CHINA

China und sein Umgang mit dem Kapitalismus

Geschichte Chinas, des Tibets und der Dsungarei (Xinjiang)

Chinas 22 Provinzen, 6 reichsunabhängige Städte (inkl. Sonderverwaltungszonen Hong Kong und Macao, und 5 autonome Gebiete

[Joseph Guter: China und seine Provinzen. Komet Verlag. Köln. 2005]

Städte

  1. Anhui
  2. Fujian
  3. Gansu
  4. Guangdong
  5. Guizhou
  6. Hainan
  7. Hebei
  8. Heilongjiang
  9. Henan
  10. Hubei
  11. Hunan
  12. Jiangsu
  13. Jiangxi
  14. Jilin
  15. Liaoning
  16. Quinghai
  17. Shaanxi
  18. Shandong
  19. Shanxi
  20. Sichuan
  21. Yunnan
  22. Zhejiang

Reichsunmittelbare Städte

  1. Peking
  2. Chongqing
  3. Shanghai
  4. Tianjin

Sonderverwaltungs-zonen

  1. HongKong
  2. Macao

Autonome Gebiete

  1. Guanxi
  2. Innere Mongolei
  3. Ningxia
  4. Xinjiang
  5. Tibet

 

China hat eine Fläche von 9.5 Millionen km2, womit es das viertgrösste Land der Erde ist, nach Russland, Kanada und den USA, und etwa so gross wie Europa (10.2 Mio. km2), wo allerdings " bloss" 700 Millionen Menschen leben, also fast die Hälfte der 1.3 Milliarden denen China Raum und Nahrung bieten muss..

Mit Han wird eigentlich keine chinesische Rasse bezeichnet, sondern alle, die sich die Chinesische Kultur zu eigen gemacht haben. So haben viele der manschurischen Eroberer dies getan.

Die Volksreligion, die eher eine philosophische Orientierungslehre war, beruhte bis 1911 auf dem Daoismus. Verbreitet ist auch der Buddhismus. s. Geistige Orientierungen in China.

Das Klima ist, entsprechend der Grösse und Ausdehnung des Landes, recht variabel. In der Inneren Mongolei herrschen im Winter Themperaturen bis zu - 51.6°, bei einer Durchschnittstemperatur von 27.7° im Januar.

Die heisseste Gegend ist die Turfan-Depression in Ostturkestan beim Aydingkol See, der 154 Meter unter dem Meerespiegel liegt. Hier werden im Juli regelmässig um die 40° erreicht, das Maximum am 4. Juli 1941 mit 47.6° (was bei weitem nicht an die "normalen" Julitemperaturen in Bagdad heranreicht, die jährlich in ca. 58° gipfeln, und auch Nachts nicht unter 38 absinken. Ich erinnere mich an das Hitzejahr 2003, als auch in der Schweiz 38° erreicht wurden und die Menschen stöhnten, diese Temperatur für mich aber relativ angenehm war, nach der Rückkehr aus Bagdad.

China erhält zu seinem Glück viel Wasser aus den südwestlichen Gebirgen (Himalaya). Die meisten Flüsse durchqueren das Land von West nach Ost.

Der längste ist mit 6300 km der Jangtse, nach Amazonas und Nil der drittlängste Fluss der Welt.

Der Huanghe mit 5464 km schwemmt jeweils so viel Lössboden weg, dass er gelb ist, daher sein Name Gelber Fluss.

Der Amur bildet mit seinen 3420 km auf langer Strecke die Grenze zwischen China und Russland.

Der Perlfluss (Zhu Jiang) hat zwar nur noch eine Länge von 2197 km, ist aber der wassereichste Fluss Chinas.

Der Tarim ist ein Wüstenfluss - der in derselben (Takla Makan) verdunstet, obwohl auch er 2130 km lang ist.

Der Mekong ist der Hauptfluss Hinterindiens. Von seiner Gesamtlänge von 4500 km liegen immerhin 2153 in China.

Der Huai ist mit 1000 km zwar quasi ein Winzling, verursacht aber, wie so viele Winzlinge, enorme Zerstörungen.

China hat 80'000 km2 an Seefläche, aber nur 36'000 davon sind Süsswasserseen.

Bevölkerungsdichte

 

Administrative Zonen - anklickbar!

Die Grosse Mauer. Eigentlich besteht sie aus mehreren Mauern, mit einer Gesamtlänge von 6700 km. Die ersten Teile entstanden bereits im 6. und 5. JH BC. Der erste Kaiser liess diese Abschnitte dann verbinden - und innerchinesische Mauern abreissen (Deutschland hat das erst 1989 geschafft, in Israel werden sie erst aufgebaut.) Für den Bau wurden Zwangsarbeiter (Strafgefangene) und Fronbauern ebenso hinzugezogen wie die Armeeangehörigen. Er diente gegen die Ueberfälle der Mongolen, Hunnen, Turkvölker und anderer Steppenbewohner. In der Ming-Zeit war die Mauer 6 bis 7 m hoch und 6-16, im Durchschnitt 11 Meter breit. Mit der Quing-Dynastie (1644-1911) gehörten die Mongolen dann selbst zu Reich und die Mauer verfiel.

Der Grosse Kaiserkanal. Mit 1794 km der längste von Menschenhand geschaffene Wasserwerg der Welt. Die Arbeiten begannen 500 BC. Der Kanal wurde im 700 JH. und um 1300 vertieft und verbindet den Norden mit dem Süden, was vor allem wichtig war für die Reislieferung des Südens an die Truppen an der Mongolischen Grenze, der Grossen Mauer.

Die Provinzen

1 ANHUI

139'800 km2, 60 Millionen Einwohner. Gehört zu den dichtbevölkertsten Provinzen Chinas. Verfügt über einige Schwer- und Leichtindustrie. Quer durch Anhui verläuft, entlang des Huai-Flusses, die Grenze zwischen Nord- und Südchina. Anhui ist Flachland, ohne Meeranstoss. Feuchte, heisse Sommer werden von trocken-kalten Wintern abgelöst. Landwirtschaftlich ist Anhui eine der produktivsten Regionen. Sie produziert Wasserreis, Weizen, Mais, Bohnen, Süsskartoffeln; in günstigen Regionen auch Bauwolle, Tabak, Raps und Gaoliang; Tee (Quimen), Grüntee (Tunxi und Maofeng). Forstlich werden Koniferen, Korkeichen, Lackbäume und Bambus produziert. Die zahlreichen Seen erlauben auch die Fischzucht.

China hat übrigens ein Bewaldungsprozent von gegenwärtig 18.2%, die es aber auf 20% anheben will. Dazu müssen weitere 17 Millionen ha aufgeforstet werden. 220 Millionen ha wurden seit 1970 bereits gepflanzt. Die gesamte Waldfläche der Schweiz beträgt 1 Million ha, China über 1.75 Millionen km2, womit es gleich auf Russland und Kanada folgt. In Sachen Aufforstungen steht es an erster Stelle.

Die Industrie profitiert von reichlichen Kohle- und Mineralvorkommen (Kupfer, Molybdän, Mangan, Blei, Zink, Phosphor, Aluminium und Gips. Bekanntes Eisenwerk in Ma'anshan. Als traditionelles Gut werden immer noch die vier Schätze des Studierzimmers: Papier zum Malen und Kalligraphieren, feine Pinsel, Tusche und Tuschereibsteine hergestellt.

Anhui gehört sei 1500 BC zu China. Zur Zeit der Streitenden Reiche war es Teil des Reiches Chu.

Hauptstadt ist Hefei, 1949 eine kleine Landstadt mit 50'000 Einwohnern, 1972 mit einer halben Million, und 2004 bereits mit 4.2 Millionen Einwohnern. Bekannt für Eisen, Stahl, Bergwerksbetriebe, Textilfabriken, Leichtindustrie.

Shouxian ist ein der Städte Chinas, deren Mauern und Türme am besten erhalten sind. Zur Zeit der Streitenden Reiche war sie Hauptstadt des Reiches Chu.

Anquing war bereits 1913 Sitz von 90 Teehandelsfirmen und verfügte über 4 private Banken.

Die Berge Anhuis sind weltweit berühmt. Der Jiuhuashan ist einer der 4 heiligen Berge des Buddhismus, der Huangshan wird von In- und Ausländern als der schönste Berg Chinas gepriesen. Er wurde 1990 in die Liste des Unesco-Welt-Natur- und Kulturerbes aufgenommen.

2 Fujian

Die Hakkas stammen ursprünglich aus Sibirien und sind nicht nur in Fujian zu finden.

121'400 km2, 35 Millionen Einwohner. Da die Provinz zu 90% aus Bergen und Hügeln besteht wird sie auch "Königreich der Berge südlich des Jangtse" genannt. Fujian war immer eine Provinz der Auswanderer. 200 Millionen Chinesen verliessen von hier ihr Land auf dem Weg nach Südostasien oder in die USA

Als schönstes Gebirge gilt Wuyi-shan, das wichtigste Daiyunshan. Das gesamte Wuyi Gebiet wurde ebenfalls von der UNESCO ins Weltkulturerbe aufgenommen.

Zu Fujian gehören auch 600 Inseln und Inselgruppen, 2 davon werden allerdings nach wie vor von Taiwan beansprucht.

Das Klima ist subtropisch, warm und feucht. Es gedeihen Reis, Mais, Zuckerrohr, Tee, Tabak, Bananen, Pampelmusen, Mandarinen, Ananas und Litschis. Meist lassen sich 2 Ernten pro Jahr einbringen. Auf den Inseln ist auch die Fischerei von Bedeutung.

An Bodenschätzen sind Kupfer, Mangan, Blei und Kohle vorhanden. Leichtindustrie dominiert, Maschinenindustrie und Petrochemie sind im Aufbau. Typisch sind die holverarbeitenden Betriebe und Papierfabriken. An der Küste werden auch kleiner Holzschiffe gebaut.

Der Reichtum der Stadt Quanzhou war sprichwörtlich. Der Aussenhandel blühte auch in der Zeit der Mongolenherrschaft, verviel aber danach, aufgrund einer aussenpolitischen Fehleinschätzung.

> Bei dieser Fehleinschätzung handelt es sich um die Abkehr von der Welt wie sie von der Ming-Dynastie im 16. JH vollzogen wurde. China sollte sich selbst genügen. Sieht man allerdings die Grösse und Bevölkerung an, so ist diese Theorie nicht ganz abwegig. Warum sollte ein technisch wie zivilisatorisch weit entwickeltes Land sich mit "Kleinkram" rumärgern? Der einheimische Markt war so gross, dass wenig Bedarf auf Welthandel bestand - so lange die einheimische Produktion an Rohstoffen dafür ausreichte. Und da kommt China heute in ein Dilemma. Es wendet sich politisch nicht auf Grund einer höheren Einsicht, sondern aus Sachzwängen, wie die meisten wirtschaftlich definierten Kulturen.

Dies hat sich heute gekehrt. Innerhalb der ersten zwei Jahrzehnte der "sozialistischen Marktwirtschaft" wurden die Städte an der Küste von Fujian zu den wohlhabendsten von ganz China.

Quanzhou wurde von Marco Polo mit Alexandria verglichen, weil sie damals die zweitgrösste Handelsstadt der Welt war. Ausgeführt wurden Porzelan, Tee, Bronzewaren, Eisenartikel. Importiert wurden vor allem Gewürze, Duftstoffe, Elfenbein, Ebenholz, Baumwolle, Gold und edle Steine. Da die Einfuhrzölle damals 20% des Staatsbudgets ausmachten, wurde der Aussenhandel entsprechend gefördert.

Muslime, Perser, Araber liessen sich nieder oder fuhren auf den chinesischen Hochseedschunken, die zum Teil in Werften der Stadt gebaut wurden. Quanzhous Kaufleute galten bald als die reichsten Chinas.

Eine hervorragende Sehenswürdigkeit ist der Kaiyuan-Tempel

Xiamen wurde während der Ming Dynastie gegründet. 1848 öffnete sie sich, unter britischem Zwang, dem Welthandel, worauf sich viele Europäer hier ansiedelten. Sie verfügt heute über Flugplatz, Universitäten, Botanischen Garten, produziert de luxe Porzellane und gehört zu den Sonderwirtschaftszonen Chinas.

3 Gansu

Gansu ist ein recht seltsames Gebilde, quasi ein Bezirk entlang der Seidenstrasse. Deshalb finden sich hier auch gleich mehrere der 56 nationalen Minderheiten, die allerdings dennoch bloss 8% der Gesamtbevölkerung ausmachen: Hui, Tibeter, Mongolen, Dongxiang, Tu, Yugur und Baoan.

Gansu ist recht gebirgig, die höchsten Gipfel erreichen 5547 und 5798 m. Die Seidenstrasse entstand hier, weil diese Berge im Sommer immer Schmelzwasser lieferten für Quellen und Oasen. Das Klima ist subtropisch feucht im Osten, bistrocken, im Westen. 3/4 sind Grasssteppe, der Rest zu gleichen Teilen Wälder in den Bergen und Ackerflächen auf den Lössplateaus. Angebaut wird Hirse, Weizen, Mais, Baumwolle, Leinsamen, Melonen.

Yumen hat einige Oelfelder. Reich sind auch die Vorkommen an Kupfer, Blei, Zink, Eisen, Chrom, Wolfram, Quecksilber und Antimon. An über 60 Orten wird Kohle gefunden. Schwefelerz, Kalkstein, Gips, Glaubersalz, Fluorit. So entwickelte sich neben der traditionellen Wolltextilindustrie auch die Buntmetallindustrie und einige Zementwerke.

Die Bedeutung dieses Korridors für den Handel wurde bereits im 3. JH. BC erkannt. So wurden an einigen Orten Garnisonsstädte errichtet, von denen Dunhuang und Jiuquan dank des Schmelzwassers von den Bergen auch längeren Fehden standhalten konnten.

Wanderten Porzellan, Tee und Seide gen Westen, gelangte über den selben Weg Fertigungsmethoden, Ideen, Stilrichtungen - und der Buddhismus gen Osten. China hat sich also bereits damals mit der Idee begnügt, und fertigte die Produkte dann selbst.

Die Mogao Höhlen, oder Qian Fo Dong (1000-Buddha) Höhlen liegen ca. 25 km südöstlich von Dunhuang. In 1000 Jahren wurden hier 492 Grotten ausgehauen mit 45'000 Quadratmetern an Wand- und Deckenmalereien. Die ersten entstanden ab 366, die letzten im 13. JH. Erst im 19. JH entdeckte ein Mönch den verlassenen Platz und stiess in einer Grotte auf eine Schatzkammer mit 60'000 Büchern. Der Finder meldete dies zwar den zuständigen Behörden. Da diese aber desinteressiert waren, landeten die Funde in westlichen Museen.

Die Bingling Höhle südwestlich von Lanzhou am Gelben Fluss zeigen Riesenfiguren von Buddha (s. Bild rechts), ähnlich der kürzlich in Bamiyan, Afghanistan zerstörten. Sie wurden im 4. JH geschaffen (Bamiyan im 6.).

Die Provinzhauptstadt Lanzhou liegt am Oberlauf des Gelben Flusses. Tianshui dagegen besitzt glasklare Quellen, die es dem Schmelzwasser aus dem umgebenden Gebirge verdankt. In letzterer entwickelte sich der Maschinenbau Textilindustrie und Werke für die Streichholzherstellung. Eine Besonderheit hier ist die Herstellung von Lachschnitzereien. Hier soll der epische Fu Xi mit seiner Gemahlin Nu Wa seinen Nachkommen als erster die wichtigen Kulturtechniken des Feuermachens, Netze knüpfens und der Heilkunst beigebracht haben.

Das Kloster Labrang gehört zu den 6 führenden der Gelug-Sekte und konnte seine Bibliothek von 60'000 tibetischen Werken auch über die Kulturrevolution hinweg retten.

4 Guangdong

179'000 km2, 87 Millionen Einwohner. Die Provinz gilt als eine der am dichtesten besiedelten der Welt. Deng Xioping verlieht der Region einige wirtschaftliche Privilegien. Shenzen, Zhuoqing und Shantou wurden als Sonderwirtschaftszonen eingerichtet.

Das Bergland im Norden erreicht eine Höhe von fast 2000 m, im Nordosten 1560 m. Prägend ist aber vor allem das Perlflussdelta, da dieser Fluss bis zur 8-fachen Menge des Wassers des Gelben Flusses führt, also immer wieder Ueberschwemmungen verursacht. Die Provinz gehört zu den wichtigsten Reisanbaugebieten Chinas. Ausserdem gedeihen Weizen, Mais, Süsskartoffeln, Sorghum, Kassawa, Zuckerrohr, Erdnüsse, Jute, Hanf und Maulbeerbäume - wie Bananen, Mandarinen, Litschi, Kokosnüsse, Tee und Zitronengras.

Des weitern werden hier über 50 Bodenschätze gefunden: Eisen, Blei, Zink, Wolfram, Zinn, Wismut, Moybdän, Mangan, Schwefeleisen, Kohle; Kalkstein und Schiefer; wie schwefelarmes Oel. Nebst Salz wird Papier, Textilien, Zucker - und, auf den Inseln, Guano produziert.

Ursprünglich war das Gebiet von den heutigen Minderheiten der Miao, Li, Yao und Zhuang besiedelt. Kaiser Han Wudi (140-86 BC) unterstellte die Region bereits chinesischer Jurisdiktion, obwohl nur eine Besatzungstruppe stationiert war. Erst ab dem 6. JH wanderten die Han in grösseren Mengen ein.

> China hat also seine Kolonien erobert längst bevor dies zu einem Thema für internationale Diskussionen oder gar Gerichtshöfe wurde. Immerhin ist zu bedenken, dass unter heutigem internationalem Recht weder Nord- noch Südamerika, oder Australien, Neuseeland, etc. dieses Schicksal hätten erleiden dürfen.

Bereits in der Tang-Zeit ist hier ein starker Einfluss von aussen spürbar. Macao wurde 1533 von den Portugiesen erobert, Hong Kong 1840-42 von GB anektiert, als "Entschädigung" für den Opiumkrieg, mit dem China den Verkauf von Opium durch die Briten verhindern wollte. 1898 setzen sich noch die Franzosen in Kanton fest. Deutschland pachtete 1998 Kiautschou für 100 Jahre, musste es aber bereits 1914 an die Japaner abgeben. Tsingtao, in der Provinz Shangdong, ist heute weltweit bekannt, dank des Bieres, das dort erst von Deutschen produziert wurde.

In Kanton (Guangzhou) leben 7 Millionen Einwohner auf einer Fläche von 1345 km2.

Shenzhen ist eine der Städte die für das heutige China typisch sind: Auf 2000 km2 entwickelte sich eine boomende Industrie und eine Stadt mit 3 Millionen Einwohnern - und das in bloss 30 Jahren.

5 Guizhou

176'000 km2, 36 Millionen Einwohner. Minderheiten: Dong, Hui, Yao, Zhunang, Buyi, Miao. (s. Guangxi). Die Buyi (ebenfalls mit einer Tai/Kadai-Sprache. >s. Geschichte und Geographie der Sprachen und Schriften) sind Meister der Batikarbeit.

85% der Region sind gebirgig mit Höhen von 1000 bis 2000 m, was zu extrem komplexen Strukturen führt. Das Klima ist typisch für Monsungegenden, mit warmem Sommern und mildem Winter. Allerdings ist die Gegend an 220 Tagen im Jahr bewölkt. (Dies ein wenig bekannter Nachteil der Tropen: Es regnet fast jeden Tag ...)

Auch hier können meist 2 Ernten eingefahren werden: Reis, Weizen, Mais, Raps, Erdnüsse, Zuckerrohr, Kartoffeln, Tabak, Tee, Bastfasern. Seidenraupenzucht. Lackbäume, Tongölbäume, Korkeichen, Spiesstannen.

An Rohstoffen weist die Provinz das grösste Vorkommen Chinas an Quecksilber auf, Mangan, Phosphor, Aluminium, Blei, Zink und Kohle. Bekannt ist der hochprozentige Maotai-Schnaps aus Weizen und Sorghum. (aiaiai ... nur für Abgehärtete ...)

Guizou war ursprünglich von nichtchinesischen Völkern bewohnt, wurde aber bereits zur Zeit der Yuan Dynastie mit Strassen erschlossen, nachdem es bereits seit der Periode der 3 Reiche Teil des Königreiches Shu-Nan war. Die Minderheiten geniessen auch hier eine gewisse Autonomie.

Die Hauptstadt Guiyang liegt auf 1070 m, hat 3.5 Millionen Einwohner, die vor allem nach 1949 zuwanderten. Sie ist ein grosses Verwaltungs- und Bildungszentrum mit Aluminiumwerken, Betriebe für Grubenausrüstung, Waggon-, Textil- und Chemiefabriken. Seit 1960 auch ein grosses Eisen- und Stahlkombinat.

Der Wasserfall von Huangguoshu, der grösste Chinas, ist eines der Naturwunder. 80m breit, 60 m hoch. Die Gischt steigt bis über 90 m hoch

6 Hainan

Hainan ist eine etwas spezielle Provinz, denn es handelt sich um eine Insel, am nordöstlichlichen Zipfel von Vietnam. 1988 wurde sie von Guangdong getrennt und zur Sonderwirtschaftszone. Auf einer Fläche von 34'000 km2 leben 7.8 Millionen Einwohner, 1 Million davon Li (sino-tibetische Sprache), die Ureinwohner. Das Klima ist tropisch, mit Monsun. Warm aber nicht heiss. Hainan entwickelt sich immer mehr zum Tourismusparadies, auch für Chinesen. Das war nicht immer so. Während der Tang Dynastie diente die Insel als Verbannungsort für Beamte, die in Ungnade gefallen waren. Aenlich wie später das Pfefferland der Franzosen, Französisch Guayana, wurde sie als Pforte zur Hölle beschrieben.

Auf der Insel gibt es (noch) 2800 verschiedene Pflanzenarten und alleine 4000 unterschiedliche Insekten. Auch hier sind 2 Ernten möglich. Angebaut werden Zuckerrohr, Baumwolle, Tee, Tabak, Ananas, Kokosnüsse, Kaffe, Grapefruits und andere Südfrüchte.Gummibäume, Rosenholz, Ebenholz, Aloebäume werden in Plantagen gepflanzt. Am Meer wird nebst Salzgewinnung (oft aus Schalen die bis zu 1000 Jahre alt sind, s. Bild rechts) auch Fischfang und Fischzucht betrieben.

Der Regenwald, der noch bis zur Mitte des 20 J.H. einen Drittel der Insel bedeckte, wurde inzwischen bis auf jämmerliche 2400 km2 abgeholzt. Mit Aufforstungen wird versucht, einen Teil des Schadens gut zu machen.

1978 flohen 250'000 in Vietnam lebende Chinesen hierher (boat people / Hoa). Zusätzlich wurden 300'000 Soldaten untergebracht. Trotz seiner Grösse hatte auch China in Vietnam nicht viel auszurichten.

7 Hebei

187'000 km2, 87.4 Millionen Einwohner. Hier herrscht ein gemässigtes Kontinentalklima, also so was wie bei uns. Der Sommer ist feuchtwarm, der Winter streng und kalt, das Frühjahr trocken und windig. Hier leben zwei bedeutende Minderheiten, die Mandschus (Herrscher von 1616-1912!) und die Hui (Muslime).

Die Böden sind meist Schwemmland, also sehr fruchtbar. Ohne Dürreperiode können in 2 Jahren drei Ernten eingebracht werden. Es wächst Weizen, Mais, Hirse, Sorgum, Baumwolle, Erdnüsse, Sojabohnen, Kastanien, Weintrauben, Datteln und viele Obstsorten. Besonders die Baumwolle aus Hebei ist in ganz China begehrt. In den Bergen wurde stark aufgeforstet.

Hebei weist grosse Lagerstätten an Kohle, Eisenerz, Erdöl, Kupfer, Blei und Zink auf. Da Hebei Peking ganz umfasst, profitiert es von Verkehrsverbindungen ins ganze Land. Eisenbahnlinien sind vorhanden in die Grossstädte der Manschurei, nach Schanghai, Kanton, Taiyouan, Baoutou in der Inneren Mongolei, von wo aus Anschluss an die Züge nach Urumqi und von dort nach Almaty, mit dem Taschkent-Novosibirsk-Express.

Die Gegend war bereits zur Altsteinzeit besiedelt. Blieb aber zur Entstehung des Chinesischen Reiches eine untergeordnete Grenzregion bis ins 11. JH. Insbesondere der Ausbau der Chinesischen Mauer unter der Ming Dynastie trug bei zur Belebung des Handels und Handwerks. Einen ähnlichen Effekt hatte die Errichtung der Sommerresidenz in Chengde und den Qing-Kaisern.

Die Besetzung durch die Japaner und die Kämpfe der Roten Armee mit den Guomindang brachten einige Zerstörung, änderten aber rnichts an der nun hohen Bedeutung der Region für China.

Die Provinzhauptstadt Shijiazhuang ist die einzige Stadt der Welt die sich von einem 600-Seelen-Dorf um 1900 zu einer Riesenmetropole mit 9 Millionen Einwohnern entwickelt hat. Sie verdankt diesen Aufstieg vor allem der Eisenbahn, durch die sie auch zu einem Zentrum der Leichtindustrie wurde.

Handan ist dagegen noch relativ klein mit seinen 400'000 Einwohnern, war dafür aber bereits Hauptstadt des Staates Zhao von 386-228 v. Chr.

Tangshan liegt mit seinen 1.5 Millionen Einwohnern inmitten einer mit Bodenschätzen reich gesegneten Landschaft. Eisen, Gold, Marmor, Kohle werden gefördert. Dazu ist Tangshan eines der grössten Porzellanzentren Chinas. Beim Erdbeben vom 28. Juli 1976 kamen, an einem Tag, 242'000 Menschen ums Leben.

Auf dem Gemeindebann von Chengde, 3.6 Millionen, liegt die weltbekannte ehemalige kaiserliche Bergresidenz der Quing Dynastie. Diese umfasst 560 ha, 110 Gebäude, und ist von einer 10 km langen Mauer umgeben. Der Baustil ist meist tibetisch, da Kaiser Qianlong bestrebt war, sich als Schutzherr des Lamaismus zu erweisen. (s. Bild rechts: Tempel der Glückseeligkeit)

8 Heilongjiang

Die nördlichste Provinz Chinas hat eine Fläche von 460'000 km2 und 37 Millionen Einwohner. Der Winter ist hier lang und kalt, mit Durchschnittstemperaturen von -20° im Januar (Gebirge -30; Minimum im Februar 1969: -52.3°). Die forstfreie Periode beträgt nur 120 Tage. Die Sommer sind aber warm und regenreich, was allerdings nicht mehr ergibt als eine Durchschnittstemperatur von knapp 22° im Juli. Da der Jahresniederschlag nur 550 mm beträgt, lässt sich dafür die Sonne des öftern sehen.

Bis ins 19. JH. war die Provinz mit ihren ausgedehnten Steppen- und Waldgebieten Heimat der Jäger. Von 1900-1905 war es sogar von russischen Truppen besetzt. Mit dem Bau der Eisenbahn (1896-1903) durch die Russen wurde es aus seiner Ruhe und Abgelegenheit herau gerissen.

Die Schwarzerde (wie Ukraine) erlaubt den Anbau von Mais, Weizen, Sojabohnen, Sorghum, Zuckerrübe, Flachs und Sonnenblumen. Die Hälfte der Provinz ist allerdings von Wald bedeckt.

Provinzhauptstadt ist Harbin mit 9.1 Millionen. Ureinwohner sind die Orotschen (aus Sibirien), Hezhe (noch 4640 an Zahl, damit die kleinste Minderheit), Ewenken (mandschu-tungusische Sprache, ursprünglich am Baikalsee ansässig, im Herrschaftsgebiet mongolischer Chane, unter den Mandschu hierher deportiert) und Dahuren. In Harbin fanden sich nach der Oktoberrevolution 100'000 russische Flüchtlinge ein. Die orthodoxen Kirchen zeugen heute noch von dem Einfluss. Harbin wurde zum Moskau des Ostens, der grössten russischen Stadt ausserhalb von Russland - und zog auch andere Ausländer an.

Diese Grenzsiedlungen, häufig aus Deportierten, erinnern schwer an Osteuropa, wohin die Habsburger ihre Sachsen schickten, oder Australien, oder den "Wilden Westen" etc. Wehrfähige Grenzbauern bildeten so oft die Vorhut einer späteren Uebernahme.

9 Henan

Diese mit 93 Millionen bevölkerungsstärkste Provinz Chinas erhielt ihren Namen vom Gelben Fluss (he: der grosse Fluss; nan: südlich). Das Klima ist kontinental, heisse,regnerische Sommer; kalte, trockene Winter, Sandstürme im Frühjahr.

Da die frostfreie Periode 6-8 Monate beträgt, sind dennoch meist 2 Ernten möglich, bei Bewässerung sogar 3. Auf den mächtigen Lössablagerungen gedeihen Weizen, Mais, Sojabohnen, Sorghum, Süsskartoffeln, Erdnüsse, Sesam, Raps, Walnüsse und viel Obst. Henan ist mit einer der wichtigsten Weizenproduzenten von China. Dazu kommen Baumwolle, Jute, Tee und Tabak; wie die auch in Europa bekannte Honan-Seide.

Die Kohlevorräte sollen 60 Milliarden Tonnen betragen. Erdöl und Erdgas wurden ebenfalls gefunden. An Rohstoffen des weitern Bauxit, Molybdän, Silber, Gold, Eisen, Titan, Dolomit, Porphyr, Soda, Graphit, Talkum, Schwefel. Es entstanden hier Fabriken für Kugellager, Bergwerksmaschinen, Traktoren, Kunstdünger und Aluminium, wie zahlreiche Spinnereien und Webereien für Seidenstoffe. 80% dieser Betriebe arbeiteten 1996 bereits auf privater Basis.

Henan ist die geschichtsträchtigste Provinz Chinas. Luoyang ist die älteste der sechst alten grossen Kaiserstädte Chinas. Dank der günstigen Lage waren hier bereits 4000 BC Siedlungen entstanden. Ueber 6000 neolitische Siedlungsplätze und über 10'000 Geräte aus der Zeit sind gefunden worden. Zur Zeit der Sui-Dynastie (581-618) zählte die Stadt bereits 1 Million Einwohner. 19 Dynastien haben 28'000 archäologische Ausgrabungstätten hinterlassen. Allerdings hatte Henan auch üble Zeiten, etwa als Chiang Kai-shek im 2. Japanisch-Chinesischen Krieg 1938 die Dämme des Gelben Flusses sprengen liess, um die Japaner aufzuhalten. Fast 1 Million Menschen ertranken - und die Japaner liessen sich nicht aufhalten. Nochmals 3 Million starben bei der grossen Hungersnot von 1944. Nach 1949 begann der Aufstieg Luoyangs zur Industriestadt mit rund 900'000 Einwohnern. Kugellager, Traktoren, Bergbaumaschinen sind die wichtigsten Produkte.

Am Kishan (Westberg) und Dongshan (Ostberg, von dem nach Norden fliessenden Yihe-Fluss aus gesehen), wurden 1352 Höhlen und 750 Nischen angelegt, in denen 27'000 Skulpturen, 3680 Inschriften und 39 Pagoden gefunden wurden. Die ältesten stammen aus der Wei-Dynastie (386-534), die schönsten aus der Tang-Dynastie (618-907).

Die Provinzhauptstadt Zhengzhou hat mit dem eingemeindeten Umland eine Bevölkerung von 5.9 Millionen, und, abgesehen von dein reichsunmittelbaren Städten, damit die höchste Bevölkerungsdichte: 554 Menschen pro Quadratkilometer. Im Hügel- und Bergland von Henan liegt auch der Songshan, einer der 5 heiligen Berge Chinas.

Die Gegend ist seit dem Neolithikum besiedelt. In der Shang Dynastie wurden bereits Bronzekessel gegossen (16--14. JH. BC). Heute findet sich in diesem Wirtschafts- und Industriezentrum Maschinenbau, Metallverarbeitung, Chemie- und Nahrungsmittelindustrie.

In Anyang im Norden, das sich zu einem Handels- und Landwirtschaftszentrum entwickelt hat, wurden die Orakelinschriften auf Schildkrötenpanzern und Schulterknochen gefunden, die zur Entzifferung der ersten chinesischen Schrift (CA 1400 BC) geführt haben. Die Hauptstadt Yin der Shang-Dynastie lag in der Umgebung von Anyang. 1380 B.C erbaut wurde sie 1111 BC von den Zhou zerstört. Sie hatte eine Fläche von 24 km2.

Kaifeng ist ebenfalls eine der alten 6 Kaiserstädte. Heute hat sie 620'000 Einwohner, inclusive Eingemeindungen 3.7 Millionen auf 6444 km2. Residenz war sie wieder zur Zeit der Liang (907-923), de Jin (936-946), und wurde unter den Nördlichen Song (960-1126) zu einer glanzvollen Metropole. Mit den Mongolenherrschaften kam das Ende. Dazu Ueberschwemmungen, auch hier zum Teil von Menschen veranstaltete. 1644 brachen die Ming-Loyalisten die Dämme, um den Vormarsch der Mandschuren zu stoppen. 300'000 Menschen kamen um. 1938 richtete Chiang Kai-Shek das selbe Unheil an, mit 1 Million Opfer. Ueberlebt hat aber z.B. der Xiangguao-Si-Tempel, der einer der berühmtesten Chinas ist. (rechts: Glockenturm)

Auf dem heiligen Berg Song Shan findet sich die Stadt Dengfeng, mit dem Observatorium (1276) und dem berühmten Shaolin-Kloster, der Heimat des Kung Fu, mit dem "Pagodenwald". Im Songyang-Tempel wurde 1035 eine Schule für Hochbegabte eingerichtet. (Nicht dass irgend jemand nun denkt, das sei ein Vorsprung, denn damals, besonders auch bei den Griechen und Römern, gelangten eh nur die Hochbegabten an die Schulen, vor allem die mit Geld und Gütern hoch begabten.)

10 Hubei

186'000 km2, 60 Millionen Einwohner. Gebirgsland mit wassereicher Tiefebene und vielen Seen, die seenreichste Provinz Chinas, woran vor allem der Jangtse schuld ist, der mit seinen Kapriolen allerdings nicht immer Freude macht.. Reisanbaugebiet. Die Winter sind hier kurz, die Sommer lang, heiss(40° C) und feucht.

Angebaut werden Wasserreis, Weizen, Baumwolle, Oelpflanzen, Tee, Sorghum, Bohnen, Raps, Sesam; Orangen und Mandarinen; Maulbeerbäume. Forstlich werden auch Tongölbäue, Lackbäume, Oelkamelien und die Wasserpinie, ein sehr seltener Baum) produziert. Die vielen Seen werden zur Fischfang und Fischzucht genutzt. Im Jangtse z.B. kommt noch der Chinesische Stör vor, der ein Gewicht von bis zu 500 kg erreichen kann.

Auch diese Provinz musste unter dem Druck des Auslandes mehrere Häfen öffnen, so Hankou, Yichang und Sashi.

Der Aufstand der Soldaten in Wuchang gab den Startschuss zum Aufstand gegen die Mandschu-Dynastie (Chinesische Revolution).

Wuhan, die Provinzhauptstadt, hat 9 Millionen Einwohner. Sie ist zum wichtigsten Zentrum für Handl in Zentralchina und einer der bedeutendsten Industriestädte Chinas geworden.

Einzigartig ist die Vielfalt der Sehenwürdigkeiten auf dem Wudang Shan, dem höchsten heiligen Berg (1612 m) der Daoisten in China. 72 Grotten, 12 Pavillions, 39 Brücken sind alle mehr oder weniger gut erhalten. 1412 gab der Yongle-Kaiser den Auftrag, die zerstörte Klosterlandschaft wieder herzustellen und bot die besten Baumeister des Landes auf - und 300'000 Arbeitskräfte.

In der Provin Hubei liegt auch der berühmt-berüchtigte Drei-Schluchten-Damm, der am 20. Mai 2006 in Betrieb genommen wurde. Da Guter's Infos hier veraltet sind hier nach Wiki:

Der Jangtse wird hier zu einem See von 600 km Länge aufgestaut. Die Stauhöhe beträgt beim Damm 180 m, die Länge des Damms 2310 m. Die Leistung der 26Turbinen soll total 18.2 GW betragen, so viel wie 26 Kohlekraftwerke.

13 Städte, insgesamt 237 km2, wurden überflutet. Treibsand und Sedimente, Abwässser, Gifte ... machen den See zu etwas eher weniger erfreulichem, obwohl nun die Hochwassergefahr gebannt ist und einige nördliche Provinzen mit dem dort knappen Wasser versorgt werden können.

11 Hunan

Wulingyuan Landschaftspark am Baofeng See

211'700 km2, 65 Millionen Einwohner, also ebenfalls eine der am dichtesten besiedelten Provinzen Chinas. Hunan bedeutet südlich des Sees, womit der zweitgrösst Süsswassersee Chinas gemeint ist, der Dongting See.

Hunan wird die Heimat der Buntmetalle genannt. In insgesamt 69 Vorkommen finden sich Zink, Wolfram, Antimon, Fluorit; Blei, Zink, Zinn, Kupfer, Schwefel, Phosphor, Quecksilber, Kohle und Diamanten. Eine Kette von Industriebetrieben erschliesst und verarbeitet diese Rohstoffe. Dazu kommt Leichtindustrie, Keramik-Manufakturen und Stickerei, Bambusflechterei und Möbelwerkstätten.

Wasserreis ist hier die wichtigste Pflane im landwirtschaftlichen Anbau, gefolgt von Mais, Sojabohnen, Sorghum, Baumwolle, Bastfaserpflanzen, Ramie und Tee; Orangen, Mandarinen, Lotossamen und Lotoswurzeln. Schweinezucht wird eben so betrieben wie Fischfang und der Wald liefert Kiefern, Spiesstannen, Fichten, Zedern und Ahornbäume.

Bereits zur Zeit der Yuan ging das Sprichwort um: Wenn in Huangguang die Ernte gut ausfällt, dann geht es dem ganzen Reiche gut. Der Reis wurde über den Jangze und den Kaiserkanal in den Norden verschifft, um dort die Verwaltung in Peking und die Garnisonen entlang der Mauer zu ernähren.

Hier liegt ein weiterer der 5 heiligen Berge der Daoisten, der Heng Shan, mit dem berühmten hängenden Kloster. Die ganze Berggegend hat die Kulturrevolution relative unbeschadet überstanden. Hier findet sich auch der erste nationale Waldpark, der zum Unesco Naturerbe gehört: Zhangjiajie National Forest Park.

Hauptstadt der Provinz ist Changsha mit 2 Millionen Einwohnern im Kernbereich, 6.3 in der Aggomeration. Changsha war bereits während der Song-Dynastie ein Bildungszentrum. Die Yue-Lu-Akademie, 976 errichtet, errang bald den Ruf als eine der wichtigsten Akademien des Reiches.

Im Chinesisch-Japanischen Krieg (1937-45) wurde Changsha schwer zerstört und entstand als Industriezentrum erst neu nach 1949.

Yueyang (230'000 Einwohner) musste 1898 seinen Hafen auf Druck der Westmächte ebenfalls öffnen. Es geht zwar "nur" um einen Fluss und Binnenseehafen, aber was für ein Hafen: 142 Anliegeplätze, 24 davon für Schiffe mit mehr als 3000 Bruttoregistertonnen. Der Yueyang Turm ist einer der schönsten Turmbauten in Südchina. Xiangtan, 350'000 Einwohner, ist Zentrum einer bedeutenden Nahrungsmittelindustrie.

12 Jiangsu

75 Millionen auf 193'000 km2. Auch hier eine Region mit höchster Bevölkerungsdichte, am Unterlauf des Jangtse. Die Region ist wohlhabend, das Klima warm, die Landwirtschaft intensiv und die Industrie modern, zudem gestützt auf mehrere Rohstoffvorkommen. Jiangsu ist die niedrigste (50m) und flachste der Provinzen Chinas, durchzogen mit vielen Flüssen, Kanälen und 200 Seen. Jiangsu liegt im Uebergang vom warm-gemässigten zum Subtropischen Klima. Die Niederschläge nehmen vom Südosten gegen Nordwesten ab, von 1200 auf 800 mm. Die Stadt Nanking gilt als Glutofen Chinas, obwohl, 28° sind ja eigentlich recht angenehm, vermutlich ist es eher die Feuchtigkeit die mühsam ist.

Jiangsu ist die Heimat von Reis und Fisch, die auch in Teichen gezüchtet werden. Die Landwirte können 2 bis 3 Ernten pro Jahr einfahren. Ein Drittel der Landwirtschaftsfläche wird für Reis genutzt, dann folgen Weizen, Mais, Sojabohnen, Raps, Erdnüsse, Tee, Obst und Maulbeerbäume.

An Bodenschätzen sind Eisen, Phoshor, Tonerde und Kohle in beschränktem Umfang vorhanden. Die Schwerindustrie ist gut entwickelt, dominant sind jedoch Leichtindustrie, Textil- und Nahrungsmittelindustrie, Elektronik, Apparate- und Instrumentenbau, Energiewirtschaft und Chemie. Auch die Seidenspinnei nimmt einen bedeutenden Platz ein, wie Kunsthandwerk, Lackarbeiten aus Jangzou, Tonfiguren aus Wuxi, Tonwaren aus Xixing und Stickereien aus Suzhou wie Brokate aus Nanking.

Die Hauptstadt Nanjing, gegründet im 8. JH. BC, war eine der wichtigsten Kaiser- und Residenzstädten, obwohl sie heute "nur" 5.2 Millionen Bewohner hat. ("Heute" 2005, aber die Bevölkerungszahlen dieser Publikation dürften noch etwas älter sein. Bei der rasanten Entwicklung der Städte Chinas dürfte Wiki hier verlässlicher sein.). Die Gegend ist nachweislich seit über 6000 Jahren besiedelt.

Beim Massaker von Nanking töteten die Japanischen Besatzer über 100'000 Menschen.

Heute floriert der Kohlebergbau, die Autoindustrie, Schiffbau und die Petrochemie. Die 1902 gegründete Nanking Universität gehört längst zu den Spitzenhochschulen des Landes.

Das grösste Denkmal ist die 33 km lange Stadtmauer.

Suzhou wird auch das Venedig des Ostens genannt, da es in alter Zeit von Kanälen durchzogen war. 800'000 Menschen leben hier, 1 Million in der Agglomeration. Hier gibt es jede Menge (allerdings nur noch 12 von ehemals 150) an Gärten mit Teichen, Pavillions, Felsen, Bächen, Brücken und seltenen Bäumen, beste chinesische Gartenbaukunst.

Leichtindustrie und Seidenspinnerei sind Tradition, ein riesiger Industriepark für Spitzentechnologie setzt neue Akzente.

Wuxi gilt als eine der ältesten Siedlungen des Jangtse-Tales. Seit 3000 Jahren wird hier Seide verarbeitet, heute auch Baumwolle . 700'000 Einwohner, 1 Million in der Agglomeration. Auch Wuxi ist eine Stadt des Wassers.

Zhenjiang wurde 545 BC gegründet und hat heute 400'000 Einwoher. Auf den umliegenden Hügeln bauten die Mönche in den letzten 1500 Jahren einen Kranz von Klöstern.

Yangzhou ist eine weitere Perle, weniger industrialisiert, dafür mit mehr Handel, Tourismus und Kunstwerk. Trotz seiner 400'000 Einwohner hat es die mittelalterliche Atmosphäre chinesischer Städte am besten erhalten. Hauptatraktion ist das "Kloster des grossen Glanzes" (Daming Si) von dem aus der Abt Jianzhen zwischen 742 und 752 sechs mal nach Japan reiste umd den Buddhismus zu verbreiten.

Xuzhou lieferte einen der eindrücklichsten archäoloigschen Funde, nämlich die Terrakotta-Armee der Han-Dynastie. Diese Tonkrieger scheinen allerding den Krieg gleichsam angezogen zu haben, denn zwischen 1937-45 war Xuzhou dauernd Schauplatz kriegerischer Handlungen, wenig später zwischen Guomindang und Kommunisten.

Tongli wurde 1982 unter besonderen Schutz gestellt. Sie ist von 5 Seen umgeben, wie eine Lotosblüte. Innerhalb der Stadt kreuzen sich 15 Flüsse, die von 49 Brücken überquert werden.

13 Jiangxi

166'000 km2, 42 Millionen Einwohner. Der Ganjiang ist zwar schiffbar, aber dennoch ist Jiangxi eine typische Binnenprovinz. Der Poyang-See ist mit 5000 km2 der grösste Süsswassersee Chinas. Das Klima ist warm und feucht, mit bis zu 39° im September. Die Niederschläge betragen 1500 bis 2000 mm. Jianxi gehört so mit zu den Kornkammern des Landes. Weizen, Gerste, Mais, Raps, Baumwolle, Zuckerrohr, Sesam, Süsskartoffeln, Tee Oelkamelien und Bastfaserpflanzen werden angebaut. Ebenso Wassermelonen, Dattelpflaumen, Birnen und Aepfel von Jiangsi - und süsse Mandarinen.

Jiangxi verfügt über reiche Eisenerzvorkommen Das reichste Vorkommen von Wolframerz der Welt in den Day Ling Bergen. Bekannt gemacht hat die Gegend aber Kaolin, der Rohstoff für feinstes Porzellan. Insbesondere Jingdezhen ist seit 1000 Jahren Porzellanhauptstadt Chinas. Bereits zur Zeit der Sechs Dynastien (265-583) wurden hier Vorstufen von Porzellan erzeugt, in der Tang Dynastie dann was weisse und grüne, als falsche Jade (Seladon) bekannte Porzellan. Kaiser Jing De aus der Song Dynastie bemerkte, dass die Vasen, Teller, Terrinen etc. aus Xinping alle anderen an Qualität übertrafen und erliess die Weisung, auf der Unterseite aller dort hergestellten Artikel den Schriftzug einzutragen: Hergestelle in der Jing-de-Periode. Ein sehr frühes Qualitätsmarking also. Diese Kaisermarke bürgte für höchste Qualität. Der Name der Stadt wurde geändert und diese nach dem Kaiser Jingdezhen benannt. 1712 sollen hier 18'000 Töpferfamilien an 3000 Oefen gearbeitet haben. Die Einwohnerzahl betrug eine Million. Und Brennholz dürfte zum Problem geworden sein.

Die Katastrophe kam Mitte des 19. JH, als die Taiping Rebellen die Stadt zerstörten. Mit 20 Millionen Toten insgesamt einer der opferreichsten Bürgerkriege der Menschheit.

Heute arbeiten wieder 50'000 Menschen in 14 Porzellanfabriken und einer Reihe kleinerer Manufakturen, die über 2200 Artikel herstellen.

Jiujiang wurde wegen ihrer günstigen Lage am Fluss ebenfalls in den Freihandel gezwungen - von den Europäern.

Jiangxi war die Gegend, in der zuerst der chinesische Sowjetstaat (Räterepublik) ausgerufen wurde, wo der Lange Marsch begann.

Das Lushan-Gebirge mit seinen nebelumhüllten Gipfeln zog schon immer Einsiedler und Mönche an, denen Dichter und Philosophen folgten.

Nanchang zählt ca. 4 Millionen Einwohner und ist heute ein Zentrum der Papierindustrie und der Nahrungsmittelverarbeitung.

14 Jilin

Jilin, gegründet 1927, ist die mittlere der 3 mandschurischen Provinzen. 187'400 km2, 26 Millionen Einwohner. Die Mandschuren bilden allerdings nur noch eine geringe Minderheit. 93% der Bevölkerung sind inzwischen Han. An Minderheiten gibt es ausserdem Koreaner, Mongolen, Hui und Xibo.

Problematisch ist die zunehmende Wasserknappheit und die Flüchtlinge aus dem abgewirtschafteten Nordkorea. 1980 wurden die weitgehend unberührten Waldgebiete ins Unesco-Naturerbe aufgenommen.

Der Weisskopf-Vulkan (Baitoushan), 2750 m hoch, gilt bei Mandschuren und Koreanern als heiliger Berg.

Das Klima schwankt, grob gesagt, zwischen -15° im Januar und +15° im Juli (höchste Temperatur in Changchun: 22.8°).

Die Landwirtschaft produziert Reis, Mais, Sojabohnen, Sorghum, Weizen und Hirse. An industrielle verwerteten Agrarprodukten Zuckerrübe, Flachs und Tabak. Ein Drittel der Provinz ist bewaldet, und auch die drei Schätze Nordostchinas sind wichtig: Ginseng, Zobelfelle und Hirschgeweih.

Gefördert werden Kohle, Kupfer, Blei, Zink, Nickel, Molybdän, Gold, Bor, Oelschiefer und Erdöl, Eisenerz, das auch gleich verhüttet wird. Sehr gut entwickelt sind Maschinenbau, Chemie, Holz- und Papierindustrie. Bekannt auch die Changchun Automobilwerke No1, die in der frühen Maozeit die Staatskarose "Rote Fahne" produzierten.

Das Eisenbahnnetz ist das dichteste Chinas. Alle wichtigen Städte können mit der Bahn erreicht werden.

Jilin, 300 Jahre alt, hat eine eingemeindete Landfläche von 27'000 km2, mit 4 Millionen Einwohnern. Die Stadt ist ein wichtiges Zentrum der Nahrungsmittel-, Chemie und Elektronikindustrie.

150 km von der Stadt Jilin entfernt, lag die einstige Bohai-Hauptstadt Aodong. Das Bohai Reich, wie die Liao-Dynastie, die bis 1125 herrschte, war von den nach Süden vorstossenden Khitan begründet worden. Die nachdrängenden Jurchen /Nutzhen oder Zhuschen) verdrängten sie allerdings dann mit der Jin Dynastie (1125-1234).

Im 17. JH. gelang es wiederum tungusischen Stammesgruppen unter Nurhaci einen eigenen Staat zu gründen, genannt Mandschurei, nach dem Stammesverband Manzou. Diese eroberten 1644 ganz China. Bis 1911 herrschten sie darüber, und gerieten dann mit China in den Zwist zwischen Russland und Japan. Von 1932-45 hielt Japan die gesamte Mandschurei besetzt und gründete dort den Marionettenstaat Mandschukuo, mit dem Kindkaiser Aisin Gioro Pu Yi (Der letzte Kaiser) in Changchun/Xinjing.

1953 wurde in Changchun das erste Autowerk gegründet, das seit 1957 Autobusse, Lastwagen, Traktoren, Lokomotiven und Waggons produziert. Bald kamen auch Filmstudios, Universitäten, Hochschulen und Forschungsstätten.

15 Liaoning

146'000 km2, 42 Millionen Einwohner. "Der Ruhrpot Chinas". Hatten sich die Mandschus früher jegliche Zuwanderung von Han verboten, sind sie heute in einer absoluten Minderheit von 5% inbegriffen, die sich Koreaner, Mongolen und eben Mandschuren teilen. Ursprünglich waren die Mandschuren am Amur und Ussuri sesshaft. Das Reitervolk stiess bis zum Baikalsee vor - und eroberte, wie gesagt, 1644 ganz China. Die Palissaden, die vor allem den lukrativen Handel mit Ginseng schützen sollten, wurden erst Mitte des 19. JH geöffnet, umd chinesische Wehrbauern ins Land zu holen, als Verteidigung gegen die vordringenden Russen. Diese wurden dann allerdings von den Japanern massiv geschlagen, vor allem 1905 in der Schlacht bei Mukden, in der 150'000 Soldaten ihr Leben liessen.

Bewohnt war Liaoning allerdings bereits während des Neolitikums (Xingliangang-Kultur 5400-4400 BC)

Liaoning wird vom Monsun beeinflusst, hat heisse, regenreiche Sommer und einen langen, kalten, aber schneearmen Winter. Die forstfreie Periode beträgt 130 bis 180 Tage.

Angebaut werden Reis, Mais, Sojabohnen, Sorghum, Erdnüsse, Baumwolle, Hirse und Tabak. Die Aepfel und Birnen Liaonings finden auch im Ausland guten Absatz. Die Wälder, die noch 1/4 der Provinz bedecken, liefern nicht nur Holz, sondern Hirschgeweihe, Ginseng und Heilkräuter. Dalian, eine Sonderwirtschaftszone, ist eines der grössten Fischereizentren Chinas.

Gefördert werden Eisenerz, Kohle Magnesium, Molybdän, Talkum, Oelschiefer, Mangan, Bor, Aluminium. Wichtig fr das ganze Land sind auch die Salzgärten an der Küste. Das Liao-Oelfeld macht Liaoning noch zur Oelprovinz.

Anshan ist neben Wuhan in der Provinz Hebei der bedeutendste Stahlproduzent Chinas. Bedeutend sind auch Chemie,- Textil-, Elektroindustrie, Landmaschinen, Keramik. Die Stadt zählt 1.2 Millionen Einwohner, 2.5 im Grossraum. Eisen wird hier seit dem 2.JH BC geschürft. In der Tang-Dynastie (618-907) gab es bereits Eisengiessereien.

1900 brannte die Stadt beim Boxereaufstand ab, was stehen blieb, wurde im darauf folgenden Russisch-Japanischen Krieg zerstört. Die heutige Stadt wurde völlig neu aufgebaut, 10 km nördlich der alten.

Dalian, 1.7 Millionen Einwohner, 35 Tiefwassser-Ankerplätze, ist ein Erdöl. und Erzhafen mit Grosswerften, Lokomotivfabrik und Industrie. Im Gegensatz zu Vladivostok ist er aber eisfrei. Die chinesische Hochseefischerei mit über 100 Booten hat hier ihren Sitz (... und fischt unkontrolliert bis hin nach Sokotra und Somaliland (vor den Piraten), wo keine Kontrolle herrscht).

Fushun ist ein grosses Kohlezentrum Chinas. Die Kohle, die Oel und Bitumen enthält, kann im Tagbau gefördert werden. Der Vorrat wird auf ca. 1 Milliarde Tonnen geschätzt.

Der Duaofang-Stausee erlaubt die Bewässserung von 120'000 ha Ackerland.

16 Quinghai

721'000 km2, 5.2 Millionen Menschen. Damit die am schwächsten besiedelte Provinz von ganz China. Hier stossen die Kulturkreise der Tibeter, Chinesen und Muslime aneinander. An weiteren Minderheiten finden sich Sala (Turkstämmig, die traditionelle Unterordnung der Frau wurde allerdings verboten), Tu (Weiss-Mongolen), Dongxiang (Nachkommen mongolischer Soldaten, Muslime) und Baoan.

Bis zum 3. JH BC regierten lokale Fürsten die tibetischen und mongolischen Nomaden. 121 BC wurde der 1. Militärstützpunkt gegründet, allerdings kam das Land bald wieder unter tibetische und tungusische Kontrolle. Auch die mongolische Herrschaft unter Tschingis Khan wurde bald wieder durch die Tibeter ersetzt.

Mitten durch die Provinz zieht sich von West nach Ost (oder umgekehrt?) das Kunlun Gebirge, mit bis zu 6300 m Höhe.

Das Klima ist ausgeprägt kontinental, mit kurzem Sommer, langem und kaltem Winter, grossen Temperaturunterschieden zwischen Tag und Nacht. Die Niederschläge betragen weniger als 300 mm.

Auch hier ist Viehzucht äusserst wichtig. 95% der Fläche eignen sich nur zur Weidewirtschaft. Schafe, Yaks, Pferde und PIan Nu, eine Kreuzung zwischen Yak und Rind werden gehalten. Dies liefert Fleisch, Leder, Wolle und der wichtigen Schafdärme für Wurstwaren (Das <Cervelatproblem> wäre in China noch um einiges tragischer als hier). In den Bergen werden auch viele Pflanzen zur Herstellung von Heilmitteln genutzt.

Die Industrie beschäftigt sich vor allem mit der Verarbeitung der landwirtschaftlichen Produkte. Erst wenige Betriebe der Textilindustrie, des Maschinenbaus, chemischer Industrie, Erdöl und Hüttenindustrie (die verarbeitet Erze. Sie produziert keine Hütten) haben sich niedergelassen.

Die Eisenbahnlinie von Lanhou geht heute nicht bloss bis zur Hauptstadt Xining, sondern nach Lhasa.

Xining liegt auf 2200 m Höhe, hat knapp 600'000 Einwohner, 1 Million in der 360'000 km2 umfassenden Agglomeration (vermutlich die weltgrösste Agglomeration).

Das Grosskloster Kumbum (1567-77 erbaut) beherbergt den <Tempel der unendlich vielen Bilder Buddhas>, und beherbergte 1950 mehr als 3000 Mönche in 52 Hallen und 9300 Räumen. Es ist ein Zentrum der Gelug-Schule (Gelbmützen).

17 Shaanxi

206'000 km2, 36 Millionen Einwohner.

Shaanxi ist eine der Wiegen Chinas. In einer Zeitspanne von über 1100 Jahren regierten 13 Dynastien von Hauptstädten aus, die im Umkreis von Xian, der heutigen Bezirkshauptstadt, liegen. 72 grossräumige Kaisergräber, 20 imperiale Palastruinen, 60 paläolitische und neolitische Ausgrabungsstätten sowie 1200 alte und neue Klöster zeigen die kulturelle Bedeutung Shaanxis für China. In 74 Museen werden 600'000 Kunstwerke und Fundgegenstände konserviert und dem Publikum vorgestellt.

1964 wurde hier der Lantian-Mensch gefunden, der vor 600'000 Jahren östlich vom heutigen Xian lebte. Er ist damit rund 100'000 Jahr älter als der Peking-Mensch.

Die Zhou Dynastie (11. JH - 211 v.Chr) regierte hier, der 1. Kaiser, und die Westliche Han Dynastie (206 v.Chr. - 24 n.Chr) hatte ihre Residenz in Changan, wie später auch die Kaiser der Sui und der Tang Dynastie. Stets war Shaanxi aber auch Einfallstor für die Steppenvölker des Nordens, während der Tang-Dynastie auch der Tibeter.

Geographisch von Bedeutung ist das Quinling Shan, ein Gebirge, dessen Hauptgipfel, der Taibai, 3767 m erreicht. Dieses Gebirge trennt Nord- von Südchina, als Wasserscheide zwischen dem Gelben Fluss (20kg Löss in jedem m3 Wasser) und dem Jangtse. Der Norden ist gemässigt, der Süden bereits subtropisch. Im Norden wird hauptsächlich Schafzucht betrieben, Weizen, Baumwolle, Hirse und Sorghum angebaut, im Süden gedeihen Wasserreis, Mais, Hülsenfrüchte, Raps, Orangen und Mandarinen. Im Gebirge werden Arzneipflanzen gesammelt, in Plantagen Lackbäume, Tongölbäume und Tee angebaut. Der Norden leidet allerdings zunehmend unter Wassermangel.

Mehr als 80 Arten von Bodenschätzen ermöglichen eine starke Industrie. Die Kohlevorkommen sind die viertgrössten Chinas. Eisen, Nickel, Molybdän, Quecksilber, Aluminium und Blei werden in Lagerstätten von beträchtlichem Umfang gefunden. Auch Zink, Phosphor, Schwefel, Gold, Silber, Asbest, Kalkstein, Schwerspat und Fluorite werden abgebaut. Maschinenbau und Textilindustrie stehen an erster Stelle, gefolgt von Kohle-, Chemie, Baustoff-, Elektronik und Energiewirtschaft.

Xian hat 2.3 Millionen Einwohner, 6 Millionen im Grossraum von 861 km2 - und angenehme Temperaturen von um die 0 Grad im Winter bis zu 25° im Juli. Die ältesten Topfscherben aus archäologischen Ausgrabungen wurden auf 6000 Jahre datiert. Unter dem Namen Changan war es im 8. JH. mit 2 Millionen Einwohnern die grösste Stadt der Welt (woran die Baghdadis vermutlich keine Freude haben). Die Stadt war Zentrum der Politik, Wirtschaft und Kultur des Landes wie auch Ausgangspunkt der Seidenstrasse. Geschützt wurde sie durch eine Mauer von 35.5 km Länge. Der Kaiserpalast bestand aus 40 Bauten, wurde allerdingswährend der Tang Dynastie völlig in Schutt und Asche gelegt. Nichtsdestoweniger ist das Historische Museum hier, mit 110'000 Sammelstücken und 3000 Exponaten Chinas grösstes.

Das Grab des 1. Kaisers Quin Shihuangdi (259-210 BC) liegt rund 30 km östlich von Xian unter einer 46 m hohen Erdpyramide. Die Grabplatte liegt 8.9 Meter unter der Erde - und wurde nie geöffnet. So viel Respekt wird Toten wohl in wenig Ländern gezollt. Hier würde wohl sogar das Grab von Jesus ausgehoben (... wäre er nicht auferstanden). Der Bau beschäftigte 700'000 Arbeiter und dauerte 39 Jahre. 1.5 km östlich davon wurde 1974 die Terrakottaarmee gefunden. Der 2. Kaiser wurde nordöstlich der Stadt Liquan beerdigt, in einem Grab das 10'000 ha beanspruchte. 19 weitere Tang-Kaiser wurden dann vor allem in Qianxiang, 80 km nordwestlich von Xian beerdigt.

Xian ist mit Peking durch eine direkte Bahnlinie verbunden - die im Westen über Urumqi nach Kasachstan führt. An Industrie ist hier wichtig der Maschinenbau und die Chemie, vor allem aber die Textilindustrie. Xian ist das Zentrum derselben in Nordwestchina, was vor allem auf die qualitativ hochwertige Baumwolle zurückzuführen ist (und worauf wiederum vermutlich die Wasserknappheit zurückzuführen ist. s. Aralsee).

Das Famensi-Kloster, 100 km westlich von Xian, gehört zu den wichtigsten buddhistischen Klöstern Chinas.

18 Shandong

156'700 km2, 91 Millionen Einwohner (rauf von 45 Millionen 1949) , damit gehört Shandong zu den bevölkerungsreichsten Provinzen Chinas.

Shandong ist seit dem 4. Jahrtausend BC bevölkert. Die Dawenkou-Kultur am Unterlauf des Huanghe bestand von 4300-2500 BC, wonach sich die Longshan Kultur ausbreitete.

Seit neolitischer Zeit wird der Taishan, einer der 5 heiligen Berge, verehrt, vor allem von Daoisten.

Ein geographisch unerhörtes Ereignis brachte Shangdon Mitte des 19. JH in die Weltpresse, als der Gelbe Fluss seinen Lauf änderte und von nun an nicht mehr ins Gelbe Meer, sondern ins Bohai Meer floss. Dergleichen Schabernack betrieb er allerdings ab und zu (s. Karte rechts). Ueberschwemmungen auf der einen, landwirtschaftliche Folgen auf der anderen Seite waren katastrophal.

Jinan, die Provinzhauptstadt, weist 4.5 Millionen Einwohner, 100 Quellen auf. Auch geistig quellte sie über, wurde in der Quing Dynastie als Stadt der Gelehrten bezeichnet. Kunsthandwerk, Flechtwerk und Federbilder waren bekannte Produkte.

2.5 km südlich erhebt sich der Tausend-Buddha-Berg, so genannt nach der Anzahl der dort gefundenen Figuren aus den Jahren 581-600.

Schandong (Schantung) besteht zu 55% aus Ebenen, 35% Hügel- und Bergland, 9% Sumpfgebiete und 1% Seen und Flüsse. Es hat regenreiche Sommer und trockene, sonnige Winter, ist generell wärmer und feuchter als der Rest Nordchinas.

Die Provinzhauptstadt Jinan hat 5.4 Millionen Einwohner, wird allerdings von Tsingtao (Quingdao) mit 6.9 Millionen bereits übertroffen.

Angebaut werden Weizen und Mais, Baumwolle, Erdnüsse und viele Obstsorten. Oft sind sogar 3 Ernten möglich.

20'000 Industriebetriebe verarbeiten 104 Arten an Rohstoffen, die hier gefunden werden: Kohle, Graphit, Bauxit, Diamanaten, Erdöl, Gips, Gold. Das Erdölfeld Shengli ist eines der wichtigsten Chinas. Die petrochemische Industrie hat ihr Zentrum in Xindan bei Zibo (4.2 Millionen Einwohner, 6000 km2).

Nahrungsmittel-, Textil-, Zement-, Gummi- und Maschinenfabriken geben über 3 Millionen Menschen Arbeit. Dazu kommt eine leistungsfähige Eisen- und Stahlindustrie. Kraftfahrzeug-, Lokomotiven- und Waggonbau haben eine ausbaufähige Position; und auch von den Hochseehäfen Quingdao und Yantai gehen förderliche Impulse aus.

Quingdao (Tsingtao) stand von 1898-1914 unter deutscher "Schutzherrschaft. Dann wurde es von den Japanern übernommen. Das bekannte Bier selben Namens ist also ein Gebräu nach deutschem Rezept. Quingdao ist heute ein wichtiger Hafen und Tourismusort, obwohl eine Riesenstadt mit 6.9 Millionen Einwohnern.

Weihai wurde 1897 freiwillig als Stützpunkt an die Engländer abgegeben, um ein weiteres Vordringen der Russen nach China zu verhindern.

Qufu, ist die Heimat des Konfuzius, dessen Philosophie Staatsideologie war bis zum Niedergang des Kaiserreiches. Jeder Mandarin (Beamter des Kaiserreiches) musste umfassende Kenntnisse seines Werkes belegen können. Sein wichtigstes Prinzip war die Harmonie, in Familie, Gemeinde und Staatswesen. Dies könnte auch heute noch einen grossen Teil der Strukturen und der historischen Entwicklung Chinas begründen: Ein von der unharmonischen, feindlichen, barbarischen Aussenwelt durch vorgelagerte Provinzen geschütztes Kernreich, das sich kulturell wie materiell eigentlich selbst genügt, sich weder von "Partnern" noch von "Feinden" drangsalieren lassen muss.

In Qufu ist der Wald des Konfuzius sehenswert, mit 20'000 alten Bäumen wie Kiefern, Akazien, Zypressen, Ulmen, Ahorn. Ebenso der Berg Taishan, einer der heiligen 5. 6000 Stufen führen an 2000 historischen und kulturellen Denkmälern aus 2300 Jahren vorbei. Der Tempel der Daimiao besteht aus 800 Bauten auf 10 ha und geht auf das Jahr 209 BC zurück. Die Stadt Taian mit 1.2 Millionen Einwohern auf 2500 km2 gehört zu den ältesten in Shandong

19 Shanxi

156'000 km2, 33 Millionen Einwohner.

Shanxi ist seit dem Neolithikum besiedelt und ebenfalls eine Wiege chinesische Kultur. Die Legende weist die Provinz aus als Heimat de drei Urkaiser Yao, Shen und Yu (s. Liste der chinesischen Kaiser). Die Geschichte von Shanxi verlief recht turbulent, da es, trotz Mauer, immer in Reichweite von Mongolen, Hunnen und andern Bedus lag.

Shanxi ist eine ausgesprochene Bergprovinz. 2/3 sind gebirgig, von Schluchten durchzogen, erosionsgeschädigt, trocken, teilweise unbewohnbar. Das Klima ist kalt und frostig im Winter, trocken und nicht all zu warm im Sommer. Die frostfreie Periode dauert im Norden vier, im Süden sieben Monate. Die Niederschläge betragen zwischen 400 mm im Norden und 600 mm im Süden.

Die Landwirtschaft wird dominiert durch eine dürftige Schaf- und Ziegenzucht. In den Tälern gedeihen allerdings auch hier Wasserreis, Weizen, Mais, Sorghum, Baumwolle, Oelpflanzen, Datteln und Birnen. Wo möglich wurden die Berge terrassiert. Bevorzugte Zugtiere sind Esel, Maultiere und Rinder.

Es sind ca. 200 Milliarden Tonnen an Kohle vorrätig, ein Drittel von ganz China. Shanxi steht damit an der Spitze der 20 kohlefördernden Provinzen. Des weitern werden Eisen, Kupfer, Aluminium, Silber, Zink, Titan, Schamotte, Gips und Kalksstein gewonnen. Industriell herrschen Eisen- und Stahlindustrie, Maschinenbau, Chemie-, Textil- und Nahrungsmittelindustrie.

Der Wutaishan ist mit 3058 m der höchste Berg. Die Landwirtschaft findet sich zumeist im mittleren Shanxi-Becken.

Taiyuan ist die Bezirkshauptstadt und zählt ca. 2.5 Millionen. In der Stadt selbst ist auf Grund der vielen Kriege nicht mehr viel zu sehen, aber 25 km südwestlich liegt eines der grössten Heiligtümer Chinas, die Tempelanlage Jinci, mit 100 Hallen, Brücken, Tempeln, Toren, Pavillons, Höhlen, Teichen, Türmen etc. Das Zentrum, die Halle der heiligen Mutter wurde 1023-31 errichtet. (Es geht nicht um einen Marienschrein, sondern um die Mutter des Prinzen Shuyu aus dem 11. JH BC:)

Datong, 900'000 Einwohner, und viel mehr Kohle. Datong war zwei Mal das Zentrum von Fremdherrschaften. Im 4. JH. unter den Nördlichen Wei und später, zumindest zeitweilig, unter der, von den Khitan gegründeten, Liao-Dynastie (907-1124). Trotz all der Wirren blieben im Tempelkloster Sanhua Si 18'000 buddhistische Schriften aus der Ming und Quijng Zeit erhalten. Ebenso die Yungang-Grotten, 16 km westlich der Stadt. In 53 Höhlen bleiben 51'000 Skulpturen aus Stein erhalten, die kleinste mit 2 cm, die grösste mit 17 m Höhe.

Das "hängende Kloster" Yuangkong am heiligen Berg Hengshan (s. Bild rechts)

20 Sichuan / Szetschuan

Szetschuan ist nicht bloss Heimat des weltweit bekannten und geschätzten Schweinebraten süss-sauer, sondern eine "bewegte" Gegend: 1997 wurde Sichuan um 26 Millionen Bürger und 82'000 km2 "erleichtert, da diese der neuen regierungsunmittelbaren Stadt Chongquing zugeordnet wurden.

Am 12. Mai ereignete sich in Yingxiu ein Erdbeben der Stärke 7.9, das zu fast 100'000 Toten führte und ganze Regionen von der Umwelt abschnitt.

Die Provinz grenzt an Tibet, hat aber ausser dieser Minorität auch Yi, Tujia, (tibetobirmanisch, polytheistisch), Miao, Quiang, Hui, Bouyei, Naxi und Lisu (tibeto-birmanisch, hatten aber bis 1957 eine Knotenschrift (wie die Inkas ...), die dann durch das lateinische Alphate ersetzt wurde).

Die Chinesen kamen erst im 4. JH. BC in diese von tibetisch-birmanischen Stämmen bewohnte Gegend. Apropos "seltsam". Weiter oben wurde bereits die Vermutung geäussert, dass China eigentlich nach wie vor der konfuzianischen Orientierung folgt und vor allem auf Harmonie (im innern) setzt. Die autonomen Provinzen sind quasi des Igels Stacheln gegen aussen, die nichts an das Zentrum heran kommen lassen. Interessanterweise teilen gerade die zwei Völker am (integrierten) Rande Chinas diese Eigenheit der Abschottung, der Eigenheit, aufs Extremste: Die Birmesen - und vor allem Tibet, ein (möchtegern) Gottesstaat. Myanmar (die heutige Bezeichnung für Birma, vom Militär als Absage an alle kolonialistischen Einflüsse 1989 eingeführt.) Die Beziehungen zu China sind gut, die Strasse von der Chinesischen Grenze bis ans Meer panzertauglich. Sie sichern also China einen strategischen Zugriff zum Indischen Ozean.

Sichuan teilt sich in ein mächtiges Bergland, mit Spitzen von bis zu 6168 m (Tiese Que'er) und 7556 (Gongga) an der Grenze zu Tibet. In dieser Region, genannt "die kalten Berge von Sichuan", lebt auch der seltene Panda. Zum andern ist da das Sichuan-Becken, wegen seiner eisenhaltigen Erde auch "Rotes Becken" genannt. Letzteres gehört zu den reichsten Landwirtschaftsgebieten Chinas (Daaaheer das süsssaure Schwein!). Das Klima im Sechuan-Becken ist feucht, subtropisch, mit 1000mm Niederschlägen, einem früh einsetzenden Frühling und einem langen, warmen Sommer. Angebaut werden hier Weizen, Mais, Zuckerrohr, Baumwolle, Hirse, Sojabohnen, Erdnüsse, Raps, Orangen, Mandarinen, Ramie, Maulbeerbäume, Tongölbäume, Bambus; Schweine- und Geflügelzucht. In den Bergen Pferde, Schafe, und in der Höhe die für Kälte unempflindlichen Yaks. Sichuan gehört mit 7.5 Millionen ha zu den waldreichsten Provinzen (48% Wald!).

An Industrie findet sich hier vor allem Agrarindustrie, Eisen- und Stahl, Bergbau, Textil. An Rohstoffen Kohle, Erdgas, Erdöl, Gold, Kupfer, Aluminium, Blei, Zink, Nickel, Quecksilber, Asbest, Glimmer, Bergkristal, Talkum. Ein reiches Angebot, woraus sich Chemische Werke, Papierfabriken, Salzsiedereien, Zuckerfabriken und Maschinenbau entwickelten.

Chengdu, die Hauptstadt, hat 11.3 Millionen Einwohner. Seit 2 Jahrtausenden wird hier die Kunst des Brokat gepflegt. Nach der Kulturrevolution konnte Chengdu auch wieder zur Stadt der Teehäuser werden. 14 Universitäten machen sie zu einem geistigen, grosse Betriebe der Leicht- und Schwerindustrie zu einem industriellen Zentrum. Chengdu wurde bereits zur Zeit der Streitenden Reiche gegründet und entwickelte sich in der Han-Dynastie zu einem Treffpunkt von Gelehrten und Literaten. Die Stadtmauer stammt aus dem 10. JH. In ihrem Umkreis findet sich eine Reihe berühmter Klöster, wie Quingchen Shan, der Emeishan, einer der 4 heiligen Berge, oder etwa der "Grosse Bruder von Leshan", die mit 71 m grösste Buddhastatue der Welt.

Am Min-Fluss funktioniert das Bewässerungssystem aus dem Jahr 250 BC bis heute. Es wurde mit enormen Heeren an Arbeitskräften erstellt, denn ein ganzer Berg musste abgetragen werden. Mit den gigantischen Erdmassen wurde der Fluss gespalten, also in 2 geteilt.

21 Yunnan

384'000 km2, 43 Millionen Einwohner. Ein Drittel der Bevölkerung besteht aus Han, Yi, Bai, Hani, Zhuang, Dai, Miao, Lisu, Hui, Lahu, Wa (austroasiatisch, Mon-Khmer-Sprachgruppe), Naxi, Yao, Tibetern, Jingpo, Nu, Blang (austroasiatisch), Achang, Pumi, Jino, Benglong, Drung und Mongolen.

Yunnan war immer von nichtchinesischen Völkerschaften bewohnt. 109 BC wurde das Königreich Dian China einverleibt, allerdings bereits damals mit einer gewissen Selbständigkeit. Zwischen dem 3. und 7. JH gehörte es zum tibetobirmanischen Reich Nunzhao, und erst von den Mongolen zurückerobert. Separatistische Bewegungen scheiterten, trotz aktiver Unterstützung durch England und Frankreich,

Yunnan ist ein riesiges Berggebiet mit bis zu 6740 m Höhe. Das Klima ist im Süden tropisch, in der Mitte subtropisch und im Norden gemässigt. Die selbe Reihenfolge zeigt auch ein Aufstieg aus denTälern auf die Berge, wo dann allerdings nach der gemässigten Zone noch recht kalte, bis zur nivalen, also der Zone ewigen Schnees folgen. Die Niederschläge sind reichlich, zwischen 750 und 1750 mm. Yunnan damit "der botanische Garten Chinas". 15'000 Arten an Pflanzen werden hier gefunden. (ganz Europa ca. 12'000).

Angebaut werden Reis (s. Terrasenfelder rechts), Weizen und Mais; Bohnen und Knollengewächse; Baumwolle, Raps, Zuckerrohr, Tabak, Obst und Tee. Da Yunnan zu den grossen Waldprovinzen Chinas gehört, spielen hier auch Gummibäume, Schellack- und Chinarindenbäume eine wichtige Rolle.

An erster Stelle steht dennoch die Buntmetallindustrie, gefolgt von Maschinenbau, denn 70 Arten von Bodenschätzen werden gefunden: Zink, Blei, Zinn, Kupfer, Phosphor; Dali-Marmor. Landwirtschaftlich und industrielle wichtig sind Zuckerrohr, Tabak und Tee

Die Hauptstadt Kunming (Stadt des Frühlings) liegt auf 2000 m Höhe (angenehme Temperatut das ganze Jahr durch) und hat 4 Millionen Einwohner. Das hier als Widerstand gegen die Mandschu aufgebaute "Südliche Ming-Reich" wurde 11 Jahre später von letzteren niedergemacht. Entwicklungsschübe erhielt Kunming durch die Eisenbahn nach Hanoi, dann durch die Guomindang, die sich hierher zurückzogen als die Japaner den gesamten Nordosten Chinas besetzten, und schliesslich durch die wirtschaftliche Oeffnungspolitik Deng Xiaopings.

Dali hat 2.5 Millionen Einwohner und ist berühmt für seinen Marmor.

Shilin: Wald der Steine (s. Bild rechts). Auf 26'000 ha finden sich bizarr geformte Felsen, hat absolut nix mit Holz zu tun, sieht aber so aus.

Lijiang

22 Zhejiang

Mit 1011'108 km2 und 47 Millionen Einwohnern eine der kleinsten Provinzen Chinas (und dennoch flächenmässig 2.5 mal grösser als die Schweiz, bevölkerungmässig sogar 5 x). Zejiang hat eine klippen- und buchtenreiche Küste mit 18'000 kleinen Inseln. Hier nahm der Kaiserkanal seinen Ausgang.

Das Klima ist warm und feucht, die Niederschläge reichlich (1860mm). Die Temperatur nie unter 4° und immer unter 30. Dies begünstigt den Anbau von Reis, Mais, Süsskartoffeln, Getreide (alle Sorten), Tee. Maulbeerbäume lieben es, so dass 36% der in China verarbeiteten Seidenkokons von hier stammen.

Zhejian ist also Heimat der Seide, und der Seidenweberei. Dazu kommt Leichtindustrie, Elektronik, Maschinenbau, chemische Fabriken - unterstützt durch Bodenschätze wie Eisen, Kupfer, Blei, Zink, Molybdän, Antimon, Wolfram und Mangan, Schwefel, Phosphor Kohle, Fluor und Alaunstein. Die Energiewirtschaft entwickelte sich nach 1949 ebenfalls stark.

Diese Provinz spielte bereits im 8. JH BC eine grosse Rolle, als Yue und Wu um sie rivalisierten. In der Qin und Han-Dynastie wurde sie zur Kornkammer Chinas. Als die Nördliche Song-Dynastie durch die Mongolen ersetzt wurde, bauten hier die Flüchtlinge die Südliche Song auf und der kaiserliche Hof befand sich in Hangzhou. Der Niedergang kam mit der Verwüstung Hangzous durch die Tajping-Rebellion (1851-64), die 90% der Bewohner ermordeten.

Hangzhou: Im Himmel gibt es das Paradies, auf Erden Hangzou und Suzhou", lautet ein chinesisches Sprichwort. Die Gegend ist seit dem Neolithikum besiedelt. Marco Polo berichtete um 1280, dass er noch nie eine so grosse Stadt gesehen habe.

Hangzhou ist ein Zentrum des Kunsthandwerks.

Ningbo, 400'000 Einwohner, hatte bereits im 16. JH Kontakt zu Kaufleuten aus Portugal, Holland und GB, so dass sie im 18. JH eine bedeutende Rolle im Wirtschaftsleben Chinas spielte. Ningbos Hafen musste 1843 nach dem Vertrag von Nanking als Vertragshafen westlicher Handelsnationen geöffnet werden. Industrielle Betriebe (Schiffbau, Textil, Maschinen) kamen erst nach 1949 in die Stadt.

Im Turmbau des Pavillons Tianyi Ge wurden erstaulicherweise über 70'000 Dokumente aus der Ming-Zeit gefunden, die damals von einem hohen Beamten hier gelagert worden waren.

Die reichsunmittelbaren Städte und Sonderverwaltungszonen

Peking (Jing)

Auf 16'800 km2 leben hier 13.8 Millionen Menschen. Peking hat heute vier Universitäten und 45 weitere Hochschulen und Institute. Weltbekannt sind vor allem die Quinghua Universität und die Bejing-Universität.

Der Peking Mensch wurde 50 km von hier gefunden, uns lebte vor 1/2 Million Jahre. Die erste Ortschaft unter dem Namen Youzhou entstand 1000 BC. In der Zeit der Streitenden Reiche änderte der Name in Yanding, oder kurz Yan. Der 1. Kaiser nannte sie Ji und in der Han Dynastie wurde sie zur Provinzstadt Yixian. etc. Mit dem Vordringen der Khitan und der Entstehung der Lian Dynastie, wurde sie nebst Liao zur zweiten Hauptstadt, unter dem Namen Nanjing (Südliche Hauptstadt).

Nach den Eroberungen der Mongolen wurde sie, prächtig ausgebaut, zu Zhongdu (Mittlere Hauptstadt). Tschingis Khan legte sie jedoch 1215 in Schutt und Asche. Erst unter Kublai Khan wurde sie wieder Hauptstadt, diesmal Grosse Hauptstadt (Dadu). Nach der Eroberung durch die Ming wurde sie zu Beiping (Nördlicher Friede). 1403 wurde die Hauptstadt jedoch wieder von Nanhing nach Beijing verlegt (Nördliche Hauptstadt). Chiang Kai Shek kehrte alles wieder um, machte Nanking zur Hauptstadt und Beiijing zu Beiping oder Peping (ohne Witz, die hätten also einen prioritären Anspruch auf Pep-si. Das war ein Witz.)

Das Klima ist gemässigt kontinental mit einem zu kurzen, trockenen Frühling, Sandstürmen von März bis Mai, einen Sommer, in dem 75% der Niederschläge fallen, einem zu kurzen Herbst - und oft sehr kalten Winter (-5 bis -22°). Die Landwirtschaft ist völlig auf die Belieferung der Stadt ausgerichtet und produziert riesige Mengen an Gemüse, Obst, Eiern, Milch, Geflügel und Schweinen, nicht zu vergessen der Peking Enten. Des weitern Getreide, Baumwolle; Obst. Weissbirnen, Kastanien und Walnüsse werden sogar exportiert.

Bis 1949 war Peking eine reine Verbraucherstadt (Verwaltung als unproduktiver Sektor). Mit dem Aufstieg zur modernen Industriestadt finden nun über 1 Million Arbeiter und Angestellte ihr Auskommen. Inzwischen nimmt Peking nach Shanghai bereits den 2. Platz ein in Sachen Industrieproduktion: Petrochemie, Eisen- und Stahl, Maschinenbau, Autofabriken, Apparate- und Instrumentenbau, Textil, Baustoffe, Elektronik. Aber auch das Kunsthandwerk schafft noch hochwertige Produkte wie Teppiche, Jadeschmuck, Cloisonné, Elfenbeinschnitzereien (vermutlich vor dem internationalen Boykott. Na ja, Nashorn-Hörner werden immer noch importiert, auf dass ihr Pulver dem chinesichen Manne die Stärke und Errektion des Vorbildes verleihe.)

Eisenbahnen verbinden die Stadt mit Moskau, Ulan-Bator (s. Fahrplan), Pyongyang und den wichtigsten Chinesischen Grossstädten. Das Fahrrad nimmt auch nicht mehr den Raum ein wie in alten Filmen, sondern der moderne Pekingmensch bewegt sich mit U-Bahn und Taxi.

Der Tiananmen-Platz dürfte seit den Unruhen von 1998 weltweit bekannt sein. Der Kaiserpalast (Die Verbotene Stadt), einstmals das Zentrum der Welt, belegte 72 ha, 15 ha davon bebaut.

Chongqing (reichsunmittelbare Stadt seit 1997)

Mit 82'000 km2 dürfte Chongqing die grösste Stadt der Welt sein, doppelt so gross wie die Schweiz. Einwohner hat die ganze Region rund 30 Millionen, 7.7 leben im Ballungsraum, 4.3 in der Kernstadt. Sie wurde 1997 von der Provinz Sichuan als Verwaltungshoheit losgelöst.

Dank der reichlichen Niederschläge gedeiht hier die Landwirtschaft prächtig. Mais, Weizen, Zuckerrohr; Geflügel und Schweinezucht werden betrieben, Tee, Maulbeerbäume, Tongölbäume, Orangen und Mandarinen in Hainen gehegt. In den flacheren Gegenden wird auch Baumwolle angebaut. Nach dem 2. Weltkrieg entstand auch eine leistungsfähige Leicht- und Schwerindustrie. Chongqing war bereits im 13. JH BC Hauptstadt des Ba-Reiches. Nach der Japanischen Invasion Sitz der Nationalregierung. Universitäten und Hochschulen machten die Stadt auch zu einem Zentrum für Bildung und Forschung.

Die Festung Diaoyu war 1258 Schauplatz einer der grössten Atacken der Mongolen. In einem Jahr wurde sie eingenommen, 36 Jahre vergingen bis die Rückeroberung gelang.

Shanghai

Shanghai ist mit 17 Millionen Einwohnern die grösste Stadt Chinas, die grösste Industrie- und Handelsstadt, nicht nur Wirtschaftszentrum des Ostens, sondern des ganzen Landes. Die Fläche beträgt 6340 km2, um bereits im Kernbereich der Stadt finden sich rund 8000 Industriebetriebe. Die Bevölkerungsdichte ist doppelt so hoch wie in Berlin. Der Name bedeutet Stadt über dem Meer, da sie eigentlich noch am Huangpo-Fluss liegt. Weitere Titel sind: "Tor zum Westen" oder "Heimliche Hauptstadt Chinas. Viel über dem Meer liegt sie allerdings nicht, sondern bloss 4 m, auf Schwemmland. Das Klima ist subtropisch-feucht, mit 4 unterscheidbaren Jahreszeiten und 1000 mm Niederschlag. Temperaturen im Dezember 4, im Juli um 27.5°. Angebaut werden Reis, Weizen, Baumwolle, Raps und Obst. Fisch spielt eine beträchtliche Rolle, und hier auch Milch, die sonst in China wenig genossen wird - was sich allerdings in den letzten Jahren etwas ändert.

Shanghai ist auch der grösste Verkehrsknotenpunkt Chinas. Seit 2004 verkehrt hier der Transrapid zwischen Flughafen und Stadtzentrum. Eine Schnellbahn nach Peking ist geplant.

Besiedelt war die Stadt schon sehr lange, allerdings war sie kaum mehr als ein Fischerdorf, bis die Mongolen viele Chinesen aus dem Norden vertrieben, und sie sich hier niederliessen. In der Ming-Zeit wurde Shanghai häufig von japanischen Piraten überfallen, so dass man 1554 eine Stadtmauer errichtete. Shanghai war nun bereits die grösste Stadt Ostchinas und die wirtschaftlich wichtigste Stadt ganz Chinas. Im 16. JH entstanden die ersten Grossmanufakturen für Seiden- und Baumwollspinnerei, Porzellanherstellung und Eisenverarbeitung. Im 17. JH arbeiteten 20'000 Menschen alleine an den Webstühlen der Stadt.

1842, als Folge des verlorenen Opiumkrieges, wurde Shanghai gezwungen, sich dem Welthandel zu öffnen. Die Ausländer richteten sich ein, und es entstanden 3 Sektoren: ein französischer, ein internationaler, und ein gedrängter chinesischer. Shanghai wurde zu einem Eldorado für Abenteurer, Spekulanten, Schmuggler und Flüchtlinge. Unter den 3.7 Millionen Einwohnern die die Stadt 1935 aufwies, fanden sich 57'000 Ausländer, darunter 15'000 europäische Juden.

Shanghai war nun eine riesige Hafenstadt mit Werften, Import-Export-Firmen, Textilfabriken, Leichtindustrie - und Banken. 1937 wurde sie von den Japanern besetzt. Mit Chang Kai-Shek flohen fiele, mit ihrem Kapital, nach Hong Kong und Taiwan. Nach 1949 wurden Firmen und ausländischer Besitz verstaatlicht. Die wichtigsten Gefolgsleute Maos kamen aus Shanghai, brachten dann also diese Erfahrung mit in den Gesamtstaat.

Heute sind allerdings kaum irgendwo auf der Welt die Gegensätze, auch die Gegensätze zwischen Arm und Reich, so sichtbar wie in Shanghai. Pudong mit dem höchsten Fersehturm Asiens stösst an Slums, Villen grüssen die Hochhäuser, in denen Menschen eher wie in Hühnerkäfigen wohnen.

Zudem ist Shanghai, im wahrsten Sinne des Wortes, auf Sand gebaut, und zu nahe dem Meer. Im Stadteil Pudong steht z.B. der Flaschenöffner (World Financial Center) mit 492 m Höhe. An eingen Stellen ist der Boden bereits um 2m abgesackt. Aehnlich bedenkenlos gegenüber etwa dem Global Warming sind die Golfstaaten, die ihre neuen Inseln und Städte ebenfalls direkt am oder gar im Meer bauen.

Shanghai ist so reich an Sehenswürdigkeiten, dass ich hier dem Zufall keine Chance gebe und Ihnen was auswähle. Ich kenn die Stadt eh nicht selbst.

Tianjin

10 Millionen Einwohner, 11'300 km2. Eine Industriemetropole

Der Bau der Stadt begann erst 1404. Die Ming-Dynastie bediente sich ihrer als Garnison und Festung gegen die Ueberfälle japanischer Piraten. 1858-60 wurde auch Tianhjin gezwungen, sich der Ansiedlung ausländischer Geschäfte zu öffnen. Allerdings waren hier die Bedingungen dann grad umgekehrt, also sonst bei Minderheiten. Die ausländischen "Gäste" diskriminierten die Chinesen, was schliesslich stark zum Boxeraufstand mit beitrug, und dazu, dass die in Shanghai ansässige Intelligentia sich später um Mao scharrte, und einen nicht all zu guten Eindruck vom Stadtleben behielt, dem sie allerdings bei der Kulturrevolution dann doch etwas zu viel Einfluss liessen. 1937 fiel die Stadt in die Hände der Japaner.

Tianhin befindet sich an der Flussmündung des Haihe, gerade mal 3m über Meereshöhe. Es herrscht kontinentales Monsuunklima mit -3° im Januar, 26° im Juli, 550 mm Niederschlag, also rundum angenehm, für die Landwirtschaft allerdings etwas zu trocken. Man hofft allerdings auf Wasserzufuhr vom Jangtze. Der Fluss erlaubt aber den Anbau von reichlich Gemüse für die Stadt. In weiter entfernten Gebieten wird Getreide und Oelpflanzen angebaut. Der Xiozhan-Reis wird sogar exportiert.

Ueber 4000 Industriebetriebe in Maschinenbau, Elekronik, Pharmazeutik, Hütten-, Textil-, Apparateindstrie und Instrumentenbau wie Papier- und Lebensmittelverarbeitung liefern die nötigen Jobs.

Im wenige km entfernten Xingan hat Tianjhin einen der grössten Hafen Chinas vor der Haustür.

Sonderverwaltungszonen

Hong Kong s. auch Hochhäuser

Hong Kong gehört geographisch eigentlich zur Provinz Guangdong. Sie ist verkehrstechnisch auch stark angebunden an Kanton (Guangzhou), Shenzhen und Macao, die alle um die selbe Bucht herum liegen. Hong Kong selbst besteht aus einer Insel, dem gegenüberliegenden Kowloon, mit einer Bevölkerungsdichte von 45'000/km2 - also dem 10-fachen von Gaza, den sich weit in den Norden erstreckenden New Territories und 235 Inseln. 1831 lebten hier noch 33'000 Menschen, 1931 bereits 879'000. Die Gesamtbevölkerung beträgt heute 6.8 Millionen Einwohner, die Fläche 1098 km2.

Besiedelt wurde Hongkong bereits 3000 BC. Der Name heisst im übrigen: Duftender Hafen, was vielleicht etwas eine Beschönigung sein dürfte.

Hong Kong wurde von GB 1898 für 99 Jahre gepachtet (nachdem die Chinesen den 2. Opiumkrieg verloren hatten, also Drogenhandel als Marktfreiheit zulassen mussten), also 1997 an China zurückgegeben. Als Sonderverwaltungszone hat es nach wie vor das Anrecht auf eine zweite Landessprache, nämlich Englisch, auf eine eigenen Währung, den Hong-Kong-Dollar, auf eine liberale kapitalistische Wirtschaft, inklusive Geldwirtschaft, die ziemlich rücksichtslos ist. Für Menschen mit ausreichend Geld bietet Hong Kong allerdings Kultur, Kunst, Theater, Museen, Gastronomie - wie auch Nachtleben für alle Ansprüche.

Das Klima ist subtropisch, mit sonnigem Frühling, heissem und feuchtem Sommer (25-31°C, bis zu 90% Luftfeuchtigkeit), zu kurzem Herbst und trockenem, etwas kühlerem Winter mit Temperaturen zwischen 10 und 20°C.

90% der Fläche Hong Kongs werden landwirtschaftlich genutzt. Hauptsächlich zur Versorgung der Stadt werden Schweine und Geflügel gezüchtet, Reis, Weizen, Mais, Süsskartoffeln und vor allem Gemüse angebaut. Ebenso hat die Fischerei grosse Bedeutung. Hong Kong ist so was ähnliches wie die Schweiz (na ja ... als drittgrösster Finanzplatz der Welt, nach NY und London, Tokyo, Detroit? ... vielleicht doch etwas bedeutender ...). Mit nur 0.1% der Weltbevölkerung verwaltet es 1% des gesamten Welthandels.

An Industrien haben sich hier niedergelassen die Textil- und Bekleidungsindustrie, Elektro-, Elektronik-, Leicht- und Konsumgüterindustrie. Die Containeranlagen Hong Kongs sind die drittgrössten der Welt. (Info veraltet: grösster: Singapur, Hongkong, Shanghai, Shenzen ...)

Macao

1513 erreichte der Portugiese Jorge Alvares als erster Europäer China. 1557 erhielt Portugal ein Niederlassungsrecht an der Mündung des Perlflusses, gegen Pachtzins. Die Hoheit blieb aber bei China, bis 1887. (Ab 1966 wollte Portugal die Kolonie allerdings los werden, da sich pro kommunistische Aufstände häuften. China wollte allerdings erst das Problem Hong Kong lösen.) So entwickelte sich hier eine wohlhabende Handelsstadt. Seide aus China wurde exportiert, Silber aus Japan importiert. Da kein anderes Europäisches Land solche Möglichkeiten hatte, war das Monopol äusserst einträglich, was jedoch schnell britische, niederländische und asiatische Piraten auf den Plan rief. Die Piraten konnten geschlagen werden, aber mit dem Aufstieg Hong Kongs erfolgte der Abstieg Macaos.

Macao ...ging 1999 an China zurück, behält aber wie Hong Kong für 50 Jahre die Unabhängigkeit seines Rechts-, Wirtschafts- und Sozialsystems - nicht aber der Aussen- und Sicherheitspolitik.

Angenehme Wetterverhältnisse herrschen in Macao im November und Dezember. Mai bis Mitte September ist sehr warm und feucht. Die durchschnittliche Jahrestemperatur beträgt 28°, die Luftfeuchtigkeit 73-90%.

Dennoch stammen mehr als die Hälfte der Einnahmen Macaos aus dem Tourismus, d.h. präziser, den (vermutlich klimatisierten) Spielbanken.

Dennoch spielen Landwirtschaft und Fischerei kaum eine Rolle. Die Industrie floriert in den Bereichen Textil, Keramik Lederwaren, optische Geräte, Plastik, Mikroelektronik, handwerkliche Billigprodukte wie Feuerwerkskörper, Streichhölzer.

Die autonomen Gebiete

Guangxi

Auf 230'000 km2 leben 45 Millionen Menschen, als Minderheit vor allem die Zhuang (Thai), aber auch Yao, Miao, Dong, Maonan, Hui, Jing, Yi (tibetobirmanische Sprache), Shui und Gelao. Die Han machen hiervon 28 Millionen aus.

In dieser Gegend, noch besser allerdings in Vietnam, können die ursprünglichen Beziehungen und Verwandtschaften der Völker Südostasiens studiert werden. Wir finden hier an Sprachgruppen:

 
Sino-Tibetisch: der gesamte rote Bereich Tibeto-Birmanisch Getrennt davon ist der Bereich der mongolischen Sprachen (Norden und Osten), die eher den Turksprachen zugehören. Ab und zu in Berührung kam China auch mit indoeuropäischen und mandschu-tungusischen Sprachen

 

In Guangxi können jährlich 2 bis 3 Ernten eingebracht werden. Wasserreis, Mais, Weizen, Süsskartoffeln, Bohnen; Ananas, Pampelmusen, Litschi; Anis, Zimt, Fenchel. An industriell verwerteten Pflanzen gedeihen Ramie, Jute, Raps, Tabak, Erdnüsse und Zuckerrohr; Sisalhanf und Gummibäume.

Vorkommen von Zinn, Mangan, Bauxit und Bergkristall führten zu einer breit gefächterten Industrie: Maschinenbau. Elektroindustrie, Nahrungsmittel, Zement. Auch Erdöl, Kohle und Eisen sind vorhanden.

1958 wurde zu Gunsten der grössten Minderheit Chinas, der Zhuang, das Autonome Gebiet Guangxi der Zhuang-Nationalität geschaffen. 1979 marschierte China von hier aus auf gegen Vietnam.

Guilin, eine der schönsten Landschaften der Erde.

Innere Mongolei

1'183'000 km2. Heute mehrheitlich von Han bewohnt. Nebst den Mongolen sind noch Orotschen, ein tungusisches Volk, und Dahuren als ursprüngliche Bevölkerung vorhanden.

Die Mongolei war bereits vor 60-30'000 Jahren bewohnt durch den Ordos-Menschen, einen Homo sapiens der Altsteinzeit. Im 10. JH BC sind Stämme der Xiongnu nachweisbar, Vorläufer der späteren Hunnen, die nicht nur China, sondern auch ganz Europa bedrohten. (Ich schreibe hier übrigens in Hüningen, das seinen Namen von einer Hunnensiedlung (wobei es allerdings möglich ist, dass diese mit den (H)Ungaren verwechselt wurden, die ursprünglich eher aus Westsibirien stammen und dort Ugrier hiessen. Die Xiongnu verbündeten sich mit denselben durch Heirat einer der 4 Schönheiten Chinas, Wang Zhaojun, mit dem Fürsten der Xiongnu.

In der Monglei gibt es nicht nur die bekannte Wüste (Badan-Jaran, Tenggen, Hobq, Mu Us) und Steppe, sondern auch Bergzüge mit Höhen bis 2000m (Hinggan, auf dem 1/6 der gesamten Holzvorräte Chinas steht), Sumpfgebiete (Songliao-Ebene), fruchtbare Lössebenen (Hetao, die Kornkammer)

Das Klima ist extrem kontinental, d.h. heisse trockene aber kurze Sommer, eisige Winter (Durchschnittstemperatur -10°) mit Schneestürmen. Nur 3 bis 5 Sommermonate sind frostfrei. Die Niederschläge ereichen bloss 150-500 mm.

Die innermongolische Steppe ist eines der wichtigsten Viehzuchtzentren Chinas, sie ist Heimat der Steppenpferde, Feinwollschafe und Sanherinrinder. Wo genug Wasser zusammenläuft ist der Anbau von Weizen, Hafer, Hirse, Mais, Sorghum, Kartoffeln, Sojabohnen, Raps, Rizinus, Zuckerrrüben, Leinsamen und Reis möglich.

An Rohstoffen werden vor allem Eisen und Kohle abgebaut.

Provinzhauptstadt ist Hohhot (Grüne Stadt), eine mit 1.3 Millionen Einwohnern bedeutende Industrie-, Handels- und Universitätsstadt. Sie ist mit Ulan Bator, Moskau und Peking mit der Bahn verbunden. Gegründet wurde sie 1581 von Altan Khan, dem Führer der Ostmongolen.

Ningxia (autonomes Gebiet der Hui, also der muslimischen Chinesen)

Heute machen die Muslime nur noch 1/3 der Bevölkerung von 6 Millionen Einwohnern aus. Die Fläche beträgt 66'400 km2. An andern Minderheiten sind Mongolen, Tibeter, Mandschuren und mehr vorhanden. Es handelt sich bei den Hui nicht eigentlich um ein Volk, sondern um eine Gruppe, die durch ihren Glauben, den Islam, gerägt ist. Es finden sich darin also Nachkommen der Araber, Perser und Zentralasiaten, die zur Zeit der Tang und Yuan nach China kamen. Sie wurden damals als "fremde Gäste" begrüsst. Niederlassungsrechte erhielten sie bevorzugt in der Mongolei, als Wehrbauern, Soldaten, Offiiere, Beamte oder Kaufleute. In Ningxia sind so heute noch ca. 1500 Moscheen zu finden.

Interessant ist hier, dass die Chinesen, die bei uns als extrem fleissig gelten, ihrerseits die Hui als intelligent und fleissig betrachten, ein Ruf den die Muslime gerade arabischer Herkunft im Westen weniger haben. Sie besitzen aber eine eigene Universität in Yinchuan und ein hervorragen ausgestattetes Schulwesen.

Das Klima ist geprägt von strengen kalten Wintern (-10° im Januar), und warmen Sommern (23.3° im Juli). Der Niederschlag beträgt zwischen 200 und 700 mm.

Die wichtigsten Gebiete für die Landwirtschaft sind die Ufer des Huanghe, wo Weizen, Wasserreis, Hirse und Leinsamen angebaut wird. In den Hügeln werden Argali-Schafe gezüchtet, die eine weiche, geschmeidige und glänzende Wolle liefern. Baumwolle, Zuckerrüben, Melonen gedeihen gut, vor allem weil sie durch ein Kanalsystem bewässert werden. Das Gebiet gilt als Kornkammer von Nordwestchina.

In Ningxia lagern riesige Kohlevorkommen mit hervorragendem Brennwert. Gefördert werden auch Kalkstein, Gips und Phosphor, Erdöl nur in bescheidenen Mengen.

Yinchuan entstand etwa im 5. JH, als Jinhan. Yinchuan wurde 7 km davon entfernt von den Westlichen Xia im 11. JH. erbaut. 1928 entstand die Provinz Ningxia und Yinchuan wurde zur Hauptstadt. Sehenswert sind hier die Gräber der Westlichen Xia und die Grotten von Xumi Shan

Xinjiang - Geschichte

Mit 1'660'000 km2 ist Xinjiang die grösste Provinz Chinas. Bewohnt wird dieses Wüstenland jedoch nur von 19 Millionen Einwohnern, meist Usbeken, Tataren, Russen, Mandschuren, Dunganen und Dauren. Was sie eint, ist der Islam.

Xinhjiang ist ein relativ "neues" Grenzland - mit alter Geschichte. Hier wurde ewa der Raptorex gefunden, ein kleiner Bruder des Tyrannosaurus, der vor 125 Millionen Jahren dort lebte. Ost-Turkestan wird heute zumeist von Uiguren bewohnt, einem turkstämmigen Volk. Bereits im 7. und 8. JH wurden allerdings von China Militärposten errichtet, um die Seidenstrasse in dem Gebiet zu schützen. Erst den Mandschuren gelang es im 18. JH das Tarim-Becken dem Reich der Mitte anzuschliessen. Die Dsungaren-Kriege dauerten allerdings von 1696-1756). Ein erneuter Aufstand (1862-78) brachte der Region die Unabhängigkeit. China brauchte bis 1911 um das gesamte Gebiet wieder zu erobern. Nach dem Sturz des Kaiserreichs war sie wieder unabhängig, bis 1941. 1955 wurde sie zur autonomen Region erklärt. Uigurische Separatisten organisieren aber immer wieder Aufstände wie 1996/97, und gerade zur Zeit, also 2009.

Der Tianshan ist der grösste Gebirgszug, der das Land in einen nördlichen und einen südlichen Teil trennt. Im Norden liegt dann noch das Altai-Gebirge, im Süden der Karakorum, Kunkun und Altun, im Westen der Pamir, der allerdings zum grössten Teil bereits in Tadschikistan liegt.

Dazwischen das Tarim-Becken mit der Takla-Makan, einer der gefährlichsten Wüsten der Welt (regnet es, was zwar selten vorkommt, aber eben doch, geht man im Salzsumpf unter). 22% der Fläche der Provinz wird von Sandwüsten bedeckt. Das Klima ist also äusserst trocken, allerdings nicht all zu heiss, mit Ausnahme von Turfan, wo im Sommer doch 32° erreicht werden.

Die Höhenunterschiede sind extrem zwischen etwa dem Qogir mit 8511m - und dem Turfan-Becken, das beim Aydingkol-See sogar 154 m unter dem Meerespiegel liegt. s. auch Lop Nor

Eben so extrem die Tatsache, dass der mit 2179 km längste Binnenfluss Chinas, der Tarim, hier ebenso entsteht, wie verschwindet, d.h. in der Wüste ganz einfach verdunstet, unter Hinterlassung von ein bisschen mehr Salz (was dann mit der Zeit eben ein Salz-meer ergibt, das sehr unbekömmlich ist, wenn Wasser hinzu kommt.).

In den Oasen finden sich allerdings Fruchthaine, Obstgärten, Baumwollfelder, Weizenäcker und Melonengärten - gespeist vom Gletscherwasser der Bergriesen. Trauben aus Turfan und Melonen aus Hami sind berühmt. (Die Dinger sind irgendwie eher zuhause in der Wüste. Die besten Melonen die ich gegessen habe stammen nicht aus Frankreich, sondern aus Bagdad). Die Ackerfläche macht allerdings, eben weil künstliche Bewässerung nötig ist, nicht einmal 10% des für Beweidung tauglichen Landes aus.

Im Tienshan und Altay kann auch Forstwirtschaft betrieben werden. (Mit steigender Höhe nehmen überall die Niderschläge zu).

Traditionell wurden und werden in der Region Teppiche geknüpft, Seide und Baumwolle verarbeitet, und das Schmiedehandwerk gepflegt. An neueren Industrien gibt es vor allem Chemiefabriken, Metallurgie und Elektrizitätswerke.

Heute liefert Xinjiang einen Grossteil des Erdölbedarfs von China, wie auch Kohle, Eisenerz, Silber, Gold, Uran; Schwefel, Asbest, Glimmer, Schiefer, Quarz und Jade; Salz.

Die Hauptstadt Urumqi hat 1.5 Millionen Einwohner mit 13 Nationalitäten - 75% davon inzwischen allerdings Han. Von hier gehen die Verbindungen nach Russland (Eisenbahn), Tadschikistan, Afghanistan und Pakistan (Strasse: Der Wüsten-Highway durch die Takla Makan) aus.

Kaschgar zählt 100'000 Einwohner, 300'000 im Grossraum. Ihr Wahrzeichen ist die Id-Kah-Moschee, die bis zu 8000 Gläubigen Platz bietet (Ungläubigen eben keinen). Kaschgar ist berühmt für seine Teppiche und Stickereien - und den grössten Markt der Welt. Jeden Sonntag strömen hier 150'000 Besucher zusammen, die z.B. auch über die Pässe des Pamir kommen, also aus Tadschikistan, Afghanistan und Pakistan.

Khotan ist die Stadt des begehrten Jadesteins. Sie at 60'000 Einwohner, für chinesische Verhältnisse also geradezu winzig, für ihre Lage in der Wüste vermutlich einigermassen problematisch.

Tibet - Geschichte

Nach Sinkiang ist Tibet die zweitgrösste Verwaltungseinheit Chinas. Auf der Fläche von 1'228'000 km2 leben allerdings nur etwa 3 Millionen Menschen, weil das "Dach der Welt" zu hoch und zu kalt ist. (Durchschnittstemeparatur -2°, im Winter bis - 50°, im Sommer in Lhasa 15.3°. Im ariden Hochland betragen die Niederschläge 200mm, im feuchten Südosten bis zu 500mm. 86.6% sind auch heute noch Tibeter. Der Tibetische Name für ihr Land lautet Xizang (Westliches Lager)

Hier entsteht etwa der Mekong, allerdings in der Höhe noch Lancang genannt.

Die Industrie befindet sich noch im Aufbau. Eine Beschleunigung wird von der 2005 eröffneten Eisenbahn erwartet. Die Bodenschätze bieten allerdings glänzenden Möglichkeiten (vermutlich mit ein Grund, warum China so an der kalten Einöde hängt). Eisen, Chrom, Kupfer, Zink, Blei, Borax, Salz, Gips, Glimmer sind entdeckt worden, Kohle wird abgebaut. Holz- und Papierindustrie besteht in beschränktem Umfang, ebenso Lederverarbeitung und Baustoffindustrie. Textilverarbeitung hat eine lange Tradition.

Wichtig zu kennen ist hier der Kailas, der mit seinen 6714 Metern für 4 Religionen (Bön (schamanisch animistische Grundlage die mit dem Buddhismus den spezifisch thibetischen Buddhismus bildet), Hindus, Buddhisten und Dschainas) heiliger Berg ist.

Wenn man die Karte ansieht, wird es eigentlich klar, warum sich China diese "kulturfremden" Zonen der Verärgerung, des Frustes und der Probleme zugelegt hat. Sie sind fast immer im Grenzbereich. Die Innere Mongolei als Puffer gegen die Mongolen, Ningxia als "Depot" für die Muslime, Guangxi als Puffer gegen Vietnam & Co., das Tibet als Puffer gegen Indien und den Westen generell, vor allem damals die Engländer und Xinjiang als Puffer gegen Zentralasien, d.h. im 19. JH vor allem die Russen, aber auch die Briten. Yunnan wäre eigentlich auch fällig, ist aber zu stark durchmischt - und deshalb eine "politisch brisante Zone." Nur hier hat China also "Nachbarschaftsprobleme" wie sie für die meisten Europäischen, ja die meisten Staaten der Welt üblich sind, es sei denn, man belege grad einen ganzen Kontinent (Australien) oder Teil- (USA) oder Subkontinent (Indien).

Martin Herzog, Basel, 15.9.09