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Webmaster und Internet-Redaktor

Martin Herzog

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Hilft Bildung gegen Arbeitslosigkeit?

Gedanken zum IQ

Die (höhere) Bildungspolitik der Schweiz

Das tertiäre Bildungssystem der Schweiz

Wie entwickelt sich die ETH?

Die Ingenieure und ihr Arbeitsmarkt

Dipl. Forsting. ETH - Currculumsentwicklung

Weiterbildung in der Schweiz

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Selbst Lernen

Das tertiäre Bildungssystems der Schweiz und die Praxis

Folgendes Struktogramm zeigt das Problem, das im vorgehenden Kapitel wie unter Dipl. Forsting. ETH & Currculumsentwicklung angesprochen wurde. Auf Grund der kantonalen Kompetenz für die Fachhochschulen ist die Koordination zwischen diesen und ETH wie Unis mangelhaft:

Links:

Dem Bundesrat angegliedert (nationale Exekutive)

Der Schweizerische Wissenschafts- und Technologierat (SWTR www.swtr.ch)

Der SWTR ist das beratende Organ des Bundesrates für alle Fragen der Wissenschafts-, Hochschul-, Forschungs- und Technologiepolitik (er steht auch den Kantonen, den Universitäten und der gesamten Wissenschaft zur Verfügung).

Im Eidgenössischen Departement des Innern

Die Gruppe für Wissenschaft und Forschung (GWF www.gwf-gsr.ch)

Obwohl in der Schweiz rund zwanzig Hochschulen und zahlreiche Forschungsinstitute bestehen, verfügt sie über kein Ministerium für Wissenschaft und Forschung. Um diesem Mangel etwas abzuhelfen, wurde 1990 die GWF geschaffen. Sie umfasst das Staatssekretariat, das Büro für Weltraumangelegenheiten, das Bundesamt für Bildung und Wissenschaft sowie den Bereich der Eidgenössischen Technischen Hochschulen, der dem ETH-Rat unterstellt ist. Direktor der GWF ist der Staatssekretär für Wissenschaft und Forschung. Ihr Auftrag besteht darin, die Politik des Bundesrates im Bereich der Wissenschaft und der Forschung vorzubereiten und umzusetzen. Sie muss die Kohärenz und Koordination der Wissenschafts-, Hochschul- und Forschungspolitik verbessern und die Kontakte zwischen Wissenschaft und Wirtschaft fördern. Auf Grund der kantonalen Kompetenzen in diesem Bereich verfügt die GWF allerdings nur über beschränkte Befugnisse.

Der Rat der Eidgenössischen Technischen Hochschulen (ETH-Rat www.ethrat.ch/ )

Der ETH-Rat leitet den ETH-Bereich, der die beiden Eidgenössischen Technischen Hochschulen in Zürich und Lausanne sowie vier Forschungsinstitute umfasst. Er hat in erster Linie den Auftrag, die strategische Planung zu koordinieren und zu entwickeln, die Professoren und die obersten Führungskräfte zu ernennen und die Mittel bereitzustellen.

Das Bundesamt für Bildung und Wissenschaft (BBW www.admin.ch/bbw )

Als zweite wichtige Komponente der GWF hat das BBW die Aufgabe, die Politik der Landesregierung in den Bereichen Wissenschaft, Bildung und universitäre Forschung umzusetzen. Das BBW richtet Beiträge an die kantonalen Universitäten und die Forschungsinstitute aus. Es bereitet für den Bundesrat die Beschlüsse zu den Krediten, zu den Gesetzeserlassen und zu Grundsatzfragen vor. Ausserdem ist das Amt für die Koordination der Hochschulpolitik mit den Kantonen, die Organisation der eidgenössischen Maturitätsprüfungen und die Gewährung von Stipendien zuständig. Im internationalen Bereich finanziert und steuert es die Beteiligung der Schweiz an den internationalen Forschungs- und Bildungsprogrammen und verhandelt mit mehreren Ländern über die Gleichwertigkeit der Hochschulabschlüsse.

Im Eidgenössischen Volkswirtschaftsdepartement

Das Bundesamt für Berufsbildung und Technologie (BBT http://www.bbt.admin.ch/)

Das BBT hat die Aufgabe, die Politik der Landesregierung in den Bereichen Berufsbildung, höhere Berufsbildung, Fachhochschulen10 und Technologie umzusetzen. Seine wichtigsten strategischen Aufgaben sind die Aktualisierung der Berufsbildung, die Integration der Fachhochschulen in das schweizerische Hochschulsystem und der Aufbau von Kompetenznetzen mit überdurchschnittlichem Leistungsprofil in zukunftsträchtigen Sektoren. Über die Fachhochschulen und die Kommission für Technologie und Innovation (KTI) soll das neue Wissen aus den Forschungsstätten wirtschaftlich genutzt und in marktfähige Produkte umgesetzt werden.

Die Eidgenössische Fachhochschulkommission ( http://www.admin.ch/ch/d/cf/ko/index_298.html )

Diese vom Bundesrat eingesetzte Stelle hat in erster Linie die Aufgabe, die Vollzugsbehörden zu beraten. Sie bereitet die Beschlüsse des Bundesrates und des Volkswirtschaftsdepartements bezüglich der Anerkennung der Fachhochschulen, der Qualitätssicherung usw. vor. Sie entscheidet über die Gesuche im Rahmen des Aufbaus und der Leitung der Fachhochschulen, über die Gewährung von Bundesbeiträgen, über die Konformität der Fachhochschulen mit den Zielvorgaben, über die Gesuche zur Anerkennung der FH-Diplome, die Zulassungsbedingungen usw.

Die Finanzierung der Forschung

Der Schweizerische Nationalfonds: Verfügt 2006 über ca. 400 Millionen Fr. für die Förderung (na ja, die Bezahlung) von Forschung

KTI: Mit dem Motto - Science to Market - steht diese Agentur der Innovationsförderung eigentlich im Zentrum des Problems "Wissenschaft und Praxis". Da sie im Vergleich zum Nationalfonds jedoch nur über 100 Millionen verfügt ... Sie baut auf den typisch schweizerischen Milizstrukturen. Ihre rund 50 Experten treffen sich jeweils für 1 Tag pro Monat und bearbeiten ca 300 Projekte pro Jahr. Projekte, aus den folgenden Gebieten, werden a) auf Excellenz, wie beim Nationalfonds, b) aber auch auf Anwendbarkeit/Verwertbarkeit der Resultate geprüft. Von den Antragstellern wird erwartet, dass sie 50% der Kosten übernehmen.

Bis zum Frühjahr 2011 wird das KTI etappenweise verselbständigt, d.h. vom BBT abgenabelt.

Economiesuisse verzapft Unsinn

Laufende und abgelaufene Programmen des NFP:

Also wenn es daran was zu kritisieren gibt, dann höchstens die mangelhafte Verbreitung und Umsetzung der Ergebnisse, bzw. der mangelhafte Einbezug der Betroffenen über partizipative und handlungsorientierte Forschungsansätze. Gerade diese wären eigentlich die ideale Ausgangsbasis für Forschungsaktivitäten der Fachhochschulen. Da diese jedoch praxisorientiert sind, also per se nicht ausreichendes Verständnis für Forschung haben, die immer auf Theorie basiert ...

Einen Teil der Forscher dürfte es freuen, denn auf dem Gebiet sind sich rechts und links völlig einig, dass man mehr tun sollte. Nach den letzten Plänen von Bundesrat Deiss sollen die Mittel zwischen 2008-11 um 6% erhöht werden und der Anteil der Fachhochschulen daran in den nächsten 5 Jahren von heute 14% (189 Millionen) auf 20% (ca. 270 Millionen) steigen. Swissmem und economiesuisse finden das ungenügend, insbesondere was die Notwendigkeit neuer und verstärkter Anstrengungen auf den Gebieten der Nano-, Micro- und Quantentechnologie sowie der nachhaltigen Energienutzung betrifft. Economiesuisse behauptet, dass die Nationalen Forschungsprogramme (NFP) politisch motiviert seien und neben den Nationalen Forschungsschwerpunkten und den Kompetenznetzwerken der Fachhochschulen nicht mehr zu begründen seien (Kommentare s. rechts). Dafür müssen auch die FHs ihre Mittel vom Nationalfonds holen und DORE solle eingestellt werden. Forschungsprojekte abzulehnen, bloss weil sie aus politischen, statt aus monetären Gründen angestrebt werden, das macht die dominante private Forschung ja eh. Hier darf ein Ausgleich, vor allem zu Gunsten der sonst völlig vernachlässigten sozial- und geisteswissenschaftlichen Forschung nicht wegfallen. Die Wirtschaft würde solche Forschung vermutlich nur betreiben, wenn sie hilft, mehr zu verkaufen.

Während die Wirtschaft das Patentieren für sich (grammatisch richtig) gross schreibt, sollen weder Bund noch Forschungsstätten Rückzahlungen in Form von Lizenzen verlangen dürfen.

Haarig wird's aber insbesondere, wenn economiesuisse (die führende Propagandaorganisation für wildgewordenes Wirtschaften) verlangt, die Auswahl der Studenten müsse zumindest auf der Master-Stufe möglich sein. Sie beweisst damit nämlich, dass sie nicht bloss auf ausgleichende Gerechtigkeit pfeifen, sondern sogar auf Rawl's Grundsatz der Gerechtigkeit unter Ungleichheit, nach dem diese, bei unterschiedlichen Leistungen, gerechtfertigt sein kann:

  1. wenn der Zugang zu solch exklusiven Erwerbmöglichkeiten unter allen Bedingungen gleicher und fairer Chancen offen ist und
  2. wenn dies den am meisten Benachteiligten Mitgliedern der Gesellschaft den grössten Vorteil bringt.

http://plato.stanford.edu/entries/justice-distributive/#Difference

Die Bemerkungen zeigen deutlich, dass nicht nur den Wissenschaftlern in ihren unzähligen Räten, sondern auch den Wirtschaftsfachleuten der Überblick total fehlt. Seltsamerweise will sogar economiesuisse die 5 Konsortien des Wissens- und Technologietransfers (WTT) beibehalten (erfahrungsgemäss würd' ich sagen: Weil man sich innerhalb der Elite eh nicht so viel zankt und leichter zu einem Konsens kommt, als wenn der Pöbel, pardon, das Volk, mitmischt ... Warum? Na, Führern ist es im allgemeinen wurscht, nach welchem System sie führen (staatlich, privatwirtschaftlich, genossenschaftlich, kommunistisch) ..., solange sie an der gut bezahlten Spitze sind. Dies hat sich insbesondere anhand der eher wüsten Diskussionen um das neue Waldprogramm gezeigt, bei der die höheren Kader, die seit 150 Jahren vom Staat leben, in eben so grosser Mehrzahl wie unbedacht begannen, unvergorenes neoliberales Gewäsch zu verbreiten. Die regionale Präsenz von WTT kann positive Folgen haben, aber eben so zu einer Zersplitterung der Kräfte führen. Taktik: Divide et impera.).

Noch haariger wird's folgerichtig dort, wo's um die Stellen geht, die sich um die Öffentlichkeitsarbeit sorgen sollen (von öffentlicher Bildung und Information redet ja schon gar niemand ....). Ein Schweizerischer Hochschulrat als gemischtes Gremium aus Wissenschaft, Wirtschaft, Kultur und Gesellschaft ist unerwünscht - und dies, obwohl die zunehmende Komplexität von einfachen (einfach gestrickten) Gremien nicht bewältigt werden kann, und es sogar für die Politik bereits Vorschläge für zusätzliche Strukturen im Bereich Kultur und Werte gibt (s. 4-facher Pfad): Solche Gremien bringen erfahrungsgemäss eher wenig. Viel wichtiger wäre ein Beratungsorgan aus führenden Wissenschaftern als Bindeglied zu Politik und Verwaltung wie z.B. der Council of Science and Technology in Grossbritannien. Auch hier wieder der echt schweizerische (?) elitäre Ansatz.

Das Engagement der economiesuisse für mehr Forschung ist also mit äusserster Vorsicht zu geniessen, denn hier dürfte es echt nur noch um Forschung gehen, die Geld bringt. Hier muss ich ausnahmsweise mal die USA loben. Dort gibt es seit Jahrzehnten Professoren, die weltweit Spitze sind in der Analyse der Auswirkungen des Kapitalismus. Sicher, sie werden quasi wie Hofnarren gehalten, aber - woher nähmen wir z.B. in der Schweiz Modelle für eine andere Art des Wirtschaftens, wenn China den Kapitalismus, rein durch Anwendung desselben, zum Absturz bringt?

Fazit:

Thinktanks haben zwar gewisse Ähnlichkeiten mit Tanks
(Verteidigung und Verbreitung der eigenen Positionen),
aber im allgemeinen nicht viel mit Think zu tun.

 

Institutionen des Technologietransfers

Die wichtigsten Institutionen zur Förderung des Technologietransfers in der Schweiz sind (eine umfangreiche Liste entspr. Internetadressen unter: MyScience: Schweizerisches Forschungsportal, Jobportal, Veranstaltungen etc. ):

die Kommission für Technologie und Innovation (www.bbt.admin.ch/kti/profil/d/main.html): Die KTI ist das wichtigste Instrument des Bundes zur Förderung der Innovation in der Industrie;

das Eidgenössische Institut für Geistiges Eigentum: Das Institut ( www.ige.ch) gewährleistet den juristischen Schutz der Rechte am geistigen Eigentum. Darüber hinaus bietet es Dienstleistungen bei der Informationssuche, beim Patentantrag und der Ausbildung in diesem Bereich an;

www.FreePatentsOnline.com provides fast, free access to all US patents and patent applications, partial European data, free PDF downloading, free account features, and more.

• das Schweizerische Netzwerk für Innovation: Dieses nationale Netzwerk für Technologietransfer dient als Schnittstelle zwischen den kantonalen Universitäten, den ETH und den Fachhochschulen auf der einen und den Unternehmen auf der anderen Seite. Das Netzwerk will durch die Unterstützung bestehender Aktivitäten zum Ausbau des Technologietransfers beitragen;

die Technologietransferstellen der Hochschulen: Ihre Dienstleistungen im Bereich der Information, Unterstützung und Vermittlung von Kontakten sind in der Regel auf die Zusammenarbeit in Forschungsprojekten, den Schutz des Geistigen Eigentums und auf Firmengründungen ausgerichtet;

die Technoparks: Sie beherbergen Spin-offs und Start-ups, die sich in der Aufbauphase befinden. Die oft in der Nähe einer Hochschule angesiedelten Technoparks stellen nicht nur Räumlichkeiten zur Verfügung, sondern leisten zudem Hilfe bei der Gründung und beim Aufbau von Unternehmen.

Für die Erwachsenenbildung, die nicht im direkten Zusammenhang mit der Berufstätigkeit steht, sind in erster Linie die Kantone zuständig, während die berufliche Weiterbildung im Sinne einer laufenden Neuqualifizierung im Hinblick auf die Berufstätigkeit in den Aufgabenbereich des Bundes fällt.

Stiftung Science et Cité: Im Dienste des Dialogs

Ziel der 1998 gegründeten Stiftung Science et Cité ( www.science-et-cite.ch ) ist es, den Informationsund Wissensfluss in beide Richtungen zu pflegen. Die Stiftung wird vom Bund, der Wirtschaft, den wissenschaftlichen Akademien, von öffentlichen und privaten Organisationen sowie von Privatpersonen gemeinsam getragen. Sie fördert die konstruktive Auseinandersetzung und die Verständigung zwischen Wirtschaft und Gesellschaft, indem sie in der Gesellschaft ein Klima des Vertrauens schafft. Ferner hilft sie den Universitäten bei der Wahrnehmung ihres Informationsauftrags und unterstützt Initiativen, die es der Wissenschaftlergemeinschaft erlauben, vermehrt auf gesellschaftliche Anliegen einzugehen, und die das Verständnis der Gesellschaft für wissenschaftliche Entwicklungen vertiefen.

In der Schweiz waren übrigens nur 10 % der Spinoffs erfolglos, während diese Quote beispielsweise in den USA bei knapp 50 % lag.

Institutionen der Forschung und Bildung

Der Bereich der Eidgenössischen Technischen Hochschulen (ETH-Bereich)

Die Eidgenössischen Technischen Hochschulen in Zürich und Lausanne sind grundsätzlich auf die exakten Wissenschaften, die Ingenieurwissenschaften und die Architektur ausgerichtet. Sie haben spezifische Kompetenzbereiche aufgebaut: ETHZ - Naturwissenschaften und Engineering; ETHL - Mikrotechnik sowie sieben interdisziplinäre Bereiche – nachhaltige Entwicklung, biomedizinisches Engineering, Nanowissenschaften und Nanotechnologien, Biotechnologie, digitale Simulation, Informations- und Kommunikationssysteme sowie neue Werkstoffe). Beide bieten Ausbildungen der Stufen ISCED 5A und 6 an.

Mehr als zwei Drittel der schweizerischen Forschungstätigkeit werden durch die Privatwirtschaft finanziert. Während in der Privatwirtschaft vor allem angewandte Forschung betrieben wird, findet die Grundlagenforschung hauptsächlich an den universitären Hochschulen statt. Demgegenüber konzentrieren sich die FH vornehmlich auf die angewandte Forschung und Entwicklung, die auf die Bedürfnisse des Marktes ausgerichtet sind.

Der Bund spielt bereits seit der Mitte des 19. Jahrhunderts eine aktive Rolle in der nationalen Wissenschaftspolitik. Die Hochschule Zürich stellte die erste Hochschule des Bundes dar; heute zählen fünf weitere Anstalten zum ETH-Bereich. Die sechs Einrichtungen des ETH-Bereichs umfassen die beiden Eidgenössischen Technischen Hochschulen in Lausanne (EPFL) und Zürich (ETHZ) sowie vier weitere Forschungsanstalten, namentlich das Paul Scherrer Institut (PSI), die Eidgenössische Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL), die Eidgenössische Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (EMPA) sowie die Eidgenössische Anstalt für Wasserversorgung, Abwasserreinigung und Gewässerschutz (EAWAG).

mehr zur Entwicklung an der ETH ....

Kantonale Universitäten

Obwohl jede kantonale Universität ihre Besonderheiten aufweist, verfügen die meisten über eine ähnliche Struktur. Sie umfassen die folgenden Fakultäten: Recht, exakte und Naturwissenschaften, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften, Human- und Geisteswissenschaften. Es bestehen einige Varianten, zum Beispiel bezüglich der Medizin, der Theologie und der Architektur. Die Universität St. Gallen ist auf Wirtschafts- und Sozialwissenschaften sowie auf Recht spezialisiert. Entsprechend den gegenwärtigen Tendenzen weisen die neuen Universitäten (italienische Schweiz und Luzern) eine gezieltere, weniger «universale» Struktur auf. Alle diese Hochschulen bieten Ausbildungen der Stufen ISCED 5A (Lizenziat, Diplom) und 6 (Doktorat) an. In den anderen acht universitären Institutionen ist dies nicht zwangsläufig der Fall. So verleiht beispielsweise die Pädagogische Hochschule St. Gallen weder Lizenziate noch Doktorate, und andere universitäre Institutionen wie das IUHEI/Genf (höhere internationale Studien) oder das IDHEAP/Lausanne (höhere Verwaltungsstudien) bieten nur Nachdiplomstudien in einem bestimmten Bereich an.

Die Universitäten der Schweiz Anzahl Studierende 2002 2009

Zürich http://www.unizh.ch/

Genf http://www.unige.ch/

Bern http://www.unibe.ch/

Lausanne http://www.unil.ch/

Freiburg http://www.unifr.ch/

Basel http://www.unibas.ch/
St. Gallen

Neuchâtel http://www2.unine.ch/

Luzern http://www.unilu.ch/

23'300

14'500

12'500

10'000

  9'600

  8'700

  3'300

  1'100

25'000
14'000
11'500
11'500
10'000
9'375
5'900
4'000
2'200

 

Der Sonderfall: Die Eidgenössische Technische Hochschule [12'500 Studenten 2002]

Universitäre Institute

Die schweizerische Hochschullandschaft kennt ausser den kantonalen Universitäten und den Eidgenössischen Technischen Hochschulen noch fünf weitere Institute, die die in Artikel 11 des Universitätsförderungsgesetzes (UFG) stipulierten Voraussetzungen für eine Gewährung von Bundesbeiträgen erfüllen.

Hierbei handelt es sich um das Institut Universitaire de Hautes Etudes Internationales (IUHEI), das Institut de Hautes Etudes en Administration Publique (IDHEAP), das Institut Universitaire Kurt Bösch (IKB), die Pädagogische Hochschule St. Gallen und die Schweizerische Zentralstelle für die Weiterbildung von Mittelschullehrpersonen.

Die zwölf universitären Hochschulen der Schweiz sind ungleichmässig über das Staatsgebiet verteilt. Die Deutschschweiz – 75% der Bevölkerung und 20 Kantone – verfügt über sechs kantonale Universitäten (Basel, Bern, Freiburg (deutsch- und französischsprachige Ausbildung), Luzern, St. Gallen, Zürich) und die Eidgenössische Technische Hochschule Zürich. In der lateinischen Schweiz – 25% der Bevölkerung – bestehen beinahe gleich universitäre Hochschulen, d.h. fünf kantonale Universitäten (Genf, Lausanne, Neuenburg, Freiburg (deutsch- und französischsprachige Ausbildung), italienische Schweiz) und die Eidgenössische Technische Hochschule Lausanne. Damit verknüpft ist auch eine weitaus höhere Maturitäts- und Hochschulabschlussquote in der Westschweiz (s. Arbeitslosigkeit und Bildung).

 

Fachhochschulen (FH) - Swiss Universities of Applied Sciences

Die Schweiz wurde in sieben Fachhochschulregionen aufgeteilt, die je einer FH entsprechen. Diese FH decken die Studienbereiche in der Zuständigkeit des Bundes ab (Technologie, Ingenieurwesen, Architektur, Umweltwissenschaften, Wirtschaft und Verwaltung, Gestaltung, Gastgewerbe und Sport). Faktisch entsprach dies einer Umgestaltung und Aufwertung der bestehenden höheren Fachschulen (die bisher der ausseruniversitären Tertiärstufe angehört hatten), d.h. der HTL, HWV, HFG, und der tertiären Ausbildungen in den Bereichen Gesundheit, Sozialwesen (HFS), Kunst und Pädagogik (Ausbildung von Lehrpersonen). 1997 nahmen diese sieben Fachhochschulen die ersten Studierenden (rund 4'700) auf.

der Fachhochschulen, also Wissenschaften die als praktische betrachtet werden:

Die Studienbereiche, für die bisher24 die Kantone zuständig waren (Gesundheit, Sozialwesen, Kunst, Musik, Theater, Tanz, Ausbildung von Lehrpersonen, angewandte Psychologie und angewandte Linguistik), werden allmählich in die sieben bestehenden Fachhochschulen integriert (gegenwärtig problematische Überschneidung bestimmter Ausbildungen auf der Sekundar- und Tertiärstufe) (EDK, 1998).

 

Studenten nach Fachgebiet [2004] CTI-REp. 2.6.06

Dies gilt beispielsweise für die Ausbildung von Lehrpersonen, die abgesehen von einigen Ausnahmen wie St. Gallen (Sekundarlehrpersonen) und Genf (seit 1996) bisher der Sekundarstufe II oder der ausseruniversitären Tertiärstufe zugeteilt war. Nun werden die Unterrichtsberufe in die universitäre Tertiärstufe (ISCED 5A) (nach dem Modus von Fachhochschulen) überführt: Bis 2005 sollen 13 pädagogische Hochschulen (PH) entstehen.

Im Bereich der Musikausbildung sind ebenfalls Veränderungen im Gang; zu den fünf bereits bestehenden Musikhochschulen (BFH, BS, FHZ, ZFH und TI) sollen weitere Schulen in der Westschweiz kommen.

Während die Fachhochschulen im Zuständigkeitsbereich des Bundes bis 2003 Zeit haben, sich zu strukturieren und ihren Auftrag umzusetzen, haben auch die FH im Kompetenzbereich der Kantone die Arbeit aufgenommen:

Die der Kompetenz des Bundes unterstehenden Fachbereiche der FH werden durch das «Bundesgesetz über die Fachhochschulen» (FHSG) vom 6. Oktober 1995 geregelt. Dieses Gesetz verpflichtet den Bund, den Aufbau und die Entwicklung von Fachhochschulen in den Bereichen der Industrie und des Gewerbes, der Dienstleistungen sowie der Land- und Forstwirtschaft zu fördern, indem er namentlich ihre Aufgaben regelt, ihre Diplome anerkennt und finanzielle Unterstützung leistet. Gemeinsam mit den Kantonen strebt er eine gesamtschweizerische und regionale Aufgabenverteilung und Zusammenarbeit im gesamten Hochschulbereich an und berücksichtigt dabei die internationale Zusammenarbeit.

 Innerhalb des dualen tertiären Ausbildungssystems zeichnen sich die FH durch folgende Stärken aus:

Ein Blick auf die Stellenangebote zeigt, dass sich die ausgeschriebenen Stellen sowohl an die Diplomierten der universitären Hochschulen als auch an jene der Fachhochschulen richten. Auch die Anfangsgehälter beider Gruppen gleichen sich.

Auch für die Absolventinnen und Absolventen von Studiengängen im sozialen Bereich besteht ein klares Berufsbild (Sozialarbeiter/in, Sozialpädagoge/Sozialpädagogin, Freizeitgestalter/in). Die in diesem Bereich ausgebildete Personen finden einen Arbeitsmarkt mit einem klar auf sie ausgerichteten Stellenangebot vor.

Die Fachhochschulabsolventinnen und –absolventen in den Bereichen der Kunst und der Gestaltung sind mit einer ähnlichen Situation konfrontiert wie die Absolventinnen und Absolventen der Geisteswissenschaften. Für sie besteht häufig kein klar umrissenes Berufsfeld. Zahlreiche Studierende dieser Bereiche sind gezwungen, eigenständig einen Weg ins Berufsleben zu finden. Dies dürfte ihnen um so schwerer fallen, als dass was sie an dieser Schule lernen (FH Kunst und Gestaltung Zürich z.B.), praktisch oft absolut unbrauchbar ist. (s. Vorschlag der visuellen Gestalter der FH-Zürich für Tagesanzeiger-Kultur)

Die Fachhochschulen

Vollständige Liste mit Unterabteilungen s. http://www.switch.ch/edu/fh.html

Martin Herzog, Dipl. Ing. ETH, Webdesign für Wissensanbieter, Basel, 23.02.03 / 9.5.05

Nachtrag 21. Juni 04: Nebst einer Bildungspolitik die nicht gerade zur fortschrittlichsten gehört (s. Beispiel Management natürlicher Ressourcen - Master Landscape Management), leidet die Forschung der Schweiz auch nicht nur unter einer nach wie vor an einer übermässig positivistischen Grundhaltung (s. Der Positivismus, seine höchst negativen Folgen - und die Abkehr davon in der Nachhaltigkeitsforschung), eine Grundhaltung die sich auch in den geringen Forschungsbeiträgen ausdrückt, sondern zudem noch an Geldmangel. 2003 konnten nur 43% (600 Millionen) der eingereichten Forschungsgesuche finanziert werden, davon gehen 40% an Biologen und Mediziner, 30% an Mathematiker, Naturwissenschafter und Ingenieure und 20% an Sozial- und Geisteswissenschaften. (Meldung im Tagesanzeiger, 15. Juni 2004, S. 38)

Das tertiäre Bildungssystem hat ein grosses Problem: Es bildet Wissenschaftler aus, die wissenschaftlich denken und forschen - während die Wirtschaft aber nur sehr wenige Wissenschaftler braucht, meist mit eher praktischer Ausrichtung, während sie auf Denker eh scheisst. Die Ausgebildeten bleiben also meist einige Zeit in den Universitäten/Hochschulen etc. hängen, bis keine Assistenz oder kein Forschungsauftrag mehr zu ergattern ist, und versanden dann in der Masse, die irgend eine bezahlte Tätigkeit sucht. Die Hierarchie ist eng, Professoren auf Lebezeit gewählt. Während ein Professor also tausende von Studenten, und damit zukünftigen Wissenschaftlern ausbildet, kriegt meist kein einziger davon je seine Stelle. Denker sind eh mühsam und in einer auf Produktivität ausgerichteten Gesellschaft störend und damit überflüssig. Man braucht zu ihrer Kontrolle und Entfernung heute allerdings weder Daumenschrauben noch Scheiterhaufen. Sie verschwinden sozusagen von selbst, da man sie einfach finanziell verhungern und ausbluten lässt. s. generation p

Deutlich mehr Fräulein (43%) als Männlein schliessen mit Matura ab. Deutlich mehr Männer (21%) schliessen mit einer Berufsmatura ab.

Knapp 1/3 der Schweizer Bevölkerung qualifizieren sich heute für ein tertiäres Studium.

Die Quote der FH-Studenten liegt für Frauen ca. 12 % höher als für Männer. Die Quote der StudentInnen die den theoretischen Bereich vorziehen liegt bei Frauen ca. 14 % höher als bei Männern.

Bevor sich die Frauen nun allerdings über den grünen Klee loben für ihre Bildungsneigung: Es handelt sich vorerst erst mal um Aufholbedarf:

Ca 37% beginnen ein tertiäres Studium. 15% beim Hochschulstudium13% beim Studium an einer FH, also 28% beenden das Studium. Wir haben also in der Schweiz (in 40 Jahren) so ca. 1/3 Gschtudierter, zur Hälfte mit eher praktischen Zielen, zur Hälfte eher Theoretiker. Recht vernünftig, einerseits - recht seltsam, andererseits, denn ein Studium sollte zu Führungspositionen qualifizieren. Da führt dann also 1/3 die andern 2/3? Jeder 2 Personen? Die meisten müssen sich also eher integrieren als intrigieren, haben zwar die Chance, an einen entsprechenden Lohn zu kommen (1/3 der Schweizer Männer verdient mehr als 100'000 Fr. im Jahr, bei den Frauen allerdings verdienen nur 25% mehr als 78'000 Fr.. Unter 8000.- pro Monat müssen offenbar nur wenige hinnehmen. Da diese 30% der Bestausgebildeten beträchlich Zeit und Geld für ihre Ausbildung aufwenden, wollen sie dies nachher wieder reinholen, also auch zu den 30% gehören, die am besten verdienen. Bei den Männern müssten sie also in eine Lohnkategorie von über 100'000 Fr. fallen, bei den Frauen von min. 90'000.

Richtig rentieren tut sich's allerdings nur, wenn man (oder frau) es ins Kader schafft:

wenn man ein Mann ist ...

und die richtige Branche gewählt hat:

und wirklich die Chance erhalten und/oder genutzt hat, Karriere zu machen, denn von den andern rund 30% der Absolventen (s. generation p) oder schon vorher gescheiterten redet kein Schwein ... obwohl es ausreichend Bereiche gäbe für Akademiker, die nicht in dieses Schema passen, aber wo Denk- und Forschungsarbeit dringend nötig wäre.

Statistiken zeigen allerdings, dass die meisten ihr Ziel auch erreichen: 75-95'00 im 1. resp. 3. Jahr nach Abschluss für UH wie FH, allerdings mit beträchtlichen Unterschieden je nach Fachgebiet.

Nachtrag 21. Juni 04 (na ja, 4.5 Jahre geschrieben vor obigen Ergänzungen): Nebst einer Bildungspolitik die nicht gerade zur fortschrittlichsten gehört (s. Beispiel Management natürlicher Ressourcen - Master Landscape Management), leidet die Forschung der Schweiz auch nicht nur unter einer nach wie vor an einer übermässig positivistischen Grundhaltung (s. Der Positivismus, seine höchst negativen Folgen - und die Abkehr davon in der Nachhaltigkeitsforschung), eine Grundhaltung die sich auch in den geringen Forschungsbeiträgen ausdrückt, sondern zudem noch an Geldmangel. 2003 konnten nur 43% (600 Millionen) der eingereichten Forschungsgesuche finanziert werden, davon gehen 40% an Biologen und Mediziner, 30% an Mathematiker, Naturwissenschafter und Ingenieure und 20% an Sozial- und Geisteswissenschaften. (Meldung im Tagesanzeiger, 15. Juni 2004, S. 38)

Das tertiäre Bildungssystem hat ein grosses Problem: Es bildet Wissenschaftler aus, die wissenschaftlich denken und forschen - während die Wirtschaft aber nur sehr wenige Wissenschaftler braucht, meist mit eher praktischer Ausrichtung, während sie auf Denker eh scheisst. Die Ausgebildeten bleiben also meist einige Zeit in den Universitäten/Hochschulen etc. hängen, bis keine Assistenz oder kein Forschungsauftrag mehr zu ergattern ist, und versanden dann in der Masse, die irgend eine bezahlte Tätigkeit sucht. Die Hierarchie ist eng, Professoren auf Lebezeit gewählt. Während ein Professor also tausende von Studenten, und damit zukünftigen Wissenschaftlern ausbildet, kriegt meist kein einziger davon je seine Stelle. Denker sind eh mühsam und in einer auf Produktivität ausgerichteten Gesellschaft störend und damit überflüssig. Man braucht zu ihrer Kontrolle und Entfernung heute allerdings weder Daumenschrauben noch Scheiterhaufen. Sie verschwinden sozusagen von selbst, da man sie einfach finanziell verhungern und ausbluten lässt. s. generation p

last update 28.12.09

5.7.2010: Da die Bildungsrendite (s. Reiter: Ausbildung) von Fachhochschulen deutlich höher ist, fragen sich manche zusehends, wozu es die Universtitäten noch brauche. Vom Lohn- und Führungssystem her ist die Sache eindeutig. Universitäre Ausbildung macht sich nur bezahlt, wenn eine Führungsposition in einem Gross-(oder Teuer-)betrieb angestrebt wird. Bereits für das 2., insbesondere für die 3. Kaderebene tun's FH-Absolventen längst. Oben allerdings gilt der Name der Uni (meist mehr als die Leistung, die man dort erbracht hat). Für die typische schweizerische KMU reicht also die FH, für "Höheres" wie Internationale Organisationen, globale Konzerne und höhere Verwaltung braucht's nach wie vor eine Hochschul-/Universitätsausbildung. Hier kommt der Unterschied zwischen Praxis und Theorie zum Ausdruck: Theorie ist die allgemein gültige abstrakte Formulierung - und Problemlösung, Praxis ist das Tun, mit den Hilfsmitteln, die man eben grad zur Hand hat, oder sich leisten kann. Theorie fundiert auf Anschauung, Erkenntnis, Denken, - Praxis auf dem Ziel, dem Handeln, dem Wirken in Wirklichkeit. Praxis befasst sich mit dem Konkreten, Einzelnen - Theorie mit dem Abstrakten, Ganzen, Vielfältigen, zu dem Verständnis, also Vereinfachung gesucht wird. Theorie geht von Komplexität aus und versucht diese verständlicher und einfacher zu machen - Praxis geht davon aus, dass das Einfachste, Günstigste, Rentabelste zu realisieren ist und weiteres Wissen die Angelegenheit bloss kompliziert. Die Vermischung wird uns in den nächsten Jahrzehnten noch einige Probleme bereiten, gerade weil die wirkliche und wirksame Komplexität enorm zunimmt, ihr also mit vereinfachtem und fokussiertem (perspektivischem) "praktischem" Denken immer weniger beizukommen ist.