Diese Präsentation (ganzer Bereich praktisch dauernd in Bearbeitung. s. Tabelle der Publikationen) ist das Resultat intensiver Auseinandersetzungen mit dem schweizerischen Lohnsystem im Herbst 2000. Das Verhältnis (s. Graphik) Anteil an Wertschöpfung - zu Anteil am Arbeitsmarkt macht klar, dass die Branchen, die als innovativ, fortschrittlich, ertragreich, strukturstark etcetc. geschildert werden, ihren Vorteil aus etwas anderem als Wettbewerb zu ziehen scheinen, nämlich eben dem Gegenteil, dem Ausschluss von Wettbewerb dem Ausschluss durch den schieren Umfang des Kapitals das nötig ist, hier überhaupt in Wettbewerb zu treten.
Die bestbezahlten Fachgebiete sind, wen wundert's:
Details s. Die bestbezahlten beruflichen Funktionen 2006
Produktivitätszahlen (Umsatz pro Kopf) aus dem graphischen Gewerbe, verglichen mit denen der Energieproduktion, s. Durch Marktbeherrschung - nicht durch Bescheidenheit und Anpassung wird man reich.
· zur Situation in Land- und Forstwirtschaft *
Je weniger Arbeitskräfte, je weniger betriebliche Infrastruktur, je weniger Wettbewerb - desto Geld: Banken, Chemie, Pharma, wo die sunk costs die höchsten Eintrittschwellen bilden, sind die ertragreichsten. Tourismus, Bauern, Bauwirtschaft, Detailhandel, Kioske, Kleingewerbe - wo jeder mitmachen kann, also der Wettbewerb am stärksten ist, bringen am wenigsten Ertrag. Gerade die Musterschüler der Schweiz, Pharma (und Banken), betreiben nicht das, was wir einen freien und offenen Markt nennen, sondern arbeiten mit Netzwerken die Ausschliessen, mit Wissen das geheim gehalten oder so formuliert wird, dass es praktisch unbrauchbar ist. [s. Geheimes Wissen, verschwiegenes Wissen, nur halbpatzig publiziertes Wissen .... - sich dauernd änderndes Wissen: Die Grundlage der Pharmaindustrie und Biotechnologie]
Unsere Wirtschaft entspricht damit weniger dem Ideal des freien Marktes, als einer Fortsetzung des Feudalismus. Allerdings wurden im Neofeudalismus die Boden-Lehen durch Geld- und Kapitallehen ersetzt. Die Pfründen blieben aber erhalten.
Einer der wichtigsten Erkenntnisse aus der Analyse der Lohnskalen ist aber auch diejenige, dass es nicht darum geht, einige Abzocker zu erkennen und an den Pranger zu stellen. Das Problem ist weitaus schwieriger zu lösen, da die optimale Pareto Verteilung eben derart ist, dass die Unterschiede schön graduell und nicht treppenartig sind. Jeder hat jemanden der reicher oder ärmer ist, mächtiger oder ohnmächtiger. Und jeder trägt dazu bei, dass das so bleibt. Eben das macht DAS SYSTEM aus - nicht die paar Pfeffersäcke an der Spitze des Systems. Eben das macht die Lösung der Probleme so schwierig.
Man müsste dem Wachstum oben eine Grenze setzen können. In der Natur ist das gegeben. Bäume erreichen bloss eine gewisse Höhe, Tiere bloss eine bestimmte Grösse und Gewicht. Aber in der Wirtschaft fehlt das, was zur (zumindest regionalen) Monopolisierung von immer mehr Branchen führt. Je intensiver sich der Weltmarkt als Massstab etabliert, desto grösser werden die Betriebe - und desto geringer der Wettbewerb, weil sich kaum mehr jemand diese Art von Wettbewerb leisten kann. Getrieben werden diese Prozesse von den USA, dem Land mit dem (noch ... man wartet auf China und Indien) grössten nationalen Binnenmarkt.
Trotz der Spitzenposition die Banken hier einnehmen (na ja, der Artikel wurde 2001 begonnen. Heute müsste man hier sagen: einnahmen), herrscht nicht nur eitel Freude in dem Gewerbe. 25% der Angestellten fühlen sich an ihrem Arbeitsplatz nicht wohl, das sind 15% mehr als 2001. 46% sind mit ihrem Fixlohn unzufrieden ... was verständlich ist, da 47% im Jahr 2004 weniger verdienen als im Vorjahr. Bei den Boni ist das Wohlgefallen sogar von 63 auf 31% gefallen. Dies vor allem als sogar hier, bei einer der wenigen Branchen wo Boni wirklich rentieren, die Verteilung als willkürlich erachtet wird. So nehmen 30% des Bankpersonals regelmässig Medikamente ein, gegenüber nur 10% im Durchschnitt der Branchen.
Besonders zu erwähnen ist die Tatsache, dass Outsourcing wieder massiv zugeschlagen hat. Während obige Graphik noch zeigt, dass dort, wo Geld vorhanden ist, auch für einfache Arbeiten gute Löhne bezahlt werden können, hat der Trieb nach "Mehr" diese, für Normalarbeiter angenehme Situation, korrigiert. Heute verdienen einfache Angestellte auch auf der Bank nicht mehr besser als bei ertragsschwachen Branchen.
Der Mehrwert wird mehr und mehr auf die Schlüsselpositionen konzentriert. So hat sich der Anteil der hoch Qualifizierten in den letzten 4 Jahren von 30 auf 60% verdoppelt, während der Anteil an Beschäftigten mit eher geringer Qualifikation von 30 auf 12% sank.
Die Lage des Bankpersonals 1997 – 2005: Der Druck wird immer grösser.
Die Lage des Bankpersonals 2008: besch....
Um die Top-Ränge im Spitzenverdienst streiten sich Stars und Banker. Während es ab und zu Investment-Banker gibt, die 1/2 bis eine ganze Milliarde Gewinn pro Jahr machen, kommen globale Topindustrielle und -Banker immerhin auf 100 bis zu 300 Millionen $, bei Deutschen ähnlich wie in der Schweiz etwas bescheidener: von 5 bis 23 Millionen DM. Internationale Grössen im Sport- und Showbusiness kommen auf ganz ähnliche Summen: 40-328 Millionen $ (George Lucas). In Deutschland liegen da "nur" 8-115 Millionen drin (Michael Schumacher).
Models holen 10 bis 23 Millionen £ (Cindy Crawford), Sport weltweit 21 bis 59 Millionen $ (Michael Schuhmacher), Sport Deutschland 8 bis 115 Millionen DM (Micheal Schuhmacher in seinen besten Jahren. Während David Beckham, der weltweit bestbezahlte Fussballer, 37 Millionen pro Jahr abholt, liegen sonst die Spitzengehälter im Fussball bei 8 bis 11 Millionen DM, und z.B. im Tennis Damen bei 6-11 Millionen $.
Gehälter der 10 Topverdiener vom Jahr 2000 finden Sie unter http://emagazine.credit-suisse.com/article/index.cfm?aoid=2172
1.1 Investment-Banker, vergoldete Banker & CEOsAll diese Gehälter sind nur zum geringen Teil Resultat von Leistung, zumeist aber eher das Resultat einer Lotterie, eines Glücksspiels. Die besten Beispiele dafür sind die Bankchefs, die sich ihre Ärsche haben vergolden lassen, dafür dass sie einer Fusion zugestimmt haben. Zitierbarer und historisch ausgedrückt: Diese Abfindungen sind Entschädigungen für den Entzug der Pfründen aus der Verwaltung überlassener Feuden. Allerdings waren die Raubritter des Mittelalters, im Vergleich zu dem was hier geboten wird, die reinsten Weisenknaben:
Langfristig zählt die Grösse. Noch-Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann |
Das Fazit des Berichts ist übrigens nicht, dass es sich bei so was um eine Schweinerei handelt, sondern dass man den europäischen Bankern vermutlich bessere Anreize für Zusammenschlüsse bieten müsste, da ihre Banken sonst von den USA überholt oder gar übernommen würden. (Also irgendwie zieht's nach Indien, wenn ich so was seh'. Dort sind zumindest nur die Kühe heilig, nicht diese Art von "freier" Marktwirtschaft.
Cash Nr. 33, 12. August 2004: Dirk Schütz: Wenn sich Fusionen nicht lohnen. Europas Bankchefs verdienen nichts an Zusammenschlüssen - und warten daher lieber ab.
2004 bedienten sich die Chefs der New Yorker Investmenthäuser Merrill Lynch, Morgan Stanley, Goldman-Sachs und Lehman Brothers mit zusammen 110 Millionen Dollar - obwohl die Aktionäre am Gang der Geschäfte nur wenig Freude hatten. Die Aktien hatten mit 4.7 % gerade halb so viel zugelegt wie der gesamte US-Markt. Im Durchschnitt lag die Pfründe der CEOs in den USA für 2004 bei 4.4 Millionen $. (Da sind unsere Manager halt schon arme Kerle ...).
Die Leistungsgesellschaft und ihr meritokratisches Prinzip wird insbesondere dort untergraben, wo sich Manager Boni in den ... schieben, sogar wenn sie versagen. Michael Eisner von Disney bezog 2004 einen Sonderbonus von 7.25 Millionen $, obwohl die Sharholder (Aktionäre) wegen des miserablen Geschäftsgangs seine Absetzung gefordert hatten. Carla Fiorini die bei Hewlett Packard mit ihrer Strategie höchst selbstbewusst gegen die Wand gerannt ist, lässt sich für ihr Scheitern mit 50 Millionen Dollar trösten. James Kilt, Chef von Gilette, erhält eine Abgangsentschädigung von 185 Millionen nach dem Verkauf an Proctor Gamble. [Zahlen aus: Die US-Manager kassieren mehr als je zuvor. Walter Niederberger. Tagesanzeiger. 26.02.05. S 25]. Die neuste Filzgeschichte ist die von Daniel Hirschi, Leiter von Saia-Burges, der, als er von der angestrebten Übernahme durch Sumida erfuhr, doppelte Entschädigungszahlungen für den Vorstand forderte (dem er selbst angehört).
Sie verstehen immer noch nicht, warum die Chefs eine Abgangsentschädigung erhalten, wenn sie ihren Arbeitsplatz verkaufen, während die Angestellten den Schuh in den ... kriegen? Ganz einfach, weil sie ihre feudalistische Pfründe einbüssen [s. Feudalismus & Neofeudalismus] - und man vermutlich nicht riskieren möchte, dass sie sich zu deutlich darüber äussern, worin ihre Leistungen als Lehensnehmer eigentlich bestanden, dass sie ihr Treuegelübde gegenüber dem Kapital weiterhin halten und vermutlich, dass sie der Konkurrenz keine Tips geben.
2006 "verdiente Hedgefonds Manager John Arnold von Centaurus Engergy 1 Milliarde $
Spitzenlöhne bei Investment-Bankern 2004:
· Edward S. Lampert: > 1 Milliarde $ pro Jahr
· James Simons (Renaissance): 670 Millionen $
· Bruce Kovner (Caxton): 550 Millionen $
· ...
· Joseph Ackermann: 15.6 Millionen Fr.18.5 Millionen (2005)
· ...
· Franz Humer (Roche), Urs Rohner (CS): >> 10 Millionen Fr. (2005: 15.7 Millionen für Humer, nur 8 für Rohner )
| International in Millionen Fr. | 2006 | 2007 | 2008 | Schweizer - in Millionen Fr, | 2004 | 2005 | 2008 |
| George Lucas, Regisseur | 328 | Roger Federer, Tennis | 11 | > 15 | 33 | ||
| Oprah Winfrey, Fernsehmoderatorin | 254 | Marc Forster, Regisseur | 3.5 | > 4.7 | |||
| Mel Gibson, Schauspieler und Produzent | 209 | Johann Vogel, Captain Fussballnati bei AC-Milano | 3.5 | 5 | |||
| Howard Stern | 100 $ | Mark Streit NY Islanders | 2.4 | ||||
| Tiger Woods; Golfspieler | 98 | 112 | 110 | Philipp Degen, FC Liverpool | 4.1 | ||
| Michael Schuhmacher, Formel 1 | 68 | 92 | Diego Benaglio, West Ham | 4 | |||
| J.K. Rowling: "Mama" des Harry Potter | 67 | Gökhan Inler, Udinese | 3.7 | ||||
| Madonna | 57 | Philippe Senderos, Arsenal | 2.5 | ||||
| David Letterman | 31.5 $ | Ludovic Magnin, VfB Stuttgart | 2.5 | ||||
| David Beckham, bestbezahlter Fussballer | 37 | 29.1 | 42 | Tranquilo Barnetta, Leverkusen | 2.2 | ||
| Lance Armstrong, Rad-Champion | 32 | Johan Djourou, Arsenal | 2.2 | ||||
| Andre Agassi, Tennis | 30 | Mario Eggimann, Hannover | 2 | ||||
| Jay Leno | 17 $ | Alex Frei, FCB | 1.7 | ||||
| Ashley & Mary-Kate Olson, je | 14 $ | Marco Streller, FCB | 1.5 | ||||
| Larry King | 14 $ | Johann Vonlanthen, FCZ | 1.5 | ||||
| Kobe Bryant, Basketball | 38 | 45 | Didier Cuche, Ski | 1.5 | |||
| Shaquille O'Neal " | 37 | 35 | Fabian Cancellara, Rad | 1.5 | |||
| Valentino Rossi, Motorrad | 37 | 39 | David Aebischer, Eishockey-Torhüter | 1.5 | |||
| Alex Rodriguez, Basketball | 35 | Alex Frei, Französische Liga | 2.3 | 2.41 | |||
| Tom Brady. Baseball | 34 | Michelle Hunziker | 2.2 | 3.5 | |||
| Carson Kahuna, Baseball | 34 | Joseph Blatter, FIFA | 2 2 | > 2.5 | |||
| Ronaldinho/Beckham, Fussball GB | 29 | Ciriaco Sforza, Fussball | 1.5 | 2.2 | |||
| Kimi Raikkönen | 45 | Christian Gross, Trainer FCB | 1.4 | 0.72 | |||
| Peyton Manning, Football USA | 27 | Freddy Burger, Musikeragentur | 1.0 | 1.6 | |||
| Maria Scharapova, Tennis | 22 | Patrick Müller, Fussball, Lille | > 2 | ||||
| Patty Schnyder, Tennis | > 1.5 | ||||||
| DJ Bobo (René Baumann) | 1.6 | ||||||
| Johann Djourou | 0.6 | > 1.4 | |||||
| Marcel Koller, Trainer Bochum | 0.52 | 1.4 | |||||
| Tranquilo Barnetta, Bayer-Leverkusen | 1.4 | ||||||
| Martin Gerber, Eishockey, Carolina | 1.35 | ||||||
| Hurricanes | 1.35 | ||||||
| Mario Cantaluppi, FC Luzern | 1.35 | ||||||
| Stéphane Henchoz, Fussball | > 1.2 | ||||||
| Alexander Pereira | 0.92 | ||||||
| Marco Rima | 0.55 | ||||||
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Chris von Rohr |
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0.6 |
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| In die Spitzenliga gehört nun auch Giselle Bündchen, die mit 35$ mehr verdient als Vasella; Heidi Klumm 14 Millionen, Kate Moss 7.5 Millionen $ | |||||||
Bevor man Wettbewerb als Allerweltheilmittel verschreibt: Mehr Wettbewerb bringt mehr Wohlstand - sollte man sich vielleicht mal die Verhältnisse in der Urheimat des Wettbewerbs ansehen, im Sport.
The winner takes it all, ist die Devise, die selbe wie die der neoliberalen Propagandisten. Das globale Publikum, d.h. das grosse Publikum, die Massen, wollen nur die Besten sehen. Die andern müssen mit recht bescheidenen Löhnen unten durch - oder, präzise wie die Landwirtschaft, unterstützt werden.
54% der aktiven Sportler in der Schweiz verdienen weniger als 50'000 Fr. pro Jahr - bei einem mittleren nationalen Einkommen von 60'000 pro Jahr.
Der Fokus auf mediale. Grossanlässe, am besten globalen Ausmasses, entzieht den meisten populären Sportarten das Geld. Wir haben also im Sport präzise die Situation, die uns die Propagandisten von "Mehr Wettbewerb = mehr Wohlstand vorgaukeln: Einige wenige profitieren massiv, die Mehrheit der andern soll halt ihre Berufung als Hobby pflegen, genau wie die Bauern, Künstler oder Philosophen. Die einzige Arbeit die Anrecht auf Lohn verschafft ist die Geldvermehrung!
Der doch deutliche Einkommensunterschied zwischen Federer und Agassi liegt am Hausmarkt. Agassi, bekannt in den USA mit rund 270 Millionen Einwohnern, ist als Werbeträger wirksamer als Federer mit seinem Heimmarkt von 7 Millionen Einwohnern. Aber auch solche Einkommen von über 1 Million wird nur von den bekannten Spitzensportlern erzielt. Die Saläre der normalen "Angestellten" bewegen sich um rund 7000.-/Monat. Ziemlich abgeschlagen steht auch die Schönheit da. Fiona Hefti, Miss Schweiz 2004, kam gerade mal auf 250'000. a
Aus: Serie Spitzenlöhne. CASH 4. August 2005. S. 6-8. + 15.6.06, S. 8-11: Ballkünstler jonglieren mit Millionensalären / Tagesanzeiger, 30.10.09. Sport S. 67
In den letzten 10 Jahren wurden (in den USA) vor allem diejenigen Personen und Familien begünstigt, die den Kapitalfluss in der Wirtschaft steuern. Die obersten Führungskräfte, denen die elementaren Entscheidungen darüber obliegen, wie der wichtigste Teil des Kapitals verwendet wird - nämlich die Investitionen in Technologie und Anlagegüter für die Arbeitsplätze. Die Gehälter der CEOs der 362 grössten Konzerne der USA sind zwischen 1990 und 95 um 92% gestiegen, die Unternehmensgewinne um 75%, die Löhne der Durchschnittsarbeiter um 16%.
Und dieser Trend setzt sich ungehindert fort. 1990 erhielt ein CEO ein durchschnittliches Salär von 1.95 Millionen Dollar, der Durchschnittsangestellte 23'000 Dollar. 1995 war das Gehalt des durchschnittlichen CEO um 1.8 Millionen Dollar auf 3.75 Millionen gestiegen, der Durchschnittslohn um 4000 Dollar. 1994 erhielt ein CEO in Frankreich, das seine Topmanager nach den USA am besten vergütet, nur 65%, ein japanischer Kollege 60% und ein deutscher Geschäftsführer 55%
Gehälter von CEOs im internationalen Vergleich, 1994 (Tabelle 5, S. 124) |
||||
Land |
Vergütung des CEO in 1000 $ |
Vergleich zum US-Gehalt (US=100) |
Verhältnis CEO/Arbeitnehmer |
|
CEO |
Arbeitnehmer |
|||
Australien |
377 |
41 |
80 |
13.8 |
Obwohl nicht gerade frisch, macht die Tabelle auf einiges Aufmerksam, das von Bedeutung ist. Offensichtlich kommt der Trend zu Maximallöhnen für "Spitzenkräfte" aus den USA, wo die grössten Unterschiede auftreten zwischen "oben und unten". Offensichtlich ist es den schweizerischen Arbeitnehmern recht gut gelungen, zumindest bis 1994, sich einen (ge-)rechten Anteil am wirtschaftlichen Erfolg zu sichern. Schwächen weist die Tabelle allerdings dort auf, wo sie Äpfel mit Tomaten vergleicht, also etwa die Wirtschaft der USA mit der Neuseelands, strukturstarke mit strukturschwacher Wirtschaft. Beide sind zwar international verflochten, die USA jedoch über Gigabetriebe modernster Ausrichtung (Banken, Pharma, Waffen, Elektronik ...), während Neuseeland die Welt vor allem mit Landwirtschaftsgütern und Holz versorgt. Die Unterschiede der Gehälter bei CEOs wie Arbeitnehmern zu den USA sind so leicht zu verstehen. Interessant ist der Fall Schweden, das offenbar wenig Grund dazu sieht, seine Wirtschaftsführer mit Spitzenlöhnen zu ködern und so die tiefste Spannbreite zwischen Arbeiter- und Managerlöhnen aufweist - bei trotzdem erfolgreicher und innovativer Wirtschaftstätigkeit wohlgemerkt.
Nicht nur Geld, das für die Löhne der Arbeitnehmer bezahlt werden muss, fehlt für Investitionen, sondern auch Geld, dass den Führern in den H.. geschoben wird. Während die Löhne der Arbeitnehmer aber die Wirtschaft fördern, da sie direkt in den Konsum gehen, fördern die Vergütungen an Spitzenkräfte eher die Spekulationsblasen der Börse.
Die Grösse der Herrschaft * (Feude) spielt auch heute noch (oder wieder) eine dominante Rolle. Grossbetriebe sind vor allem (noch) in den USA vorhanden, die über den grössten Heimmarkt verfügen. Durch globales Brosamenpicken sind solche bei jedem Trend im Vorteil. Die "Leistung" solcher Grösse ist allerdings fragwürdig. Unternehmer wie Ford waren der Überzeugung, dass Kaufkraft der Massen durch gute Löhne zu schaffen sei. Heute prahlen jedoch die Unternehmer damit, wo sie zu den tiefsten Löhnen und den "günstigsten" Bedingungen produzieren können. [Allerdings ist auch die Geschichte über Ford eine Erfindung. Dieser musste ganz einfach höhere Löhne bezahlen, weil die Arbeit am Fliessband viel anstrengender war, als was sich die Arbeiter gewohnt waren. Gewerkschaften aber hat er sich verboten. Auch Ford reagierte so bloss auf Zwang. Man lehre ...]
Die Managerlöhne dürften sich treffender analysieren lassen als Pfründen, abhängig von der Grösse des beherrschten neofeudalistischen Reiches, also als Funktion von Umsatz, Anzahl Angestellter, Reichweite des Wirtschaftsnetzes, Profitabilität, Marktbeherrschung, innovative Führungsposition etc. (s. Feudalismus).
Folgende Graphik zeigt die durchschnittlichen Managementgehälter der grösseren Betriebe der Schweiz - im Vergleich zu Wertvermehrung oder Wertvernichtung in der gleichen Periode. Aus Darstellungsgründen mussten Wertvermehrung und -Vernichtung durch 1000 dividiert werden, die wären also 1000 mal grösser, auch dort wo sie negativ sind. Man sieht also ausser der Tatsache, dass einige Gehälter echt zu überborden scheinen, eben auch, dass die Gehälter, sogar überbordende, in einem recht mässigen Verhältnis zu Gewinnvermehrung oder -Vernichtung stehen.CS z.B. könnte ihr Kader auf das Tausendfache vermehren, bevor die armen Aktionäre gar nichts mehr kriegen. Eben so gut, oder noch besser, könnten sie natürlich die Stellen für günstigere Mitarbeiter vermehren, auch da würden die Aktionäre nicht verarmen. Die Abzockerinitiative (s. Reiter 4 Einkommensrelationen) schlägt den Esel, der die Last trägt, vermeidet es aber peinlichst, den Müller zu treffen, dem der Sack gehört. (Was der Esel natürlich nie so sagen würde, da er sich immerhin als Elite(esel) versteht, der dazu dummerweise immer vom Müller (Kapitaleigner) abhängig ist. s. Der Erfolg der Kapitalgesellschaften widerlegt Überlegenheit des Privatbesitzes über Staats- oder Gemeinschaftseigentum, denn die meisten Kapitalgesellschaften werden von Managern geleitet, denen das Kapital eben nicht gehört, oder nur zu einem sehr kleinen Teil. Sie können ihre eigenen Interessen also nur so fördern, indem sie sich einen möglichst grossen anteil vom erzielten Mehrwert, von der Beute, selbst sichern. Verruchter als die Aktionäre sind sie aber kaum, denn ihr Anteil ist, auch wenn er gross aussieht wie etwa bei Novartis, eigentlich Peanuts. Die Probleme einer giergesteuerten Wirtschaft lassen sich nicht durch Zähmung der Manager lösen, da der Hauptanteil der Beute dazu da ist, beutehungrige Aktionäre zu füttern. Manager sind bloss die Söldner der Aktionäre.
[Zahlen aus Bilanz 4/10, 26. 2.-11.3.2010, S. 45: Die grössten Wertschaffer 2009 & Die Grössten Wertvernichter + Handelszeitung Nr. 18, 5.-11. Mai 2010. S. 8]
[Daten: Handelszeitung Nr. 18. 5-11- Mai 2010. S. 8]

Da nach und nach auch die Aktionäre merken, dass mit den Löhnen, besonders den Spitzenlöhnen, irgend was nicht stimmt, insbesondere die Beziehung zu erbrachten Leistungen, werden diese zum Dauerthema. Dass in den USA, dem Vorreiter neoliberaler Wirtschaft, seit 1990 fast nur noch die hohen Löhne steigen, während bei der Mehrheit vor allem die Schulden steigen, war seit längerem bekannt. (s. Gobalisierung und zunehmende Ungleichheit ). Dass allerdings das kapitalistische System recht eigentlich auf Ungerechtigkeit basiert, nämlich der für die Wirtschaft optimalen Pareto-Verteilung, wird weiter verschwiegen. Ungleichheit wird als Preis für die Freiheit gerechtfertigt. Bohnenblust. Die sog. Freie Marktwirtschaft ist nur frei für Kriegsherren, die sich eine schlagkräftige Armee leisten können, den sog. Konzern. Löhne werden dem entsprechend auch nicht nach irgend was verteilt, das man auch nur am Rande als objektive Leistung charakterisieren könnte, sondern nach Grösse und Macht der Königreiche, nach Anzahl der Untergebenen. [Logischerweise verdienen Freie und Anarchisten nichts, die sich ja nicht mal selbst beherrschen wollen ...]
1.4.1 Managerlöhne in der Schweiz 2003-2006
Auch hier zeigt sich eindeutig die Dominanz hoher Löhne bei Pharma und Banken. Der Ruf nach Restrukturierung würde also verlangen: Noch mehr Pharma und Banken ... aber wer soll das bezahlen? Offensichtlich spielt hier die Konkurrenz eine weitaus geringere Rolle als Macht, Macht der Überzeugung bei Pharma: Wir leisten Unentbehrliches für Ihre Gesundheit. Macht der Banken: Sie brauchen uns ... also machen wir die Bedingungen! Hier funktioniert "der Markt", der grosse Problemlöser, ganz offensichtlich äusserst schlecht. Bezahlen tun dies im Fall der Banken die Kreditnehmer, und da diese die Belastung weiter geben, die Konsumenten. Seit Ende des letzten Jahrhunderts ist der Anteil der Finanzdienste am BSP höher als die Staatsquote, was schweigend hingenommen wird. Was die Pharma betrifft, so bezahlen nicht die Kranken, sondern die Kranken-Kassen, also wir alle. Und hier wäre dringend ein Riegel zu schieben:
Hier lässt sich nun relativ präzise zeigen was passiert - und warum die Abzockerinitiative ungenügend ist:
Der smi stieg 2006 von ca 7500 auf ca. 9000 Punkte, was einer Wertvermehrung der entsprechenden Papiere - und, nicht zu vergessen, der durch diese Papiere repräsentierten Firmen - von rund 33% entspricht (2005: 36%).
Trotz übermässiger "Entschädigungen" (15% Steigerung), die sich die Betriebsleiter zugesprochen haben, haben sich die Werte der Firmen um mehr als das Doppelte dieser bereits exzessiven Lohnsteigerungen vermehrt.
Die Aktionäre haben also beileibe keinen Grund zum Klagen ...
die Mitarbeiter hingegen schon!
Eine Abzockerinitiative sollte also die Mitarbeiter vor Eigentümern (Aktionären) und Betriebsleitung schützen - nicht die Eigentümer vor den einzigen, die mit halbwegs gleich langen Waffen um ihren Anteil fechten können, also den Managern.
| Chefsaläre | 2008 | 2009 |
| Vasella, Daniel - VRP Novartis | 20'544'032 | 20'471'929 / laut Ethos und Tagesanzeiger (Werte rechts, nach /) das Doppelte, da Novartis nur den Steuerwert angegeben hat, also 42'211'616. Vasella droht mit Abzug (der Firma) aus Basel, falls die Managerlöhne beschränkt und Parallelimporte erlaubt werden. |
| Dougan, Brady - CEO CS | 2'860'000 | 19'200'000 / do |
| Humer, Franz - VP Roche | 15'228'951 | 14'353'552 / 16'561'657 |
| Long - Transocean | / 16'470'326 | |
| Kengeter - UBS | / 13'190'319 | |
| Lippe, Stefan - CEO Swiss Re | 5'500'000 | 12'597'000 / do |
| Schwan, Severin - CEO Roche | 8'306'000 | 12'487'000 / 13'426'257 |
| Schiro, James - Ex-CEO Zurich | 10'982'500 | 12'442'500 / do |
| Bulcke - Nestle | / 11'517'009 | |
| Platt, Norbert - CEO Richemont | 10'041'628 | 11'039'886 / 6'555'299 |
| Rupert, Johann - VRP Richemont | 9'329'415 | 8'884'374 |
| de Gier - GAM Holding | / 8'712'884 | |
| Brabeck, Peter - VRP Nestle | 13'945'163 | 7'487'836 / 8'000'954 |
| Schindler, Alfred - VRP Schindler | 7'418'000 | 7'418'000 / do |
| Wyss, Hansjörg - VRP Synthes | 6'437'700 | 6'919'500 / 7'136'483 |
| Krüger, Uwe - ExCEO OC Oerlikon | - | 6'446'000 |
| DoerigI - VR CS (II / III) | / 6'506'531 | |
| MaeseneireI (II)- Barry Callebaut Ex | / 6'180'869 | |
| Andreades - Temenos | / 6'021'962 | |
| Hogan, Joe - CEO ABB | 19'203'413 | 5'986'784 / 7'781'596 |
| Tanner, Ernst - Lindt&Sprüngli | 6'942'000 | 5'983'000 / 7'084'340 |
| Hayek, Nick - CEO - Swatch | 5'384'641 | 5'150'098 / 2'371'892 als VRP |
| Rupert - VR Richemont | / 4'823'946 | |
| Clozel, Jean-Paul - CEO - Actelion | 5'216'426 | 4'581'323 |
| Mack, Michael - CEO - Syngenta | 6'993'393 | 4'501'313 |
| Kühne, Klaus-Michael - VRP Kühne | 4'422'000 | 4'422'000 |
| Kottmann, Hariolf - CEO Clariant | 998'295 | 4'270'457 |
| Akermann, Markus - CEO Holcim | 4'073'979 | 3'993'318 |
| Kielholz, Walter - VRP Swiss Re | - | 3'836'000 / do |
| Maeseneire II, Patrick de - CEO Adecco | - | 3'763'755 |
| Tinggren, Jürgen - CEO Schindler | 2'955'000 | 3'503'000 |
| Andrier, Gilles - CEO Givaudan | 3'361'818 | 3'425'801 |
| Jornod, Etienne - CEO Galenica | 3'132'000 | 2'929'000 |
| Cabiallavetta, Mathis - VRP Swiss Re | - | 2'901'000 |
| Wilhelm, Reto - Ex-Ceo Kuoni | - | 2'897'000 |
| Bär, Reymond - VRP Julius Bär | 3'305'638 | 2'815'478 / do |
| Schäuble, Rolf - VRP Baloise | 5'318'957 | 2'700'282 / 3'699'617 |
| Quindlen, Gerald - CEO Logitech | - | 2'618'065 |
| Limberger, Thomas - CEO von Roll | 2'149'000 | 2'534'000 |
| Taylor - VR Syngenta | / 2'526'379 | |
| Kirk, Christopher - CEO SGS | 2'450'126 | 2'470'726 |
| Desmarais - VR Pargesa | / 2'302'080 | |
| Büchner, Ton - CEO Sulzer | 2'569'000 | 2'206'000 |
| Pfister, Bruno - CEO Swiss Life | 3'026'105 | 2'178'553 |
| Borgas, Stefan - CEO Lonza | 3'322'469 | 2'163'723 |
| DörigII - Adecco VR | / 2'037'682 | |
| DörigIII - Swiss Life VR | / 1'456'801 | |
| Bärtschi, Ernst - CEO Silca | 1'728'000 | 2'013'000 |
| Widmer, Urs - VRP Vontobel | 1'796'300 | 1'991'300 |
| Strobel, Martin - CEO Baloise | - | 1'954'478 |
| Maeder, Andre - CEO Charles Vögele | - | 1'930'000 |
| Mosimann, Philippe - CEO Bucher Ind. | 2'299'700 | 1'900'100 |
| Schloter, Carsten - CEO Swisscom | 1'818'000 | 1'819'000 |
| Chefs | 2003 | 2004 | 2005 | 2006 | 2007 | 2008 |
| Marcel Ospel, UBS Ein weiterer Bestverdiener, der, wie der folgende, lieber Kantone wie Schwyz und Zug unterstützt als Basel. (s. Steuern) | 21'273'037 | 18'798'498 | 23'975'954 | 26'591'803 | ||
| Peter Wuffli, CEO UBS | > 22 Mio | |||||
| Daniel Vasella, Novartis | 19'481'900 | 20'786'304 | 21'257'120 | 44'000'000 | 17'037'007 | 20'544'032/40'343'186? |
| neuer Stern am Abzockerhimmel 2006: Thomas Limberger, Oerlikon Einen Tag später hat er allerdings selbst seinen Lohn auf 7.7 Millionen reduziert. Allerdings hat er auch ein schönes Aktienpaket ... also holt er sich da gleich wieder was zurück ... Hier hat die Abzockerinitiative ihre grösste Schwäche: Sie begünstigt nicht die Werktätigen, sondern die Aktionäre, die eh von den Zinsen leben könnten. (s. Denkanstoss) |
2'102'192 | 2006: 3.9 Millionen offiziell ... 18-20 Millionen mit
dem "sonstwie", was 6-9% des Reingewinns entspricht.
> 7.7 Millionen |
Von Roll: | 2'149'000 | ||
| Franz Humer, Roche | 13'250'990 | 9'670'600 | 14'741'295 | 21'600'000 | 23'900'000 | 15'282'732 |
| Severin Schwan (CEO) | 8'018'992 | |||||
| Walter Kielholz, CS | 12'000'000 | 7'903'800 | 12'100'000 | 16'000'000 | 1'462'000 (Ex_VRP) | 2'024'000 (Ex_VRP) |
| Walter Berchtold, CS | > 12 | |||||
| Brady Dougan, CS CEO | 2'228'000 | 2'860'000 | ||||
| Stefan Haeringer, UBS | 8'614'000 | 6'126'900 | 8'623'001 | |||
| Thomas Ebeling, Novartis | > 10 | |||||
| Raoul Weil, UBS | > 10 | |||||
| Andrè Kudelski | > 9 | |||||
| Renato Fassbind, CS | > 8 | |||||
| Walter Stützinger, UBS | > 8 | |||||
| Ernesto Bertarelli, Serono | 6'657'800 | 6'034'100 | 8 | |||
| Peter Kurer UBS | > 6 | 1'565'647 | ||||
| Hansjörg Wyss, Synthes | 6'575'488 | 5'557'500 | 5'777'232 | 6'342'493 | 7'002'000 | 6'437'700 |
| Jürgen Dormann, ABB | 6'500'000 | 6'500'000 | Adecco: | 840'000 | ||
| Fred Kindle, ABB | 5'589'344 | 5'685'959 | 1 | |||
| Michael Demaré ABB (CFO) | 6'624'038 | |||||
| Joe Hogan ABB (CEO) | 19'203'413 | |||||
| Mark Fishman, Novartis | 4'850'491 | 3'205'700 | 6'206'106 | |||
| Ernst Tanner, Lindt & Sprüngli | 4'665'000 | - | 5'295'000 | 6'107'000 | 7'886'000 | 8'681'480 TA/6'942'000 HZ |
| Michael Pragnell, Syngenta | - | - | 5'295'000 | 5'372'123 | ||
| Mick Mack,Syngenta | 6'992'631 | |||||
| Martin Taylor, Syngenta VRP | 2'510'389 | |||||
| Raymund Breu, Novartis | 4'605'912 | 4'190'800 | 5'334'353 | |||
| Andreas Rummelt, Sandoz-Novartis | 4'791'974 | |||||
| Marco Suter, UBS | > 5 | |||||
| Albert Kaufmann, Richemont | 4.65 | |||||
| Norbert Platt, Richemont | 11'656'772 | |||||
| Johann Rupert, Richemont CieFin | 5'657'863 | |||||
| Johann Rupert, Richemont VRP | 9'329'415 | |||||
| Alfred Schindler, Präs. Schindler | 4'599'450 | 4'599'450 | 4'599'450 | 5'100'000 | 5'679'000 | 7'430'895 |
| Jerôme Caille, Adeco | 4'280'467 | - | ||||
| Jacques Aigrain Swiss Re | 4.36 | 14'173'000 | 6'653'000 | |||
| Christian Mummentaler Swiss Re | 4.36 | |||||
| David Blumer, Swiss Re | 7'465'041 | |||||
| Peter Forstmoser (VRP) | 3'300'034 | |||||
| Peter Eckert Zurich | > 4,2 | |||||
| James Schiro, Zurich | 10'307641 | |||||
| Erich Hunziker, Roche | 4'020'149 | - | 3'949'302 | |||
| Robert Lutz GM | 3.97 | |||||
| Peter Merian, Sarasin | 3.85 | |||||
| J.D. Gier. Bär | 2'822'089 | 4'504'392 | 8'093'387 | 5'009'960 | ||
| Walter Knabenhans, Bär | 3.8 | |||||
| Charlotte Gubler, Swiss Re | 3.77 | |||||
| Andreas Beerli, Swiss Re | 3.77 | |||||
| Martin Albers, Swiss RE | 3.77 | |||||
| Armin Meyer, Ciba | 3'814'313 | 4'150'700 | 4'041'524 | 3'671'009 | 3'083'000 | |
| Brendan Cummius, Ciba SC | 1'717'774 | 2'450'126 | ||||
| William Burns, Roche | 3'595'885 | - | 3'665'338 | |||
| Paul Choffat, Novartis | 3'591'274 | 2'694'100 | 3'492'642 | |||
| Rolf Dörig, Swiss Life | 3'183'773 | - | 3'321'339 | 3'950'039 | 5'466'991 | 4'196'000 |
| Bruno Pfister, Swiss Life CEO | 3'026'105 | |||||
| Heino von Prondzynski, Roche | 3'047'255 | - | 3'232'167 | |||
| Peter Voser, Royal Dutch / UBS | 3.12 | |||||
| Axel Lehmann ZFS | > 3 | |||||
| Jonathan Knowles, Roche | 2'740'617 | - | 2'983'830 | |||
| Klaus Jakobs, Adecco | - | - | 2'903'956 | |||
| Dieter Scheiff, Adecco | 4'462'229 | 2'789'316 | ||||
| Heliane Canepa, Noble Biocare | - | 2.87 | ||||
| Alfred Spörri, Schindler | 2.8 | |||||
| Luc Bonnard, Schindler | 2.8 | |||||
| Jürgen Tinggren, Schindler, CEO | 2'955'000 | |||||
| Peter Forstmoser, Swiss Re | 2'678'877 | 2.6 | 3'399'972 | 3'300'000 | ||
| Dieter Enkelmann, Barry Caillebaut | 2.6 | |||||
| Stefen Retzlaff, Barry Caillebaut | 2.6 | |||||
| Markus Akermann, Holcim | 2'674'200 | - | 4'124'000 | 4'074'000 | 4'902'973 | 4'073'979 |
| Urs Bärlocher, Novartis | 2'566'951 | 2'772'800 | 3'213'947 | |||
| Rolf Schäuble, Bâloise | 2'292'130 | 1'953'100 | 2'346'321 | 2'977''797 | 3'576'483 | 6'260'058 (TA) / 5'318'957 HZ |
| Roland Baumann, Serono | 2.49 | |||||
| Jacques Teurillat, Serono | 2.49 | |||||
| Fareydoun Firouz, Serono | 2.49 | |||||
| François Naef, Serono | - | 2.49 | ||||
| Wolfgang Reichenberger, Nestlé | 2.25 | |||||
| Carlo Donati, Nestlé | 2.25 | |||||
| Richard Laube, Nestlé | 2.25 | |||||
| PaulBulcke, Nestlé, (CEO) | 8'946'492 | |||||
| Peter Brabeck, Nestlé (VRP) | 14'833'971 | |||||
| Michael Orsinger, Synthes | 2.23 | |||||
| Franz von Meyenburg, Sarasin | 2.2 | |||||
| Andreas Sarasin, Sarasin | 2.2 | |||||
| Eric Sarasin, Sarasin | 2.2 | |||||
| Conrad Schwyzer, Sarasin | 2.2 | |||||
| Christoph Mäder, Syngenta | > 2 | |||||
| Domenico Scala, Syngenta | > 2 | |||||
| Ulrich Graf Kaba | 1.9 | 1'662'800 | ||||
| Roland Hess, Schindler | 1'439'949 | |||||
| Urs Widmer, multi-VR, Vontobel | 1.85 | 3'000'000 | 1'796'300 | |||
| Herbert Scheidt, CEO Vontobel | 5'692'777 | 3'032'308 | ||||
| Heinrich Fischer, Saurer | 2'000'056 | 2.03 | ||||
| Pius Baschera, Hilti | > 2 | |||||
| Hans-Ulrich Doerig, CS | 2'822'089 | |||||
| Raymond Bär, Julius Bär | 1'969'573 | - | 2'822'089 | 4'504'392 | 4'696'904 | 3'305'638 |
| Peter Stefan? Borgas, CEO Lonza | 3'038'409 | 3'719'078 | ||||
| Michael Hilti, Hilti | 1'900'000 | - | 1'506'645 | |||
| Jürg Witmer, Givaudan | 1'810'569 | 1'409'500 | 1'470'000 | 771'300 | ||
| Gilles Andrier, Givaudan | 1'824'838 | 3'425'801 | ||||
| HP Rohner, Publigroupe | 1'8000'500 | |||||
| René Theler, Nationalversicherung | 1.77 | 1'780'000 | ||||
| Zeno Staub, Vontobel | 1.77 | |||||
| Guiseppe Benelli, Vontobel | 1.77 | |||||
| Eugen Brenner, Vontobel | 1.77 | |||||
| Christoph Ledergerber, Vontobel | 1.77 | |||||
| Peter Gubler, Vontobel | 1.77 | |||||
| Walter Thoma, Vontobel | 1.77 | |||||
| Theophil Schlatter, Holcim | > 1.7 | |||||
| Hansueli Hee, Holcim | > 1.7 | |||||
| Paul Hugentobler, Holcim | > 1.7 | |||||
| Thomas Knöpfel, Holcim | > 1.7 | |||||
| Edgar Oeler, Arbonia-Forster | 1.68 | |||||
| Georg Fischer, Panalpina | 1.66 | |||||
| Alexander Zeller, Waadtländer KB | 1.64 | |||||
| This Schneider, Forbo | 1.64 | |||||
| Frank Schnewlin, Bâloise | 1.63 | |||||
| Nick Hayek, Swatch CEO | > 1.6 | 5'601'868 | 5'387'721 | |||
| - Nick Hayek, Swatch VRP | 2'471'892 | |||||
| Lonnie Howell, EFG International | 6'932'214 (-37%) | |||||
| Andreas Andreades, Temenos | 6'754'308 | |||||
| Valentin Chapero Rueda, Sonova | 6'746'144 (+ 33%) | |||||
| K.M. Kühne, Kühne & Nagel | 4'397'00 | 4'446'000 | ||||
| Paul Desmarais, Pargesa VRP | 2'396'850 | |||||
| Guerrino de Lucca, Logitech VRP | 3'144'645 | |||||
| Etienne Jornod, Galenica | 2'846'000 | 3'132'000 | ||||
| Ton Büchner, Sulzer CEO | 2'569'000 | |||||
| Christopher Kirk, SGS CEO | 1'717'774 | 2'450'126 | ||||
| Domenico Scala, Nobel Biocare, CEO | 2'425'000 | |||||
| Philipp Mosimann, Bucher | 2'791'500 | 2'299'700 | ||||
| Thomas Limberger, Von Roll, CEO | 1'101'000 | 2'149'000 | ||||
| Carsten Schloter, Swisscom CEO | 1'704'000 | 1'818'000 | ||||
| Max E. Katz, Kuoni CFO | 1'760'000 | |||||
| Martin Scholl, ZKB CEO | 1'728'993 | |||||
| G.R. Rayment, Alcon | 2'838'100 | |||||
| Werner Dubach, Eichhof | 2'440'000 | |||||
| Thomas Gottschalk, Gottex | 1'783'700 | |||||
| Walter Meier/Reto Meier | 1'456'000 | |||||
| Petroplus Th. O'Malley | 1'362'900 | |||||
| L.A. v. Bidden, Acino | 1'341'400 | |||||
Die Zahlen sind weniger verlässlich, als man's gerne hätte. In jeder Publikation sind sie etwas unterschiedlich. Allerdings sind die Unterschiede meist relativ gering, nicht so wie bei Vasella: 20 Mio oder 40 Mio. Aber vermutlich liegt in diesem wie ähnlichen Fällen das Problem darin, dass nur 1 Lohn gerechnet wurde, obwohl der arme Mann zwei Jobs erledigen muss, also CEO + Verwaltungsratspräsident oder so (s. Hayek).
Generell haben die Löhne 2008 abgenommen, oft beträchtlich - aber auch dort, wo die Einbussen beträchtlich waren, sind sie immer noch massiv höher als 2002 oder 2003 - während dem die meisten Arbeitnehmer froh sein können, wenn sie seither zumindest die Inflation rausgeholt haben.
Dass aber auch hier der eine oder andere verschwindet, dafür x neue auftauchen, wundert bei den Beträgen wenig.

| TOP-Ausländer | Einkommen 2005 - in Millionen Fr. | 2006 | |
| Johann Rupert (ZA), Richemont | 36.31 | ||
| Oswald Grübel (D), CS | > 22 (Tagesanzeiger meldet am 1.7.06, S. 23: 37.9 Millionen! | ||
| Peter Brabeck, (A), Nestlé, CS, Roche | > 14.6 (17.8 nach Tagesanzeiger) | 14'000'440 | |
| Thomas Ebeling (D), Novartis | 8.62 | ||
| Mark Fishman (USA), Novartis | 8.2 | ||
| John Coomber (GB), Swiss Re | 7.62 | ||
| James Schiro (USA), Zurich | > 6 (4.7 nach Tagesanzeiger) | ||
| Jérôme Caille (F), Adecco / Dieter Scheiff | 6 | 7'923'596 | |
| Richard Pragnell (F) Syngenta (CEO und VR) | 5.19 | ||
| Patrick De Maeseneier (B) Barry Callebaut | 4.57 | ||
| Dinsh Paliwal (USA), ABB | 4.57 | ||
| William Burns (GB), Roche | 4.68 | ||
| K-M Kühne (D), Kühne & Nagel | 4.36 | ||
| H. von Prondzynski (D), Roche | 4.33 | ||
| Jonathan Knowled (GB) Roche | 4.2 | ||
| Wolfgang Werlé (D), Hiestand | 3.6 | ||
| Herbert Scheidt (D), Vontobel | 3.1 | ||
| Roland Lösser (D), Clariant | 2.18 | ||
| J. Brokatzky-Geiger (D) Novartis | 2.13 | ||
| Top Inländer im Ausland | |||
| Joseph Ackermann | 18'520'000 | ||
Letzte Ergänzung aus CASH: Fürstliche Apanagen für Top-Manager. 29.6.06. S. 8-9.
Die Löhne von Sportlern und andern Berühmtheiten, Ärzten, Juristen, Architekten und Beratern wurden in die entsprechenden Listen ausgegliedert.
Sie sehen deutlich die rot-blaue Dominanz. Rot steht für Finanzgeschäfte, blau für Pharma und (Bio-)Chemie. Das sind die Spitzenreiter der Schweizer Wirtschaft, denen der Rest der Schweiz nacheifern soll. Das sind aber praktisch alles international aktive und dominante Betriebe, die einen beträchtlichen Teil ihres Marktes kolonialisiert haben - eine Möglichkeit, die den wenigsten Firmen der Schweiz offen steht. Hohe Löhne winken nicht dort, wo hohe Leistung erbracht wird, sondern dort, wo grosse Bereiche/Umsätze zentral kontrolliert werden. Bei den Banken, Pharma und Chemie ist die Lage klar, da sind diese Schweizer Firmen unter den Weltführern. Ein spezielles Beispiel, das das Problem verständlicher macht, ist Hiestand: Gipfeli, sprichwörtlich die kleinen Brötchen, die da gebacken werden - aber doch was bringen, wenn man die ganze Schweiz damit versorgt - obwohl die Sache hochgradi irrational ist. Jede Gemeinde hat immer noch einige Bäcker, die eben so gut ihren Bahnhof mit Gipfeli hätten versorgen können. Aber vermutlich konnten sie sich, eben der Konkurrenz wegen, nicht darauf einigen, wer denn nun wann und wie viele Gipfeli verkaufen kann. Und dann schlägt jemand zu, der sich um das lokale Gezänk nicht schert. Ähnliches droht manchen Schweizer Klein- und Mittelbetrieben. Während die Grossen im Globalen Markt grösser werden, werden die Kleinen aufgekauft - oder gehen sang- und klanglos unter. Hier das Problem, über welches das economiesuisse gestrauchelt ist.
Während der reichste Bäcker der Nation, Albert Abderhalden, von Hiestand für seinen 60% Job mit 1.3 Millionen 4.4% des Gewinns von 30.5 Millionen abholte, waren es bei Ospel mit 24 Millionen "bloss" 0.2% des UBS-Gewinns von 14 Milliarden Fr. Martin Häuptli, Häuptling von Jowa (Migros Backwaren), deren Umsatz um ein gutes Viertel höher ist als der von Hiestand, erhielt für seinen 100%-Einsatz bloss 350'000.- Motto: Man nimmt halt, was man kann ....
Auch für 2006, wie bereits 2005, haben sich die meisten wieder ein schönes Geschenk bereitet (s. Veränderungen 2004-2005). Man ersieht daraus deutlich, warum die Leute eigentlich nicht so an eine Stagnation der Löhne und des Wohlstands glauben. Falls Sie Mitarbeiter, Aktionär, Lieferant, Steuerkommissär - oder Entlassener einer der Firmen sind, wissen Sie ja besser als ich, ob die Leute dieses wirklich verdient haben, oder ob die hier verteilten Gewinne zu Ihren Lasten gingen. Hier, nicht in der Höhe, liegt der Knackpunkt der Diskussion um Spitzenlöhne: Wurden wirklich neue Werte geschaffen, von denen alle, insbesondere die Ärmsten profitieren - oder wurde wer über den Tisch gezogen. (s. Differenz-Prinzip)
| Durchschnittsgehalt der Konzernleitung | Veränderung 2004 bis 2005 in % |
| Unaxis | 174.6 |
| ABB | 89.3 |
| SIG | 72.7 |
| CS | 71.6 |
| Adeco | 39.6 |
| Charles Vögele | 34.4 |
| Syngenta | 33.1 |
| Sulzer | 31.1 |
| Vontobel | 27.6 |
| Lonza | 26.4 |
| Zurich Financial Services | 24.1 |
| Zschokke | 21.4 |
| Valora | 21.1 |
| Synthes-Stratec | 20.3 |
Durchschnittsgehalt der Konzernleitung - ohne Optionen |
2004 |
2005 | 2006 |
UBS |
15'885'774 |
17'119'727 16'933'333 7'179'844 5'023'233 3'222'380 3'954'204 2'971'081 4'344'280 2'234'403 1'849'899 2'153'837 1'939'000 2'232'939 1'601'671 1'957'142 1'600'000 1'607'410 1'499'442 1'970'714 1'366'500 1'063'832 1'198'757 947'237 1'263'038 1'199'396 1'251'206 897'000 1'038'952 1'066'238 - 825'444 820'000 816'666 883'714 857'142 724'833 862'857 691'296 874'000 720'000 570'000 807'000 616'666 685'000 1'607'410 699'116 955'646 665'379 - 570'800 546'211 500'000 490'464 346'166 491'593 455'664 |
18'987'076 18'925'000 7'419'250 7'700'000 7'205'555 4'080'000 3'248'473 2'746'646 2'496'623 2'627'326 1'830'081 2'114'000 2'114'000 2'144'866 1'731'905 1'937'500 2'103'958 1'500'355 1'538'299 2'708'905 3'316'888 780'666 1'373'122 1'368'868 1'274'874 1'025'000 944'250 1'442'029 1'136'842 931'400 980'000 878'645 897'141 1'100'000 506'200 652'000 754'222 934'666 1'062'500 2'523'559 633'333 814'500 1'122'882 1'1125'819 610'400 556'4000 834'793 563'720 486'000 506'200 507'996 |
Handelszeitung Nr. 20, 18. Mai 2005 + Nr 21, 24. Mai 2006. Berechnungen nach Geschäftsberichten
Unsere Topverdiender werden allerdings von einigen in Deutschland um Längen geschlagen, s. inbesondere Albrecht, Aldi.
![]() |
| Hier zeigt sich deutlich, dass, sollte mal wieder ein Manager von einer notwendigen Anpassung der Löhne an das Weltmarktniveau sprechen, diese am besten gleich bei sich selbst anfangen zu sparen. Dies um so mehr, als die Schweizer Manager ihren Job im Durchschnitt nur 4 Jahre behalten, während es in Europa 8 sind. Zudem wird in Europa jeder Dritte wegen ungenügender Leistungen entlassen - in der Schweiz jeder Zweite! Dies ist um so schwerwiegender, also eigentlich mindestens 5 Jahre nötig sind, um die Eigenleistungen einer Führungskraft bewerten zu können ...
Booz Allen Hamilton: CEO Succession 2004 [2005 ist am 22.5.06 veröffentlicht worden, aber im Web noch nicht zu finden.] |
Die durchschnittlichen Managementgehälter schweben allerdings nicht in dieser Höhe. In der Geschäftsleitung beträgt der Durchschnittslohn 290'000 (110'00 - 1'079'000), bei den Departementsleitern 175'000 (87'000 - 730'000) und bei den Abteilungsleitern 131'000 (80'000 - 300'000). Grosse Firmen haben meist auch grössere Lohntüten (wegen der höheren Verantwortung und den Anforderungen natürlich, nicht bloss, weil sie können ...). An Funktionen sind die bestbezahlten: Recht, Vertrieb, Gesamtleitung Verkauf/Vertrieb/Marketing und Gesamtleitung Personalwesen. Ebenfalls "lohnen" tut sich Forschung & Entwicklung, Organisation/Informatik, Finanz- und Rechnungswesen, Technik. Am untersten Ende stehen Produktionsplanung (AVOR), Lager/Spedition, Konstruktion. Was die Branchen betrifft, so ist die Lukrativste der Banksektor (288'000 für Geschäftsleitung). Druck- und Verlagswesen sind die Schlusslichter mit 193'000). Regional zahlt Zürich am meisten - Basel spielt das Schlusslicht (ausser auf der 3. Ebene, derjenigen der Abteilungsleiter, da finden sich die ärmsten in der Zentral- und Westschweiz.
Besser Qualifizierte nehmen besser bezahlte Jobs ein (na ja, so als generelle Regel ...), und Mann zu sein bringt immer noch einen Bonus von 23% - weil nur 6% der leitenden Stellen von Frauen besetzt sind, 11% der mittleren und 15% der unteren Ebene. Was die Altersstrukturen betrifft, so sind diese relativ ausgeglichen. Es scheint zur Zeit weder Geriokratie noch jugendlicher Übermut zu dominieren. [Eckhard Bascher: Relative Bescheidenheit ist angesagt. Handelszeitung Nr. 25. 22. Juni 2005. S. 19].
1.4.2 Vergleich mit Angaben zu Topgehältern aus früheren Publikationen:
Cash Nr. 4, 24. Januar 2003: Löhne 2001, also Jahreslöhne incl. Aktion und Optionen |
|
1. Daniel Vasella, Novartis, 20.15 Millionen 2. Marcel Ospel, UBS, 12.5 Millionen 3. Lukas Mühlemann, CS, 10 Millionen 4. Rolf Hüppi, Zürich, 7 Millionen 5. Thomas Ebeling, Novartis, 6.07 Millionen 6. Raymund Breu, Novartis, 4.53 Millionen 7. Jens Alder, Swisscom, 1.2 Millionen |
Gygi-Post 700'000, Schweizer sind im Vergleich dazu schon fast arme Kerle. |
Cash Nr. 12, 21. März 2003: Löhne 2002, also Jahreslöhne incl. Aktion und Optionen
1.
Daniel Vasella, Novartis, 20.1 Millionen 2. Marcel Ospel, UBS, 11.3 Millionen 3. Peter Brabeck, Nestle, 8.1 Millionen 4. Alfred Schindler, Schindler, 4.6 Millionen (immerhin selbständiger Unternehmer mit seinem eigenen Betrieb) 5. Jürgen Dormann, ABB, 4.6 Millionen 6. Armin Meyer, Ciba, 3.9 Millionen 7. Reinhard Handle, Clariant, 2.6 Millionen 8. Markus Ackermann, Holcim, 2.0 Millionen 9. Jürg Widmer, Givaudan, 1.5 Millionen |
Löhne zeugen von Grössenwahn. Tagesanzeiger, 1. April 2003 1. Daniel Vasella, Novartis, 20.15 Millionen (30.8 Marktwert laut Ethos) 2. Marcel Ospel, UBS, 12.5 Millionen 3. Peter Wuffli, UBS, min. 10.5 Millionen 4. Walter Kielholz, Swiss-Re, 8.2 (12.1 n. Ethos) 5. Peter Brabeck, Nestle, 8.1 (14.4 n.. Ethos) 6. Lukas Mühlemann, CS, 7.7 7. Franz Humer, Roche, 7.5 (14.8 Marktwert laut Ethos) 8. Thomas Ebeling, Novartis, 6.1 9. Alfred Schindler, Schindler, 4.6 10. Raymund Breu, Novartis, 4.6 |
TOP 2005, Handelszeitung. 10. Juni 2005. Löhne 2004
... und da heisst es, es lägen keine höheren Löhne drin ... Vasella wird laut CASH hier unterschätzt, da Aktien und Optionen nicht zum Marktwert verrechnet wurden. Sein Einkommen dürfte eher bei 30 Millionen liegen. |
TOP 2005, Handelszeitung 24. Mai 2006. Löhne 2005
Einige sind abgestürzt, andere von den Wellen der Börse nach oben getrieben worden. Tendenziell scheinen die Löhne hier weiter prächtig zu gedeihen. |
Auch die kapitalen Erbsenzähler, -verwalter und -vermehrer werden von ihren Herren fürstlich belohnt:
2.1 Ärzte
Wer da behauptet, Wissen bringe Geld, steht neben den Schuhen. Hier die bestverdienenden, und im Studium am längsten geplagten Akademiker, die Ärzte:
Umsatz pro Praxis (nicht Reingewinn!) Das Einkommen dürfte, je nach Aufwand der Infrastruktur, bei 20 (Selbstschätzung der Ärzte) bis 50% des Umsatzes liegen. Der gleiche Trick wird aber auch bei "Bauernlöhnen" geboten, die als Einkommen von Selbständigen nicht direkt mit Löhnen vergleichbar sind. |
Millionen Fr. |
|
Durchschnittliches Jahreseinkommen von Hausärzten in 1000 Fr. [OECD] |
|
Radiologie |
1.23 |
|
USA |
214
|
Folgerichtig stammt in der Schweiz inzwischen jeder zwölfte Arzt aus Deutschland, 2300 total. Tendenz zunehmend, stark zunehmend. An der Universitätsklinik in Zürich sind 255 von 626 Assistenzartstellen von Ausländern besetzt, zumeist von Deutschen. In Winterthur ist das Verhältnis ähnlich. In Basel dürfte es noch mehr zu Gunsten der Ausländer gehen (is so: 40% Ausländer, vor allem Deutsche). Wir haben also auf der einen Seite zwar eine boomende Branche, dank Ueberalterung, auf der andern aber mangelnde Ausbildungszahlen, und dies nicht bloss auf Grund des Numerus Clausus, sondern insbesondere auf Grund lausiger Anstellungsbedingungen - und zunehmend eben so lausiger Löhne. Dazu werden dann die Deutschen Aertzte auch noch gelobt von denen die sie anstellen, denn sie haben offenbar eine weitaus höhere Frustrationstolerenz. Na ja, mit Hartz IV im Hintergrund ... So wird also die Schweiz über den freien Arbeitsmarkt ebenfalls hartzfähig gemacht, und dies sogar bei höchst anspruchsvollen akademischen Berufen. (Die "Verdeutschung" der ETH wäre da ein ähnliches Problem.)
Über eine Million an steuerpflichtigem Einkommen machen 2001 nur 66 Ärzte, 18 davon Augenärzte (Ophtalmologen):
Walter Aus der Au, Augenärzte, 20 Angestellte, Bern, Zürich. ca. 3.7 Millionen
Kioumars Afschani, Gründer der Rodiag Holding, führt 9 Röntgeninstitute: > 2 Millionen
Cederic George, Privatklinik "Pyramide", Zürich, Schönheitschirurgie: > 1.5 Millionen
Albino Triaca, "Pyramide" (ich dachte, Pyramidengeschäfte seien verboten ...), Kieferchirurg: > 1.5 Millionen
Thomas Lüscher, Kardiologie Universitätsspital Zürich: 1.5 Millionen (die er aber dementiert)
Grigoris Pallas, Augenerkrankungen + Schönheitsoperationen (mein Kommentar zu dem Business) *, 200 Angestellte. Olten. ca. 1.5 Millionen
Hans Jenny, Merian-Iselin-Spital, Gruppenpraxis mit Andres Oeri: > 1 Million
Eduard Haefliger, Augenarzt, 75 Angestellte, Binningen, Pfäffikon (Gewinn über 1 Million)
Christoph Wolfensberger, Schönheitschirurg, Zürich
Peter Jürg Karrer, Urologe, Zürich
Weniger als 1 Million verdienen:
Urs Munzinger, Chefarzt Schulthess-Klinik, Zürich, meistbeschäftigter Orthopäde (was nicht Schuhmacher sind ....) der Schweiz: 900'000
Markus von Flüe, Chefarzt Klara-Spital Basel: > 800'000
Roland Böni, White House Center, Zürich, über 500 Fettabsaugungen pro Jahr: > 800'000
Der aktuelle Streik der Ärzte in Deutschland macht auch hier auf das Problem der "Normalverteilung" und des Mittelwertes aufmerksam. Der doch noch ansehnliche Lohn von 134.400 entspricht nämlich a) einem Betriebsgewinn, beinhaltet also beträchtliche Teile die zur Innovation und Neueinrichtung der Praxis notwendig sind (wie die vollen Beiträge zur Altersabsicherung + Sozialbeiträge). Mit den Ärzten wird hier also nun das selbe Spiel getrieben, wie bereits vor Jahren mit den Bauern, deren "Einkommen" als Einkommen selbständig arbeitender ebenfalls nicht ein "frei verfügbares" ist. Zudem scheinen auch die Zahlen dubios ... oder schwierig zu beschaffen. Da hier ausdrücklich von Durchschnitten, und nicht vom angebrachteren Median geredet wird, ist bereits dieser für eine Mehrheit der Ärzte nicht erreichbar, denn er wird durch Spitzengehälter von Chefärzten mit zusätzlichen Privatpatienten stark nach oben verzerrt. Nach einer offiziellen Statistik aus dem Jahr 2003 lag der durchschnittliche Überschuss je Arzt und Jahr einschließlich der Einnahmen aus der Behandlung von Privatpatienten und nach Abzug der Betriebsausgaben zwischen 80 000 Euro (Hautärzte) und 137 000 Euro (Internisten) - bei Umsätzen von 167 000 bis 283 000 Euro. Das entspricht der Aussage von Schmidt von 200 000 Euro Umsatz pro Praxis ... allerdings muss eben das untere Drittel mit 1600 bis 2000 Euro monatlich auskommen.
Laut Manager-Magazin gehören angestellte Ärzte in Deutschland mit einem Verdienst von 94.484 Euro zu den Topverdiener.
Laut Tarifauskunft der Hans Böckler Stiftung verdienen Ärzte mit 5 Jahren Erfahrung, die im öffentlichen Dienst tätig sind, aber bloss 2.867-4.540 Euro, als Vertreter des leitenden Arztes in Anstalten und Heimen 3.620-5.579 Euro.
Für mehr als die Hälfte der Medizinstudenten dürfte sich diese Bildungsinvestition also nie auszahlen. [s. Bildungsrendite ]
In der Schweiz ist die Arbeitszeit für Assistenzärzte, die oft bis zu 70 Stunden pro Woche betrug, seit dem 1. Jan. 2005 auf 50 Stunden begrenzt worden. Anderthalb Jahre später ist dies aber immer noch nicht durchgesetzt und die Bestrebung ist nun, die 50 Stunden als Durchschnitt von 3 Monaten zu rechnen. Dies stösst auf Widerstand bei älteren Ärzten sowie bei allen, die Familie haben, wird aber gerne angenommen von ausländischen Ärzten, die gerne ihre Freizeit im Block beziehen, um nach Hause zu gehen. Was den ungeliebten Pikettdienst (Bereitschaftsdienst) betrifft, so wird dieser nur bezahlt, wenn er in der Klinik geleistet wird, oder diese innerhalb von 20 Minuten erreicht werden kann, um in 30 Minuten einsatzbereit zu sein. Letztere Regel soll gestrichen werden, womit die Ärzte ihre "Freizeit" vermutlich gleich im Spital verbringen werden. Einzelne Chefärzte empfehlen ihren Assistenten zudem, nach der offiziellen Arbeitszeit auszustempeln, also freiwillig und gratis im Spital zu bleiben, um auf die für den Facharzttitel notwendige Anzahl Operationen zu kommen. Dies bei einem Einstiegslohn von 6000.- Fr brutto pro Monat für eine 50-Stunden-Woche.
| Brutto-Aerztelöhne in Deutschland und im Kanton Zürich | |||||||
| im 1. Jahr | im 4. Jahr | im 7. Jahr | Std./Woche | ||||
| Assistenzärzte | D | 64800 | 75600 | 75'600 | 42 | ||
| Zürich | 84081 | 92310* | 101295* | 50 | * theoretisch. Praktisch: 87077 | ||
| Fachärzte | D | 85500 | 92700 | 99000 | 42 | ||
| Zürich | 92172 | 106000* | 113000* | 45-50 | * theoretisch. Praktisch: 92172 | ||
| Oberärzte | D | 107100 | 113400 | 122400 | 42 | ||
| Zürich | 130333 | 137138 * | 153656* | 50-90 | * theoretisch. Praktisch 133'996 | ||
| Stv- Chefarzt/leitende Aerzte | D | 126000 | 135000 | 142200 | 42 | ||
| Zürich | 157000 | 172000* | 176000 | 60-90 | * theoretisch. Praktisch 162'000 | ||
Die Lebenshaltungskosten in der Schweiz sind 30% höher als in Deutschland! Zürich zahlt zudem übrigens, nicht wie man von der grössten Stadt der Schweiz, der Wirtschaftsmetropole, der global city erwarten würde, am meisten, sondern am schlechtesten. In den andern Kantonen erhalten erfahrene Assistenzärzte pro Monat bis zu 2000 Fr. mehr.
Die beträchtlichen Unterschiede zwischen Deutschland und der Schweiz wirken sich immer extremer aus
In der Schweiz sind zur Zeit 3764 Zahnärzte registriert. Diese machen mit 2.26 Milliarden 2/3 des Gesamtumsatzes (3.2 Milliarden Fr. *) des Dentalmedizinmarktes, bei einem durchschnittlichen Umsatz von 600'000 Fr. Tönt gewaltig - aber davon bleiben dem Unternehmer nur ein Drittel, denn um den Umsatz zu generieren braucht er 1 bis 2 Angestellt à 100'000, permanente Weiterbildung und Maschinen, die den Betrieb im Durchschnitt mit 160'000 Fr. pro Jahr belasten. Gerade der boomende Markt der Implantate (Straumann, Nobel Biocare) bringt zwar eine Menge Umsatz, aber auch Kosten für zusätzliche Geräte und die Implantate selbst. (Kosten für den Kunden: 5000 - 20, oder 30'000 in komplizierten Fällen). Da die Zahnärzte an ein Taxsystem gebunden sind, ist hier kaum mit Lohnerhöhungen zu rechnen. Der durchschnittliche Zahnarzt verdient in der Schweiz also um die 200'000 Fr. netto, d.h. vor Abzug von AHV/IV/Pensionskasse und Steuern. Wer jedoch zu wenig Umsatz macht um die gewaltigen Schulden zu tilgen, ist bald am "andern Ende des Verdauungskanals" ... statt bei den Zähnen.
* Die Schokoladehersteller erzielten 2005 zwar ein Plus von 7.5%, aber dennoch (im Vergleich zu den Zahnärzten, denen sie ja in die Hände arbeiten) "nur" 1.5 Milliarden Fr. Umsatz.
Robert Wildi: Margen auf den Zahn fühlen. Handelszeitung Nr. 6. 8. Februar 2006. S. 25
Noch schwächer sieht's bei Architekten aus, sogar bei unsern international bekannten Stars. Über eine Million:
· Theo Hotz, Zürich, 40-50 Angestellte: 800'000 Fr./Jahr (2005, Daten aus CASH, 22. Juni 2006, S. 16-18)
· Walter Wäschle, Zürich, 40 Mitarbeiter. 8.3 Millionen Vermögen. 1.3 Millionen Einkommen.
Ca. eine halbe Million Einkommen pro Jahr:
Durchschnittslohn 2006 bei Angestellten: 99'000 Fr. (93'000 in der Baubranche, 122'000 in der öffentlichen Verwaltung). Ingenieure: 112'000. Ingenieure und Architekten mit FH: 114'000.- (stv)
Abzocker sind besser vertreten unter den Juristen, hier gibt es 25 die mehr als eine Million einnehmen, 50 die zwischen 750'000 und einer Million "verdienen". Sie verdanken dies ihrer exklusiven Position zwischen Besitzenden und Nutzern von Kapital, eine Position die sie schon vor 1000 Jahren als Vögte (Advokat: der Herbeigerufene, der Stellvertreter) von kirchlichen und irdischen Herren einnahmen. Vogteien waren ja auch die ersten handelbaren Optionen und Pfründen.
Anhand dieser Berufsgattung zeigt sich ebenfalls, wieso einige viel und andere wenig verdienen. Es ist auch hier, genau so wenig wie bei den Branchen, die Leistung, die den Unterschied begründet, sondern der Zugang zu den besonderen Futternäpfen. Juristen müssen nach Abschluss des Studiums ein bis zwei Jahre als Praktikanten ein sog. Volontariat absolvieren, oft mit einer Bezahlung unter dem Existenzminimum (1200.-). Wer dank väterlicher, burschenschaftlicher oder ähnlicher Beziehungen in einen guten Stall kommt, hat eben "Schwein" gehabt, der/die andere wird statt dessen oft saumässig behandelt.
2.4 Berater und andere seltsame Vögel
Der Durchschnittlohn 2006 betrug für Informatik-Ingenieure 127'000, für Telekommunikationsingenieure 130'000 Fr.
Randnotiz betr. Akademiker und Arbeitsmarkt:
Der Einstieg ist für Akademiker generell schwieriger geworden in den letzten 20 Jahren. Ein Diplom bedeutet nichts, Erfahrung etwas mehr, Beziehungen fast alles. Es gibt Doktoren sogar in gesuchten Fachrichtungen, die nirgends landen können. Nachdem man sich 16-18 Jahre lang anhören musste: Nur eine gute Ausbildung führt zu einem guten und sicheren Arbeitsplatz kommt man da nicht umhin, sich besch... vorzukommen. Wer dem Volksmund glaubt: Flexibilität ist wichtig, jede Erfahrung ist eine gute Erfahrung - stösst dummerweise meist auf Personal- oder Firmenchefs die dann jedoch denken: Wieso ist der/die nicht bei der Karriere geblieben? Wieso konnte der nirgends landen? Vermutlich taugt er nix! Flexibilität wird von der Wirtschaft immer mehr gefordert, die Flexiblen aber bestraft. Ich war selbst 9 Jahre im Nahen und Mittleren Osten (1988-96). Dipl. Forsting. ETH (Diplom 1980), enorme Erfahrung in Forschung, Organisation (und vermutlich schreiben ...), 5 Sprachen - aber "nicht (mehr) angepasst". Hab dann etwa 3 Bundesordner mit Bewerbungen gefüllt. Sinnlos. Zum Glück fällt mir immer wieder was ein, zum Glück hab ich ausreichend Humor um mich von den Absurditäten dieser Wirtschaft nicht vermüllen zu lassen. Und zum Glück kann ich auf höchst bescheidenem materiellem Niveau leben. Das Schicksal, das heute bereits Lehrstellensuchende trifft, haben viele bereits früh in den 90ern erlitten - unabhängig vom Faktor Ausbildung. Leider trauen sie sich höchst selten das zuzugeben, sonst wäre der Dialog vielleicht etwas ehrlicher und die Lügenpropaganda um Bildung, Wettbewerb und Wohlstand vom Tisch. Es wäre äusserst wichtig, dass sich gerade die Akademiker, die nicht zu den erlesenen gehören, nicht dauernd einreden lassen, weil sie zweitklassig seien seien sie eben überflüssig, sondern die Ursachen und Zusammenhänge etwas präziser analysieren.
Es ist in erster Linie Wettbewerb *, Selektion und Rangordung (Hierarchie), die "Verlierer" machen -
nicht eine vergessene "Selbstverantwortung".
s. generell: Die Bildungsrendite ist minim, da die Stellensuche für viele Akademiker einer Lotterie gleicht.
Zürich |
317'000 |
Auch hier zeigt sich die Absicht des Kapitals, die Herrschaft allein übernehmen zu wollen. Obwohl der Staat nach der Bundesverfassung den Auftrag ausgleichender Gerechtigkeit * hat, obwohl sich die Wirtschaft mehrfach als nicht zuständig für das Schaffen von Arbeitsplätzen zur Existenzgarantie, nicht mal zur Bezahlung Existenz sichernder Löhne erklärt hat, soll nach den Vorstellungen der SVP (Claudio Schmid) der Staat verschwinden, Stellen gestrichen werden, wie: Datenschutz, Ombudsmann, Kommunikations- und Stabsstellen, Frauenförderung.
Lohnkürzungen sollen laut Alfred Heer, Präsident des Bundes für Steuerzahler und Präsident der SVP-Sektion, eine positive Wirkung auf die charakterliche Integrität der neuen Kandidaten haben, denn mit der Lohnsenkung rücke wieder die "gesunde Bescheidenheit" der Bewerberinnen und Bewerber für dieses "Prestigeamt" in den Vordergrund.
[s. Ruedi Baumann: 280'000 sind genug für Regierung. Tagesanzeiger, 6. August 2004, S. 11]
Während die selbe Partei also für die Privatwirtschaft volle Freiheit für Abzocker verlangt, verweigert sie nicht nur den durch Wettbewerb verdrängten die Existenzsicherung, sie möchte gleichzeitig auch Engagement zum Wohle der Öffentlichkeit zur Freiwilligenarbeit machen. Es handelt sich also offensichtlich eher um eine Gewinnerpartei als um eine Volkspartei.
Die 3 Graphiken [nach Daten publiziert von Judith Wittwer in: Das Spiel ohne Grenzen läuft. Tagesanzeiger, 3. August 2004, S. 25] zeigen uns einiges, was in unserer Wirtschaft läuft. Zuerst ist mal interessant zu sehen, welche Branchen sich derartige Spitzenlohnbezieher überhaupt leisten können. Es handelt sich, wen wundert's, um Banken und Versicherungen, Pharma, Luxus, Grossindustrie. Nur Banken bezahlen auch ihren Angestellten (zumindest denen, die ihren Job noch haben) auch überdurchschnittliche Löhne, andere bezahlen durchschnittlich, oder lassen im billigen Ausland arbeiten.
Widmer tröstet zwar, dass in den USA die Verhältnisse noch viel schlimmer sind, da dort das Verhältnis zwischen Mitarbeitern und Top-Managern bei einem Faktor von rund 300 liegen, während es bei unserem nationalen Spitzenreiter Nestle doch nur das 242-fache ist. Das durchschnittliche Verhältnis zwischen Spitzenlöhnen und den Löhnen der Belegschaft liegt in der Schweiz bei 70. Ethiker wie Ulrich Thielemann von der Uni St. Gallen empfehlen allerdings die Beschränkung auf einen Faktor 50!
Die Graphik unten zeigt die reellen Werte aus den USA. Bereits vor 1995 betrugen die um 200, stiegen aber mit dem Siegeszug des Kapitalismus gegen 500, fielen mit dem Platzen der Spekulationsblase um 2000 wieder auf300, haben sich aber schon wieder auf 400 erholt. Die Graphik rechts zeigt präzise, wohin die Gewinne gingen:

Also auch hier nicht die Rede von den dauernd propagierten Notwendigkeit zu mehr Wettbewerb *. Im Gegenteil, mehr Solidarität wäre offenbar angebracht. Objektiv betrachtet zeigen die Daten eh deutlich genug, dass Banken mit Wettbewerb nicht beizukommen ist, da sie sich durch Fusionen darum drücken.
Als traditionelle Reaktion der Wirtschaft auf solche Daten ist allerdings eher anzunehmen, dass der Unterschied von 300, wie er in den USA Standard ist, als marktgerecht präsentiert wird, und eine Klage anzustimmen über die die tiefer liegenden Werte der Schweiz, die den Wettbewerb behindern.
Martin Herzog, Rheinfelden, Mai 2001

Interessant ist der Vergleich der verfügbaren Einkommen von Managern aus unterschiedlichen Ländern - inklusiv Lohn, Boni, Extras - bei Ausgleich der Steuern und Lebenshaltungskosten.
Je ungleicher die Löhne verteilt, desto besser geht es den Managern. Deshalb die hohen Löhne in der Türkei, Indien und Russland. Die einzigen die hier mit Schwellenländern mithalten können sind die Schweiz auf Platz 4 ! - gefolgt von Deutschland auf Platz 8. Die Schweizer Managerlöhne liegen kaufkraftbereinigt 30% über dem Durchschnitt. Jedes Gejammer von wegen fehlender Wettbewerbsfähigkeit bei Topverdienern in der Schweiz, etwa im Vergleich zu den USA (Platz 13 !) ist also nichts als Propaganda. Auch hat dies nix mit Liberalisierung zu tun. Die Topliberalen, nach der USA, sind ja Holland (Platz 15) und England (Platz 23) - also recht weit weg von den gloriosen Zuständen in der Schweiz.
Probleme könnten allenfalls, laut liberaler Wirtschaftstheorie, Finnland und Schweden haben, da die relativ tiefen Kaderlöhne, tiefer sogar als in China, zu einem brain drain führen könnten. Seltsamerweise hört man aber mehr von Deutschen in Schweden als umgekehrt. (Ganz abgesehen davon, dass Manager ja selten zu den Intelligentesten *, dafür eher zu den Gerissensten, im Sinne von Listigsten, gehören. In dem Fall müsste man also eher von sly drain reden.)
|
Durchschnittslohn in Konzernleitung in Mio. Fr./Jahr |
Tiefstlohn |
Verhältnis Top/Minimum |
Veränderung 2004 |
Banken und Versicherungen |
||||
UBS |
17.020 |
.074 |
230 |
+ 22.3 % |
CS |
13.347 |
.074 |
180 |
+ 28.6 |
ZFS |
4.297 |
.048 |
90 |
+ 42.9 |
Swiss Life |
1.487 |
.048 |
31 |
- 6.1 |
Bâloise |
1.057 |
.048 |
22 |
+ 22.2 |
Helvetia Patria |
0.768 |
.048 |
16 |
+ 17.6 |
Chemie und Pharma |
||||
Novartis |
7.668 |
.078 |
98 |
+ 32.4 |
Roche |
5.430 |
.078 |
70 |
+ 79.5 |
Clariant |
0.781 |
.056 |
14 |
- 30.0 |
Ciba |
1.025 |
.040 |
26 |
+ 8.3 |
Lonza |
0.638 |
.059 |
11 |
+ 57.1 |
Maschinen / Uhren- Elektroindustrie |
||||
Schindler |
1.033 |
.048 |
21.5 |
+ 13.2 |
Georg Fischer |
0.750 |
.058 |
13 |
+ 51.2 |
Bobst |
0.733 |
.051 |
14.4 |
+ 10.8 |
Swatch Group |
1.082 |
.037 |
29 |
+ 3.6 |
Ascom |
0.831 |
.054 |
15.4 |
+ 10.0 |
Bauunternehmen |
||||
Zschocke |
0.528 |
.051 |
10.4 |
+ 26.8 |
Batigroup |
0.338 |
.051 |
6.6 |
- 4.3 |
Sonstige |
||||
Nestle |
2.243 |
.045 |
50 |
+ 11.1 |
Kuoni |
1.250 |
.055 |
23 |
+ 35.3 |
Detailhandel |
||||
Migros |
0.600 |
.043 |
14 |
+ 7.7 |
Coop |
0.500 |
.043 |
11.6 |
+ 2.7 |
Ehemalige Bundesbetriebe |
||||
Ruag |
0.425 |
.042 |
10 |
+ 11.1 |
Swisscom |
0.745 |
.040 |
18.6 |
- 7.0 |
Post |
- |
.042 |
- |
- |
Wir sehen hier, dass die Minimallöhne praktisch nirgends unter 40'000 Fr. pro Jahr liegen, was doch für einfache Arbeiten recht fair ist (das akademische Proletariat muss da meist mit einigem weniger auskommen, nämlich etwa mit dem, was Jugendliche heute als Taschengeld erhalten). Das Problem des Verhältnisses wie der Veränderung lässt sich also über die Toplöhne alleine mit ausreichender Präzision analysieren.
Diese dominieren, wie nicht anders zu erwarten, bei Banken, Versicherungen, Chemie und Pharma - also Betrieben, die weniger durch den bösen Staat vor dem Wettbewerb geschützt werden, als durch den Kapitalbedarf, der zum Aufbau eines solchen Betriebes nötig ist, insbesondere die Sunk Costs *.
Während Banken und Versicherungen zur Zeit noch in einem Angebotsmarkt operieren (Jeder braucht Geld, aber nur wenige haben es), basiert die Monopolrente der Schweizer Chemie und Pharma auf ihrer Grösse - und dem enormen Kapital das dafür aufgewendet werden kann, die Produkte als lebensverbessernd, ja lebensnotwenig darzustellen ... und sie sich über einen ineffizienten verbürokratisierten Verteilungs-Markt, nämlich Krankenkassen *; Ärzte und Spitäler, an die Kunden zu bringen. (Ineffizient nicht, was die Verteilung betrifft, aber was Wahlmöglichkeit und Konsumverzicht betrifft, da die Wahl von Gesundheitsexperten getroffen und nicht diskutiert wird. Meist vermutlich zu Recht - aber ein Problem steckt da eben trotzdem drin.) Dass ein Grossteil der verschriebenen Medikamente im Abfall landet wird ja leider als Problem, statt als Lösung gesehen.
Auch hier zeigt sich wieder ganz klar, was Strukturänderung bedeutet: Mehr Banken, Chemie, Pharma und andere Exporte. Die Experten die diese Theorie verbreiten, vergessen aber gerne, dass praktisch alle Schweizer Firmen die auf dem Terrain vorne mitspielen, seit 100 bis 150 Jahren existieren (s. CIBA) und sich ihren Platz, mit fairen und manchmal unfairen Methoden, sicherten. [Ein harter Job, der seinen Lohn verdient, ein Job für neofeudalistische Heerführer (s.u.) die mit Strategie, Taktik, List, meist viel Geld, manchmal auch guten Produkten, ihre Firma zu Sieg führen. Wollen wir diese und diesen Wirtschaftskrieg nicht (mehr), müssten Antworten gefunden werden zur Begrenzung von Betriebsgrössen, [was vermutlich eine obere Begrenzung von Akkumulation des Privatkapitals bedeuten würde .... s. Wozniewsky, weiter ausgearbeitet, s. 8 Thesen , in Meudalismus (= moderner Feudalismus] zur Kontrolle der Auswirkungen der privaten betrieblichen Entscheidungen auf Natur und Gesellschaft. Man müsste also Politik betreiben ...] Per Strukturwandel nun einfach solche Firmen im Dutzend in die Landschaft setzen zu wollen, ist ein Scherz, ein Scherz auf Kosten der "normalen" Branchen, insbesondere aber der Strukturschwachen, die von lokalen und regionalen Kleingeschäften abhängen.
Trotz der enormen Bevorzugung der Banker bei den Löhnen scheinen diese nur mässig zufrieden zu sein. Schuld daran trägt vor allem die oft undurchsichtigen Gründe für die unterschiedliche Verteilung der Boni, wie auch der Stress, den die Verantwortung im Umgang mit derartigen Beträgen mit sich bringt. Eine Umfrage (Tagesanzeiger 28.1.06. S. 29: Geld allein macht nicht Glücklich, von Bruno Schletti) zeigte, dass sich 25% der Befragten am Arbeitsplatz nicht wohl fühlen. 2001 waren es erst 10%. 46% sind mit ihrem Fixlohn unzufrieden (47% verdienten weniger als im Vorjahr ... jä sooo, hejodrnoo...), nur 31% mit ihrem Bonus zufrieden (63% 2001). 30% der Bankangestellten nehmen regelmässig Medikamente ein, während es in den übrigen Branchen bloss 10% sind.
Zusätzlich zu den Honoraren treten allerdings bei einigen, meist aber denen mit tiefen Honoraren, noch Sitzungsgelder in der Höhe von 1000-2500 Fr./Tag. Einige beginnen allerdings die Entschädigung vom Erfolg der Firma abhängig zu machen.
HandelsZeitung Nr. 40. 5. Oktober 2005. S. 8-9
2007 sind eine Menge neuer Firmen hinzugekommen, die ihren Verwaltungsräten substantielle "Entschädigungen" bieten: 30 total bezahlen zwischen 200- und 500'000 Fr. pro Jahr, 53 zwischen 100- und 200'000 Fr.
Bis anhin wurden Lohnunterschiede bloss unter dem Aspekt kritisiert, dass es unverhältnismässig sei, wenn eine Arbeit mit mehr als, sagen wir, dem 20fachen einer anderen Arbeit belohnt würde. Wir sehen auch, dass diese Werte praktisch nur bei international agierenden Firmen (Nestlé), insbesondere aber bei Banken und Pharma erreicht werden. Während dem ich unter gewissen Bedingungen die Berechtigung für solche Überlöhne nicht bestreiten würde, muss ich warnen davor, diese Branchen, diese Strukturen und diese Verhältnisse als anzustrebendes Vorbild zu nehmen. Denn, der Unterschied der Löhne, der ungerecht scheint und zu sozialen Spannungen (aber vor allem zur Demotivation jener, die nie die Chance erhalten, irgend wie ähnlich Geld zu verdienen), ist eigentlich nur der kleinere Teil des Problems. Die grössere und üblere Wirkung entsteht durch die relative Verminderung der Kaufkraft bei all denen, die dieser exklusiven Hochlohngattung nicht angehören. Wenn Sie sich die Graphik "Verteilung der verfügbaren Einkommen der Haushalte nach Lohnklassen" ansehen, zeigt sich auf den ersten Blick, dass die einkommensschwächsten 20% weniger verdienen als sie ausgeben, also Unterstützung des Staates brauche, die nächsten 20% so knapp über die Runden kommen, ohne die Chance zu sparen. Nun hör ich bereits den Spruch: Wer viel Geld hat spart viel, wer wenig Geld hat spart halt wenig - aber der ist falsch, und genau hier ist das Problem. s. Strukturwandel. Kommen nun im Zuge des Strukturwandels neue Banken, Versicherungen, Pharmagiganten in eine Stadt oder Region, so brauchen sie mehr Büroräume, mehr Personal, zahlen höhere Löhne - also beansprucht auch ihr Personal teurere Wohnungen und teurere Dienstleistungen. Davon profitieren aber nur Mitarbeiter, Lieferanten, Bodeneigentümer, Vermieter und Geschäfte mit exklusiven Angeboten. Das durchschnittliche Preisniveau hebt sich, während die Basislöhne stagnieren, die Basislohnjobs erodieren (he jo drnoo, irgendwo müssen diese Löhne ja eingespart werden ...) - ein Vorgang den wir seit 15 Jahren beobachten können. Menschen mit niedrigen Einkommen müssen also abwandern, werden verdrängt (in ländliche Gegenden mit noch weniger Arbeitsplätzen), verbrauchen ihre letzten Reserven - oder müssen Transferzahlungen vom Staat i Anspruch nehmen.
Dieses Stratum, dem absolut keine Freiheit bleibt, als zu arbeiten (oder Arbeit zu suchen ...), dieses Stratum, das bereits 40% der Schweiz umfasst, wächst weiter je stärker sich diese "Spitzenökonomie" entfaltet.
Pflanzen wachsen zwar auch zuerst an der Spitze, müssen aber im Interesse der Stabilität ebenfalls dafür sehen, dass Stamm und Wurzeln mitwachsen, sonst werden sie vom Wind geknickt oder verdorren früher oder später.
| Das Managerlöhne etwas prinzipiell anderes sind als die Entlohnung des Kapitals, aber auch als Arbeiterlöhne, hat Marx bereits vor 150 Jahren erkannt [Das Kapital. 3. Band, Drittes Buch.]. Er bezeichnete die Gattung "Profiteure", die heute sogar den Shareholdern über den Kopf wachsen, also die Geschäftsführer, CEOs, als Dirigenten, Aufsicht, Aufseher. Marx versteht zwar den Lohn der "Aufseher" als Arbeitslohn und nicht als Kapitalentschädigung, da sie ihn für ihren Arbeitseinsatz erhalten, sieht aber bereits, dass er meist als Anteil am Gewinn verhandelt wird, und nicht als Monats, Tages- oder gar Stundenlohn.
So gesehen ist die Frage, die wir uns stellen müssen, eine Doppelte:
Und in beiden Fällen ist die Grundfrage: Wurde Leistung erbracht die Neues schuf - oder List (s.u) angewandt die andere betrog (um ihre Arbeitsplätze, faire Preise ...)? Die kpmg-Studie zu Entschädigungen von Verwaltungsräten hat jedoch gezeigt, dass sich Verwaltungsräte, genau wie Manager, ihre Löhne am liebsten selbst zusprechen - und dass diese Löhne meist keine Korrelation mit Leistung, also mit der Gewinnsituation des Betriebes, aufweisen. Es handelt sich also um das selbe Pfründensystem, wie es im Mittelalter herrschte. Da sich die Verwaltungsräte dieses Jahr 15% Lohnerhöhung zugestehen, sollten sich die Gewerkschaften vielleicht anpassen ... und das selbe tun, statt der mickerigen 4% ... Auf dem Gebiet wäre nicht viel zu tun, allerdings müsste man sich mit etwas befassen, dass den meisten von uns von Herzen zuwider ist: Der Buchhaltung. Der Entscheid des Bundesgerichts zum Kommissionen, die von Finanzberatern zu Unrecht zurückbehalten werden, zeigt das Funktionieren und das Problem dieser Branche. Ebenfalls in diesen Bereich gehört, dass die oft als überhöht betrachteten Entschädigungen für Manager auch als "fairer" Anteil am durch mergers & aquisitions geschaffenen Mehrwert betrachtet werden können, der meist ja einer der Führungscrews den Kopf kostet. [s. Nebenwirkungen von mergers & acquisitions] |
| Manager werden dafür bezahlt, andere Interessen als die Eigenen zu vertreten, zumindest vordergründig. Managerlöhne sind also nicht primär "Leistungslöhne", sondern "gekaufte Loyalität", für das Vertreten der Interessen der Auftraggeber. Dies ist deshalb so problematisch, weil es eigentlich um Herrschaftsbegründung oder meist -Ausdehnung geht, aber dies zu Gunsten anderer, der Auftraggeber, der Aktionäre, der Shareholder. Welches Interesse sollte der Manager also daran haben, ausser sich einen möglichst grossen Teil des Kuchens, des eroberten Territoriums, der Kolonie, abzuschneiden? |
| Worüber ich noch nie eine Diskussion gesehen habe, ist der Faktor CIO, Chief Ignorance Officer. Denn trotz bester Planung fallen die meisten Entscheide notgedrungen unter Nichtwissen, da niemand die Zukunft kennt. Es wäre also erst zu ergründen, welcher Anteil dieser Löhne einem geschickten Umgang mit Nichtwissen zu verdanken ist. |
Die breite Begeisterung des Volkes für Minders Abzockerinitiative war eindeutig verfrüht. Heute, Nov. 09, wo die Finma den Banken Vorschriften betr. der Vergütung macht, rüffelt er sie. Der Staat solle keinen Einfluss auf die Vergütungsstruktur von Firmen nehmen - nur die Aktionäre. Es geht bei dieser Initiative also nur um den Schutz der Leute die Geld haben, ihr Recht, davon und vom Ertrag so viel wie möglich wieder in die eigene Tasche stecken zu dürfen - nicht um eine gerechtere Lohnbildung oder gar eine sozialere Verteilung des Mehrwertes. Dass es allerdings ausreichend Grund gibt, sich betr. der Mangerlöhne Gedanken zu machen, zeigt ganz klar Reiter 1.4: Managerlohne CH: Graphik: Löhne im Topmanagement. |
Die Diskussion über exorbitante Managerlöhne ist seit Jahren extrem unergiebig. Das dürfte vor allem daran liegen, dass hier zwei Dinge vermischt werden.
Mitarbeiter-Löhne werden bezahlt entsprechend dem Leistungsbeitrag an die Produktion von Gütern oder Dienstleistungen.
Manager-Löhne sind jedoch weitaus öfter Beiträge für deren Leistung, den Wert der Firma selbst zu erhalten (unter schwierigen Bedingungen) oder gar zu steigern. Der Manager übernimmt eigentlich die Funktion des Eigentümers/Unternehmers.
Fisher's Separationstheorem belegt auch wissenschaftlich, dass sich Eigentum von Management vorteilhaft trennen lässt. Sieht man sich allerdings das Resultat an, so sind den Ökonomen hier offenbar einige Seltsamkeiten bisher entgangen (s. Shareholder Value: Fisher's Separationstheorem):
Ein Manager der sich anstrengt ist gut für seine Gesellschaft. Er gewinnt Kunden, minimiert den Einsatz von Ressourcen (nicht bloss von Personal) und erhöht den Gewinn. Darüber hinaus ist das Management verantwortlich, neue, rentable Investitionsmöglichkeiten zu identifizieren.
Ein interessanter Punkt, in dem sich Hilpisch grad selbst widerspricht. War die Begründung für die Trennung von Besitz und Management eben der, dass der Besitzer sich auf Kapitalmanagement spezialisieren soll, also Investitionen, und der Manager auf die Betriebsführung, kriegt letzterer nun auch noch den Job von ersterem aufgeladen. Offenbar weiss der Manager auch besser, wie und wo man am besten investiert. Der Besitzer steht also offenbar ziemlich dumm in der Kapital-Landschaft rum, denn der Manager ist besser informiert über die Qualität der Mitarbeiter, der Infrastruktur, der Qualität der Produkte, der Beschaffungs- und Absatzmärkte - und vermutlich auch der Investitionsmöglichkeiten.
Da der Eigentümer offensichtlich oft den gesamten Job der Kapitalverwaltung, inklusive Investitionsentscheide, dem Manager überträgt, verdient der (wörtlich gemeint), in dem Falle auch einen Anteil am Ertrag den er erwirtschaftet. Die Diskussionen sind hier zur Zeit viel zu Einseitig auf Kritik an gierigen Managern ausgerichtet. Aktionäre sind genau so gierig, sogar wenn sie mit ihrem Verhalten als Pensionäre sich selbst, in ihrer Stellung als Arbeitnehmer, schaden. So wie die Diskussion zur Zeit geführt wird, kommt als Resultat vermutlich bloss raus, dass auch die Managergehälter gekürzt werden ... und die Kapitaleigentümer noch reicher werden. Bringt uns das weiter?
Des Pudels Kern: EVA - Economic Value Added:
Die Formel EVA = operativer Gewinn nach Steuern - Kapitalkostensatz des Gesamtkapitals ist Grundlage für eine Revolution im Management, denn es veränderte die Beziehung zwischen Arbeit und Kapital, da es die Interessen der Angestellten (natürlich nur derjenigen, also meist höherer Kader) in Einklang bringt mit denen der Besitzer, in dem es ihnen einen Anteil am zusätzlich geschaffenen Mehrwert zuspricht. Die Steigerung des Unternehmenswertes wurde zur zentraler Zielsetzung der Unternehmensführung - was sich insbesondere seit dem Florieren des Shareholder Values durchsetzt.
So gesehen wären selbst "Löhne" in der Höhe von 100 Millionen oder mehr auch ethisch gerechtfertigt, wenn die Wertsteigerung durch geschickte strategische und taktische Entscheide des Managements entstand. Wir sehen einen Teil des Problems anhand des Vergleichs Hiestand mit UBS: Während der reichste Bäcker der Nation, Albert Abderhalden, von Hiestand für seinen 60% Job mit 1.3 Millionen 4.4% des Gewinns von 30.5 Millionen abholte, waren es bei Ospel mit 24 Millionen "bloss" 0.2% des UBS-Gewinns von 14 Milliarden Fr. Die Frage, ob solche Löhne gerecht, oder zumindest "verdient" seien, lässt sich also nicht an der Höhe alleine bemessen. Wie jede Pfründe hängen auch diese "Löhne" ab von der Grösse des Herrschaftsbereiches - vom Geschick, mit dem dieser bewirtschaftet wird - und, last not least davon, wie die Kräfteverhältnisse zwischen Lehensherrn und Lehensnehmer sind. Eine vernünftige Diskussion über Löhne ist nicht möglich, ohne auf die Machtfrage einzugehen - eine Frage, die vom neuen Wirtschaftskonzept der SP ebenso vernachlässigt wird wie von economiesuisse & Co.
Problematisch an EVA ist in diesem Fall nicht der Apfel, sondern die Tatsache, dass in der Firma offenbar unterschieden wird zwischen solchen (wenigen), die einen Anteil am Mehrwert aktiv verdienen, und der Vielzahl der andern, deren Arbeit durch den Lohn als ausreichend entschädigt gilt. Präzise hier haben die exorbitanten Managerlöhne ihren Ursprung, die - bei den Aktionären offensichtlich zu unrecht - bei der Mehrheit der Arbeitnehmer jedoch zu recht zu einem gewissen Unverständnis (milde gesagt) führen über die Lohnunterschiede zwischen "oben" und "unten". Eigentlich handelt es sich um nichts anderes als Marxens altes Problem der Verteilung des Mehrwerts, einer im Kapitalismus höchst ungleichen Verteilung, die so die Gerechtigkeit eigentlich immer bloss am Rande streift.
Die Unterscheidung (= Diskriminierung zwischen solchen, die einen Beitrag zur Steigerung des Merhwerts liefern, und solchen, die dies nicht tun) würde erlauben, über gerechtfertigte Anteile an der Erhöhung des Betriebswertes nicht nur der Manager, sondern auch der Shareholder, der Mitarbeiter, Zulieferer, Konsumenten und anderer Stakeholder zu diskutieren. Diese Unterscheidung zeigt aber auch gleich, woran diese Löhne kranken, denn wie oft basieren sie einfach auf seltsamen Entwicklungen der Börse die auf Herdentrieb und Massenpsychologie basieren? Wie viele Manager übernehmen mit ihren "Löhnen" auch entsprechende unternehmerische Risiken? Erst wenn die Entlohnung der Manager einen entsprechenden Risikoanteil enthält, wäre der Ansatz als "Anteil an Wertsteigerung der Firma", und damit ihre Höhe, auch einigermassen gerecht.
Eine "Oekonomie des Glücks", die auf effektiven Beiträgen einer Tätigkeit zum Wohl-Sein der Einzelnen beruhte, liesse eine gerechtere und dadurch effizientere Begründung von Löhnen, auch von Spitzenlöhnen zu. In einer wohlgeordneten Hierarchie einer glücksökonomisch optimalen Organisation würden diejenigen führen, die das am besten können, und es wäre ihnen Lohn genug, auch ohne Unterdrückung und Ausnutzung der Untergebenen - während die Untergebenen ihren Führern nicht am Stuhl sägen, sondern dankbar sind für sinnvolle Einsatzmöglichkeit ihrer Arbeitskraft und das dadurch erworbene Einkommen.
Unter der Perspektive der Optimierung des Glücks, dürften Spitzenlöhne
a) nur bezahlt werden, wenn dies nicht auf Kosten der eh schwachen Löhne geschieht - und
b) natürlich nicht auf Kosten von ausgeschlossenen Arbeitslosen - und
c) wenn diese Spitzenlöhne wirklich dazu beitragen, das Wohl und die Existenzsicherheit wie Lebensqualität auch der Untergebenen zu fördern.
Leserbrief meinerseits vom 1.3.2010 im Tagesanzeiger: Das Theater um die Abzockerinitiative ist ein Riesenschabernack, ein Schattenboxen. Der einzige der dabei lacht, ist der Esel der den Sack wegträgt, den Sack der eigentlich mit den Schlägen gemeint sein sollte - über den aber niemand redet. Etwas deutlicher: Manager (alias Abzocker) vertreten das Interesse des Kapitals das sie verwalten und vermehren. Deshalb werden sie nicht wie die andern Mit-Arbeiter per Lohn, sondern mit "Beutanteilen" belohnt. Kürzt man ihren Beuteanteil, so ist es eine Illusion zu erwarten, dass den nun die andern Mitarbeiter oder gar der Pappa Staat kriegt, denn der verbleibt, als zusätzlicher Gewinn, dem Eigentümer. Es geht hier also um die klassische Frage der Verteilung des Mehrwerts zwischen Kapital und Arbeit - und Arbeitslosen, die als "Sparmassnahme" einiges zu den verteilten Gewinnen beigetragen haben, wenn auch passiv. Die "Abzocker" sind nur die Heerführer des Kapitals in dieser Schlacht, nicht jedoch die Generäle. Die Befehle kommen auch hier von weiter oben. Solange sich nicht mal die SP oder die Grünen getrauen, das Problem klar zu benennen - und anzugehen, ist ausser ein bisschen unterhaltsamem Polittheater von dieser Initiative nichts zu erwarten.
| Sie leben in unangreifbaren Festungen, geschützt von Mauern (Zugangskontrollen, Vorzimmerdamen, PressesprecherInnen) - oder sie betreiben ihre Raubzüge unter dem Schutz der "Krone" (des Kapitals). Sie stürzen sich in fester Rüstung (Versicherungen gegen jede Eventualität, goldener Fallschirm) auf das Volk um den Zehnten einzutreiben (Mieten, Krankenkasse, Versicherungen die in den selben Töpfen landen) und es zur Frohn anzutreiben (immer mehr Arbeit für immer weniger Lohn).
s. auch Neofeudalismus |
Es gibt aber auch einen etwas kritischeren, zweiten Denkansatz: Vermutlich sollten wir diese "Löhne" nicht als Entschädigung für Arbeit verstehen, sondern als Anteil an der Beute. So ähnlich wie früher Korsaren, Piraten, Briganten und Eroberer sich einen Teil der Beute oder Welt holten, so erobern diese Führer heute Marktanteile oder ganze neue Märkte - mit entsprechender Beute. Unter diesem Aspekt wird klar, dass diese Briganten früher zwar von der eigenen Bevölkerung oder Gruppe geschätzt wurden - nicht aber von denen, die ihre Opfer wurden. Man sollte also vermehrt darauf sehen, wer für diese "Gewinne" eigentlich bezahlt, wer die Opfer der Eroberungen sind.
Hier ein weiteres Problem. Genau wie bei Feldzügen und Seeräubereien, erlangen wenige grossen Reichtum *, viele aber kommen um (oder serbeln zumindest). Ein Wirtschaftsmodell, das die erfolgreichsten Feldherren und Piraten derart belohnt, fördert falsche Hoffnungen und unerfüllbare Erwartungen. Das ist zwar eben präzise der Inhalt von Wettbewerb - lässt sich auch rechtfertigen, wenn es um Glücksspiel und Lotterie geht - aber die wenigsten möchten vermutlich ihr Leben als Lotterie begreifen. Das Korsarensystem zwingt aber alle dazu, Abenteurer zu werden.
Diese Perspektive des "Business" erklärt vermutlich auch, warum so wenig Frauen in führenden Gremien sind. Die früheren Piraten und Heerführer waren ja auch meist Männer ... mit einigen bemerkenswerten Ausnahmen. In den USA schaffte es 1996 die erste Frau bis zum Rang des Generalleutnants, 2003 eines Brigadegenerals (der medizinischen Versorgung ...). Eine Frau-Generalleutnant gibt es auch in Israel, vermutlich einem der ersten Länder das Frauen in die Armee aufnahm, was aber immer wieder auf Widerstand von religiöser Seite stösst. Frauen sind also, auf Grund ihres eher intuitiven Denkens, den meisten Männern haushoch überlegen, was Psychostrategien betrifft, aber es hapert bei der Taktik, dem Zuschlagen und Zerschlagen - was natürlich zum Teil wieder kulturell gefördert wird, da einer sozial rücksichtslos und hart agierenden Frau wie Thatcher z.B. die Weiblichkeit abgesprochen wird. Welche Frau möchte schon als Bullterrier mit scharfem Killerinstinkt bezeichnet werden, wie gerade Andreas Schmid, designierter neuer Präsident von Economiesuisse. Obwohl alle wissen, dass er nicht in der Lage sein wird, die Probleme zu lösen, oder es gar nicht in seinem Interesse ist, die intransparenten Entscheidungsabläufe zu ändern, dank derer er gewählt wurde; gerade weil er für die Grossindustrie einsteht auf den Job, so mutmasst CASH, vor allem darum will, um später für gute Arbeit von CS mit deren Präsidium belohnt zu werden. (Das Salär kann's nicht sein, denn das sind mickrige 40'000 Fr pro Jahr).
Das "Raubritter- oder Freibeuter-konzept" macht aber noch ein weiteres Problem deutlich: Frauen stehen auf starke Männer, Typ Abenteurer ... allerdings höchst selten auf das Risiko, dass diese tragen. Sie wollen eine gesicherte Zukunft für sich und die Kinder, einen guten sozialen Status, Häuschen, Auto, Ferien, mehr als 1 Paar Schuhe etc. Der Typ des Managers entspricht diesen Anforderungen eigentlich ideal, denn er wirft sich nur in Abenteuer, wenn sie eine schöne Rendite versprechen und weder seinen sozialen Status noch sein Bankkonto gefährden. Der Manager als rundum versicherter Held, als Eroberer mit Erfolgsgarantie (goldener Fallschirm). ... Ob da die Frauen nicht auch ein bisschen dazu beigetragen haben, dass die heute eben so sind wie sie sind?
Das ideale Werkzeug einer prädatorischen, ausbeuterischen Wirtschaf ist das Netzwerk *, da es nur um die interessanten Kerne verbindet, über diese das Substrat aussaugt, der grösste Teil der Fläche aber eben durch Löcher gebildet wird, durch den immer mehr Bürger fallen, die in keinem der profitablen Netzwerke einen Platz finden.
Auch hier wird klar, dass das, was uns als "Leistung" verkauft wird, viel mehr mit List zu tun hat: Unsere Topverdiener, also Verwaltungsräte und CEOs (Betriebsleiter), erhalten ja nicht so viel Geld, weil sie so viel wissen. geschweige denn, weil sie so viel leisten würden (leisten im normalbürgerlichen Verständnis von Arbeitsleistung). Topsaläre werden bezahlt, weil diese Leute bewiesen haben, dass sie List profitabel für den Betrieb einsetzen können. Eine der wichtigsten Hinter-Listen des kapitalistischen Systems ist die Pareto-Verteilung, durch die 80% "ausgemünzt" werden, weil sie am wirklich lukrativen Geld- und Finanzmarkt gar nicht mitspielen können. |
Da es sich hier um die Angaben betr. steuerbarem Vermögen handelt, sind diese Zahlen nicht direkt vergleichbar mit dem Vermögen der 300 Reichsten vergleichbar. Die Gesamtsumme der versteuerten Vermögen betrug hier (1999) 750 Milliarden / 2003 995 Milliarden - während heute (Zahlen 2005) bereits die 300 Reichsten über ein Gesamtvermögen von rund 400 Milliarden verfügen (1989: 86 Milliarden ... man sieht deutlich, wo das Geld hingeht). Gelobt seien die Steuergesetze ....
2003 verfügten die reichsten 3.7% der Schweizer
über 54% des gesamten Vermögens.
Die ärmere Hälfte des Volkes über 3.3% ....
Obwohl die Daten nicht grad frisch sind ... mit neuen ist offenbar erst in 1 oder 2 Jahren zu rechnen. (Auskunft Eidg. Steuerverwaltung, 16.1.06).

http://www.estv.admin.ch/data/sd/d/verstat/ver03.pdf
Eine Vergrösserung des Spektrums "oben" (oder "ganz rechts" ... was man so zweideutig auffassen darf, wie es ist) zeigt, dass mit der 80/20 Gesellschaft längst nichts mehr ist. Es sind nämlich nicht mal 20%, welche den Grossteil der Vermögen besitzen, auch nicht die 3% die mehr als 1 Million besitzen - sondern nur 2.2 % die bereits 50% des gesamten Kapitals besitzen, 0.3% die bereits 20% des gesamten Kapitals besitzen.
Die 300 Reichsten, die bereits mehr als die Hälfte des Kapitals besitzen, das in der Schweiz versteuert wird, entsprechen 0.004 % der Bevölkerung. Demokratie oder Plutokratie?
Mehr dazu im 1. E-Book von Brainworker (s.u.)
Im Kanton Zürich sind die Verhältnisse noch extremer - und in diesem Falle vom ehem. Chef des statistischen Amtes präzise berechnet (während dem man sonst immer irgendwie schätzen muss, da über die höheren Einkünfte nie präzise Auskunft gegeben wird. Hier präzise liegt der Grund, warum die zunehmende Ungleichheit nie statistisch belegt werden konnte: Die extremsten Werte wurden einfach kastriert, bestimmen aber eben voll über eben diesen Prozess (Details s. in: Der statistische Beweis dafür, dass die Schweiz heute ein Feudalstaat ist d). Hier besitzt 1% der Bevölkerung 98% des Vermögens, eine Verteilung wie sie wohl nur in sehr wenigen Bananenrepubliken noch anzutreffen ist.
Hier werden ein paar Dinge etwas klarer. Wir sehen, dass die 50% der Bevölkerung, die fast nichts besitzen, auf jeden Fall weniger als 60'000 an Eigentum besitzen. Nur 30% verfügen über mehr als 100'000, und die reichsten 10% verfügen in jedem Fall über 400'000, also über mehr als eine Eigentumswohnung.
- ABER - s. folgende Graphik: Die Schätzungsweise 3% der Bevölkerung, die über mehr als 1 Million an Vermögen verfügen, besitzen gleichzeitig auch die Hälfte der gesamten Vermögen der Schweiz.
Bei einem Vermögen, je nach Kanton, zwischen 100'000 und 200'000 schlägt die Vermögenssteuer zu. Der Buckel in der Graphik bei 70%, der Abgrenzung zu „den Besitzenden“ zeigt die „Steuervermeidung“.
Die Vermögen mit über 1 Million bilden die Hälfte der Gesamtvermögen.
Zusatzproblem:
Wer hat, der hat gleich doppelt, denn wer Vermögen hat, der hat auch Kredit -
wer nichts hat, hat vermutlich bloss Schulden! (s. die neusten Zustände in den USA)
|
% Steuerpflichtiger |
Anzahl |
Zuwachs |
Die wichtigsten Top-300 aus Bilanz. Vermögen in Milliarden Fr. |
ZH |
6.1 |
46650 |
8.7 |
Haefner, Walter 8-9 Mia |
BE |
3 |
18100 |
-0.9 |
Wyss, Hansjörg 9-10 |
AG |
4.3 |
13900 |
2.4 |
Nicolas Hayek 2-3 |
VD |
4 |
13670 |
0.7 |
1 Kamprad, Ingvar 20-21 |
GE |
4.2 |
9900 |
4.6 |
Latsis-Familie 9-10 |
BS |
6.3 |
6639 |
5.3 |
Hoffmann, Oeri-Familie 15-16 |
LU |
2.8 |
5398 |
7.3 |
Ralph Sonnenberg 2-3 |
TG |
3.7 |
5000 |
1.5 |
Fam. August von Finck 5-6 |
BL |
3.1 |
4724 |
4.5 |
Rudolf Maag 1.5-2 |
TI |
2.1 |
3950 |
-16 |
Sergio u Geo Mategazza 3-4 |
GR |
3.7 |
3899 |
-6.5 |
Fam. Fentener van Vlissingen 5-6 |
ZG |
8.6 |
3880 |
7.8 |
Brenninkmeijer-Familie 9-10 |
SW |
3.8 |
2944 |
30.3 |
Klaus-Michael Kühne 3-4 |
VS |
1.6 |
2500 |
15.4 |
Patrick McNally 0.7 - 0.8 |
FR |
1.7 |
2279 |
4.4 |
Erben Ströher 4-5 |
NE |
2.2 |
2203 |
3.1 |
Luigi Macaluso 0.2-0.3 |
SO |
1.3 |
1884 |
-9.6 |
Fam. Mathys 1.5-2 |
SH |
3.5 |
1460 |
|
|
NW |
6 |
1352 |
1.3 |
|
AR |
3 |
900 |
8.6 |
|
GL |
3.5 |
724 |
-31.3 |
|
JU |
1.1 |
464 |
4 |
|
OW |
2.2 |
415 |
- |
Karl-Walter Braun 0.2-0.3 |
AI |
4.5 |
359 |
9.8 |
Bettina Würth 0.8-0.9 |
UR |
1.4 |
283 |
-15.5 |
|
Sehen wir an wer denn noch über 1 Million besitzt, so kommen wir auf 3%. Wenn Geld die Welt regiert, dann sind das unsere Herren - die Plutokraten.
2005 finden sich in der Schweiz 163'000 Millionäre, d.h. präziser, Haushalte, die mehr als 1 Million an steuerbarem Vermögen deklarieren (was nicht das selbe ist wie haben .... weshalb der Bestand an Millionären laut Boston Consulting Group so ca. bei 195'000 Haushalten liegen dürfte), 4% mehr als im Vorjahr. Noch besser geht es den 3400 Steuerpflichtigen, die über 1 Million an Einkommen pro Jahr versteuern. 192 Haushalte versteuern ein Vermögen von über 100 Millionen. (Auch hier ein leichter Widerspruch zu Bilanz (s.u.), die problemlos über 300 Schweizer (zumindest Papierschweizer) finden, mit Vermögen über 100 Millionen. Das kann natürlich auch daran liegen, dass nicht alle mit über 100 Millionen an Vermögen unbedingt Wert darauf legen, dieses auch zu Versteuern ...)
Die Tabelle rechts zeigt, wo sich die Reichen finden. Während sich im Kanton Zug mit 8.6 % der Steuerpflichtigen zwar die höchste Konzentration an Millionären (und Milliardären) findet, dominiert Zürich eindeutig in der Anzahl - wie im Zuwachs, der nur von Schwyz, Wallis und Appenzell Innerrhoden übertroffen wird. Millionäre sind also eher Stadtpflanzen, was sich auch an der geringen Ausbreitung der Spezies in der gebirgig-ruralen Zentralschweiz zeigt.
Die Milliardäre tummeln sich lieber am Genfersee, vor allem im Kanton Waadt.
Aber auch dort wo's Millionäre hat, heisst das noch lange nicht, dass der generelle Wohlstand * ausgebrochen ist. In Basel etwa können zwei von drei Steuerpflichtigen kein Vermögen versteuern - während die 6693 Millionäre über 77% aller versteuerten Vermögen verfügen. Ähnlich die Verteilung in Nidwalden und Wallis, währen im Graubünden die Millionäre nur über 47% und im Jura gar nur über 34% der dortigen Vermögen verfügen.
Die meisten Milliardäre finden sich, in absoluten Zahlen, in den Metropolen. Die höchste Milliardärsdichte hat allerdings unwidersprochen der Kanton Zug, der eine höhere Milliardärsdichte aufweist als andernorts die Ärztedichte (Extremstes mir bekanntes Beispiel: Sokotra 1994: 1 Generalist (ohne chirurgische Kenntnisse) für 100'000 Menschen und 2 Tierärzte für ca. 2 Millionen Stück Vieh.
| Anzahl | Einwohner | Dichte: Einwohner pro Milliardär | |
| New York | 40 | 8.1 Mio | 202'500 |
| Moskau | 25 | 8.4 Mio | 336'000 |
| London | 23 | 7.4 Mio | 322'000 |
| Kanton Waadt: | 14 Familien & Einzelpersonen | 649'000 | 46'000 |
| Kanton Zug: | 8 " | 103'500 | 13'000 |
Zahlen aus Cash, 24. Nov. 05. S. 8-9: Jetzt sitzen die Erben im Club der Millionäre. Roman Seiler.
In Deutschland liegt die Sache insofern besser, als der Anteil der Bevölkerung der weniger als 100'000 (bis gar nichts) besitzt, doch um 23% tiefer ist.

5.2 Milliardäre - und solche, die es werden wollen: Die 300 Reichsten
Rang |
Name |
Firma/Branche |
Vermögensumfang |
Kanton |
1 |
Kamprad, Ingvar |
IKEA/Möbel |
20-21 Milliarden |
VD |
Die Monatszeitschrift BILANZ schätzt jeweils im Dezember die Vermögen der 300 reichsten Schweizer [click für eine Auswahl von 2004]. Da diese Zahlen auf den Gegenwartswerten der jeweiligen Aktienbesitze basieren sind sie nicht vergleichbar mit den Zahlen des Bundesamtes für Statistik, die auf steuerbarem Vermögen beruhen. [Die reichsten Deutschen]
1989 wurde das Gesamtvermögen der 100 Reichsten auf 66 Milliarden geschätzt. Zu Beginn des neuen Jahrtausends besassen die 300 reichsten Schweizer (mit jeweils mehr als 100 Milliarden) 420 Milliarden - also mehr als das Bruttosozialprodukt, oder etwa so viel wie die gesamten Pensionskassen.
Danach litten die Vermögen etwas auf Grund der geplatzten 2000er Blase. 2003 besassen die 300 reichsten aber doch wieder 369 Mrd. Franken, also 17 Milliarden oder rund 5 Prozent mehr als 2002. 2005 besassen sie 400 Milliarden Fr, die Top-Ten (s. Tabelle rechts) alleine bereits 103 Milliarden davon, und 22 Milliarden des Gesamtzuwachses von 31 Milliarden bei den 300.
Allerdings ist die Vermögensverteilung bei den reichen genau so ungleich wie in der Gesamtbevölkerung. Die 7 (0.9%) zehnfachen Milliardäre besassen bereits 70 (20%) von diesen 420 Milliarden. Die 101 Milliardäre der Schweiz (31%) besassen 349 Milliarden (83%). Während die Gesamtvermögensverteilung noch den Schluss nahe legt, dass für eine Teilnahme an der Plutokratie * mehr als 1 Million Vermögen notwendig ist, was bei 3% der Bevölkerung der Fall ist, zeigen diese detaillierteren Untersuchungen, wie gross die Unterschiede auch innerhalb dieser Plutokratie sind.
Zahlenmässiger Anteil der Reichsten 300 |
Anteil an Gesamtvermögen der 300 Reichsten |
Vermögen der Teilgruppe |
7 zehnfache Milliardäre (2.3%) |
20% |
70 Milliarden. 2003 braucht es die 10 Reichsten um auf 70 Milliarden zu kommen. |
101 Milliardäre (31%) |
83% |
349 " |
300 100er Millionäre, = 0.075 Promille der arbeitenden Bevölkerung (100%) |
100% |
420 " |
Weltweit gibt es (laut Merrill Lynch und Capgemini: World Wealth Report 2007) 10.1 Millionen HNWs (high Neth Worth Individuals), d.h. Personen mit einem Vermögen von über 1 Million Dollar, in der Schweiz leben 190'000 davon. Die Millionäre haben sich im letzten Jahr um 6%, im vorletzten um 6.5% vermehrt, entsprechen aber nach wie vor nur 0.13% der Weltbevölkerung. Von den Ultrareichen mit über 30 Millionen Dollar soll es 85'400 geben, 2006: 10.2 Prozent mehr als 2005, 2007: 8.8% mehr als 2006. Diese beiden Gattungen, diese 1.3 Promille, kontrollieren 10% des globalen Reichtums. Erstaunlich, um nicht zu sagen widerlich, oder eigentlich bloss logisch, ist die Tatsache, dass bei weltweit stagnierenden oder zurückgehenden Löhnen für die meisten Angestellten und breite Kreise der Mittelschicht, die Superreichen ihre Vermögen wieder um 14.5% vermehren konnten. Otto Normalverbraucher zahlt ja heute mehr Spesen auf der Bank als er Zinsen kriegt ...
Die Verteilung nach Weltregionen: Europa, Nordamerika und Asien dominieren.
Südamerika holt aber auf,
Das zeigt sich auch an den Ultra-HNWIs, die mehr als 30 Millionen besitzen. Sie sitzen vor allem in den USA und Lateinamerika, also Kontinenten die mehrheitlich kein Problem im Gross(Grund)Besitz sehen.
Die meisten Superreichen gibt es in China, gefolgt von Brasilien und Russland. Den stärksten Zuwachs erfährt dieses neofeudale Stratum allerdings in Indien.
Wie wird man zum Millionär? (Wer sich mehr für die Frage interessiert, wie man zum Milliardär wird ...):
Weltweit werden also 60% des Wohlstands durch Arbeit erreicht, 40% durch Erbschaften oder Kapitalmarktpapiere - zu denen auch die Mitarbeiter-Aktien gehören, die eh nur an die obersten Kader gehen.
Und wofür diese Pfeffersäcke ihr "sauer Erspartes" am liebsten ausgeben:
Deutlich hier die Vorliebe der Europäer und Südamerikaner für Kunst, wie die der Asiaten und Mittelöstler für Juwelen.
Forbes Liste der Dollar-Milliardäre [hier 2006. Unter Link bereits 2007, und da sind einige bereits wieder um einiges reicher geworden]
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Forbes Liste der Dollar-Milliardäre 2008
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Die reichsten ChinesInnen
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Die Reichsten, Listen und Rankings(Rangordnungen, nicht Ränkespiele ...)
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Immer noch dominieren aber die USA und Europa - mit zunehmend divergierender Entwicklung. Gab es um 2002 in den USA doppelt so viele Milliardäre, die ein doppelt so hohes Gesamtvermögen aufwiesen, waren es 2007 in den USA 2.6 mal so viele Milliardäre wie in Europa - aber nur mit dem 1.25-fachen Vermögen der europäischen Kollegen - was vor allem auf die Entwertung des Dollars zurückzuführen sein dürfte. Die Kapitalmacht der reichsten Europäer hat sich also massiv gesteigert, während dem die Chinas immer noch peanuts ist.
Diese machen weitaus weniger Millionäre, als man sich vielleicht denkt. Eine Studie von Bütler/Teppa (Statistische Analyse des Entscheids: Kapitalauszahlung oder Rente) zeigt anhand der Stichprobe von 2700 Pensionierten in 10 Pensionskassen, dass den Pensionären bei Eintritt in den Ruhestand im Durchschnitt 460'000 Franken zur Verfügung stehen (Minimum: 1560.- / Maximum 3.325 Millionen). Auf Grund der schiefen Verteilung liegt der Median (leider nicht angegeben) also deutlich unter 460'000, d.h. dass nur eine Minderheit mit einer solch feudalen Summe rechnen darf.
Randnotizen:
Pressedienst SP Schweiz Nr 492 / 17.4.1998: Seit Januar 1998 erhöht sich der Wert der Schweizer Aktien täglich um zwei Milliarden Franken.
Dies bei einer Rendite von 15% - die erst noch erbracht werden muss. Die Profite der Zukunft wurden hier also schon eingefahren - den Firmenmitarbeitern bleibt nur noch, sie zu erarbeiten.
Die Kapitalgewinnsteuer wurde am Mittwoch den 9. Mai 2001 vom Bundesrat abgelehnt. Nach seiner Einschätzung bringt die Vermögenssteuer mehr ein und die Kapitalgewinnsteuer wäre zu Aufwendig. Da Gewinn aus gewerbsmässigem Wertschriftenhandel sich aber besteuern lassen, wäre das Problem offenbar lösbar.
....
Warum? Weil die Abstimmenden nicht nach der reellen Situation beurteilen, sondern nach dem Wunschtraum: Wenn ich einmal reich wär ... dideldideldideldum ... dann möcht ich auch nichts abgeben.
Beim Ableben besitzt der durchschnittliche Schweizer heute 460'000 Fr. Allerdings ist der Durchschnitt hier eben so erlabend wie bei Einkommen oder Vermögen. Der Durchschnitt der ererbten Summe pro Erben beträgt zwar 179'000 Fr - ein Drittel der Nachkommen erbt aber gar nichts (in Deutschland sogar 47%), während 3/4 der vererbten Summe (total 21 Milliarden jährlich, was 131% der Bruttoersparnisse aller Haushalte entspricht), an nur 10% der Erbenden geht, also die Plutokratie.
Nur 30% der Erben sind jünger als 50 Jahre, 30% bereits selbst im Pensionsalter und gar 8% über 80 Jahre alt. Nur 10 bis 20% haben also die Möglichkeit, ihr eigenes Geschäft mit einer Erbschaft aufzubauen. Erbschaften kommen also kaum als Risikokapital in Umlauf. Und der Trend verstärkt sich mit zunehmender Überalterung. Dies wird den Trend weiter verschärfen, dass Betriebe von Banken erst Geld erhalten, wenn sie eigentlich keines brauchen, sich aber als tüchtige Geldvermehrer bereits bewiesen haben. Des weitern verlagert sich das Interesse im Alter natürlich immer weiter Richtung Sicherheit und vor allem Gesundheit, was zu einer weiteren Aufblähung dieses Sektors führen könnte.
| Es mag keine Schande sein, reich zu werden, aber es wäre eine Schande, reich zu sterben.
Andrew Carnegie, kein geiziger Schotte .... |
Die Verteilung ist hier natürlich genau so ungleich, perpertiert und potentiert die Ungerechtigkeit in die Zukunft hinein. 5% der Erbenden erhalten 60% der Gesamtsumme, und dabei über 1 Million pro Person. Die untere Hälfte (50% der Nachkommen derjenigen, die kaum sparen konnten, weil's eh nirgends hinreicht), muss sich mit 2% der Gesamtsumme zufrieden geben, also praktisch nichts (weniger als 50'000 pro Kopf). 1/3 erhält sein ganzes Leben weder eine Schenkung noch eine Erbschaft. Die Geldelite kann unter solchen Bedingungen natürlich leicht von Eigenverantwortung reden ...
[Daten aus Nationalfondsprogramm 52, BASS. Graphik aus: Iwan Städler: Fast jeder dritte Erbe ist bereits Rentner. Tagesanzeiger, 8.5.06, S. 2]
Martin Herzog, Rev. 9.5.06
[Übersetzung aus From "Economy of Power" to a sustainable "Wise Economy"
For a large overview and the mentioned prinzples s. distributive justice]
Obwohl sich die meisten Geschäftsleute, und schlimmer noch, Business Philosophen, nicht oft den Kopf zerbrechen über die Verteilung des Wohlstands, der Einkommen und des Glücks in der Gesellschaft, ist das Problem der Verteilungsgerechtigkeit offensichtlich nicht gelöst.
1. Strikter Egalitarismus
Absolute Gleichheit kann aus verschiedenen Perspektiven kritisiert werden: Weil sie Freiheit unzulässig beschränkt, weil sie Respekt nicht optimal auf Personen verteilt, weil sie im Konflikt steht, mit dem, was Menschen verdienen (Leistungsprinzip], etc. Aber die am meisten verbreitete Kritik basiert auf dem Wohlstand: Jeder kann materiell besser gestellt werden, wenn Einkommen ungleich verteilt sind. (s. Pareto, oben). Diese Idee ist zum Teil inspiriert durch:
Die in den letzten 3 Dekaden am meisten diskutierte Theorie der Verteilungsgerechtigkeit wurde von John Rawls in A Theory of Justice, (1971) vorgelegt. Rawls schlug folgende 2 Prinzipien der Gerechtigkeit vor:
- Sie müssen verbunden sein mit absolut und unter allen Bedingungen offenem Zugang zu Stellen (den Hohnigtöpfen), also absoluter Chancengleichheit im Wettbewerb um Jobs.
- Sie müssen den schwächsten Mitgliedern der Gesellschaft am meisten Vorteile bringen!
Liberale lehnen das ab, da dieses Prinzip nicht akzeptable Eingriffe in die Freiheit (der Besitzenden) beinhalte, denn es verlangt Umverteilung an die Armen durch Steuern - die von Liberalen als unmoralische Inanspruchnahme gerechtfertigten Eigentums bezeichnet wird.
3. Ressourcen -basiertes Prinzip
Ressourcen-Theoretiker behaupten, dass das Differenz-Prinzip ungenügend auf unterschiedliche Ambitionen reagiere, dass Menschen, einmal mit gleichen Ressourcen versehen (Chancengleichheit), mit den Konsequenzen ihrer Wahl zu leben haben. Sie argumentieren z.B., dass Menschen die hart arbeiten um mehr Geld zu verdienen nicht gezwungen werden sollten, diejenigen zu subventionieren, die über mehr Musse und dadurch Einkommen verfügen. Das Problem ist, dass Menschen ihre Begabungen meist nicht wirklich kennen. Sie können sich aber finanziell absichern gegen eine "unglückliche" Verteilung in der natürlichen Lotterie der Begabungen. Diese Theorie ist, sogar für Theoretiker, ziemlich unpraktisch.
4. Das Wohlstandsprinzip / Utilitarismus
Ressourcen, Gleichheit, Leistung, Freiheit sind nur so weit von Wert, als sie Wohlstand erhöhen. Also muss sich die Verteilungsfrage danach richten, welche Verteilung den Wohlstand maximiert. Die prädominante Nutzung des Pareto-Prinzips zeigt, dass Utilitarismus mit Liberalismus eine unheilige Allianz eingegangen ist. In der Geschichte haben Utilitaristen den Begriff Nutzen lieber benutzt als Wohlstand, und Nutzen wurde definiert als Vergnügen, Glück, Befriedigung der Präferenzen. Kritiker haben argumentiert, dass ein solche zwischenmenschlicher Vergleich sogar theoretisch unmöglich sei, weil:
5. Leistungsprinzip
Eine Klage gegen den Wohlfahrtstaat ist, dass dieser nichts anfangen kann mit Forderungen, die auf Leistung beruhen, also als "verdient" zu betrachten sind. Der Wohlfahrtsstaat behandle Menschen eher als Gefässe für das Wohl-Sein, denn als zweckorientierte Existenzen, die, verantwortlich für ihre Handlung ihr Umfeld kreativ gestalten.
Das Leistungsprinzip ist kein vollständiges Vereilungsprinzip. Es umfasst nur die Verteilung zwischen werktätigen Erwachsenen und überlässt die grundlegenden Bedürfnisse der Wohlfahrt anderen Prinzipien. (soll sich kümmern drum, wer will)
Interessant ist, dass unter diesem, wie unter anderen Wohlfahrtsprinzipien der Umfang wirtschaftlichen Nutzens den einzelne sich aneignen können, meist von Faktoren abhängt, die nicht ihrer Kontrolle unterstehen (bin ich weiss oder schwarz, gross oder klein, hübsch oder nicht so, intelligent oder nicht so, klug oder beschränkt, gerissen oder ehrlich, lebe ich in einem industrialisierten oder einem Entwicklungsland, auf dem Land oder in der Stadt.... etc etc.)
Die Befürworter (neo-)liberaler Verteilungskriterien sehen den Markt selten als Mittel, dass zu einem erwünschten Muster führt, weil die Prinzipien die sie befürworten eh kein Muster nahe legt - aber sie beschreiben die Art des Erwerbs oder Austausches selbst als gerecht. Der Markt ist gerecht, nicht weil er zu Gerechtigkeit führt, sondern weil die darin verwendeten Tauschverfahren prinzipiell gerecht sind. Für Liberale ist ein gerechtes Resultat dasjenige, das durch Anwendung gerechter Handlung durch Individuen; eine spezielle (von andern als gerecht bezeichnete) Verteilung ist für Gerechtigkeit nicht nötig.
Wäre die Welt vollständig gerecht, würden folgende induktive Prinzipien die Rechtmässigkeit an Besitz umfassend definieren.
Dieser Ansatz reduziert Gerechtigkeit auf Recht. Das liberale Prinzip der Verteilung sagt nicht mehr aus, als dass eine Verteilung gerecht ist, so jeder seinen Besitz zu recht erworben hat. Damit wird der Status quo mehr oder minder zementiert. Darum sind Progressive links und (meist) arm und Konservative rechts und (meist) reich. Wer hat, dem wird gegeben. Wer nichts hat, ist selbst schuld, oder Gott, oder das Schicksal. Das zu ändern ist nicht Sache derer, die die Mittel dazu hätten, sondern Sache der Betroffenen. (Münchhausen, der sich am eigenen Zopf aus dem Sumpf zog, lässt grüssen). Einer Mehrheit wurde bereits vor über 100 Jahren klar, dass Grossgrundbesitz keine optimale Bewirtschaftung erlaubt, ganz abgesehen von den dabei entstehenden sozialen Problemen (s. Max Weber). Grossgrundbesitz bedeutet in einer Bevölkerung, die primär von der Landwirtschaft lebt, den Ausschluss anderer aus der Existenz. Es ist seltsam, dass offenbar niemand die Parallele sieht, nämlich dass Grosskapital andere ohne Kapital lässt (50% der Schweizer) und kleinem Kapital unendliche Hürden baut, ganz einfach in dem es die natürlichen Gesetzmässigkeiten des freien Marktes benutzt, insbesondere Barrieren die durch Sunk Costs * entstehen auf der einen, positive Effekte die durch Grösse entstehen (economy of scale *) auf der andern Seite ... mit dem Resultat eines neuen erblichen Geldadels - also Feudalismus.
Die übliche Art exklusive private Eigentumsrechte zu begründen nutzt das Argument, dass diese nötig seien für die Maximierung der Freiheit und die Minimierung der Verletzung derselben (Hayek). Dies scheint, als empirische Behauptung, falsch. Vergleichen wir Länder die über weniger ausschliessliche Eigentumsrechte verfügen (z.B. mit höheren Steuern) mit Ländern mit mehr exklusiven Eigentumsrechten, sehen wir keinen systematischen Vorteil für die Freiheit in letztgenannten.
Die Herausforderung für diese Liberalen ist zu zeigen, warum nur die von ihnen bevorzugten Freiheiten von Wert sein sollen, und nicht diejenigen, die durch ein System exklusiver Eigentumsrechte geschwächt werden.
Der Grundsatz des Liberalismus: Nur privates Eigentum kann die Freiheit garantieren - wirft auch sonst noch ein paar Problemchen auf.
7. Feministisches Prinzip: Das zu erklären, überlass ich den Feministinnen ...
Heutzutage kann jedermann schnell zu einem kleinen Vermögen kommen - vorausgesetzt, er hatte vorher ein großes. |
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