![]() |
Von Acker- und Waldbauern zu Stadt-, Export und Kapitalwirtschaft: Warum Bauern sooo billig produzieren, dass sie ihre eigene Existenz gefährden. Religion und Städte – die treibenden Wirtschaftsfaktoren des Mittelalters. Was ist Wohlstand, wer bestimmt darüber, wer verfügt darüber? |
Bestandteile:
___________________________________________ |
Die Arbeitsgruppe «Focus FLEISCH» hat in vielen Arbeitsstunden die Margen der an der Agrarplattform beteiligten Fleischverarbeiter, der gewerblichen Metzgereien und des Detailhandels bezüglich der festgelegten drei Fleischarten Muni, Kalb, Schwein (aus klassischer Produktion, also ohne Markenfleisch) untersucht und die Teilmargen von der Schlachtung bis zum Verkaufspreis auf allen Stufen transparent gemacht.
Noch nie in der Geschichte hat die Schweizerische Fleischwirtschaft so detaillierte Zahlen und Angaben in der Öffentlichkeit präsentiert. Diese Bereitschaft, in der gebildeten Arbeitsgruppe mit den beteiligten Organisationen und Verbänden intensiv zusammenzuarbeiten, zeugt von Vertrauen in die Marktpartner. Der Wille zur Transparenz entspringt dem Bewusstsein, dass es nichts zu verbergen gibt.
|
Problemkreis |
Feststellungen |
AusgangslageDas Nahrungsmittel Fleisch ist in der Schweiz in allen Verarbeitungs- und Angebotsformen im Vergleich zum benachbarten Ausland sehr teuer. |
Trotzdem zeigen die Untersuchungen der Arbeitsgruppen auf, dass sowohl die Schlachtviehproduktion wie auch die Fleischgewinnung und –Vermarktung in der Schweiz auf allen beteiligten Stufen den Marktpartnern keine lukrativen Verdienstmöglichkeiten bieten. Was das handwerkliche Metzgereigewerbe betrifft, so zeigen sich auffällige Parallelen zu den Strukturwandel-Vorgängen in der Landwirtschaft. Die Inhaber von vorläufig weiter bestehenden Familienbetrieben bescheiden sich gleichermassen mit Einkommen, welche verglichen mit denjenigen von Lohnnehmern in anderen Wirtschaftszweigen als ungenügend bezeichnet werden müssen. Für viele Betriebe ist eine Weiterexistenz nicht gegeben und die entsprechenden Schliessungen werden in gleichbleibender hoher Kadenz schon seit etwa 1970 beobachtet. |
Margentransparenz / Anteil am KonsumentenfrankenIn einer Betrachtungsperiode von 1995 bis heute hat die Wertschöpfungsspanne zwischen den Produzentenpreisen für Schlachtvieh und den Verkaufspreisen für Fleisch und Fleischerzeugnisse stetig zugenommen. Daher die immer wieder geäusserte Befürchtung der Viehproduzenten, die nachgelagerten Verwerter würden einen ungerechtfertigt hohen Anteil des Konsumentenfrankens für ihre Stufe abschöpfen und so angemessene Marktpreise für Schlachtvieh verunmöglichen. |
Was heisst Marge?Im Produktions- und Handelsbetrieb wird der Deckungsbeitrag I aus Verkaufserlös (Umsatz) und Waren- und Materialaufwand bei der Gewinnanalyse als Bruttogewinn bezeichnet. Es handelt sich um den reinen Warengewinn. Bei der umgekehrten Betrachtung in der Kalkulation (Preisbildung von unten) spricht man bei diesem Zuschlag, der die Betriebskosten und den Plangewinn abdecken soll, in der Schweiz von Bruttomarge (oder einfach von der Marge) und in Deutschland von Spanne. Vom Bruttogewinn sind dann sämtliche Betriebsaufwände zu begleichen: Personalaufwand, Raumaufwand, Unterhalt und Reparaturen, Fahrzeug- und Transportaufwand, Verpackungsmaterial, Energieaufwand, Betriebs- und Hilfsmaterial, Verwaltungsaufwand, Werbung, Sachversicherungen, Kapitalzinsen, Abschreibungen auf Betriebsanlagen und Fahrzeugen. Was übrig bleibt ist in der vorherrschenden kleingewerblichen Gesellschaftsform der Einzelfirma der Nettogewinn. Auch dieser bleibt nicht in der Tasche des Unternehmers. Daraus muss er den Zins für sein ins Geschäft gesteckte Kapital decken und natürlich seine private Lebenshaltung finanzieren, also alle Privatausgaben, Wohnungsmiete, Steuern, private Versicherungen, angemessene Anteile an den Auto- und anderen privat genutzten Aufwendungen sowie Warenbezüge aus dem Betrieb für den Familienhaushalt. Wenn also von der „Marge“ der Verwerter und von entsprechenden Untersuchungen gesprochen und geschrieben wird, ist damit immer die Bruttomarge gemeint. Für eine Beurteilung der Rentabilität wäre massgebend, was netto verdient wird. |
Offensichtlich steigende VerwertermargenEin theoretischer Nachweis der realisierten Verwertermargen auf Grund von festgestellten Marktpreisen für Schlachtvieh und von Verkaufspreis-Erhebungen für Fleisch ist ein komplexes Unterfangen und setzt spezielles Fachwissen voraus. Dem Laien fehlen auf der Einstandspreis-Seite wesentliche Daten zum Einfluss der Verwertung von schlechteren Ausbeutequalitäten und von Verarbeitungsvieh und bei den Fleischverkaufspreisen scheitert er daran, dass ein bedeutender Anteil teures Labelfleisch die Erhebungen verfälscht. Steigende Fleischpreise bei sinkenden Produzentenpreisen? Die bestehenden Befürchtungen sind sicher nachvollziehbar aber auf dem Weg der Bruttomargen-Kontrolle ist dem Problem nicht beizukommen. Der Arbeitsgruppe standen jetzt Nettoergebnisse von Verwerterbetrieben zur Verfügung (das, was ihnen in der Tasche bleibt). Nur diese sind für die Frage der Aufteilung der Wertschöpfung massgebend. |
Die in der Arbeitsgruppe eingesehenen statistischen Auswertungen von Buchhaltungsergebnissen bestätigen, dass die Bruttogewinnergebnisse in Metzgereibetrieben tatsächlich gestiegen sind. Allerdings weisen die Nettogewinne und somit der Verdienst des Metzgers eher sinkende Tendenz auf. Die Fleischgewinnung, Veredelung und Vermarktung war ab Mitte der 90er-Jahre bis dato einer ganzen Reihe von Änderungen der Rahmenbedingungen ausgesetzt, welche sich verteuernd auf das Verkaufsgut auswirkten. Ausser der allgemeinen Teuerung bei den Personal- und anderen Betriebskosten entstanden Kosten für das Entsorgen von tierischen Nebenprodukten, welche bis anhin sogar einen bescheidenen Aufwandminderungserlös erbracht hatten. Ebenso schmolz der sogenannte Sigelerlös dahin, seit immer weniger Innereien gegessen werden. Einen unmittelbaren starken Verteuerungseffekt hatte die Änderung der Ausschlachtbestimmungen, wonach dem Viehlieferanten das warme Schlachtgewicht zu bezahlen ist und die Auskühlverluste vom Fleischpreis übernommen werden müssen. Zur weiteren endlosen Reihe neuer Vorschriften mit Kostenfolgen gehören die neue Lebensmittelverordnung mit Selbstkontrolle, die EKAS-Bestimmungen über Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz, die Rückverfolgbarkeit von Fleisch mittels EDV, das Erfassen der Tierdaten (Tierverkehrsdatenbank), die unsägliche Deklarationsverordnung, die verdeckt überwälzte Mehrwertsteuer, usw. Je teurer das Fleisch um so eher der Konsumrückgang. Nicht zu vergessen, dass alle Einflüsse, welche den Fleischverbrauch verringern, das konsumierte Fleisch wieder verteuern: Neue Ernährungsgewohnheiten mit weniger Fleischkonsum, intensiverer Fleischzuschnitt mit weniger Fett und Bindegewebe, immer mehr Convenience, Absatzprobleme und Entwertung von weniger begehrten Langzeitkochstücken.
In
den ungeschützten Wirtschaftsbereichen der „Nachgelagerten“ ist jeder mit
seinen unternehmerischen Entscheidungen und seiner Kalkulation für sich
selbst dem wirtschaftlichen Wind ausgesetzt. Die Bemühungen der
Fleischvermarkter, die Teuerungsfaktoren nur so verträglich wie möglich im
Fleischpreis aufscheinen zu lassen, enden dort, wo eine Schmälerung des
knappen Verdienstes des Gewerblers oder des bescheidenen Deckungsbeitrags
beim Grossverteiler nicht hingenommen werden kann. |
|
Weitere Probleme beim „Sich auf die Finger Schauen“ |
Weil immer mehr Fleisch (ca. 56% der vermarkteten Gesamtmenge) in die Gastronomie, in Kollektivhaushaltungen (Kantinen, Heime, Spitäler) und als konsumierbereite Take-away-Mahlzeiten abgesetzt wird, hat die Arbeitsgruppe nebst dem Detailverkauf auch die Bruttomargen in den Engrosbereichen untersucht. Als herausragende Tatsache muss festgestellt werden, dass in diesen Absatzkanälen ein rigoroser Preiskampf herrscht und die Margen sehr unter Druck stehen. Ungenügende Deckungsbeiträge aus dem genannten wachsenden Marktsegment sind – gerade wegen den grossen Umsatzanteilen ‑ oft verantwortlich für unbefriedigende Betriebsergebnisse. Es zeigt sich nun als Erkenntnis der Gruppe, dass die Bruttomargen-Untersuchungen aus den Gastronomielieferungen und dem Detailgeschäft gesondert durchgeführt werden müssen. Dieser Umstand wurde ausserhalb der betroffenen Branche bis heute verkannt, bzw. von keiner Seite in Erwägung gezogen. Der Vorwurf der ungerechtfertigten Margenrealisierung stützte sich regelmässig auf die falsche Annahme, dass allem Fleischabsatz die Detailverkaufskonditionen zu Grunde lägen. |
|
Weshalb ist Fleisch auch beim Grossverteiler nicht billiger? |
Dass für die Fleischgewinnung in den grossen Landwirtschafts-eigenen (sogenannt „vertikal integrierten“) Schlacht- und Zerlegebetrieben auch kein Rezept für eine kostengünstigere Verarbeitung vorhanden ist, war schon lange allseits bekannt. Die Arbeit der Gruppe «Focus FLEISCH» zeigt nun als Novum noch auf, dass auch im Bereich des reinen Detailhandels mit Fleisch und Fleischerzeugnissen (wie ihn etwa die Grossverteiler-Regionalgenossenschaften betreiben) bei den untersuchten Fleischarten eine kostendeckende Marge gar nicht erreicht werden kann. Die Fleischabteilung tanzt hier mit hohen Personalkosten für das Fachpersonal aus der Reihe. Dazu kommen die ohnehin hohen Mieten und Investitionen für die luxuriösen Verkaufsmärkte an guten Lagen. Da geht es vielmehr darum, mit einem kompletten Food-Angebot die Attraktivität des übrigen Warensortiments zu steigern, so dass sich per Saldo erst das Resultat der Wechselwirkung in einer Mischrechnung lohnt. |
Fazit
Die Produktion von Schlachtvieh und Fleisch scheint im Hochpreisland Schweiz besonderen Schwierigkeiten ausgesetzt zu sein. Die Existenzprobleme bei den bestehenden Strukturen beschränken sich nicht auf die produzierende Landwirtschaft, sondern setzen sich im Fleischbereich auch bei der Verwertung fort. Wegen ungenügender Rentabilität sind innert der letzten 10 Jahre ganze 26% der gewerblichen Metzgereibetriebe verschwunden. Bestehende Probleme sind nicht durch Schuldzuweisungen unter den Marktpartner zu lösen. Die nötige Diskussion muss sich viel mehr um die Rahmenbedingungen drehen, denen die betroffenen Wirtschaftszweige ausgesetzt sind.
Das klassische Kuppelprodukt Fleisch bietet im rechnerischen Umgang mit den vielfältigen Ausbeutevarianten viele Tücken. Den mit der Fleischvermarktung befassten Arbeitsgruppen ist es gelungen, das Margenpotential bei den Verwertungsmöglichkeiten der Schlachtkörper sichtbar zu machen und aufzuzeigen, dass die üblichen Rückschlüsse von der Differenz zwischen Schlachtgewichtspreis und Fleischverkaufspreis zu Fehlinterpretationen der Margenverhältnisse führen. Bei den untersuchten Fleischarten und Absatzkanälen zeigte sich, dass der Verdacht über unbegründet hohe Margen nicht aufrecht erhalten werden kann.
Das vergleichsweise hohe Preisniveau für Frischfleisch in der Schweiz ist teilweise auch im hohen Qualitätsstandard begründet. Angebot und Zuschnitt richten sich auf hohe Kundenansprüche und die hierzulande vielbeachteten Ernährungsempfehlungen aus. Die Wertigkeit von Wurstereiprodukten oder anderen verwertenden Erzeugnissen ist dadurch tief. Deren Verkaufspreise sind deshalb im Vergleich zum übrigen deutschsprachigen Raum sehr niedrig, die Deckungsbeiträge an die Frischfleisch-Kalkulation entsprechend gering und die Fleischpreise um so höher.
Bei anderen Konsumentenforderungen, wie zum Beispiel jenen nach immer weiter führenden Deklarationsvorschriften, bedenkt man auch nicht unbedingt, dass diesen nur mit erheblichem und verteuerndem Aufwand nachgekommen werden kann. Dasselbe gilt für behördliche Verordnungen und Auflagen. Es dürfte im Interesse aller Beteiligten liegen, durch Überdenken und Abbauen der in den letzten 7 Jahren eingeführten übermässigen Regulierungen wieder zu vernünftigen Rahmenbedingungen zu finden.
Die aussergewöhnliche Höhe der Fleischpreise in unserem Land sind durch die vorliegende Arbeit begründet und nachgewiesen. Die Sachlage bleibt dennoch unbefriedigend. Die Konsequenz aus hochgeschraubten Ansprüchen bei Qualität und Konsumentenschutz wäre, mit entsprechend hohen Preisen für Schweizer Fleisch zu leben. Die Praxis zeigt jedoch, dass die Verlockungen ebenfalls stark sind, über der Grenze im nahen Ausland zu dortigem Standard und eben zu tiefen Preisen einzukaufen. Diese erheblichen Verbrauchsmengen fehlen den Schweizer Schlachtviehproduzenten und der Fleischwirtschaft an allen Ecken und Enden.
|
Position Lohn nach Produktionszweig |
Einheit |
Muni MT T3 |
Kalb KV T3 |
Bankschwein |
|
|
Fr. 24.-/h |
Fr. 40.-/h |
Fr. 24.-/h |
Fr. 24.-/h |
||
|
Jungtier |
Fr./kg SG |
1.56 |
1.56 |
3.87 |
1.82 |
|
Futter |
Fr./kg SG |
5.40 |
5.40 |
9.36 |
1.90 |
|
Gesundheit, Haltung, Pflege |
Fr./kg SG |
2.54 |
3.16 |
1.64 |
0.69 |
|
Gebäude und andere fremde Strukturkosten |
Fr./kg SG |
2.90 |
2.90 |
1.59 |
1.82 |
|
Andere Kosten |
Fr./kg SG |
1.14 |
1.49 |
1.32 |
0.53 |
|
Produktionskosten |
Fr./kg SG |
13.54 |
14.81 |
17.78 |
6.76 |
|
Verkaufserlös |
Fr./kg SG |
7.46 |
7.46 |
12.19 |
4.60 |
|
Direktzahlungen |
Fr./kg SG |
0.89 |
0.89 |
0.56 |
0 |
|
Deckungsfehlbetrag |
Fr./kg SG |
5.19 |
6.46 |
5.03 |
2.16 |
|
% der Kosten |
38.3 |
43.6 |
28.3 |
32.0 |
|
Folgerungen:
Seit Sommer 2002 hat die bäuerliche Basis zusammen mit ihren Organisationen SBV und LBL die Buchhaltungszahlen der FAT eingehend durchgearbeitet. Die von den Vertretern aller Stufen anerkannten Berechnungen zeigen, dass mit den heutigen Verhältnissen ein grosser Teil der Bauernbetriebe wirtschaftlich nicht überleben kann. Sie sind nicht mehr in der Lage, die notwendigen Betriebsmittel zu erarbeiten und vernichten ihr Kapital. Ein kontrollierter Strukturwandel ist nicht mehr möglich, denn Betriebsaufgaben folgen sich immer schneller und in immer höherer Zahl. Damit gerät die Erfüllung des Verfassungsauftrages durch die Landwirtschaft, namentlich die sichere Versorgung der schweizerischen Bevölkerung mit Nahrungsmitteln, in grosse Gefahr.
Kostenaufteilung auf Stufe Produktion in % pro Kg Muni

Was bleibt dem Produzenten?

Der gewählte Raster entspricht der üblichen Darstellung der Erfolgsrechnung in der Handelsbranche.
|
|
|
Bankvieh |
Bankschweine |
||
|
|
|
Fr./Tier |
% |
Fr./Tier |
% |
|
|
Tierverkauf (franko Schlachthof) |
2007.90 |
100 |
398.90 |
100 |
|
% |
Tiereinkauf (ab Stall, mittlere Postengrössen) |
1934.10 |
96.32 |
384.40 |
96.37 |
|
= |
Bruttoertrag |
73.80 |
3.68 |
14.50 |
3.63 |
|
% |
Aufwand: |
68.95 |
100 |
13.75 |
100 |
|
|
Transportkosten |
38.45 |
55.77 |
7.90 |
57.45 |
|
|
- Personal (inkl. Spesen) |
18.95 |
27.48 |
3.60 |
26.18 |
|
|
- Unterhalt und Reparaturen |
5.05 |
7.32 |
1.10 |
8.00 |
|
|
- LSVA / Verkehrssteuer |
3.10 |
4.50 |
0.70 |
5.09 |
|
|
- Energieaufwand |
3.95 |
5.73 |
0.90 |
6.55 |
|
|
- Büro- und Verwaltung/Informatik |
3.75 |
5.44 |
0.80 |
5.82 |
|
|
- Abschreibungen |
3.65 |
5.29 |
0.80 |
5.82 |
|
|
Vermittlungsaufwand |
30.50 |
44.23 |
5.85 |
42.55 |
|
|
- Personal/ (inkl. Spesen) |
16.95 |
24.58 |
3.20 |
23.27 |
|
|
- Büromieten |
1.45 |
2.10 |
0.25 |
1.82 |
|
|
- Büro- und Verwaltung/ Informatik/ |
3.40 |
4.93 |
0.60 |
4.36 |
|
|
- Handelsabgaben an Kantone |
2.00 |
2.90 |
0.40 |
2.91 |
|
|
- Werbung |
0.95 |
1.38 |
0.20 |
1.45 |
|
|
- Zinsaufwand/ Zinsertrag |
1.60 |
2.32 |
0.50 |
3.64 |
|
|
- Steuern |
1.40 |
2.03 |
0.30 |
2.18 |
|
|
- Abschreibungen |
2.75 |
3.99 |
0.40 |
2.91 |
|
= |
Gewinn |
4.85 |
6.57 |
0.75 |
5.17 |
Zusammenfassung der wichtigsten Ergebnisse:
Bei Bankvieh und Bankschweinen kosten Vermittlung und Transport zwischen 3.6 und 3.7 % des Warenwertes.
Bei beiden Tiergattungen sind die Transportkosten mit 55-60 % der Gesamtmarge wesentlich höher als der Vermittlungsaufwand.
Vermittlung und Transport kosten pro Stück beim Bankvieh rund 5-mal mehr als beim Bankschwein.
Im Gegensatz zum Schweinehandel besteht die Grossviehvermittlung aus vielen Einzelgeschäften. Dadurch verteilen sich die fixen Kosten auf eine wesentlich geringere Zahl umgesetzter Tiere als bei den Bankschweinen.
LSVA und kantonale Handelsabgaben machen im Durchschnitt 7-8 % des Bruttoertrages aus. Sie fallen bei beiden Tiergattungen höher aus als der durchschnittliche Gewinn.
Was bleibt dem Viehhändler und Transporteur?
§ Bei der Stufe Viehvermittlung und Transport wird ein kleiner Gewinn zwischen Fr. 0.75 – 4.85 / Tier erwirtschaftet.


145 000 Tonnen Schlacht- und Metzgereiabfälle (so genannte „Rote Ware“)
61 000 Tonnen Knochen
19 000 Tonnen Schweine- und Geflügelabfälle (so genannte
„Grüne Ware: Nur die „Grüne Ware“ kann als Futtermittel verwertet werden. Der grosse Rest muss entsorgt werden.
Die Kosten dieser Entsorgung:
Gründe für die Zunahme der Entsorgungskosten:
Kostenaufteilung auf Stufe Detailhandel für 1 Kg Frischfleisch, in %

Was bleibt dem Detailhandel?
FAZIT
Mit Frischfleisch lässt sich heute kaum mehr Gewinn erzielen !
_________________________________
Ergänzende Bemerkungen (9.7.06):
| Warnung für Gichtanfällige:
ACHTUNG!
|
| Irgend eine Idee, welche Schweizer
Produkte sich in den im Web angesprochenen andern Deutschsprachigen Gebieten
verkaufen lassen?
|
Gerade in der Fleischverarbeitung hat der Drang zu "billig" für einige Konsumenten recht negative Folgen. Ich gehöre selbst zu denen mit vererbtem Qualitätssensor, der auf überhöhten Anteil an Innereien (hoher Purin- und Harnsäureanteil) mit geschwollenem Fuss, massiven Schmerzen und Humpeln für 1 Woche reagiert (= Gicht). Das Problem begann vor 15 Jahren im Jemen, wo das übliche Frühstück, wenn man unterwegs ist, ein Topf gebratener Schafleber mit Pfefferschoten ist. Im Jemen reicht allerdings bereits ein halber Tag in der Tihama, der Küstenwüste, um das Problem zu vertreiben (35-40° und recht feucht ...). Ein sudanischer Kollege, Alter 35, hatte übrigens das selbe Problem, noch häufiger, weil er zu gerne Hühner ass. Der war aber ein Sprenzel und als Moslem äusserst geradeaus, also keinen Tropen Alkohol (der im Jemen eh schwierig zu finden ist), was zeigt, dass Alkohol und Übergewicht kaum entscheidende Faktoren sind für die Gicht.
In der Schweiz passierte es mir zum ersten Mal, als ich vor Begeisterung über den Winteranfang mit Sauerkraut und Neuenburger Saucissons (gelobt seinen sie, wie die waadtländer Saucissons ...) in einer Woche gleich drei davon verputzte. Die Folge: Eine Woche humpeln. In den folgenden Jahren stellte ich fest, dass die Anfälle (1-2 pro Jahr, meist zu Beginn der Wintersaison) offenbar mit dem Konsum an Würsten von Deutschen Grossverteilern wie Aldi, Lidl ... zusammenhing (na ja ... Rheinfelden, da ist man in 10 Minuten drüben ... Aber, der "frische Wind" den diese in den Schweizer Detailhandel bringen sollen, könnte zu einem grossen Teil durch schlechte Verdauung verursacht werden).
Nun ist mir aber das Selbe, zum ersten Mal seit fast zwei Jahren (bin ja nicht blöd ...) wieder passiert, und zwar als Folge des Konsums von 4 Bratwürsten, Sonderaktion Denner, und nicht an einem Tag verputzt, sondern an 4 hintereinander liegenden. Resultat: 1 Woche humpeln.
Das Beifügen von Innereien ist vermutlich weder verboten noch "gruusig" (der Darm z.B. gehört ja zur Wurst wie die Tasse zum Kaffee), verbilligt aber natürlich die Würste - aber macht sie für Gichtanfällige selbst in geringer Menge zu einem schmerzhaften Problem.
Das Vermeiden des Konsums von Innereien, insbesondere Leber, beeinträchtigt aber andererseits die Zufuhr von Vitaminen, die für die Augen wichtig sind. Ab und zu eine Portion frischer Leber (nicht in Wurst vermantschter und entvitaminisierter) wäre also gesundheitlich wichtig. Im Jemen ist das sogar das Lieblingsfrühstück vieler: Gebratene Leber mit Pfefferschoten - eine Delikatesse.
100 g Kalbsleber enthält den Vitamin-A- Bedarf für 27 Tage! 100 g Karotten nur den von 2 Tagen, zudem nur, wenn mit ein bisschen Butter oder Oel zubereitet, da nicht wasserlöslich. Vitamin A ist wichtig für die Augen sowie die Neubildung von Zellen, also insbesondere Haut, Haare und Zähne.
1 kleines Schweinekotelett von 125 g enthält Vitamin B1 für einen Tag. do 150 g Pouletbrust. An Haferflocken oder Weizenkeimen muss man dafür das Dreifache verzehren. Vitamin B ist wichtig für die Nerven, also bei Stress und wird rascher verbraucht bei viel Konsum von Mehl und Zucker. Der gestresste Top-Manager nimmts vermutlich lieber als Berocca ... und benimmt sich dennoch wie ein Schwein.
100 g Hühnerleber enthalten den Vitamin B2-Bedarf von 2 Tagen. Vitamin-B2-Mangelkrankheiten (Beri-Beri & Pelagra: sieht aus wie Verbrennungen 3 Grades in üblen Fällen) entsteht bei einseitiger Ernährung mit Getreide, insbesondere Mais (Mexiko) oder Sorghum (Jemen). Den Bedarf für 1 Tag decken auch 250 g Champignons, ein Pfund Spinat oder Grünkohl, 6 dl Milch (d.h. 3 pro Tag reichen). Unterstützt die Heilungsfunktion von Haut und hilft bei der Umwandlung von Zucker in Energie.
125 g Kalbsleber enthalten den Tagesbedarf an Vitamin B6, das wichtig ist im Wachstumsprozess Jugendlicher. Wird auch eingesetzt gegen Depressionen, Husten, Atembeschwerden und Schwindel. Leicht besser wirken Sardinen, Lachs und Flusskrebse, etwas weniger Bananen, Rindsleber, Rosenkohl, Karotten, Avocados, Kartoffeln.
Vitamin C gegen Infektionen wird geliefert durch Sanddornbeerensaft (40 g / Tag), Johannisbeeren (56 g), Brokkoli (90 g), gedünstete Peperoni (100 g), Fenchel (110 g), Papaya (1§25 g), Kiwi (150 g), Orangen (200 g), Kartoffeln roh 900 g, gekocht 1.7 kg (wird auch durch Lagerung zerstört). Vitamin C schützt zudem die anderen Vitamine vor dem Abbau.
5 g Räucheraal liefern den Tagesbedarf an Vitamin D, do 100 g Avocados. An Rinderleber wären hier bereits 300 g nötig. Vitamin D wird normalerweise durch die sonnenbestrahlte Haut erzeugt, ist wichtig fur das Gleichgewicht der Mineralstoffe, also den Knochenbau, also insbesondere wichtig nach der Menopause.
Was Vitamin E betrifft, sind für einmal die Pflanzen überlegen. Nur 7 g Weizenkeimöl decken bereits den Tagesbedarf, während dem 220 g Kichererbsen, rohe Peperoni oder Truthahn nötig wären für die selbe Menge. Vitamin E schützt vor UV, beschleunigt die Wundheilung, lindert Reuma und hilft gegen Menstruationsbeschwerden.
2 Hühnereier, 2.5 dl Spinatsaft, 300 g Avocados oder 150 g Haferflocken decken den täglichen Bedarf an Biotin. Biotin steuert den Stoffwechsel und ist wichtig für gesunde Haut, Haare und Nägel. Mangelbedarf konnte allerdings bisher nur bei gestillten Säuglingen und schwangeren Frauen festgestellt werden.
70 g Rinderleber liefern den Tagesbedarf an Folsäure, do 100 g Hühnerleber, 200 g Grünkohl oder Kichererbsen, 300 g Erdbeeren oder 600 g Kohlrabi oder 750 g Mais (äh... rülps).
120 g Pouletbrust liefern den Tagesbedarf an Niacin. do 40 g Hefeflocken, 100 g Erdnüsse, 120 g Rinds- oder Schweineleber, 200 g Pfifferlinge oder Lachs, 280 g Rinds- oder Schweinefleisch, oder 600 g Grünkohl (rülps). Vegetarier müssen ihre Kost um diese Nahrungsmittel ergänzen, denn Niacin stellt den Energiebedarf für Körper und Geist bereit, sichert die Funktionsfähigkeit von Nervensystem wie Magen-Darm und erhält die Sauerstofftransportkapazität des Blutes. Hilft bei Kopfschmerzen, Schlafstörungen, Halluzinationen und Verwirrtheitszuständen und ist wirksam gegen Arteriosklerose. (Wusste gar nicht, dass die SVP mehrheitlich aus Vegetariern besteht ...)
75 g Kalbsleber decken den Tagesbedarf an Pantothensäure. Diese unterschützt das Ausscheiden von Medikamenten, stärkt die Abwehrkraft der Schleimhäute, das Haarwachstum und reguliert den Stoffwechsel der Haut.
Wir sehen
also, dass das gerne verschmähte Nebenprodukt
LEBER eigentlich DIE GESUNDHEITSQUELLE ist.
Das zeigt, dass der folgende Vorschlag nicht nur für Vegetarier interessant ist, sondern genau so für Fleisch gilt, denn das Fleisch, dass man sich mit Minimallohn oder gar als Zugehöriger zu der Million Armer der Schweiz ab und zu leisten kann, ist denaturiert, enthält keine Vitamine mehr ... dafür sonst vermutlich alles mögliche, von dem diejenigen die es essen müssen vermutlich lieber nichts wissen wollen.
Ein reines "Gemüsevitamin" scheinen bloss die Betakarotinoide zu sein, die ausreichend vorhanden sind bei einem täglichen Konsum von 50 g roter Paprika, Spinat oder Grünkohl, 100g Karotten, 200 g Salat oder Aprikosen, 300 g Rosenkohl oder Grapefruit, 400 g Sauerkirschen oder 1 Pfund Papaya.
Vorschlag für eine problem-lösende statt problem-verursachende Subventionierung von Nahrungsmitteln:
Gemüse und Obst für die Gesundheit - statt Pharma
Laut Caritas gibt es in der Schweiz rund 1 Million Arme. Diese verfügen also über ein Budget, das in etwa dem Existenzminimum entspricht, oft weniger, manchmal etwas mehr. Sehen Sie sich mal so ein Budget an und überlegen Sie sich, auch wenn Sie (zur Zeit noch) nicht selbst davon betroffen sind, welche Art Nahrungsmittel Sie sich selbst damit leisten würden. Standard ist Reis, Nudeln, Speck, billiger "entvitaminisierter" Fleischwurst, Zwiebeln & Knoblauch, Bohnen, Käse, Brot, Butter, Milch, Tee und Kaffee ... und Gewürze - leider aber keine frischen Kräuter - obwohl gerade diese eigentlich meist Heilmittel währen, also auch für die Gesundheit präventive Wirkung hätten. Obst und Gemüse fällt flach, da ein Pfund billige Wurst oder Käse nun eben doch einiges mehr abgibt als ein Pfund Obst oder Gemüse, das schon bald gleichviel kostet.
Den
Armen wird also das Leben verkürzt
durch die beschränkte Auswahl an zahlbaren gesunden Nahrungsmitteln!
Wie jedes Problem birgt aber auch dieses einige Chancen:
Die Bauern gehören ja mit zu den Ärmsten. Sie müssen mit enormen Subventionen über Wasser gehalten werden - aber, der grösste Teil der Subventionen geht an die Verarbeiter, damit sie billig exportieren können, kommt also den Bauern gar nicht zu gute - und der Steuerzahler erhält auch wenig für seine Leistungen.
Übergewicht ist, im wahrsten Sinne des Wortes, ein gewichtiges Problem, insbesondere da es immer weitere Kreise bereits der Jugendlichen erfasst.
Übergewicht betrifft vor allem Arme, also die unteren sozialen Schichten. Wenn Sie sich obiges "Diätprogramm" ansehen, verstehen Sie sofort, warum dem so ist - und warum das auch so bleibt, trotz tausend Empfehlungen mehr Gemüse und Obst zu Essen an Schule, Fernsehen und in allen andern Medien.
Durch Subventionen verbilligte Nahrungsmittel die in den Export gehen, ruinieren die Existenz noch ärmerer Bauern in der 3. Welt.
Nun ist es für tiefe Einkommen ja seit längerem möglich, sich einen Teil der Krankenkassenkosten erstatten zu lassen. Es gäbe aber bessere Möglichkeiten! Warum nicht die Krankheit im Keime ersticken, insbesondere diejenigen, die durch Fehlernährung entstehen?
|
Vorschlag:
|
