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Geschichte Chinas, des Tibets und der Dsungarei (Xinjiang)

[Brunhild Staiger (Hrsg): Länderbericht China. Geschichte,-Politik-Wirtschaft-Gesellschaft-Kultur. Primus VerlagHamburg 2002
Alex McKay: The History of Tibet. 3 Vol. Routledge Curzon. London/NY 2003,
Tibet -die Geschichte ab 100 v. Chr. ]

China gehört ohne Zweifel zu den Urkulturen. Auch wenn sich Wittfogels hydraulische Theorie (Kulturen entstanden dort, wo die Komplexität und Langfristigkeit der Bewässerung durch Flussysteme wie in Aegypten, Mesopotamien, am Hindus und Yang Tse eine entsprechende Organisation nötig machten), so nicht belegen lassen, noch weniger Fernand Braudels Ansicht, China sei eventuell die einzige Primärzivilisation. Auch wenn die erste Grosskultur Chinas, die Xia-Dynastie ( 2100 BC–1600), eher ein Mythos scheint, so weist China doch eine Anzahl Kondensationskerne für Hochkulturen auf.

Die erste patrimoniale Ordnung, ein als Pietätsverband konstituiertes Reich, die darauf folgende Shang Dynastie, (16. - 11. JH.), war eigentlich ein grosser Familienbetrieb oder Clan -so wie wir das heute noch in vielen Ländern Asiens (bis zum Rumänien Ceaucescus, dem Chile, Peru etc. ...) finden.

Bereits die 3. Dynasite, die Zhou (westliche: zirka 1122/1045-770 v. Chr., östliche: (770-256 v. Chr.) , legte den Grundstock für das Selbstverständnis Chinas als <Mitte der Welt>. Der König wurde als Repräsentant einer unversell gedachten chinesischen Kultur verstanden, die es missionarisch zu verbreiten galt. Die Zhou entwickelte bereits ein ausgeklügeltes Lehensystem, also eine Feudhalherrschaft - mit entsprechenden Problemen, die dann auch zum Untergang der Dynastie führten.

Hier entstanden bereits die wichtigsten philosophischen Richtungen, zu einer ähnlichen Zeit wie in Europa die griechischen Philosophen begannen  das Denken zu analysieren, zu strukturieren - und auf die Wahrheit auszurichten (= Philosophie).

Quin-Dynastie (221-206 BC): Qín Shǐhuángdì, besser bekannt als Yíng Zhèng oder kurz Zheng, war der Begründer des chinesischen Kaiserreiches. Er vereinigte die Sieben Streitenden Reiche und dehnte die Herrschaft auf die heute bekannte Grösse aus. Das Ordosgebiet (Innere Mongolei) nördlich des grossen Flusses (Jangtsekiang) und Gansu im Westen wurden erobert. Die grösse seiner Armee wurde bis weit ins 19. JH nicht mehr erreicht, nicht mal von Napoleon. Der Waffenbau war industrialisiert. Die Armbrust bereits eine äusserst moderne Version mit Abzugbügel aus Metall, worauf Europa noch 1500 Jahre warten musste.
In den Mitteln war er nicht wählerisch. Seine Herrschaft war eine Diktatur. 700'000 Sklaven mussten ihm ein Grabmahl errichten. Bücherverbrennungen und Hinrichtungen waren an der Tagesordnung. Die Chinesische Mauer wurde unter Einsatz von Bestitz- und Arbeitslosen verstärkt. Von den 30 Millionen Einwohnern seines Reiches endeten über 2 Millionen durch Hinrichtung oder in der Zwangsarbeit. Allerdings führte er auch eine Zentralregierung und ein einheitliches Münzsystem ein, baute 6800 km Strassen (1000 km mehr als Rom zu seiner besten Zeit unter Trajan und Hadrian, vereinheitlichte Mass- und Gewichtssystem, etwas wozu die Europäer erst noch auf Näpi warten mussten. Auch die Länge der Wagen aller Händler und Bauern wurde festgelegt - auf 1,82 Meter. Zudem beschloss der Kaiser, wie der Haarknoten bei Männern zu sitzen hatte, welche Form der Schnurrbart haben durfte und wie die Kleidung geschnitten sein durfte. Untertanen, die gegen diese Regeln verstießen, mussten mit hohen Strafen rechnen, die sogar die Todesstrafe einschlossen.

Hier entschied sich ein weiteres zentrales Konzept: Immanuel Wallerstein zeigte, dass ein Verband konkurrierender Staaten besser geeignet ist, einen Modernisierungsschub zu erzeugen, als ein Grossreich, das intellektuellen und technologischen Konservativismus begünstigt. D.h., Wettbewerb unter Staaten ist besser für die Entwicklung von Vielfalt. Macht bedeutet Monotonie. Eine Warnung an die Wirtschaft heute ...

Die Quin-Dynastie ging durch Bauernaufstände zu Grunde ... 900 Arbeiter waren wegen Regen zu spät zur Arbeit erschienen und sollten hingerichtet werden. Innert weniger Tage entstand eine Armee von 300'000, welche diese Herrschaft hinwegfegte.

Han_Dynastie (221 BC - 220 n.Chr.: Kaiser Han Wu Di (156-87 BC): Im Süden wurden Guangdong und Guangxi erobert und beträchtliche Teile Vietnams. Im Westen, in Baktrien, welches die Griechen 200 Jahre lang besetzt gehalten hatten, musste er sich nun mit den Hunnen auseinander setzen. Im kostspieligsten Feldzug der Han Dynastie wurde der Westen bis zum Pamir (heute Tadschikistan) und Ferghana erobert (heute aufgeteilt zwischen Usbekistan, Kirgistan und Tadschikistan), womit die Seidenstrasse, seit der Bronzezeit "in Betrieb", wieder offen war. (Die zweite Karte, Seidenstrasse im 1. JH, macht auch deutlich, woher die Arier eigentlich kommen. Es handelt sich bei <Aria> um eine östliche Satrapie des Perserreiches, liegt also im heutigen Afghanistan und entspricht der Provinz Herat. Direkte Abkommen dieser <Arier> sollen die Kroaten sein. War also nix mit den blonden, nordischen Völkern, denn die Bewohner sind hauptsächlich Tadschiken, also persischer Herkunft.

Auch die Herrschaft der Han Dynastie provozierte Bauernaufstände, da seine Verfassung Kleinbetriebe diskriminierte, unbezahlbare Zinsen die Güter nach und nach in die Hände der Reichen fallen liess, und die Bauern zu abhängigen Pächtern machte.

Xin Dynastie (9-23 n.Chr): Wang Mang beschränkte den Grossgrundbesitz und verteilte das frei gewordene Land. Dem Adel gelang es allerdings, mit Hilfe von Bauern (vermutlich nicht Kleinbauern ...) den "Usurpator" zu stürzen. So wurde diese Dynastie zur kürzesten der chinesischen Geschichte ...

Die Zwischenperiode der Reichsteilung - die Zeit des Zerfalls - (220-581)

Tang Dynastie (618-906): Erst hier beginnen die Auseinandersetzungen von China mit Tibet und der Tsungarei.

668 wurde die koreanische Halbinsel im Sinne Chinas geeinigt, was auf Japan einen derart verheerenden Eindruck machte, dass sich Japan von selbst, quasi im autonomen Nach- oder besser Vorvollzug nach den Vorstellungen Chinas einrichtete. Gerade diese Vorgänge zeigen, dass Asien ein sensibles Gesamtsystem ist, in dem sich einzelne Länder nicht isolieren lassen ... also präzise das selbe wie in Europa (... wo auch die "Unabhängigkeit" der Schweiz, systemisch betrachtet, ein Witz ist.)

Im Osten drangen die Chinesen bis nach Persien vor, dem Reich der Sassaniden. Die Seidenstrasse erlebte zwischen 630 und 750 ihre grösste Bedeutung. (Marco Polo kam also ziemlich spät ...). 751 fand hier eine für die Weltgeschichte entscheidende Schlacht statt, die Schlacht am Talas, bei der die Truppen der Abbasiden (Baghdad) den Vorstoss der Chinesen nach Transoxanien (Zentralasien) stoppten. Als Ursache für die Niederlage wird angenommen, dass die Söldnertruppen en Masse zum Islam übertraten.

Eine Bodenreform gab den Bauern in den Kernprovinzen 6.5 ha Land (was nicht sooo viel ist, bedenkt man die Trockenheit). Aber der Aufstand des An Lushan, eines türkischen Generals, der fast 10 Jahre dauerte, kostete 36 Millionen Menschen, 3/4 der Bevölkerung, das Leben. Der nun generelle Bürgerkrieg konnte nur durch die (gekaufte) Unterstützung der Uiguren beendet werden.

Uebersicht: Chinesische Herrschaftsdynastien
 

Shang
16.-11. JH BC
Zhou
11. - 771 BC
Frühlings- und Herbstannalen
771-481 BC
Streitende Reiche
474-221 BC
Qin
221-206 BC
Han
221BC- 220
Han (Völker-Wanderungen)
221BC- 220
Drei Reiche
220-280
Jin West
265-316
Jin Ost
317-420
Sechs Dynastien Periode / Nördliche Wei 317-589 Liang
502-557
Sui
581-618
Tang
618-906
Song
960-1290
Yuan (Mongolen)
1279-1368
Ming
1368-1644
Quing
1616-1912

Song Dynastie ( 960-1290): Im Westen wurde das Reich nun durch die tibetisch-türkische-uigurischen Xixia (s. Tanguten) bedroht, und musste 2% des Staatshaushalts an Tribut bezahlen - was allerdings einiges billiger war als Krieg führen. Erst 1279 unterlag das 300-jährige Reich, wie ein grosser Teil der damaligen Welt, den Mongolen. Kaiser Wang Anshi, wieder ein früher Staatssozialist, setzte auf die Bauern. Billige öffentliche Kredite sollten sie von der Last des Wuchers befreien. Eine Staatsuniversität sollte auch praktische Dinge wie Verwaltungs- und Finanzwissenschaften lehren - was die Herrschaft der Erbelite brach und zumindest städtischen Schichten den Zugang zur Beamtenlaufbahn öffnete. Oeffnen sollte, denn die herrschende Schicht interpretierte ein paar verheerende Unwetter als deutliches Zeichen des Missfallens des Himmels, und entledigte sich Wang wie seiner Reformen.

Der Süden erlebte einen wirtschaftlichen Boom, da dank neuer Reissorten die Erträge beträchtlich gesteigert werden konnten. Dazu kamen ähnliche Restrukturierungen wie heute empfohlen: Grosse Betriebe (economy of scale) - billige Arbeitskräfte, am besten gleich Sklaven. Tee-, Seiden- und Baumwollproduktion erreichten neue Rekorde und als Innovation die Porzellanproduktion in weiss und grün (Seladon). Es entstand eine breite Händlerschicht, und neben dem Grossbürgertum auch ein Kleinbürgertum. Die Zirkulation wurde beschleunigt durch die Herausgabe von Papiergeld und, man höre, bargeldlose Zahlungen - ein halbes Jahrhundert bevor diese in Süditalien "erfunden" wurden. Gleich wie in Italien fand hier aber eine umfangreiche Urbanisierung statt, vor allem am unteren Yangzi (Jangtse). Suzhou erreichte bereits 1250 eine Grösse von  2.5 Millionen Einwohnern, Hangzhou  3 Millionen, während dem Mailand, damals die grösste Metropole im Westen, gerade mal 200'000 Einwohner hatte. [Die Schätzungen decken sich allerdings nicht ganz mit andern, eben weil sie Bewohner einer Region zählen und nicht bloss die eigentlichen Stadtbewohner).

Allerdings erreichten diese Städte nie Eigenständigkeit (Reichsfreiheit). Sie mussten dauernd irgendwelche Abgaben, Sondersteuern und Geschenke abführen (na ja, warum eigentlich nicht? Sie hatten's ja. Dass Städte ein Recht auf Knechtung der Bauern haben wie im Westen, spricht ja auch nicht grad für eine hohe Kultur.).

Von der Yarlung-Dynastie Tibets zur Tang-Dynastie Chinas

Tibets alte und lange Geschichte reicht bis ins Jahr 127 v. Chr. zurück. Der ¨Uberlieferung zufolge vereinte in jenem Jahr der erste König Tibets, Nyatri Tsenpo, die verschiedenen tibetischen Stämme, die das Hochland Tibet bewohnten, zu einer Nation. Ihm folgten 41 Könige der Yarlung-Dynastie, die 969 Jahre lang – d.h. bis 842 n. Chr. - Tibet regierten. Während dieser Periode war Tibet eine bedeutende politische und militärische Macht in Zentralasien, deren Einfluss weit über die Nachbarländer hinausreichte.

Die Tibeter führten 648 n. Chr. eine Militärexpedition nach Nordindien durch. Im Westen besetzten sie Hunza, das heute zu Pakistan gehört. Im Norden und Nordosten verbündeten sie sich mit den Uiguren und den Westtürken. Mit den letzteren fielen sie oft in chinesisches Gebiet ein. Im Süden beherrschten die Tibeter des Königreich Nepal und die Bergstämme auf der indischen Seite des Himalayas. Ihre militärischen Unternehmungen führten bis nach Oberburma. Im Osten stiessen die tibetischen Heere immer weiter in das Reichsgebiet der Tang-Dynastie hinein. Dazu schreibt der englische Diplomat und Historiker, Richardson: ”Tibetische Generäle und Minister besetzten und verwalteten beinahe das ganze Kansu, den grösseren Teil von Sichuan und den Norden von Yünnan.“ Für China bedeuteten die Tibeter somit eine dauernde Quelle der Unruhe und Gefahr. Die hervorragendsten Herrscher der tibetischen Yarlung-Dynastie waren Songsten Gampo, Trisong Detsen und Ngadhak Tri Ralpachen. Unter der Herrschaft des Königs Songtsen Gampo (617-649 n. Chr.) wurde Tibet erstmals zu einem mächtigen Staat mit einer Zentralregierung, einer eigenen Kultur, Religion und Schrift, einem einheitlichen Gesetzeskodex, einer starken Armee sowie offiziellen Beziehungen mit dem Ausland zusammengeschlossen. Er schuf eine besondere Form der repräsentativen Regierung mit je einem Vertreter pro 100 Familien am königlichen Hof in Lhasa und mit neun Ministerien unter der Leitung je eines Ministers. Während seiner Herrschaft gelangte der Buddhismus nach Tibet und die tibetische Schrift wurde entwickelt. Er verkündete zudem einen Kodex, der aus sechzehn allgemeinen moralischen Verhaltensregeln bestand, die von den Tibetern
als ihr erstes ”Gesetzbuch“ betrachtet werden.

König Songtsen Gampo festigte und erweiterte das tibetische Reich, indem er Teile von Westchina annektierte und den chinesischen Kaiser Tai Tsung der Tang- Dynastie dazu zwang, einen jährlichen Tribut von 50’000 Rollen Seide zu entrichten. Der chinesische Kaiser musste zudem im Jahre 641 eine seiner Töchter, nämlich die PrinzessinWen-Cheng Kung Chu, dem tibetischen König zur Frau geben. Der heutigen offiziellen chinesischen Interpretation zufolge wird diese Heirat als das Bestreben des Kaisers Tai Tsung, die freundschaftlichen Beziehungen der beiden Nachbar zu festigen und als Beginn der ”nicht abbrechenden“ kulturellen Beziehungen zwischen China und Tibet dargestellt.

Die Weigerung des chinesischen Kaisers, den jährlichen Tribut von 50’000 Rollen Seide zu entrichten verschlechterte die Beziehungen zwischen Tibet und China zusehends, so dass der tibetische König Trisong Detsen (742-797 n. Chr.) seine Streitkr äfte gegen China aussenden musste. Mit dem Einfall der tibetischen Armee in Gansu und Shanxi sowie ihrer Eroberung der damaligen kaiserlichen Hauptstadt Chang’an (heute Xi’an) nahm die Zeit des Friedens zwischen Tibet und China ein vorläufiges Ende. Nach der Flucht des Kaisers aus der kaiserlichen Hauptstadt setzten die Tibeter einen Bruder der chinesischen Prinzessin Ching-Cheng Kung-Chu als Kaiser ein.

Unter der Herrschaft des Königs Trisong Detsen erreichte Tibet den Höhepunkt seiner politischen und militärischen Macht.

Buddhismus

Die ersten historisch dokumentierten sozialen Reformen wurden von dem tibetischen König Muni Tsenpo (Regierungszeit: 797-804 n. Chr.) durchgeführt. In seinem Bemühen, die grosse Ungleichheit zwischen Reichen und Armen zu verringern, setzte er mehrere Landreformen durch. Zur überwachung einer gerechten Verteilung von Land und Besitz unter der tibetischen Bevölkerung ernannte er besondere Minister. Doch seine Bemühungen scheiterten.

Die letzten Jahre des tibetischen Königtums wurden bestimmt durch die Verfolgung und Unterdrückung der buddhistischen Religion, denn der letzte tibetische König, Lang Darma, war ein Anhänger der einheimischen Bön-Religion. Lang Darma missbilligte die grosszügige Förderung des Buddhismus durch seinen Halbbruder Ngadhak Tri Ralpachen und bestieg nach dessen Ermordung durch zwei Minister 836 n. Chr. den Thron. Nach sechsjähriger Herrschaft fiel er 842 n. Chr. dem Mordanschlag eines buddhistischen Mönches zum Opfer. Mit seiner Ermordung zerfiel das tibetische Grossreich. Die Tang-Dynastie, die den Zerfall des tibetischen Reiches um eine Generation überdauerte, gewann in dieser Zeitspanne die meisten der von den Tibetern eroberten Gebiete zurück.

Nach dem Ende der Tang-Dynastie im Jahre 907 n. Chr. spalteten sich sowohl das chinesische als auch das tibetische Reich in unzählige kleine Fürstentümer ohne mächtige Zentralregierung auf. Damit bestand nun keine gegenseitige Bedrohung mehr. Dies führte dazu, dass die chinesisch-tibetischen Beziehungen während der Zeit der Fünf Dynastien (907-960 n.Chr.) und der Song-Dynastie (960-1279) praktisch zu existieren aufhörten.

Bereits im Jahre 1207 suchte eine tibetische Abordnung den mongolischen Führer Dschingis Khan (1162-1227) auf und bot ihm zur Vermeidung einer mongolischen Invasion Tibets ihre formelle Unterwerfung unter die mongolische Oberherrschaft an. Tibet wurde darauf tributpflichtig und blieb von einer mongolischen Invasion verschont.

Es ist unbestritten, dass während der Yuan-Dynastie das bis anhin unabhängige Tibet in ein wachsendes Abhängigkeitsverhältnis zum mongolischen Reich geriet.
Zu dieser Zeit standen sowohl China als auch Tibet unter mongolischer Oberherrschaft. Als nach der Verlegung der mongolischen Hauptstadt von Karakorum nach Peking im Jahre 1264 und der Begründung der Yuan-Dynastie ein kaiserliches Amt für buddhistische Angelegenheiten geschaffen und unter dessen Administration Tibet gesetzt wurde, begann sich die Tendenz, Tibet als einen administrativen Teil Chinas zu betrachten, durchzusetzen.

Nach dem Fall der mongolischen Yuan-Dynastie im Jahre 1368 erlangte Tibet seine Unabhängigkeit wieder.

Infolge der Unterdrückung der Gelugpa-Anhänger durch den Tsangpa-König Karma Tenkyong Wangpo (1605-1642) wandte sich der 5. Dalai Lama an den mongolischen Fürsten Gushri Khan um Hilfe. Gushri Khan marschierte mit seiner Armee in Tibet ein, unterwarf die Fürsten Nordost-Tibets, besiegte den Tsangpa-König und beendete so dessen Herrschaft. Er machte die Gelugpa-Tradition zur Staatsreligion und erhob 1642 den 5. Dalai Lama zum obersten religiösen Herrscher über Tibet. Als Titularkönig von Tibet übernahm er selbst die Aufgabe der Landesverteidigung und den Schutz des Dalai Lama. Gushri Khan führte auch das Amt des ”Dhi-si“, des Regenten, ein, der für alle politischen Angelegenheiten verantwortlich war. Nur in äusserst wichtigen Belangen hatte er mit dem Dalai Lama zu beraten.

Die mongolische Yuan-Dynastie (1279-1368): Die Song Dynastie verlohr 1279 den Kampf gegen die Mongolen unter Temüjin (Dschingis Khan), der bereits den Westen bis nach Kiew erobert hatte. Die neue Herrschaft diskriminierte, wie jede Fremdherrschaft, über die Einheimischen. An oberster Stelle der sozialen wie bürokratischen und militärischen Hierarchie standen die Mongolen selbst, die sich allerdings ebenfalls in Adel und Gemeine aufteilten. Dann folgten die islamischen Hilfsvölker (Perser, Kirgisen, Usbeken, Araber etc.), an 3. Stelle die Nordchinesen incl. Khitan und Jurchen, den späteren Mandschu. Die einheimischen Han-Chinesen folgten erst an 4. Stelle. Hier gründet bis heute der Hass auf die Muslime und Araber. Seltsamerweise wird aber Dschingis Khan selbst von den Chinese adoptiert - was "ihre" Herrschaft über Tibet begründet, die hier zum ersten Mal besteht.

Zu dieser Zeit, präziser zur Zeit der Herrschaft Kublai Khans, eines Enkels von Tschingis Khan, bereiste auch Marco Polo China ... falls es sich bei seinen Geschichten nicht um Legenden handelt, was nicht so ganz sicher scheint.

Einige Mongolen waren offenbar vom Buddhismus beeindruckt. So übernahmen die westmongolischen Kalmücken wie die Mandschu-Tungusen diesen Glauben. Eine grosse Kolonie von Kalmücken entstand nach dem 2. Weltkrieg in New Jersey. Sie hatten sich wegen der brutalen Unterdrückung durch Stalin mit den Deutschen verbündet - wurden aber dennoch nicht nach Russland deportiert. Eine weitere grosse Gruppe lebt am Rande des Kaukasus.

Die Ming Dynastie (1368-1644): Die Ming Dynastie war absolutistisch und ein bisschen scholastisch und engstirnig, in ihrem Denken weitaus nicht so gross wie in ihren Taten. In der Enzyklopädie Yongle Dadian wurde verbindlich festgelegt, was richtig und was falsch war. Das Geltungsbedürfnis Kaiser Dadians war allerdings enorm. So baute China bereits 100 Jahre vor Kolumbus eine gewaltige Flotte, mit der sie bis nach Madagaskar segelten, wo ihre Schiffe weitaus mehr Eindruck machten, als die Nussschalen mit denen später Portugiesen und Spanier ankamen. Zahlreiche Kleinkönige wie die von Brunej, Malacca, Ceylon, aber auch grössere wie von Siam, Burma, Kambodscha und Champa - und Japan - schickten Tribut nach Peking. Ja sogar die wilden Mongolen, von China als Barbaren betrachtet und mit einem Ausbau der Grossen Mauer aussen vor gehalten, bewarben sich mehrfach (Gesuch mehrfach abgelehnt) darum, Tribut zahlen zu dürfen ... was nur etwas seltsam tönt, aber verständlich wird, wenn man weiss, das die Tributzahlung den Zugang zum damals bereits gewaltigen chinesischen Markt öffnete! Die chinesische Schiffahrt ging allerdings eben so schnell zu Ende wie sie aufgekommen war, da sie nur vom Willen des Herrschers abhing, nicht wie im Westen auch von Bürgern, Händlern, Abenteurern, Piraten und Forschern. Die Piraten allerdings übernahmen nun auch in den Gewässern Chinas, insbesondere als sich dieses dem Handel mit Japan und den andern Inseln verweigerte. Wegen der Plünderungen wurde das gesamte Siedlungsgebiet per Dekret um 20 km landeinwärts verlegt, wodurch ein Schaden entstand, der bei weitem grösser war als der durch die Piraten verursachte. Durch Günstlingswirtschaft waren keine fähigen Kommandanten an der Grenze mehr vorhanden - und die konservativen Mandschus, deren Prinzregent der chinesischen Oberschicht ungestörten Genuss ihres Besitzes zugesichert hatten, stürzten 1650 die Regierung - noch mit Unterstützung holländischer Kriegsschiffe. Dazu kamen auch hier natürlich - Bauernaufstände.

Quing (Mandschu) Dynastie (1616-1912): Nach über 3000 Jahren übernahm ein fremdes Volk aus dem Norden, mit einer fremden Sprache, die Herrschaft über China. Die Manschu-Sprache gehört zum Tungusischen, und dieses wiederum (wie das Türkische, nota bene) zur altaischen Srachenfamilie. Allerdings übernahmen hier die Eroberer aus dem Norden, als Minderheit, wenn auch dominierende, die Sprache der Einsässigen, genau wie einst die germanischen Franken (4. - 8. JH) und Burgunden (5. JH) die französische Sprache. Die glorreiche Zeit der Quing Dynastie war vor allem die Regentschaft Kangxis (1654-1722). Er befriedete alle 18 Provinzen, inklusive Taiwan. Dann wandte er sich gegen Westen und eroberte in 10 Jahren desKrieges Xiang (Westmongolen) wie auch das Tibet. Der erste Vertrag mit Europa, der Friede von Nertschinsk, regelte die Aufteilung Zentralasiens zwischen China und Russland. Mit der Freiheit der Zentralasiatischen Steppe war es nun vorbei.

Unter seinen Nachfolgern setzte eine Periode des Friedens ein, in der die Bevölkerung beträchtlich wuchs, von 200 Millionen um 1700, auf 400 Millionen um 1800. Dadurch verknappte sich aber auch Boden und Wasser, Wälder wurden zerstört, und China war das erste Land mit massiver Bodenerosion. Während dem in Europa ein China-Romantizismus sich breitmachte (Chippendale Möbel, Ming Vasen, Pagoden, Chinoiserien), verbürokratisierte die Verwaltung und verarmte das Volk.

Dazu kam nun Druck von aussen, die Märkte zu öffnen. Die maschinelle Produktion konnte in England und den andern Industrieländern nicht mehr abgesetzt werden, brauchte grössere Märkte. Und dabei verfiel man auf China, das Ottomanische Reich, Indien. Freihandel war die Parole, allerdings hatte niemand die Wahl, diesen zu wählen. Er wurde auferlegt, mit Kanonenbotdiplomatie und/oder missionarischem Eifer, mit dem Ziel: Eine Zeit des Fortschritts in der Kultur der Menschheit zu eröffnen. (Palmerston). #

Ein weiteres Problem des Handels mit China bestand darin, dass China Silber als Zahlungsmittel verlangte - die Engländer aber lieber mit Opium bezahlen wollten, dass sie in Indien günstig produzierten. Dies fand in China reissenden Absatz, da die untere Schicht der Bürokraten, d.h. die unter Druck geratende Mittelschicht, damit ihren Frust vertrieben. Da diese "Währung" die Oekonomie wie die Gesundheit gleichermassen bedrohte, liess die Regierung das Opium einsammeln und verbrennen, was für England ein Grund für einen Krieg war, den 1. Opiumkrieg. Mit 16 gepanzerten Kriegsschiffen wurde Hongkong eingenommen und China derart unter Druck gesetzt, dass es 1842 den Frieden von Nanjing unterzeichnen musste und der Westen Sonderrechte in den Häfen von Kanton, Amoy, Fuzhou, Ningpo und Shanghai erhielt. Da Kanton sich immer noch weigerte, folgte eine zweite Flotte 1858, der 2. Opiumkrieg, unter Beteiligung Frankreichs - der Vertrag von Tianjin und der Diktatfrieden von Peking, euphemistisch als "Pekinger Konvention" bezeichnet.

Diese Schwächung Chinas nutzte Japan aus. Im 1. Japanisch-Chinesischen Krieg 1894/95 vernichtete es die chinesische Flotte. China musste Formosa/Taiwan abtreten und Korea als japanisches Einflussgebiet anerkennen.

Der Boxeraufstand (1900) war dann ein bisschen eine Reaktion Chinas wie die Deutschlands auf die Versailler Verträge. Der Erste Opiumkrieg hatte den Niedergang Chinas von der einst unumschränkten Hegemonialmacht Asiens zu einem halbkolonialen De-facto-Protektorat westlicher Mächte eingeleitete, das es um die Wende zum 20. Jahrhundert nun war. Die Boxer stehen für eine volkstümlich-nationalistisch-konservative Bewegung, die den Einfluss der Ausländer, der Christen, der Moderne eindämmen sollte (kommt einem irgendwie bekannt vor ...) aber an den überlegenen Waffen der Ausländer scheiterten.

 

Die Mandschu Dynastie und das Tibet

Die Mandschus dehnten ihren Einfluss in der tibetischen Regierung beträchtlich aus. Eine Stärkung ihrer Position in Tibet erfolgte nach zwei Einfällen der nepalesischen Gurkhas in Tibet (1788 und 1792), die erst mit Hilfe der kaiserlichen Truppen besiegt und aus Tibet vertrieben werden konnten. Die Mandschus, dies muss an dieser Stelle betont werden, mischten sich nur in die Aussenpolitik Tibets ein. In Bezug auf die internen Angelegenheiten genoss die tibetische Regierung volle Handlungsfreiheit.

Tibet wurde damals - wie Petech zutreffend feststellt - zu einem Protektorat der Mandschu-Kaiser unter tibetischer Verwaltung. Das Protektorat wurde ohne tibetische Opposition errichtet. Es gab weder einen Vertrag noch Notenwechsel. Richardson weist darauf hin, dass die Oberherrschaft der Mandschu-Kaiser über Tibet nicht durch die Eroberung Tibets zustande kam, ”sondern durch eine geschickte Anpassungspolitik, und dass es auch diesmal ein nicht-chinesischer Kaiser Chinas war, der die Verbindung mit Tibet hergestellt hatte“. Huc und Gabet, zwei Lazaristen- Missionare, gehörten zu den wenigen, die im 19. Jahrhundert Tibets Isolation durchbrechen konnten. Gemäss ihrer Feststellung glich die Regierung Tibets der des Papstes und die Stellung des chinesischen Botschafters in Tibet der des österreichischen Gesandten in Rom.
 

Angesichts der zunehmend schwächeren Position Chinas als Halbkolonie nach dem ersten Opiumkrieg (1840/1842) vermochten die Mandschu-Kaiser in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts ihrer Protektoratspflicht gegenüber Tibet kaum mehr nachzukommen. Ein weiterer Einfall der Gurkhas in Tibet im Jahre 1855 musste von den Tibetern ohne Unterstützung kaiserlicher Truppen Chinas ausgefochten werden. Er endete 1856 mit einem Vertrag zwischen Tibet und Nepal, in dem die tibetische Regierung der nepalesischen Regierung gegenüber diplomatische und wirtschaftliche Zugeständnisse machen musste. Dieser Vertrag rief zwar den Widerwillen des Mandschu-Kaisers hervor, aber dokumentierte zugleich den Machtverlust der Mandschus in Tibet.

Tibet glückte es bis zum Ende des 19. Jahrhunderts sich so ziemlich aus den Querelen der Grossmächte (China, Russland, England) herauszuhalten.

Die Chinesische Eroberung des Berglandes von Kham (Osttibet), präziser des westlichen Teils desselben, da der östlliche teilweise zu Sichuan (akutelles Erdbebengebiet) und Yunnan gehört, erfolgte 1904-11.
Die Regierung Grossbritanniens in Indien zeigte nach ihrer Kontrollergreifung in Indien, Sikkim, Kashmir, Bhutan und Nepal um 1850 ein wachsendes Interesse für
Tibet. Grossbritanniens, aber auch Chinas Politik gegenüber Tibet beruhte auf expansionistischen überlegungen. Sie war nicht die Auslegung realer Verhältnisse.
Da Tibet ein stark religiös orientiertes Land war, begrenzte es seine externen Beziehungen auf das Minimum. Auch die geographische Lage trug dazu bei. Diese
Isolation Tibets wurde von den Mandschus im 19. Jahrhundert ausgenützt, indem sie Oberherrschaft über Tibet beanspruchten.

Grossbritannien war ausserdem über die Entwicklung freundschaftlicher Beziehungen zwischen Tibet und Russland besorgt. Um mit der tibetischen Regierung in Lhasa direkt Kontakt aufzunehmen, sandte Grossbritannien 1903 eine Militärexpedition unter dem Kommando von Oberst Francis Younghusband nach Tibet. Die schlecht ausgerüstete tibetische Armee wurde von den Briten besiegt, und diese marschierten in Lhasa ein. Im folgenden Jahr (1904) unterzeichneten Tibet und Grossbritannien die sogenannte ”Lhasa-Konvention von 1904“, in der sich Tibet unter anderem verpflichtete, ohne vorherige Zustimmung der britischen Regierung keine Zugeständnisse territorialer oder politischer Art an ausländische Mächte einzugehen. Auch hier wurde eine der Grenzen festgelegt, die in nachkolonialer Zeit problematisch wurden, die sog. McMahon-Linie. McMahon versuchte zwar sauber nach Volkszugehörigkeit zu trennen, legte aber nie fest, ob nun die Wasserscheide gelte, und konnte keinen präzisen Plan anfertigen, da weite Gebiete noch nicht kartiert waren. Die daraus folgenden Diskussionen zwischen China, Tibet und England waren unendlich (s. Indisch-chinesischer Krieg 1962) und sind bis heute nicht gelöst. (s. Randprobleme)

Die Mandschu-Regierung versuchte ihren Souveränitätsanspruch auf Tibet nicht nur auf Verhandlungsweg, sondern ebenso mit militärischen Mitteln durchzusetzen. Dies führte 1910 zur Einnahme Lhasas durch chinesische Truppen und zur Flucht des 13. Dalai Lama, Thubten Gyatso (1876-1933) nach Indien.

1911 vertrieben die Tibeter die chinesischen Soldaten aus Tibet, und die zwei Ambane, die Repräsentanten des Mandschu-Kaisers, wurden aus Tibet über Indien nach China ausgewiesen. Damit fiel die Oberherrschaft der Mandschus über Tibet endgültig dahin. Es ist hier zu bemerken, dass die Chinesen die Mandschus, die China während 200 Jahre beherrscht haben, als fremde Eindringlinge betrachtet und in diesem Sinne vertrieben haben. Ungeachtet dieser historischen Tatsachen erhob der Präsident der nationalchinesischen Republik, Yuan Shik-K’ai, am 12. April 1912 in bekannter Manier den Anspruch, dass Tibet als chinesische Provinz nach wie vor ein integraler Bestandteil Chinas sei. Der chinesische Standpunkt drückte sich bereits in der ersten Verfassung der Republik Chinas von 1912 aus. Gemäss Artikel 3 dieser Verfassung wurde Tibet zwar nicht als Provinz, aber dennoch zur chinesischen Republik gezählt. Kurz nach seiner Rückkehr aus dem indischen Exil nach Lhasa verkündete der 13. Dalai Lama im Jahre 1913 die Unabhängigkeit Tibets.

Mit dem Sturz der Mandschu-Dynastie und der Errichtung der chinesischen Republik im Jahre 1912 wandelte sich die politische Situation Tibets also radikal ... allerdings erst ca. 50 Jahre später, da das Reich der Mitte erst mit sich selbst (und Japan) beschäftigt war - und seine eigene Mitte wieder finden musste.
 

Die Republik China (1912-1949):

Die Bewegung des 4. Mai versuchte westliche Werte in China einzuführen, wie zum Beispiel Demokratie, Gleichheit und Freiheit. Allerdings spaltete sich das Land in zwei Bewegungen, Kommunistische und Nationalistische (Guomindang) Faschisten.

Im Jahr 1911 wurde die Qing-Dynastie von den Nationalchinesen unter der Führung von Dr. Sun Yatsen (1866-1925) anlässlich der Xinhai-Revolution  gestürzt.  1912 wurde die Republik ausgerufen, und Yuan Shik-K’ai (1859-1916) wurde Chinas erster Präsident. Sun Yat-sen, der Gründer der Kuonmintang, musste allerdings die Macht bereits nach wenigen Wochen ans Militär abgeben.

General Chiang Kai-shek, zweiter Führer der Kuomintang, begann 1926 den Nordfeldzug und schlug in einem Blitzkrieg die mittelchinesischen Kriegsherren. Seit langem misstrauisch gegen Russland wandte er sich beim Einmarsch in Shanghai gegen die Linkskräfte und vernichtete die Gewerkschaften eben so wie die Kommunistische Partei (weisser Terror / Shanghai Massaker). Diese Feindschaft führte 1934/35 auf Seiten der Kommunisten zum "Langen Marsch" in den Nordwesten. Die siegreiche GMD wählte dann Nanjing zur Hauptstadt.

Der chinesische Bürgerkrieg, gefördert durch die Rivalität zwischen Russland und den USA, führte Landesweit zu grossem Elend. Auch die Bauern lebten wieder mal am Rande des Ruins. Dies war, wieder mal, Anlass für eine Revolution, diesmal unter der Führung des grossen Steuermanns, Mao Zedong.

Chiang wurde dann 1936, durch Entführung, zur Kooperation mit Mao gezwungen. Dank dieser Kooperation konnte die Japanische Invasion beendet werden. Danach allerdings verlohr Chiang Kai-shek gegen Mao und musste sich mit seinen Anhänger nach Taiwan absetzen, wo er noch lange, bis 1957, finanziell und materiell unterstützt durch die USA, den Traum hegte, China wieder zu erobern, pardon, zu vereinen. Nachem China aber 1964/65 seine erste Atombombe zündete, schwanden die Staaten die Taiwan als offizielle Vertretung Chinas anerkannten. 1972 anerkannte sogar Japan das rote China, das ihm seine Kriegswiedergutmachung erlassen hatte ... (Die Japaner, die Schweizer des Ostens ...). 1973 wurde Taiwan nur noch von 39 Staaten, 2006 von 23 anerkannt.

In der ”Simla Konvention“ wurde China die Suzeränität (Oberhoheit) über ganz Tibet zugesprochen, aber China hatte sich zu verpflichten, Tibet nicht als chinesische Provinz zu annektieren. Da die ”Simla Konvention“ von China wegen der zweitgenannten Klausel nicht ratifiziert wurde, unterzeichneten Grossbritannien und Tibet einen separaten Vertrag. In diesem wurde unter anderem festgehalten, dass Chinas Rechte über Tibet erst bei einer Ratifizierung der Simla-Konvention durch die chinesische Regierung in Kraft treten würden.

1918 brach wieder ein Grenzkrieg zwischen Tibet und China aus. Auf Ersuchen der chinesischen Regierung bat Grossbritannien die tibetische Regierung um ihr Einverständnis für die Entsendung des damaligen britischen Konsuls in Chengtu, Sir Eric Teichmann, als Vermittler zwischen Tibet und China nach Ost-Tibet. Die tibetische Regierung hatte dagegen keine Einwände. Durch die Vermittlung Teichmanns kam es im August 1918 zur Unterzeichnung eines Waffenstillstandsabkommens zwischen den Bevollmächtigten beider Länder. In diesem Abkommen wurde ferner als provisorische sino-tibetische Grenze die Linie längst dem oberen Yangtse-Fluss angenommen.

China und Japan

Japanische Besetzungen prägen nicht nur das Ende des 19., sondern auch die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts in China. Taiwan war 1896-1945 japanische Kolonie, Korea war 1905-45 japanisches Protektorat.

In diese Zeit fällt Heinrich Harrers Aufenthalt in Lhasa, das er 1949/50 verliess, als Tibet von China besetzt wurde.

 

Bild:Japanese Empire2.png

Das japanische Imperium bis 1945

Die Aufgabe, eben die Kolonien dieses Imperiums zu befreien, einigten die Kuomintang und die Kommunisten - so lange, bis eben die Aufgabe erledigt war. Dann ging's den Nationalisten an den Kragen.

Die Führung unter General Chiang war so nach und nach sklerotisiert. Aber die USA hatten keinen Zweifel, dass diese, mit ihren Waffen ausgestattete Armee siegen werde. In der Schlacht von Huaihai wurden sie eines besseren belehrt: Lionel Chassin, Militärhistoriker: Selbst heute in der Zeit der Mechanisierung, ist der kämpferische Geist die entscheidende Kraft. Schlachten werden durch moralische Ueberlegenheit gewonnen. Wenn die Mannschaften nicht mehr bereit sind, ihre Waffen zu gebrauchen, dann will es eben wenig heissen, wenn man an Zahl und Waffen überlegen ist.


1949-59: Mao Zedongs Volksrepublik

Gleich nach der Gründung der Volksrepublik China unter der Führung von Mao Tsetung im Jahr 1949 wurde Tibet durch Truppen der Volksbefreiungsarmee gewaltsam besetzt.

1949-56: Die permanente Revolution

Wie in Russland das zaristische Prinzip die absolute Herrschaft der kommunistischen Partei begünstigte, so in China die angewohnte unumschränkte Herrschaft des Kaisers. Demokratische Erfahrung war (und ist) nicht vorhanden. Und Demokratien entstehen nicht einfach so, wenn der Chef weg ist (s. Irak).

1956-57: Die "Hundert-Blumen-Bewegung

Lasst hundert Blumen blühen, lasst hundert Schulen miteinander wetteifern. [Mit Schulen sind Denkschulen gemeint, nicht Paukschulen. Diese, zweite Form haben wir ja heute im Westen.]

 

Die Besetzung Tibets erreichte beim Volksaufstand am 10. März 1959 in Lhasa ihren tragischen Höhepunkt. Dabei fanden nach offizieller chinesischer Angabe rund 87’000 Tibeter den Tod. Am 28. März 1959 wurde die tibetische Regierung aufgelöst, und das ”Vorbereitungskomitee des Autonomen Gebietes Tibet“ wurde bevollmächtigt, Funktionen und Befugnisse der tibetischen Regierung zu übernehmen. Gleichzeitig wurde die tibetische Währung ab sofort für ungültig erklärt. Auf Drängen der Tibeter musste der Dalai Lama - als einfacher Soldat verkleidet – am 17. März 1959 die tibetische Hauptstadt unter grösster Geheimhaltung verlassen und nach Indien flüchten. über 85’000 Tibeter folgten ihrem Oberhaupt, dem Dalai Lama ins Exil. Aus dem Exil in Indien richtete der Dalai Lama mehrmals Hilferufe an die Weltöffentlichkeit und an die Vereinten Nationen. Die Schweiz nahm 1000 Flüchtlinge auf. (Als Opfer des Kommunismus waren dies noch "richtige Flüchtlinge").
 

Das traditionelle Tibet vor der chinesischen Besetzung war weder ein demokratischesLand noch ein sozialer Rechtsstaat im heutigen Sinne. Seine soziale Ordnung lässt
sich umschreiben als eine hierarchisch gegliederte Nomaden- und Bauerngesellschaft`mit feudalen und hierokratischen Strukturmerkmalen, die zweifellos reformbedürftig war. Eine Minderheit herrschte über die Mehrheit, und die Oligarchie aus Klerus und Adel verfügte über die entscheidenden Machtmittel. Das Volk führte ein hartes und einfaches, aber zugleich ein zufriedenes und vor allem ein eigenes Leben, und es wurde von Menschen der gleichen Sprache, Religion, Kultur und Rasse regiert.. Die Tibeter erlitten vor 1950 nie eine Hungersnot, und die sozialen Ungerechtigkeiten haben nie zu Volksaufständen geführt.


1958-61: Der "grosse Sprung nach vorn": Das heere Ziel, China innert kürzester Zeit zu modernisieren und zur wirtschaftlichen Grossmacht zu machen, führte zur grössten Hungersnot aller Zeiten, die 20-40 Millionen Menschen das Leben gekostet hat. Gut gemeint - dumm gelaufen. Das Modell lehnte sich an an die Konzeption Stalins (Stahlindustrie, Verstaatlichung, Zwangskollektivierung) die im Rumänien Ceaucescus noch lange so weiter verfolgt wurde.

 1966-69/76: Die Kulturrevolution (Geschichte) Nach dem Debakel des Großen Sprunges nach vorn gewannen pragmatischere Kräfte unter Liu Shaoqi und Deng Xiaoping an Einfluss. Die Wirtschaft erholte sich und die Versorgungslage besserte sich schnell. Das starke Wachstum wurde jedoch unter anderem auch durch die Wiedereinführung von Akkordlöhnen, Bonussystemen und nichtständige Beschäftigung erreicht. Gleichzeitig wurden viele der während des Großen Sprunges nach vorn am Land aufgebauten Wirtschaftsbetriebe, Gesundheits- und Bildungseinrichtungen geschlossen. Das während des Großen Sprunges rückläufige Stadt-Land-Gefälle stieg wieder stark an. Jugendliche, die von den Städten aufs Land geschickt waren, kehrten in die Städte zurück. Hinzu kamen viele Landbewohner, die in die Städte drängten. Die Arbeitslosigkeit in den Städten wuchs sehr stark an. Es entstanden soziale Spannungen zwischen den fest angestellten Arbeitern in den Industriebetrieben und jenen, die jederzeit entlassen werden konnten.

Die Kulturrevolution entledigte sich nun allerdings nicht dieser Probleme, sondern der Personen, die dergleichen kritisierten - also in erster Linie der Intellektuellen, die zur Zwangsarbeit aufs Land geschickt wurden, falls nicht gleich in den Hades. Für derartige Propagandaktionen lässt sich die Jugend leichter einsetzen, also entstanden die Roten Garden, die Maos <heilige Botschaft> weiter verbreiteten. Das waren eben die 68er und nach-68er, als man Ho-Ho-HoTschiMin schrie ... ohne auch nur den geringsten Dunst zu haben, was oder wer das war (ich bin Jahrgang 55, war damals also 13). Als man die rote Mao-Bibel dauernd auf dem Herzen trug ... ohne viel davon zu verstehen, worum's eigentlich ging (aber das geht ja den meisten Bibel- oder Koranlesern genau so ...)

Die Kulturrevolution wurde 1969 durch Mao beendet - und dann die Roten Garden in Umerziehung geschickt. Wirklich beendet war das Spektakel also erst mit dem Tode Maos. Es hat 100'000 bis 1 Million Chinesen das Leben gekostet.

1979-97: Deng Xiaoping: Das wichtigste Projekt zu Ende der 1980er Jahre war die Preisreform oder -Liberalisierung, d. h. die Abschaffung der vom Staat festgesetzten Preise. Diese Preisreform verursachte einen tiefen Riss in der Staatsführung mit konservativen Kräften um Li Peng und Chen Yun auf der einen Seite und den Kräften, die die Preisreform vorantrieben, um Zhao Ziyang und Deng. Die Reform, die für die hohe Inflation zu Ende der 1980er Jahre verantwortlich gemacht wird und die zu den Auslösern der Proteste auf dem Tiananmen-Platz 1989 zählt, wurde letzten Endes von Deng persönlich durchgedrückt. Das Massaker (100 Tote ...) vom Tiananmen-Platz beendete wieder mal demokratische Anläufe in China. Allerdings war die Sorge in Russland und der DDR beträchtlich, dass ähnliches bei ihnen auch passieren könnte ... und da kam es ja noch schlimmer. So gesehen, also aus der Perspektive der Machterhaltung, hatte die Regierung also recht. (Tja ... wer hat schon behauptet, Politik sei nicht zynisch ....)

1993-2003: Jiang Zemin

2003-: Hu Jintao

Aktuelles: s. Chinas problemloser Uebergang zum Kapitalismus

China und seine "Randprobleme"

Administrative Karte und autonome Provinzen.

 

China hat einige Grenzproblem mit Indien (Arunchal Pradesh & Akasi Chin). Sein Anspruch auf die Beherrschung der gesamten Südchinesischen See, bis vor die Küsten Bruneis und Malaysias, dürfte allerdings ein bisschen übertrieben sein. Arunchal Pradesh gehört räumlich wie etnisch eigentlich zum Tibet. Der Anspruch Chinas steht und fällt also mit seinem Anspruch auf das Tibet. Präzise das Selbe gilt für Aksai Chin (richtige Schreibweise).
 

Chinas wilder Westen - und andere nicht chinesische Völkerstämme und Sprachen

Die tibetische Sprache ist dem birmanischen verwandt und entstammt damit dem indischen Sprachbereich, ohne Verwandtschaft zum Chinesischen.

Das Uigurische dagegen gehört, wie das Kirgisische und auch das Kasachische, zu den Turksprachen. Das Tadschikische dagegen ist ein alters Ueberbleibsel persischer Herrschaft. Es gehört, wie das Nepalische, zum indigermanischen Sprachstamm.
Das Kirgisische allerdings gehört auch zu den mongolischen Sprachen, weshalb von einigen Sprachforschern die türkischen und mongolischen zu einer sog. altaischen Sprachgruppe zusammengefasst werden, was allerdings umstritten bleibt.

Das Vietnamesische ist KEINE chinesische Sprache, sondern recht eigentümlich und wenig erforscht. Laotisch ist mit dem Thailändischen verwandt - nicht aber mit dem Chinesischen. Eben so ist das Koreanische wiederum was anderes, wie auch die japanische Sprache (die sich im 7. JH. vom Koreanischen löste) und die wiederum eine gewisse Verwandtschaften zum Tungusischen aufweist.

Obwohl China 55 Minderheitennationalitäten aufweist, ist es ethnisch fast homogen, da die Han-Chinesen die Mehrheit von 91% stellen.

Ethnolinguistische Gruppen, Detailkarte

 

Warum der wilde Westen nicht bloss auf Grund der "Rücksichtslosigkeit" der Chinesen unterentwickelt ist:


 


 


 



 


 

Jährliche Regenfälle - im Südosten. Nordosten zu trocken. Den Regenfällen entsprechend die Verteilung der Landwirtschafts-flächen und logischerweise die Bevölkerungs-verteilung logischerweise findet sich auch die Industrie dort, wo a) Menschen sind und b) die Transporte einfach (flaches Land - Häfen). Auf grund der günstigen Schiffsfracht finden sich vor allem die Sonderzonen in Küstennähe - während dem der Osten im Süden extrem gebirgig (Himalaya), im norden extrem trocken ist (Taklamakan).

Unabhängigkeit ...

Vergleich von Grösse, Bevölkerungszahl und Wirtschaftskraft Chinas, Xinjiangs und Tibets:

  Bevölkerung Fläche BSP (kaufkraftparität.) BSP/Kopf (kaufkraftparität.)
China 1.3 Milliarden 9.6 Mio km2 7.3 Trillionen $ 5300 $
Xinjiang 19.6 Millionen (= 1.5 %) 1.7      " (=  17.7%) 43 Mrd $ 2154 $
Tibet  2.6 Millionen (=0.2%)
+ noch mal so viele im Exil
1.2      " (= 12.5%) 5 Mrd $ 1200  $ Stadt / 270 $ Land

Für China ist das Tibet einerseits Teil des geschlossenen Raumes, des Reiches der Mitte - die Tibeter aber kaum mehr als ein Floh im Pelz. Die Geschichte zeigt auch, dass Tibet immer und immer wieder auf die Unterstützung Chinas angewiesen war, und war der Feind bloss das kleine Nepal. Heute, wo Wirtschaft über alles geht, dürfte das bisschen Tourismus und Buddhismus wohl kaum reichen, hier eine Wirtschaft aufzubauen. Tibet hat zudem das nicht, was wirtschaftlich am förderndsten ist: Zugang zum Meer. Realistisch betrachet dürfte Tibet also eine wirkliche Unabhängigkeit nicht all zu gut bekommen. Des weitern ist auch die Begeisterung des Westens für ein doch eher hinterwälderisches Mönchstum etwas seltsam. Währen die Tibeter nicht Buddhisten, von deren Glauben die wenigsten Westler wirklich etwas verstehen, sondern einfach Katholiken, Juden oder gar Muslime, man würde es sich lauthals verbieten, dort eine mittelalterliche, religiös-fundamentalistische Staatsform mit einem Gottkönig unterstützen zu wollen. Im Tibet hat eine mittelalterliche Form von Gottesreich überlebt, das hier zwar keiner möchte, aber dort, weit weg, doch einigermassen romantisch wirkt. Das hatten wir ja im Mittelalter, der Jemen bis 1962, der Iran heute noch - und davor graut den meisten heute zu recht. Hippies und New Wavers träumten von Shangri La - während dem der Traum der Tibeter bereits im 8. Jahrhundert Ta Tzi hiess, also Tadschikistan, oder besser Persien - woher der präbuddhistische Glauben stammte, das Bon oder Bön, tendentiell ein Shamanismus, der Naturreligion (Astarte - der Morgenstern und Regengott/Göttin im Nahen Osten) mit der Idee des Schöpfergottes (Ahura Mazda) verband und einen starken manichäischen Einfluss auf den spezifischen tibetischen Buddhismus ausgeübt hat. Es gibt wirklich angenehmere Lebensbedingungen als auf diesem Steinhaufen mit einer mittleren Meereshöhe von 4000 m. Permanent unterschlagen wird bei Tibet-Träumereien auch, dass die buddhistischen Mönche beileibe nicht so friedliebend waren wie ihre Religion es verlangt, sondern genau so "pragmatisch" wie die Christen, denn sonst hätten ja auch die Christen nie einen Krieg geführt. So erwerte sich 1947 die Reting-Fraktion der von der Taktra-Fraktion erwünschten westlichen Einflüsse mindestens so brutal wie heute einige muslimische Terroristen. Dobdo-Kampmönche entführten oder zu vergewaltigten Schüler der englischen Schule - womit diese erledigt war. Erdrosselt oder vergiftet werden war auch im Tibet ein häufiges Schicksal von Königen. Es gibt im Buddhismus einen idealen Glauben - genau wie bei den andern Religionen -  aber auch die Realität, in der einige wenige diese Organisationsform zu ihren Gunsten ausnutzen. Das ist im Buddhismus präzise das Selbe wie bei den andern Religionen.

Was die armen unterdrückten Muslime im Osten Chinas betrifft, so ist die Lage ähnlich. Wären sie nicht bei China, dann wären sie eben so unfrei bei Russland gelandet, oder heute in einer formell freien, politisch aber meist eher diktatorischen zentralasiatischen "präsidialen Demokratie": Demokratie ist, wenn einer die Interessen aller verkörpert, also wirklich persönlich die Verantwortung übernimmt  (so ähnlich hat Hitler das auch mal ausgedrückt).

China hat ganz andere Probleme als ein paar unzufriedene Tibeter und Muslime:

  1. Dem Reich der Mitte ging die Mitte verloren. Die traditionellen Werte des Konfuzianismus sind heute genau so viel, oder eher wenig, wert wie die des Sozialismus. Geld regiert.
  2. An eben dieses verlieren auch Staat und Partei ihre Kontrolle.
  3. Durch die enorm ungleiche Verteilung (wenn auch nicht sooo arg wie in Zürich) von Einkommen und Vermögen destabilisiert sich die Gesellschaft. Und wer kann eine destabilisierte Milliarde wieder in Form bringen? Also Bush möchte ich da nicht am Werk sehen, der hat's nicht mal mit 26 Millionen Irakis hingekriegt.

Martin Herzog, Dipl. Ing.ETH, Basel, 21.5.08

11.4.2010: Meine Kritik an der religiös-fundamentalistischen Regierungsform des Tibet wurde von der Geschichte längst überholt. 2001 haben die Tibeter, in demokratischer Abstimmung beschlossen, die religiöse und die politische Macht zu trennen. Der Dalai Lama ist also nur noch für das spirituelle Wohl zuständig, die Politik wird demokratisch organisiert. Des weitern geht der politische Anspruch der Tibeter nicht aus auf eine völlige Loslösung von China, sondern bloss auf Anerkennung einer gewissen Autonomie, insbesondere auf das Recht, die eigenen Sprache, Schrift und Kultur nutzen und leben zu können. Dieser Anspruch ist statthaft, kann und sollte durch die chinesische Regierun angerkannt, und durch die Weltöffentlichkeit unterstützt werden.