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Webmaster und Internet-Redaktor Martin Herzog
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Hilft Bildung gegen Arbeitslosigkeit? Die (höhere) Bildungspolitik der Schweiz |
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Eine erste Trendanalyse des Weiterbildungsverhaltens anhand
von. 7000
Befragungen zeigt deutlich, dass
längerfristig
die
Weiterbildung stark zunimmt. Während 1979 die Teilnahmequote an Weiterbildung 23%
betragen hatte, liegt sie im Jahr 2000 fast doppelt so hoch. In den alten und neuen Ländern liegt die Weiterbildungsbeteiligung im Jahr 2000 jeweils
bei 43%. (97: 48%)
Schwerpunkte sind mit 7% für die Deutschen Computer, EDV, Internet, für die Ausländer Sprachen, mit 5%. Ausländer nehmen auch weiterhin wesentlich seltener an Weiterbildung teil als Deutsche. Während im Jahr 2000 44% der Deutschen im Alter von 19 bis 64 Jahren an Weiterbildung teilgenommen haben, waren es von den Ausländern dieser Altersgruppe 27%. Auch im Jahr 2000 nehmen über 50jährige deutlich seltener an Weiterbildung teil als jüngere Personen. Bundesweit hat sich fast jeder dritte 50-64jährige im Jahr 2000 an Weiterbildung beteiligt, während es von den 35-49jährigen und den 19-34jährigen jeweils fast jeder Zweite war.
Die 35-39jährigen nehmen generell am häufigsten an Weiterbildung teil, die 35-49jährigen am häufigsten an beruflicher Weiterbildung, die 19-34jährigen (und Frauen) an allgemeiner Weiterbildung.
Auch im Jahr 2000 gilt, dass mit steigender Schulbildung die Beteiligung an Weiterbildung zunimmt. Während von den Personen mit niedrigem schulischen Abschluss bundesweit 29% an Weiterbildung teilgenommen haben, sind es bei denen mit Abitur etwa doppelt so viele (59%). Die Teilnahmequote der Personen mit mittlerem Abschluss liegt mit 46% dazwischen. Der Unterschied zwischen Gebildeten und weniger Gebildeten wird durch Kurse also nicht verringert, im Gegenteil.
Frauen üben sehr viel häufiger als Männer eine Teilzeitbeschäftigung aus. Teilzeitbeschäftigte Frauen beteiligen sich seltener an beruflicher Weiterbildung als Vollzeitbeschäftigte. Betrachtet man nur voll erwerbstätige Männer und Frauen, so unterscheiden sich bundesweit die Teilnahmequoten der Männer und Frauen an beruflicher Weiterbildung nicht mehr um neun, sondern nur noch um vier Prozentpunkte (nicht tabelliert). Die Teilnahme der Frauen erhöht sich mit Integration in Arbeitsmarkt. Folgende Graphik zeigt die abnehmenden Unterschiede:

Informelle berufliche Weiterbildung 1997 und 2000:
Das Thema „Selbststeuerung in Lernprozessen" hat in den letzten Jahren in der bildungspolitischen Diskussion im Allgemeinen und im Bereich der Weiterbildung im Besonderen stark an Aufmerksamkeit gewonnen. Nach den Ergebnissen des Bildungs-Delphi sind Bildungsprozesse der Zukunft von einem deutlichen Ausbau der Elemente der Selbststeuerung gekennzeichnet (vgl. Kuwan/Waschbüsch 1998). (s. auch „Selbstgesteuertes Lernen, hier als Selbstlernen außerhalb formalisierter Weiterbildung.)
Die weitaus überwiegende Mehrheit der Selbstlernaktivitäten wurden als positiv und erfolgreich eingestuft, wobei allerdings zu erkennen ist, dass der Hilfe von Bekannten, aber auch professioneller Unterstützung, in kritischen Phasen eine große Bedeutung zukommt.
Themen der Weiterbildung
Wie Tabelle 32 zeigt, hat Weiterbildung ein ausgesprochen positives Image in der Bevölkerung. Bundesweit glauben im Jahre 2000 91% aller Befragten, dass jeder bereit sein sollte, sich ständig weiterzubilden. 83% halten Weiterbildung für eine wichtige Hilfe, um im Alltag besser zurechtzukommen. Seit 1997 haben sich diese Anteilswerte kaum oder gar nicht verändert.
Frauen haben häufiger als Männer selbst etwas über Gesundheitsfragen gelernt, während Männer öfter als Frauen Reparaturen und Heimwerken sowie EDVKenntnissenennen.
Befragte mit Abitur
lernen besonders oft Sprachen, während diejenigen mit Hauptschulabschluss
häufiger Reparaturen und Heimwerken angeben.
Ausländer haben vor allem ihre Sprachkenntnisse durch Selbstlernen verbessert, während sie in anderen Themenbereichen unterrepräsentiert sind.
Trainiert wird vor allem das, was produktiv macht:
Menschenführung
Allgemeines Management
Verkauf/Marketing
EDV: Eigentlich prognostiziert als rückläufig - aber heute doch wieder wichtigstes nach Menschenführung +14%! Die Bedeutung der Informations- und Kommunikationstechnik für Wettbewerbsvorsprung und Wertschöpfung ist den Unternehmen inzwischen bewusst geworden.
Wissensmanagement: Wird heiss diskutiert. Welche Kompetenzen
hierzu und in welcher Form gefördert werden müssen ist aber noch weitgehend
unklar.
Da sich kaum verlässliche Prognosen machen lassen, bleibt zur Zeit nicht viel
anders übrig als auf Kundenwünsche direkt einzugehen!
Zeitmanagement: War erst rückläufig, wird aber wegen Personalabbaus und höherer Produktivität wieder zunehmen.
Persönlichkeitsentwicklung
Personalmanagement
Unternehmenskultur
Sprachen/kulturelles Training
explosionsartige Zunahme neuer Medien
Rangierte Top-Themen der Weiterbildung:
Vergangene Jahre:
Mitarbeiterführung
IT/neue Medien
Verkauf/Marketing
Aktuelle Befragung - aus Sicht der Anbieter:
Mitarbeiterführung: 51 % der Anbieter
IT/neue Medien
Teambildung/Teamführung
Verkauf/Marketing
.... aus Sicht der Unternehmer:
Dabei ist einerseits eine systemische Sicht von Mensch und Betrieb gefragt. Andererseits besteht der Wunsch nach komprimierten Inhalten und kürzeren Seminaren, um die Abwesenheit vom Arbeitsplatz so kurz wie möglich zu halten wird in einem schwierigen wirtschaftlichen Umfeld zur Condition sine qua non. 3/4 der Unternehmen wollen weniger als 3 Tage pro Jahr und Mitarbeiter investieren. Training wird immer mehr modularisiert, direkt auf den Arbeitsplatz zugeschnitten und just in time bestellt und geliefert.
Der Spruch: Auffälligste Veränderung in der betrieblichen Weiterbildung: Das obere Management bildet sich fort. ist wirklich nur ein Spruch, ein Tritt ans Bein, denn sämtliche Untersuchungen in Deutschland wie in der Schweiz belegen deutlich, dass das obere Management schon immer darauf bedacht war, einen Wissensvorsprung zu haben. Dass es auch in den oberen Etagen nicht immer das "richtige" Wissen ist, liegt an den Unwägbarkeiten der Marktentwicklung und an der zunehmenden Bedeutung welche PR auch im Bildungsbereich erhalten hat.
Martin Herzog, WEBDESIGN für Wissensanbieter, Rheinfelden, 23.02.03