Von Acker- und Waldbauern zu Stadt-, Export und Kapitalwirtschaft:

Resultate der Agrarplattform: Kein Gewinn mit Fleisch und Kartoffeln und auch Käse dient eher als Frequenzbringer

Warum Bauern sooo billig produzieren, dass sie ihre eigene Existenz gefährden.

Religion und Städte – die treibenden Wirtschaftsfaktoren des Mittelalters.

Was ist Wohlstand, wer bestimmt darüber, wer verfügt darüber?

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Der Markt ist keine heilige Kuh ... sonst würde er nicht immer wieder solchen Bockmist produzieren.

mh

Gerade die vergangenen 3 Jahre (2007-9) zeigen, wo beim Milchmarkt die Probleme liegen: Nachfrage und Angebot sind recht inelastisch. Ein bisschen mehr Nachfrage führt sofort zu massiven Preissteigerungen, weil zusätzliche Mengen nur nach einigem zeitlichem Aufwand geliefert werden können - ein geringes Nachlassen der Nachfrage führt sofort zu Preisverfall, weil die "Investitionen" natürlich einige Jahre leben und Hochleistungsmilchkühe als Schnitzel nicht zu amortisieren sind. In beiden Fällen werden sofort die Bauern goverdammeret, weil sie entweder zu wenig flexibel sich den Marktanforderungen anpassen und aufstocken - oder weil sie auf Staatskosten unverkäufliches Zeugs wie Butter und Milchpulver produzieren. Bei derart sensibler Reaktion der Preise und derart langfristigen Anpassungsproblemen gibt es eigentlich nur eine Lösung: Planung von Angebot und Verbrauch, also die verhasste Planwirtschaft. Man sollte vielleicht mal anhand dieses relativ kleinen Marktes versuchen, ob und wie und wie weit eine Planung möglich ist. Der Markt treibt hier die Bauern in den Bankrott, während dem die Konsumenten mit den doch geringen mehr- oder Wenigerkosten eigentlich keine Probleme haben.

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alter Text

Die (fehlende) Rentabilität der Milchproduktion

     Bestandteile:

Die Analyse der überprüften Milchprodukte hat ergeben, dass mit dem Verkauf von Vollmilch UHT und von „Die Butter“ kein Detailhändler seine Kosten decken kann. Bei den untersuchten Käsesorten konnten einzelne Detailhandelsunternehmen einen Gewinn erzielen. Abgesehen vom Emmentaler ist dieser Gewinn jedoch sehr klein. Die untersuchten Milchprodukte stellen für alle Detailhändler Frequenzbringer dar. Das heisst, die Konsumentinnen kommen bewusst wegen diesen Produkten in die Filialen. Entsprechend werden Preise und Aktionen nicht nach Ertragskriterien festgelegt. Der für jedes Unternehmen erforderliche Gewinn muss auf anderen Sortimenten erzielt werden.

Die erhobenen Daten zeigen, dass im Jahr 2001 der Reingewinn bei allen Produkten einen Verlust auswies. Das heisst, die entstandenen Kosten konnten nicht voll durch diese Produkte abgedeckt werden.

 

Reingewinn

Emmentaler

- 1.1 %

Gruyère

- 2.3 %

Appenzeller

- 5.5 %

UHT Milch

- 15.2  %

Butter

- 0.02 %

Vollmilchpulver

- 2.7 % (Export: -5.8 %)

Magermilchpulver

- 5.1 % (Export: -5.5 %)

Der wichtigste Kostenblock bei allen Produkten sind die Rohstoffkosten. In der nachfolgenden Tabelle ist der Anteil Rohstoff am Gesamterlös dargestellt.

 

Anteil Rohstoff am Gesamterlös

Emmentaler

85 % (Bezogen auf Stufe Konfektionierung)

Gruyère

88 % (Bezogen auf Stufe Konfektionierung)

Appenzeller

90 % (Bezogen auf Stufe Konfektionierung)

UHT Milch

74 %

Butter

91 %

Vollmilchpulver

85 %

Magermilchpulver

73 %


Zur Berechnung von DB IV 

Hauptaussagen:

 

Aktuelle Diskussion s. Netzwerk der bäuerlichen Komitees der Schweiz

 

Heute liegen die Milchpreise in der Schweiz noch bei knapp 70 Rp - f¨ür die Produzenten. Was zu erwarten steht ist eine Anpassung an solche Preise, die den totalen Untergang der Schweizer Milch- und damit Landwirtschaft bedeuten würde:

 

 

 

 

 

 

 

http://www.milchindustrie.de/de/eu/agrarpolitik/milchpreis_int.

1978 betrug der Preis pro Kg noch 87 Rappen in der Schweiz, 50 im EU-Raum. Die Landwirtschaft ist also a) ein typisches und b) ein warnendes Beispiel dafür, dass Rationalisierung und "billiger" für Firmen wie Arbeitnehmende einfach das Aus bedeutet, wo der Markt nicht vergrössert werden kann.

Superpreise werden z.B. von Käsekünstlern wie Willi Schmid aus Lichtensteig im Toggenburg bezahlt. 90 Rappen für gesunde Milch. Schmid bevorzugt allerdings die Milch von Jersey Kühen, die reicher ist an Fetten und Proteinen als die der Schweizer Kühe.

Es gibt immer noch, trotz enormen Werbeanstrengungen (die um so anstrengender sind, je mehr sie das falsche Produkt bewerben) viele Schweizer Produkte, gerade auch aus der Landwirtschaft, die zu wenig bekannt sind.

Irgend eine Idee, welche Schweizer Produkte sich in den im Web angesprochenen andern Deutschsprachigen Gebieten verkaufen lassen?

Wie z.B:

  • Sbrinz (der eigentlich der Vorgänger des Parmesans ist)
  • Bündnerfleisch
  • DIE Schweizer Top-Käse: http://www.naturli.ch/div_regionen/kaese.php
  • Nusstorten, Maronispezialitäten
  • Waadtländer Saucissons, zum Kochen wie luftgetrocknet zum roh Essen
  • ...