Mit
dem Bauern-Opfer
- verschwindet die Urform einer selbständigen, eigenständigen,
eigenverantwortlichen Produktions- und
LebensstilsR. Eastwood, . Lipton, A. Newell: Farm Size. Univ. of Sussex. June 2004.
| Warum und wie stark Grossbetriebe günstiger arbeiten zeigt
sich leicht und eindrücklich anhand der umfangreichen und detaillierten
Tabellen (pdf, 1.38 mb, 98 S.) zu:
Standardarbeitszeitbedarf in der österreichischen Landwirtschaft |
Unsere Vorfahren, während der Vorgeschichte, also der Keltenzeit, bis weit ins Frühmittelalter hinein, waren fast zu 100% Bauern. Das änderte sich erst mit der Einführung der Arbeitsteilung im Hochmittelalter mit dem Aufkommen der Städte. Das Urmodell des Bauernbetriebes ist bis heute der Familienbetrieb. Grossbetriebe entstanden erst mit der Kolonialisierung, die als Kolonialisierung des eigenen Landes durch Fürsten ihren Ursprung im Machtstreben einzelner hat. So war das "weisse Hochland" Kenyas für die Europäischen Bauern reserviert, wie die karibischen Zuckerplantagen, die erst mittels Afrikanischer Sklaven bewirtschaftet wurden, später mit indischen Billigstarbeitern.
Die Grösse eines Hofes wird durch mancherlei Faktoren bestimmt wie: Boden, Verfügbarkeit von Wasser, lokales Klima, lokal erzielbare Preise, Technologie. Insbesondere die Notwendigkeit langfristiger Investitionen in Bewässerungsanlagen, Frucht-Baumplantagen oder andere Produkte die lange Jahre der Aufzucht bedürfen, machen ein längerfristiges Engagement nötig als die äusserst kurzfristige Marktorientierung der (Geld-)Händler verlangen würde. Ein beträchtlicher Kostenpunkt ist die Organisation und Überwachung der Arbeitskräfte, weshalb die meisten Bauernbetriebe auf die familiäre Selbstausbeutung setzen und zu Löhnen arbeiten, bei denen die Gewerkschaften die Migros, Restaurants oder andere "Überlebenslohnbetriebe" längst in Brand gesteckt hätten. Oder, anders betrachtet: Ein Bauernbetrieb wird in erster Linie als Sicherung des Überlebens der Familie betrachtet. Er ist Heim und Wirtschaft, Hort und Produktionsstätte - aber nicht das, was post-moderne Betriebe zu sein gezwungen sind: Eine Kampforganisation die sich sofort auf jede Erwerbsmöglichkeit stürzt, die sich in der Ferne zeigt, wobei sie sich mehr oder weniger rücksichtslos gegen Konkurrenten durchsetzt. Die dörflichen Gemeinschaften der Bauern waren zwar kleinkariert und zerstritten, aber doch Gemeinschaften, was man von "Der Wirtschaft" nicht behaupten kann. Insbesondere in ihrer "globalen Form" kann sie sich weltweit DIE Probleme heraussuchen, deren Lösung Profit versprechen, und die andern den Kommunen oder "DER Politik" überlassen.
Der Trend der Wirtschaft verlangt nach Mechanisierung, Vereinfachung (Rationalisierung), also schnellere und günstigere Produktion. Durch die Konkurrenz werden diese Preisvorteile an die Konsumenten weiter gegeben. Da es im Bereich Nahrungsmittel immer weniger gelingt, die Preiseinbussen durch die dadurch notwendige Vergrösserung des Umsatzes wett zu machen, werden die Bedingungen immer schwieriger und die relative Bedeutung der Branche schwindet immer weiter. Heute gelten bereits Stadtstaaten wie Honkong, Qatar, Kuweit und Luxemburg als Modelle der Zukunft (s. Die Schweiz ein städtebauliches Porträt) - und die Erhaltung und Unterstützung der ländlichen (finanzwirtschaftlich unrentablen) Regionen wird je länger je mehr als unnütze Last empfunden. Midas scheint zur Zeit Hochkonjunktur zu haben. Man sollte die Leute mal für 1 Woche auf eine Diät mit Aktienschnitzel, Nötchensuppe und Goldstaubcrème setzen, begleitet von 1 Flasche mittelfristiger Liquidität.
Rang, Land und Prozentsatz, den die Landwirtschaft zum BSP beiträgt [ca. 2002] |
|||||
|
1 Liberia 2 Somalia 3 Guinea-Bissau 12 Albanien 53 Indien 61 Moldova 80 Serbien-Montenegro 83 China 90 Rumänien 91 Bosnien-Herzogowina 99 Bulgarien |
77 % 65 62 47.5 23.6 21 15.2 14.8 13.1 13 11.4 % |
100 Macedonia 135 Portugal 158 Österreich 161 Ungarn 162 Tschechei 164 Polen 166 Malta 167 Slowenien 168 Israel 170 Frankreich 172 Niederlande |
11.3 % 5.8 3.5 3.3 3.1 3.1 3 3 2.8 2.7 2.5 % |
173 Norwegen 175 Italien 176 Dänemark 177 Schweden 178 Belgien 181 Schweiz 183 USA 184 Japan 186 Deutschland 191 UK 196 Hong Kong |
2.5 % 2.2 2 2 1.9 1.5 1.4 1.3 1.3 0.9 0.1 % |
http://www.geographyiq.com/ranking/ranking_GDP_composition_by_sector_Agriculture_dall.htm
| Anteil der in der Landwirtschaft tätigen 1960: | 1991 gesunken auf: |
| 11% Schweiz 13% BRD 20% Frankreich 23% Österreich 28% Italien |
5% Schweiz 5% Frankreich. 7% Österreich 8% Italien 13% Deutschland |
[Claudia Honegger, Marianne Richner (Hrsg): Das Ende der Gemütlichkeit. Strukturelles Unglück und mentales Leid in der Schweiz. S. 165. Limmat Verlag. Zürich. 1998]
In
den Industrieländern geschah diese Entwicklung im ersten Lauf im 19. JH,
beschleunigte sich aber enorm zur Zeit des Wirtschaftswunderns, also in der
Nachkriegszeit. Die Graphik zeigt, dass sich in den USA die
Landwirtschaftsflächen in 25 Jahren fast verdreifacht, d.h. dass vermutlich mehr
als 2/3
der Bauern aufgegeben haben.
20% der Farmen erwirtschaften 80% der Erträge.
Welchen Anteil an Subventionen sie sich dazu wohl noch hereinholen? Hier ist ein Grundproblem der Landwirtschaftssubventionen. Nach dem Grundsatz der Gleichbehandlung, holen die Grossen grosse Subventionen, die Kleinen kleine. Hier wird dummerweise immer nur der halbe Grundsatz der Rechtssprechung angewandt, denn vollständig hiesse der:
Gleiches gleich - Ungleiches ungleich behandeln.
Details zu dieser Entwicklung in den USA


Der Anteil der Landwirtschaft am Bruttosozialprodukt: http://www.geographyiq.com/ranking/ranking_GDP_composition_by_sector_Agriculture_dall.htm

832'000 Erwerbstätige (1.3 Millionen mit Hilfskräften und Teilzeit), also 2.3% der Erwerbstätigen, bewirtschaften in 421'000 Betrieben (Stand 2000) 17 Millionen ha, davon 12 Millionen ha Wiesland. [ http://www.statistik-portal.de/Statistik-Portal/de_jb11_jahrtab20.asp ] also 47% der Landesfläche Deutschlands – für einen Anteil von 1.3% am BSP. Damit sind sie immer noch in einer etwas besseren Lage als ihre Schweizer Kollegen.
Die Durchschnittsgrösse in den alten Bundesländern stieg von 26 ha1997 auf 32 ha bis 2003, während die Anzahl der Betriebe in der selben Zeit von 458'000 auf 389'000 sank. Wie irreführend hier aber der Begriff "Durchschnitt" ist, zeigen die Graphiken rechts. Der Median, also der Wert bei dem die Hälfte der Betriebe kleiner, die andere Hälfte der Betriebe grösser ist, scheint nach wie vor eher zwischen 10 und 20 ha zu liegen als bei 30. Werden bereits in der Schweiz 30 als Mindestgrösse für einen rentablen Betrieb gefordert, dürften es in Deutschland kaum weniger sein.

In den neuen Bundesländern blieben Anzahl und Grösse in etwa konstant. Die Strukturen wären, mit einer durchschnittlichen Betriebsgrösse von ca. 200 ha, eigentlich dort für die heutigen Bedingungen der neofeudalen Machtwirtschaft wirklich äusserst feudal, stünde Investitionskapital zur Verfügung und wäre der Markt nicht weitgehend gesättigt.
Mit der Betriebsgrösse vermögen die Deutschen Bauern sogar mit den Weltleadern mitzuhalten, da die durchschnittliche Betriebsgrösse in den USA auch „nur“ 179 ha beträgt, 422 ha allerdings in Kanada (allerdings inklusive Weideland, s.u.).
Das „Markt-Spiel“ wird ja auch hier ganz offensichtlich von den Grossen, und nicht von den Kleinen, betrieben.
In
Polen ist die Landwirtschaft noch kleinflächiger strukturiert. Die
Durchschnittsgrösse beträgt 7.2 ha, verglichen mit 19 ha in der EU. 57% der
Betriebe sind sogar kleiner als 5 ha und nur 8.5% der Betriebe haben eine Fläche
von über 15 ha. Die Grossbetriebe beanspruchen allerdings 36% der totalen
Landwirtschaftsfläche, können also über Exporte den internationalen Markt
deutlich beeinflussen.
Die
Entwicklung der Preise in der Landwirtschaft sind in Polen allerdings genau so
unerfreulich wie anderswo, denn auch hier stiegen die Preise für den Aufwand
weitaus stärker als die Erlöse.
Dennoch
produziert auch Polen mehr als es für den eigenen Bedarf braucht, und es wirft,
wie alle andern, die Überschüsse günstig auf den internationalen Markt.
Dass
Polen als "Bedrohung" der Land-Wirtschaft gesehen wird, scheint seltsam, wenn
man sich klar macht, dass die Einfuhren in Polen weitaus stärker angestiegen
sind als die Ausführen.
http://europa.eu.int/comm/agriculture/external/enlarge/publi/countryrep/poland.pdf


Auch die Slowakei verfügt über eine recht kleinstrukturierte Landwirtschaft, die keinerlei Bedrohung darstellt für Deutschland oder die Schweiz
http://src-h.slav.hokudai.ac.jp/kaken/ieda2001/pdf/blaas.pdf

Tschechien zeigt, dass der einleitend gezeigte Rückgang der
Bedeutung der Landwirtschaft für die Volkswirtschaft ziemlich rasant erfolgen
kann. Der Anteil der Landwirtschaft an der Produktion von Wohlstand sank innert
nur 11 Jahren von 10% auf 4% und dürfte heute noch einiges unter den 3.1% von
2002 liegen.
In
der Tschechei zeigt sich noch deutlich, wie in Ostdeutschland, die
Hinterlassenschaft des kommunistischen Regimes. Die grösste Fläche wird von
Grossbetrieben mit über 1000, ja über 2000 ha bewirtschaftet. Die Tschechei
hat also die selbe Chance wie der Osten Deutschlands. Sie kann die Chance
nutzen, dass die autoritären kommunistischen Strukturen sich 1:1 decken mit dem,
was die moderne Machtwirtschaft (kein Druckfehler, denn es handelt sich
längst nicht mehr um eine freie Markt-Wirtschaft) erfordert.

|
nach Grösse geordnet |
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
Durchschnittsgrösse in ha |
gini |
Weiden in % |
ohne Weiden |
|
Zambia |
.. |
.. |
|
|
|
Australia |
3601.7 |
|
96.1 |
140.5 |
|
Argentina |
468.97 |
0.83 |
82.9 |
80.2 |
|
Canada |
349.1 |
0.64 |
39.9 |
209.8 |
|
Uruguay |
287.4 |
0.85 |
82.5 |
50.3 |
|
U.S.A |
197.24 |
0.76 |
47.9 |
102.8 |
|
Chile |
83.74 |
0.92 |
84.9 |
12.6 |
|
Paraguay |
77.53 |
0.93 |
69.3 |
23.8 |
|
Brazil |
73.09 |
0.85 |
78 |
16.1 |
|
U K |
70.21 |
0.67 |
56.8 |
30.3 |
|
Czech Rep. |
64.5 |
0.92 |
.. |
|
|
Finland |
61.88 |
0.26 |
4.6 |
59.0 |
|
Venezuela |
60.02 |
0.9 |
83.4 |
10.0 |
|
Denmark |
52.75 |
0.54 |
.. |
|
|
Slovak Rep. |
48.7 |
.. |
36.3 |
31.0 |
|
Luxembourg |
33.21 |
0.48 |
.. |
|
|
Germany |
32.11 |
0.69 |
30 |
22.5 |
|
France |
31.46 |
0.53 |
35.7 |
20.2 |
|
Nicaragua |
31.34 |
0.72 |
.. |
|
|
Ireland |
26.04 |
0.48 |
86.5 |
3.5 |
|
Mexico (ex |
24.58 |
|
68.4 |
7.8 |
|
Colombia |
23.9 |
0.78 |
74.2 |
6.2 |
|
Peru |
20.15 |
0.86 |
.. |
|
|
Latvia |
19.89 |
0.58 |
25.3 |
14.9 |
|
Spain |
18.79 |
0.86 |
34.3 |
12.3 |
|
Netherlands |
18.63 |
0.55 |
49.8 |
9.4 |
|
Puerto Rico |
17.22 |
0.77 |
62.4 |
6.5 |
|
Austria |
16.25 |
0.62 |
28.7 |
11.6 |
|
Belgium |
16.06 |
0.56 |
.. |
# |
|
Ecuador |
14.66 |
0.85 |
41.2 |
8.6 |
|
Libya |
14.22 |
0.75 |
19.2 |
11.5 |
|
Panama |
13.75 |
0.87 |
77.6 |
3.1 |
|
Portugal |
12.47 |
0.75 |
36 |
8.0 |
|
Israel |
12.35 |
.. |
.. |
|
|
Switzerland |
11.65 |
0.5 |
69.8 |
3.5 |
|
Bahamas |
11.55 |
0.87 |
15.9 |
9.7 |
|
Honduras |
11.17 |
0.66 |
64.3 |
4.0 |
|
Norway |
9.97 |
0.46 |
11.5 |
8.8 |
|
Italy |
7.57 |
0.8 |
25.8 |
5.6 |
|
Poland |
6.59 |
0.69 |
21.1 |
5.2 |
|
Morocco |
5.84 |
0.64 |
.. |
|
|
Slovenia |
5.83 |
0.62 |
59 |
2.4 |
|
Turkey |
5.76 |
0.61 |
4.1 |
5.5 |
|
French Guiana |
4.61 |
0.66 |
42.4 |
2.7 |
|
Reunion |
4.42 |
0.61 |
.. |
|
|
Gambia |
4.41 |
.. |
.. |
|
|
Senegal |
4.3 |
0.5 |
.. |
|
|
Iran |
4.29 |
0.7 |
7.2 |
4.0 |
|
Greece |
4.26 |
0.58 |
14 |
3.7 |
|
Albania |
4.05 |
0.84 |
21.6 |
3.2 |
|
Burkina Faso |
3.92 |
0.42 |
.. |
|
|
Pakistan (4) |
3.78 |
0.57 |
.. |
|
|
Cyprus |
3.41 |
0.63 |
3.5 |
3.3 |
|
Thailand |
3.36 |
0.47 |
1.2 |
3.3 |
|
Guadeloupe |
3.24 |
0.56 |
34.7 |
2.1 |
|
Botswana |
3.18 |
.. |
.. |
|
|
Jordan |
3.15 |
0.78 |
.. |
|
|
Namibia |
2.89 |
0.36 |
.. |
|
|
Martinique |
2.4 |
0.75 |
51.3 |
1.2 |
|
Myanmar |
2.35 |
0.77 |
.. |
|
|
Dominica |
2.34 |
0.67 |
11.6 |
2.1 |
|
Uganda |
2.16 |
0.59 |
.. |
|
|
Philippines |
2.16 |
0.55 |
1.3 |
2.1 |
|
Guinea |
2.03 |
0.48 |
.. |
|
|
Saint Lucia |
2.03 |
0.7 |
9 |
1.8 |
|
Togo |
1.96 |
.. |
.. |
|
|
Laos |
1.57 |
0.76 |
1.7 |
1.5 |
|
India |
1.55 |
0.58 |
.. |
|
|
Lesotho |
1.44 |
0.49 |
.. |
|
|
Mozambique |
1.28 |
.. |
.. |
|
|
Lebanon |
1.27 |
0.89 |
.. |
|
|
Barbados |
1.26 |
0.94 |
10.2 |
1.1 |
|
Japan (3) |
1.2 |
0.59 |
.. |
|
|
Guinea-Bissau |
1.14 |
0.62 |
.. |
|
|
Korea, Rep. of |
1.05 |
0.34 |
.. |
|
|
Ethiopia |
1.01 |
0.47 |
9 |
0.9 |
|
Egypt |
0.95 |
0.65 |
.. |
|
|
Nepal |
0.95 |
0.45 |
1.5 |
0.9 |
|
Indonesia |
0.87 |
0.46 |
.. |
|
|
Grenada |
0.77 |
0.73 |
8.4 |
0.7 |
|
Malawi |
0.75 |
0.52 |
.. |
|
|
China |
0.67 |
.. |
.. |
|
|
DR Congo |
0.53 |
0.37 |
.. |
|
|
Vietnam |
0.52 |
0.53 |
.. |
|
|
Bangladesh |
0.46 |
0.57 |
.. |
|
|
Barbados |
1.26 |
0.94 |
10.2 |
|
Paraguay |
77.53 |
0.93 |
69.3 |
|
Chile |
83.74 |
0.92 |
84.9 |
|
Czech Rep. |
64.5 |
0.92 |
.. |
|
Venezuela |
60.02 |
0.9 |
83.4 |
|
Lebanon |
1.27 |
0.89 |
.. |
|
Bahamas |
11.55 |
0.87 |
15.9 |
|
Panama |
13.75 |
0.87 |
77.6 |
|
Peru |
20.15 |
0.86 |
.. |
|
Spain |
18.79 |
0.86 |
34.3 |
|
Brazil |
73.09 |
0.85 |
78 |
|
Ecuador |
14.66 |
0.85 |
41.2 |
|
Uruguay |
287.4 |
0.85 |
82.5 |
|
Albania |
4.05 |
0.84 |
21.6 |
|
Argentina |
468.97 |
0.83 |
82.9 |
|
Italy |
7.57 |
0.8 |
25.8 |
|
Colombia |
23.9 |
0.78 |
74.2 |
|
Jordan |
3.15 |
0.78 |
.. |
|
Puerto Rico |
17.22 |
0.77 |
62.4 |
|
Myanmar |
2.35 |
0.77 |
.. |
|
U.S.A |
197.24 |
0.76 |
47.9 |
|
Laos |
1.57 |
0.76 |
1.7 |
|
Libya |
14.22 |
0.75 |
19.2 |
|
Martinique |
2.4 |
0.75 |
51.3 |
|
Portugal |
12.47 |
0.75 |
36 |
|
Grenada |
0.77 |
0.73 |
8.4 |
|
Nicaragua |
31.34 |
0.72 |
.. |
|
Saint Lucia |
2.03 |
0.7 |
9 |
|
Iran |
4.29 |
0.7 |
7.2 |
|
Germany |
32.11 |
0.69 |
30 |
|
Poland |
6.59 |
0.69 |
21.1 |
|
Dominica |
2.34 |
0.67 |
11.6 |
|
U K |
70.21 |
0.67 |
56.8 |
Hier wurde die selbe Tabelle nach Gini geordnet, also nach der "Ungerechtigkeit" der Verteilung, die ja identisch ist mit der Effizienz nach Pareto. Auch hier zeigt sich eine nicht zu verleugnende Nähe südamerikanische Grossgrundbarone mit kommunistischen Strukturen.
Der Irak scheint hier auf als eines der wenigen positiven Beispiele von Landverteilung. Betrug der Gini nach der Befreiung aus der Britischen Kolonialmacht 0.9, was der extrem "baronesquen", d.h. ungleichen Landverteilung von Venezuela entspricht, fiel er bis 1982 auf 0.39. Die "Befreiung der Marktkräfte" dürfte dies (en Verlust an Effizienz ..) aber bald wieder korrigieren.
|
|
Durchschnittsgrösse in ha |
gini |
Weiden in % |
ohne Weiden |
|
Canada |
349.1 |
0.64 |
39.9 |
209.8 |
|
Australia |
3601.7 |
|
96.1 |
140.5 |
|
U.S.A |
197.24 |
0.76 |
47.9 |
102.8 |
|
Argentina |
468.97 |
0.83 |
82.9 |
80.2 |
|
Finland |
61.88 |
0.26 |
4.6 |
59.0 |
|
Uruguay |
287.4 |
0.85 |
82.5 |
50.3 |
|
Slovak Rep. |
48.7 |
.. |
36.3 |
31.0 |
|
U K |
70.21 |
0.67 |
56.8 |
30.3 |
|
Paraguay |
77.53 |
0.93 |
69.3 |
23.8 |
|
Germany |
32.11 |
0.69 |
30 |
22.5 |
|
France |
31.46 |
0.53 |
35.7 |
20.2 |
|
Brazil |
73.09 |
0.85 |
78 |
16.1 |
|
Latvia |
19.89 |
0.58 |
25.3 |
14.9 |
|
Chile |
83.74 |
0.92 |
84.9 |
12.6 |
|
Spain |
18.79 |
0.86 |
34.3 |
12.3 |
|
Austria |
16.25 |
0.62 |
28.7 |
11.6 |
|
Libya |
14.22 |
0.75 |
19.2 |
11.5 |
|
Venezuela |
60.02 |
0.9 |
83.4 |
10.0 |
|
Bahamas |
11.55 |
0.87 |
15.9 |
9.7 |
|
Netherlands |
18.63 |
0.55 |
49.8 |
9.4 |
|
Norway |
9.97 |
0.46 |
11.5 |
8.8 |
|
Ecuador |
14.66 |
0.85 |
41.2 |
8.6 |
|
Portugal |
12.47 |
0.75 |
36 |
8.0 |
|
Mexico (ex |
24.58 |
|
68.4 |
7.8 |
|
Puerto Rico |
17.22 |
0.77 |
62.4 |
6.5 |
|
Colombia |
23.9 |
0.78 |
74.2 |
6.2 |
|
Italy |
7.57 |
0.8 |
25.8 |
5.6 |
|
Turkey |
5.76 |
0.61 |
4.1 |
5.5 |
|
Poland |
6.59 |
0.69 |
21.1 |
5.2 |
|
Honduras |
11.17 |
0.66 |
64.3 |
4.0 |
|
Iran |
4.29 |
0.7 |
7.2 |
4.0 |
|
Greece |
4.26 |
0.58 |
14 |
3.7 |
|
Switzerland |
11.65 |
0.5 |
69.8 |
3.5 |
|
Ireland |
26.04 |
0.48 |
86.5 |
3.5 |
Hier wurde nochmals sortiert auf Basis der Landwirtschaftsflächen ohne Weiden. Auch hier bleiben die führenden Nationen Kanada, Australien, USA, Argentinien.
Was sich auf Grund der Flächen nicht erklären lässt, ist der überhöhte Anteil an Landwirtschaftssubventionen den Frankreich im Vergleich zu Deutschland aufwenden muss oder will. Ich komme hier am Rande Basels natürlich leicht, sogar zu Fuss, in den Genuss der excellenten Französischen Entrecôtes, die nicht nur 1/3 der Schweizerischen kosten, sondern dazu auch noch 3x zarter sind (was allerdings vor allem an der viel längeren Lagerung des französischen Fleisches liegt). Vermutlich erkauft sich die französische Regierung einen guten Teil des Goodwills ihrer Bevölkerung durch hochwertige - aber dennoch günstige - Nahrungsmittel ... während die WTO im Irak gerade dran ist, den Bürgerkrieg erst recht anzuheizen, indem sie den Irakis die suventionierten Nahrungsmittel entzieht. Bis anhin hatte es die Koalition noch mit relativ gut genährten Irakis zu tun. Wenn sie es mit hungrigen Irakis zu tun kriegt, dürfte die Sache um einiges rabiater werden.
ACHTUNG! Der Südosten Australiens trocknet aus!
Das Land mit den weltweit grössten Farmen, meist auf flachem Land, also den besten Produktionsbedingungen, leidet zunehmend an Wasserknappheit. New-South Wales wird zur Steppe. Australien plant, die ganze Landwirtschaft in den Norden zu verlegen. Die Weizenindustrie sieht einen Ernteeinbruch von 61%! Futtermittel müssen teuer zugekauft werden, während dem sich ein Schaf oft grad noch für 0.30 $ verkaufen lässt. Queensland ist demnächst gezwungen, gereinigtes Abwasser in die Trinkwasserleitungen einzuspeisen. Die Zukunft liegt, vieleicht, in der Energieproduktion, dem Windfarming.
ACHTUNG! Landflucht sogar in Kanada!!
Nach allen ökonomischen Regeln müsste also die Landwirtschaft in Kanada nur so florieren. Tut sie aber nicht. Die Landwirte Kanadas stehen fast unter dem selben Druck wie die der Schweiz. 1867: 80% der Menschen lebten auf dem Land, heute noch 20% - und 80% in der Stadt.
Bezieht man die Pendler mit ein, die zwar auf dem Land wohnen aber in der Stadt arbeiten, sind sogar nur noch 3% der Bevölkerung Kanadas als ländlich zu betrachten.
Ursachen und Wirkungen:
Die Preise von Getreide, Fleisch und Raps sind so tief gefallen, dass viele Bauern keine Zukunft mehr sehen. Schulden, Verzweiflung und Selbstmorde grassieren. Zusätzlich zum Effekt der Mechanisierung in der Landwirtschaft, der menschliche Arbeitskraft durch Maschinen ersetzt, wirkt präzise der selbe Effekt sich auch negativ aus auf die Beschäftigung in der Forstwirtschaft, Fischerei und im Bergbau, wo ebenfalls massiv Stellen verloren gingen. Die Jungen ziehen also in die Stadt, wer zurückbleibt, wird als Verlierer betrachtet. Auf Grund der geringen Bevölkerungszahlen fehlen dann auch öffentliche Verkehrsmittel, Schulen, Gesundheitsdienste etc.
Nicht mehr die Spaltung in französisch und englisch Sprechende, nicht mehr die Spaltung in Reich und Arm, sondern die Spaltung zwischen Stadt und Land bedroht heute Kanada am stärksten. Dies vor allem auch, weil die ländliche Bevölkerung traditionell (eben drum) konservativ, ja extrem konservativ wählt
Neuseeland fehlt seltsamerweise in den meisten Tabellen, obwohl seine Bedeutung, gerade was Fleisch betrifft, nicht nur vom Schaf und Lamm, jeder Hausfrau geläufig sein muss. Die Durchschnittsgrösse der Schaffarmen stieg von 1994 bis 2002 um 19%, auf 554 ha, die Grösse von Milchfarmen von 102 auf 146 ha. 13'000 Bauern waren 2002 in der Schafzucht tätig, die 7.2 Millionen ha beansprucht, 14'000 in der Rinderzucht, die ihrerseits 2.1 Millionen ha Land nutzt.
Die Durchschnittsgrösse der Rinderfarmen stieg von 1994 mit 102 ha, auf 146 ha im Jahr 2002.
In der Schweinezucht verschwand die Hälfte der Unternehmen zwischen mitte der 80er und 2002. 73% der Herden bestehen aus über 1000 Tieren. Die verbleibenden 360 Schweinefarmen belegen 16364 ha (45 ha pro Farm).
Gemüsefarmen nahmen seit 1994 um sagenhafte 95 % zu. Bei einer durchschnittlichen Grösse von 18.4 ha beanspruchen sie total 231'000 ha (2002).
Seltsamerweise sank aber die durchschnittliche Grösse des Waldbesitzes von 744 ha auf 481 ha. Auf 2.2 Millionen ha sind heute 4500 Forstunternehmen tätig, gegenüber 2682 um 1994. Hier haben die höheren Ertragserwartungen, nicht wie bei Banken und Pharma zu einer Konzentration, sondern zu einer Aufteilung geführt. So würde ich mir den Liberalismus loben ....
Martin Herzog, Dipl. Ing. ETH, 21.4.06