, der Wissenschaft und Logik. Für Aristoteles war Dialektik die Methode, über Wahrheit oder Falschheit von Meinungen zu entscheiden. Für Sokrates war Dialektik die Kunst der Klärung der Begriffe, also des ersten Schrittes jeder Wissenschaft. Für Platon war Dialektik das Verfahren der obersten Wissenschaft, Ideen zu erkennen. Durch Kant verlor sie an Bedeutung, da er ihre fehlende empirische Stütze kritisierte. Für Hegel wiederum entsprach die bewegliche Vernunft der Dialektik hingegen präzise der ebenfalls beweglichen geisthaften Welt. Heute am bekanntesten ist wohl der Dreischritt des dialektischen Materialismus: These - Antithese - Synthese.
Bei Aristoteles gehörten Dialektik, Apodeiktik, Topik, Analytik, Logik und Rethorik noch zusammen, indem sie das ganze einer Technik der Vernunft ausmachen, unter welcher Benennung sie auch zusammen gelehrt werden sollten:
Logik als Technik des eigenen Denkens,
Dialektik des Disputierens mit Andern und
Rhetorik des Redens zu vielen.
Nach: Schopenhauer, A: Die Welt als Wille und Vorstellung I. Erster Teilband. Diogenes, Zürich 1977.
Die Dialektik ergänzt Heuristik als Kunst der Erfindung, und darum beherrscht sie den Weg zu den Prinzipien aller Wissenschaft. Sie ist die Bemühung, Widersprüche des Denkens und Seins aufzuzeigen und zu lösen. Dies Ganze der Topik, das man die aristotelische Dialektik nennen mag, bleibt ein unverzichtbarer Baustein zwischen seiner Analytik (anal. pr.) und er wissenschafttheoretischen Apodeiktik (anal. post.), ist somit essentieller Bestandteil der aristotelischen Logik, die als eine der ganz grossen Leistungen anerkannt werden wird, solange Menschen sich die Mühe machen, nicht nur zu denken, sondern darüber hinaus - die Strukturen ihres eigenen Denkens zu reflektieren.
Aristoteles: Topik (Organon V). Übers. E. Rolfes. Felix Meiner Verlag Hamburg 1992.
Die Rhetorik entwickelt die Kunst des Überzeugens; die Dialektik befasst sich mit dem Streitgespräch, in dem der eine dem anderen nachweist, dass man von bestimmten Prämissen zu absurden Konsequenzen kommt. Rhetorik wie Dialektik gebrauchen die Topik, nämlich die Lehre von den Gesichtspunkten, die zum Finden von Prämissen dienen. (Prämissen sind die: Voraussetzungen für Schlüsse)
Abhängigkeit ist heiser, Shakespeare: Romeo und Julia |
Definition Kommunikation:
Aufgabe der Kommunikationswissenschaft ist es, Kommunikationsprozesse in ihrer Vielfalt auf naturwissenschaftlicher Basis zu untersuchen. Dabei sind einerseits die Aspekte der Erzeugung und Verarbeitung von akustischer, psychologischer, linguistischer und optischer Information durch den Menschen und andererseits die Aspekte der Übertragung und Verarbeitung von Informationen mit technischen Einrichtungen zu berücksichtigen.
An der Freien Universität Berlin z. B. sind Kommunikationswissenschaften in der Hauptsache "Publizistik" und "Theaterwissenschaft", an der Universität der Künste bedeutet das Fach "Gesellschafts- und Wirtschaftskommunikation" ganz eindeutig Werbung. An der Technischen Universität Berlin hingegen befasst sich die Kommunikationswissenschaft mit den naturwissenschaftlichen Grundlagen von Sprache und Musik.
http://www.tu-berlin.de/zuv/asb/faecher/komm/komm.html
Weitaus zukunftsträchtiger als dieser scientifistisch naturwissenschaftliche Ansatz scheinen mir Varelas Definition und Willkes systemischer Imperativ:
Kommunikation ist vielmehr zu verstehen als die wechselweise Gestaltung und Formung einer gemeinsamen Welt durch gemeinsames Handeln: Wir bringen unsere Welt in gemeinsamen Akten des Redens hervor. ...
F.J. Varela: Kognitionswissenschaft - Kognitionstechnik. Eine Skizze aktueller Perspektiven. suhrkamp tb wissenschaft 882. Frankfurt a.M. 1990. p. 113
Soziale Systeme bilden sich auf der Grundlage von Kommunikationen. Für ihre Kontinuität ist fortlaufende Kommunikation unerlässlich."
Willke, H: Systemtheorie. 2. Auf. UTB 1161. G. Fischer Stuttgart, N.Y. 1987
Die Rhetorik ihrerseits umfasst jede auf das Redenkönnen gegründete Kommunikationsform und ist das, was menschliche Gesellschaft zusammenhält. Ohne miteinander zu reden und ohne einander zu verstehen und ohne einander auch ohne logisch schlüssige Argumentationen zu verstehen, würde es keine menschliche Gesellschaft geben."
Gadamer, Hans-Georg: Wahrheit und Methode. Grundzüge einer philosophischen Hermeneutik. Gesammelte Werke Bd. 1. J.C.B. Mohr (Paul Siebeck) Tübingen 1990.
Auf die Bedeutung der Kommunikation für die Forschung weist die Humanökologie hin, die Forschung sogar als Kommunikationsprozess beschreibt: "Damit ein Projekt im wirtschaftlichen Umfeld erfolgreich abgewickelt werden kann, müssen die Beteiligten auf dem Weg zum Projektziel verschiedenste Führungs-, Koordinations-, Beziehungs- und Kommunikations-Teilprobleme lösen. Ich muss die Menschen begeistern. Habe ich die emotionale Seite gewonnen, lösen sich die sachlichen Probleme von allein.
Reichert, Dagmar; Zierhofer, Wolfgang: "Umwelt zur Sprache bringen." Westdeutscher Verlag, Opladen. 1993
Akute Problem der Kommunikation:
Verpflichtung, die Sprache einfach und klar zu verwenden, als ein Instrument rationaler Kommunikation, wichtiger Information und nicht als ein Mittel zum 'Selbstausdruck', wie es im üblen romatischen Jargon der meisten unsere Erzieher heisst."
Popper, K.R: Die offene Gesellschaft und ihre Feinde. J.C.B. Mohr (Paul Siebeck). Bd. 1724. 7. Aufl. 1. Bd.1. Tübingen 1945/1992
Infotainment/Massenmedien/Monopole: Wer weltweit Information und Kommunikation beherrscht, hat potentiell die Herrschaft über den Planeten. Diese Verfügungsgewalt ist jedoch sanft und bewirkt Herrschaft durch Suggestion statt durch Zwang. Diese kaum sichtbare Form der Herrschaft kann kaum zur Verantwortung gezogen werden.
B.R. Barber: "Coca-Cola und Heiliger Krieg. Wie Kapitalismus und Fundamentalismus Demokratie und Freiheit abschaffen." Scherz Bern, München, Wien 1996.
Insbesondere was die interdisziplinäre Forschung betrifft, könnte der Kommunikation eine entscheidende Rolle zukommen: Ist die Einheit der Wissenschaft (das meint hier das Gegenteil eines beziehungslosen Auseinanderfallens) durch (Re-)integration der Disziplinen in einen geistigen Zusammenhang oder durch Koordination, Kommunikation, Kooperation zu sichern?" Die Antwort lautet immer noch auf unentschieden.
Kocka, J (Hrsg.): Interdisziplinarität. Praxis-Herausforderung-Ideologie. Suhrkamp Taschenbuch Wissenschaft 671. Frankfurt a.M. 1987. p 37
4 Kommunikation - Dialog - Konsens - Handlung
Unterschiedliche Anschauungen und Meinungen sind generell positiv zu bewerten. Sogar in strengen religiösen Richtlinien wie etwa dem Koran ist die Vielfalt der Meinungen ein Zeichen von Allah's Wohlgefallen. Konfuzius ist noch kritischer gegenüber Einheitsmeinungen. Er sieht Probleme nicht etwa in einer knappen Mehrheitsentscheidung, nein, im Gegenteil: Wo all ja sagen, da muss man prüfen, wo alle nein sagen, da muss man prüfen.
In traditionellen Stammeskulturen gilt das Prinzip der Unabhängigkeit und der Gleichheit. Dies bedeutet auch, dass unterschiedliche Meinungen gleichberechtigt vorgetragen werden können - ganz im Sinne der "kommunikatorischen Wahrheit von Quine. Habermas definiert die Bedingungen für eine solchen Dialog der Wahrheitsfindung als:
Die Unterschiede sind durch gegenseitiges Erklären, verständlich machen und Ueberzeugen zu bereinigen.
Solche Konsensentscheide sind daher schwieriger zu erreichen als Mehrheitsentscheide oder gar Anordnungen. Es ist aber der einzige Weg um zu Entscheidungen zu kommen die von allen freiwillig mit getragen werden (AKZEPTANZ).
Konsens bedeutet soziale Integration. Soziale Integration ist die Aufgabe von Politik und Bildung - nach Nohl die wichtigste Aufgabe der Pädagogik.
Leider ist diese Konstellation idealistisch, da sie das Konzept der Macht ignoriert, die Macht derer die bestimmen, wer was sagen darf und was überhaupt gesagt werden soll, was zu verschweigen ist. (s. Kommunikationsanalyse).
Konsens kann nur dann eintreten, wenn alle Parteien den Eindruck haben, ihr Anliegen seien gebührend, im Rahmen des Möglichen, berücksichtigt - und keine der anderen Parteien habe einen übermässigen Vorteil errungen. Die "Verurteilung" des Entscheidungsgremiums zum Konsens verhindert, dass eine Minderheit durch eine Mehrheit einfach als Verlierer ausgebootet wird, so dass deren Interessen nicht mehr zu berücksichtigen sind. Was sich hier sehr oft einstellt ist die Verweigerung des Konsenses durch eine Minderheit - oder Mehrheit - welche den Status quo einfach beibehalten möchte, also Veränderungen zu verhindern sucht. Die Verpflichtung zum Konsens bedeutet hier aber eben, dass bei Verweigerung nicht einfach das alte System weiter läuft, sondern dass beide Positionen ungültig sind. Die (meist) konservative Sperrgruppe kann also nicht mit ihrer Arbeit so weiterfahren, wie sie es möchte, sondern muss ihre Entscheide immer und immer wieder begründen und einzeln durchsetzen, bis, im Konsens, eine neue Norm gefunden ist.
Ziel der Konsensfindung ist die:
Handlung
| Wer Geistern dient, die
nicht seine eigenen sind, ist ein Schmeichler. Wer eine Gelegenheit zu
rechtschaffenem Tun sieht, sie aber nicht ergreift, der ist ein Feigling. Kunfuzius Die hündischen Schmeichler muss man jetzt nicht mehr in der Nähe der Fürsten suchen - diese haben alle den militärischen Geschmack, und der Schmeichler geht wider diesen. Aber in der Nähe der Bankiers und Künstler wächst jene Blume auch jetzt noch. Friedrich Nietzsche: Morgenröte 158 |
Handlung ist ein freier, selbstbestimmter Akt für den derunddie Handelnde die Verantwortung übernimmt. Handeln ist also vernünftig, d.h. es richtet sich nach ethischen Grundsätzen - als höchstes Ziel nach Weisheit. Handeln ist zielorientiert, bestimmt durch Motive und den freien Willen - nicht aber eine Reaktion auf Zwingendes (Sachzwänge). Reaktion ist kein Handeln sondern Verhalten (und damit oft eine faule Ausrede sich von der Verantwortung zu drücken.
Erst im Handeln erreichen Dialog und Konsensfindung ihren Zweck. Erst die Handlung zeigt auch den Unterschied zwischen Wunschdenken und Machbarkeit.
Konsensschaffung, ein aktive Handlung, Voraussetzung von Handlung, offensichtlich verpasst bei neusten Entwicklungen der Hochschulen:
Der Begriff Journalismus kommt ja vom französischen Journal, die Tageszeitung. Seine primäre Aufgabe ist also auch heute noch die Versorgung der Leser, Zuschauer, Zuhörer mit täglich neusten Nachrichten, Berichten, Kommentaren und Interviews. Laut Meyers grossem Taschenlexikon umfasst die journalistische Arbeit aber nicht bloss Recherche, Bearbeitung (inkl. Selektion, die Gatekeeper-Funktion) und Präsentation der Meldung, sondern auch deren Analyse und Interpretation. Und hier liegt, nebst der Ausrichtung auf die Meldungen, die sich am besten verkaufen lassen, das grösste Problem des heutigen Journalismus. Um analysieren und interpretieren zu können, müssten die Journalisten, wie die Philosophen, über ein gewaltiges Wissen verfügen. Da es heute niemandem mehr möglich ist, das gesamte Wissen zu überschauen, spezialisieren sich die Journalisten auf einzelne Sparten wie Sport, Politik, Wirtschaft, Gesellschaft, Wissenschaft (s. Wissenschaftsjournalismus, wo das Problem detaillierter besprochen wird). Journalismus ist aber selbst weder Wissenschaft noch Philosophie. Er liefert also Wissen nur in Bruchstücken. Dies tut er allerdings begründet, denn Neues ist per definitionem schwer zu klassifizieren.
Egon Erwin Kisch, mit ein Schöpfer der literarischen Reportage, betonte, dass das Gewerbe des Reporters Leidenschaft verlange, Neugierde auf die Welt und ihre Menschen, Sorgfalt, Hingabe und einen unstillbaren Hunger nach Wissen. (Was unsere Massenprodukte betrifft muss man da wohl sagen: Das war einmal ... insbesondere, was den letzten Punkt betrifft.
Journalismus ist ein etwas ungeschickter Ausdruck, da er zu sehr auf Tages-Aktualität beschränkt. Wenn ich von Journalismus rede, insbesondere Internet-Journalismus, denke ich eher an die Vermittlung mittelfristig interessanten Wissens, also an einen Mensualismus bis pluri-Annualismus, wofür das Internet die ideale Plattform ist. Die Berufsbezeichnung Reporter wird dem Aspekt weitaus gerechter als Journalist. Ryszard Kapuściński, polnischer Journalist des Jahrhunderts, hat die Bedeutung der Reportage anhand Herodots Historien in Herodot - Reporter der Antike [Lettre International, Winter 2003] verdeutlicht:
Herodots Reportagen nähren sich aus 3 Quellen: den Reisen, den Menschen und dem Lesen dessen, was bereits geschrieben wurde, oder als Text, Inschrift, Symbol weitere Informationen zum bearbeiteten Thema beiträgt.
Herodot wusste, dass es viele Kulturen auf der Erde gibt, und war bestrebt, sie alle kennen zu lernen. Er dürfte ein Mann gewesen sein, der andern gegenüber offen und gutwillig war, rasch Kontakt mit Fremden schloss, Neugier auf die Welt, Interesse und Wissbegier zeigte. Seine Haltung verrät zudem, was für einen Reporter von zentraler Bedeutung ist: Respekt für den Mitmenschen, für seine Würde und seine Verdienste. Herodot machte sich die Mühe, aberhunderte von Kilometern übers Wasser, zu Pferde oder einfach zu Fuss zurückzulegen, um sich eine andere Version eines vergangenen Ereignisses anzuhören. [Randbemerkung: Da ja auch die neuesten Nachrichten immer über Vergangenes berichten, dürfte einige Vertrautheit mit den Forschungsmethoden der Historiker von Vorteil sein im Journalismus].
Dass wir über andere Kulturen nur wenig wissen und uns rasch mit Stereotypen zufrieden geben, war offenbar bereits zu Herodots Zeiten der Fall. Ebenso war ihm die Bedeutung des Wissens über andere für das gegenseitige Verständnis und damit für den Frieden klar und ein grosses Anliegen. Reporter sind nicht bloss Schreiberlinge, sondern auch Missionare, Übersetzer, Botschafter.
Weil sich aber eine Beschreibung fremder Kulturen in der Sprache der Presse farblos wird, orientierte sich Kapuściński an Truman Capote, Norman Mailer und Gabriel Garcia Marquez, deren Literatur die Kluft zwischen Fiktion und Pressebericht überbrückt. New Journalism (nuevo periodismo) wollte das Geschehen aus der Sicht und in der Wahrnehmung der Betroffenen sehen und in ihrer Sprache berichten. Er ist damit dem "going native", der partizipativen Beobachtung der Ethnologen vergleichbar (s. Geertz). Verschwimmen der Genres, Literatur und Berichterstattung.
Hier findet sich das dritte grosse Problem des gegenwärtigen Journalismus: die Mission, die Botschaft. Brainworker wird ab und zu (vor allem von Frauen) für seinen etwas missionarischen Ton gerügt. Die Weltwoche wurde für viele Abonnenten durch ihre neoliberale Mission unlesbar. Die WOZ steht mal wieder vor dem Untergang, weil ihr missionarisch-orthodoxer Linkstrend, potentiert durch den klassischen 68 Soziologenslang, der sogar von Linken kaum zu verstehen und auszuhalten ist. Tagesanzeiger wie Cash driften immer weiter rechts der Mitte. Fazit: Es gibt wohl kaum eine Reportage, die nicht irgendwie eine missionarische Komponente enthält. Geschieht dies aus Überzeugung und wird die Überzeugung klar aus dem Text, dürfte dies weniger schädlich sein als wenn das Selbe aus wirtschaftlich begründeter Anpasserei an die Masse geschieht. Wenn man den Leuten das erzählt, was sie hören wollen, können sie daraus nichts lernen und es kann sich weder gesellschaftlich noch wirtschaftlich etwas entwickeln. Lernen wie Entwicklung wird angetrieben durch die Differenz zwischen vermeintlichem Wissen und Wahrnehmung, Wunsch und Realität. Diese Dominanz von PR und Überzeugungsarbeit gilt sogar für wissenschaftliche Forschungsberichte. Oder haben Sie schon mal einen Forschungsbericht gelesen, der nicht die (eigene) Forschung lobt und mehr davon fordert? Ich denke, der Ausweg, oder die Korrektur solcher Beeinflussung ergibt sich fast automatisch, wenn die vermittelten Elemente des Wissens in einen grösseren Zusammenhang gestellt werden, also mehrperspektivisch sichtbar werden (s. Webphilosophie).
Hier trifft Schopenhauers Kritik wieder, der die Journalisten "Meinungsverleiher" nannte.
6 PUBLIZISTIK - Wissenschaft oder Praxis? [s. auch: Bedeutung und Aufgaben des Wissenschaftsjournalismus]
Die neue Publizistikwissenschaft scheint sich um Interdisziplinarität noch um die kreativen Aspekte der Kommunikation gross zu scheren, sondern will sich als Wissenschaft definieren, mit den Bereichen:
Kommunikationsforschung: Untersuchung der individuellen und sozialen menschlichen Kommunikation mit Hilfe von Psychologie, Nachrichtentechnik, Soziologie, Publizistikwissenschaft, Pädagogik, Linguistik und Mathematik, sowie Kybernetik, Systemtheorie und Informationstheorie.
Aussagenforschung
Medienforschung
Kommunikatorforschung
Rezipientenforschung
Wirkungsforschung
Publizistik wird und wurde aber nicht nur als Wissenschaft verstanden, sondern meist eher als Journalistik, also als Grundlage praktischen Handwerks. Das Missverständnis findet sich allerdings weniger in den Lexika. Im Gegenteil. Es fällt auf, dass es vor allem Universitäten sind, die Publizistik als Wissenschaft sehen. Warum wohl ....? (kein Mail bitte, war eine rein rhetorische Frage).
Definitionen von Publizistik:
Apropos Bücher ... brauchen Sie
Werbung für halbwegs intelligente Bücher, ist Brainworker der ideale Ort.Öffentliche Kommunikation, die Gesamtheit der am öffentlichen Informations- und Meinungsbildungsprozess beteiligten Massenmedien (Zeitung, Zeitschriften, Radio, Fernsehen, Bücher, Internet), die in diesem Prozess verbreiteten Aussagen sowie die beteiligten Personen, die Kommunikatoren sowie das Publikum. In der DDR war Publizistik synonym mit Journalistik, während sich die heutige Ausbildung ausdrücklich als Wissenschaftlich-analytisch versteht, also Wissenschaftler und nicht Journalisten ausbilden will.
Meyers grosses Taschenlexikon
„Publizistik- und Kommunikationswissenschaft ist ein interdisziplinär orientiertes Geistes- und sozialwissenschaftliches Fach. Es befasst sich mit den Bedingungen, Strukturen und Prozessen von Kommunikation.
http://kommwiss.fu-berlin.de/ini/pdf/6-9%20-%20Studienplanung.pdf
Unter Publizistik versteht man heute die Bezeichnung für die Bereiche, die sich den die Öffentlichkeit interessierenden Angelegenheiten in Buch, Presse, Rundfunk, Film und Fernsehen gewidmet haben. Der Begriff kommt von: publizieren [lat. publicare >veröffentlichen<], im Druck erscheinen lassen, veröffentlichen. Außerdem ist der Begriff seit 1934 (von E. Dovifat eingeführt) ein Synonym für die Publizistikwissenschaft, die die neuere, umfassendere Bezeichnung für die Zeitungswissenschaft ist.
aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Publizistik entwickelte sich Ende des 19. JH aus Journalistik, und diese selbst aus journalistischen Studien im Rahmen der Geschichtswissenschaften. Sie wurde wichtig durch die enorme Zunahme der Presse in der zweiten Hälfte des 19. JH. Alleine in der Schweiz vermehrte sich die Zahl der Zeitungen von 256 (1856) auf über 1000 (1896). Ziel der Ausbildung war es, dass die Absolventen eine starke Rüstkammer von Kenntnissen zur Verfügung haben - und sich auf die Kunstgriffe der Darstellung verstehen - was also der traditionellen philosophischen Kombination von Wissen und Rhetorik entspricht.
Journalisten wurden um die vorletzte Jahrhundertwende als gescheiterte Existenzen betrachtet, da es sich meist um Schullehrer, Typographen, Juristen oder Theologen handelte, also Menschen, die ihren Beruf verlassen hatten, d.h. darin gescheitert waren. (Das Konzept scheint nur äusserlich veraltet, gilt aber nach wie vor. Obwohl lauthals Flexibilität gefordert wird, wird der/die Flexible bestraft.)
Mit der Ausdifferenzierung des Berufs wandelte sich der Journalismus vom schriftstellerischen zum redaktionellen.
Publizistik wird seit 1903 in Zürich unterrichtet, damals nahm die Schweiz auf dem Feld eine Pionierrolle ein. Parallel in Bern. Vorläufer waren etwa die Vorlesungen 1884-90 von Karl Bücher, Begründer des Deutschen Institutes für Zeitungskunde, in Basel.
Naschhaftes und flüchtiges Lesen, also den 20-minutes-Effekt, gab es schon vor 100 Jahren (1912). Oskar Wettstein, der erste Professor für Journalistik in Zürich, lehnte die gestaltende Kraft der Ökonomie über die Medienlandschaft ab. Vermutlich rotiert er heute nur so in seinem Grabe.
In den Kriegszeiten war die Meinungsfreiheit jeweils nicht so hoch geschrieben und die Meinung eher:: Wer nicht schweigen kann, schaden der Heimat. Nach dem Krieg mussten sich aber viele eingestehen, dass die Presse die Demokratie weitaus eindeutiger verteidigt hatte als viele Politiker und Wirtschaftsführer. Da aber gerade in diesen Zeiten die Wahrheit immer das erste Opfer des Krieges ist (was noch heute gilt, s. Irakkrieg) entwickelte sich die Wirkungsforschung, die den Einfluss der Presse auf die öffentliche Meinung untersuchte.
Karl Weber, der die Leitung des zürcher Instituts 1929 von Wettstein übernahm, betrachtete etwa die Unterhaltung, die heute in der Form des Events überall grassiert, als aus pure geschäftlichem Eifer entstanden und die dadurch entstehende Aufsplitterung des Publikumsinteresses gegenüber der Mannigfaltigkeit des Zeitungsinhalts als besonderes Merkmal im Verhältnis zwischen Zeitung und Leser. [S. 55]. Er konfrontierte die Wirklichkeit immer mit dem erstrebenswerten dialektischen Gegenpol Wahrheit, nach dem die Presse zu streben habe.
Mit der Entwicklung der Soziologie durch Max Weber wandelte sich auch die zuvor eher praxisnahe Zeitungskunde zu sozialwissenschaftlichen Problemstellungen. Öffentliche Kommunikation und ihre sozialen Bedingungen wurden zu ihrem exklusiven Erkenntnisgegenstand.
| Phasen der schweizerischen Publizistikwissenschaft (idealtypisch) [Abb. 2 | |||
| Phasen: 1. Elementar |
2. Komplex |
3. Integral |
|
| Träger | semiinstitutionell | institutionell | transinstitutionell |
| Objekte | Presse | öffentliche Medienkommunikation | Medienkommunikation |
| Regeln | geistes-/wirtschaftswissenschaftlich | sozial-/kulturwissenschaftlich | transdisziplinär |
Edzard Schade (Hg): Publizistik-wissenschaft und öffentliche Kommunikation. uvk. 2005
Nach 1945 kamen als Grundlagenfächer Politikwissenschaft, Psychologie, Soziologie und Theaterwissenschaften hinzu. Allerdings entstanden auch Identitätsprobleme gegenüber den ihren Aufgabenbereich zu Medienwissenschaft erweiternden Germanistik, als. Vorläuferin vonKommunikations- und Medienwissenschaften, die ebenfalls im Spannungsfeld von Politik, Wissenschaft und Praxis zu agieren hat. (Hier hat der Autor eindeutig die Wirtschaft vergessen!).
1968-75 setzte ein erster Konzentrationsprozess und damit das Zeitungssterben ein, das heute noch anhält. (s. Publizistische Machtblöcke). Gegenläufig zum Angebot an Arbeitsplätzen entwickeln sich allerdings seit Ende des 20 Millenniums die Studentenzahlen in der Publizistik, die boomen. Seltsam nicht nur auf Grund des schrumpfenden Bedarfs - sondern auch weil immer weniger Menschen sich trauen etwas zu denken oder gar zu sagen, oder, Gipfel der Frechheit, gar zu schreiben, was dem Mainstream nicht entspricht. Und dagegen hilft kein Studium.
Der Artikel Lic. Phil. Light in Publizistik, TagiMagi 41, S. 38-39,von Michèle Roten macht auf etliche Wunderlichkeiten des Studiums aufmerksam. Hier der dazu verfasste Leserbrief:
Es isch zum Hooröl saiche, dass sich nun offenbar auch noch die Publizisten hinter Wissenschaftlichkeit verstecken, anstatt endlich die dringen notwendige Basis für eine handlungsorientierte, poietische Wissenschaft zu legen. Publizistik ohne Journalismus, ohne PR, ohne Marketing was soll der Unsinn?
Dabei wird DAS Problem, mit dem sich Publizisten abgeben könnten, und dies auch am liebsten tun, bereits im Text erwähnt: Es ist alles so furchtbar chaotisch geworden, dass der Wirklichkeit mit keiner Spezialdisziplin mehr beizukommen ist. Es bestünde ein enormer Bedarf an Vermittlern von Inhalten zwischen unterschiedlichen wissenschaftlichen Disziplinen, als Dialogförderer, was ja ihrer sozialwissenschaftlichen Ausrichtung absolut keinen Abtrag täte. Diese Funktion würde ihnen offenbar auch zusagen, denn dazu braucht es präzise Leute, die sich nicht um Fakultätsgrenzen kümmern.
Wissenschaftler reden am liebsten mit Fachkollegen über ihr eigenes Fach. Im Gegensatz dazu müssten Publizisten also fähig sein, die Kommunikation zwischen Fachgebieten professionell zu analysieren, meiner Ansicht nach auch, sie zu gestalten. Ohne zumindest eine gewisse Sachkenntnis geht dies eh nicht. Mit der Sachkenntnis zusätzlicher Disziplinen würden sie dann allerdings zu richtigen Philosophen: Phil. Heavy.
Da hier noch ganz andere Probleme dahinter stecken, die nicht nur die Publizistik betreffen, hier einige Links zur Klärung der Hintergründe und der Terminologie:
* Da das Studium an der ETH, zwecks Umbau in Bachelor und Master System, im Umbruch ist, gibt es hier einiges zu diskutieren:. Unter http://www.brainworker.ch/forstingenieur/ finden Sie 39 Beiträge und Meinungen von Praktikern zur Ausbildung der Forstingenieure, die neu zu Landschaftsmanagern werden sollen.
* Gerade im Bereich Ingenieure , die ja eigentlich Praktiker sein sollten, die ja eigentlich ihre Bezeichnung von Génie ableiten, was auch Erfindung heisst, und Phantasie bedingt, sind recht offensichtlich in den immer mehr verwissenschaftlichten Disziplinen am falschen Ort. Das Problem liesse sich relativ einfach lösten, wenn man mal wieder bei den Griechen nachsehen würde, denn die sahen den Wald noch, da die Fakultätsbäume damals noch nicht so reichlich sprossen. Der Ausweg für Ingenieure wie für Publizisten hiesse: poietische Wissenschaft. [s. in: System der Wissenschaften - Was heisst wissenschaftlich? (Ernsthaftere Definition des Intenieurs unter: http://www.brainworker.ch/WAP/Ausbildung.htm , humorigere Definitionen wie diese: What is the definition of an engineer? Someone who solves a problem you didn't know you had, in a way you don't understand - unter http://www.brainworker.ch/WAP/witze.htm)
* Da alle handlungsorientierten Wissenschaften, sogar die Umweltwissenschaften, immer von Management reden, habe ich mal versucht abzuklären, was der Managementbegriff für solche Wissenschaften eigentlich bedeuten könnte (denn selbst tun sie dies "seltsamerweise" nicht): Diagnose -Design - Systemtherapie: Planung und Management zwischen Sein und Sollen. In dem Artikel finden Sie auch die Erklärung des Begriffs Phronesis, der eigentlich den Kern jeder Handlungswissenschaft bilden sollte, und sogar von Philosophie - womit die Lic.Phil. ja am rechten Ort wären.
* Da poietische Wissenschaften handlungsorientiert sind, sich aber nicht nur an Preisen orientieren sollten, und da Phronesis nicht eben zum Handgepäck eines jeden Wissenschaftlers gehört, müsste auch ein Päckchen Ethik im Rüstzeug der poietischen Wissenschaftler vorhanden sein: Beispiel Forstethik
Martin Herzog, Dipl. Ing. ETH, WEBDESIGN, Rheinfelden. 12. Oktober 2003/1.3.06
p.s: Alles schön und gut, aber alles recht idealistisch. Der grösste Teil zwischenmenschlichen Dialoges wird nämlich nicht damit verbracht, die Wahrheit zu suchen oder mitzuteilen, sondern andere im Sinne des eigenen Interesses (das nicht nur von den USA als "Wahrheit" interpretiert wird), der eigenen Rolle - oder des Interesses der Gruppe, der Firma, der Partei zu beeinflussen. S. Argumentation - Kritik als Suche nach der Wahrheit - Komplexe Argumentation -Fundamentalisten argumentieren nicht - Populismus - Dialog zwischen den Geschlechtern - Diskussionsforen - Kommunikationsanalyse
Deswegen ist die Verständigung unter den Menschen so schwierig ...
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