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Der Denker

Öffentliches philosophisches Forum für Gegenwartsfragen. Basel

Auf die Dauer der Zeit nimmt die Seele die Farbe der Gedanken an.

Marc Aurel

Manche Menschen würden eher sterben als nachzudenken.
Und sie tun es auch.

Bertrand Russell

Denken ist die schwerste Arbeit, die es gibt, deswegen beschäftigen sich auch nur wenige damit.

Henry Ford

Mit den zunehmenden Urheberrechtskriegen verlieren wir die Freiheit, Neues zu denken.

Lawrence Lessig

Definitionen, Formen und Strukturen des Denkens

Ohne ein Phantasiebild ist Denken unmöglich.  [Aristoteles]

Nur die Philosophie ist das freie, unbeschränkte, reine Denken. [Hegel]

Die Wissenschaft denkt nicht. [Heidegger]

Denken ist Argumentation mit sich selbst. [mh]

Denken ist ein inneres Gespräch, dass die Seele bei sich über das führe, was sie betrachtet. [Platon]

Sprechen ist lautes Denken [Philos. Lexikon. Kröner] Das Denken ist ein Sprechen - und dieses ein Hören [Kant]

Denken heisst Lernen [mh]

Man soll Denken lehren, nicht Gedachtes.
(Cornelius Gustav Gurlitt, dt. Architekt und Kunsthistoriker 1850-1938)

Aus diesem Grund geschieht es schneller und effizienter, als im Dialog und insbesondere schneller als in Foren. Aus diesem Grund ist es oft perspektivisch beschränkt. Zudem wird es zwar nicht durch Argumentationstaktiken der Gegner verlangsamt oder umgelenkt, wohl aber oft durch den Einfluss des Unbewussten. DIE Methode des unbewussten komplexen Denken Lassens ist die Intuition. Allerdings lässt sich auch intuitives Denken rational bewerten, da es bloss aus den im Hirn vorhandenen Informationen aufgebaut sein kann. Intuitionsanalyse wäre also eine rationale Erweiterung/Ergänzung der Psychoanalyse. [Um die Gemüter dafür frei zu machen wäre es dringen nötig, die Bibliotheken der Psychologie von altem Mist zu entrümpeln. Insbesondere Freud sollte entsorgt werden um den Blick frei zu machen auf andere, oft wichtigere Faktoren, die das Unbewusste formen, insbesondere der Trieb zur Macht und sein Handlanger, die List.

Wissenstransfer und Technologietransfer sind aber nicht bloss Unworte, sondern auch jedes ein Unding. Wissen lässt sich nicht transferieren, da es von einer Umwelt an weiteren notwendigen Informationen abhängt, dem Kontext. Wissenstransfer ist also ein eigentlich abzulehnendes autoritäres Modell, das mit dem Wissen gleich auch Werte liefert und das selbständige Denken umgeht. Das selbe passierte im letzten Jahrhundert im grossen Massstab durch bewusstlose Anwendung von Technik (s. auch Technologiekritik).

Denken ist eine psychische Fähigkeit, die leider nur selten als Tätigkeit eingesetzt wird, Informationen zu erfassen [zu begreifen], zu analysieren zu verstehen, zu vergleichen,, Zusammenhänge herzustellen, zu werten, zu sortieren. zu selektionieren und zu synthetisieren.

Da es dem König aber wenig gefiel, dass sein Sohn, die kontrollierten Straßen verlassend, sich querfeldein herumtrieb, um sich selbst ein Urteil über die Welt zu bilden, schenkte er ihm Wagen und Pferd.
"Nun brauchst du nicht mehr zu Fuß zu gehen", waren seine Worte.
"Nun darfst du es nicht mehr", waren deren Sinn.
"Nun kannst du es nicht mehr", deren Wirkung.
Aus: Günther Anders "Kindergeschichten"

Denken folgt dem ökonomischen Prinzip der Einfachheit wie dem Gestaltprinzip der Ganzheit. Denken ohne Einfachheit ist vermutlich bloss eine Frechheit, was die politischen Auswirkungen betrifft allerdings Dummheit. Denken ohne Ganzheit aber ist Kurzschluss.

Diese Informationen werden meist sprachlich vermittelt. Denken ist also an Sprache gebunden.

Diese Informationen werden unter bestimmten subjektiven Perspektiven bewertet.

Grenze des Denkens ist der Denkraum und Denkräume sind zugleich Wirkungsräume (Titel eines Beitrags meinerseits von 1995). Was wir nicht denken können, können wir auch nicht tun.

Die verarbeiteten Informationen wie Teile des Verarbeitungsprozesses, denken genannt, werden im Gedächtnis gespeichert.

 Denken ist also ein Prozess des Lernens.

Denken bedeutet aber auch: sich bewusst vorstellen, sich erinnern, nachdenken, Begriffe bilden, urteilen, gesinnt sein, Absicht(en) haben, vorhaben, willens sein; umgangssprachlich aber auch dafürhalten (glauben), meinen, sich eines Vorsatzes erinnern (daran denken) oder überlegen (nachdenken); psychologisch steht denken für den Prozess des Problemlösens. Nach Kant geschieht alles Denken durch Begriffe, Urteile und Schlüsse. Denken ist also im Gegensatz zu den Wissenschaften wertend - und darum die Aussage Heideggers: Wissenschaften denken nicht, nur

Bereits Aristoteles trennte diskursives Denken (Wissenschaft) von intuitivem Verstand, der Erfassung der Prinzipien, des Ganzen. Das lateinische ratiocinari macht die Beschränktheit rationalen Denkens deutlich, denn es bedeutete eigentlich rechnen und überlegen und wurde erst im späteren Gebrauch um argumentieren, schliessen, folgern erweitert. Cogitare (erkennen) und meditare wird ursprünglich synonym gebraucht, als: sich in die Sache versetzen. Diese philosophische Hochschätzung des intuitiven Denkens ging mit dem Siegeszug der Wissenschaften verloren. Bereits Pierce hatte erklärt, dass alles Denken denken in Zeichen sein muss. Frege bildete eine arithmetische Formelsprache des reinen Denkens und Wittgenstein machte auf die Probleme aufmerksam, die sich aus der totalen Abhängigkeit des Denkens von der Sprache ergeben: Denken ist kein unkörperlicher Vorgang, der dem Reden Leben und Sinn leiht, und den man vom Reden ablösen könnte. Ungebremst davon wie von den Erkenntnissen der Postmoderne entwickelte sich die Formalisierung und Mathematisierung des Denkens weiter. Die Systemtheorie führte zu etwas pragmatischeren Ansätzen und betrachtet Denken als besondere Anwendung der Trial-and-Error Methode, die manchmal mehr leistet als Deduktion.

Cogito wiederum scheint von cogo: zusammenbringen, sammeln her zu stammen, noch heute eine der wichtigsten Tätigkeiten der Forscher. Im scholastischen Mittelalter bedeutete cogitatio eigentlich die Erforschung der Wahrheit, abgeleitet von coagitare: zusammentreiben, von einem zum andern gehen, vergleichen.

Eine interessante obere Grenze des Denkens ist Ciceros Maximum des Denkbaren, über das hinaus es nichts Besseres, Vorzüglicheres und Schöneres in der Welt denken lässt, das für Gott steht. Die Römische Version von Allahu akbar.

Eine weitere Verwandtschaft von Philosophie mit Religion ergibt sich in dem, vor allem von Jaspers geprägten, appellierenden Denken, in der Religion "Predigt" genannt.  Appellierendes Denken bezeichnet die Art der philosophischen Aussage, die nicht bloss Sachverhalte mitteilen will, sondern, wie die Rhetorik und mittels Rhetorik, beim Empfänger ein spezifisches Verhalten auslösen möchte.  Wissenschaften wie Journalismus verbieten sich dergleichen eigentlich, obwohl sie es selbst betreiben. Welcher wissenschaftliche Bericht fordert nicht mehr Geldmittel? Welcher Journalist appelliert nicht an irgend welche Gefühle? Warum also sollte es verboten sein, an die Vernunft zu appellieren? Damit falsche Meinungen weiterhin gefahrlos neben richtigem Wissen bestehen können?
 

Formen des Denkens:

Klug fragen können ist die halbe Weisheit.

Francis Bacon

Es besteht Kommunikation, aber sie erfolgt immer zwischen nicht-kommunizierenden Röhren; zwar gibt es eine Öffnung, aber sie erfolgt immer zwischen geschlossenen Schachteln.

Präzise daraus, aus der Tatsache, dass nicht nur unterschiedliche Geschlechter, sondern auch unterschiedliche Menschen, unterschiedliche Denkansätze haben, weil ihre Denkstücke, ihre Basisinformationen unterschiedlich sind, führt uns zu einer anderen Lösung eines uralten Problems, nämlich Platons Höhlengleichnis. Derjenige, der sich aus den Fesseln befreit und die Welt unter ganz neuen Perspektiven sieht, kann nicht einfach hin gehen, und den noch gefesselten seine Wahrheit verkünden - der Befreite  muss erst die Mitgefangenen befreien, ihnen ermöglichen, selbst die neue Sichtweise zu erproben - sonst wird er zum Irren erklärt und wieder angekettet.

Eine gute Ehe fördert die Nebenbeschäftigung mit Hobbys. Eine Schlechte noch mehr!

Ephraim Kishon

Die primär intuitive Struktur des Denkens und die Verknüpfung zweier denkender und kommunizierender Menschen über eine Röhre erklärt uns auch das Problem zwischen Sokrates und Xanthippe, dem Inbegriff des bösen, zänkischen Weibes. Der ökonomische Aspekt, dass der Philosoph rumphilosophiert, wofür er aber kein Geld kriegt, seine Frau aber Haus und 3 Kinder in Stand halten muss, erklärt nur die Berechtigung zum Zorn - nicht aber, warum sie trotzdem zusammen blieben und 3 Kinder hatten. Sokrates hatte, als Philosoph, die ganze Welt im Kopf, und das war ihm genug. Xanthippe hatte Haus und Kinder am Hals, und auch das war ihr oft mehr als genug. Man darf aber annehmen, dass Sokrates ausreichend intelligent war, das Problem zu erkennen - bloss lösen konnte er es nicht, denn das hätte bedeutet, auf die Philosophie, zu Gunsten einer wirtschaftlicheren Tätigkeit, zu verzichten. Hätte er das tun können, wäre er nicht Sokrates gewesen. Es ist also anzunehmen, dass er die Vorwürfe seiner Frau zwar als berechtigt hinnahm, aber, im Sinne der klassischen Tragödie, keine Lösung sah. Xanthippe ihrerseits dürfte gewusst haben, womit sie sich einliess, als sie ihn heiratete - und genau dies erzürnt die meisten Menschen ja am meisten, wenn sie sich zugeben müssen: Eigentlich hab ich's ja gewusst ... aber er ist wer, er ist bekannt, wir sind bekannt, wir gehören dazu, wir sind wer .. und es gibt eigentlich noch ganz andere Probleme.

Kierkegaard war eh etwas verdreht, der dachte lieber an Frauen, als sich mit ihnen rumzuärgern, obwohl er eigentlich eine hübsche hatte, 20 Jahre jünger als er, von der er sich zwar trennte ... um sich zu ärgern, dass sie dann mit einem andern nach Indien zog und ihn mit ihren Memoiren ziemlich blamierte. Der Andere war zudem reich und Diplomat(isch), was Philosophen eben meistens beides nicht sind.

Heiratet auf jeden Fall! Kriegt ihr eine gute Frau, dann werdet ihr glücklich. Kriegt
ihr eine schlechte, dann werdet ihr Philosophen, und auch das ist nützlich für einen Mann.

Dazu seine Frau Xanthippe: Ich hätte lieber den gutgebauten Ringer heiraten sollen. Der würde nicht so viel reden.

Sokrates

Verstärkend hinzu kommt in dem Falle, dass Sokrates, immerhin Erfinder der Topik, sicherlich einer der besten zeitgenössischen Redner und Argumentatoren war. Wie sollte die arme Frau gegen so was Bestand haben (Ich kenn das Problem selber, Argumentation ist meine Leidenschaft, was Partnerinnen meist überbelastet hat - oder von vornherein grosse Distanz bewahren lässt). Der weise Sokrates hat also ebenfalls keine Lösung gefunden für das Grundproblem der meisten Beziehungen, das Steckenbleiben in endlosen Schlaufen absurden Dialogs: Warum bist Du so wie Du bist .... Sei dich selbst .. aber anders. Vermutlich erkannte Sokrates die Absurdität des Dialogs aber konnte ja selbst nicht raus, ohne sich aufzugeben. [Normale Menschen riskieren in der Situation schizophren zu werden]. Hätte er das gekonnt, so hätte er den Schierlingsbecher sicherlich nicht getrunken sondern zurückgegeben: Scheiss auf die Philosophie. Ab er sie war ihm heilig - und vermutlich wäre ein Sokrates, der nicht philosophiert, eben ein schizophrener Sokrates gewesen, genau so wie ein Sokrates, der sich zugeben muss, keine "normales" Familienleben führen zu können, oder gar, die Philosophie höher zu schätzen als das "normale" Leben ...  also haben die zwei eben ein "normales" Familienleben geführt.

Es kann natürlich auch ganz einfach sein, dass zur Zeit der Griechen die "allharmonischen Erwartungen" an eine Partnerschaft, die uns seit der Romantik prägen, ganz einfach nicht da waren. Es ist bekannt, dass es für die Griechen nicht nur lautlich sondern auch tatsächlich, nur wenig Unterschied zwischen eros, der Vereinigung des Unvereinbaren, und eris, dem Streit, gab.

Oft werden aber auch harmonische und gute Beziehungen von der Umwelt zerredet, wie extrem im Falle von Mozart und Constanze. Einstein etwa schreibt in seiner Mozart-Biographie, dass Mozart sie "in die Ewigkeit mitgenommen, sie aber diese Liebe und diesen Rum nicht verdient habe. Dazu ist allerdings zu bemerken dass Einstein selbst, ein Genie in Mathematik und Physik, sich gegenüber seinen Frauen genial beschränkt benahm. Die Ablehnung Constanzes beruhte bereits auf der Tatsache, dass sie aus einer wenig begüterten Familie stammte, und Mozart sie aus Liebe heiratete ... was damals noch wenig üblich war. Die Heirat war ein Mittel, Besitz und Familienname zu waren und zu mehren. Verfehlt scheint auch die Erwartung, dass sich hoch Begabte mit eben solchen Verbinden sollten, um ihre Begabung ausleben zu können. Einstein empfand die ihm geistig ebenbürtige Mileva eher als Last, während Mozart seine Constanze dauernd vermisste, wenn sie nicht bei ihm war. Er brauchte sie nicht, um mit ihr Werkkonzepte zu diskutieren, sondern um eine der Inspiration und Ausarbeitung förderliche Atmosphäre zu schaffen - durch Geplauder, Ablenkung, Zärtlichkeit. Sie war kokett und nicht immer treu, aber er liebte sie, und sie tat ihm gut. Intellektuöse Kommentare überflüssig.

 

Ein ebenfalls problematischer Fall war die Beziehung von Max und Marianne Weber. Sie war beileibe keine Xanthippe, sondern eine eben so verständige wie kluge Frau. Aber beide waren sich nur im Geiste verbunden, was den Körper, zumal Max Webers, zum Aufstand provozierte. Allerdings brauchte Weber 19 Jahre der ehelichen Impotenz ... um sein Glück bei Mina Tobler und später bei Elsa von Richthofen-Jaffe zu finden. Und auch da bleibt das Glück relativ, denn für die 20 Jahre jüngere Mina war er die Autorität, zu der sie aufschauen konnte, für Elsa ebenfalls eine Autorität, aber in dem Falle eher als Herausforderung, als Autorität die sie beherrschen wollte: Auch deshalb macht er sie wohl zur Herrscherin, weil er nur ihre Machtlust zu befriedigen vermochte.

Eine Ausnahme war die Ehe von Marie und Pierre Curie - aber die hatten offensichtlich die gleiche unbändige Lust am Forschen. Bis sie 1903 und 1911 zwei Nobelpreise erhielten (der letztere ging an Marie alleine, da Pierre 1906 bei einem Verkehrsunfall ums Leben gekommen war), lebten sie in äusserster Armut, ja sie mussten sogar den Rohstoff für ihre Forschung, die Pechblende, aus der eigenen Tasche bezahlen. (Wenn Sie denken, das sei heute alles viel besser .... na dann träumen Sie mal ...) Marie Curie hatte erst seit 1904 eine bezahlte Stelle als Assistentin ihres Mannes erhalten. Die Schwierigkeit, den radioaktiven Zerfall verständlich zu machen, sind heute nur zu verstehen, wenn man sich klar macht, dass es E=mc2 noch nicht gab, man sich also absolut nicht vorstellen konnte, wie eine Substanz Energie erzeugen sollte, ohne sich dabei zu verändern, also sich mit andern Substanzen, Sauerstoff z.B., zu verbinden.

Apropos absurder Dialog. Ein aktuelles Beispiel ist die Gleichberechtigung. Frauen verlangen von den Männern aber nicht nur, sie als gleichwertig zu achten, eine berechtigte Forderung, sondern ihnen "behilflich" zu sein, in den wirtschaftlichen Toppositionen auf eine adäquate Vertretung zu kommen. Auch das ein berechtigtes Argument unter gleichen, aber - es übersieht, dass Frauen bei der Wahl "ihrer" Männer ganz andere Signale aussenden, nämlich: Sei reich (so dass ich nicht arbeiten muss und trotzdem das Leben geniessen kann), seh gut aus, sei ein Alpha-Männchen, ein Herrscher (- aber natürlich nicht gegenüber Deiner Frau), sei intelligent (aber nicht so intelligent, dass sich deine Frau daneben dumm vorkommt) etcetc.

Wer weniger als 1500 Euro verdient, kann nur noch auf einen Verhütungsunfall beim One-Night-Stand hoffen. Wer monatlich über 2500 Euro netto (in Deutschland) verfügen kann, dem verzeiht frau auch Stirnglatze oder Bierbauch. Fast 90 % von ihnen können - irgendwann einmal - mit einem Stammhalter rechnen.

Surprise Nr. 109

Wie attraktiv Macht für Frauen ist zeigt sich deutlich im Falle Hitlers: Zarah Leander und Marlene Dietrich. Seine langjährige Freundin Eva Braun hielt er unter Verschluss, sozusagen im Harem, wie schon zuvor seine Cousine Geli Raubal, die sich aus Verzweiflung das Leben nahm, um die Begeisterung, ja der Massenhysterie die er bei seiner enormen weiblichen Gefolgschaft auslöste nicht zu gefährden. Leni Riefenstahl und Zara Leander halfen, Hitler zu popularisieren. Winifred Wagner, wie Leni Riefenstahl verehrten den Machtmenschen, und half ebenfalls, ihn zu glorifizieren. Sogar eine amerikanische Verehrerin, Unity (Valkyrie) Mitford, versuchte ihn finanziell zu unterstützen. Als dies nicht klappte, liess er sie fallen - und auch sie versuchte sich das Leben zu nehmen. Macht macht Eindruck. Auf der andern Seite stand vor allem Marlene Dietrich, die dafür noch lange nach dem Krieg in Deutschland verfemt blieb.

Eva Braun: Unpolitisch und vor allem an Mode, Musik und Film interessiert, stellt Eva Braun Hitler und seine Politik nie in Frage. ... Dennoch träumt sie in der ganzen Zeit als inoffizielle Geliebte davon, dass sie auch zur offiziellen ersten Frau im Staat aufsteigen wird. Sie ist bereit, sich voll Hitlers Willen unterzuordnen und will mit ihm unter allen Umständen bis zum Tod zusammen bleiben.

Magda Goebbels: Da Hitler vorerst unverheiratet blieb, übernahm Magda Goebbels die propagandistisch wertvolle Position der "First Lady"; sie repräsentierte das Dritte Reich bei Empfängen, Bällen und Staatsbesuchen.

Krieg mit Frauen ist der einzige, den man durch Rückzug gewinnt.

(Napoleon)

Kein kluger Mann widerspricht seiner Frau. ER wartet, bis sie es selbst tut.

(Humphrey Bogart, amerikan. Filmschauspieler, 1899-1957)

Vorsicht vor allen Geistern, die an Ketten liegen! Zum Beispiel vor den klugen Frauen, welche ihr Schicksal in eine kleine, dumpfe Umgebung gebannt hat und die darin alt werden. Zwar liegen sie scheinbar träge und halb blind in der Sonne da: Aber bei jedem fremden Tritt, bei allem Unvermuteten fahren sie auf, um zu beissen; sie nehmen an allem Rache, was ihrer Hundehütte entkommen ist.

Friedrich Nietzsche: Morgenröte 227


Wie oft! Wie unverhofft! - Wie viele verheiratete Männer haben den Morgen erlebt, wo es ihnen tagte, dass ihre junge Gattin langweilig ist und das Gegenteil glaubt! Gar nicht zu reden von jenen Weibern, deren Fleisch willig und deren Geist schwach ist!

Friedrich Nietzsche: Morgenröte 276

Weibchen senden bei der Wahl ihrer Männchen also konstant ganz andere Signale aus, als im rationalen Dialog - und präzise das ist das Grundmerkmal des absurden Dialogs. Die Emanze fordert also im öffentlichen Dialog ihren Mann dazu auf, Frauen zu fördern - macht ihn aber zu Hause zur Schnecke, sollte ihn eine Frau im Kampf um seine betriebliche Karriere schlagen. Der moderne, sensible Mann geniesst auf der einen Seite die Verweiblichung - erlebt sie aber gleichzeitig als Versagen, da er die Forderung, die auch Frauen immer noch an ihn stellen, egal ob ausgesprochen oder nicht, die Familie ernähren und zu Wohlstand bringen zu können, immer weniger im Alleingang erfüllen kann. Die Frau erlebt ihre Vermännlichung im beruflichen Erfolg als positiv - verbleibt aber den alten Verhaltensnormen verhaftet, nach denen als Partner nur starke und erfolgreiche Männer in Frage kommen. Diese nur halbe Befreiung führt zu einer enormen Absurditätsproduktion im zwischengeschlechtlichen Verhalten - und zum Absturz von Familie und Nachwuchs...

Georg Simmel hat dieses Verhalten, das im Falle der gatta morta zum dominierenden Prinzip wird, bereits 1917 in: Grundfragen der Soziologie (Individuum und Gesellschaft) behandelt:

Weiterhin hat, in der Soziologie der Geschlechter, die Erotik ihre Spielform ausgebildet: die Koketterie, die innerhalb der Geselligkeit ihre leichteste, spielendste, aber auch weiteste Realisierung findet.

Dreht sich die erotische Frage zwischen den Geschlechtern um Gewähren und Versagen (deren Gegenstände natürlich unendlich mannigfaltig und abgestuft und keineswegs nur radikaler oder gar nur physiologischer Natur sind), so ist es das Wesen der weiblichen Koketterie, ein andeutendes Gewähren und ein andeutendes Versagen wechselnd gegeneinander zu spannen, den Mann anzuziehen, ohne es zu einer Entscheidung kommen zu lassen, ihn zurückzuweisen, ohne ihm alle Hoffnung zu nehmen.

Die Kokette steigert ihren Reiz auf das Höchste, indem sie dem Manne die Gewährung sozusagen ganz nahe rückt, ohne dass es ihr schließlich damit Ernst wäre; ihr Verhalten pendelt zwischen dem ja und dem Nein, ohne auf einem Halt zu machen.

Nebst der, vermutlich eher in unterschiedlichen Tätigkeiten als durch Vererbung bedingten, unterschiedlichen Denkweise (intuitiv - systematisch), kommt ein weiteres Kommunikationsproblem zwischen Männlein und Weiblein hinzu: In der Phase der ersten Kontaktaufnahme (Jagd oder Verlieben or whatsoever) spielen Strategien und Taktiken, Verführung genannt (oder gar Kabale: das Ränkeschmieden), eine wichtige Rolle. Wo die Beziehung sich stabilisiert und eher partnerschaftlich wird, sei es in Ehe oder Konkubinat, wird eher ein offenes und ehrliches Verhalten ohne Strategien und Hinterlist gefordert ... mit Ausnahme der Sexualität, die immer noch schummrig bleibt. Natürlich wird (meist) Treue erwartet, andererseits will aber die Frau (Männer haben da weniger Probleme auf Touren zu kommen) eine erotische Annäherung, also, je nach Temperament, Verführung oder Eroberung- also doch wieder List, Phantasie, Strategien und Taktiken - und so ziemlich das Gegenteil von Emanzipation. Mit dem Dilemma dürften die meisten Beziehungen einige Probleme haben. Moritz Leuenberger (Rede über die List in der Politik) Unterscheidung von List und Manipulation bringt uns da auch nicht viel, aber doch ein bisschen weiter:

Verführung ist List. Verführung spielt mit dem Gegenüber und bringt es zu einem Tun, das es nur vordergründig nicht will, in den Tiefen seiner Seele jedoch ganz gerne ausprobieren möchte. Etwas anderes ist demgegenüber die Manipulation. Sie bringt den anderen zu einem Tun, das er nicht will.

Die Liebe ist
wie ein Stück Eis
in der Hand eines Kindes.

Sophokles

Weniger instinktgebunden, aber deswegen nicht von geringerem Einfluss, dürften Rollenspiel, Rollendenken, Rollenverhalten etc. spielen. Eine Rolle möchten alle gerne spielen, in dem Sinne, dass jeder für jemand und etwas wichtig genommen werden sollte, sonst leidet der persönliche "Sinn des Lebens" massiv. "Wer keine Rolle spielt", gleitet leicht ab in Depressionen. Nicht nur Frauen werden durch kulturelle Erwartungen in eine Rolle der Unterwerfung und Abhängigkeit gedrängt, Männer genau so. Entweder sie übernehmen die Rolle des starken Führers und Ver-Führers, oder sie passen sich an an die Rolle des Mitarbeiters und Auftragsempfängers, wobei die Hierarchie, als Macht-Treppe, eine beträchtliche Vielfalt an Spielen der Herrschaft und Unterwerfung, Verführung, sich verführen lassen, erlauben. Dieser dritte Einfluss auf das Denken, oder zumindest darauf, was Aussenstehende vom persönlichen Denken zu hören kriegen, macht den zwischenmenschlichen Dialog noch komplexer - und verständlich, warum bei Diskussionsforen schlich meist sehr wenig herauskommt.

Fazit:

A) Wer Emanzipation will, darf nicht nach Förderung rufen, sondern muss sich selbst befreien!

B) Für einen klareren Dialog zwischen den Menschen reichen also die bis anhin von mir favorisierte Argumentation nicht. Jeder sachlich-wahrheitsorientierte Dialog muss unter diesen Gegebenheiten dreigleisig beobachtet werden [s. Kommunikationsanalyse]:

 

Die sachliche (objektive) Ebene

Die persönliche (subjektive) Ebene

Die zielorientierte (strategische) Ebene

  • Die Agenda des/der Redenden oder Schreibenden (s. Rollenspiele):

    • Wer sagt was?

    • Warum tut er oder sie das?

Der Rest ist Psychologie, nachzulesen bei Watzlawik: Wie wirklich ist die Wirklichkeit, der auch heute noch zum selben Schluss kommt: Wer nur glücklich ist, wenn er unglücklich ist, dem ist kaum zu helfen. (Prägend ist hier insbesondere die ewige Opferrolle der Mütter, an der natürlich auch die Männer schuld sind, die ihrerseits diese Erbschuld versuchen abzuzahlen (wortwörtlich gemeint), und damit gleich Holz nachlegen (und nicht selten dann selbst zu Opfern werden)... s. auch: Double-bind-theorie) Muster des entgleisten Dialogs zwischen Männern und Frauen: Du verstehst mich nicht ... (pps, 99kb).

Die Ahnung der Frau ist meistens zuverlässiger als das Wissen des Mannes.

Rudyard Kipling

Kein Mann hat Phantasie genug, die weibliche Vernunft zu begreifen. Deshalb nennt man sie Unvernunft.

(Eleonora Duse, italienische Schauspielerin, 1858-1924)

Männer reagieren in ihrer Hilflosigkeit auf diese absurde Kommunikation oft mit Gewalt. Fern davon, diese Gewalt legitimieren zu wollen, ist doch zu bemerken, dass eine Kommunikation die es direkt auf Missverständnisse anlegt, wenig zur Friedensförderung taugt.


 

 

 

 

 

Der Hauptgrund aber, warum wir lieber für Geld arbeiten, so irrational Tätigkeit und Produkte sein mögen, als zu denken, liegt im Nuccleus accumbens. Dieser ist Zuständig für die körperinterne Verabreichung von Belohungen, wozu er selbst Drogen (Endorphine) benutzt. Hier entstehen die Glücksgefühle durch Opium, Koks, Amphetamine, Alkohol - und, "erstaunlicherweise" (na ja ....) durch Geld. Der Nucleus accumbens reagiert auf Geld genau so wie auf Sex oder Koks. Geld wirkt also echt wie eine Droge, wissenschaftlich bestätigt. Dass es vernünftig sei, Geld zu scheffeln, hat also wenig mit Vernunft zu tun. Es ist eine Sucht. Kapitalismus basiert also auf einer Sucht, ähnlich der Drogenabhängigkeit. Nichts als logisch, dass es ebenfalls der Nucleus accumbens ist, der dabei hilft, bedingte Reflexe anzudressieren, und zwar nicht nur bei Tieren. Unser Wirtschaftssystem ist also ein Suchtsystem das mit Geld-Reiz und (seltener) Geld-Belohnung die Menschen dazu dressiert, die Räder der grossen Maschine, auf deren Konstruktion und Funktion sie keinerlei Einfluss haben, weiter zu drehen und nie nach dem "Warum?" zu fragen.

M. Herzog, 15.12.04. Sehr frei nach Meyers Taschenlexikon + Ergänzungen aus verschiedensten Quellen

 

Strukturen des Denkens

Piet Mondrian 1942/43:

Broadway Boogie-Woogie

Aus den Überlegungen zum intuitiven Denken und zur Webphilosophie wird klar, dass Denken auf der Betrachtung, Kombination, Ausschliessung oder Gegenüberstellung von Elementen besteht, die oben Denkstücke genannt wurden. Es wäre nun interessant zu wissen, wie solche Denkstücke beschaffen sind, wie sie sich fassen lassen. Wenn wir darüber nachdenken, wie wir denken, kommen wir sofort darauf, dass dazu Symbole genutzt werden. In der Mathematik und Physik sogar Symbole, mit denen sich rechnen lässt, in der Chemie Symbole, mit denen sich neue Rekombinationen konstruieren lassen, und in der Sprache die Symbole, mit denen wir unser Denken, fühlen, wünschen zumeist verständlich machen, mit Worten. Das Atom des Denkens ist also das Wort. Keine neue Erkenntnis, denn das steht schon in der Bibel: Am Anfang war das Wort (Joh. 1,1-5). In der griechischen Version wurde für Wort "Logos" verwendet, dass allerdings bereits eher "Worte der Vernunft", als bloss Wort meint:.

Der logos bedeutet in der griechischen Grammatik erst einmal »(geschriebene) Rede« im Sinne ihres materiellen Gehaltes von Buchstaben, Wörtern, Syntagmen und Sätzen, in der griechischen Rhetorik dann »(gesprochene) Rede« im Sinne ihres Inhaltes.

http://www.ilexikon.com/Logos.html

Dass Vernunft der Ursprung aller Handlung sei, mag zwar Wunsch sein, nicht immer aber Realität. So lässt Goethe seinen Faust, ganz der postmoderne Macher (erst handeln, dann denken ...), sprechen:

"Geschrieben steht: »Im Anfang war das Wort!«
Hier stock ich schon! Wer hilft mir weiter fort?
Ich kann das Wort so hoch unmöglich schätzen,
Ich muß es anders übersetzen,
Wenn ich vom Geiste recht erleuchtet bin.
Geschrieben steht: Im Anfang war der Sinn.
Bedenke wohl die erste Zeile,
Dass deine Feder sich nicht übereile!
Ist es der Sinn, der alles wirkt und schafft?
Es sollte stehn: Im Anfang war die Kraft!
Doch, auch indem ich dieses niederschreibe,
Schon warnt mich was, daß ich dabei nicht bleibe.
Mir hilft der Geist! Auf einmal seh ich Rat
Und schreibe getrost: Im Anfang war die Tat!"

http://www.hansgruener.de/docs_d/krippen/aa_das_wort_2.htm

Wichtigster Baustein des Logos wiederum ist das Wort, oder noch besser, der Begriff, denn diese Bezeichnung macht deutlich, dass wir die meisten Dinge nur begreifen können, wenn dafür Begriffe existieren [weshalb die Wissenschaften für jede Disziplin fast ihre eigene Begriffsdefinitionen und oft Begriffe erarbeiten].

Auch dieses Atom ist heute spaltbar. Es enthält im Kern die Wurzel, die insbesondere in der arabischen Sprache den eigentlichen Bedeutungskern des Wortes trägt und an eine ganze Familie von Wörtern weiter vererbt. Die Kraft allerdings erhält es erst durch seine Verwendung, die Taten, Zorn, manchmal auch Denken, auslösen kann. Das Wort-Atom besteht also aus einem Bedeutungs-Kern und einer Aktions-Hülle, die ihm beträchtliche Kraft schenken.

Das Wort kommt sehr selten alleine vor. Es hat eine ungeheure Kraft der Assimilation, der Kristallisation von Gedanken, in dem es sich zu Sätzen, Paragraphen, Kapiteln, ja ganzen Büchern verbindet. Während wir allerdings in den letzten 300 Jahren enorme Fortschritte gemacht haben in der Analyse, vor allem der naturwissenschaftlichen, hapert es um so mehr bei der Synthese:

Denkstücke aus Analyse: Bereits Logik ist den meisten Politikern ein Gräuel. Aber auch die geisteswissenschaftliche Methode von Analyse und Synthese, die Hermeneutik, sind anspruchsvoll genug, dass die wenigsten Maturanden auch nur das geringste davon verstünden - nach 12 Jahren Schule. Von der Topik dürfte ausser ein paar Philosophen kaum jemand verstehen, was damit gemeint ist, obwohl sie in der politischen und sozialen Arbeit tagtäglich im Einsatz sein sollte. Ja sogar die trivialste Art der Begründung und Absicherung wahrer Rede, die Argumentation (Dialektik) ist heute auf einem derart kläglichen Niveau, dass Empedokles, der wichtigste Schöpfer der Rhetorik, heute wohl nicht erst in hohem Alter in den Vesuv springen würde.

Synthese der Denkstücke: Ein gebräuchlicher Ansatz ist die Intuition (s.o.). Das wichtigsten Syntheseinstrument naturwissenschaftlicher Forschung, Logik, Mathematik und insbesondere Statistik, sind anspruchsvoll, so dass offenbar sogar unsere heutigen Fachhochschulabsolventen massive Probleme damit haben. Das wichtigste, das systemorientierte Denken, ist zwar in aller Munde - stösst aber auf taube Ohren, denn sobald man dazu ansetzt heisst es: Das ist aber theoretisch .... Natürlich ist es theoretisch, und genau dazu braucht es die Theorie, um Dinge wieder zu einem Ganzen zusammen zu setzen. Die praktische Handlung dagegen ist meist sachlich wie räumlich recht isoliert (> lokal handeln), denn praktisch handeln kann man ja nur individuell, allenfalls als Firma, nicht jedoch als Gesellschaft (> global denken). Ein weiterer Ansatz wäre die historisch kontinuierliche Entwicklung, wobei man allerdings leicht mit dem Historizismus kollidiert, der dann behauptet, die weitere Entwicklung ergäbe sich zwangsweise aus der bisherigen.

Dabei wäre die Einheit und Ganzheit relativ einfach zu wahren, denn die Analyse beginnt mit der Zerlegung des Ganzen in Teile, von denen sie einen beträchtlichen Teil beiseite legt. Ein erster Schritt zur Synthese wäre also, die zerschnittenen Teile wieder zusammen zu fügen. Ein hilfreiches Instrument dazu wäre etwa die Formanalyse von Spencer-Brown, die bewusst macht, wie viel Bedeutung in einem einfachen Begriff stecken kann. (s. Freiheit, Wettbewerb). Weitere Schritte: Systemanalyse.
 

Semantische Trennungsprobleme:
Al-bum: Explosion des ganzen Universums
Aus-puff: Bordell geschlossen
Di-lemma: Andere Schreibweise für "Die Schafe"
Ein-wand-frei: Ein Haus mit nur drei Wänden
Erd-kunde: Ein Landkäufer
Fass-ade: Nie wieder saufen
Feld-herr: Mann auf der Wiese
Fis-kus: Bösartiges Knutschen
Geistes-abwesenheit: Gespenstermangel
Golf-strom: Deutsche Autobahn
In-sekt: Modischer Schaumwein
Kata-strophe: Gedichtet am Tag nach dem Rausch
Miss-verständnis: Die schönste Psychologin
Mini-mum: Ganz kleiner Mut
Näh-maschine: Gerät, das die Arbeit verweigert
Ohr-feige: Mensch, der sich vor den Ohren fürchtet
Schlaf-rock: Sehr langweilige Musik
Grüner Star: Joschka Fischer
Steuer-knüppel: Waffe zur Eintreibung staatlicher Abgaben
Stuhl-gang: Bande, auf Raub von Sesseln spezialisiert
Tai-fun: Spaß in Bangkok

Begriff/Begreifen:

Da wir das Atom des Denkens im Begriff fassen können, können wir nun auch die Strukturen des Denkens analysieren, und das erst noch relativ einfach, nämlich über die Struktur der Sprache. Das Molekül des Denkens ist der Satz, laut Wittgenstein gleichzusetzen mit dem Gedanken: Der Gedanke ist der sinnvolle Satz. Aber auch darauf darf man sich nicht beschränken in der Analyse des Geistes, denn der sinnvolle Satz wird erst zu einer sinnvollen Aussage, die Kontext und weiteres einschliesst (s. Informion) über den Text (textus = Gewebe). Der sinnvolle Text ist also Grundlage der Web-Philosophie.

Damit lässt sich nun Denken quasi wissenschaftlich analysieren. Dieser Aufgabe widmen  sich die Sprachwissenschaften (Linguistik). :

Insbesondere der Strukturalismus des Ethnologen Lewi Strauss - und nicht zu vergessen des Entwicklungspsychologen Jean Piaget, ist eine Frucht dieser Erkenntnisse. Er analysiert also immer die reellen Beobachtungen kulturellen Verhaltens parallel mit den unterliegenden sprachlichen Strukturen.

Mit dem linguistic turn wendet die neuzeitliche Philosophie des 20. Jahrhunderts sich der grundsätzlichen Auffassung zu, dass alle Erkenntnis der Logik der Sprache folgen muss und somit die sprachliche Struktur Voraussetzung und Grenze des Erkennbaren ausdrückt. Das philosophische Denken folgt damit dem sprachanalytischen Konzept, die Grundbedingungen unserer Erkenntnismöglichkeiten aus der Struktur der Sprache abzuleiten.

http://de.wikipedia.org/wiki/Linguistic_turn 

Weitere erfolgversprechende Kandidaten für den Posten eines Moleküls des Denkens wären der Gedanke, die Idee, die Theorie: Der Gedanke gilt heute als Resultat des Ideen konzipierenden, begriffsbildenden oder Begriffe zur Aussage verbindenden Denkaktes. Moleküle eben deshalb, weil sich bereits Elemente zu etwas Neuem verbinden. Diese Elemente sind eben primär die Begriffe.

Die Grundlagen des Be-Greifens werden bereits im 1. Jahr des Menschenlebens gelegt. Der wichtigste Schritt dazu ist das greifen, das nicht bloss eine motorische Aufgabe darstellt. Gegenstände werden aus der Nähe und Ferne sowie aus verschiedenen Richtungen gesehen, also perspektivisch. Wo also später das Erkennen unterschiedlicher Perspektiven nicht mehr klappt, muss das am fehlenden Be-Greifen liegen. Vielleicht durften Leute wie Bush, die so einfach gar nichts begreifen wollen, als Säuglinge einfach zu wenig mit Gegenständen rumfuchteln ... (Sie sehen, wie einfach unsere Sprache eigentlich konstruiert ist). Durch die ganze Ausbildungszeit hindurch wird a) der Wortschatz erhöht, und b) die Komplexität der Verbindungen. Aus Worten werden Sätze, aus diesen Abschnitte, Aufsätze, Artikel, Essays, eventuell ganze Bücher. Die Schriftsprache erlaubt also die Akkumulation, wie das Vergleichen und Verbinden von Wissen, also die Konstruktion ganzer Gedankengebäude.

Man sollte also weder Grammatik noch Semantik zu leicht nehmen. Man sollte sich nicht durch die Streitereien über die Änderungen der deutschen Grammatik in die Irre führen lassen, denn unlogisch oder falsch kombinierte und geschriebene Wörter sind noch lange nicht das grösste Problem im Umgang mit der Sprache. Eines Menschen Sprache ist seine Welt. Sie hat sich entwickelt von einfachen Lauten, über die sich Menschen in sozialen Gruppen darüber verständigten, was ihnen zusagt (Kraulen z.B.) und was nicht (beim Futtern anstehen müssen). Von den Urlauten äh (?), ähä (ja, !), ä' (Klicklaut in der Kehle, nein), mit denen heute noch viele Menschen auskommen, hat sich die Sprache zu einem Instrument entwickelt, das uns erlaubt Dinge zu beschreiben, mittels des Dingworts (Substantiv, Nomen), Tätigkeiten mittels der Tätigkeitsworte, Verben), Eigenschaften mittels der Adjektive - und vieles mehr. Die Sprache erlaubt uns präzise zu schildern was war, was ist, was sein wird; Vermutungen darüber zu äussern, was hätte sein können oder was werden könnte; Gefühle, Ängste, Wünsche, Forderungen, Drohungen auszusprechen und vieles mehr. Wir sollten also die technische Entwicklung der letzten 200 Jahre nicht überschätzen, denn die 5 Millionen Jahre, welche die Entwicklung der Sprachfähigkeit des Menschen evolutiv gebraucht hat, sowie die 2500 Jahre seit den Anfängen systematischen Denkens bei den Griechen (Philosophie), waren unabdingbare Voraussetzung dafür. Es scheint eher, dass der Mensch die Macht des Machens schneller entwickelt hat, als die Kraft, darüber nachzudenken, was er eigentlich da treibt.

Während aber unsere Zeit immer komplexer und die (Fach-)Sprachen immer mehr werden, scheint die im zwischenmenschlichen Dialog verwendete Sprache zu verarmen. Dies dürfte mit eine Folge grassierender Effizienzbemühungen sein. Mitteilungen gibt es viele, zu viele, also bemüht man sich, sie nur noch spezifischen Empfängern zukommen zu lassen, denen, von denen man sich etwas verspricht. Messen, Märkte und Veranstaltungen werden so immer gezielter und spezifischer, haben dadurch aber ein ausgewähltes Publikum, dass sich auf seine Wahl konzentrieren kann, und nebenher nichts störendes wahr nehmen muss. Das erwählte Publikum wird also engstirniger - und gleichzeitig wird das vorher breite Publikum dessinformierter, da sich immer mehr Informationsbereiche aus der Öffentlichkeit abmelden.

Eigentlich wäre dies auch eine Aufgabe der Semantik, zu zeigen, welche Trends da ablaufen. Es dürfte sich so auch wissenschaftlich belegen lassen, mit welch unerhörter und unerwünschter Dominanz die Ökonomie über unser Leben bestimmt. Tagtäglich, stündlich werden uns Begriffe um die Ohren geschlagen wie Wettbewerb, Freiheit, Produktivität, global, Markt, Zwang, Börse, IPO, etc. Bereits sprachlich dominiert die Wirtschaft - benutzt aber die Begriffe so, wie es ihrer eigenen Bestimmung gemäss ist, entfremdet sie dem Allgemeingebrauch. Am besten zeigt sich das am Begriff der Freiheit, der bereits fast vollständig auf Wirtschaftsfreiheit reduziert wurde.

Ein gutes Beispiel dafür ist mein eigener Beitrag zur Bildungspolitik der Schweiz. 2002 angelegt, nach und nach erweitert, kommt der ganze Oekono-slang drin vor - obwohl ich kaum als Vertreter dieser Sippe verdächtigt werden kann: Die Leistung zählt ... Effizienz ...Wachstum ... Kosten ... Bildungsrendite. Ganz einfach weil uns diese Worte tagtäglich um die Ohren gehauen werden, übernehmen wir sie selbst nach und nach, werten damit, entwerten damit, ohne sich dessen bewusst zu sein, andere Aspekte der Bildung..

Mit der Wirtschaftssprache taucht auch der neue Priester auf, der MBA, der die Menschen aus den höllischen Versuchung, sich Musse und unproduktiven Interessen hinzugeben, in den Himmel der maximalen Zeitausnutzung und der höchsten Produktivität führt.  Auf der andern Seite, was die echten Wünsche und Bedürfnisse der Menschen betrifft, geschieht eine grauenhafte Banalisierung und Vermarktung über talk-shows, also inhaltsleeres Geschwätz, das den Wortgebrauch so nach und nach wieder auf äh, ähä und ä'ä' zurückführen wird..

Martin Herzog, Basel, 31.10.05

p.s:

Der Spinner

Ein Psychotherapeut ist ein Mann, der die Miete kassiert, wenn Leute ein Luftschloss bewohnen.

Danny Kaye

Denker und Spinner, Genie und Wahnsinn, liegen oft näher beieinander, als einem lieb wäre. Warum dem so ist, lässt sich, allerdings sehr leicht am Beispiel der Normalverteilung des IQ aufzeigen. Sie sehen anhand der Graphik, dass Menschen mit einem IQ von weniger als 70 als debil, mit weniger als 60 sogar als Schwachsinnig eingestuft werden. Der Fall Daryl Atkins hat gezeigt, dass der Flynn-Effekt, also eine Verbesserung des IQs durch Lernen, durch eine geistig anregendere Umgebung, tödlich sein kann. Angeklagten mit einem IQ von weniger als 70 wird eine derart verminderte Schuldfähigkeit zugeordnet, dass die Todesstrafe nicht auf sie angewandt werden darf - und das in Texas, wo derartige IQs doch recht häufig ..... Zu den 1 bis 2% der langsamsten Denker zu gehören erlaubt also eine gerichtliche Zuordnung zur Kategorie "Spinner, Verrückte, Unzurechnungsfähige ..."

Wenn Sie nun die andere Seite der Kurve ansehen, also die 1 bis 2% der Menschen, die über einen IQ von über 130/140 verfügen, handelt es sich also um Schnelldenker, um Genies.  Während die Langsamdenker kaum in der Lage sind, Gedanken der "normalen" Bevölkerung nachzuvollziehen, ist die "normale" Bevölkerung wiederum oft nicht in der Lage, die Ideen der Schnelldenker zu begreifen, und erklärt so die Urheber ihres Unverständnisses zu Spinnern.

"Verrücktheit" ist also kein klar abgrenzbarer Krankheitszustand, wie etwa eine Grippe, sondern wird nur an relativ mangelhaften Leistungen und Fehlleistungen des Denkapparates erkannt. Dass dieses Urteil oft auf schwachen Beinen steht, gerade weil die normale Denkleistung ihrerseits wiederum recht oft ziemlich beschränkt ist, hat die Psychiatriekritik der 68er prominent aufgegriffen. Die Kategorie "krank" ist hier äusserst schwierig zu definieren, also da, wo die Resultate des Denkens nicht den "Erwartungen" der Umwelt entsprechen, und/oder zu unangepasstem Verhalten und damit zu persönlichem Leiden führen, oft auch eine Gefährdung für die Mitbürger darstellen. Das mag simpel und unverdächtig tönen -aber wenn Sie sich nun in die Zeit des 3. Reiches zurück versetzen: Damals war es äusserst unangepasst, an den Zuständen und Absichten Zweifel zu äussern. Wer Widerstand bot, wurde also nicht bloss aus politischer Taktik für Verrückt erklärt, er war es eigentlich ... Ein warnendes Beispiel, dass uns zeigt, dass man manchmal einfach verrückt sein muss - um normal zu bleiben. Der Unangepasste, der Spinner, oft sogar als Asozialer zu bezeichnen, stellt sich neben oder über die Gesellschaft, will oder kann sich nicht integrieren. Als solcher wird er von der Gesellschaft bestraft, zumindest mit Liebes- und Achtungsentzug, bis er auf den geraden Weg zurückkehrt. Wir sehen also, dass es berechtigte Gründe gibt, sich ab-normal oder a-sozial zu verhalten. Da diese Gründe aber von Einzelnen vorgetragen werden und (noch) nicht gesellschaftsfähig sind, müssen sie durch recht umfangreiche Tatsachen und Argumente gestützt werden, die ihrerseits wiederum dann eben nicht auf der selben "seltsamen" Denkstruktur beruhen dürfen, sondern sich der "normalen" Denkkategorien" bedienen müssen, um verständlich zu sein, akzeptabel zu werden - und dadurch der gesellschaftlichen Entwicklung einen therapeutischen Anstoss zu vermitteln vermögen. Man muss also zwischen zumindest zwei Arten von Asozialen unterscheiden:

  1. Der egozentrische Asoziale, der sich und seine Interessen über alles stellt. (s. Kanton Zug - ein Hort der Asozialen).

  2. Der exzentrische Asoziale, der die Verhaltensmuster der Gesellschaft kritisiert und für sich nicht annimmt, weil sie seines Erachtens nach die Gesellschaft in die Irre führen. (s. Philosophen, Intellektuelle & Zyniker)

Es hat noch keinen großen Geist ohne eine Beimischung von Wahnsinn gegeben.

Lucius Annaeus Seneca

Insbesondere anhand des Umgangs mit der Dressur auf wirtschaftliche rationales Verhalten zeigt sich das Problem, Wahn von Sinn zu scheiden. Das stellte Erich Fromm bereits vor 30 Jahren fest in Haben oder Sein: Für Spinoza ist psychische Gesundheit in letzter Konsequenz hingegen ein Symptom der Unfähigkeit, in Einklang mit den Erfordernissen der menschlichen Natur zu leben. Dagegen, wenn der Habgierige an nichts anderes denkt als an Gewinn und Geld, und der Ehrgeizige an Ruhm etc., so gelten diese nicht als wahnsinnig: weil sie lästig zu sein pflegen und für hassenswert erachtet werden. ... Im Gegensatz zur heute herrschenden Ueberzeugung, dass Menschen, die in erster Linie von der Gier nach Geld, Besitz und Ruhm angetrieben werden, normal und angepasst seien, hält Spinoza sie für äusserst passiv und im Grunde krank. Der sog. "gesunde Menschenverstand", der sich immer an das Uebliche anpasst, kann also massiv daneben liegen, wenn eine ganze Gesellschaft in die Irre geht.

Und genau so wie jede Gesellschaft nur eine therapeutische Dosis an Spinnern verträgt, die sie "auf den rechten Weg" führen will, genau so erträgt sie nur ein gewisses Mass an Egozentrikern, die alles dafür einsetzen, ihren Materiellen Besitz zu mehren. Dass für grosse Investitionen grosse Kapitalien nötig sind, ist einigermassen banal. Was dabei aber immer mehr untergeht ist die Ergänzung: Dass nur Möglichkeiten für kleine Investitionen und kleine Kapitalien (real, finanz- wie soziales und geistiges Kapital gemeint) die Existenz der Kleinen sichern kann, wird verdrängt.

Die Bedeutung und Macht der exzentrischen Asozialen hat übrigens bereits Alexander der Grosse begriffen. Wenn er zu Diogenes sagte: Wäre ich nicht Alexander, wollte ich Diogenes sein. Man kann wohl annehmen, dass die Aussage weniger auf eine verborgene kontemplative Ader von Alexander schliessen lässt, oder gar darauf, dass er lieber in der Tonne oder Sonne rumgefläzt wäre, als sich in Mesopotamien eine Medikamentenvergiftung zu holen, sondern dass er das auch als Machtmensch sagte. (So gaaaanz am Rande, je wirtschaftlicher desto mehr am Rande, kommt diese therapeutisch-gesellschaftslenkende Funktion der Egozentriker oder Hofnarren den Medien zu.)

Die Beschränkung psychologischer und psychiatrischer Forschung auf extreme Ausfälle und Fehlleistungen des Denkens, hat dazu geführt, dass das "normale" Denken selbst verdächtig subversiv und dubios wurde. Kaum jemand traute sich mehr danach zu fragen, warum er so oder so denkt, weil im Hintergrund die Furcht lauerte: Ich will meinen Vater umbringen und ... etc. obwohl Robert de Niros Antwort in "Analyze that" vermutlich meist weitaus treffender wäre: Hey, man. I want to f.. my mother? Have you seen my mother? She is 70 and has 200 kg ... you are nuts (nur sinngemäss zitiert). Dass Sex den Menschen zwar dominiert, er aber noch eine ganze Serie anderer Probleme hat, die ihn zum Denken bringen; dass es interessant wäre, zu wissen, warum wir so oder so denken ohne gleich im dunkelsten Sumpf der Verdrängung zu landen, ging vergessen. Es wäre also angebracht, den historisch bedingten, zum Teile nach wie vor gültigen Ansatz von Freud endlich zu erweitern und zu korrigieren, etwa nach den Vorschlägen von Jacques Lacan, der in seiner Psychoanalyse nicht primär nach Schweinereien, sondern neutral nach Spuren von Erfahrung und Wahrnehmung (Signifikat) sucht, die er Signifikant nennt. Lacan setzt überdies ebenfalls auf die Analyse der Sprache um dem Denken auf die Sprünge zu kommen.

Seinem Signifikanten entsprechen in der modernen Hirnforschung, die solch geistige Vorgänge nun oft materialisieren kann: synaptische Spuren. Dieser effektiv materielle Auf- und Abbau von Verbindungen im Gehirn der auf Nutzung/Brachlegung beruht, zeigt die Bedeutung a) eines besseren Verständnisses der Lern- und Denkvorgänge und b) einer besseren Nutzung dieses Instruments, dass offensichtlich temporäres Heim von Geist und Seele ist.

Herzog, Basel 19.12.05

Ex-AKUT: Nackte Körper sind immer noch das Erste, das nach Zensur ruft, und dies nicht mal im Islam:

www.diskussionsforen.ch wurde 8.1.08 auf Antrag des Providers Genotec, Liestal, nach SR 311 http://www.admin.ch/ch/d/sr/311_0/a197.html von mir nach dessen Vorgaben selbszensuriert, dopppelt zensuriert 11.1.08 auf Antrag Roger Hofstetter, Geschäftsführer Genotec AG - und trotzdem am 23.1.08 vollständig vom Netz genommen.

Der Versuch, der seit 27.05.06 läuft (s. Beschreibung unter http://www.brainworker.ch/webdesign/web-wirkung.htm#disclaimer_sexcontent: Motto: Denken heisst immer auch Ueberprüfen von eigenen Annahmen aber auch der Einstellungen/Meinungen der Massen) wurde also vom Provider beendet, um es klar auszudrücken, zensuriert. Der Versuch ging an die Grenzen, womöglich etwas darüber hinaus, aber Zensur darf nicht auf Grund persönlicher Empflindlichkeiten oder Aengste von Providern stattfinden. Detaillierte Analyse der rechtlichen Situation sowie der speziellen Problematik beim Thema Pornographie s.

Zensur  ... gestern - und heute, im Internet:

Dank Pornographie entspannte, aufgeweckte, weniger aggressive Jungs

Der Provider steht nicht ganz allein, denn eine Seite, nur eine einzige der 12 in Betracht kommenden, wurde auch von der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien (9.1.08) auf Antrag Zerneke (22.11.07: keine Kopie oder Anfrage an mich), Quedlinburg, bei kjm (Kommission für Jugendmedienschutz der Landesmedienanstalten. 18.12.07. Keine Kopie oder Anfrage an mich) im Schnellverfahren zur Indexierung beantragt (in der alten Version natürlich! Tja, das gibt's noch, allerdings nur in Deutschland (nebste dem Vatikan). Webseiten aus Deutschland sollten also, trotz Selbstzensur, zur Zeit nicht hierher verlinken, bis der Entscheid getroffen ist. Die Werbung für zensierte Medien, wozu auch Verlinkung zählt, ist in Deutschland strafbar.Es cheint also, dass Schweizer Webprovider oft päpstlicher als der Papst agieren (s. auch Fall Indimedia). Hinter der Website www.diskussionsforen.ch stecken 5 Jahre Aufbauarbeit. Ich betrachte das Vorgehen des Providers als Nötigung und werde eine gerichtliche Beurteilung verlangen *, denn der Deutsche Kinderschutz beurteilt Pornographie auf jeden Fall viel restriktiver als die Schweizer Normen - und es geht nicht an, dass ein Schweizer Provider auf Grund seiner persönlichen Einstellung hier vorauseilenden Gehorsam auf noch schärfere Restriktion verlangt.

Wer nicht denken kann, glaubt. Wer Angst vor dem Denken hat, glaubt. Wer glaubt, denken zu können, glaubt. Und das glauben fast alle.
(Karlheinz Deschner, dt. Schriftsteller u. Historiker, *1924)

Die gerichtliche Beurteilung ist erfolgt, kostet mich 30 Tage Haft bedingt + Spesen. Es ist also ein Irrtum zu glauben, die Schweiz wäre liberaler als Deutschland in Sachen Pornographie. Das Problem ist, dass sich ein Richter natürlich an die gegebenen Gesetze halten muss, und die nicht ändern kann, auch wenn es dafür Gründe gäbe. Volk und Regierung müssen also selbst die Verantwortung dafür übernehmen, welche Gesetze sie erlassen, wie welche altgedienten, aber oft obsoleten, nicht mehr dem Geist der Zeit gemässen, sie am Leben lassen.

Auf Grund dieser nun eigenen Erfahrung verstärkt sich mein Zweifel am Nutzen von Autorität und Gesetzen in der Lenkung der Menschen, denn so was erweckt in mir nicht mehr Ehrfurcht vor dem Gesetz (der Richter war allerdings gut), sondern eher den Schluss: Na ja, nun bin ich also ein Krimineller ... da hat man doch gleich ganz andere Möglichkeiten, z.B. was Rentables zu tun, wie eine Bank überfallen oder so. Na ja, da müsste man zur Zeit eben das "oder so" wissen, denn bei den Banken könnte es einem heute gehen wie Asterix und Obelix beim Versuch zu Geld zu kommen in Le Chaudron [s. Finanzkrise]: