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Von Acker- und Waldbauern zu Stadt-, Export und Kapitalwirtschaft: Warum Bauern sooo billig produzieren, dass sie ihre eigene Existenz gefährden. Religion und Städte – die treibenden Wirtschaftsfaktoren des Mittelalters. Was ist Wohlstand, wer bestimmt darüber, wer verfügt darüber? Welche Faktoren bestimmen die Zufriedenheit? Bauern und die Globalisierung |
Entwicklungsmenschen machen regelmässig den Spagat, wenn es um die armen Bauern hierzulande und in der Dritten Welt geht. Sebastienne Joerchel und Gérard Vuffray haben in [Global +: Globalisierung und Nord/Süd-Politik. No 3. Oktober/November 2002. von www.swisscoalition.ch] versucht einen Ansatz zu finden, der beiden gerecht wird:
Bauern brauchen Schutz. Bastienne Joerchel. S. 8-9 Auszüge:
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3, 2, 1, 0 … Wie die Bedeutung der Landwirtschaft schwand … und wiederkehrt Von Martin Herzog ©Abgedruckt, unter dem Titel: Coutdown der Gerechtigkeit in: BIO-Nachrichten, Zeitschrift für ökologischen Landbau und gesunde Ernährung. Nr. 102. Juni 2006. S. 16-17]Dass die dort erwähnte Chance der Energieproduktion wirken kann, zeigt sich zur Zeit gerade in den USA, wo Mais-Energie (Bioethanol) einen beträchtliche Preissteigerung ausgelöst hat, wodurch die Situation vieler Bauern und ländlicher Gemeinden verbessert verbessert wurde. Der Boom führt so auch Siedlungspolitisch zu andern Schwerpunkten .... |
Ein Handelssystem, das regional zu sehr unterschiedlichen Kosten produzierte Waren über einen Leisten schlägt und global zu einem einheitlichen Preis vermarktet, macht da keinen Sinn.
Nur 10% des Getreides wird auf dem Weltmarkt verkauft - dieser bestimmt aber auch die Preise für lokalen Anbieter! Beim Getreide sind es insbesondere die subventionierten Preise der USA, obwohl diese nur 5.1% des Getreides liefern. Eigentlich herrscht hier nicht Freiheit, sondern Diktatur des Marktes (Bemerkung des Rezensenten).
Wir sehen hier auch Parallelen zum Holzmarkt: Die Weltmarktpreise werden durch Neuseeland und Skandinavien gemacht. Auch Länder die nie dorthin liefern oder von dort Holz beziehen, müssen zu den selben Preisen anbieten, unabhängig davon, wie die Produktionsbedingungen und Kosten sind - oder sie müssen die Bewirtschaftung des Waldes einstellen. Weltmarkt untergräbt also die Preis- und Kostenwahrheit.
Es braucht eine Politik, die die eigenständige Versorgung mit Nahrungsmitteln sichert und zum Motor einer breiteren ländlichen Entwicklung werden kann. Sie muss auch dazu beitragen, in den Industrieländern (der Begriff sollte vielleicht nach und nach mit "Dienstleistungsländern ersetzt werden, der Rez.) eine multifunktionale Landwirtschaft zu bewahren.
1. Arme Länder müssen Ihre Bauern schützen können
Hunderttausende einheimischer Bauern werden im Namen des Freihandels wegkonkurrenziert. Für die Entwicklung des Binnenmarktes, ohne den es auch keinen Weltmarkt gibt, müssen Entwicklungsländer das Recht zurückerhalten, ihre Märkte mit Zöllen oder Importquoten schützen zu können.
2. Entwicklung braucht einen tragfähigen Binnenmarkt: Nebst der Erzeugung von Nahrungsmitteln schafft die Landwirtschaft in den meisten Entwicklungsländern die meisten Arbeitsplätze und ist damit entscheidend für die soziale und wirtschaftliche Entwicklung. Insbesondere Wirtschaftsräume mit starker Subsistenzwirtschaft und kleinbäuerlicher Produktionsstruktur, müssen erst einmal die Chance haben, Kleinhandel, lokale Märkte und Strukturen, Verarbeitungsindustrien - und all die damit verbundenen Informationen und Kompetenzen zu entwickeln.
3. Die Industrieländer müssen ihre Exportsubventionen abschaffen und Überschüsse vermeiden: Milchseen, Zucker-, Butter- und Fleischberge werden billig auf den Weltmarkt geworfen und führen dort zu gravierenden Marktverzerrungen. Die Exportsubventionen müssen abgeschafft und die Vermarktung der Überschüsse auf dem Weltmarkt gestoppt werden.
4. Der Welthandel muss sozialverträglich reguliert werden: Die Marköffnung kann und soll nicht verhindert werden, aber sie muss in einem Tempo erfolgen, das eine sozialverträgliche Anpassung (Restrukturierung) erlaubt. Die vor einiger Zeit so hochgelobten Asian Tigers haben ihre Märkte erst geöffnet, als sie über solide Produktions- und Exportkapazitäten verfügten.
Ziel einer weltweiten Agrarpolitik muss es sein, einen ausgeglichenen internationalen Markt zu schaffen und den Bauern im Norden wie im Süden ein ausreichendes Auskommen zu sichern. Ziel der WTO sollte also nicht die Liberalisierung um ihrer selbst willen sein, sondern den Agrarhandel so zu regeln, dass er hilft, Armut zu lindern und gesellschaftliche wie persönliche Entwicklung zu fördern. Prioritär sind: Stabilisierung der Rohstoffpreise, Öffnung der Märkte des Nordens für Agrar- und Gewerbeprodukte des Südens, sozial- und umweltverträgliche Investitions- und Wettbewerbsvorschriften für internationale Firmen gezielte Förderung des fairen Handels und die substanzielle Erhöhung der Entwicklungszusammenarbeit (obwohl einmal von 0.7% des BSP die Rede war, ist das Ziel des Bundes für die nächsten 8 Jahre gerade mal 0.4%).
Freihandel ist kein Motor für Entwicklung. Gérard Vuffray. S. 10-11
Weltmarkt-Preise haben keinerlei Bezug zu Produktionskosten, zu sozialen und Umweltkosten.
Warum sollen in Afrika Bohnen für Hungerlöhne produziert werden, in die Schweiz exportiert und die Existenz unserer Bauern untergraben? Die Schweiz konsumiert jährlich 380'000 Tonnen Getreide. Warum soll man die importieren, wenn hier Land und kompetente Bauern vorhanden sind. Nebenbei: Der Selbstversorgungsgrad der Schweiz liegt gerade noch bei 60%.
Ich sehe nicht ein, warum die Produkte unserer Bauern mit Importprodukten konkurrenziert werden sollen, die unter oft unmenschlichen, unwürdigen Bedingungen produziert werden. Die KonsumentInnen finden es normal, nach dem billigsten Produkt zu fragen, und üben so auf das bäuerliche Einkommen einen permanenten Druck aus. Aber sie wären nie bereit, ihren Arbeitsplatz einem "Konkurrenten" aus Afrika oder Asien abzutreten, der gleich gut qualifiziert ist wie sie, aber nach afrikanischen oder asiatischen Massstäben entlohnt wird.
Die WTO ist grundlegend zu reformieren, ihre Entscheidungsmechanismen und Kompetenzen zu überprüfen und sie wäre in den Rahmen der UNO-Spezialorganisationen zu integrieren, also dem internationalen Recht zu unterstellen.
Die Schweiz wird bis 2007 die Grenzen für Agrarprodukte aus den 49 ärmsten Ländern völlig öffnen, ohne Zoll, ohne Mengenquoten. ein netter PR-Coup - ein politischer Irrweg, der die Vorherrschaft des Handels über die Produzenten festigt. Das internationale Agrobusiness und der Zwischenhandel werden profitieren - die lokale landwirtschaftliche Entwicklung ist kein Anliegen

Wie einleitend von Joerchel gezeigt, sind globale Marktpreise kein verlässlicher Kompass für die Entwicklung, weder die wirtschaftliche, noch weniger die gesellschaftliche. Einerseits. Andererseits dürfte unsern Bauern der Vorschlag eher sauer aufstossen, Überproduktion und Export zu vermeiden, denn präzise hier liegt der Hase im Pfeffer (apropos Hasenpeffer: Kaninchen wären vorzuziehen seit Hasen bald zur bedrohten Tierart werden). In der Schweiz werden ja ganz anständige Preise für guten Käse bezahlt. 4 bis 5 Fr. für 100g ist da schon bald normal. Ein Problem ist der Export, weil der bei weitem nicht solche Preise hergibt. Dass die Bauern exportieren wollen oder müssen liegt aber auch nicht an ihrer Gier und etwaigem Käseimperialismus (obwohl die laufende Fernsehwerbung den Verdacht erwecken könnte). Es wirkt hier das selbe Gesetz, das den freien Markt dauern bedroht, und zwar stärker bedroht als staatliche Eingriffe: Das Ziel des freien Wettbewerbs ist es, dass sich der stärkste und beste Betrieb durchsetzen soll, der am günstigsten produziert und liefert. Dieses Ziel ist also das Monopol, das jedoch, sobald erreicht, durch Nachlassen der innovativen Anstrengungen und Ausnutzen der Marktmacht auch sofort wieder zerfällt. Tönt gut, theoretisch. Leider sind in der Zwischenzeit sämtliche Konkurrenten zugrunde gegangen. So ist der Markt, der aufbaut, der selbe der zerstört. (Schumpeter: kreative Zerstörung).
Dass sich nicht alle frei und mit positiven Resultaten entwickeln können liegt daran, dass auch der freie Markt Grenzen hat. Rohstoffe sind beschränkt, Kapital ist beschränkt, Land ist beschränkt, Ausbildung ist beschränkt (manchmal auch die Ausgebildeten oder die Ausbildner, aber das ist was anderes). Beschränkt ist sogar das Meer - einstmals von unendlicher Weite, gesegnet mit unendlichen Schätzen - heute übernutzt, mancherorts zur Kloake verkommen. Die Fischer, die einst aus dem Vollen schöpfen konnten, was immer noch reichlich harte Arbeit war, müssten laut WWF heute zu Meerbauern (Fischzüchtern und Fischereimanagern) werden und kooperativ den gemeinsamen Reichtum pflegen und nutzen. Die Konkurrenz verdrängt sonst alle bis auf einige wenige.
Die Konkurrenz führt zu immer kleineren Margen. Immer kleinere Margen werden durch immer grössere Mengen ausgeglichen. Wo kein Mehrkonsum sich einstellt, bedeutet dies Verdrängung. Zumeist haben die Verdrängten sich was anderes einfallen lassen. So betrachtet führt Konkurrenz zu Innovation. So betrachtet sind Regelungen, die vor Verdrängung (Restrukturierung in Newspeak) schützen, der Wirtschaft schädlich, denn der einzige Überlebende produziert ja selbst mit reduzierter Marge, hat also nicht mehr die Möglichkeit, die Verdrängten weiter durchzufüttern.
Beispiel: Stellen wir uns mal die Zeit vor, als wir noch als Affenherde in einer Höhle sassen. Da fiel einem plötzlich ein, dass er einen Stein nicht nur zum Aufschlagen von Nüssen, sondern zum Erschlagen von Wild (und manchmal wilden Nachbarn) benutzen könnte. Sein Jagderfolg steigt, der soziale Status der andern sinkt. Die werden stinkig (um so mehr, als Frauen auch auf den sozialen Status ansprechen). Einige der frustrierten werden also, da zu Jägern nicht mehr zu gebrauchen, zu Ackerbauern, wodurch längerfristig betrachtet ihr Leben um einiges sicherer und angenehmer wurde. Hätten nun die Weisen demjenigen, der Steine für mehr als zum Nüsseknacken benutzte, links und rechts eins um die Ohren gehauen und ihm die weitere Verwendung von Steinen verboten, da er sich damit einen ungerechtfertigten Wettbewerbsvorteil verschaffe, dann würden wir heute noch Nüsse mit Steinen aufklopfen (was uns allerdings sonst einige Probleme erspart hätte).
Was das soll? Gehören Sie nicht zu denjenigen, die sich entweder zu rechts oder zu links zählen? Die ganz genau wissen warum Kommunismus nichts tauge - oder die ganz genau wissen, dass Liberalismus schädlich sei? Schattentheater! Es geht doch gar nicht um ein entweder-oder, wir sollten endlich fähig werden, ohne um die Ideologien an und für sich zu streiten, eine optimalere Lösung zu finden zwischen chatotischem und oft zerstörerischem und oft auch diktatorischem Markt und der ineffizienten, oft auch diktatorischen, oft auch wenig effizienten, Planwirtschaft.
Zum Thema Wachstum, zum wichtigsten Nebeneffekt des Ursprungs des Wachstumszwangs, nämlich Verdrängung durch Wettbewerb, sowie zum Thema Macht und Freiheit, sind inzwischen auch weiterführenden Texte vorhanden (click).
Zurück zu den alten Affen: Als diese nicht einfach mehr die Früchte vom Baum nahmen und assen, sondern ab und zu auch gegen Fleisch oder anderes tauschten, stellte sich zwischen Rohstoff und Verbrauch der Handel. Bereits mit den ersten Werkzeugen entstand nebst Rohstoff und Verbrauch dann auch noch verarbeitete Produkt.
Wird das verarbeitete Produkt auch noch gehandelt, so wollen schon drei dran verdienen: der Beschaffer, der Verarbeiter und der Händler. Die Verarbeitungs- wie die Handelskosten bilden Teil des Endpreises. Dies verfeinert sich heute ins Extreme (versuchen Sie mal ein Ersatzteil für einen zweijährigen Computer zu finden, dann sehen Sie, wie viele daran beteiligt sind), parallel dazu die Arbeitsteilung. Nebst Rohstoff, Verarbeitung und Zwischen-Handel und Transport kamen dann bald die Verpackung und die Werbung hinzu. Schlecht was die Kundenpreise betrifft, denn jeder will bezahlt sein, schlecht für die Rohstofflieferanten, denn jeder weitere Bearbeiter hält seinen Beitrag für weitaus würdiger der Bezahlung als den vorhergehenden und verdoppelt die Kosten. Die Lieferung von Rohstoffen, zumeist aus der 3. Welt, wird schon fast als Dienstleistung aufgefasst, die im Dienste der Verarbeiter, des Handels und der Kunden gefälligst gratis zu erfolgen hat. Wie der ehemalige Linke und heutige Hotelier Bodenmann kürzlich in der Weltwoche erklärte: Würden die Schweizer Bauern zu den selben Preisen liefern wie die Österreicher, dann könnte er sich jedes Jahr einen Sportwagen leisten (und die Bauern sich beim Sozialamt melden, beim schweizerischen).
Viel zu wenig bekannt allerdings sind die Kosten eines weiteren Zweiges der kräftig mitverdienen will: Der Finanzmarkt. Jedes Produkt das Sie erstehen ist zu ca. 30% mit Kapitalkosten belastet, also Zinsen, Miete, Pacht etc. Vor ca. 4 Jahren war die Kapitalquote zum ersten Mal höher als die Staatsquote. Man hätte eigentlich mit einem Aufschrei im Volke rechnen dürfen. Nix da. Kritisiert wird weiterhin die Staatsquote, über die immerhin auch für Bildung, Strassen, ein Gesundheitssystem, soziale Sicherheit, militärische Sicherheit (na ja ..) und vieles mehr finanziert wird. Geheiliget seien die Banken und der Zins ... könnte ja sein, das wir mal einen Kredit brauchen.
4.7% der arbeitenden Bevölkerung bewirtschaften 37% der Fläche der Schweiz, in Betrieben mit durchschnittlich 13.8 ha Land, produzieren 60% des schweizerischen Bedarfs an Lebensmitteln, und erhalten dafür aber nur 1.5% des BIP (Bruttoinlandprodukts). Das zeigt schon mal deutlich, dass Leistung und Entgelt wenig direkten Zusammenhang haben. Während der Index der Landwirtschaftspreise von 1980 bis 1991 um 27% anstieg, fiel er bis 1999 wieder auf das Niveau von 1980. Das ökonomische Gesetz des abnehmenden Grenzertrags ist eigentlich eine Absurdität, denn es bedeutet für Bauern wie Arbeiter konkret: Je mehr und je schneller sie arbeiten, um so billiger werden ihre Produkte und um so weniger verdienen sie daran - ausser, sie verkaufen entsprechend mehr.
Der Weltmarktpreis wird durch den Produzenten bestimmt, der am günstigsten Überschüsse erzielen kann. Dass Bergbauern nicht zu den selben Kosten produzieren können wie Flachländer und Küstenbewohner, da die Frucht langsamer wächst, die Kulturen und die Ernte viel aufwendiger sind im steilen Gelände, interessiert den Weltmarkt nicht. Seine Lösung heisst: Bergbauern als günstige Arbeitskräfte in die Fabriken in den Tälern. Der Weltmarktpreis, als Preisniveau der Billigstanbieter, da Überschussverwertung, drückt also auch die Möglichkeiten von Ausgleichzahlungen, von pfleglichem Umgang mit Natur und Gesellschaft.
Der Preis ist aber nicht die einzige Fehlorientierung, die durch Globalisierung verursacht wird. Das vielleicht sogar grössere Problem ist, dass der Weltmarkt eine falsche Referenzgrösse für die Betriebsgrösse setzt. Aus Schweizer Sicht (die Sicht des freien Marktes ist gemeint, der freie Wettbewerb) waren Betriebe wie Feldschlösschen, UBS, Novartis, Nestle etc. schon vor der Ära der grossen Zusammenlegungen zu gross. Erinnern Sie sich, womit die Zusammenlegungen begründet wurden ? Wir sind zu klein, um am Weltmarkt konkurrenzfähig zu sein.
Auf dem Weltmarkt konkurrenzieren sich Firmen, die hierzulande schon gigantisch sind, mit noch grösseren - die allerdings in ihrem Land bei weitem nicht die Grösse und den Einfluss auf den Markt haben wie in der kleinen Schweiz. Die USA haben eine Fläche von 9.5 Millionen km2, eine Bevölkerung von 281 Millionen und damit einen gigantischen Heimmarkt, den sie zum grössten Teil mit nur einer Sprache und einer dominanten Kultur bewirtschaften können. Europa hat im Vergleich derzeit eine Fläche von 3.2 Millionen km2 und eine Bevölkerung von 380 Millionen. Europa ist also viel enger besiedelt und die Anzahl der Sprachen in denen der Markt bearbeitet werden muss ist fast so hoch wie die Anzahl der Mitgliederländer. Die Chancen der EU zu einem ebenbürtigen Partner der USA zu werden stehen gut. Allerdings werden noch Jahrzehnte vergehen, ehe Europa ein derart einheitlich Markt wird wie die USA es sind.
Betriebe die in den USA wie im zukünftigen Europa also noch unter KMU laufen, sind für Schweizer Verhältnisse bereits Giganten, die den lokalen Markt dominieren können und damit für den freien Markt schädlich sind.
Wie der Weltmarktpreis die falsche Orientierung setzt für die Entwicklung lokaler Wirtschaftsformen, die an ihre ureigenen Produktionsbedingungen angepasst sein sollte - so setzt der Elefantenwettbewerb die falsche Referenz, was eine optimale Betriebsgrösse betrifft. Grösse alleine ist zudem keine Garantie für Erfolg. Man muss die Grösse auch managen und einsetzen können. Dies hat bereits bei der Fusion UBS-SBG zu einigen Verlusten geführt, dies führt zur Zeit zu schmerzhaften Korrekturen beim Allfinanz-Gigantismus der CS. Dass diese Korrekturen stattfinden ist zwar einerseits beruhigend, andererseits ist es allerdings ein gewaltiger Aufwand der in den letzten 4 Jahren getrieben wurde und nun sinnlos verpufft. Vielleicht ist die Orientierung der Wirtschaft am Weltmarkt, an Global Players und an der allein-seelig-machenden Konkurrenz halt doch einfach "daneben" und ein kooperativeres Wirtschaftsmodell wäre vielleicht fruchtbarer ...
Martin Herzog, Internet-Redaktor, Rheinfelden, 14. Oktober 2002