| In der Zwischenzeit (5 Jahre nach dem ersten Anlauf) hat der Schweizerische Gewerkschaftsbund einen Lohnrechner installiert, der Ihnen erlaubt, die Daten der Lohnstrukturerhebung des Bundesamtes für Statistik abzufragen, aufgedröselt nach Bildung, Branche, Anforderungsniveau, hierarchische Stellung, Tätigkeit; und Region. Da der Rechner, im Sinne von "gleicher Lohn für gleiche Tätigkeit" nicht nach Geschlecht und ev. Teilzeitarbeit auflöst, ist hier einiger Frust vorhersehbar (und vermutlich beabsichtigt). Für viele wird der Lohn eher ein "hättichauchgern-Lohn" als eine realisierbare Forderung sein. Achten Sie auch darauf, dass trotz Minimallohn 3000, bei vielen Berufen der Median der am schlechtesten Bezahlten um oder gar unter 3000 liegt. Das bedeutet, dass dort die Hälfte der Angestellten eben weniger als den angegebenen Lohn verdienen. Diejenigen, die am härtesten arbeiten für den tiefsten Lohn, die Bauern, kommen schon gar nicht vor: |
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Auch hier wird klar, dass das, was uns als "Leistung" verkauft wird, viel mehr mit List zu tun hat: Unsere Topverdiener, also Verwaltungsräte und CEOs (Betriebsleiter), erhalten ja nicht so viel Geld, weil sie so viel wissen. geschweige denn, weil sie so viel leisten würden (leisten im normalbürgerlichen Verständnis von Arbeitsleistung). Topsaläre werden bezahlt, weil diese Leute bewiesen haben, dass sie List profitabel für den Betrieb einsetzen können. Eine der wichtigsten Hinter-Listen des kapitalistischen Systems ist die Pareto-Verteilung, durch die 80% "ausgemünzt" werden, weil sie am wirklich lukrativen Geld- und Finanzmarkt gar nicht mitspielen können. |
Die Wirtschaft boomt, die Aktienindizes überschreiten alle bisherigen Gipfel ... und die Löhne dümpeln weiter dahin wie eh und je in den letzten 15 Jahren. Obwohl die exorbitanten Managerlöhne unter Beschuss gekommen sind, sind sie dies leider von der falschen Seite, nämlich von den Aktionären. Dieser stillschweigenden Gemeinschaft von arbeitslosen Profiteuren gelingt es nach wie vor, unter dem Deckmäntelchen "Pensionskassen = Volksvermögen", zu verbergen, dass eigentlich sie den grössten Teil des Mehrwerts abschöpfen. Die Manager sind bloss die einzigen, die wissen wie das geht (meist besser als die Eigentümer ...) - also bei dem Verteilungsspiel mitspielen können. Die normalen Angestellten stehen aussen vor (je mehr Arbeitslose - desto aussen), und auch die Gewerkschaften wäffeln machtlos ein bisschen vom Rande her.
Seit 1989 - dem Startjahr der dunklen Jahre der Arbeitnehmer (insbesondere der Ex-Arbeitnehmer ...) - konnten
Die Beteiligung an den Unternehmensgewinnen, als am "Ueberschuss an Mehrwert", der zwar von allen erwirtschaftet wird und eigentlich oft zu Lasten der Entlassenen geht oder auf längere Arbeitszeiten zurückzuführen ist, wird nur unter die obersten Klassen verteilt, bei denen man Flexibilität nicht gar so positiv sieht, die man ans Unternehmen binden möchte.
Bei den Durchschnittslöhnen sieht die Sache aber schon ganz anders aus. Da Durchschnitte laut Adam Riese aus grossen, mittleren und kleinen Werten gebildet werden, können Sie sich leicht ausrechnen, dass bei den kleinen Löhnen (+ Arbeitslosenkasse + IV) die Differenz negativ anfällt, die oben mit einen + davor abgeholt wird. Der Durchschnittliche Lohnzuwachs für Normalbürger beträgt seit über 10 Jahren ca. 0.7% pro Jahr.
| Lohnentwicklung in der OECD: Veränderungen in % gegenüber Vorjahr | |||||
| Prognose | |||||
| Durchschnitt 1994-2004 | 2005 | 2006 | 2007 | 2008 | |
| Australien | 1.6 | 2.3 | 2.2 | 2.7 | 2.5 |
| Belgien | 0.5 | -1.1 | 0.3 | 0.5 | 0.7 |
| Dänemark | 1.6 | 1.4 | 0.7 | 2.1 | 2 |
| Deutschland | 0.2 | -1.4 | -0.7 | -0.4 | 0.8 |
| Finnland | 1.6 | 2.9 | 1.2 | 1.3 | 1.8 |
| Frankreich | 0.9 | 0.6 | 2.4 | 2.3 | 1.5 |
| Irland | 1.6 | 4.2 | 1.3 | 1.9 | 1.5 |
| Japan | -0.2 | 0.9 | 0.4 | 0.8 | 1.5 |
| Norwegen | 2.3 | 3.6 | 3.6 | 4.4 | 3.1 |
| Oesterreich | 0.5 | -0.1 | 1.3 | 0.8 | 1.1 |
| Schweden | 2.4 | 2 | 0.4 | 2 | 1.7 |
| Schweiz | 0.7 | -0.4 | -0.4 | 1 | 0.7 |
| Tschechien | - | 2 | 4.6 | 4.5 | 3.7 |
| USA | 2 | 0.7 | 1.8 | 1.5 | 2.2 |
Wirkliche "Lohnverhandlungen" können nur noch die oberen Kader führen, je oben desto effizienter:

Bei einer detaillierten Gliederung nach Branchen und Kaderstufen wird noch deutlicher, dass es nur die 1. und oberste Stufe ist, die noch mitreden und mithalten kann ...mit den Kapitalgewinnen. Im Durchschnitt verdient die 1.Kaderstufe 1.7 mal mehr als die 3. Bei Eisen, Chemie/Pharma, Elektronik und Feinmechanik liegt der Wert über 2, die Bauwirtschaft, stark unter gewerkschaftlichem Einfluss, muss sich mit dem Minimum von 1.4 begnügen.

Fazit:
Lohnverhandlungen sind grossenteils eine Farce. Die einzigen die hier mit den Eigentümern wirklich auf Augenhöhe verhandeln können - sind die Manager ... die dann prompt als Abzocker (Denkanstoss) verarscht werden. ...
DAS Problem ist aber nach wie vor eigentlich die gerechte Verteilung des Mehrwerts zwischen Kapital und Arbeit.
Ein schön schlechtes Beispiel wie das dabei zugeht, liefert grad die Deutsche Telekom. 50'000 Stellen werden ausgelagert - und das verbleibende Personal darf für die Wohltat des Bleiben Könnens sich bedanken durch 6.5% Lohneinbusse inklusive 4 Wochenstunden mehr an Arbeit. Die "Belohnung" für diese "Effizienz- und Produktivitätssteigerung" werden sich auch hier ein paar wenige Kaderführer ... und natürlich die Eigentümer ... einstecken.
[Handelszeitung No 25, 20.-26. Juni 07; s. 22-23]
Die vom Verbandsmanagementinstitut der Universität Freiburg erhobenen Zahlen [publiziert in: Hier erfahren Sie, wie hoch Ihr Lohn sein müsste. CASH, 3. August 2006. S. 43-45] zeigen klar, welche Jobs rentieren. Es sind dies, wie kaum anders zu erwarten, alles was mit Geld und Verkauf zu tun hat, also in erster Linie Geschäftsführer, Marketing und Finanzwesen. Dies zeigt sich nicht nur im Vergleich zwischen den Betrieben (s. Lohn des Kapitals), sondern auch betriebsintern. Ebenfalls wie zu erwarten, herrscht an der Spitze auch der höchste Wettbewerb, d.h. nein, eigentlich eher die beste Wettbewerbsverhinderung durch Macht, nämlich die grössten Lohndifferenzen zur nächsten Stufe. Logistik - Lagerverwaltung ist bloss die Ausnahme, die die Regel bestätigt, da Lagerverwaltung wohl des Oeftern von erfahrenen Mitarbeitern übernommen wird, während Logistik doch ein beträchtliches mathematisches Wissen und Geschick erfordert, also für "Gschtudierte" reserviert ist. Die Zulagen sind, auch das gemäss den Erwartungen, dort am höchsten, wo sie am stärksten als Anreiz wirken, mehr herauszuholen, also in der Produktion (durch Ausquetschen der Arbeiter und Rohstoffe, wobei nur letzteres eigentlich positiv wäre), in der Qualitätssicherung und in der Verwaltung (ebenfalls vermutlich durch höhere Belastung und Reduktion der Mitarbeiter). Forschung ist, entgegen dem Geschrei um mehr Innovation, hier sekundär, Personal tertiär ... und ganz zuletzt kommen offenbar die Kunden. Auch hier vermutlich, weil der geschickte Umgang mit Kunden weitaus besser in der Praxis als an Universitäten gelernt wird, also auch "Diplomfreien" möglich ist.
| Zulagen in % | Differenz Direktor | ||||
| Grundgehalt | Gesamtvergütung | Zulagen | des Grundlohnes | > Leiter in % | |
| Marketingdirektor | 225060 | 266409 | 41349 | 18.4 | 102 |
| Produktmanager | 120522 | 132002 | 11480 | 9.5 | |
| Produktionsdirektor | 208500 | 260222 | 51722 | 24.8 | 150 |
| Leiter Produktionsplanung | 98250 | 104018 | 5768 | 5.9 | |
| Direktor Finanzen | 213200 | 257500 | 44300 | 20.8 | 70 |
| Leiter interne Revision | 136325 | 151089 | 14764 | 10.8 | |
| Direktor Forschung und Entwicklung | 208000 | 248913 | 40913 | 19.7 | 61 |
| Leiter Forschungsbereich | 141596 | 155000 | 13404 | 9.5 | |
| Personaldirektor | 202050 | 237030 | 34980 | 17.3 | 56 |
| Leiter Vergütungen | 133350 | 151838 | 18488 | 13.9 | |
| Direktor Marketing und Vertrieb | 201600 | 236635 | 35035 | 17.4 | 39 |
| Verkaufsleiter | 142610 | 170392 | 27782 | 19.5 | |
| Direktor Verwaltung | 183178 | 233000 | 49822 | 27.2 | 25 |
| Leiter gesetzliche Verfahren | 161000 | 185782 | 24782 | 15.4 | |
| Direktor Qualitätssicherung | 185438 | 225000 | 39562 | 21.3 | 76 |
| Leiter Qualitätssicherung | 120400 | 128000 | 7600 | 6.3 | |
| Direktor Informationstechnologie | 193032 | 222160 | 29128 | 15.1 | 74 |
| Leiter Systemanalyse | 122934 | 127967 | 5033 | 4.1 | |
| Direktor Logistik | 176690 | 206213 | 29523 | 16.7 | 106 |
| Leiter Lagerverwaltung | 96070 | 100128 | 4058 | 4.2 | |
| Technischer Direktor | 180000 | 193900 | 13900 | 7.7 | 51 |
| Leitender Ingenieur Systemtechnik | 124200 | 128506 | 4306 | 3.5 | |
| Direktor Kundendienst | 182000 | 193155 | 11155 | 6.1 | 57 |
| Leiter Kundenservice | 119800 | 123135 | 3335 | 2.8 |
| GAV-Minimallohn | 2005 in Fr. | Veränderung seit 2002 in % |
| Baugewerbe Maschinenbau Reisebüros Autos/Tankstellen Papier/Karton Kreditgewerbe/Banken Detailhandel Nahrungsmittel/Getränke Telekommunikation Holz Gesundheits-/Sozialwesen Metall Verlag/Druck Fahrzeugbau Grosshandel Möbel/Schmuck Verkehr Gastgewerbe |
4167 3654 3514 3512 3508 3508 3425 3405 3392 3376 3364 3304 3250 3171 3109 3029 2776 2520 |
+ 2.3 + 5.1 + 2.6 + 2.4 + 10.5 + 12.9 + 10.2 + 10.0 + 5.8 - 4.0 + 1.3 + 4.2 0 + 1.6 + 10 + 2.4 - 8 + 5 |
Veränderung der Brutto-Mindestlöhnen für Ungelernte seit 2002, nach Branchen mit Gesamtarbeitsverträgen von min. 1500 Unterstellten, berechnet auf 40 Stundenwoche, incl. Anteil 13. Monatslohn.
Während die Topmanager sich selbst 18-30% dickere Lohnpakete zugestanden, erhielten die meisten Angestellten nicht mal die Inflation oder gar einen Abzug ... zum Wohle der Firma und der Nation. Dazu kommt, dass ja nicht alle solchen GAVs unterstellt sind. Besonders bei Automechanikern verdienen 26% weniger als das GAV-Minimum, im Detailhandel 17% der Ungelernten.
Ergänzungen September 06:
p.s: Falls Sie finden, ich sollte die Daten (2000) mal wieder auffrischen, muss ich sagen: wozu? In all diesen Jahren haben die Angestellten entweder gar keine oder eine so minime Lohnerhöhung erhalten, dass nicht mal die Inflation gedeckt war. Sicher verdienen Informatiker heute nicht mehr so viel, eben so sicher verdienen Banker noch mehr, aber alles in allem hat sich das System recht gut so gehalten, wie es war. Bei durchschnittlich 1.8% Lohnerhöhung für 2006, bei 1.6% Inflation bereits im Juni, find ich die Zeitungen insgesamt widerlich, die da Sprüche rauslassen wie: Die starke Konjunktur in der Schweiz schlägt sich zunehmend im Portemonnaie nieder. (BAZ, TAGI wortwörtlich das Selbe)
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Graphik brainworker. Daten: Die Volkswirtschaft 9/2006. S. 91. Tabelle B 10.3 BfS |
Sie sehen es anhand dieser Graphik: Seit 1995 ist tote Hose bei der Lohnentwicklung - trotz allem medialen Geschwätz darum.
Leichte Verbesserung bei den Frauen, ganz leichte ...
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Graphik brainworker. Daten: http://www.swx.com/index_data/hsmi.csv |
Wenn Sie sich nun im Vergleich dazu den smi-Index ansehen, der ja stellvertretend steht für den Wertzuwachs der börsenkotierten Firmen, dann sehen Sie einen gewaltigen Wertanstieg zwischen 1990 und 2000, mit einem beträchtlichen Verlust bis Ende 2002 - der aber bis 2006 wieder völlig wettgemacht wurde. Auf gut Deutsch heisst das, dass der gesamte Mehrwert den die Betriebe, mit ihren Arbeitskräften, seit 10 Jahren erwirtschaftet haben, als Kapitalwertversteigerung verbucht wurde.
D.h., Arbeiter und Angestellte wurden und werden um ihren Anteil am Mehrwert, zu dem auch sie ihren Beitrag geleistet haben, beschissen.
August 2010 sieht die Lage nicht besser aus. Dank dem von der Finanzwirtschaft verursachten beinahe-Totalabsturz sind die Werte des smi heute wieder dort, wo sie ca 1996 mal waren. Die Arbeitslosigkeit macht praktisch nur noch saisonale Schwankungen, auf höchstem Niveau. Logischerweise ist die Arbeitslosenversicherung mit der Situation überfordert, was prompt zu Sparanstrengungen zu Lasten, nein, nicht der Finanzmärkte, sondern der Jungen, der Alten, der immer flexibel eingesetzten etc führt. Das Problem ist klar: zu wenig Geld. Schuld sind aber nicht die Betroffenen. Eine Verschärfung bei den Begügen führt also kaum zu einer tieferen Arbeitslosigkeit, wohl aber zu mehr Kosten bei Sozialämtern und Einbussen im Alltagskonsum. Drum ein fröhliches NEIN zur Revision, denn sparen muss man dort, wo zu viel Geld ist. Eine Wirtschaft die Spielschulden quasi den Reinigungskräften des Kasinos überlässt, ist ein gar seltsam Ding, das wohl nie funktionieren wird.
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Da es aber denen noch beschissener geht, deren Arbeitsproduktivität, die eben in Geldwert gemessen wird, so tief ist, dass sie für den Kapitalmarkt total uninteressant sind, wie etwa Bauern, Gastgewerbe, Detailhandel ... können sich hier nur die durchsetzen, die in die Mehrwertbildung Einblick haben und sich einen Anteil als "Prämie" oder "Bonus" sichern können. So meldet CASH daily heute [10.9.06]: Kader: Boni steigen bis 50%.
Die einseitige Ausrichtung auf solch hochproduktive Firmen zerstört aber immer mehr Strukturen, eben durch den so genannten Strukturwandel, die wichtige Funktionen erfüllen, aber durch solch überproduktive ins Abseits getrieben werden.
Arbeit und Kapital: Restrukturierung und Reengineering sind bloss Rückzugsgefechte. Um der enorm zunehmenden internationalen Konkurrenz zu begegnen, braucht es aber mehr Innovationen, neue und spezifische Güter und Dienstleistungen.
Wenn Sie
nun obige Kurve des smi mit der Rechts der Arbeitslosigkeit vergleichen, sehen
Sie, dass auch 1997 der Rückgang der Arbeitslosigkeit erst einsetzte, als
sich dieser Konjunkturboom über 3 Jahre fortsetzte. Die Unternehmen sind also
erst gewillt, das Risiko von Anstellungen auf sich zu nehmen, wenn sie an "ewig"
wachsende Umsätze und Profite glauben. Wie die Bemerkungen oben zeigen, helfen
ihnen die hohen Bestände an Arbeitslosen dabei gleich noch, deren Lohnansprüche
tief zu halten, egal wie gut die Wirtschaft eigentlich läuft.
Die massiven schwarzen Berge auf der Graphik rechts sind Kosten, Kosten für die Sozialwerke, also Kosten für den Staat. Aber - sie sind nicht durch eine Anhäufung von Arbeitnehmern entstanden die zu faul sind zum Arbeiten, sondern durch Sparmassnahmen der Betriebe und die Verlagerung von Risiken und Kosten auf Arbeitnehmer und Staat. Wenn die Privatwirtschaft zu viele Arbeitskräfte ausscheidet, muss er die entweder gleich an die Wand stellen, oder der Staat, d.h. die Gesellschaft, muss irgend wann diese Rechnung bezahlen. Sie sehen deutlich die jährlichen Schwankungen. Auch diese sind Einsparungen der von saisonalen Schwankungen abhängigen Betriebe, also vor allem des Gastgewerbes. Mehr dazu s. Beschäftigungsprogramme 1995-96.
In der Zwischenzeit (Juli 07) hat die Arbeitslosigkeit zugegebenermassen massiv abgenommen. Die Quote beträgt noch 2.7%, was in Anbetracht der Komplexität des Arbeitsmarktes, d.h. vor allem der Vielfalt der Tätigkeiten, Ausbildungen und Erfahrungen, sprich Spezialisierung, leider vermutlich bereits an der Grenze zur wirtschaftlich optimalen Arbeitslosigkeit ist.
Für reibungslosen Ablauf einer arbeitsteiligen Wirtschaft mit Spezialisten nötig sind:
USA: 6% Arbeitslosigkeit als optimal angesehen
Schweiz: 3.5% - laut Peter Wuffli, der bei 3.5% Arbeitslosigkeit von Vollbeschäftigung redet ... und den gegenwärtigen Tönen, die bereits beruhigen, bei 2.7% Arbeitslosigkeit herrsche noch keine Personalknappheit. 2000/2001 herrschte diese allerdings bei präzise dieser Arbeitslosigkeit bereits.
Allerdings - und das ist ein grosses Allerdings - erfasst diese Statistik immer noch nicht, trotz gegenteiliger Versprechen die um 2000 abgegeben wurden, den wirklichen Zustand bei den Arbeitslosen. Ausgesteuerte, Invalide und ähnliche weisen nach wie vor Höchststände auf, die sich noch steigern könnten, denn wo kein Job da kein Lohn, wo kein Lohn - da können Rechnungen nicht bezahlt werden und der Konkurs folgt. Ziemlich fies so der Titel im Tagesanzeiger vom11.7.07 S. 21: Noch nie lebten mehr Leute auf viel zu grossem Fuss. Vielleicht sollte der Titel eher lauten: Noch nie gab es im Wettbewerb um die Existenz so viele Verlierer ... die aus dem Kreis der am Arbeitsmarkt zugelassenen verbannt wurden.

Es ist wieder das Uebliche. Während dem den sehr gut verdienenden weiter Steuererleichterungen gewährt werden, sollen die normal und schlecht verdienenden auf Lohnerhöhungen verzichten, trotz steigender Energiepreise und Mieten. Obwohl die gegenwärtige Inflation durch zu viel Geld an den Börsen verursacht wird, das Anlagemöglickeiten sucht, sollen die normal Sterblichen ihre Gürtel enger schnallen. Obwohl Weizen, Reis, Milch, Kakau, Mais enorme Preissteigerungen erzielen, sollen diejenigen, die darunter leiden, dies geduldig tragen und auf einen Teuerungsausgleich verzichten (von Lohnerhöhungen gar nicht zu reden) - zum Wohle einer "konkurrenzfähigen Wirtschaft".
Warum eigentlich
verzichtet nicht mal das Kapital auf seine Zinsen und Dividenden
- zum Wohle der Konkurrenzfähigkeit der Wirtschaft?
Aber das ist natürlich gaaaaanz was anderes ...

ecoplan: Verteilung des Wohlstandes in der Schweiz [2004]
Das Seltsame daran ist, dass das Medianeinkommen für die gesamte Schweiz 2004 bei 5500 Fr. pro Monat lag (1998: 5040, 2000: 5168, 2006: 5628). Es wird also sofort klar, dass dieses Medianeinkommen nur in den städtischen Zentren erzeugt wurde, die auch über beträchtliche Bevölkerungsdichten verfügen (Region Genfersee, Basel, Zürich). Innerhalb dieser Städte wiederum wurde der Median vor allem gesteigert durch höhere Einkommen bei den Topeinkommen, nicht beim Durchschnitt. s.o. Lohnentwicklung - Kaderstufen. Es ist also verständlich, warum gewisse Leute vor allem die Städte fördern wollen, es ist aber ebenso klar, dass damit nicht DER Wohlstand DER SCHWEIZ gefördert wird, sondern nur Wohlstand bei eh schon Dominanten.
Der Mehrverdienst in den Städten ist zudem äusserst relativ. Er wird vollständig abgeschöpft, wenn nicht noch mehr, durch höhere Mietkosten, Krankenkassenprämien, Lebenshaltungskosten etc.